Eine Übung bei schwierigen Gefühlen


Jetzt werde ich euch eine praktische Methode geben, mit der ihr leicht fertig werden und aushalten könnt, wenn ihr von schwierigen Gefühlen und unangenehmen Gedanken angegriffen werdet. Wenn sich ein unangenehmes Gefühl in euer Herz schleicht, stellt euch vor, ihr lebt in der ersten Periode des Christentums und werdet wegen eures Glaubens gefoltert. Man verfolgt und foltert euch, bis man euch endlich zum Scheiterhaufen führt, wo ihr lebendig verbrannt werdet. Und das alles ertragt ihr mit Standhaftigkeit. Dann sagt euch: „Wenn ein Christ wegen seiner Überzeugungen auch das Feuer ertragen kann, warum kann ich dann kein unangenehmes Gefühl ertragen?“ Seid bereit, geduldig das Leiden zu ertragen. Wenn euch ein unangenehmer Gedanke quält, so nehmt ihn aus eurem Verstand heraus und seht euch seine Form an. Prüft, was er von euch will und redet mit ihm. 

Man muss üben, beobachten, was in seinem Bewusstsein und Unterbewusstsein verborgen ist, um zu wissen, was in einem geschieht. Jemand macht bestimmte Bewegungen mit seinen Händen und Füßen und wenn er gefragt wird, was diese Bewegungen bedeuten, zuckt er die Achseln und sagt, dass er ihre Bedeutung nicht kennt und nicht versteht. Bei jeder Bewegung, die ein Mensch macht, muss er den Sinn erkennen. Dabei müssen seine Bewegungen natürlich sein. Wenn jemand nervös ist, macht er viele Bewegungen, er kann sich nicht beherrschen, nicht unter Kontrolle bringen. Diese Bewegungen sind unnatürlich, unharmonisch, deshalb muss er sich konzentrieren und die Kräfte seines Organismus regulieren.

Wenn ihr nervös seid, macht folgende Übung: Setzt euch auf einen Stuhl vor den Tisch, streckt den Körper gut und legt die Hände auf den Tisch. Haltet die Hände etwa 10 bis 15 Minuten in dieser Position und konzentriert dabei eure Gedanken zuerst auf die Daumen, dann auf die Zeigefinger, dann auf die Mittelfinger, auf die Ringfinger und schließlich auf die kleinen Finger beider Hände. Dann legt die rechte Hand auf die linke; danach – die linke auf die rechte und konzentriert wieder die Aufmerksamkeit auf die Finger. Während ihr euch auf die Finger konzentriert, verbindet euch im Geist mit allen guten, gesunden Menschen, die ein reines und edles Herz, einen philosophischen Verstand und ein tiefes Verständnis des Lebens haben. Sobald ihr euch mit diesen Menschen verbunden habt, erhebt eure Gedanken zu Gott und betet alle gemeinsam. Wer diesen Versuch unternimmt, wird ein Ergebnis haben, wird die Kraft des kollektiven Gebets verstehen. Was gibt es Schöneres für den Menschen, als sich mit allen guten Menschen auf Erden zu verbinden und mit ihnen zu Gott zu beten? Dieses Gebet wird unbedingt angenommen. Wenn ein Mensch auf diese Weise betet, sitzt ein Engel neben ihm und leitet sein Gebet zu Gott weiter. Nur reine Seelen vermitteln die Gebete der Menschen. Sie dienen als Kanäle, durch die die Gebete aufsteigen. Der menschliche Geist ist ein Kanal, durch den die Seele ihre Gebete überträgt.


Aus dem Vortrag „Beständige Verbindungen“, Allgemeine okkulte Klasse, 27.10.1926, Sofia

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