Es kann nicht verborgen sein

Sonntagsvortrag Beinsa Dounos, den er am 15. September 1918 in Sofia um 10:00 Uhr gehalten hat

“Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“ (Matthäus 5:14)

„Es kann nicht verborgen sein“. Was kann nicht verborgen sein? Eine Stadt, die auf einem Berge liegt. Das ist ein Bild, eine Figur, die zeigt, dass die Sprache Christi lebendig, bildhaft, figurativ ist. Die Sprache, der sich die Menschen bedienen, ist insgesamt figurativ.

Unter einer Figur, einem Bild verstehen wir die äußere Seite eines Gegenstandes. Wenn ihr nur die äußere Seite eines Gegenstandes oder einer Frucht betrachtet, werdet ihr nur eine partielle Vorstellung von ihnen haben, vor allem von ihrer Gestalt oder ihrem Bild. Wenn ihr seinen Inhalt und Sinn kennen wollt, müsst ihr in seine innere Seite eindringen. Die Geometrie bedient sich auch vieler Figuren. So erforscht sie das Dreieck, Viereck, Fünfeck, Vieleck, den Kreis als Formen, doch sie haben auch einen Inhalt und Sinn. Was bedeutet der Kreis – Ewigkeit. Der Mittelpunkt und die beiden Durchmesser im Kreis zeigen, dass sich die Ewigkeit selbst bestimmt hat. Wenn der Kreis, d.h. die Kurve beseitigt wird, bleiben nur die Durchmesser – das Kreuz, welches den Sündenfall versinnbildlicht. Das Kreuz wurde also nach der Kreuzigung Christi erschaffen. So wird der Kreis in der lebendigen Geometrie betrachtet. Doch die gewöhnliche Geometrie betrachtet ihn als eine Figur mit einem Mittelpunkt und Durchmessern. Sie betrachtet den Kreisumfang, die Kreisfläche und bleibt dort stehen.

Christus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt; die Stadt, die auf einem Berge liegt“. Wenn ihr die „Offenbarung“ lest, werdet ihr sehen, was für eine Stadt das ist, die auf einem Berge liegt. Die Bulgaren vergleichen einen gesunden jungen Mann mit einem Berg und sagen: „Er ist ein kräftiger Kerl, ein Berg von einem Mann („ein Riese“). Das ist ein poetischer Ausdruck, der einen Inhalt und Sinn hat. Die klugen, starken und gesunden Menschen werden mit Bergen verglichen, mit hohen Spitzen und hohen Bäumen.

Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, bedeutet etwas Organisiertes, das unter vernünftige Menschen gestellt wurde. Es lässt sich nicht verstecken. Der Kopf des Menschen ist die Stadt und sein Körper – der Berg. Folglich lässt sich jeder Kopf, der auf einem solchen Körper gestellt wurde, nicht verstecken. Köpfe, die abends herumgehen, können sich verstecken, aber solche, die tagsüber beim Licht herumgehen, können sich niemals verstecken. Anders gesagt: Wer Licht in sich hat, kann sich nicht verstecken. Geräumig und majestätisch ist die Stadt, die dem Licht ausgesetzt ist.

Ihr werdet sagen, dass der menschliche Kopf klein ist. Diese Stadt ist also, obwohl sie dem Licht ausgesetzt ist, klein. Aber das stimmt nicht. Der Mensch sieht klein aus, weil er perspektivisch dargestellt ist. Auch sein Kopf ist aus diesem Grund klein. Auch die Sonne sieht klein aus, wie eine kleine Scheibe. Wenn sie in der Nähe wäre, könntet ihr sie mit der Hand greifen. Die Kinder zeichnen sie als einen kleinen Kreis.

Ist die Sonne eigentlich klein? Unser Verständnis der Natur ist für die Sonne das Verständnis eines Kindes. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen der kindlichen Wahrnehmung der Natur und ihrem eigentlichen Wesen. Wenn ihr in zweitausend Jahren auf die Erde kommt, werdet ihr selbst über euer gegenwärtiges Verständnis lachen und euch fragen, wie der Mensch des 20. Jahrhunderts die Dinge wie ein Kind betrachten und verstehen konnte. Dabei zweifeln sie immer noch und kritisieren alles. Warum nehmen sie nicht wie die Kinder das Wissen über den Glauben ohne Kritik und Zweifel an? Es gibt Wissen, das es richtig ist zu kritisieren; Es gibt jedoch Wissen, das von innen kommt, von der menschlichen Seele, und das ohne Zweifel und Kritik angenommen werden muss. Der Zweifel ist ein Wurm, der in großen Bäumen anzutreffen ist. Mit seinem Herumbohren und Knarren kritisiert der Wurm den Baum und wundert sich, wer ihn geschaffen hat, wie er hergestellt wurde usw. Der Wurmkritiker vermehrt sich im Baum, in dem auch seine Kinder die gleiche Arbeit fortsetzen – sie kritisieren den Baum – quietsch, quietsch -, bis er eines Tages austrocknet, zu Boden fällt und verrottet. Ihr werdet sagen, dass Zweifel und Kritik zu Wissen führen. Was ist das für eine Kritik, die große Bäume zerstört und umstürzt? Die wirkliche Kritik ist diejenige, die den Weg der Passanten beleuchtet und sie vor gefährlichen Stellen schützt.

„Ihr seid eine Stadt, die auf einem Berge liegt.“ Die Stadt ist eine Ansammlung vernünftiger Menschen, die auf einen Berg gestellt sind. Der Berg, das ist die ganze Menschheit. So ist also jeder vernünftige Mensch unter die Menschheit gestellt, um den Menschen zu leuchten. In dieser Situation kann sich ein vernünftiger Mensch niemals verstecken. Die Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass diese Stadt, d.h. der menschliche Kopf drei Billionen und 600 Millionen Zellen hat. Ihr könnt euch also vorstellen, wie viele Zellen das menschliche Gehirn enthält. Es gibt ungefähr zweieinhalb Milliarden Menschen auf der Erde und wir sagen, dass diese Zahl groß ist. Was ist dann mit den Zellen im menschlichen Gehirn, wenn eintausend Milliarden eine Billion sind? Könnt ihr euch vorstellen, was für ein Ding der menschliche Kopf ist, der dreitausend Milliarden und 600 Millionen Zellen, also Einwohner in seiner Stadt hat? Sie betreten und verlassen diese Stadt durch 12 Tore, um Wissen aufzunehmen. Die Tore des menschlichen Kopfes sind die Hauptzentren – die Sinne, durch die man Wissen wahrnimmt.

Die heutigen Okkultisten sagen, dass man heute fünf Sinne hat, die noch nicht vollständig entwickelt sind. Bei manchen Menschen ist der sechste Sinn bereits entwickelt oder er entwickelt sich gerade. In Zukunft werden sich auch die restlichen sieben Sinne nach und nach entwickeln. Die zwölf Tore im menschlichen Kopf entsprechen also den zwölf Sinnen. Der gegenwärtige Mensch hat einen Geruchssinn, aber er kann nichts riechen, was sich mehr als hundert bis zweihundert Meter weit von ihm befindet. In dieser Hinsicht hat der Hund einen stärkeren Geruchssinn als der Mensch. Er kann den Hasen nur aufgrund seiner Spur aufspüren. Der Mensch sagt, dass er mit seinen Augen sieht und alles bemerkt. Tatsächlich sieht er nur naheliegende Objekte und denkt, es sei die reale Welt – das ist kein Sehen. Die Dinge zu bemerken, die vor eurer Nase liegen, das ist noch kein Sehen. Es sieht nur derjenige, der sich in allen Welten bewegt, ohne zu stolpern. Wenn er irgendwo stolpert, so hat er noch kein Sehen.

Manche sagen, dass man in Berührung mit der Realität des Lebens auseinandersetzen muss, um es zu verstehen. Mit anderen Worten, man muss seine Sicht der Dinge mit der Realität konfrontieren, um zu verstehen, dass das, was man denkt, nicht wahr ist. Nur so kann man seine alten Lebensansichten ändern. Die Mutter und der Vater sagen ihren Kindern, dass sie ihre Sichtweise auf das Leben ändern und das Neue akzeptieren müssen. Sie fangen vielversprechend an, gehen dann aber zum Alten zurück und haben ein schlechtes Ende. Das kleine Kind vertraut seinen Eltern, als wären sie Gott. Wenn es zu verstehen beginnt, sieht es, dass es seine Eltern bisher mit nicht existierenden Wesen, Gespenstern, Vampiren und vielem mehr erschreckt haben. Es sieht seine Eltern kritisch an und glaubt ihnen nicht mehr. Darüber hinaus entwickeln die Kinder ihre eigene Lebensphilosophie und sagen: „Es ist nicht immer notwendig, die Wahrheit zu sagen. Manchmal  kann man sich auch der Lüge bedienen“. Die Kinder sehen, dass die Eltern einander kritisieren, anzweifeln, misstrauen und beginnen, sie nachzuahmen. Warum sollten die Menschen zweifeln, wenn sie in der absoluten Wahrheit leben können? Weil sie nicht genug Licht haben.

Heute ist die Welt voller Prediger, aber sie ist noch nicht in Ordnung. Warum? Denn sowohl Prediger als auch Mütter, Väter und Lehrer glauben zuerst an sich und erst dann an Gott. Sie sind unterschiedlicher Meinung und jeder verteidigt seine eigene. Die Welt ist voll von Vätern und Müttern, die Prediger ihrer Kinder sind. Die Welt ist also voller Popen und Popenfrauen. Was bedeutet das Wort Pope? – Es bedeutet ‚Vater‘. Ein bulgarisches Sprichwort sagt: „Lege den Popen in Fesseln, damit das Dorf friedlich ist!“( Das Sprichwort ist während der osmanischen Herrschaft entstanden, als die bulgarischen Geistlichen viele Aufstände angeführt haben.)

Das Wort Pope wird hier im negativen Sinne anstelle des Teufels verwendet. Also wird der Teufel in Fesseln gelegt, damit das Dorf friedlich ist. Dieses Sprichwort ist nicht richtig. Das Wort Pope bedeutet ‚Vater‘; jeder Priester ist der Vater der Wahrheit.

„Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“. Diese Stadt ist gut gelegen und gut entwickelt. Sie hat Entwicklungsbedingungen. Heute nutzt sie fünf Sinne, der sechste entwickelt sich bereits und die anderen sechs werden in der Zukunft in Erscheinung treten. Heutzutage sieht der Mensch nicht weit, in der Zukunft wird er besser sehen und eines Tages wird er in der Entfernung und von allen Seiten sehen. Manche sagen, dass sie nur an das glauben, was sie sehen. Nur das ist für sie wirklich. Andere sagen, dass sie nicht mal an das Reale glauben, das heißt, sie glauben nicht an das, was sie sehen. Also glauben sie, dass sie nicht glauben. Erstere glauben, dass es ein Plus ist, und Letztere glauben, dass sie nicht glauben – das ist ein Minus. Wenn zwei identische Größen unterschiedliche Vorzeichen haben, zerstören sie sich gegenseitig. In der Chemie nennt man das ‚Stoffwechsel‘.  Das Plus ist eine Säure und das Minus ist eine Base. Beide bilden zusammen ein Salz. Das Minus ist leerer Raum, das Plus ist ein von Materie erfüllter Raum. Das Minus ist die physische Welt und das Plus ist das Nicht-Sein, das Reale, das Nichtmanifestierte. Das Manifestierte ist das Begrenzte und das Unmanifestierte ist das Unbegrenzte. Wenn man von Plus und Minus spricht, denken manche, dass dies unwichtige Dinge seien. Was ist ihnen wichtig? Das Leiden. Wenn sie leiden, vergessen sie, dass alle Menschen, alle Lebewesen leiden. Männer, Frauen, Kinder – alle leiden. Der einzige Unterschied liegt in der Intensität des Leidens.

Im Allgemeinen denken und fühlen alle Männer gleich. Das Gleiche gilt auch für die Frauen. Um das Leben umfassend zu verstehen, muss der Mensch die Form des Mannes und der Frau durchlaufen, d.h. nacheinander in beide Städte eintreten und von dort aus die Welt erkunden. Freien Raum, Breite und Tiefe braucht der Mensch, um die Welt zu verstehen. Es heißt, der Ängstliche wird das Reich Gottes nicht betreten. Aber der Ängstliche wird auch das irdische Leben nicht verstehen. Er hat Angst vor dem Tod, vor dem Teufel. Ist er gestorben, dass er Angst vor dem Tod hat? Hat er jemals den Teufel gesehen, dass er Angst vor ihm hat? Es hängt vom Menschen ab, ein Teufel oder ein Engel zu sein. Wenn die Menschen ausdrücken wollen, dass jemand ein Teufel ist, setzen sie ihm zwei Hörner auf, geben ihm einen Schwanz und zwei Hufen für die Füße. Die Hufe zeigen, dass der Mensch seine Zehen verloren hat, d.h, seinen göttlichen Verstand. Ein Tier, bei dem der Fuß in einen Huf verwandelt ist, ist seiner höheren Intelligenz beraubt worden. So wie es auf der Erde Wesen mit Zehen und andere mit Hufen gibt, so gibt es im Himmel Wesen mit Zehen und andere mit Hufen.

Was ist der Himmel, d.h. die geistige Welt, dass wissen nur wenige. Die Menschen stellen sich die geistige Welt als das vor, was sie nicht ist. Sogar der Mensch, den sie sehen, ist nicht das, was er wirklich ist. Der Unterschied zwischen dem geistigen und physischen Sehen ist wie der Unterschied zwischen dem Sehen eines Menschen mit Augen und dem Sehen mit der Kraft eines Röntgengeräts. Wenn ihr den Menschen mit einem solchen Gerät betrachtet, werdet ihr Angst bekommen, ihr werdet die Muskeln, Knochen und seine inneren Organe sehen. Aus spiritueller Sicht ist der physische Mensch genauso furchterregend wie derjenige, den man durch ein Röntgengerät betrachtet. Um keine Angst vor den Dingen zu haben, muss man die Ursache aller Phänomene kennen und sie richtig sehen.

Eines Abends lud Edison einige seiner Freunde, die Wissenschaftler waren, zu sich nach Hause ein und wollte mit ihnen einen Scherz machen. Er nahm zwei Skelette, die er mit Maschinen verband, damit sie sich bewegen und sprechen. In die Augenhöhlen steckte er Glühbirnen. Nach dem Abendessen waren alle gut aufgelegt und Edison ließ die Skelette unter die Gäste wandern und sagen: „Einst waren wir genauso schön und fröhlich wie ihr, aber jetzt sind nur noch Knochen von uns übrig geblieben.“ Die Gäste erschraken und liefen nach draußen. Edison selbst rief sie einzeln zurückzukehren und ihr Abendessen fortzusetzen.

Was ist eigentlich so beängstigend an diesen Skeletten? Auch die Menschen der Gegenwart fürchten sich vor Toten, vor Skeletten. Solange die Eltern gesund und wohlhabend sind, lieben ihre Kinder sie. Sobald sie krank, arm werden oder sterben, beginnen ihre Kinder sie zu fürchten und zu fliehen. Die Krankheiten sind eine beängstigende Sache, auch die Armut. Die Kinder flüchten vor ihren armen und kranken Eltern, weil sie nach Geld suchen müssen, um sie zu unterstützen.

Wenn Mutter und Vater alt werden, warten Sohn und Tochter darauf, dass ihre Eltern sterben, damit sie frei leben können. Dies ist die verzerrte Philosophie des 20. Jahrhunderts. Diese Philosophen haben zum Fundament ihres Wissens den Gedanken gemacht, dass der Mensch auf dem Weg der Kritik und des Zweifels nach dem Wissen greifen kann. Kritik und Zweifel sind notwendig, wenn man kein Licht hat, wenn man keine Stadt ist, die auf einem Berge liegt. Brauchst du die Kritik und den Zweifel, wenn du eine Stadt bist, die auf einem Berge liegt und du von dort aus weit und breit sehen kannst? Euch wird ein Apfel gegeben. Ihr schaut ihn von dieser Seite und von jener Seite an und sagt, dass ihr an seinen Geschmack zweifelt, ihr glaubt nicht, dass er gut ist. Es besteht kein Grund zum Zweifeln. Probiert den Apfel und danach könnt ihr reden. Zweifel und Kritik haben schon ihre Bedeutung, wenn sie passend angewendet werden.

Alles hat seine Bedeutung, wenn es am richtigen Ort und in der richtigen Zeit angewendet wird. In dieser Hinsicht hat die Philosophie auch ihre Bedeutung. Was ist Philosophie? Sie ist das Synthesieren aller Kenntnisse und das Hinweisen auf Methoden, die als Anleitung im Leben dienen können. Die Philosophie hat schon existiert, als der Mensch geschaffen wurde. Anfangs enthielt sie mehr Weisheit als heute. Der erste Mensch, der nach dem Ebenbild Gottes erschaffen wurde, verfügte über zwölf Sinne. Während der Involution verlor er allmählich seine Sinne, bis ihm schließlich wie dem gegenwärtigen Menschen fünf Sinne übrig blieben. Daher verhält sich sein aktuelles Wissen zur Vergangenheit wie 5:12. Außerdem sind die fünf Sinne, die der Mensch heute hat, nicht ausreichend entwickelt. So ist das Sehen nicht vollständig entwickelt. Der Mensch sieht in begrenzter Entfernung. Wenn er Tausende von Kilometern weit sehen könnte, würde er aufschauen und sehen, was die erhabenen Wesen machen. Ihr werdet sagen, dass so etwas unmöglich ist, dass dies leere Worte sind.

Die Dinge im Leben können voll oder leer sein. Wenn ihr über etwas sagt, dass es leeres Stroh ist, so verstehe ich darunter einen Prozess. Die Flasche kann befüllt oder geleert werden – das liegt an euch. In der göttlichen Welt gibt es nur vollständige Dinge und in der menschlichen Welt gibt es vollständige und leere Dinge. Wenn man einen Fehler macht, leert man sich; wenn man gut lebt, füllt man sich. Es ist nicht nur wichtig, dass man sich füllt; Was zählt, ist das, womit man gefüllt ist, ob der Inhalt gut oder schlecht ist. Man sagt über jemanden, dass sein Kopf leer ist. Wie kann sein Kopf leer sein, wenn er ein Gehirn wie alle Menschen hat? Er hat auch ein Gehirn, aber keinen Inhalt in seinem Gehirn, deshalb sagt man, dass sein Kopf leer ist. Um Wissenschaftler zu sein, um Wissen zu haben, muss der Mensch Inhalt in seinem Gehirn haben.

„Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“. Anders gesagt, bezeichnen wir einen Kopf, der auf einem Körper platziert ist, als eine göttliche Stadt. Johannes stellt sich den Menschen als einen Würfel vor. Im Allgemeinen haben alle Dinge, die in der physischen Welt verwirklicht werden, die Form eines Würfels, alle Dinge, die in der Engels- oder Geisteswelt verwirklicht werden – die Form einer Pyramide und alle Dinge, die in der göttlichen Welt verwirklicht werden – die Form eines Kreises. Nach den geometrischen Formen erkennt man, zu welcher Welt der eine oder andere Gegenstand gehört.

Auch der Mensch als ein Wesen der physischen Welt wird als ein Würfel dargestellt. Das Netz des Würfels ist kreuzförmig, das ist also der gekreuzigte Mensch. Wenn der Mensch gereinigt werden muss, wird der Würfel geöffnet und ein Kreuz gebildet. Folglich ist das Kreuz, d.h. das Leiden, nichts als ein Reinigungsprozess. Sobald der Mensch gereinigt ist, wird das Kreuz zusammengelegt und es entsteht wieder ein Würfel. Warum sollte ein Mensch leiden? Damit sein Haus, d. h. sein Leib gereinigt wird. Sobald er gut gereinigt ist, werden die Türen und Fenster an ihre Plätze gestellt und es entsteht wieder ein Würfel.

„Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen werden.“. Die Stadt, d.h. der menschliche Kopf muss auf einen Berg gestellt werden. Der begabte Mensch, der gute Redner, der gute Dichter, achten auf die Menschen, weil sie aus einer Stadt mit zwölf Toren kommen. Die Phrenologen studieren diese Stadt und finden in ihr 42 Zentren, die mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Gefühlen zusammenhängen. Sie unterteilen sie in drei Bereiche. Der Hinterkopf, genannt der ‚doppelzüngige Mensch‘, ist der physischen Welt, der Dunkelheit zugewandt. Der zweite Bereich ist die Stirn, die der Engelwelt zugewandt ist, sie zeigt die menschliche Denkkraft. Der dritte Bereich ist der obere Teil des Kopfes, der der göttlichen Welt zugewandt ist und in dem sich die religiösen und moralischen Gefühle des Menschen befinden: Gewissen, Liebe zu Gott, Barmherzigkeit usw. Dabei ist es wichtig, wie gut jeder Mensch die Bereiche seiner Stadt entwickelt hat.

Wenn zum Beispiel die Stirn eines Menschen breit und niedrig ist, haben seine Gedanken Breite, aber keine Tiefe. Er ist wie ein breiter, jedoch flacher Fluss. Die Stirn sollte breit und hoch sein, Breite und Tiefe haben – das sind zwei wichtige Maße. Der obere Bereich dieser Stadt sollte wie eine Kuppel erhoben und nicht abgeflacht sein. Wenn dieser Bereich abgeflacht ist, so ist der Mensch überhaupt nicht religiös. Egal wie sehr er das vorgibt, er hat überhaupt keine Religiosität. Auch der hintere Bereich dieser Stadt sollte nicht flach sein. Wenn er flach ist, sagen wir, dass diese Person keine Liebe für seine Familie hat. Wenn Menschen sich nicht verstehen, zeigt dies, dass ihre Köpfe in einem, zwei oder drei Hauptbereichen platt oder flach sind. Sowohl die Gehirnzentren als auch die Sinne des Menschen müssen entwickelt werden. Jemand sagt, dass er nur an das glaubt, was er mit seinen Augen sieht. Wie viel siehst du denn? Du siehst nur ein Hundertmillionstel von dem, was dich umgibt. Wo bleibt der Rest? Hast du dann das Recht, eine Philosophie auf dem Wenigen zu gründen, was du siehst? Du hast schon das Recht dazu, aber diese Philosophie wird begrenzt und relativ sein. Um eine großartige Lebensphilosophie zu begründen, bedarf es eines scharfen, großartigen Verstandes, wie der Verstand der großen Mathematiker ist, die aus nur einem Teil des Ganzen eine klare Vorstellung von diesem Ganzen entwickeln. Sie gehen von der Eins zur Menge und von der Menge zur Eins über.

Was ist die Eins? Der Radius des Kreises. Es genügt, den Zirkel zu nehmen, den Kreis zu zeichnen und zu wissen, wie oft sein Radius im Kreisumfang enthalten ist. Der Radius passt so oft in das Universum hinein wie eine Eins mit 15 Nullen. 1000000000000000 Jahre braucht der Radius, um den Kreis des Universums zu umrunden und das wahre Wissen zu erlangen. Jede Verschiebung des Radius entlang den Punkten des Kreises schafft eine neue Umgebung, neue Bedingungen. So wie sich die Gefühle und Gedanken eines Menschen jeden Tag ändern, ändert sich auch er in Abhängigkeit vom Ort, an dem er sich befindet. Jeden Tag wird sich seine Liebe ändern, sie wird intensiver oder schwächer werden. Wenn er aufsteigt, wird sein Herz wärmer und die Liebe stärker; Wenn er heruntersteigt, wird sein Herz kälter und seine Liebe schwächer. In diesem Sinne ist der Mensch das Pendel der Lebensuhr, welche die Zeit bestimmt. Wenn die Engel am Menschen vorbeikommen, sehen die Engel auf die Uhren und setzen ihren Weg fort. Die Zeit des Lebens wird also durch die Wärme oder Kälte des menschlichen Herzens bestimmt. Als Mensch muss sich ein jeder im Kreis bewegen, d.h. im Verständnis des göttlichen Lebens.

Ich entwerfe nun diese Gedanken, damit ihr nachzudenken beginnt, nicht um euch zu entmutigen. Ihr müsst wissen, dass dem Mensch bevorsteht, viel zu lernen, die Planeten zu besuchen und nicht nur an den Fronten und auf den Schlachtfeldern zu kämpfen. Wenn der Mensch im Universum  herumgestreift hat, wird er zu seinem Vater zurückkehren und erzählen, was er gelernt hat. Wenn er zu dem kommt, was er auf der Erde gelernt hat, wird er über Schlachtfelder, Kanonen, Schrapnelle und Kampffahrzeuge erzählen. Er wird auch berichten, wie die Menschen um Land kämpfen und es unter sich teilen. Was heute unter den Menschen geschieht, ist vom Blickwinkel der höheren Welten betrachtet, nur Vergnügung. Gott fragt die Engel: „Was machen die Menschen auf der Erde?“ – „Sie amüsieren sich, sie kämpfen, sie ziehen einander an den Haaren.“- „Lasst sie Spaß haben!“

Weil die Menschen sehr aktiv sind, müssen sie irgendwie ihre Energie zur Arbeit einspannen. Wenn sie an ihren Haaren zupfen, fangen sie an, richtig zu denken. Im Haareziehen gibt es auch einen Sinn, in der Auseinandersetzung zwischen den Menschen werden sie auch etwas lernen, ein Gehirnzentrum wird zurechtgerückt.

Ein reicher Amerikaner verliebte sich in ein schönes Mädchen und heiratete sie. Nach ihrer Hochzeit unternahmen sie eine lange Reise. Unterwegs ereignete sich ein Unfall: Der Zug, mit dem sie fuhren, stieß mit einem anderen Zug zusammen, der entgegenkam. Der Bräutigam erschrak sehr und sprang aus dem Fenster, aber wegen der schweren Gehirnerschütterung und der Angst wurde er verrückt. Man brachte ihn in ein Irrenhaus, in dem er 16 Jahre verbrachte. Das Leben im Irrenhaus wurde ihm langweilig und er wollte fliehen, aber er konnte nicht, weil ihn die Krankenhausmitarbeiter ständig überwachten. Eines Tages gelang es ihm, das Irrenhaus zu verlassen und er lief schnell fort. Unbemerkt kam er zu einer nah gelegenen Station. Als er einen Zug sah, stieg er ein und setzte sich hin, ohne zu wissen, wohin er wollte. Bald fuhr der Zug los und der Verrückte blieb drinnen. Er zog es vor, irgendwohin zu reisen, anstatt im Irrenhaus zu bleiben. Was passierte unterwegs? Der Zug entgleiste. Der Patient erlitt eine neue Gehirnerschütterung, doch diesmal wurde sein Gehirn auf wundersame Weise zurechtgerückt und er wurde gesund. Also ergaben sich aus demselben Grund zwei unterschiedliche Ergebnisse – im ersten Fall wurde ein Gehirnzentrum verschoben, im zweiten Fall wurde es zurechtgerückt.

Wenn also über jemanden gesagt wird, dass er nicht denken kann, bedeutet dies, dass er etwas Wertvolles verloren hat. Wenn ein Mann seine Frau an den Haaren zieht, möchte er ihr sagen: „Frau, komm schon aus dem Krankenhaus, du warst lange genug dort!“ Manchmal behandelt die Frau ihren Ehemann auf die gleiche Art. Dies zeigt nicht, dass die Menschen krank sind, sondern dass es etwas in ihnen gibt, was nicht am richtigen Platz ist. Ist es normal, dass man an der Existenz Gottes und der geistigen Welt zweifelt? Ist es normal, seine Gefühle aufzugeben? Es ist nicht normal. Es gibt also etwas, was beim Menschen nicht an seinem Platz ist und Gott greift ein. Wie macht Er das? Indem Er euch ins Gefängnis, ins Krankenhaus steckt, indem Er euch am Kopf packt und euch schüttelt.

Christus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Strebt danach, mehr Licht zu erhalten. Jeder Widerspruch bringt Licht in den menschlichen Verstand, so wie der Zunder sich entzündet, wenn zwei Stücke Feuerstein aneinander gerieben werden. Nach der Lösung jedes Widerspruchs beginnt der Mensch, richtig zu denken. Die Menschen denken, wenn ein Unglück über sie hereinbricht. Wenn eine Mutter einen Sohn oder eine Tochter verliert, beginnt sie, sich für das Jenseits zu interessieren, sie möchte wissen, wohin ihr geliebtes Kind gegangen ist. Euer Kind ist dort, wo ihr vor hundert Jahren wart. „Ich erinnere mich an nichts.“ – Dass du dich an nichts erinnerst, widerlegt nicht die Wahrheit. Erinnert ihr euch, im Mutterleib gewesen zu sein? Wenn ihr euch nicht erinnern könnt, widerlegt das nicht die Wahrheit. Wisst ihr noch, dass ihr im Bauch eurer Mutter wart? Wenn ihr das nicht mehr wisst, widerlegt das auch nicht die Wahrheit.

Versetzt einen Menschen in einen magnetischen Traum und hört zu, was er sagen wird. Er wird euch von seinem Leben in den letzten vier bis fünf Inkarnationen erzählen. Wenn er aus dem Schlaf erwacht, wird er alles vergessen. Es reicht, den Menschen von der physischen Welt zu entfernen, ihn aus der dichten Materie herauszunehmen und er wird sich an viele Dinge seiner vergangener Leben erinnern. Wenn er wieder in der dichten Materie versinkt, vergisst er alles wieder. Die physische Welt ist für das menschliche Bewusstsein wie der Nebel. Er hindert den Menschen daran, klar zu sehen und sich zu orientieren. Der magnetische Traum ist nichts anderes als das Zerstreuen des Nebels und der Wolken im Kopf eines Menschen, damit er klar sieht, woher er kommt und wohin er geht.

„Eine Stadt, die auf einem Berge liegt.“ Es heißt nicht „eine Stadt, die auf einem Feld liegt“, sondern auf dem Berg des Herrn. Gott ist der Fels, aus dem der Mensch gemeißelt ist. Dies ist ein Gedanke, der richtig verstanden werden muss. Jeder Gedanke, jedes Gefühl kann man verstehen, wenn man sie an ihren Platz stellt und sie zur vorbestimmten Zeit annimmt. Nicht nur die Gedanken und Gefühle des Menschen, sondern der Mensch selbst entwickelt sich gemäß den Gesetzen der Natur. So entwickeln sich auch die Kinder. Weil sich zuerst der physische Leib des Kindes entwickelt, isst es gerne mehr. Später interessiert es sich für die Gegenstände. Es greift und zerreißt sie, um sie zu studieren. Indem das Kind die Gegenstände greift, zerreißt und zerkleinert, möchte es sagen: „Eines Tages nahm Gott die Materie in Seine Hand, zerbrach sie und schuf die Welt. Ich möchte das Gleiche tun, kann es aber nicht.“ Wenn die Mütter das nicht verstehen, werden sie wütend auf ihre Kinder, weil ihre Kinder Bücher zerreißen, Gegenstände zerbrechen und kaputtmachen. Sie wissen nicht, dass die Nachahmung ihres Kindes ihnen zeigt, wie Gott die Welt geschaffen hat. Wer als moderne Frau des 20. Jahrhunderts gilt, glaubt das nicht.

„Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen werden.“ Warum liegt sie auf einem Berg? Damit sie von der Sonne beleuchtet werden kann. Diese Stadt ist göttlich, sie darf nicht in die Dunkelheit gestellt werden. In der göttlichen Stadt sind Lüge, Diebstahl und Verbrechen nicht erlaubt. Der Kopf, in dem Lüge und Diebstahl zugelassen sind, ist verschmutzt. Warum sollten die Menschen lügen und stehlen, wenn alles, was Gott geschaffen hat, ihnen gehört? Was wird aus diesem Haus geschehen, in dem sich jedes Kind absichern will, sich einen Teil des Brotes und des Käses für den nächsten Tag aufbewahren will? Die Kinder werden sich selbst versorgen, sie werden das Brot und den Käse stehlen, und es wird nichts für die Mutter und den Vater übrig bleiben. Trotzdem hört man immer wieder sagen: „Sei nicht dumm, für die anderen zu leben. Das Leben ist hart, denke an dich selbst, sichere dich selbst ab!“ Wenn du keinen Vater und keine Mutter hast, ist es sinnvoll, sich selbst abzusichern, aber da du Eltern hast, so arbeite ehrlich und mit Liebe für sie und denke nicht daran, dich abzusichern. Ehrlich und anständig müssen wir alle für unseren Vater arbeiten, der allwissend, allliebend und allgütig ist. Er fragt die Engel: „Was machen meine Kinder auf der Erde?“- „Sie kämpfen gegeneinander, brechen einander die Knochen, schlagen einander Augen aus, zerstören die Städte und beginnen dann, gebrochene Knochen einzurenken, Hände und Füße aus Holz zu setzen usw.“ – „Das macht nichts“, sagt Gott, „sie versuchen, gebrochene Knochen durch gesunde zu ersetzen; Sie versuchen, neue Teile zu erschaffen, sie streben nach der Art und Weise, wie die Welt erschaffen wurde.“

Die Menschen von heute schaffen ihr Elend und ihre Not selbst. Jemand kommt zu euch und beginnt euch zu erzählen, dass er eure Frau und Tochter mit fremden Männern gesehen hat. Wenn ihr das hört, zuckt euer Herz, ihr verliert eure gute Laune und überlegt, wie ihr eure Lieben erwischen und welche Strafe ihr ihnen auferlegen könnt. Was ist das für ein Mensch, der die anderen auf diese Weise beunruhigen kann? Das ist ein Mensch, d.h. eine Stadt, die vom Berg herabgeholt und ins Tal an einen dunklen Ort verlegt ist. Alle Tiere befinden sich in dieser Lage. Sie sind verfallene Menschen. Ihr werdet sagen, dass dies eine ketzerische Lehre sei. Das mag sein, aber mir ist es wichtig, die Idee zu unterstützen, dass Tiere verfallene Menschen sind. In meinen Augen hat das Wort verfallen eine ganz andere Bedeutung. Es gibt Fälle im Leben, in denen ein einfacher Soldat zu einem General aufsteigen und ein General zu einem einfachen Soldaten heruntersteigen kann. Ist etwas Schlimmes dabei? Der Unterschied zwischen einem General und einem einfachen Soldaten besteht in der Kenntnis und im Verständnis des Dienstes. Auch der Mensch geht in seiner Entwicklung von einer niedrigeren zu einer höheren Position über: Von einer einfachen Zelle entwickelt er sich allmählich und geht zu immer höheren Formen über, bis er zu einem Menschen wird. Eines Tages werden der Ochse, der Vogel und alle anderen Tiere vor Christus erscheinen und sich in Form eines Menschen präsentieren. Das kann euren Geist stören, aber die Form ist eine Einschränkung, die das Wesen zum Nachdenken bringt. Die Form ändert sich, der Geist ändert sich auch, so dass sie dem Menschen zur Entwicklung verhelfen. Nach den Veränderungen, die mit dem Kopf geschehen, bestimmen wir die Aktivität des Geistes.

„Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die auf einem Berge liegt. „Alle Menschen streben an, diese Stadt zu betreten, ihren Geist, ihr Herz und ihre Seele von allen irdischen Verbindungen und Einschränkungen zu befreien. Genau über diesen Zustand sprach Paulus, als er sagte, dass er in den siebten Himmel aufgestiegen ist und Dinge gesehen hat, die mit menschlicher Sprache nicht zu beschreiben sind. Es ist schwierig, in den siebten Himmel zu gelangen. Die gegenwärtigen Menschen erheben sich ein Stück und fallen wieder herunter. Wenn sie nicht in diesem Zustand verweilen können, beginnen sie zu stöhnen. Stöhnen heißt tief atmen. Atmen heißt denken. Ihr sollt atmen und denken, bis euer Kopf zu einer Stadt wird, die auf dem Berge liegt. Essen bedeutet Leben.

Überleg beim Essen, ob du richtig lebst und die Nahrung verdienst, die dir gegeben wird. Wer die Gesetze von Atmen und Essen nicht versteht, der langweilt sich beim Atmen und beim Essen. Er fragt sich, ob Gott die Welt nicht auf andere Weise hätte erschaffen können, so dass der Mensch nicht zu atmen und zu essen braucht. Doch anders hätte die Welt nicht erschaffen werden können.

Alles, was wir sehen, hat seinen großen Zweck. Wenn zum Beispiel die Augenbrauen eines Kindes nach oben gebogen sind, zeigt dies an, dass es lebensfroh und gut gelaunt ist. Wenn seine Augenbrauen gerade sind, denkt es viel nach. Wenn sie hängen, so ist es vorzeitig alt geworden, es ähnelt seinem Großvater, es denkt an große Dinge, es lässt sich von großen Ideen bewegen. Die Mutter versteht den Charakter ihres Kindes nicht und wundert sich über seine großen Ideen. Die Erwachsenen handeln auch wie die Kinder. Wenn Gott einen Mann mit großen Ideen sieht, sagt Er: „Was für große Ideen bewegen mein Kind!“ Für Gott sind die Erwachsenen und die älteren Menschen große Kinder. Von Zeit zu Zeit fragt Er die Engel, was Seine Kinder auf der Erde tun. – „Sie bauen große Häuser.“ – „Gut gemacht, lasst sie ihr Handwerk üben.“ – „Sie beschweren sich häufig über ihre Mieter, suchen einen Anwalt, der sie beraten soll, wie sie das Gesetz umgehen und sie loszuwerden.“

Weil die Mieter vor dem Krieg eingezogen sind, zahlen sie geringe Mieten und das Leben ist teuer geworden; man will die Miete erhöhen, aber das Gesetz erlaubt das nicht.

Die Menschen müssen eine neue Philosophie entwickeln, um zu wissen, wie sie ihre Probleme lösen können. Wenn jemand euch vertreibt, müsst ihr lernen das zu ertragen. Wenn ihr ausgeraubt werdet, bedankt euch, dass man eure überflüssige Last abgenommen hat. Wenn ihr mit der Last ins Meer geht, werdet ihr ertrinken. Ohne die Last werdet ihr leichter schwimmen und euch vor dem Ertrinken retten. Es ist gefährlich, mit einer Last ins Wasser zu gehen. Noch gefährlicher ist es, wenn ihr sie an euch festgebunden habt. Bis jemand kommt, um euch von der Last zu befreien und euch zu retten, werdet ihr bereits am Meeresgrund sein. Die Zeit wird kommen, wenn die Menschen nach allen Regeln der Kunst meisterhaft stehlen werden. Sie werden die Last vom Gürtel der Ertrinkenden losbinden und sie ans Land bringen. Dann werden sie ihnen die Last zurückgeben. Wer sich bedanken will, wird sich freiwillig bedanken. Solche Diebstähle werden in Zukunft passieren – man wird weder die Last nehmen, noch den Menschen mitnehmen.

Ein junger Mann ging in ein Geschäft und nahm, was er dort fand: Butter, Eier, Zucker. Als er ging, wandte er sich an den Händler und sagte: „Ich habe genommen, was ich brauchte. Eines Tages werde ich alles bezahlen, wenn ich reich werde.“ Dann kam er schnell aus dem Laden und verbarg sich vor dem Blick des Ladenbesitzers. Er lieh sich alles aus. Es ist nicht bekannt, ob er jemals bezahlen wird. Hat er nun den Ladenbesitzer beraubt oder bestohlen?

Es muss zwischen Raub und Diebstahl unterschieden werden. Der Mensch pflückt die Früchte seiner Bäume. Ist das ein Diebstahl? Er geht zum Apfelbaum, pflückt das Obst und dankt dem Baum, dass er viel Obst angesetzt hat. Der Apfelbaum sagt, dass das Gottes Wille ist und dankt, dass er die Gelegenheit hat, seinen Bruder zu sehen, ihm von seinen Früchten darzubringen. Er lädt ihn ein, noch einmal zu kommen. Behandelt auf diese Weise denjenigen, der euch ausgeraubt hat. Beeilt euch nicht, ihn der Polizei zu übergeben, es gibt schon jemanden, der es ihm vergelten wird. Welcher Mensch ist rechtschaffen? Wer kann von sich sagen, dass er von allen Sünden rein ist? Das Böse liegt nicht im Raub, sondern darin, dass ihr zornig geworden seid, es liegt in den schlechten Worten und Gedanken, die ihr demjenigen geschickt habt, der euch ausgeraubt hat. Eine größere Sünde begeht derjenige, der beraubt wird und nicht der Schuldige.

Wenn wir von menschlichen Fehlern und Verbrechen sprechen, kommen wir zu den Tätern von Verbrechen. Wenn die Kinder sündigen, sind die Eltern schuld. Wenn die Eltern sündigen, sind die Philosophen schuld, die die Menschheit vor 8000 Jahren verdorben haben. Sie müssen für ihre Philosophie Rechenschaft ablegen, mit der sie den menschlichen Verstand und das menschliche Herz verzerrt haben. Darum sagt Christus: „Wenn dich das rechte Auge ärgert, so reiß es aus; Wenn dich deine rechte Hand ärgert, so haue sie ab. „Was bedeutet die Hand? – Den Willen des Menschen. Nimm also die Hälfte des Willens heraus und verwende ihn zum Wohl deines Bruders. Verwende die eine Hand und das eine Auge für dich selbst und die andere Hand und das andere Auge für deinen Nächsten. In der geistigen Welt wirst du dein Auge und deine Hand wiederfinden. Wie geschieht das? Nach bestimmten Gesetzen. Dem Menschen ist das Wissen abhanden gekommen, die abgetrennten und entfernten Glieder seines Leibes wieder einzurichten. Er hat diese Kunst einmal gekannt.

Die gegenwärtigen Menschen denken, sie hätten Augen und sähen. Tatsächlich haben viele von ihnen Augen, aber sie sehen nicht, wie wenn sie keine Augen hätten. Auch die Pharisäer sagten Christus, dass sie alles sehen, dass sie nicht blind sind, aber Christus antwortete ihnen: „Wenn ihr tatsächlich seht, werdet ihr für eure Taten bestraft werden; Wenn ihr nicht seht, seid ihr nicht verantwortlich.“ Wenn ihr die Wissenschaft des Auges studiert, werdet ihr in den Strahlen, die aus dem Auge herausgehen, den Menschen erkennen. Wenn der Strahl, der aus dem Auge herauskommt, aufsteigt, ist der Mensch gut, edel. Er hat ein Verlangen nach dem Erhabenen. Der Mensch, bei dem der Strahl des Auges hinuntergeht, hat ein Verlangen nach dem Niederen, nach der Erde. Selbst wenn er dir direkt in die Augen schaut, geht sein Strahl hinunter. Wenn der Vater zu seinem Sohn spricht und dieser hinunterschaut, wird der Stock ihn retten. Wenn der Vater weiß, wie er mit seinem Sohn umgehen soll, kann er leicht ihm die Augen öffnen. Salomo sagt: „Der Stock treibt den Wahnsinn aus dem Herzen eines Kindes „. Wenn der Vater sein unvernünftiges Kind mit einem Stock schlägt, sagt es sofort: „Papa, ich werde dir gehorchen.“ In der göttlichen Welt ist die Bewegung mit dem Stock richtig und harmonisch. In diesem Sinne sind Trauer und Leiden nichts als göttliche Stöcke, welche die Menschen erziehen. Wer die Leiden vermeiden möchte, soll in eine Stadt gehen, die auf einem Berge liegt.

Ihr werdet sagen, dass die Zeit der Alten vorbei ist. Alles hängt vom Menschen ab. Wenn die Alten aufhören zu arbeiten, sollten die Jungen die Arbeit übernehmen. Sie müssen die Lehre Christi anwenden und die Bedingungen für das Kommen des Reiches Gottes auf Erden vorbereiten. Dann werden sowohl die Männer als auch die Frauen frei sein vom Gedanken an ihre Versorgung. Sie werden arbeiten und ihre Felder werden viele Früchte tragen. Wo Liebe ist, ist Fülle. Das kann jeder prüfen.

Lasst drei Personen den folgenden Versuch machen: einer soll einhundert Morgen Weizen säen, der zweite – zehn Morgen und die dritte – einen Morgen. Wenn der mit dem einen Morgen die Liebe in seine Arbeit einbezieht, wird sein Feld so viel Ertrag bringen, wie die zehn Morgen, die ohne Liebe bestellt wurden. Das Weizenkorn reagiert auf denjenigen, der mit Liebe arbeitet. Und vor demjenigen der nicht mit Liebe arbeitet und nur daran denkt, wie er mehr Weizen erhalten kann, verschließt sich der Weizen und gibt nichts. Hier findet der Vers Anwendung: „Nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden.“

Die heutigen Menschen scheitern bei ihrer Arbeit, weil sie nicht in einer Stadt leben, die auf einem Berge liegt. Der vernünftige und liebende Mensch kommt mit den Schwingungen des Apfelbaums in Beziehung, versteht seine Situation und der Baum antwortet ihm mit dem Gleichen. Wenn man am Baum vorbeikommt, senkt dieser seine Zweige und bietet an, so viel Obst zu pflücken, wie man will. Wenn ihr euch nicht mit den Schwingungen des Apfelbaums verbinden könnt, hebt er seine Zweige, er ist nicht bereit und willig, euch von seinen Früchten pflücken zu lassen.

Ein Bekannter von mir erzählte mir folgende Erfahrung. Er hatte einen Birnbaum in seinem Garten, den er sorgfältig kultivierte, aber der Baum trug trotzdem keine Früchte. Sieben oder acht Jahre vergingen, aber der Birnbaum blieb unfruchtbar. Als der Bekannte eines Tages in seinem Garten herumging, blieb er vor dem Baum stehen und sagte: „Hör zu, wenn du nächstes Jahr keine Früchte trägst, werde ich dich absägen und wegschmeißen.“ Zu seinem Erstaunen trug der Baum im nächsten Jahr Früchte in Überfluss. So sagt auch Gott zu den Menschen: „Hört zu, wenn ihr nächstes Jahr keine Früchte tragt, werde ich euch wegschmeißen.“ Wer diese Worte berücksichtigt und anfängt zu arbeiten, wird viel Frucht bringen. Ich sehe, wie Gott an die Türen vieler Menschen klopft und sie zur Arbeit aufruft. Wer eine Stadt betreten hat, die auf einem Berge liegt, der wird arbeiten und Frucht tragen. Der vernünftige Mensch ist eine Stadt, die auf einem Berge liegt und nicht versteckt werden kann. Alle Menschen träumen von einem vernünftigen, guten Leben und dieses wird kommen. „Wir haben große Schwierigkeiten und Leiden.“ – Der Mensch ist auf die Erde gekommen, um zu lernen. Er lernt durch die Freuden und Leiden, sie lassen sich nicht vermeiden.

Ich werde ein Beispiel aus dem französischen Leben anführen. Ein junger Mann zeichnete sich durch gutes Leben aus. Er tat ständig Gutes, erhielt jedoch immer nur Undankbarkeit und Böses als Lohn. Schließlich schwor er, niemandem mehr etwas Gutes zu tun und hielt sein Wort. Er traf seine Entscheidung, als er für eine gute Tat für einige Jahre ins Gefängnis sollte. Eines Tages kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Gefangenen in einem der Nebenräume und jemand wurde getötet. Der junge Mann hörte, dass etwas los war, wollte sich aber nicht einmischen und Gutes tun. Während der Ermittlungen wurde er auch gefragt, ob er gehört habe, wie im Nebenzimmer jemand getötet wurde. – „Ich habe alles gehört, wollte mich aber nicht in die Sache einmischen.“Wegen der Unterlassung der Hilfe wurde er zum Tode verurteilt. An dem Tag, an dem das Urteil vollstreckt werden sollte, holte er seine goldene Uhr aus der Tasche und gab sie demjenigen, der ihn enthaupten sollte. Er fragte: „Nimm diese Uhr als Erinnerung an mich, aber leg das Messer bitte so an, dass du meinen Kopf sofort abschneidest und ich nicht lange zu leiden habe.“ Der Henker nahm die Uhr, bedankte sich und sah den jungen Mann an. Er schien ihm freundlich und verständnisvoll zu sein und der Henker hatte Mitleid mit ihm. Als er das Messer über seinen Kopf hob, zitterte seine Hand und er brauchte drei Versuche, um den Kopf abzuschneiden. Was zeigt und dieses Beispiel? Dass es nicht die goldene Uhr ist, die das Schicksal des Menschen ändern kann. Auch Christus zeigt uns, dass der Weg, auf dem die Menschheit der Gegenwart geht, nicht in der Lage ist, sein Schicksal zu mildern.

Alle Bulgaren wollen wissen, was mit Bulgarien passieren wird. Wenn nächstes Jahr alle Bulgaren in Überfluss Frucht tragen, werden ihre Geschäfte gut laufen. Wenn sie keine Frucht tragen, wird sich ihr Leben auch nicht zum Besseren wenden. Alle Menschen müssen gewahr werden, dass sie auf die Erde gekommen sind, um Gott zu dienen, um Diener und nicht Herr zu sein. Das bulgarische Volk ist einer der Diener des Herrn. Er ist ein 15-16 Jahre alter Junge, der gern über die Hecke springt. Alle Völker sind Gottes Söhne, manche sind älter, andere jünger, also müssen sie wie Brüder zusammenleben. Auch die Bulgaren müssen wie Brüder miteinander leben und ihre Kunst aufgeben, über die Hecke zu springen. Es ist gut zu springen, aber über welche Art von Hecken? Wenn man über die Hecke des Hasses, der Lieblosigkeit, der Sünde springt, ist man auf dem richtigen Weg.

In einem Kloster lebten zwei Heilige. Eines Tages ging der eine spazieren und sah ein Loch auf dem Weg, in dem ein Topf voll Gold lag. Er überlegte nicht, was er mit dem Gold anfangen sollte, sondern sprang sofort über den Zaun des Klosters und floh. Der andere Heilige bemerkte, dass sein Gefährte aus dem Kloster geflohen war und fragte sich, warum er das getan hatte. Er ging zu der Stelle mit dem Loch und als er den Goldschatz sah, verstand er den Grund. Er sagte sich: „Mein Freund hat dumm gehandelt. Ich werde das Geld nehmen und es für wohltätige Zwecke verwenden.“ Dann ging er nach Alexandria, baute Kirchen, Schulen und Krankenhäuser und kehrte, zufrieden mit seiner Arbeit, ins Kloster zurück. Er wandte sich an Gott mit der Bitte, ihm zu sagen, ob der Herr mit seiner Arbeit zufrieden war. Ein Engelsbote Gottes erschien ihm im Traum und sagte: „Alle Kirchen, Schulen und Krankenhäuser, die du hast bauen lassen, wiegen weniger, als der Sprung deines Gefährten über den Klosterzaun.“

Beurteilt nicht die Handlung von diesem oder jenem, ob sie dumm oder fehl am Platz ist. Seid nicht böse auf eure Kinder, sondern behandelt sie so, wie Gott euch behandelt. Fragt nicht, was dieser oder jener Philosoph gesagt hat, sondern hört auf eure innere Stimme. Ahmt nicht die anderen nach, sondern seid euch selbst treu. Wenn ihr nachahmt, werdet ihr als lächerlich und dumm gelten.

Zwei Kameraden lebten glücklich, jeder hatte eine Freundin. Nach einer Weile heirateten sie. Der eine lebte gut mit seiner Frau und der andere war mit seinem Leben unzufrieden, weil er sich ständig mit seiner Frau stritt. Er fragte seinen Freund: „Wieso lebst du gut mit deiner Frau und ich nicht?“ – „Bevor wir geheiratet haben“, sagte sein Kamerad, „habe ich eine Katze vor meiner Geliebten zerrissen, und sie bekam Angst. Sie dachte, sie sei an einen bösen Mann geraten.“ -„Wenn dem so ist, lässt sich das Problem leicht lösen, ich kann auch eine Katze zerreißen.“

Er nahm eine Katze und zerriss sie vor seiner Frau. Sie lachte und sagte: „Es ist zu spät, mein Freund. Das hättest du früher machen sollen.“

Derjenige, der die Katze zerriss, sprang über die Hecke und verhinderte so, dass sich das Böse ausbreitet. Der zweite sprang nicht über die Hecke und ließ das Böse in sein Haus herein. Hinterher kann er zehn Katzen zerreißen, doch das Böse hat keine Angst mehr.

Was wird von euch verlangt? Dass ihr euch von dem Zweifel befreit, doch nicht von dem Zweifel an dem, was ich sage. Es ist mir wichtig, dass ich glaube, was ich sage. Ihr müsst an Gott glauben. Wenn ihr nicht an Gott glaubt, werdet ihr zu denjenigen gehören, die glauben, dass sie nicht an Gott glauben. Meiner Meinung nach ist es schwieriger, einen Menschen davon zu überzeugen, dass er nicht an Gott glaubt, als ihn davon zu überzeugen, dass er an Gott glaubt. Der Gläubige weiß, dass er versorgt ist und lebt ruhiger als der Ungläubige. Der Gläubige verlässt sich auf das, was er heute hat; Der Ungläubige ist auf Erbe und Testament angewiesen. Hinterlasst keine Testamente! Was auch immer ihr besitzt, verteilt es, solange ihr noch lebt, damit ihr zu Gott frei, mit sauberen Händen  kommen könnt. Christus will von euch, dass ihr das, was ihr für jemanden tun könnt, noch heute tut und nicht auf morgen verschiebt. Was Schulen, Kirchen und Krankenhäuser betrifft, überlasst das den freien Menschen, sie sollen sich damit beschäftigen.

„Ihr seid das Licht der Welt: Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen sein.“

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