Aus den Protokollen der Jahrestreffen der synarchischen Kette

1901 unternahm der Meister Beinsa Douno seine erste Reise durch Bulgarien und besuchte verschiedene Orte, um öffentliche Vorträge zu halten. Zwischen 1901 und 1912 machte er phrenologische Untersuchungen von Vertretern des bulgarischen Volkes.

1902 begann die Veröffentlichung der Zeitschrift „Videlina“ (‚geistiges Licht’) , eine Fortsetzung der Zeitschrift „Nova svetlina“ (‚Neues Licht’). Der Meister unternahm eine zweite Reise durch Bulgarien, die in Varna begann und wieder dort endete. In den Jahren 1903-1904 und 1904-1905 unternahm er seine dritte und vierte Reise durch Bulgarien. Die Zahl der Teilnehmer an den jährlichen Hauptversammlungen nahm kontinuierlich zu.

Auf diese Weise wurde die synarchische Kette der Weißen Bruderschaft in Bulgarien geschaffen.

Varna, 1908, 11. August, Montag

Um 4.30 Uhr morgens versammelten wir uns zum Gebet.

Wir gingen alle nacheinander in das Obergeschoß, wo sich der viereckige Tisch mit den vier Bändern darauf befand – in Rosa, Gelb, Weiß und Blau. Jeder von uns sollte eines dieser Bänder halten und beten. Also gingen wir in der folgenden Reihenfolge hin und wieder zurück: M. Georgiev, T. Batschvarov, P. Gumnerov, Gina Gumnerova, D. Golov, Elena Ilarionova, Ilija Stojtschev, An. Bojnov, Maria Kasakova, Todor Stojanov, Penju Kirov, K. Ilarionov und An. Zheljaskova, wobei die ersten Vier das blaue Band hielten, die zweiten – das Weiße, die dritten Drei – das Gelbe und die letzten beiden – das rosa Band.

Herr Danov erklärte uns, dass die vier Bänder die vier Jahreszeiten symbolisieren. Und die zwölf weißen Streifen an der Wand über dem Tisch bedeuten die zwölf Monate des Jahres. Da alle Streifen weiß sind, bedeutet dies Reinheit. Diese zwölf Bänder symbolisieren gleichzeitig die zwölf Tierkreiszeichen, in denen wir alle geboren sind.

Es wurde uns auch erklärt, dass sich gestern, als wir bei der Andacht versammelt waren, ein Dreieck sich vor uns oben auf dem Tisch bildete, was hieß, dass das Göttliche kommen würde, um uns zu erheben, während heute ein Viereck vor uns war, ein Quadrat, was bedeutete dass dieses Göttliche bereits den Grundstein für unsere Erhebung legt.

– Warum kommt ihr zum Jahrestreffen? – fragte uns Herr Danov. – Weil wir aufgerufen werden, antwortete P. Gumnerov.

– Nein, sondern um Kontakt mit Gott zu erhalten und den Herrn zu berühren. Und ihr werdet lernen zu lieben. Die Liebe kann niemals begrenzt werden.

Heute Nachmittag um 5 Uhr haben wir ein weiteres Treffen.

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Um 5 Uhr abends versammelten wir uns alle. Auf Wunsch von Herrn Danov las Petko [Gumnerov] einige seiner Notizen vom letztjährigen Treffen.

Dann las Herr Danov Kapitel 10 des Johannes-Evangeliums und sagte unter anderem:

Ich werde eure Aufmerksamkeit auf Vers 12 lenken (lest ihn). Diese Worte Christi haben eine allgemeine Bedeutung für die Menschheit und eine konkrete Bedeutung für jeden einzelnen Menschen. Das Schaf gilt als Symbol der Tugend. Es ist eine Kreatur ohne Beschützer, aber es steht unter der Führung eines Hirten, eines guten Schafhüters, die Rasse dieses Schafs wird sich in jeder Hinsicht verbessern. Aber wenn das Schaf in die Hände eines Tagners gerät, wird dieser immer nach der Milch und dem Fell streben. Hier ist Christus der Hirte der Seele und was wir den Teufel nennen, ist der Tagner.

Christus ist ein Geist und Satan ist ein anderer Geist, die beiden kämpfen um die menschlichen Seelen. Es war Christus, der den Atem in den Mund des Menschen, in Adams Mund einhauchte. Und deshalb ist die Lunge die Wohnstätte der Seele. Zwischen beiden Hälften der Lunge befindet sich das Herz, wo die Seele ihren Sitz hat. Und da die Lunge den Zweck hat, das Blut zu reinigen, entspricht das Blut dem Leben.

Wenn die Seele an ihrem Platz ist, kann keine Krankheit existieren, aber wenn die Seele ihre Wohnstätte – Herz und Lunge ‚ verlässt, erliegt sie einem Handlanger und es kommt zu einer Besetzung. Und wenn ein Mensch besessen ist, werdet ihr feststellen, dass zuerst seine Atmung abnimmt. Und mit abnehmender Atmung wird die Seele ständig ausgestrahlt. Wenn jemand besessen ist, werdet ihr immer eine Verkrampfung der Lunge beobachten. Deshalb müsst ihr dann tief atmen, denn durch tiefes Atmen könnt ihr einen Geist aus euch vertreiben. Und wenn ihr ihn einmal vom physischen Feld vertrieben habt, könnt ihr in den höheren Gebieten noch besser mit ihm fertig werden. Ein böser Geist kann niemals durch die Nase eintreten, sondern immer durch den Mund. Und wenn er durch den Blutkreislauf in euren Magen gelangt, kehrt er durch die Venen zum Herzen zurück, nicht durch die Arterien. Das Niesen ist nichts anderes als das Herauswerfen eines Geistes aus dem Mund. Ich erzähle euch das, um euch zu zeigen, wo das Tor der bösen Geister ist. Deshalb raten die Hindu-Meister ihren Schülern, stets tief zu atmen. Und es ist bemerkenswert, dass ein gesunder Mensch immer tief atmet und wenn er krank ist, seine Atmung flacher wird. Ich möchte, dass ihr euch selbst testet, um festzustellen, ob nicht ein Geist sich irgendwo in euch eingenistet hat. Ich weiß, dass einige schlechte Geister in euch sind, die sich nicht von ungefähr eingenistet haben und wenn ihr sie nicht vertreibt, werde ich sie finden. Und wisst, dass die Krankheiten Barometer sind, die einen gewissen Mangel in der Seele anzeigen.

Es gibt eine Parallele zu der Tatsache, dass ein Wolf, wenn er zum Stehlen kommt, in der dunkelsten Nacht kommt, wenn die Hunde des Hirten schlafen. Wenn es klar ist und der Mond scheint, kommt der Wolf nicht. Die Geister tun das Gleiche: Um euch zu besetzen, bereiten sie euch allerlei materielle Schwierigkeiten, um Chaos und Aufruhr zu verursachen. Dann springen sie über den Zaun. Jetzt, wo der Herr mit euch ist, zeigt Er euch, wie ihr das Eindringen böser Geister in euch vermeiden könnt: Atmet tief ein und stellt euch beim tiefen Atmen vor, dass die blaue Lichtfarbe von oben in euch eindringt. Auf diese Weise werdet ihr frei sein. Wenn ihr von einem bösen Geist besessen seid, entmagnetisiert er euch und dann verliert ihr den Segen, der euch bevorsteht. In solchen Fällen solltet ihr euch an den Herrn wenden: Atmet tief durch, konzentriert euch nach oben und auf den Herrn und es wird euch geholfen.

In der Kette sind drei böse Geister gefangen. Diese Geister mussten gefangen und zum Arbeiten gebracht werden. Dann müssen sie das, was sie gegessen und getrunken haben, bezahlen – das ist der Wille des Herrn.

Aus dem Vers, den ich gerade vorgelesen habe (Johannes 10:12), möchte ich, dass ihr die folgende Lektion lernt: Jeden Gedanken, der euch dazu bringt, düstere Stimmung zu haben, zu zögern, zwischen zwei Überlegungen zu schwanken, Angst um eure Zukunft und um eure Familie zu haben, müsst ihr vertreiben. Denn ein solcher Gedanke ist nicht göttlich, sondern diese Gedanken kommen von jenen Geistern, die gefangen wurden und Tagner sind; Diese Geister sollten an ihren Ort geschickt werden. Der Segen wird nämlich nur dann kommen, wenn ihr diese Gedanken in euch selbst überwindet.

Ihr müsst glauben, dass Gott der Herr der Erde ist und dass Er die Macht hat, alles zu tun – Er auferweckt und gibt die Leiber. Deshalb müssen wir durch den Herrn handeln, um Seinen Willen zu tun. Unsere Arbeit in diesem Jahr muss aktiv sein: Nicht nur glauben sollen wir, sondern auch unseren Glauben im wirklichen Leben anwenden. Und wenn ihr eine Prüfung habt, solltet ihr euch freuen, denn dann wird der Herr Sein Werk um so besser erledigen. Wenn Verzweiflung von überall kommt, dann tut der Herr Sein Werk. Dann werden wir verstehen, dass nur Er alles erfüllen kann.

Wenn ihr mal nicht in der Lage seid, einen Geist zu fangen, der in euren Magen hineingeht, wird er von eurer Wirbelsäule, von euren Ohren Besitz ergreifen – das nennen die Ärzte Ohrensausen. Wenn der Teufel in jemanden hineingeht, macht er Dämme und deshalb rauscht es. Sobald die Ohren besessen sind, wird es viel schwieriger, einen Geist auszutreiben, als ihn aus der Lunge zu vertreiben. Aber der innere Sinn hier ist, dass der Mensch sein Herz Gott übergeben muss, denn wenn der Geist sich ständig in der Lunge aufhält und lebt, kann kein böser Geist in den Menschen eintreten, seine höheren Manifestationen beeinflussen und das Gehirn berühren.

I. Stoitschev: Im Vers ist von Wölfen die Rede, die die Schafe plündern und zerstreuen. Es stellt sich die Frage, wer die Wölfe sind.

Es gab verschiedene Debatten zu diesem Thema und es wurden unterschiedliche Meinungen geäußert. Herr Danov fuhr dann fort:

Wenn ein böser Geist in den Magen eindringt, werden die Augen trübe, wenn er in das Hinterhirn eindringt, werden die Augen schlangenförmig, mit einem beißenden Blick. In der Familie darf es keine Streitigkeiten geben, da die Verbindungen dort über das Hinterhirn – den unteren Teil des Kleinhirns – zustande kommen und daher jemand leicht besessen sein könnte.

In der Hölle wird jeder gefoltert, weil dort das Recht des Starken herrscht.

Wenn der Mann oder die Frau schlecht gelaunt und wütend sind, sollten sie füreinander beten, damit der Herr sie heilt, denn nicht sie sind es wert, sondern ihre Feinde.

Wenn jemand schlecht über jemanden denkt, mit dem er sich gestritten hat, öffnet er das Tor für böse Geister, die ihn dann besetzen. Durch den Zweifel könnt ihr sogar das Tor öffnen, so dass böse Geister in euch eindringen. Aber ihr könnt versuchen, den Zweifel loszuwerden.

P. Gumnerov: – Gut, aber wir haben verstanden, dass wir nicht Danov im Fleisch, sondern Danov im Geist um Hilfe bitten sollten. – Er ist der gleiche. Dies ist ein wichtiger Gedanke, den ihr in die Tat umsetzen müsst, da wir in den nächsten Jahrestreffen zu anderen Gesetzen kommen und dabei fortschreiten werden.

Wenn das Treffen vorbei ist und ihr auseinandergeht, werden diese drei Geister, die in der Kette waren, schon eingespannt und nicht mehr unter euch sein.

Ich werde euch jetzt mit vollen Taschen nach Hause schicken. Dieses Jahr möchte ich, dass ihr für alles dankbar seid und sagt: „Danke, Herr, für alles, was Du für uns getan hast.“ Ich möchte, dass ihr eure Last hier lasst. Wo es [geistiges] Licht gibt, kann ein böser Geist nicht kommen und sich verstecken.

Morgen, am 12. August, treffen wir uns um 4 Uhr morgens.

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