Seien wir bereit

28.April 1912, außerplanmäßiger Vortrag

Herr Danov las das 10. Kapitel aus dem Matthäus-Evangelium vor und unterstrich die Strophe  „Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“

Diese Strophe hat eine innere Anwendung, denn im Menschen gibt es Gedanken, die ihm sagen: „Sei kein Dummkopf, lebe wie alle anderen!“ Diese Gedanken sind die Hausgenossen des Menschen und er wird mit ihnen gut leben, solange er ihnen zustimmt. Jedoch muss jeder solcher Gedanke an seinen Platz gestellt werden, denn jeder Gedanke hat sich unserem Willen zu beugen. Der Mensch muss sich unbedingt opfern, da er andernfalls dem Getreidekorn ähnlich sein würde, das im Speicher ungesät gelagert wird. Und wenn jeder sich opfert, so seid sicher, dass unsere Verhältnisse sich bessern werden. Heutzutage leiden die Menschen nicht so sehr an materiellen Mängeln wie an der schlimmen geistigen Schwüle. Wir sagen oft, dass wir dem Herrn dienen wollen. Wir haben sogar den guten Willen, Ihm zu dienen, aber sobald Er beginnt, uns zu prüfen, schwanken wir und weichen zurück. Es stellt sich also heraus, dass wir oft dem Herrn nicht deswegen dienen, weil wir Ihn lieben, sondern weil Er reich ist und wir uns mit unserem Dienen von Ihm mehr materielle Vorteile ersuchen, damit wir unser Erdenleben in möglichst wohlhabenden Verhältnissen verleben. Der göttliche Mensch muss mit dem physischen Menschen verbunden sein. Wir möchten, dass Gott kommt, doch damit das geschehen kann, müssen wir bereit sein, denn einst kam Christus unter die Juden, doch da sie nicht vorbereitet waren, schufen sie sich ein Karma und wir sehen, welche Folgen das hatte. Nun kommt Christus zu der kaukasischen Rasse, unter die europäischen Völker und wenn diese Ihn nicht annehmen, wird die gelbe Rasse sie erobern und sie werden Prügel beziehen und ein großes Geschrei erheben. Das größtmögliche Unglück wird über sie hereinbrechen. Wir haben unsere Devise „In der Erfüllung des göttlichen Willens liegt die Kraft der Menschenseele“, doch andere haben auch solche Devisen, etwa „Damit der Mensch stark sein kann, muss er tugendhaft sein“, „Damit der Mensch stark sein kann, muss er rechtschaffen sein“, „Damit der Mensch stark sein kann, muss er klug sein“, „Damit der Mensch stark sein kann, muss er weise sein“, „Damit der Mensch stark sein kann, muss er die Wahrheit in sich haben“. Ich weiß, dass ihr jetzt Frieden braucht, doch um Frieden zu haben, müsst ihr im Gleichgewicht sein, das ihr durch Übungen erreichen werdet wie jener Akrobat, der zuerst mithilfe eines Gleichgewichtsstocks auf dem Seil über die Niagarafälle gelaufen ist und allmählich diesen Stock nicht mehr brauchte, was zeigt, dass er schon ein stabiles Gleichgewicht halten konnte. Übrigens brauchen wir ein starkes Gleichgewicht, um Frieden zu haben. Ihr denkt, ihr habt in diesen fünf bis zehn Jahren viel für Gott getan. Aber ihr habt nicht 100-200-500-1000 Jahre lang gewirkt, wie andere gewirkt haben. Ihr dürft also nicht schwanken, denn wegen einer kurzen Schwankung wird der Tag kommen, an dem auch Gott in Bezug auf euch schwanken wird. Lasst uns Gott in uns und in den anderen Menschen lieben und auf Ihn hören, wenn Er zu uns und zu den anderen spricht. Das rein religiöse Leben ist nicht eintönig, allerdings müssen Verstand und Gefühle an ihm teilnehmen, die Erhebung muss spiralenförmig erfolgen. Die Moral ist ein mosaisches Gesetz, aber das Gesetz Christi ist die Freiheit. Wir müssen also frei sein.

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