Die drei Welten

Festvorträge/Vorträge an den sieben Seen, Rilagebirge, 12. August 1932, 5:00 Uhr

Ich werde das fünfte Kapitel des Briefs an die Galater vorlesen. Nachdenken über die 22. Strophe „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider diese ist das Gesetz nicht.“

Ich werde auch das 15. Kapitel des Johannes-Evangeliums vorlesen. In der Strophe „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner“ ist das Wort лоза ‘Weinstock’ wichtig. Im Wort selbst ist die Endung –оз wichtig. „Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringt“. In dieser Strophe ist das Wort плод ‘Frucht’ wichtig und in ihm die Endung –од. Hier wird das Wort ‘Frucht’ dreimal gebraucht, in den drei Welten – in der physischen, geistigen und göttlichen Welt. Also muss die Weinrebe in diesen drei Welten Frucht bringen. „Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

Hier kann man sehen, dass zwischen allen Dingen eine innere Beziehung besteht. Wenn die Buchstaben nicht miteinander verbunden werden, um Wörter zu bilden, und wenn die Wörter nicht miteinander verbunden werden, um Sätze zu bilden, haben sie keinen Sinn, keine Bedeutung. So werden also die Dinge nur dann einen Sinn bekommen, wenn zwischen ihnen eine innere Beziehung besteht. Dieser Gedanke wird von der Konstitution des menschlichen Organismus selbst bestätigt. Der menschliche Körper besteht aus Milliarden Zellen, die durchgängig miteinander verbunden sind. Die innere Beziehung, die die Zellen des Organismus in eine zusammenhängende Einheit verbindet, ist die Nahrung. Aufgrund dieses Gesetzes muss der Mensch essen. Und wir sehen, dass er dreimal täglich isst, um diese Beziehung aufrechtzuerhalten. Wenn diese Beziehung nicht aufrechterhalten wird, werden auch die Prozesse im Organismus zum Stillstand kommen. Wenn die Prozesse im Organismus zum Stillstand kommen, hört auch seine Existenz auf. Folglich muss die innere Beziehung nicht nur aufrechterhalten, sondern auch ständig erhöht werden. Das kann erreicht werden, nur wenn man das geistige Gesetz kennt, das diese Beziehung regelt. In dieser Hinsicht ist die Nahrungsaufnahme nichts anderes als die bewusste Arbeit an der Aufrechterhaltung und Verstärkung der inneren Beziehung. Dieses Gesetz bezieht sich nicht nur auf den Leib des Menschen, sondern auch auf seine Gefühle und Gedanken. Die Aufgabe des Menschen ist es, jeden Tag die Beziehung sowohl zwischen den Zellen seines Organismus als auch zwischen seinen Gefühlen und Gedanken zu verstärken. Wenn die Beziehung zwischen den Körperzellen schwächer wird, wird gleichzeitig auch der Leib schwächer. Wenn die Beziehung zwischen den Gedanken und Gefühlen des Menschen schwächer wird, werden auch seine Gefühle und Gedanken schwächer. Das ist eines der elementarsten, einfachsten Gesetze, das die Menschen überhaupt nicht beachten. Doch so einfach dieses Gesetz sein mag, ist es sehr wichtig. Von seiner Einhaltung hängt der Wohlstand des Menschen ab. In jedem Augenblick spielen sich im menschlichen Organismus also drei ununterbrochene Prozesse ab – der erste geschieht in den Zellen, der zweite – in den Gefühlen und der dritte – in den Gedanken. Wenn ich gefragt werde, was Liebe ist, antworte ich: Die Liebe ist eine innere Beziehung zwischen den Teilen des Lebens. Wenn diese Beziehung nicht funktioniert, wird das Leben allmählich schwächer. Folglich verstärkt und unterstützt die Liebe das Leben. Ohne die Liebe hat das Leben keinen Sinn. Ohne die Liebe zerfällt das Leben in seine Bestandteile. Wenn die Liebe nicht in den Menschen als eine Frucht eingeht, wird er sein Leben verlieren. Und wenn die Menschen vom Leben enttäuscht werden, liegt das an der irrtümlichen Erwartung, dass das Leben auf eine mechanische Weise von irgendwoher eingegossen wird. Nein, das Leben ist kein mechanischer Prozess. Wenn wir einem gesunden Menschen begegnen, zeigt dies, dass er Leben in sich hat, d.h. die Liebe ist ständig durch ihn hindurchgeflossen und hat als Ergebnis eine Beziehung zwischen den einzelnen Teilen gebildet. Wer also gesund ist, wer denkt, fühlt und gut handelt, besitzt diese innere Beziehung – die Liebe. Diese Beziehung ist ein Prozess des Geistes. Ohne sie ist nichts zu erreichen. Wenn die Getriebe in einem Wagen reißen, geht auch der Wagen kaputt. Wenn die Fäden der Kleider, der Schuhe reißen, sind sie auch schnell zerschlissen und alt. Beachtet nun folgenden wichtigen Grundsatz: Lasst niemanden eure Beziehung aufrechterhalten! Wer eure Beziehung aufrechterhält, wird über euch befehlen. Wenn das Böse eure Beziehung in seinen Händen hält, werdet ihr seine Sklaven sein. Wenn das Gute eure Beziehung aufrechterhält, werdet ihr frei sein. Wenn ihr selbst eure Beziehung aufrechterhält, werdet ihr Gott dienen. Es ist also am besten, wenn man selbst seine Beziehung aufrechterhält, um Gott zu dienen. Der Sinn des Lebens besteht im Dienst an Gott. Wer Gott nicht dient, für den verliert das Leben jedweden Sinn. Ihr werdet sagen: „Reicht es nicht, wenn man an Gott glaubt?“ – Der Glaube und der Dienst sind nicht ein und dasselbe. Der Glaube ist eine Beziehung der Gefühle. Wenn der Glaube die Gefühle des Menschen nicht in Beziehung zueinander bringt, ist er kein Glaube. Wenn in den Gefühlen des Menschen eine Schwankung entsteht, zeigt dies, dass sein Glaube schwankend ist. Der wahre Glaube lässt keinerlei Schwankung, keinerlei Zwiespalt der Gefühle zu. Ich sage: das Schwanke  beinhaltet eine gewisse Ignoranz. Nur der Unwissende zögert. Jemand steht z.B. früh auf und wohnt dem Sonnenaufgang bei und sagt sich: „Was habe ich erworben, nachdem ich so viele Jahre den Sonnenaufgang erlebt habe?“ Den Sonnenaufgang erleben bedeutet, sich bewusst mit der Sonne verbinden, damit ihre Kräfte durch deinen Organismus hindurchfließen können. Wenn der Mensch sich mit der Sonne der physischen Welt verbindet, so verbindet er sich gleichzeitig mit zwei weiteren Sonnen – mit der Sonne der geistigen Welt und mit der Sonne der göttlichen Welt.

Es existieren also drei Sonnen. Die physische Sonne geht im Osten auf, die geistige – im Westen und die göttlich – im Zenit, d.h. oben im Norden. Die physische Sonne bewegt sich in den Grenzen vom Osten zum Norden. Die geistige Sonne bewegt sich in den Grenzen vom Westen zum Süden und der Zenit ist das Gebiet der göttlichen Sonne. Folglich funktioniert die göttliche Sonne im Kreis, in den das Ewige Leben hineingelegt ist. Im Kreis, in den die Kräfte zur Schaffung der Gefühle hineingelegt sind, funktioniert die geistige Sonne. Im Kreis, in den die Kräfte zur Schaffung der physischen Formen hineingelegt sind, funktioniert die physische Sonne. Die physischer Sonne hat vier Punkte, die geistige – sechs und die göttliche – einen Punkt. Die physische Sonne bezieht sich auf die physische Welt, die geistige – auf die Welt der Gefühle und die göttliche – auf die Welt der Gedanken. Die Wahrheit nährt die menschlichen Gefühle, doch sie befreit sie gleichzeitig. Aber die Gefühle werden nur dann befreit, wenn sie in die Formen des rechte  Gedankens gestellt werden. Man muss also nach dem Empfangen der physischen Sonne auch die geistige und die göttliche Sonne empfangen. Sie gehen hintereinander auf, aber man muss die genaue Uhrzeit und die Richtung ihres Aufgangs kennen. Der physische Osten ist der Punkt, von dem aus die Gerechtigkeit aufgeht. Deshalb muss der Mensch, wenn er die Sonne erlebt hat, den ganzen Tag seine Angelegenheiten gemäß der Gerechtigkeit regeln, mit seinen Widersprüchen, mit all seinen Missverständnissen fertig werden. Am nächsten Tag muss er schon ein neues Blatt aufmachen, mit neuen Aufgaben, die es zu lösen gilt. Die Zellen im menschlichen Organismus verstehen diese Dinge gut und wenn man sie nicht stört, werden sie die ganze Arbeit still und ruhig erledigen, ohne dass man merkt, wie es geschehen ist. Wenn der Mensch gesund ist, wird zwischen seinen Zellen vollkommene Harmonie und Einheit herrschen. Wenn seine Zellen in Harmonie miteinander sind, wird es auch in seinen Gefühlen und Gedanken Harmonie geben. Das bedeutet, dass der Mensch alle drei Sonnen des Lebens empfangen hat. Wenn das geschieht, wird er Aktivität in seinen Zellen, Wärme in seinen Gefühlen und Licht in seinen Gedanken erlangen. Wenn jemand denkt, dass er mit einem einzigen Erleben der Sonne all seine Angelegenheiten regeln wird, dann irrt er sich. Wenn jemand so denkt, dann würde er bereits am zweiten Tag das erlangte Licht wieder verlieren. Je länger dieses Licht im Verstand des Menschen bleibt, desto besser ist es für ihn. Wenn dieses Licht aus dem Verstand verschwindet, dann ist es, als ob man in seinem Zimmer bei geschlossenen Fensterläden sitzt und nichts von der Außenwelt sieht.

Viele treten in die göttliche Welt nur für einen Tag ein, schöpfen dort etwas Wasser in eine Flasche und sagen: „Dieses Wasser reicht uns.“ Doch das Wasser geht noch am selben Tag as und sie sitzen und warten auf jemanden, der ihre Flasche wieder auffüllen soll. Nein, mit nur einer Flasche Wasser ist die Arbeit nicht getan. Jeden Tag muss der Mensch allein zur göttlichen Quelle gehen, seine Flasche auffüllen und das Wasser nutzen. Es gibt keine größere Freude für den Menschen als zur Quelle zu gehen, seine Flasche mit Wasser zu füllen und nach Hause zu kehren. Selbst wenn er es zehnmal täglich tut, wird er sich nicht langweilen. Das ist eines der größten Privilegien des Menschen. Ich frage: Wie oft empfängt man täglich die physische Sonne? – Einmal. Warum? – Weil man sie an ihrem ersten Punkt empfangen hat, im Osten. Doch diese Sonne hat drei weitere bemerkenswerte Punkte, von denen sie auch empfangen werden kann. Der Osten ist die Gerechtigkeit, der Norden, der Zenit ist die Wahrheit. Diesen Punkt nennen wir auch Mittag. Gerät man genau in diesen Augenblick, beginnt man zu essen. Dann nämlich verbindet man sich auch mit der Liebe, mit der Wahrheit. Unten im Süden, genau unter der Wahrheit, lebt das Gute. Der Mensch bewegt sich ununterbrochen zwischen diesen zwei Punkten – zwischen der Wahrheit und dem Guten, d.h. zwischen dem Kopf und den Füßen, indem er einen ununterbrochenen Kreis aus Kräften bildet. Er arbeitet, fühlt und denkt? Wenn das Gute nicht unten gewesen wäre, wäre der Mensch untergegangen und spurlos verschwunden, aber dank dem Guten steht und bleibt er in diesem Kreis. Dieser Kreis ist der göttliche Kreis, der um jeden Menschen wie eine Eierschale gebildet ist und ihn vor den äußeren ungünstigen Bedingungen schützt. Verschwindet dieser Kreis, stirbt der Mensch. Verschwindet dieser Kreis um das Ei, wird das Ei schlecht. Wenn das Küken schlüpft, ist es auch von diesem Kreis umwickelt. Aus demselben Grund darf man seinen göttlichen Kreis nicht zerreißen. Er ist ein Panzer, der ihn vor ungünstigen äußeren Bedingungen schützt.

Solange der Mensch im göttlichen Kreis lebt, sieht er Gott überall und in allem. Verlässt er diesen Kreis, findet er sich in einer besonderen Lage wieder: sein Leben verliert seinen Sinn, alles um ihn herum wird dunkel, er weiß nicht, welche Richtung er einschlagen soll und kommt durcheinander. Ein solcher Mensch befindet sich außerhalb der Umlaufbahn der Sonne. Er ist in der Lage eines gefesselten Menschen, der nach einer Möglichkeit sucht, sich zu befreien. Stellt euch vor, jemand bindet sich an ein Seil und stürzt aus Versehen in einen Brunnen. Was wird er dort machen? Zuerst wird er nach einer Möglichkeit suchen, um herauszukommen. Er schaut nach hier und nach dort und sucht nach jemandem, der ihn herausziehen kann. Nein, so wie er allein in den Brunnen hineingeraten ist, so muss er wieder allein hochkommen. Wenn das Seil bei ihm ist, hat er schon die erste Möglichkeit, aus dem Brunnen herauszukommen. Er wird sich um das Seil herumwickeln und allmählich heraufsteigen. In dieser Hinsicht ist der Gedanke nichts anderes als die Bedingung zum Übergang von einem Zustand in einen anderen. Man muss denken, d.h. das Seil um sich herumwickeln, um von einem Zustand in einen anderen zu gelangen. Wer nicht denkt, kann sich nicht von den eingeschränkten Bedingungen des Lebens befreien. Wenn jemand euch fragt, warum ihr denken sollt, so sagt ihm: „Ich muss denken, um aus dem Brunnen herauszukommen, in den ich aus eigener Schuld hineingefallen bin.“ Warum musst du fühlen? – „Um aus dem Brunnen herauszukommen.“ Die gegenwärtigen Menschen klagen, dass sie keine großen Leistungen hervorbringen, keinen Erfolg bei ihrer Arbeit erzielen. Warum haben sie keinen Erfolg? – Weil sie von den anderen mehr erwarten als von sich selbst. So ist z.B. jemand in einen Brunnen hineingefallen und schaut sich um, um zu sehen, ob jemand kommen wird, um ihn zu befreien. Er sagt: „Wer wird kommen, um mich wieder hochzuziehen?“ Der Dumme erwartet, dass jemand kommt, um ihn aus dem Brunnen herauszuziehen, der Kluge benutzt den Flaschenzug und kommt hoch. Im Brunnen gibt es eine kleine Feder, und wenn man auf sie drückt, wird das Seil eingewickelt. Der Dumme vergisst das, er kann das Seil nicht mit der Feder in Beziehung bringen und wartet auf seine Befreiung. Der Kluge ist wach, er erinnert sich an die Feder im Brunnen, der er sich bedienen kann. Wenn man den Dummen fragt, was er im Brunnen macht, wird er erzählen, dass er in einer dunklen Nacht unterwegs war und den Brunnen nicht gesehen hat – er sagt nicht die Wahrheit. Keiner kann in den Brunnen fallen, wenn er nicht nach einem Schatz gesucht hat. Wenn ihr abends nach einem Schatz sucht, werdet ihr unbedingt in den Brunnen fallen. Der Schatz muss tagsüber gesucht werden, beim Aufgang der drei Sonnen und nicht abends.

Ich sage: will jemand in seinem Leben Erfolg haben, muss er jeden Tag den Aufgang der drei Sonnen erleben und sich mit ihren Kräften verbinden. Der Osten stellt die Gerechtigkeit dar, die im Menschen herrschen soll. Der Westen ist der Punkt der Anwendung, dort wird die Gerechtigkeit angewendet. Der Norden ist der Zenit, wo die Wahrheit aufgeht. Der Süden ist der Punkt der Anwendung. Er heißt der Punkt des Guten, in dem die Wahrheit angewendet wird. Wenn der Mensch diese vier Punkte passiert, gibt er sich Rechenschaft über alles, was am Tag erledigt wurde. Am nächsten Tag geht er wieder hin, um die Sonne zu erleben, aufzunehmen und anzuwenden. Jemand sagt: „Warum soll ich die Sonne empfangen?“ – Wenn du die Sonne nicht empfängst, wirst du kein Leben haben. Hast du kein Leben, kann nichts aus dir werden.

Schon vor Sonnenaufgang muss man aufgestanden sein, um seine Ration in Empfang zu nehmen. So wie der Schüler in der Schule sein muss, bevor es klingelt, so muss jeder Mensch vor dem ersten Sonnenstrahl auf den Beinen sein. Wenn der Schüler sich lange nach dem ersten Sonnenstrahl im Bett wälzt und sich mit irgendeinem Unwohlsein entschuldigt, wird er die Schule niemals beenden. Der erste Sonnenstrahl ist die Klingel des Lebens. Der Schüler muss einige Minuten vor dem Erscheinen dieses Strahls aufgestanden sein. Wenn er nach dem ersten Sonnenstrahl, also nach der ersten Klingel des Lebens aufsteht, spricht das nicht gut für ihn. Schon vor der Klingel muss der Schüler vollkommen bereit sein, um seinen Osten zu empfangen. Nur so wird er in der Verfassung sein, um die Energien der Sonne aufzunehmen. Wer die Uhrzeit des Sonnenaufgangs und seine Richtung kennt, wird ihn benutzen können. Wenn man das nicht weiß, wird man auch im Himalaya die Energien der Sonne nicht nutzen können. Wenn man die Gesetze der vernünftigen Natur kennt, wird man in der Situation des Schülers sein, der den Lehrstoff der Grundschule gut erlernt hat und auf die Mittelstufe kommt. Wenn er sich auch ihren Lehrstoff angeeignet hat, kommt er auf das Gymnasium und von dort auf die Universität. Wer die Universität beendet hat, kann in die Grundschule, Mittelstufe und das Gymnasium gehen und beobachten, wie die Lehrer nach den neuen Methoden unterrichten. Es gibt für einen Hochschulabsolventen nichts Erniedrigendes darin, in die Schule zu gehen, um zu beobachten, wie die Lehrer unterrichten. Die Grundschule ist eine Universität mit vier Fakultäten, die Mittelstufe – mit drei Fakultäten und das Gymnasium – mit fünf Fakultäten. Es wäre richtig, wenn die Grundschule, die Mittelstufe, das Gymnasium und die Universität jeweils vier Jahre dauern. Der Mensch muss in 16 Jahren seine Ausbildung in den Schulen der Erde absolviert haben. Die Zahl 16 zeigt, dass er 16 Fakultäten beenden muss, um die ganze Dunkelheit oder Unwissenheit aus seinem Kopf zu vertreiben. Diese vier Fakultäten zu absolvieren bedeutet zu arbeiten, sich anzustrengen und nicht unter dem Birnbaum zu sitzen und zu warten, dass eine Birne direkt in deinen Mund hineinfällt. Viele warten, dass ein Wind aufkommt und den Birnbaum schüttelt, so dass ihre Frucht vor sie herunterfällt. Sie wollen etwas ohne Anstrengung erreichen. Wenn wir auf den Birnbaum klettern, können wir ein paar Birnen pflücken. Aber wenn wir am Baum schütteln, können alle Birnen herunterfallen. Nun müssen wir übersetzen, was es im menschlichen Sinn bedeutet, wenn alle Birnen herunterfallen. Man muss eine innere und keine äußere Übersetzung machen. Die äußeren Prozesse haben eine andere Herkunft als die inneren. Die Außenwelt ist ein Summe von Symbolen, durch die die Innenwelt studiert werden muss. Wenn man Hunger bekommt, muss man zum Birnbaum gehen und eine Birne pflücken, sie sich ansehen und an ihr freuen und danach sie aufessen. Danach wird man Gott für die Birne und für den Kontakt mit der Birne danken. Wenn jemand eine Verbindung zur Birne hergestellt hat, wird er eine Arbeitsmethode lernen. Hat er sich diese Methode angeeignet, wird er unter die bösen Menschen in der Welt gehen und unter ihnen wirken.

Ich frage: Was stellen die bösen Menschen dar? Der böse Mensch ist wie ein Stein, den der Steinmetz jeden Tag mit Hammer und Meißel bearbeitet – hier haut er mit seinem Hammer, dort haut er oder bricht ein Stück vom Stein ab, bis er ein Werk vollendet hat. Er kann nicht den ganzen Felsen abbrechen, aber zumindest einen Teil davon. Jemand sagt: „Die bösen Menschen müssen verbessert werden.“ Wenn alle bösen Menschen verbessert werden, wirst du als Steinmetz keine Arbeit mehr haben und man wird dich entlassen. Freue dich, dass es viele Steine in der Welt gibt, damit die Steinmetze Arbeit haben. Die bösen Menschen sind Steinbrüche, gegen die ihr mit einem Hammer vorgehen müsst. Wenn ihr ohne Hammer zu ihnen kommt, werden sie euch beißen. Sie sind sehr bissig. Die Steine scheren sich nicht um den Menschen, sie sind in der Lage, seine Arme, Beine, seinen Kopf rücksichtslos zu brechen.  Mit ihnen sollte man vorsichtig arbeiten. Wenn ihr zu den bösen, bissigen Menschen geht, müsst ihr große Brecheisen und Hammer haben. Dabei müssen die Hammer gut befestigt sein. Sind sie nicht gut befestigt, können sie abspringen und euch verletzen. Ich frage: Was sind die Brecheisen? Die Brecheisen repräsentieren den starken Willen, den starken Gedanken und die starken Gefühle des Menschen. Machmal arbeitet er also mit Feuer, ein anderes Mal – mit Schießpulver. Es macht nichts aus, dass es ab und zu knallen wird. Doch wenn die Steine zu knacken beginnen, muss man weglaufen und sich verstecken. Man wird sich ein Loch ausgraben und sich dort verstecken und lauschen, wie die Steine knacken. Wer nah an ihnen steht und hört, wie die Steine knacken, muss Vorkehrungen treffen, so dass er rechtzeitig wegläuft. Wer läuft weg? Ein Schüler, der seine Lektion nicht gelernt hat, läuft weg. Wer eine Police zurückzahlen soll und nicht kann, läuft weg. Wer ein Verbrechen begeht, läuft auch weg. Alle müssen ihre Pflichten ordnungsgemäß erfüllen, sie dürfen nicht weglaufen. Zu diesem Zweck muss dem Wort офейка ‘abhauen’ der Buchstabe o herausgenommen werden und es bleibt nur фейка. Dieses Wort bedeutet noch фея ‘Fee‘. Die Fee ist ein Wesen, das spielt, das sich den ganzen Tag dreht und eine Arbeit erledigt. So dreht sich auch die Hausfrau um den Kochtopf. Sie nimmt den Löffel, rührt das Essen um, nimmt mit dem Löffel etwas heraus, betrachtet es, probiert es. Ihr sagt: „Kochen ist eine einfache Sache.“ Nein, wenn ich in ein Haus komme, ist es mir angenehm zuzuschauen, wie gekocht wird. De Hausfrau dreht den Löffel, rührt das Essen um und ich lese. Das Drehen des Löffels sagt mir, wie die Menschen in diesem Haus leben, ob dort Frieden herrscht oder nicht. Wenn ich einen eingespannten Ochsen sehe, weiß ich schon, was das Einspannen bedeutet. Wenn ein Steinmetz Steine klopft, bleibe ich bei ihm stehen, jedoch wahre ich eine gewisse Distanz, damit mich nichts von den Steinen abfällt und mich verletzt. Ich beobachte, wie er Steine klopft und studiere, was die Steine darstellen. Ihr müsst also nach jenem tiefen Verständnis streben, um zu begreifen, was Gott in alle Dinge hineingelegt hat. Auf diese Weise werdet ihr die innere Beziehung zwischen ihnen finden. Freut euch, wenn ihr diese Beziehung gefunden habt. Denkt nicht, ihr könnt auch ohne sie sein. Alle Beziehungen zwischen den Dingen können verschwinden, nur eine Beziehung kann nicht verschwinden. Das ist die Beziehung der Liebe – die wichtigste von allen Beziehungen. Die Beziehung der Liebe ist eine vernünftige Beziehung. Ihr sagt: „Die Beziehungen sind etwas Gefährliches.“ Nein, sie sind nicht gefährlich. Wann sind sie nicht gefährlich? – Wenn man selbst diese Beziehungen knüpft und sie selbst löst. Wer zu uns kommt,  bindet sich selbst, eines Tages wird er sich selbst lösen. Es ist besser, wenn msn selbst eine Beziehung knüpft, d.h. sich selbst bindet. Warum? – Wenn wir ihn binden, kann es vorkommen, dass wir ihn vergessen und er wird den ganzen Tag gebunden bleiben und warten, dass jemand ihn losbindet. Wer sich selbst bindet hat, wird auch die Kraft haben, sich selbst zu lösen.

Ich sage also nicht, dass keine Beziehungen geknüpft werden dürfen, doch man muss bewusste Beziehungen knüpfen. Man darf nicht anderen überlassen, ihn zu binden und dann von ihnen erwarten, dass sie ihn wieder losbinden. Es geht nicht darum, Angst vor Beziehungen zu haben, aber man muss vernünftige Beziehungen knüpfen. Es kommt jemand und beginnt, dir aus seinem Buch vorlesen und du hörst ihm zu. Das ist eine Beziehung zwischen euch beiden. Aber sie wird deine richtige Beziehung sein, wenn danach du ihm aus deinem Buch vorliest und er dir zuhört. Doch wenn nur er vorliest und du die ganze Zeit nur zuhörst, ist das keine richtige Beziehung. Vor allem wird er müde werden. Also werdet ihr zuhören, wenn er vorliest und dann werdet ihr vorlesen und er zuhören. Das Gleiche gilt auch, wenn man Gutes tut. Manch einer tut etwas Gutes, dann muss er sich etwas ausruhen und schauen, wie die anderen Gutes tun. Während ich Gutes tue, wird man auf mich schauen, wenn ich aufhöre, werde ich schauen, wie die anderen Gutes tun. Merkt, wie ein berühmter Geiger der lange Zeit gespielt hat, aufhört und Vergnügen empfinden, wenn er einem anderen Geiger zuhört. Wenn er anderen Geigern zuhört, wird er bei ihnen immer etwas Spezifisches finden, dessen er sich bedienen kann. Wenn er denkt, er hätte schon alles erreicht, liegt er schief – so denken die dummen Menschen. Wenn du auf der Erde lebst, brauchst du das Wasser, die Luft, das Licht, den Wind, alle Pflanzen, Tiere, Menschen usw. Wenn ihr Birnen sehr, wollt ihr euch sofort welche kaufen. Jemand sagt: „Das sind Birnen!“ Nein das sind Beziehungen. Freut euch, wenn ihr Birnen, Äpfel, Pflaumen und andere Obstsorten seht, weil ihr die Möglichkeit habt, Beziehungen zu ihnen zu knüpfen. Nachdem ihr das bewusst erlebt habt, dankt Gott für alles, was Er euch gegeben hat. Wenn ihr eine Birne gegessen habt, dankt Gott uns sagt: „Danke, Gott, für die schöne Birne, die Du auf die Erde geschickt hast. Gib uns mehr davon, damit wir uns an ihnen laben und für diese Wohltat danken.“ Wenn ihr die Birne gegessen habt, müsst ihr sie an den schönsten Platz in euch legen. So müsst ihr denken und handeln.

Die heutigen Menschen möchten glücklich sein. Jeder kann glücklich sein, wenn er in der Lage ist, richtig zu denken, fühlen und zu handeln. Das sind drei elementare Regeln, drei elementare Beziehungen, die eine ganze Wissenschaft ausmachen. Diese Wissenschaft besteht aus drei Fakultäten, die jeder absolvieren soll. Wenn also jemand sagt, dass er glücklich sein will, verstehe ich, dass er richtig denken, fühlen und handeln muss. Das ist ein vollendetes Ergebnis. Vorläufig kann der Mensch nur für einen Augenblick auf der Erde glücklich sein. Er ist noch nicht zum ständigenandauernden Glück gekommen. Jemand hat ein schönes Kleidungsstück, er ist zufrieden, fühlt sich glücklich. Es vergeht nicht lange und sein Kleidungsstück wird alt und zerschlissen, er ist nicht mehr zufrieden, er fühlt sich unglücklich. Das ist ein vorübergehendes Glück. So ist das Glück, mit dem sich die Menschen auf der Erde ständig kleiden. Ich sage: Stellt euch vor, dass die Natur eines Tages euch so anzieht, wie sie die Tiere anzieht, mit den schönsten Kleidungsstücken, die mit Diamanten und Brillanten geschmückt sind. Ihr betrachtet euch und freut euch an eurer schönen Kleidung. Doch wenn die Sonne aufgeht, verliert ihr diese Kleidung und beginnt zu trauern. Ihr sagt: „Wo ist unsere schöne Kleidung hin?“ Ihr dürft nicht traurig sein, denn am nächsten Tag wird die Natur euch anders kleiden. Wenn ihr Zeit habt, ist die Natur bereit, euch von morgens bis abends in so viele Kostüme anzuziehen, wie ihr wollt. Sie kann euch jeden Tag anziehen, doch irgendwann werdet ihr es überdrüssig sein und einschlafen. Wenn die Natur euch also in verschiedene Kostüme angezogen hat, schlaft ihr ein, weil ihr von diesem Anziehen nichts verstanden habt. Ihr schlaft und erholt euch vom An- und Ausziehen der Kostüme. Von morgens bis abends hat die Sonne euch an- und ausgezogen und euch dabei gefragt: „Welches Kostüm wollt ihr anziehen?“ Ihr sagt: „Ich habe mich noch nicht entschieden, ich muss darüber nachdenken.“ Das ist eine neue Philosophie, eine neue Auffassung des göttlichen Geistes. Diese Philosophie muss zukünftig erarbeitet werden. Sie stellt einen Samen dar, der eingesät werden kann. Wird er in die Erde eingesät, so bringt er in zehn bis zwölf Jahren Früchte. Die göttlichen Bäume bringen im zwölften Jahr Früchte.

„Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.“

In diesem Zitat gibt es drei Beziehungen, ohne die nichts erreicht werden kann. „Wenn ihr in mir bleibt“  – die erste Beziehung. „Und meine Worte in euch bleiben“ – die zweite Beziehung, „Was ihr wollt, und es wird euch geschehen“ – die dritte Beziehung. Wer diese Stelle liest, muss diese Beziehungen beachten. So z.B. sitzt ein Schüler auf der Schulbank und der Lehrer spricht, er erteilt ihm eine Lektion. Der Schüler begreift sie und stellt die erste Beziehung her. Danach nimmt er diese Worte auf, pflanzt sie in sich ein und denkt über sie nach – er knüpft die zweite Beziehung. Zum Schluss prüft der Lehrer den Schüler, er wiederholt das Gelernte – das ist die dritte Beziehung.

„Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ Wenn ihr Gott auf diese Weise begreift, wird Er in euch bleiben. Wenn Er in euch bleibt, werdet ihr Seine Weisheit, verstehen und Ihn loben. Wenn ihr Gott nicht lobt, zeigt dies, dass ihr unwissend seid. Jemand sagt: „Wozu braucht Gott unseren Lob?“ Wir müssen Gott loben, um zu zeigen, dass wir eine Beziehung zu Ihm haben, dass wir Ihn verstehen. Die Schüler erheben ihren Lehrer nicht, aber der Ruhm des Lehrers hängt davon ab, was für Schüler er unterrichtet hat. Wenn seine Schüler begabt sind, gilt auch der Lehrer als begabt.


„Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! „Wie der Vater mich geliebt hat“ – die erste Beziehung „habe auch ich euch geliebt“ – die zweite Beziehung . „Bleibt in meiner Liebe“ – die dritte Beziehung. „Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ „Wenn ihr meine Gebote haltet“ – die erste Beziehung. „so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe“ – die zweite Beziehung. „und in seiner Liebe bleibe“ –  die dritte Beziehung.

„Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. „Dies ist mein Gebot“ – die erste Beziehung. „dass ihr einander liebt“ – die zweite Beziehung. „wie ich euch geliebt habe“ – die dritte Beziehung. „euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.“ 

Christus hat also eine Beziehung hergestellt, um die Dinge zu erläutern. Ohne eine Beziehung kann nichts erreicht werden. Die erste Beziehung muss zu Gott bestehen, die zweite Beziehung muss zum Geist bestehen, der in euch wirkt. Die dritte Beziehung wird zu eurem Bewusstsein bestehen, damit ihr zuhören und begreifen könnt. Wenn ihr über diese drei Beziehungen verfügt, wird euch alles gegeben, was ihr von Gott erbittet. Dieses Gesetz wird überall im Leben bestätigt. Wenn der Schneider ein schönes Kleidungsstück für seinen Kunden näht, wird dieser zufrieden sein und ihn gut bezahlen. Macht der Schneider einen Fehler, ist der Kunde unzufrieden und will etwas vom verabredeten Preis abschlagen. Wenn wir also die Dinge so tun, wie Gott verlangt, ist Er bereit, uns mehr zu geben als das, was wir erwarten. Wenn wir Seinen Willen nicht tun, gibt Er nicht mal das, was Er uns versprochen hat. Wie viele Segen, wie viele Versprechen sind unerfüllt geblieben! Warum? Ihr wollt, dass Gott zu euch gut ist, doch ihr macht die ganze Anlage kaputt, die Er geschaffen hat. Es muss lange Zeit vergehen, bevor diese Anlage wieder repariert oder von neuem erschaffen wird. Diese Anlage stellt das innere Verständnis im Menschen dar. Solange der Mensch dieses tiefe innere Verständnis in sich nicht hat, wird kein Segen Gottes durch ihn hindurchfließen. Wenn der Segen Gottes durch eine kaputte Anlage hindurch soll, wird er abfließen, wird er nicht im Menschen bleiben und ihm eine Errungenschaft zurücklassen.

„Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“ Macht euch keine Sorgen, dass die Welt euch für einfältige, dumme Menschen hält und euch nicht wertschätzt, wie es sich gebührt. „Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.“ Macht euch also keine Sorgen, dass die einfältigen, ungebildeten Menschen euch nicht wertschätzen. Bedauert nicht, dass die Händler am Flohmarkt euch keine zerschlissenen Kleider und Schuhe verkaufen wollen. Kauft keine alten Kleider, die euch zwar billig angeboten werden. Kauft neue Kleider, obwohl sie teuer sind.

 „Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.“Jetzt möchte ich auch, während ich rede, alle negativen Worte vermeiden, damit sie keinen Schatten auf euer Bewusstsein werfen. Die negativen Worte sind Gerümpel, das auf dem Flohmarkt verkauft wird. Der Mensch darf nicht an dieses Gerümpel denken. Wenn er die Straße entlanggeht, darf sein Blick nicht diese unreinen oder alten Sachen berühren. Hat er Augen, sollte er lieber seinen Blick auf schöne Bäume, reine Quellen, schöne, reife Früchte, schöne Felsen richten. Ihr seht einen großen schmutzigen Steine – geht an ihm vorbei, ohne zu fragen, warum und wie der Schmutz darauf gekommen st . Die Steine, Felsblöcke, Felsen sind ausgezeichnete Schauspieler. Wenn Regen einsetzt, beginnen sie zu weinen. Bleibt nicht vor ihren Tränen stehen, sie sind nicht echt! Die Felsblöcke können euch erzählen, dass sie viele Tränen vergossen haben, dass sie große Leiden hatten, doch ihr dürft ihnen nicht glauben. Sie trauern nicht und wissen nicht, was Trauer ist. Wenn ihr keine Trauer kennen wollt, geht zu den Felsen. Sie werden euch beibringen, wie ihr eure Trauer ertragen könnt. Wenn eure Tränen auf die Felsblöcke fallen, werden diese auch weinen. Wenn die Tränen nicht auf sie fallen, werden sie auch nichts zurückgeben. Sie sagen: „Wer etwas von sich abgibt, dem geben wir auch etwas ab, gibt er nichts von sich, geben wir auch nichts.Ihr seht z.B. die Lage der Moose. Sie arbeiten Tausende von Jahren an diesen Felsblöcken, um etwas von ihnen zu bekommen und werden kaum ein mikroskopisch kleines Wohl für ihre großen Anstrengungen, für die große Arbeit erhalten. Die Moose nehmen ihre Hammer, Meißel und ziehen in den Kampf mit den Felsblöcken. Jahrelang wenden sie ihre chemischen Mittel an und wenn sie ein winzig kleines Ergebnis bekommen, sagen ihnen die Felsblöcke: „Das reicht euch.“ Die Steinbrocken sind geizig. Man muss lange an ihnen arbeiten, um etwas Kleines zu erzielen. Wisst ihr jetzt, warum ich den Felsblöcken predige? – Damit ihr nicht geizig wie sie seid. Folgendes Gesetz existiert in der Natur: zwei gleiche Prozesse erzeugen die entgegengesetzte Reaktion. Ich lobe die Steine, dass sie seit so vielen Tausend Jahren in sich einen Schatz verbergen und ihn keinem geben. Sie sind Bankiers, die kleine Summen Geld, jedoch mit hohen Zinsen leihen. Dummen Menschen geben sie nichts. Wenn gelehrte Menschen an den Felsblöcken arbeiten und zehn Jahre fleißig klopfen, sagen die Felsblöcke schließlich: „Gelehrten Menschen können wir etwas geben.“ Die Felsblöcke haben etwas Gutes – das Eigene geben sie niemandem und das Fremde, das sie genommen haben, geben sie weiter. Die Sonnenwärme, die sie tagsüber aufgenommen haben, geben sie ab, jeder kann sie genießen. Deshalb sollte derjenige, der Sonnenenergie von den Steinen aufnehmen möchte, sich auf sie setzen und ausruhen. Aber das sollte gegen Mittag geschehen, nicht morgens oder abends. Wer die Sonnenenergie von den Steinen aufnehmen möchte, soll mittags zu ihnen gehen und sich auf sie setzen und sich mit ihnen unterhalten. Er wird ihnen ein Festmahl geben und sie ihm auch. Der Schalter der Steine ist also nur von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags geöffnet. In jeder anderen Zeit nehmen sie etwas weg. Wenn die Sonne untergeht, geben sie alles ab, was sie von ihr empfangen haben und behalten das Eigene, das sie jedoch auf keine Weise anderen abgeben. Die gute Seite der Steine besteht also darin, dass sie alles abgeben, was sie von der Sonne empfangen haben. Sie geben das Fremde ab und das Eigene hüten sie eifrig. Ihr könnt auf ihnen sitzen, euch von einem zum anderen Stein bewegen, sie werden euch in keiner Weise verhindern. Sie sagen: „Setzt euch, wohin ihr wollt, aber ihr müsst wissen, dass niemand euch empfangen und verabschieden wird. Wir haben keine Diener zur Verfügung. Wenn ihr gehen wollt, werden wir euch nur „Gute Reise“ wünschen, nichts anderes.“ Das sind Gleichnisworte, die ihr in euer Leben übertragen sollt. In der Bibel ist vom ewigen Stein die Rede, auf den der Mensch gestellt ist. Wenn ihr euch auf die Felsblöcke in der Natur setzt, sagen sie: „Ihr dürft solange sitzen, wie ihr wollt, ihr dürft weinen, ihr dürft euch freuen, das ist eure Sache. Wenn ihr traurig seid, seid ihr für euch traurig, wenn ihr heiter seid, auch für euch. Wir haben keine Zeit, uns eure Trauer oder eure Freuden anzuhören. Wir erfüllen unsere Aufgabe. Wenn ihr gekommen seid, um etwas mitzunehmen, werden wir euch nichts abgeben. Wenn ihr darauf beharrt und weiter sitzen bleibt, können wir euch nur etwas vom Fremden abgeben, was wir auch empfangen haben. Wir haben Wärme von der Sonne empfangen und können euch etwas davon abgeben. Mehr als das geben wir nicht.“ Die Steine sind gewissenhaft. Das ist ihr guter Charakterzug, der nachahmenswert ist. Sie leiten die Sonnenwärme weiter. Leitet auch ihr die Wohltaten weiter, die Gott euch gibt. Behaltet nicht die Wohltaten Gottes nur für euch. Lasst sie ununterbrochen durch euch fließen, so dass jeder, der vorbeikommt, sie nutzen kann. Wenn die Steine die Sonnenwärme für sich behalten hättet, wären sie geschmolzen, hätten aufgehört als Steine zu existieren. Deshalb sage ich: Die Wohltaten Gottes, die durch euch hindurchfließen, werdet ihr vorübergehend behalten und danach sofort abgeben. Seid wie die Steine!


„Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie sie gesehen und doch sowohl mich als auch meinen Vater gehasst.“ Sie haben also nicht das Wissen angenommen, dass Christus gebracht hat und werden die Konsequenzen tragen. Christus drückt sich symbolhaft aus. Er will sagen: man muss sein Feld bestellen, wenn man etwas von ihm erhalten will. Man soll in der rechten Zeit arbeiten, um in der rechten Zeit etwas zu empfangen. Wenn jemand fragt, warum seine Arbeit nicht ordnungsgemäß erledigt wurde, muss er wissen, dass die Ursache in ihm liegt: Er hat nicht in der rechten Zeit gearbeitet und kann nicht in der rechten Zeit etwas empfangen.

„Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen. Aber auch ihr zeugt, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“ Es sind also drei Arten des Ostens für den Menschen wichtig. Der erste Osten ist der Aufgang der physischen Sonne. Der zweite Osten liegt vor, wenn sich die Sonne in ihrem Zenit befindet, der dritte Osten ist mitternachts. Der dritte Osten ist der Osten des Guten. Will man sich im Guten festigen, muss man diesem Osten beiwohnen. Die drei Osten bilden ein Dreieck. Der Osten der physischen Sonne stellt die Gerechtigkeit dar. Der Osten der Mittagssonne stellt die Wahrheit dar. Der Osten der Abendsonne stellt das Gute dar. Der Mensch muss eine Beziehung zu den drei Osten herstellen. Mit anderen Worten – der Mensch muss eine Beziehung zu seinen Gedanken, Gefühlen und Taten herstellen. Dabei müssen seine Gedanken, Gefühle und Taten harmonisch sein. Aber die harmonischen Gedanken, Gefühle und Taten sind das Ergebnis von etwas. Wenn man dem Aufgang der physischen Sonne nicht beiwohnt, kann man nicht gesund sein. Dieses Gesetz ist nicht nur den Menschen, sondern allen Lebewesen bekannt. Wenn man dem Aufgang der geistigen Sonne nicht beiwohnt, wird die Beziehung zwischen seinen Gefühlen zerrissen sein. Und wenn man dem Aufgang der göttlichen Sonne nicht beiwohnt, werden die Gedanken zerrissen sein. Ein solcher Mensch wird unbedingt kränkeln, weil er zu faul ist, um morgens früh aufzustehen und sich im Bett wälzt und wartet, das jemand anderer ihm die Segen mitbringt. Das ist nicht richtig – jeder muss allein den Segen des Tages in Empfang nehmen. Wenn der Schüler nicht selbst in die Schule mit seinem Ranzen geht, kann er kein Wissen erlangen. Wenn man nicht selbst auf das Feld geht um zu ackern, wird man verhungern. Wenn man nicht selbst in den Garten geht, um die reifen Früchte zu pflücken, wird man sie nicht kosten. Es gibt nichts Angenehmeres als selbst nach der reifen Frucht zu greifen und sie zu pflücken. Jemand sagt: „Wir haben es satt zu ackern, wird das nicht zu Ende sein, so dass wir etwas anderes machen können?“ Ich sage: Es wird die Zeit kommen, wenn die Feldarbeit durch eine andere, feinere  Arbeit ersetzt wird, aber der Prozess wird nie verschwinden. Wenn die Menschen aufhören, den Boden zu bearbeiten, werden sie ihre Gefühle bearbeiten. Wenn sie aufhören, ihre Gefühle zu bearbeiten, werden sie ihre Gedanken bearbeiten. Diese Arbeit wird also nie aufhören. Wenn ich weiter von dem Ackern in den höheren Sphären erzählen soll, muss ich zu einer Region kommen, wo die Dinge für euch unverständlich werden, weil sie sich zu weit entfernen. Ihr fragt: Was wird wohl das Ackern in der Empfindungs- und der Mentalwelt darstellen? Um das Ackern in den höheren Sphären zu begreifen, müsst ihr an erster Stelle das Ackern der physischen Welt lernen. Das Ackern der Felder, das Umgraben des Weinbergs, das Umgraben im Garten, das ist die erste Arbeit der physischen Welt, die der Mensch sich aneignen soll. Wenn das Feld gut geackert, der Weinberg und der Garten gut umgegraben und die Häuser und Brücken gut gebaut sind, haben wir ein gut geordnetes physisches Leben. Wenn die Lager und Getreidespeicher mit Vorräten gefüllt sind, ist das physische Leben gut geregelt. Was das geistige Leben betrifft, herrscht dort eine größere Ordnung. Wenn ihr in die göttliche Welt kommt, in die Welt der Gedanken, herrscht dort eine noch größere Ordnung. Jetzt kann man keine schönere Welt als die Mentalwelt finden. Wenn man dort eintritt, kann man in Verzückung geraten, von dem, was man erlebt. Der Mensch kann dort 250 Jahre verbringen und denken, es seien nur zwei Minuten vergangen. Wenn man ihn anstupsen will, damit er aus dieser Welt herauskommt, wird er sagen: „Bitte, stört mich nicht und verlangt nicht, dass ich zurückkehre.“ Die Mentalwelt ist schön. 

Wir sind also auf die Erde gekommen, um die Wege der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Guten zu lernen. Deshalb sage ich: Sucht den Weg der Gerechtigkeit, den Weg der Wahrheit und den Weg des Guten, von denen aus die Sonne aufgeht. Wer auf diesen Wegen geht, wird  immer dem Sonnenaufgang entgegengehen. Geht auf den Wegen, auf denen die Sonne aufgeht, wenn ihr immer im Licht gehen wollt.


Nun werden wir Gott danken, dass wir uns im Gebirge an der reinen Luft, am reinen Wasser und bei der aufgehenden Sonne befinden. Wenn ihr euch der reinen Luft erfreuen wollt, müsst ihr auf die Gipfel steigen. Wenn ihr euch des Wassers erfreuen wollt, geht zu den Quellen und holt es von dort. Das Wasser ist wie ein Kind, es wird gern getragen. Wenn ihr Reinheit erlangen wollt, holt Wasser. Der reine Wassertropfen ist ein reiner Gedanke. Wir werden Gott für die Wärme der Sonne danken, für das große Pferd danken, das jeden Tag am Himmel reitet und alle Wesen auf der Erde Segen sendet. Wir werden Gott für alle Wohltaten danken, die Er uns hierher schickt. Und schließlich werden wir Gott für die Möglichkeit danken, die Er uns gibt, auf den drei Wegen zu gehen, von denen aus die Sonne aufgeht.

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