Lieder für verschiedene Gemütslagen

Aus dem Buch von Omraam Mikhaël Aïvanhov „Hommage an Meister Peter Deunov“:

„Wenn ihr das Gefühl habt, nicht mehr so recht zu wissen, woran ihr seid, wenn ihr gedanklich aus dem Konzept geratet, dann singt: „Misli, pravo misli“ („Denke recht“) und schon seht ihr den Weg wieder klarer. Wenn ihr meint, dass euch niemand mehr liebt, singt: „Bog e ljubov“ („Gott ist Liebe“) und was wollt ihr dann mehr, da Gott euch doch nie verlässt? Und falls ihr euch erschöpft fühlt oder krank, singt: „Sila, zdrave e bogatstvo“ („Kraft und Gesundheit sind Reichtümer“) und ihr erlangt eure Energie zurück. Solltet ihr einmal von innerer Unruhe erfasst sein, dann singt: „Pri vsitchkite uslovia na zhivota, ne gubi svoja mir“ („ In allen Lebenslagen, verliere niemals deinen Frieden“). 

Falls ihr das Leben trübe findet und es euch keine Freude mehr macht, singt: „Krassiv e zhivota na naschata duscha“ („Schön ist das Leben unserer Seele“).

Und wenn ihr glücklich seid, dankt mit dem Lied „Blagoslavjaj, dusche moja, Gospoda“ („Meine Seele, lobe den Herrn“).

Damit habt ihr einige Methoden, ein ganzes magisches Arsenal, also bedient euch seiner.

Manchmal werde ich gefragt: „Warum singt ihr diese Lieder auf Bulgarisch und nicht in der Sprache eures Landes? Man versteht ja überhaupt nichts!“ Zuerst antworte ich dann, dass es zu diesen Liedern Übersetzungen gibt, die man sich leicht besorgen kann. Aber vor allem, dass es bei der Musik nicht so sehr auf das intellektuelle Verständnis ankommt, sondern auf das, was man unter dem Einfluss der Töne, der Schwingungen und der Harmonie in sich verspürt. Versteht man denn den Gesang der Vögel, das Rauschen des Wassers oder des Windes in den Zweigen? Nein, aber man ist fasziniert, voller Bewunderung. Es ist immer besser, die Lieder in der Sprache zu singen, in der sie geschrieben wurden. Selbst wenn man nichts versteht, so besteht doch eine Beziehung zwischen den Worten und der Musik, und eine Übersetzung würde diese Beziehung zerstören. Die Musik ist nicht dazu da, um verstanden, sondern um gefühlt zu werden. Selbst wenn Worte sie begleiten, ist doch das, was man dabei verspürt weitaus wichtiger. Natürlich, wenn beides – Verständnis und Gefühl – Hand in Hand gehen, so ist das noch besser, aber es kommt mehr auf das Gefühl an.“

Liebe zum Wissen

21.8. 1927, Sonntag, 20:00 

Nur der helle Weg der Weisheit führt zur Wahrheit.

Nachdenken

Was würdet ihr schreiben, wenn man euch das Thema „Die wichtigste Frage für die jungen Menschen“ oder „Wofür interessieren sich die jungen Menschen am meisten?“ geben würde? Ich werde euch das Beantworten leichter machen, indem ich euch frage: Was interessiert das neugeborene Kind am meisten? – „Die Nahrung, die Muttermilch.“ Das erste Thema, das ein Kind zu erlernen beginnt, ist die Muttermilch. Es nähert sich dieser Milch wie ein Professor und beginnt sie zu studieren, zu analysieren. Von der Milch hängt seine Zukunft ab. Was wäre dann die wichtigste Frage, mit der sich der Schüler zuerst befassen sollte? Welche ist diese Frage, von der seine Zukunft abhängt? Ich werde jetzt eine Parallele ziehen: So wie die Gesundheit des Kindes, der gute Zustand seines Verstandes und Herzens, seiner Gedanken und Gefühle von der Muttermilch abhängt, so hängt auch die richtige Entwicklung des Schülers von seiner Liebe zum Wissen ab. 

Wenn die Mutter ihrem Kind die beste Milch gibt, werden seine Gesundheit, seine Gedanken und Gefühle normal sein. Wir stellen dann fest, dass ein solches Kind nach allen Regeln der vernünftigen Natur aufgezogen wird, da es in jeder Hinsicht gesund ist. Wir sehen von jenen Abweichungen ab, die im Leben existieren. Aus dem gleichen Grund muss der Schüler mit der Liebe zum Wissen beginnen. Wissen ist das, wonach er streben und Liebe ist die Nahrung, die er aufnehmen sollte. Wenn der Schüler keine Liebe zum Wissen hat, kann er nichts erreichen. 

Wenn er Liebe zum Wissen hat, so wie ein Kind Liebe zur Muttermilch hat, wird dies den Weg seiner Seele erleichtern und die richtige Entwicklung seines Verstandes unterstützen. Da ihr alle jetzt in eine höhere Klasse wechselt, wird von euch Liebe zum Wissen verlangt. Wenn ihr in Zukunft keine Liebe zum Wissen habt, werdet ihr nur formell, doch nicht der Idee nach Schüler sein. Jeder kann ein Schüler sein, der Junge wie der Alte, wenn er Liebe zum Wissen hat. 

Ich werde euch noch eine Frage stellen: Welche Merkmale hat die Liebe zum Wissen? Das sind die elementarsten Merkmale der neuen Philosophie, der neuen Ansicht der Dinge. Ich unterscheide zwischen der alten Lebensphilosophie und der neuen, den großen Naturgesetzen folgenden Lebensphilosophie. Wenn ihr diese lebendige, intelligente Natur beobachtet und studiert, wird sie euch dasjenige offenbaren, was eurem Verstand bisher noch nicht zugänglich war. 

Angenommen, ihr studiert Geologie und erforscht die Erdschichten. Ihr könnt nur deren Zusammensetzung oder Form untersuchen – ob diese Schichten gefaltet, gebrochen oder waagerecht sind (Abb. 1). 

Abbildung 1

Ihr sagt: „Was kümmert es uns, ob bestimmte Erdschichten gebogen oder gebrochen sind?“ Die Schichten selbst interessieren euch vielleicht nicht, sie ergeben für euch möglicherweise keinen Sinn, aber es kann nicht sein, dass ihr euch nicht für das Wasser und für die Qualität des Wassers interessiert, das aus diesen Schichten kommt. Wenn diese Schichten aus Sandstein, und zwar ​​aus zerbrochenem Sandstein bestehen, bilden sie unterirdische Täler, durch die das fließende Wasser gereinigt wird. Deshalb enthalten sie das beste Wasser.

Ich frage euch: Werdet ihr nicht den Menschen, die Wasser brauchen, helfen und ihnen zeigen, wo es das beste Wasser gibt, wenn ihr euch mit Hydrologie befasst und herausfindet, wo es Wasser gibt und welche Qualität es hat? Ihr werdet so nicht nur den Menschen dienen, sondern jeder wird euch respektieren, ihr werdet als Wissenschaftler gelten. Viele Menschen haben solche gebrochenen und gekrümmten Schichten. Ihr sagt: „Das ist nicht gut.“ – Nein, ihr versteht die Gesetze nicht. Oft bergen diese gebrochenen und gebogenen Schichten das beste Wasser. Ich frage euch: Was ist besser – dass eure Schichten gebrochen und gebogen wie die CD-Schichten sind und Wasser enthalten oder dass sie waagerecht sind und kein Wasser enthalten? Oder was ist besser – einen geraden Charakter wie die waagerechten Schichten und kein Wasser darin haben oder einen gekrümmten Charakter wie die CD-Schichten aufweisen, der jedoch Wasser enthält? An der Brechung und Biegung der Erdschichten kann die Tiefe berechnet werden, bis zu der das Wasser in die Erde eingedrungen ist.

Nach dem gleichen Gesetz werdet ihr beim Studium des menschlichen Gehirns feststellen, dass es auch gerillt ist und aus einer Reihe gebrochener, gekrümmter Schichten besteht, die verschiedene Metamorphosen durchlaufen haben, bis sie den Zustand erreichten, in dem wir sie vorfinden. Die kosmische Energie des vernünftigen Lebens, deren sich die Seele bedient, fließt durch die Falten des Gehirns. Die Wissenschaftler sagen, dass der menschliche Gedanke von den Falten des Gehirns abhängt. Dies bedeutet, dass die Energie des Gedankens durch diese Falten fließt und durch sie nach draußen gelangt. Sie sind Leiter von Energien aus dem ganzen Raum. Wenn diese Schichten gebogen sind, kann ein Wissenschaftler seine Sonde in sie einbohren und Wasser extrahieren. Wenn sie jedoch waagerecht liegen, wird das ganze Wasser, sobald er ein Loch für seine Sonde in sie hineinbohrt, verloren gehen, absinken und er wird nicht in der Lage sein, Wasser zu extrahieren. Was passiert, wenn jemand die gebogenen Schichten begradigen möchte? – Das Wasser in ihnen wird verloren gehen.

Das Gesetz, das wir aus diesen Überlegungen ziehen, lautet also: Wenn man in einem bestimmten Thema oder in einer bestimmten philosophischen Frage zu viel herumstochert, büßen sie schließlich ihren Inhalt ein. Das geschieht oft bei der Idee der Moral. Wenn ihr diese Idee zu oft aufgreift, sinkt die Moral schließlich irgendwo tief in der Erde und ihr werdet nicht mehr wissen, was moralisch ist und was nicht, was richtig ist und was nicht. Und dann bringt ihr eure Konzepte und euer Verständnis der Moral völlig durcheinander (Abb. 2). Wie sollte das Verhältnis der Schichten zueinander sein? Wie werdet ihr sie wissenschaftlich ausdrücken?

Abbildung 2

Nehmen wir an, ihr habt eine Schicht, die die Lage А2БВ in Bezug auf die Schicht M einnimmt. Was für eine Schicht wird sie sein? – Diese Schicht wird wasserlos sein, weil sie kein Wasser in sich behalten kann.

Mit welchen Lebensschichten können wir die wasserlosen Erdschichten vergleichen? -Wasserlose Schichten in unserem Leben sind all jene Schichten, in denen Widersprüche auftreten. Wisst ihr, wie viele Jahrhunderte, Jahrtausende die Natur gebraucht hat, um die waagerechten Schichten zu biegen? Das geschah allmählich. Wenn ihr die Erdschichten wissenschaftlich betrachtet und eine Parallele zwischen ihnen und den Biegungen im Gehirn zieht, könnt ihr sagen, dass dies ein Zufall ist, oder daraus schließen, dass eine vernünftige Kraft in der Natur gewirkt hat. Wie ihr darüber denkt, hängt von eurer geistigen Entwicklung ab. So lassen sich die Erscheinungen der äußeren Natur auch in uns beobachten, deshalb kann uns die Natur nützlich sein. Wenn wir in dieser Hinsicht von ihr lernen, können wir nicht verlangen, dass unser Leben reibungslos verläuft. Die jungen Menschen wünschen sich, dass ihr Leben reibungslos verläuft und sie keine Schwierigkeiten erleben. Ihr solltet jedoch wissen, dass jede Schwierigkeit der geistigen Entwicklung des jungen Menschen entspricht. 

Ein bulgarisches Sprichwort sagt: „Wie sein Verstand, so ist auch sein Zuhause.“ Das bedeutet, dass auch die Verantwortung, die einem Menschen von der Natur auferlegt wird, der Stufe seines Verstandes entspricht. In der Natur gibt es ein großes Gesetz, das die Schwierigkeiten der Menschen nach deren geistiger Entwicklung bestimmt. Je größer die Schwierigkeiten sind, die jemand erlebt, desto höher ist die Stufe seines Verstandes; und je geringer seine Schwierigkeiten sind, desto niedriger ist die Stufe seines Verstandes. In dieser Hinsicht zeigt uns die Geschichte, dass die größten Menschen der Welt, die zur Erhebung der Menschheit beigetragen haben, auch die größten Schwierigkeiten erlebten, sie jedoch überwunden haben. Daher kann jeder von euch jede Schwierigkeit auf vernünftige Weise überwinden. 

Angenommen, ihr müsst ein dickes Schiffseil zerreißen. Zu diesem Zweck erhaltet ihr nur eine Nähnadel. Wie werdet ihr vorgehen? Könnt ihr das Seil auf einmal zerreißen? – Ihr könnt es nicht. Ihr müsst die Nadel nehmen und das Seil Faden für Faden ausfransen. Wie lange wird das in Anspruch nehmen? – Sehr lange. Daher wird in euch der Wunsch entstehen, das Seil auf einmal zu zerreißen. Die einzigen Mittel, die euch gegeben werden, um dieses Seil zu zerreißen, sind die Nadel und die Zeit. Während ihr das Seil Faden für Faden ausfranst, werdet ihr viele Dinge lernen. Was werdet ihr zum Beispiel lernen? Das Einfachste, das ihr lernen werdet, ist es, aus wie vielen Fäden das Seil besteht. Was werdet ihr noch lernen? Antwort: Geduld. Beharrlichkeit. Geschicklichkeit. Ja, ihr werdet Geschicklichkeit erlangen, um das Seil Faden für Faden auflösen zu können, anstatt mehrere Fäden gleichzeitig auszufransen. Die Natur erlaubt nicht, dass zwei Fäden gleichzeitig gerissen werden, sondern immer nur jeweils einen Faden. Wenn ihr zwei Fäden gleichzeitig zerreißt, verstoßt ihr gegen die Gesetze der Natur. Wenn ihr diese Frage nach eurem Verständnis betrachtet, werdet ihr sagen, dass ihr auch zwei, drei, vier oder fünf Fäden gleichzeitig zerreißen könnt, aber die Natur, die euch eine Nadel und Zeit zur Verfügung stellt, erlaubt euch nicht, zwei Fäden gleichzeitig zu zerreißen, sondern nur einen. Sie sagt: „Ich gebe dir so viel Zeit, wie du willst, aber du wirst das Seil Faden für Faden zerreißen!“ Wie viele Stunden am Tag werdet ihr dazu verwenden? Ihr werdet sagen: „Um das Seil so bald wie möglich zu zerreißen, werde ich den ganzen Tag arbeiten.“ – Nein, die Natur erlaubt euch nicht, mehr als eine Stunde täglich zum Zerreißen der Fäden dieses Seils zu verwenden. 

Habt ihr schon versucht, wieviele Fäden ihr in einer Stunde zerreißen könnt? Angenommen, dieses Seil hat 10000 Fäden – wieviele Fäden könnt ihr in einer Minute zerreißen, aber nach allen Regeln, ohne Eile? Die Fäden dieses Seils sind so ineinander geflochten, dass man einen aufgreift und am anderen mit der Nadel hängen bleibt. Aber die Natur sagt: „Du musst die Fäden nacheinander ausfransen, ohne sie zu zerreißen oder zu verknoten.“ Was denkt ihr, wie lange werdet ihr brauchen, um ein so dickes Seil zu zerreißen? Antwort – fünf Stunden.

Gut, ich gebe euch ein dickes Seil und wir werden sehen, ob ihr es in fünf Stunden Faden für Faden ausfransen könnt. Dazu ist großes Geschick erforderlich! Abb. 3

Abbildung 3

Nehmen wir an, dieses Seil stellt die gebogenen Schichten D und R dar. Das Wasser befindet sich in der letzten Schicht R, in die eine Sonde heruntergesenkt wurde. Nach dieser Schicht kommt eine Reihe waagerecht liegender Schichten. Was passiert, wenn ihr den letzten Faden des Seils zerrissen habt? In jedem Faden gibt es eine bestimmte Art von Energie und nachdem ihr den Faden zerrissen habt, wird diese Energie in euch einfließen. Ihr müsst wissen, wie ihr sie benutzen könnt. Ich frage euch: Seid ihr bereit, diese Energie zu benutzen, wenn ihr den letzten Faden zerrissen habt? Ihr sagt oft – „Ich werde die Beziehungen zu X abbrechen“. Seid ihr bereit, nicht mehr daran zu denken, wenn ihr diese Beziehung abgebrochen habt? Seid ihr bereit, die in diesem Fall entstandene Leere auszufüllen? Seid ihr bereit, mit den Elementen fertig zu werden, die bei diesem Bruch entstehen? Habt ihr schon eine solche Erfahrung gemacht – alle Beziehungen zu einem Freund brechen? Ihr könnt gar nicht alle Beziehungen zu einem Freund brechen, sondern nur einige von ihnen. Was spürt ihr dann? – Schmerzen. Es gibt keinen Menschen, der das nicht erlebt hat – die Beziehungen zu einem Freund zu brechen. Was macht ihr, wenn ihr die Fäden zerrissen habt? – Ihr legt euch hin, ihr steht auf, ihr geht hin und her und findet keine Möglichkeit, euch von diesem Zustand zu befreien. Wie bindet ihr den Faden hinterher? Macht ihr einen Knoten? Wenn du einmal den Faden zerrissen hast, erlaubt dir die Natur, keine Knoten zu binden. Ich frage euch – wie werdet ihr euren Fehler wieder gutmachen, wenn ihr einmal den Faden zerrissen habt? Wie kann der Fehler wieder gutgemacht werden? Wie wird das Wasser sein, das durch Tonschichten fließt? – Unsauber. Was für Schichten muss das Wasser passieren, um besonders rein, gut zu sein? – Sandschichten. Dann stelle ich in Analogie dazu die Frage – was für Schichten muss ihr Leben passieren, um besonders rein, schön zu sein? – Raue Schichten, die den Sandschichten in der Natur entsprechen. Wo befinden sich diese rauen Schichten in euch? – Im Verstand. Die Tonschichten, die Schlammschichten befinden sich im Herzen. Deshalb habe ich euch über den reinen, rechten Gedanken gesprochen. Diesen Gedanken braucht ihr, um das erhabene Leben zu erlangen, das euch Verbesserungen bringen wird. Das reine Leben nutzt die Segen und die Erträge des Lebens, jedoch nicht die Vergnügen im Leben.

Was ist unter dem Wort ‚Vergnügen‘ zu verstehen? Ich werde einige Beispiele anführen, damit ihr sehen könnt, was die gegenwärtige Welt ein ‚Vergnügen‘ nennt. Ihr begegnet einem jungen Schüler, der eine Zigarette im Mund hat und selbstzufrieden spazieren geht. Rauchen ist ein Vergnügen, das der Entwicklung des Schülers nicht förderlich ist. Ich sehe einen anderen Schüler, der ein Glas Schnaps oder Wein hebt und trinkt. Er sagt: „Ich trinke Schnaps, weil er meinen Magen anregt, dadurch wird auch mein Verstand eifriger arbeiten.“ Es gibt eine Reihe Wissenschaftler, Ärzte, die den Weingenuss in kleinen Mengen empfehlen. Die Natur hat jedoch nur ein Getränk vorgesehen – das Wasser. Sie sagt: „Wenn du möchtest, dass dein Verstand scharf und klar ist und gut funktioniert, musst du nur Wasser trinken. Finde das beste, reinste Wasser und trinke davon!“ Wenn du rauchen möchtest, sagt sie: „Du musst denken!“ Über das Rauchen, Räuchern ist in der Bibel die Rede. Im Neuen Testament heißt es, dass die Gebete der Gerechten wie der Rauch aus dem Räucherfass emporsteigen. Ein Brennen muss also überall sein. In diesem Fall veredelt das Denken den Schüler. Der Gedanke jedes Schülers muss brennen! Er kann verschiedene körperliche Übungen machen, zeichnen, musizieren, lernen, irgendeine Kunst betreiben, es sei denn, all diese Dinge entwickeln seinen Verstand. Der Schüler muss sich vor allen nutzlosen Vergnügen hüten, welche die Ausbildung seines Verstandes verhindern.

Angenommen, ihr seid begabte, fähige Schüler und habt große Liebe zum Wissen, doch keinen Vater, keine Mutter, keine Freunde, die euch helfen können und ihr seid mittellos. Ich frage: Wie werdet ihr euch die Mittel beschaffen? – Antwort: Wir werden unser Handwerk ausüben und davon leben. Nehmen wir an, ihr könnt musizieren, zeichnen, schneidern oder Schuhe machen. Welches dieser Handwerke und Künste wird im gegebenen Fall am geeignetsten sein? Was werdet ihr benutzen? Antwort: Das Schuh- oder das Schneiderhandwerk. Ihr werdet also den Künsten das Schuh- und das Schneiderhandwerk vorziehen. Ich frage euch: Was denkt ihr, ist es dem Schüler erlaubt, bei seinen Freunden Geld zu leihen? Euch gegenseitig helfen ist etwas anderes, ich meine eine Geldsumme mit dem Versprechen leihen, dass ihr sie in einigen Tagen zurückzahlt. Es vergehen jedoch Monate und ihr könnt das verliehene Geld nicht zurückzahlen. Außerdem: Wieviel Geld ist es angebracht zu borgen? Antwort: Soviel wir in der Lage sind zurückzuzahlen, soviel wie es reicht, um uns Brot zu kaufen.

Ja, so ist es, soviel Geld, um Brot zu kaufen. Und welche Menge Brot kann ein Schüler an einem Tag essen? Reicht ihm ein Pfund? Nun streifen wir eine der wesentlichen Fragen – die Frage nach der Zufriedenheit. Man muss schon von klein auf das Gesetz der Zufriedenheit lernen. Der Schüler muss immer gutes Brot haben, aber unabhängig von dessen Menge muss er immer zufrieden sein. Er darf keine Unzufriedenheit mit der Menge seiner Nahrung äußern, denn jeder Tag bringt sein eigenes Wohl. Heute kann man bescheidene Nahrung in geringer Menge haben, morgen wird sie besser und in größerer Menge vorhanden sein. Doch der Schüler muss mit dem, was er heute hat, völlig zufrieden sein, er darf nicht nach mehr Nahrung verlangen. Egal wie wenig Brot er hat, er muss auf das Brot schauen und lächeln, es streicheln und sagen: „Mit dir zusammen werden wir leicht die Lektion lernen.“ – Zwischenruf: „Wir haben noch nie zum Brot gesprochen.“ – Es wird der Tag kommen, wenn ihr zum Brot sprechen werdet. Christus sagt: „Ich bin das lebendige Brot“. Es wird also der Tag kommen, wenn ihr mit diesem lebendigen Brot sprechen werdet. Welch Veränderung werdet ihr erfahren, wenn ihr das lebendige Brot haben werdet? Ich werde euch das an einem Beispiel erläutern. Stellt euch vor, ihr seid ein Herr, der Arbeiter braucht und jeden Tag zum Tagelöhnermarkt geht, um welche zu finden. Ihr seht dort einen Tagelöhner, der darauf wartet, von jemandem eingestellt zu werden. Ihr stellt ihn ein und er kommt jeden Tag, um für euch zu arbeiten. Eines Tages bekommt dieser Arbeiter ein großes Erbe von seinem Onkel in Amerika, eine halbe Million Dollar. Werdet ihr diesen Arbeiter am nächsten Tag wieder am Tagelöhnermarkt auf Arbeit wartend finden? – Ihr werdet ihn dort nicht mehr sehen. Ist es eurer Meinung nach richtig, dass dieser Mann, der eine halbe Million Dollar geerbt hat, wieder mit seiner Hacke zum Tagelöhnermarkt geht und auf jemanden wartet, für den er arbeiten kann? Was bringt den Arbeiter dazu, seine Arbeit zu verlassen? – Das Geld. Das Geld macht sein Leben leichter. Ich frage: Mit welcher Arbeit soll er beginnen, nachdem er das Geld erhalten hat? Antwort: Er soll zu lernen beginnen. Wenn dieser Arbeiter, der ein solches Erbe bekommen hat, auf das Lernen verzichtet, die Schule verlässt und beschließt, dass er kein Wissen braucht, weil er etwas hat, wovon er leben kann, dann löst er seine Aufgabe nicht richtig. In diesem Fall ist die Armut vorzuziehen, da sie den Mann zum Arbeiten, zum Lernen zwingt, während der Reichtum ihn verdirbt. Er will nicht arbeiten, er will nicht lernen. Das lebendige Brot – das sind die günstigen Bedingungen des Lebens, die jeder vernünftige Mensch gut nutzen sollte. Damit will ich euch zum Gedanken führen, dass die günstigen Bedingungen im Leben den unvernünftigen Menschen von seinem richtigen Weg abbringen, aber dem vernünftigen Menschen die Richtigkeit seines Weges bestätigen. Das ist der einzige Grund, warum ihr bei eurer jetzigen Entwicklung mehr Schwierigkeiten als günstige Bedingungen habt. Die unsichtbare Welt oder die vernünftige Natur will euch zum Lernen bringen, so wie eine liebende Mutter ihre Kinder zum Lernen bringen will. Und wenn die Kinder nicht lernen, stellt ihre Mutter sie unter viel ungünstigere Bedingungen, unter große Schwierigkeiten, damit sie den Wunsch nach Lernen empfinden. Sie brauchen das Wissen.

Was ist also eurer Meinung nach die wichtigste Frage, die den Schüler beschäftigen sollte? – Das Wissen. Dieses Wissen muss in sich die Eigenschaft der inneren Demut enthalten. Jeden Tag muss sich das Bewusstsein des Schülers erweitern und gleichzeitig muss auch seine Liebe zum Wissen, zum Studium des Lebens größer werden. Beim angesammelten Wissen lassen sich die gleichen Erscheinungen beobachten wie in den Erdschichten. Wie sich das Wasser im Laufe von Jahrtausenden in diesen Schichten angesammelt hat, ohne herauszufließen, so hat sich auch das menschliche Wissen im Laufe von Jahren im Bewusstsein angesammelt, ohne herauszukommen. Der vernünftige Schüler kann diese Schichten durchgraben und das angesammelte Wasser wird herausquellen, an die Oberfläche kommen. Wo wird dieses Leben, dieses Wissen erscheinen? – Im menschlichen Bewusstsein. Und jetzt, da ihr euch auf die Welt vorbereitet, muss diese Energie aus euch heraussprudeln, damit ihr zu Trägern der Neuen Lehre werdet. In der Sprache der Wissenschaft ausgedrückt, muss der gebildete Mensch zum Boten jener Quellen in seinem Inneren sein, durch die man die äußere Pflanzenwelt bearbeiten kann. Die Pflanzenwelt ist das Emblem des inneren Leben des Menschen. Die schönsten Wünsche, die schönsten Gefühle, die ihr habt, können nur von einem wunderbaren Verstand verwirklicht werden. Deshalb muss jeder von euch danach streben, einen wunderbaren, ausgezeichnet entwickelten Verstand haben und ihn zum Arbeiten benutzen.Welches Fach im Leben bzw. welcher Zweig der Wissenschaft ist eurer Meinung nach gegenwärtig am wichtigsten? Welche Wissenschaften nehmen den ersten Platz in der gegenwärtigen Gesellschaft ein? Antwort: Die Naturwissenschaften und die Mathematik. Seid ihr alle damit einverstanden? Was ist in der ersten Klasse am wichtigsten, womit fängt der Lehrer an? Mit dem Erschließen der Buchstaben, nicht wahr? Und womit müsst ihr beginnen? – Mit dem Studium eures Gesichtes. Ich empfehle euch, eure Stirn zu studieren, sie zu messen, zu beobachten, ob sie Linien hat oder nicht. Dann solltet ihr eure Nase studieren, die Breite und Form der Nase. Dann solltet ihr eure Augen, Ohren, Augenbrauen, euren Kopf usw. studieren. Ihr könnt euch nicht euer ganzes Gesicht merken, doch es gibt gewisse Stirnzüge, welche die Richtung eures Verstandes bestimmen. Studiert auch die Eigenschaften eures Verstandes (Abb. 4). 

Abbildung 4

Diese drei Muster stellen verschiedene Stirnzüge dar. Diese Linien sind Falten, Schichten, die den Erdschichten ähnlich sind. Diejenigen Menschen, auf deren Stirn sich gerade, waagerechte Linien wie auf dem ersten Bild finden, sind nüchterne, denkende Menschen. Bei ihnen kann keine Überschwemmung passieren. Sie sind gescheit, jedoch nicht praktisch veranlagte und schnell. Ihnen gilt das Sprichwort „Während die Weisen philosophieren, toben sich die Verrückten aus.“

Ich werde euch eine Anekdote anführen, die diesen Menschenschlag gut veranschaulicht, der langsam zur Entscheidung gelangt. In einem Dorf begann man, ein öffentliches Bad zu bauen. Nach einiger Zeit war es fast fertig, es blieb nur den Fußboden mit Marmorfliesen auszulegen. Da dies aber teuer war, beschlossen die Bauern, zuerst den Fußboden mit Brettern auszulegen. Nun aber entstand die Diskussion, ob die Bretter gehobelt oder ungehobelt sein sollten. Es bildeten sich zwei Standpunkte heraus – die einen waren für gehobelte Bretter, die anderen für ungehobelte. Die Diskussion dauerte acht Jahre und so konnte das Bad nicht fertig gebaut werden. Schließlich kam ein Inspekteur, prüfte den Stand der Dinge und sagte: „Legt ein gehobeltes Brett für diejenigen, die auf solche Bretter bestehen und daneben ein ungehobeltes für die anderen, so dass beiden Wünschen entsprochen wird.“ Ich frage: Welchen Schluss werdet ihr ziehen, wenn ihr ein solches Bad betretet, das mit zwei Brettersorten ausgelegt ist? Ihr werdet begreifen, dass hier zwei Kräfte gewirkt, zwei Meinungen bestanden haben. Also sage ich: Man muss die Teile seines Körpers äußerlich studieren, um all jene Kräfte zu verstehen, die in ihm verborgen sind. Das entwickelt eine Selbstsicherheit im Menschen, so dass er all seine Gaben und Fähigkeiten ausbilden kann. Manche können z.B. nicht die Wahrheit sagen. Warum? – Weil sie zu ängstlich sind. Andere können nicht lügen. Warum? – Weil sie sehr gewissenhaft sind. In dieser Hinsicht sind die Menschen nicht gleich. Vom rein phrenologischen Standpunkt ist der Scheitel der Menschen nicht gleich. (Abb. 5) 


Abbildung 5

Bei manchen ist der obere Kopfteil, der Scheitel, breit – A, bei anderen ist dieser Kopfteil hinten etwas gebogen und eng – B. Wenn man eine waagerechte Linie CD zieht, die parallel zum Mund verläuft, kann man die Breite und Form des Scheitels, des Kopfteils, wo sich das Zentrum des Gewissens befindet, leicht bestimmen. Je umfangreicher dieses Zentrum und je länger die Linie ist, desto besser entwickelt ist das Gewissen eines Menschen; Je geringer der Umfang dieses Zentrums und je kürzer die Linie ist, desto schwächer entwickelt ist das Gewissen. Es gibt also ein Maximum, das die Verhältnisse aller Organe bei Kopfumfang 55 cm und Durchmesser 15 und 18 cm bestimmt. Bei einem normal entwickelten Kopf sind diese Zentren klar bestimmt. Jeder, der den Kopf studiert, kann aus den Linien lesen und feststellen, welches Zentrum gut entwickelt ist und welches nicht; Er kennt die Stelle des Gewissens und aller anderen Zentren. Es ist streng bestimmt, wie gut oder schwach unsere Zentren und Fähigkeiten entwickelt sind. Zwischen ihnen besteht ein gewisses Verhältnis. Das Gewissen und alle anderen Zentren haben ihre Linien nicht nur am Kopf, auf dem Gesicht, sondern auch auf der Hand.

Der Apostel Paulus sagt, wer schwach im Glauben ist, soll Kraut essen („Einer glaubt, er möge allerlei essen; welcher aber schwach ist, der ißt Kraut“, Römer 13:2). Wer einen schwachen Glauben hat, ist ängstlich. Wenn die Angst einen überwiegenden Einfluss auf den Menschen hat, liegt das an seinem schwachen Glauben. Es ist schwierig, einem ängstlichen Menschen zu predigen, dass es eine göttliche Vorsehung gibt, dass er an Gott glauben soll. Er wird sagen: „Was redest du mir vom Glauben? Ich muss gesunde Beine haben. Nimm die Beine in die Hand und laufe weg!“ Kann man dem Hasen predigen, dass es eine göttliche Vorsehung gibt, dass er an Gott glauben soll? – Nein. Der Hase sagt: „Ich glaube an meine Hinterbeine und weiß, dass ich es einfacher habe, wenn ich laufe.“ Von seinem Standpunkt aus betrachtet, hat er Recht. Wenn ihr zu einem Berg geht – was denkt ihr, ist er ängstlich? Wenn er ein Bewusstsein hätte, würde er euch sagen: „Selbst bei den stärksten Stürmen in der Welt werde ich mich von meinem Platz nicht bewegen!“ Warum? – Weil er ein Berg ist und kein Hase. Von hier werde ich ein großes Gesetz herleiten, das die Dinge in der Natur regelt: Was schwach ist, wird von den Kräften der Natur in alle Richtungen zerstäubt. Vom Baum gefallene Blätter werden in alle Richtungen auseinander getrieben, doch wenn sie fest am Baum hängen, trägt sie der Wind nicht davon, sondern biegt sie nur um ihr Zentrum herum. Das abgerissene Blatt bewegt sich sowohl in seiner Peripherie als auch im Zentrum, das gesunde Blatt, das am Baum hängt, bewegt sich nur in der Peripherie und bleibt im Zentrum ruhig. So halten Menschen, die in sich ein moralisches Fundament haben, allen Stürmen der Welt stand. Deshalb müsst ihr eine richtige Auffassung vom Leben haben.

Nun frage ich euch: Welche ist die wichtigste Eigenschaft des jungen Menschen? Oder wodurch zeichnet sich die Jugend aus? Bis zu einem gewissen Alter fühlt ihr euch jung, aber nach einer bestimmten Zeit spürt ihr, dass ihr alt geworden seid. Bis zum Zeitpunkt, in dem ihr euch jung gefühlt habt, wart ihr wirklich jung, doch vom Augenblick an, in dem ihr begonnen habt zu denken, dass ihr alt seid, trat auch in eurem Bewusstsein eine Veränderung ein. Worin unterscheidet sich euer früherer Zustand von dem späteren? Was habt ihr eigentlich verloren und was Neues ist in euch eingetreten?

Ich werde eure Überlegungen durch ein Beispiel leichter machen. Stellt euch vor, als Schüler habt ihr einen Geldbeutel voller Goldmünzen. Ihr berührt ihn ab und zu in eurer Tasche, der Geldbeutel regt euch an. Der volle Geldbeutel repräsentiert die Jugend. Der Beutel ist hart, fest, schwer, weil er voll ist. Wenn ihr seine Schwere und Härte spürt, verleiht er euch Stabilität und ihr geht aufrecht, stolz, mutig. Wer euch in dieser Körperhaltung sieht, wird sich umdrehen, um noch einen Blick auf euch zu werfen. Es ist angenehm, einen selbstbewussten, mutigen Menschen in der Welt zu sehStellt euch vor, nach einer gewissen Zeit steckt ihr die Hand in die Tasche, berührt den Geldbeutel – was spürt ihr dann? – Der Geldbeutel ist weicher und leichter geworden. Ihr gerät in einen besonderen psychischen Zustand und sagt: „Wie ist das denn möglich?“ Ihr wundert euch, wieso euer Geldbeutel leerer und leichter geworden ist. Irgendein schlauer, geschickter Mann hat unbemerkt euren vollen Geldbeutel durch einen leeren ausgetauscht und sich davon gemacht. Was tritt in euch nun ein? – Eine gewisse Trauer, Müdigkeit. Euch geht der Mut abhanden und ihr schreitet gesenkten Kopfes und Geistes durchs Leben. Der leere Geldbeutel repräsentiert das hohe Alter. Der alte Mensch spürt, dass ihm ein Schatz gestohlen wurde. Er sagt: „Die jungen Jahre sind vorbei!“ – Wie ist es passiert? – „Das weiß ich nicht.“ Er fast seinen Geldbeutel an, der jetzt schon leicht und weich ist und denkt bei sich: „Früher konnte ich mich auf meine Beine verlassen, nun kann ich es nicht mehr, ich weiß nicht, warum.“ Ihr müsst Folgendes wissen: Alle Menschen, die aus ihrem Herzen heraus leben, werden schneller alt als diejenigen, die aus ihrem Verstand heraus leben. Anders gesagt: Die Menschen des Fühlens werden schneller alt als die Menschen des nüchternen Denkens. Jeder, der nüchtern, vernünftig denkt, wird immer jung sein. Eines der Merkmale des jungen Menschen ist der rechte Gedanke. Deshalb ist der rechte Gedanke für uns alle notwendig.

Nun bereitet ihr euch darauf vor, in das neue Leben einzutreten. Was braucht ihr für dieses Leben? – Ihr alle müsst an dem Neuen im Leben arbeiten, denn im Menschen befinden sich Doppelorgane, die er ausbilden soll. Bisher arbeitete er mit der linken Gehirnhalbkugel und mit der rechten Hand, während seine rechte Gehirnhalbkugel und seine linke Hand passiv waren, sie beteiligten sich nicht an der Arbeit. Die linke Gehirnhalbkugel repräsentiert die Frau, die den ganzen Tag zuhause arbeitet, während der Mann eine Zigarette haltend, hin und her geht, diskutiert, philosophiert und meint: „Die Frau wird sich schon um alles kümmern“. Es gibt eine gewisse Analogie zwischen dem Leben des Zigeuners und dem, was ich euch jetzt erörtere. Der Zigeuner hört auf zu arbeiten, sobald er geheiratet hat. Er nimmt ein paar Zigaretten mit, geht herum, trifft den einen oder anderen Freund, unterhält sich mit ihnen, kümmert sich um nichts – seine Frau ernährt ihn. Die Zigeunerin geht mit einem Stock in der Hand und einem Sack auf dem Rücken von Haustür zu Haustür, klopft an und bettelt. Natürlich gibt es Ausnahmen, das ist nicht die Regel. Manche Zigeuner sind Kesselschmiede und arbeiten hart. Ich nehme das Zigeunerleben als Beispiel, um euch die Beziehungen zwischen Herz und Verstand, zwischen Fühlen und Denken im Menschen deutlicher vor Augen zu führen. Oft kann man nämlich den gleichen Atavismus wie bei den Zigeunern beobachten: Man lässt die Gefühle die wichtigsten Fragen lösen. Nein, das Fühlen, d.h. das Herz oder die Frau im Menschen kann die wichtigsten Fragen nicht lösen. Der Zigeuner bringt seiner Frau bei, hier oder da etwas zu erbetteln, aber das Betteln nützt nichts. Was ist, wenn alle Menschen, die sie anbettelt, arm sind, was könnten sie ihr geben? Die Bettelei ist keine Kunst, die Zigeunerin muss etwas anderes lernen. Ich sage: Das Herz in uns kann die Fragen nicht lösen, es muss der Verstand zum Arbeiten eingespannt werden. Wenn der Verstand zu arbeiten beginnt, muss das Herz mit ihm in Eintracht sein. Wenn ihr von Gefühlen überwältigt werdet, den Geist sinken lasst, niedergeschlagen und entmutigt seid, so sind das alles Emotionen, Stimmungen, die keine Probleme lösen. Der Verstand bringt die Dinge mit einem positiven Gesetz in Einklang und sagt: „Ich bin auf die Welt gekommen. Gott hat mir die Bedingungen zu meiner Entwicklung gegeben und ich muss arbeiten.“ Die Menschen, die sich von ihrem Verstand leiten lassen, snd vernünftig und lösen die Fragen richtig. Ein solcher Mensch denkt nach, vergleicht die Dinge an Ort und Stelle und sagt: „Wenn ich auf diese Weise verfahre, wird sich mein Leben verbessern.“ In dieser Hinsicht führt ihr alle ein Doppelleben, aber ihr müsst eine neue Erfahrung, eine neue Ansicht erlangen. Im alten Leben werdet ihr entmutigt und im neuen Leben werdet ihr ermutigt. Im letzteren überwiegt der Gedanke. Ihr müsst immer eine Parallele zwischen beide Leben ziehen und in dieser Weise vorwärts gehen. Ihr könnt noch nicht ausschließlich im neuen Leben verbleiben, sondern ihr werdet zwischen beiden wechseln. 

In meinen Vorträgen habe ich eine Parallele zwischen den vier Leben gezogen, die in euch fließen. Das alttestamentliche Leben stellt die Summe der ererbten Eigenschaften eurer Vorfahren dar. Ihr müsst dieses Leben studieren und euch dort wiedererkennen. Ich kann diese vier Leben in wissenschaftlicher Form vortragen. Sie stellen die vier Bewusstseinsarten im Menschen dar. Wo befinden sich das unterbewusste und das überbewusste Leben? – Sie bilden die beiden Pole des göttlichen Lebens. Das unterbewusste Leben ist das Leben der Engel und das überbewusste ist das Leben der göttlichen Welt. Das bewusste und das selbstbewusste Leben bilden die beiden Pole des menschlichen Lebens. Das bewusste Leben ist das Leben der Heiligen, der fortgeschrittenen Geister, die vor uns da waren; Das selbstbewusste Leben ist unser individuelles Leben. Beim bewussten und unterbewussten Leben müsst ihr ein Gebiet der lebendigen Natur studieren, das mit eurem jetzigen Leben zusammenhängt. Im Unterbewusstsein sind z.B. alle Möglichkeiten zur Verwirklichung der Dinge gelagert. Ich frage: Wie werdet ihr das erreichen? – Nur wenn ihr die Gesetze kennt. Du möchtest z.B. etwas Gutes erreichen. Verlege diesen Gedanken in dein Unterbewusstsein mit dem vollen Glauben und er wird realisiert. Lege diesen Gedanken ohne Angst, ohne Zweifel hinein und die hohen Wesen, die dort leben, werden dir helfen. Du musst nur deinen konkreten Antrag an sie schreiben und ihn abgeben. Diese Wesen mögen das Sprechen über Allgemeines nicht. Ihr wollt morgen Punkt halb drei aufstehen. Was werdet ihr tun? Ich habe es euch schon früher gesagt: Ihr müsst in euer Unterbewusstsein den Gedanken hineinlegen, dass ihr morgen um halb drei aufstehen wollt. Ihr braucht das nur einmal sagen und nicht wiederholen. Bei der Wiederholung wirkt das Gesetz nicht. Wenn du den Gedanken geäußert hast, sollst du ihn vergessen: Du wirst sehen, dass du am nächsten Morgen Punkt halb drei aufstehen wirst.

Manche von euch haben materielle Schwierigkeiten. Macht den gleichen Versuch: Sagt euch etwa: „Nächstes Jahr an diesem Tag werde ich über 1000 Leva verfügen.“ Lege diesen Gedanken in dein Unterbewusstsein und du wirst sehen, dass du im nächsten Jahr an diesem Tag 1000 Leva haben wirst. Zweifelst du es an, wirkt das Gesetz nicht. Dieses Gesetz wirkt nur, wenn ihr den vollen Glauben habt. Sagen wir, jemand von euch hat ein schwaches Gedächtnis. Will er sein Gedächtnis verbessern, kann er dasselbe Gesetz anwenden. Jeden Abend soll er vor dem Zubettgehen in sein Unterbewusstsein den Gedanken „Von morgen an wird mein Gedächtnis stärker sein“ hineinlegen. Indem man diesen positiven Gedanken in das Unterbewusstsein hineinlegt, wird das Gedächtnis allmählich stärker werden. Jeder, der seine Unzulänglichkeiten ausrotten, sein Leben verbessern will, muss einen positiven, rechten Gedanken haben. Was er für sein Leben braucht, muss er in sein Unterbewusstsein hineinlegen und die höheren Wesen werden zu Hilfe kommen.

Wenn ihr die Gesetze richtig begreift und anwendet, wird das euch von einer Reihe unnötiger Leiden im Leben befreien. Angenommen, du bist ein eigenbrötlerischer, dem Charakter nach pessimistischer Mensch, doch du willst die richtigen Beziehungen zu den anderen ausbauen. Lege diesen Wunsch mit Glauben in dein Unterbewusstsein hinein, indem du sogar das Datum festlegst, bis zu dem du diesen Wunsch erfüllt haben willst und du wirst sehen, dass du bis zu diesem Tag das Gewünschte erlangt haben wirst. Diese Energie wird in euch wie das Wasser durch die Sandschicht fließen, das die Sonde an die Oberfläche befördert. Alles wird zu seiner Zeit kommen. Aber das Gesetz der Suggestion erfordert eine spezifische Zeit und einen spezifischen Zustand des Menschen. Was bedeutet das? – Ihr könnt nicht jederzeit euch etwas suggerieren. Macht ihr es, wenn ihr verstimmt oder gereizt seid, könnt ihr keine guten Ergebnisse erzielen. Jeder, der in sein Unterbewusstsein einen erhabenen Gedanken hineinlegen will, der verwirklicht werden soll, muss dazu die beste Verfassung seines Geistes abwarten. Je verstimmter, unruhiger man ist, desto langsamer und unsicherer wirkt das Gesetz der Suggestion; Je besser aufgelegt man ist, desto besser wirkt das Gesetz.

Wenn wir also über die Liebe, Freude, das Licht und den Frieden sprechen, meinen wir jene göttlichen Bedingungen, unter denen sich die Fähigkeiten des Menschen richtig ausbilden. Ohne diese Fähigkeiten kann sich der Verstand nicht entwickeln und der Gedanke nicht kommen. Nur so ist der Mensch in der Lage zu arbeiten und alle Schwierigkeiten von seinem Weg zu räumen.

Zuallererst müsst ihr eure Fähigkeiten, eure Talente ausbilden. Wie bescheiden auch eure Fähigkeit sein mag – seht zu, dass ihr sie unbedingt entwickelt, denn von ihr hängt bis zu einem gewissen Grade die Manifestation eures Lebens ab. Gerade durch diese Fähigkeit wird die lebendige Natur an euch arbeiten. Dieses Gesetz wirkt für alle Menschen gleich. Ein starkes, gutes Gedächtnis ist ein Schatz. Aber ihr müsst wissen, dass das Gedächtnis von den Gefühlen abhängt. Je unbändiger die Gefühle eines Menschen sind, desto schwächer ist sein Gedächtnis. Wenn das Gedächtnis schwächer wird, zeigt dies eine Lockerung in den Gefühlen an, der Mensch wird zerstreut, behält nichts, sondern vergisst es. Das menschliche Gedächtnis wird auch bei großen Trauer und Leiden schwächer, bei großer Angst und starken geistigen Erschütterungen. Deshalb muss sich der Schüler in einem harmonischen Umfeld befinden, damit er sich richtig entwickeln und ein normales Leben führen kann. Jeder von euch kann sich ein harmonisches Umfeld für seine Entwicklung schaffen. Selbst wenn man unter die ungünstigsten Bedingungen gerät, kann man aus ihnen ein harmonisches Umfeld schaffen, aber dazu ist große Standhaftigkeit und Beständigkeit erforderlich.

Wir haben bei dem Gärtner da unten am Fluss ein gutes Beispiel für diese Beständigkeit. Vor ein paar Jahren hat er dieses Grundstück gekauft, das wie eine Wüste aussah. Er hat andere Erde geholt, aufgeschüttet und umgegraben, gedüngt und auf diese Weise das ganze Grundstück veredelt. Heute befindet sich auf diesem Grundstück ein guter Gemüse- und Obstgarten. Zuerst war die Erde so schwach, dass die Bauern aus den benachbarten Dörfern den Gärtner auslachten, weil er eine solche undankbare Arbeit auf sich genommen hat. Sie sagten ihm, er verschwende seine Arbeit, Zeit und Mittel. Doch dieser Mann hat mit Beständigkeit und Selbstvertrauen gearbeitet und erfreut sich jetzt guter Erträge. Er hatte eine Idee! Dieser Gärtner kann euch ein Beispiel dafür sein, dass man bei einem starken Wunsch jede Idee verwirklichen kann. Ihr könnt auch in dieser Weise arbeiten. Wenn wir jemanden haben, der bescheidene Fähigkeiten hat, jedoch 20 Jahre lang unermüdlich an sich arbeitet, wird er sein Herz veredeln und seinen Verstand erleuchten können. Von euch allen wird Arbeit verlangt!

Ich habe das Beispiel mit dem Seil angeführt und euch gezeigt, wie man es zerreißen soll. Dieses Seil stellt die Schwierigkeiten in eurem Leben dar, die ihr zerreißen, mit einer Nadel ausfransen solltet. Jede Schwierigkeit ist ein Reifen in eurem Leben, das euch einengt. Reifen sind für die Fässer notwendig, aber die lebendigen Bäume brauchen sie nicht. Wenn man Reifen um einen lebendigen Baum legt, kann der Baum nicht wachsen und wird eingehen. Diese Reifen müssen vom Baum entfernt werden! Die Reifen sind für diejenigen Menschen notwendig, die ein unbewusstes Leben führen, aber für uns, die wir ein bewusstes Leben führen, sind keine Reifen oder Seile notwendig. Wir sind lebendige Bäume, die in völliger Freiheit wachsen und sich entwickeln sollen. Von diesem Standpunkt aus müsst ihr die Liebe und ihre Anwendung im Denken studieren. Ich meine nicht die Manifestation der Liebe im Herzen, im Fühlen, sondern ihre Manifestation im Verstand, im Denken. Ihr müsst auch das Licht studieren, doch nicht das Licht, das euch auf eurem Weg stört, sondern das Licht, das euren Weg erleuchtet und euch anregt. So z.B. kannst du dich abends verlaufen, umherirren und nicht wissen, wo du dich befindest. Doch erscheint der erste Sonnenstrahl, wirft er Licht auf deinen Weg und du kannst dich orientieren.

Ihr müsst auch den Frieden studieren, der innere Ruhe in uns hineinbringt. Wann ist jemand friedlich? – Der Soldat ist friedlich, der seine Waffe auf der Schulter trägt. Die Waffe stellt für ihn den vollen Geldbeutel dar. Er berührt ihn und sagt: „Ich habe Frieden in meiner Seele!“ – Warum? – „Mein Geldbeutel ist voll.“ Wenn sein Geldbeutel leer ist, hat er keinen Frieden. Wenn du Liebe hast, hast du auch Frieden. Wenn du Brot hast, wirst du keinen Hunger haben. Wenn du Wasser hast, wirst du keinen Durst haben. Die Liebe bringt Leben, das leben bringt Licht und das Licht bringt Frieden. Wenn wir also Liebe haben, werden wir friedlich sein; Wenn wir Licht haben, werden wir wissen, wohin wir gehen. Schließlich müsst ihr die Freude studieren, um zu wissen, dass ihr erreichen werdet, wonach ihr strebt.

Als Schüler müsst ihr also realistisch das Leben betrachten. Alle Schüler haben die Aufgabe, nicht nur theoretische, sondern auch praktische Kenntnisse über das Leben zu haben. Alles, was ihr in der (okkulten) Schule lernt, müsst ihr anwenden und zudem manche Versuche selbst machen. Möge die Neue Lehre, das neue Leben in euch Gestalt annehmen!

„Berschid Ba“

Das Lied „Berschid Ba“ wurde im Dezember 1932 gegeben. Der Titel bedeutet „Der Anfang der Dinge“ = die Anfangsworte des Alten Testaments.

https://m.youtube.com/watch?v=AH1yefROskU

Бе някога, бе някога,

когато бе всичко тъмнина

и в нея се появи Светлина.

И Светлината очерта красотата

на Божествения живот,

който се всели

и повдигна моята душа.


Be njakoga, be njakoga,                      

kogato vsitschko be tâmnina             

i v neja se pohavi svetlina.                  

I svetlinata otscherta krasotata.          

na Bozhestvenija zhivot,                      

kojto se vseli                  

i povdigna mojata duscha.    

     

Es war einmal, es war einmal,

als alles dunkel(heit) war

und in der Dunkelheit erschien das Licht.

Und das Licht umriss die Schönheit

des göttlichen Lebens,

das sich inkarnierte

und meine Seele erhob.

         

Gebete zur Heilung

GEBET ZUR GENESUNG

Allgegenwärtiger und allgütiger Gott, im Namen des Herrn, der mit Deinem Knecht gesprochen hat, möge Dein Gesunden durch uns, Deine Diener, zur Herrlichkeit Deines Namens, geschehen.

Wir danken Dir, dass Du uns erhört hast. Nur Du bist unser Gott und außer Dir haben wir niemanden. Du bist es, der Du uns immer gesunden lassen kannst und Dein Genesenlassen ist Gesundheit für Seele und Körper. Stelle die Einheit des Wirkens von Verstand und Seele, von Seele und Körper wieder her. Lenke die Quelle des Herzens auf das Gute und die Kräfte des Körpers auf eine nützliche Arbeit.

Möge dieser unser Bruder/diese unsere Schwester …, der/die jetzt leidet, Deine Barmherzigkeit erfahren, auf dass wir uns alle in der Gegenwart Deiner Liebe, Deiner Güte und Deiner Kraft erfreuen können.

Amen

Das Gebet wird mittwochs, samstags und sonntags morgens zwischen sieben und neun Uhr gesprochen.

GEBET FÜR KRANKE

Herr der Kräfte, Du bist unsere Zuversicht von Geschlecht zu Geschlecht. Wir werden Deine Barmherzigkeit allezeit lobpreisen. Du hast einen Bund mit Deinen Auserwählten aufgerichtet, denn Du hast die starke und stützende Hand, denjenigen Barmherzig- keit zu zeigen, die Deinen Namen kennen.

Wende, Herr, Deinen Blick zu dem leidenden Bruder/zu der leidenden Schwester (. . . ), beachte ihre Leiden und erleichtere sie. Wir glauben fest an Deine Worte, die Du gesagt hast „Rufe mich an und ich werde dir antworten, denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine Rechte stützt und dir sagt: Fürchte dich nicht, Ich helfe dir! Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst und dich namentlich gerufen. Du bist der Meine, wenn du Gewässer durchquerst. Ich werde mit dir sein; wenn du durch das Feuer gehst, wirst du dich nicht verbrennen und keine Flamme wird dich zum Brennen bringen und fürchte dich nicht in der Ohnmacht, denn ich bin mit dir!“ Erhöre jetzt mein Gebet und ergieße Deine Barmherzigkeit im Überfluss über uns!

Amen

GEBET ZUM HEILEN

Herr, Du bist die Quelle des Lebens! Sende mir Deine lebenspendende Kraft – den Geist, auf dass er meinen Verstand, mein Herz, meine Seele, meinen Willen und meinen Körper heile. Auf dass er mich von allen physischen und psychischen Krankheiten und Leiden heile, auf dass er mich mit Gesundheit, Kraft und Liebe, mit Jugend und Schönheit beschenke; auf dass er in mir Talente und Fähigkei- ten entwickele, damit ich leben und lernen kann, Dir zu dienen!

Amen

Zum Heilen sollen die Psalmen 102, 40, 35, 91, 70, 86, 88, 97, 115, 116 gesprochen werden.

Für psychisch Kranke Psalm 57.

GEBET „DER HEILIGE GEIST“ (FÜR KRANKE)

Wenn jemand in Christus ist, ist er ein neues Geschöpf.

Mögen auf dich all diese Segnungen herabsteigen und auf dir ruhen.

Ich werde dich heilen.

Ein Körper und ein Geist!

Ich bin der Herr, der dich heilt.

Sei gereinigt!

Herr, sei barmherzig

zu mir, dem Sünder!

Heile meine Seele und erbarme dich! Betet füreinander,

um zu heilen.

Die Bitte, die mit Glauben geschieht, wird den Leidenden/die Leidende … erlösen.

Amen

GEBET FÜR DIE GESUNDHEIT

O, Herr, mach mein Gebet zu einem lebenspendenden Strom, der die Män- gel meines Ichs nichtig macht, auf dass mein Dasein sich fortsetze. Durch Deine Herrschaft kann ich an Dich denken und Dich in jeder Welt Deiner Welten lobpreisen.

Amen

GEBET FÜR KRANKE

Herr der Liebe, Herr des Lebens und der Gesundheit, wir, Deine Kinder, im Namen der Liebe versammelt, kommen zu Dir, um Dir für Deine große Barmherzigkeit zu danken.

Großer Herr, wir wenden uns an Dich, auf dass Du unserem Bruder/unserer Schwester (…), der/die schon seit langer Zeit an einer schweren Krankheit leidet, Deine Barmherzigkeit sendest. Herr, wir beten zu Dir, ergieße durch uns, Deine Diener, Deine Güte zu seiner/ihrer Heilung und sende, so bitten wir, Deine himmlischen Diener, auf dass sie ihm/ihr Hilfe, Gesundheit und Erneuerung im Leben, das Du für Deine Auserwählten bewahrst, bringen.

Großer Herr, möge unser Bruder/unsere Schwester Deine große Barmherzigkeit empfangen und sich gesund und lebensfroh fühlen.

Herr, wir danken Dir, dass Du uns erhört hast. Wir nehmen mit Freude die Leiden in unserem Leben an und werden mit Freude Deinen gütigen Willen erfüllen.

Amen

Gebet zum Zerschlagen der Ränke des Verführers

(kniend zu sprechen, die Worte „das bulgarische Volk“ durch „das deutsche/schwedische etc. Volk“ zu ersetzen)

Gott, Herr der Mächte, im Namen Jesu Christi, durch den Du uns gnädig erlaubt hast, Dich aufzurufen – wir, deine Kinder, kommen heute Morgen/Abend und knien vor Deinen Füßen. Wir bitten Dich, Herr, dass Du die Pläne aller dunklen Mächte des Verführers zerschlägst und vereitelst, die das bulgarische Volk, in dessen Mitte Du uns gesandt hast, geistig und politisch zermürben und ruinieren wollen. Gott, wir bitten Dich, unser Gebet zu erhören und anzunehmen und die Seele des bulgarischen Volkes zu erheben, damit es Deinen Segen nicht verliert. Amen. Amen Amen. 

Der Weg des Schwachen und des Starken

(auch unter dem Titel „Die zwei heiligen Wege“ bekannt)

Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 1.5.1929, Mittwoch, 5:00 Uhr

Nachdenken über „Die gute Botschaft“

Ich werde euch jetzt einige Regeln für das Leben geben. Erste Regel: egal, wie lange und auf welche Art ihr das Garn zerfasert, es wird genauso viele Fäden wie am Anfang enthalten. Dabei dürft ihr nicht denken, dass euer Leben sich besser einrichten lässt, als es früher war. Diese Regel lässt sich auf alle Lebenslagen anwenden. Egal, wie lange ihr also über eine Frage hechelt, sie bleibt so, wie sie ursprünglich war.

Zweite Regel: Der Schüler darf sich niemals von seiner Umgebung beeinflussen lassen. Wenn er einmal in die [okkulte] Schule eingetreten ist, muss er für sich lernen, danach streben, die Schule erfolgreich zu absolvieren. Es darf ihn nicht bekümmern, ob seine Mitschüler fortschreiten oder nicht. Indem er gut fortschreitet, hilft er damit indirekt auch den anderen. Will er nicht lernen, so wird er auch seine Mitmenschen schlecht beeinflussen. 

Dritte Regel: Ihr dürft niemals mehr übernehmen, als es notwendig ist. Jeder soll soviel Last tragen, wie er in der Lage ist. Denkt nicht, dass ihr beim Überladen eures Esels mehr Arbeit erledigen werdet. Überladet nicht euren Verstand mit mehr Wissen, als ihr vertragen könnt!

Das sind Regeln, die zwar alle Menschen kennen, doch sie haben sie nicht angewendet. Diejenigen, die diese Regeln nicht angewendet haben, sollten es tun.

Als Schüler solltet ihr neben jeder Arbeit, die ihr erledigt, auch die Musik studieren. Die Musik, der Gesang dienen dem Menschen nicht nur zur Vergnügung, sondern sie helfen ihm, schwierige Probleme im Leben richtig zu lösen. Durch Musik und Gesang transformiert man seine [Seelen]zustände. Neben der Vokal- und Instrumentalmusik existiert auch die Musik des Lebens, die für die verschiedenen Menschen je nach der Tonleiter, in der sie sich bewegen, verschieden ist. Es gibt Tonleitern des Lebens, von deren schädlichem Einfluss man sich, einmal dort hinein gelangt, schwer wieder befreien kann. Wenn der Mensch singt oder musiziert, ist jedes Lied in der Lage, ihn von seiner Notlage zu befreien oder seinen Gemütszustand zu ändern. So z.B. bringt der Vogelgesang, das Singen der Nachtigall eine gewisse Poesie in die Menschenseele hinein. Es gibt Sänger, deren Gesang Freude, Schwung in die Menschenseele bringt. Wer sich mit Musik und Gesang beschäftigt, hat die Möglichkeit, auf die östliche und westliche Musik zu stoßen, beide miteinander zu vergleichen und sich derer zu bedienen. Studiert das Leben in all seinen Erscheinungsformen und lasst sie euch behilflich sein. Behaltet das Gute und haltet das Böse fern von euch. Ihr werdet Angenehmes und Unangenehmes in eurem Leben erleben, aber lasst euch davon nicht stören. Es gibt in der Natur Täler und Berge. Wenn ihr in ein Tal heruntersteigt, werdet ihr einen bestimmten Zustand haben. Steigt ihr auf einen Berggipfel, wird der Zustand anders sein. Was ihr in der Natur seht, dem begegnet ihr auch im Leben. Das Leben ist keine Fläche. Wenn ihr es bewusst studiert, werdet ihr bemerken, dass in ihm Täler, Berge, Meere, Flüsse, Ozeane usw. sind. Im Leben, wie auch in der Natur, gibt es Berggipfel, die in ihrer Höhe unerreichbar und Täler, die in ihrer Tiefe unzugänglich sind. Wie der Bergsteiger zu den hohen Gipfeln strebt, so strebt jeder Mensch danach, einen Gipfel des Lebens zu besteigen und von dort die Dinge zu betrachten und sich belehren zu lassen.

Nun werdet ihr, wenn ihr solche Dinge besprechen hört, euch fragen, warum der Mensch lebt, warum er sich freut und trauert, warum er geboren wird und stirbt usw. Wie lange auch ihr euch Fragen nach diesem oder jenem stellen mögt, ihr solltet wissen, dass nur solche Fragen beantwortet werden können, die eine mathematische Lösung haben. Wenn sich eine Frage nicht mathematisch lösen lässt, hat sie keine andere Antwort. – Was ist der Himmel? – Das ist eine Frage, auf deren Erörterung ihr noch nicht bereit seid. Manch einer möchte wissen, warum er oft nichts zum Essen hat. Die Antwort lautet: Der Mensch hungert, um das Leiden kennenzulernen. Das sind keine philosophischen Antworten, aber der Vernünftige wird sich derer bedienen, wie er sich des Mehls bedient, um ein frisches Brot zu backen. Ihr werdet sagen, dass ihr das nicht versteht und dass es euch erklärt werden soll. Ihr solltet wissen, dass die Natur nur Rätsel aufgibt, um die Menschen zum Denken zu bringen. Wenn sie ihnen alle Erscheinungen erklären würde, würden sie überhaupt nicht denken. Aus demselben Grund deuten wir auch die Dinge an, ohne sie zu Ende zu erklären. Um seinen Verstand zu entwickeln, muss der Mensch selbst denken, er darf nicht erwarten, dass ihm die Antworten auf seine Fragen in den Schoß fallen. Als Schüler müsst ihr euch hauptsächlich mit jenen Fragen beschäftigen, die zum Verständnis des Lebens beitragen.

Als Schüler der Großen Schule müsst ihr vor allem gesund sein – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gesund sein. – Wer ist psychisch krank? – Derjenige, der unzufrieden ist, der  zweifelt, der seinen Verstand, sein Herz und seinen Willen nicht beherrscht. Der Mensch ist nicht schuld, dass er krank geworden ist, aber er ist schuld, wenn er sich nicht heilen lässt. Der Mensch ist nicht schuld, dass er seinen Verstand, sein Herz und seinen Willen nicht beherrscht, aber er ist schuld, wenn er nicht an seiner Erziehung arbeitet. Er muss seinen Verstand, sein Herz und seinen Willen erziehen, zur vollständigen Selbstbeherrschung kommen.

Nun wollen wir zur Musikfrage zurückkommen. Als Schüler solltet ihr singen und ein Instrument spielen, euch der Musik bedienen können. Es gibt keinen Menschen auf der Erde, der nicht singen kann. Auch Reden ist Musik, Gesang. Je musikalischer ein Mensch ist, desto musikalischer spricht er. Man sagt über jemanden, dass er süß spricht, dass sein Sprechen Musik ist. Das vernünftige Sprechen ist Musik, Singen. Manch einer sagt, dass er keine Musik braucht. – Nein, ohne Musik kann der Mensch nicht existieren.

Das Essen, Sprechen, Schreiben, Gehen, die Bewegungen – das ist alles Musik. Der Bulgare bewegt sich zwischen der Dur- und Moll-Tonleiter. In den bulgarischen Volksliedern überwiegt die Moll-Tonleiter, was sich nicht gut auf die Erziehung des Bulgaren auswirkt. Er muss etwas in seinem Lied ändern, jedes Element erlangen, das ihm fehlt. Um herauszufinden, was ihm fehlt, muss er gut die physische Welt studieren. Diese Welt ist das Vorwort zur geistigen Welt. Wenn der Mensch die physische Welt nicht kennt, wird er auch die geistige Welt nicht verstehen. Wenn der Mensch grundsätzlich, nicht nur der Bulgare, die physische, die sichtbare Welt nicht versteht, wird er in keiner Weise die unsichtbare, die geistige Welt verstehen.

Nun werde ich euch ein neues Lied geben: „Neva sanzu“, das in einer fremden, östlichen Sprache ist. Es lässt sich nicht ins Bulgarische übersetzen, da die Silben nicht übereinstimmen werden. Außerdem werden die Worte des Lieds ihre Kraft einbüßen, wenn sie ins Bulgarische übersetzt werden. Wenn der Mensch inspiriert singt, ist er schöpferisch tätig. In diesem Sinne ist das Singen ein schöpferischer Prozess. Im Lied „Du sollst erkennen, du sollst lieben“ ist der Weg, den der Mensch zurücklegt, glatt, ohne Hindernisse. Im Lied „Neva sanzu“ ist der Weg nicht glatt. Der Mensch muss aus der Höhe ins Tal heruntersteigen, eine komplizierte Frage im Leben lösen. Die Musik hilft dem Menschen bei bestimmten Krankheiten. Er kann sich durch Musik heilen. Die Musik ist ein besseres Heilmittel als alle Medikamente und Spritzen. Auch wenn man eine Aufgabe im Leben nicht lösen kann, muss man trotzdem singen. 

Es singen nicht nur die gewöhnlichen Menschen, sondern auch die größten Adepten und Heiligen. Ihre Musik hat schon länger als die Musik auf der Erde existiert. Die Musik der heutigem Menschen stellt ein kleines Licht inmitten großer Dunkelheit dar. Wenn auch dieses Licht klein ist, wird es eines Tages stärker werden. Das sind die Anfänge der zukünftigen Musik, ohne die die neue Kultur nicht auf die Erde kommen kann. Wenn keine neuen musikalischen Formen geschaffen werden, wird auch die neue Musik nicht kommen können. Als Beruf ist die Musik das eine, als schöpferische Kraft, als eine dem Menschen angelegte Gabe, ist sie etwas anderes. Der Mensch darf nicht in sich selbst dasjenige vernachlässigen, was die Natur in ihn hineingelegt hat. Er muss singen, spielen, sich musikalisch entwickeln. Um singen und spielen zu können, muss er frei sein, nicht eingeengt werden. Ist der Mensch nicht frei, kann er keinen Erfolg haben. Wenn er ein schönes Lied hört, möchte er es auch singen, doch plötzlich wird er schüchtern. Schießt ein heller Gedanke durch seinen Kopf, möchte er ihn in die Praxis umsetzen, doch auf einmal hält er inne, verliert den Glauben an sich. Ein Lied ist gut vorgetragen oder eine Idee ist richtig angewendet, wenn sie im Menschen etwas zu schaffen vermag.

Das Lied „Neva sanzu“ wird mit den Worten bleiben, die ich euch gegeben habe, obwohl sie für euch unverständlich sind. Die unverstandenen Dinge liegen weit entfernt und die verstandenen liegen in der Nähe. Das, was der Mensch nicht begreifen kann, ist weit von ihm; Das, was er begreift, ist ihm nah. Unerreichbare Dinge sind diejenigen, die weit vom Menschen liegen. Erreichbar sind diejenigen Dinge, die nah an ihm sind. Wenn der Mensch nach unerreichbaren Dingen strebt, muss er vorsichtig sein, um nicht auf eine Gefahr zu stoßen. Steil ist der Weg zum Unerreichbaren. Er ist voller Überraschungen und Gefahren, denen der Mensch abends im Wald oder in tropischen Gebieten begegnet. Wie gefährlich auch die Orte sein können, die der Adept durchquert, er ist vor ihnen geschützt, da er innerlich gewappnet ist. Aber der Schwache kann an den ungefährlichen Stellen Schaden nehmen. 

Auch die okkulten Wissenschaften bergen große Gefahren, die jeden unbewaffneten Menschen unangenehm überraschen können. Viele religiöse Menschen sind vor Angst verrückt geworden. Viele Menschen sind bei See- oder Ozeanfahrten verrückt geworden. Es ist vorgekommen, dass das Schiff, auf dem sie sich befunden haben, in Brand geraten ist. Weil es keinen Notausgang gab, wurden sie aus Angst wahnsinnig. Es gibt Fälle, wo jemand wahnsinnig wird, nur wenn ihn eine unangenehme Nachricht erreicht – etwa dass sein ganzes Geld verschwunden, das Haus niedergebrannt oder sein Sohn gestorben ist. In solchen Fällen muss man Selbstbeherrschung haben und zuerst überprüfen, ob die Nachricht, die man bekommen hat, wahr ist. Egal was für Prüfungen der Mensch erlebt, er muss singen, sich harmonisieren.

Wenn ihr jetzt frei Fragen stellen dürft, würde die erste Frage lauten, welchen Sinn Leiden und Freuden, Leben und Tod haben, warum der Mensch inkarnieren und reinkarnieren soll. Wenn ihr ins Jenseits geht, werdet ihr eure vergangenen Leben wie im Kino sehen. Wenn ihr eure vergangenen guten und bösen Taten betrachtet, werdet ihr begreifen, warum ihr heute gute oder schlechte Beziehungen zu den Menschen habt. Eure Beziehungen zu den Menschen erklären nur teilweise die Fragen der Freuden und Leiden im Leben. Wenn ihr eure vergangenen Leben betrachtet, werdet ihr sehen, dass ihr manchen Menschen viel Gutes getan, euch für sie geopfert habt und anderen gegenüber boshaft wart und ihnen geschadet habt. Indem ihr die lange Geschichte eures Lebens verfolgt, werdet ihr die Ursachen und Konsequenzen der Dinge verstehen. Das, was ihr in der anderen Welt sehen werdet, könnt ihr auch hier auf der Erde sehen, doch dazu ist ein hohes Bewusstsein erforderlich. Lasst eure Vergangenheit beiseite, bis ihr dieses hohe Bewusstsein erreicht habt. Lasst eure Vergangenheit eine Unterhaltung für die Zukunft und die Gegenwart eine Arbeit sein, die es gilt zu erledigen.

Einmal auf die Erde herabgestiegen, solltet ihr vorsichtig sein, da ihr auf gefährliche Stellen stoßen werdet. Wenn ihr sie passiert, müsst ihr gut bewaffnet sein, um keinen Schaden zu erleiden. Wollt ihr einen tiefen Fluss überqueren, müsst ihr einen intakten Rettungsring haben. Wollt ihr einen dichten Wald überqueren, müsst ihr einen Revolver in der Tasche tragen, um nicht von einem Räuber oder Raubtier überrascht zu werden. Ihr geht in einen Laden, um Kleider zu kaufen. Der Kaufmann wird euch aufmerksam vom Kopf bis zu den Füßen betrachten. Er möchte herausfinden, ob ihr einen Revolver, d.h. Bargeld in der Tasche habt, um zu entscheiden, ob er für euch aufsteht oder nicht. Stellt er fest, dass ihr über Bargeld verfügt, richtet er sich sofort auf und möchte euch behilflich sein. Ist er dagegen überzeugt, dass ihr arm seid, rührt er sich nicht vom Fleck. Wenn ihr das Leben der gegenwärtigen Menschen verfolgt, werdet ihr sehen, dass es immer etwas gibt, was ihnen Respekt einflößt. Das kann Geld, Macht, Wissen oder auch das Gute sein. Der Kaufmann ist wegen der Münzen gefällig und der Kunde ist ihm gegenüber aufmerksam und höflich, um ihn dazu zu verleiten, ihm gute Ware zu verkaufen. Die Höflichkeit und die Achtung sind bei Verkäufer und Käufer eigennützig – jeder möchte etwas bekommen. Wenn die religiösen und spirituellen Menschen in das grobe, materielle Leben geraten, sagen sie, dass sie kein Geld brauchen. – Wenn sie auf der Erde leben, brauchen sie Geld, aber das Geld darf nicht ihr Ideal im Leben sein. Sie brauchen Wissen, Kraft, eine erhabene Idee, der sie dienen können. Welche erhabenere Idee kann der Mensch finden als die Idee, Gott zu dienen? Manche sagen, dass sie Gott nicht brauchen. – Das ist ein Unverständnis der Dinge. Gott ist der Kopf des Menschenleibes. Was ist ein Leib ohne Kopf? Es heißt in der Bibel: „Der Kopf deines Wortes ist die Wahrheit“[1].

So wie der menschliche Leib ohne Kopf nicht existieren kann, so können auch Seele und Geist nicht ohne Kopf existieren. Der Kopf ist der Anfang der Dinge. Im weiteren Sinne des Wortes ist der Anfang der Dinge Gott. Man kann also ohne den Kopf, ohne den Anfang nichts erreichen. Derjenige, der die Bedeutung des Wortes „Gott dienen“ versteht, ist bereits in die geistige Welt eingetreten, wo vollständige Harmonie, Ordnung und absoluter innerer Frieden herrschen. Die geistige Welt ist nicht irgendwo ganz weit von den Menschen, sie ist um sie herum.

Es hängt vom Bewusstsein des Menschen ab, ob er nur physisch auf der Erde leben wird oder ob er auch geistig leben wird. Indem er seine geistigen Zentren entwickelt, kommt er mit der geistigen Welt, hauptsächlich mit den vernünftigen Wesen dieser Welt in Kontakt und lernt von ihnen. Der Mensch bestimmt selbst seinen Weg. Die Richtung seiner Bewegung hängt auch von seinem Leben ab.

Wenn wir jetzt über das geistige Leben sprechen, wollen wir den Menschen keine Regeln darüber auferlegen, wie sie leben sollen. Wenn man gut leben will, muss man nur eine Moral beachten – entweder Angst vor Gott oder Liebe zu Gott haben. Angst ist eine negative Seite und Liebe ist eine positive Seite. Es ist vorzuziehen, in die positive Seite des Lebens einzutreten und sich dabei zu erheben als in die negative Seite.

Wenn ich von der Furcht vor Gott spreche, meine ich jene heilige Ehrfurcht vor Gott, die den Menschen befreit. Sich vor Gott fürchten bedeutet: Denken, was man tut. Indem der Mensch Gott fürchtet, bemüht er sich, das zu tun, was Gott gefällt. Ohne dieses Gefühl in sich selbst lässt man in seinem Kopf verschiedene Gedanken zu, die ihn verhärten, so wie der Zementschlamm die Gegenstände verhärtet. Auch in der okkulten Wissenschaft gibt es Gedanken, die dem Zementschlamm ähnlich sind. Wenn jemand seinen Fuß da hineinsetzt, ist es schwierig, ihn wieder herauszubekommen. Nach dem Aushärten sollte der Zementschlamm brechen. Wenn man den ausgehärteten Zement nicht selbst brechen kann, muss man Hilfe von außen suchen. Wenn man seinen Fuß vom Zementschlamm befreit hat, darf man ihn nicht ein zweites Mal aufsetzen. Der zweite Schlamm wird schlimmer sein als der erste.

Wenn man also ein moralisches Leben führen will, muss man entweder Angst vor Gott oder Liebe zu Gott haben. Hat jemand das eine oder das andere, wird er umerzogen – er wird ein Mensch. Durch die Angst wird der Mensch Weisheit erlangen, die ihn retten wird. Durch die Liebe wird er in das Gesetz des Segens eintreten. Die Liebe ist der Weg des geringsten Widerstands. Auf diesem Weg gehen auch die Kinder. Der Weg der Angst ist jedoch ein Weg für die Genies, für die Adepten, für die Götter. Die Gottheiten folgen niemals dem Weg der Liebe. Wenn sie keine Angst vor Gott hätten, würden sie mit ihrer Kraft die Welt zerstören. Aber weil sie Angst haben, folgen sie dem Weg der Weisheit. Mit der Liebe arbeiten die kleinen, die schwachen Wesen und mit der Angst – die großen Wesen, die Götter. Nur die Angst vor Gott kann die starken Menschen demütig machen, zähmen. Wenn sie diese Angst nicht hätten, würden sie überall ihre Kraft zeigen, aber damit würden sie die Kräfte der Natur herausfordern. Die Kräfte der Natur gegen sich selbst herauszufordern bedeutet, ständig mit Füßen getreten zu werden. Deshalb haben die starken Wesen, die Adepten und Götter bevorzugt, den Herrn zu fürchten und von Ihm mit Füßen getreten zu werden, anstatt von den Menschen. Wenn sie keine Angst vor dem Herrn haben, werden sie ertrinken, wie Hunde ertrinken.

Ein großer, starker Hund packte einen kleineren, warf ihn zu Boden und begann ihn zu würgen. Der kleine Hund kämpfte, fiel zu Boden, richtete sich auf, bis er den großen loswurde und weglief. Bald holte er einen anderen Hund ein, einen kleineren und behandelte ihn genauso wie der große, der ihm eine gute Lektion erteilt hatte. Als er frei war, rannte der kleine Hund weg. Kleinere Hunde laufen vor stärkeren davon, aber aus Angst, nicht aus Liebe. Das ist Ertrinken. Jemand will stark sein, was auch immer mit ihm passiert. – Das ist nicht richtig. Der Starke muss Gott fürchten. Wenn er keine Angst hat, wird er sich selbst zerstören. Auch die größten und stärksten Granaten explodieren von alleine. Sobald sie explodiert ist, bleibt nichts von ihrer Kraft übrig.

Man muss vernünftig sein, seine Kräfte nicht umsonst verschwenden. Jede Granate muss, wenn sie explodiert, eine bestimmte Arbeit leisten. Die Natur verschwendet ihre Kräfte nicht umsonst. Damit ihr keine großen Fehler in eurem Leben macht, empfehle ich euch, dem Weg der Liebe zu folgen. Wer den Weg der Weisheit gehen will, muss wissen, dass dieser Weg schwierig ist. Wenn ihr sündigt, wird Gott euch mit Füßen treten. Es ist ein Segen für den Menschen, von Gott mit Füßen getreten zu werden, aber das kommt nicht oft vor. Nur wenige  genießen dieses Privileg. Dies bedeutet nicht, dass Gott als Mensch auf die Erde kommen und denjenigen mit Füßen treten wird, der Sein Gesetz gebrochen hat. Wenn sich günstige Bedingungen in ungünstige ändern, ist das Gottes Fuß, der tritt. Jemand ist zum General aufgestiegen, der eine ganze Armee befehligt, aber wenn er gegen Gottes Gesetz verstößt, beginnt Gottes Fuß ihn zu treten: Er wird entlassen, ihm werden die Rechte oder seine Rente aberkannt und er verliert den Respekt seiner Kameraden und Soldaten. Er fühlt sich allein, verlassen, ohne jegliche Aufmerksamkeit von Freunden und Bekannten. 

Dies war auch die Lage von König David, der die Frau von Urija dem Hethiter nahm. Gott erteilte ihm eine gute Lektion. Davids Sohn begann ihn zu jagen, und David musste barfuß und ohne die königliche Krone auf seinem Kopf fliehen. Auf diese Weise erinnerte Gott ihn an die Position, aus der Er ihn erhoben hatte. Von einem einfachen Hirten wurde David zum König, zum Auserwählten Gottes.


Was mit David passiert ist, wird mit jedem passieren, der gegen Gottes Gesetze verstößt. Es wird für niemanden eine Ausnahme gemacht, für euch auch nicht. Um nicht in solch okkultes Chaos zu geraten, muss man vernünftig und mit Wissen bewaffnet sein. Wenn man gut lernt, kann man sicher durch die gefährlichsten Orte gehen. Durch das Lernen entwickelt man sowohl den Verstand als auch das Herz. Man ist bereit, sich für Gott, für seine Mitmenschen zu opfern. Welche Güter der Mensch auch erwirbt, er gibt von ihnen an seine Mitmenschen ab. Wenn man etwas von sich gibt, vergisst man es. Ein solcher Mensch liebt die Arbeit und erwartet nicht, dass andere für ihn arbeiten. Was auch immer ein Mensch mit seinem Verstand und mit seinem Herzen erwirbt, es bleibt für ihn. Außerdem ist jede noch so unbedeutende Arbeit, die ein Mensch mit Liebe erledigt, rechtmäßig. Sie ist so ehrenwert wie die größten und höchsten Ämter. Allerdings sollte die Arbeit, die jemand verrichtet – egal wie gut sie ist -, nicht sein ganzes Leben in Anspruch nehmen. Nachdem er einige Jahre gearbeitet hat, sollte er diese Arbeit wechseln. Selbst wenn er ein König ist, wird er nicht sein ganzes Leben regieren. Er wird 40-50 Jahren regieren und dann den Thron an seinen Sohn abtreten.

Wenn ihr nun dem Weg des gewöhnlichen Lebens und der gewöhnlichen Wissenschaft folgt, tretet ihr allmählich in euer inneres, vernünftiges Leben ein, in dem die Dinge konstant sind und die Erscheinungen nicht in der begrenzten Zeit und im begrenzten Raum wie in der physischen Welt stattfinden. Sie finden jenseits von Zeit und Raum statt. Der Mensch kann immer der König von sich selbst sein und über seine Untertanen – seine Zellen – herrschen und sie erziehen. Was innerhalb eines Menschen passiert, passiert auch außerhalb von ihm. Und umgekehrt: Was in der Außenwelt passiert, passiert auch im Menschen. Durch den Vergleich der Außenwelt mit der Innenwelt gelangt der Mensch schließlich zur Wahrheit.

Was auch immer den Leuten gesagt wird, sie müssen es anwenden. Woher werdet ihr wissen, wie der Samen ist, wenn ihr ihn nicht pflanzt und seine Früchte seht? Wie werdet ihr das Leben verstehen, wenn ihr es nicht studiert? Das Leben ist schön und ernst. Das gegenwärtige Leben der Menschen ist nichts anderes als das äußere Gewand des wirklichen Lebens. Der Tag wird kommen, an dem dieses Gewand des Lebens abgestreift wird – wie der Gefangene sein Gefängnisgewand auszieht, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird. Auch Christus war ein Gefangener mit einer Krone auf dem Kopf und einem Mantel, den man Ihm vom Leib gerissen hat. Wenn das Leben einmal von seinem äußeren Mantel befreit wird, werdet ihr es so sehen, wie es wirklich ist.

Wenn wir über Leiden sprechen, bekommen die Menschen Angst. Nehmt euch an Christi 

Ein Beispiel. Er hat das größte Leiden ohne Angst ertragen, weil Er Gott liebte und Ihn fürchtete. Er hielt Gottes Gesetze heilig. Wer die Gebote Gottes nicht hält, ist ein Feigling. Wenn ihr geschlagen werdet, so sagt wie Christus: „Ihr schlagt nicht richtig, ihr habt diese Kunst  noch nicht gelernt.“ Wenn ihr ausgeraubt werdet, sagt den Räubern, dass sie diese Kunst nicht richtig gelernt haben. Gebt den Menschen ein Beispiel dafür, wie man kämpft, wie man raubt usw. Jemanden nach den Regeln der Liebe schlagen, heißt: Wenn er krank ist, ihn zu heilen; wenn er tot ist, ihn aufzuerwecken.

Die heutigen Menschen haben Angst, ausgeraubt, gefeuert, geschlagen usw. zu werden. Egal wie sehr sie Angst haben, all dies wird passieren, aber es soll zumindest rechtzeitig passieren. Wenn es nicht in der rechten Zeit passiert, dann ist es schlecht. Der Tag wird kommen, an dem man euch ausrauben, feuern, schlagen wird, so dass nur vertrocknete Knochen von euch übrig bleiben werden. Wenn ihr an eurem Haus vorbeigeht, werdet ihr sagen: „Das alles war einmal meins.“ Was auch immer von euch übrig ist: Wisst, dass es etwas Reales ist. Arbeitet genau für diese Realität! Wie werdet ihr arbeiten? Entweder auf dem Weg der Liebe oder auf dem Weg der Weisheit. Liebt Gott und fürchtet Ihn, um Seinen Willen zu tun und Seine Gesetze heiligzuhalten!


[1] Auf Deutsch lautet die jeweilige Stelle: „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit währt ewig.“ (Psalm 119:160, Elberfelder Bibel) 

Die Intuition

Allgemeine okkulte Klasse, Vorträge an den Sieben Seen, 23.7.1930, 5:00 Uhr

Wenn man durch felsige Gegenden geht und seinen Fuß oder einen anderen Körperteil stößt, empfindet man Schmerzen. Was verursacht den Schmerz? Der Stoß. Der Stoß ist nichts anderes als die Übertragung einer besonderen Art von Energie, die man nicht braucht. Daher verursacht alles, was man nicht braucht, Schmerzen. Unzufrieden damit, dass er sich gestoßen hat, sagt der Mensch: “Wieso konnte niemand hier einen Weg bauen?”Eine menschliche Hand kann nicht reparieren, was die Natur eingerichtet hat. Wenn die Bergstraße geglättet werden muss, wird dies zuerst die Natur tun. Menschliche Kräfte sind nicht in der Lage, die Wege der Natur zu bestimmen. Andere Kräfte arbeiten dort. Bisher wurden dem Menschen zwei Aufgaben übertragen: die Säfte seines Herzens zu empfangen und sie zu seinem Verstand zu lenken. Die zweite Aufgabe des Menschen besteht darin, seinen Verstand zu entwickeln, um Gottes Wege und die Gesetze zu verstehen, durch die die Welt geschaffen wurde. Den eigenen Verstand zu entwickeln bedeutet, das eigene Denken zu intensivieren. Wenn der Gedanke eines Menschen stark ist, kann er Gottes Segen empfangen und weitergeben. So wird er zum Leiter des Göttlichen. Wenn der Gedanke schwach ist, kann er nichts erreichen. Über einen solchen Menschen sagt man, dass er nicht entwickelt ist.

Egal wie gelehrt jemand ist, wenn er die großen Segen des Lebens nicht benutzen kann, ist seine Gelehrsamkeit nur vorübergehend. Kann er von diesen Segen profitieren, ist er ein wahrer Wissenschaftler, ein Weiser. Wenn er die Segen des Lebens nicht benutzen kann, wird er – unabhängig davon, wieviel Wissen er auf sich lädt, immer einfältig bleiben. Was sagt ihr über das Kamel, das ihr mit Edelsteinen und Gold beladen habt? Ob es mit Juwelen oder gar nicht beladen ist, das Kamel bleibt ein Kamel. Wenn es keine Last trägt, ist das Kamel mit seiner Lage zufriedener, es bewegt sich leichter. Wenn der Mensch also die Segen nicht richtig verwenden kann, verursachen sie ihm Schmerzen. Alles, was einem Menschen Schmerzen bereitet, ist ihm fremd. Er muss das Fremde, das er nicht gebrauchen kann, loswerden. 

Woher weiß ein Mensch, welche Dinge für ihn notwendig und welche unnötig sind? Durch die Intuition. Die Intuition ist ein göttliches Gefühl, das jedem Menschen einverleibt wurde, aber sie ist nicht bei allen Menschen gleichermaßen entwickelt. Wer dieses Gefühl in sich entwickelt hat, prüft die Dinge selbst. So wie man keinen Professor zu suchen braucht, der ihm sagen kann, ob eine Zitrone sauer ist, so ist es auch für denjenigen, der über die Intuition verfügt, nicht notwendig, dass ihm die Dinge nachgewiesen werden.

Wenn jemand prpfen möchte, wie sauer eine Zitrone ist, nimmt er ein Messer, schneidet sie auf und probiert sie. Wenn man etwas außerhalb seiner fünf Sinne prüfen möchte, wird man seine Intuition anwenden und alles wissen, was einen interessiert. Wenn man das weiß, muss man seine Intuition konsultieren. Gerätst du in eine schwierige Situation, kannst du ein bestimmtes Problem nicht lösen, so wende dich an deine Intuition. Sie wird dir sagen, was zu tun ist. 

Die Intuition ist ein wahres Gefühl, sie lügt nie. Als göttliches Gefühl ist sie der Kapitän des menschlichen Schiffes. Solange man auf diesen Kapitän hört, kann man sich überhaupt nicht irren. Verstand, Herz und Wille sind die Diener dieses Kapitäns. Wenn Verstand, Herz und Wille auf ihn hören und ihm gehorchen, lebt der Mensch gut. Wenn sie nicht auf ihn hören, weicht das Leben des Menschen vom richtigen Weg ab.

Christus sagt: Wenn ein Mensch nicht wiedergeboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eintreten. Diejenigen, die das Gesetz nicht verstehen, denken, dass es schwierig ist, geboren zu werden. Ist es für das Weizenkorn schwierig, geboren zu werden? Säet ein Weizenkorn in die Erde, so dass es günstige Bedingungen hat und lasst es frei sein. Es wird wachsen, blühen und Früchte tragen. Ist es schwierig, das Gute in euch selbst zu stärken? Egal wie klein es ist, wenn ihr ihm günstige Bedingungen für seine Entwicklung gebt, wird es zunehmen und Früchte tragen. 

Wenn es den Menschen nicht gelingt, das Gute zu entwickeln, liegt es daran, dass sie es nicht in günstige Bedingungen stellen. Manchmal sind sie stark im Bösen, im Negativen, weil sie dem Bösen gute Bedingungen für seine Entwicklung geben. So hört ihr zum Beispiel jemanden sagen, er sei unfähig. Er behält diesen Gedanken ständig im Kopf und arbeitet nicht. Was bedeuten die Worte „ich bin unfähig“? Man ist unfähig, einen tiefen Fluss zu überqueren, der keine Brücke hat. Wenn es eine Brücke gibt, ist man schon in der Lage, diesen Fluss zu überqueren. Wenn der Fluss also keine Brücke hat und du ihn nicht überqueren kannst, so werde fähig, eine Brücke zu bauen und ihn zu überqueren. Der Grund, warum zwei Menschen sich nicht lieben, ist, dass es keine Brücke zwischen ihnen gibt. Lasst jeden von ihnen ein Brett legen und die Brücke wird schon da sein. Sobald die Brücke fertig ist, wird auch die Liebe kommen. Jemand beschwert sich, dass ihn niemand liebt. Was muss er tun, um von den Menschen geliebt zu werden? Er soll einen Obstgarten an einem Ort anlegen, an dem viele Menschen vorbeikommen. Allen, die an seinem Garten vorbeikommen, soll er Früchte geben: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Wassermelonen, Honigmelonen. Bald wird er gute, freundschaftliche Beziehungen zu diesen Menschen aufbauen und sie werden ihn liebgewinnen. Jeder hat unbepflanzte Stellen in sich, die er mit guten Früchten anbauen soll. In höchstens fünf Jahren wird er Früchte haben, durch die er sich mit den Menschen verbinden kann, so dass sie ihn lieben werden. Es ist gut, jeden Tag einen guten Gedanken in euren Verstand und ein gutes Gefühl in euer Herz zu pflanzen, damit ihr etwas habt, was ihr unter euren Nächsten verteilen könnt. Es ist schön, die menschliche Seele zu sehen, in der duftende, bunte Blumen wachsen. Indem man duftende Blumen und gute Früchte in den Garten seiner Seele pflanzt, schafft man Bedingungen für die Manifestation der Liebe zu seinen Nächsten. Als Schüler müsst ihr daran arbeiten, die Liebe zu erlangen, ohne Angst vor eurem früheren Leben zu haben. Die Vergangenheit ist genauso notwendig wie die Gegenwart. Die Vergangenheit ist die Einführung in die Gegenwart. Man lernt aus seiner Vergangenheit. Ohne die Erfahrungen der Vergangenheit bleibt das neue Leben für den Menschen unzugänglich. Wie die Erinnerungen an die Vergangenheit sind, ob gut oder schlecht, spielt keine Rolle. Aus der menschlichen Sicht sind die Dinge gut und schlecht, jedoch nicht aus der Sicht der Natur, die alles nutzt. Wenn du also denkst, das Leben sei nicht gut und es habe keinen Sinn zu leben, schaue mit dem Auge der Natur, in der alle Dinge von Bedeutung sind. Und wenn du dann denkst, dass du nicht in der Lage bist, etwas mit deinem Verstand und deinem Herzen zu tun, dann überlasse es der Intuition. Sie wird alles tun, wofür du dich für unfähig hältst.

Wenn man den Menschen über die bewusste Arbeit an sich selbst, über den Dienst an Gott redet, sagen sie, dass sie sich heute nicht dazu verpflichten wollen. Eines Tages, wenn sie rein und heilig werden, wollen sie Gott dienen. Warum? Weil sie denken, dass Gott sie heute bei ihrem sündigen Leben nicht lieben kann. Sie irren sich. Wenn sie aufrichtig Gott dienen wollen, sollen sie jetzt beginnen. Verschieben sie das auf die Zukunft, wenn sie heilig und rein werden, werden sie viel verlieren. Es ist nicht leicht für einen Menschen, ein reines und heiliges Leben zu erreichen. Dies ist eine Arbeit, die Jahrhunderte dauert, sie kann nicht an einem Tag geschafft werden. Was Gottes Beziehung zum Menschen anbelangt, bleibt sie in allen Zeiten und Zeitaltern gleich.

Gott ist in sich selbst unveränderlich. Seine äußere Beziehungen zu den Menschen, zu allen Lebewesen sind unterschiedlich, aber die inneren Beziehungen sind gleich. Mit anderen Worten: Innerlich hat Gott allen Menschen die gleichen Bedingungen gegeben, aber die äußeren Bedingungen sind je nach den Bedürfnissen jedes Menschen unterschiedlich. 

Jemand wird sagen, dass er Sünden begeht. Wenn man sündigt, sollte man nicht bereuen, sondern in seinem Fehler eine Lektion finden. Wenn man einen Fehler macht, sollte man sich freuen, dass man die Gelegenheit erhalten hat, eine seiner Tugenden zu manifestieren. Je größer der Fehler ist, desto größer muss die Tugend sein, die man an den Tag legt. Auf solche Menschen bezieht sich der Vers „Alles, was im Leben eines Menschen geschieht, der Gott liebt, wird sich zum Guten wenden.“ 

Viele machen Fehler, weil sie alles auf einmal erwerben wollen. Das ist unmöglich. Kann man alles auf einmal essen? Ist es nicht besser, jeden Tag ein bisschen zu essen, als alles auf einmal zu essen? Ist es nicht besser, jeden Tag ein wenig zu verstehen, als alles auf einmal zu verstehen? Um zu einem tieferen Verständnis des Lebens zu gelangen, braucht man besondere Bedingungen. Um das Leben eines Tieres zu verstehen, muss man sich in seine Lage versetzen, seinen Verstand und sein Herz verstehen. Dann wird das Tier selbst bereit sein uns zu dienen. Wenn das Tier keine Verbindung zum Menschen hat, läuft es vor ihm weg. Um das Leben der Engel zu verstehen, muss man sich mit ihren Gedanken und Herzen verbinden. Ohne diese Verbindung kann kein Verständnis existieren.

Wenn ihr also die Dinge in ihrer Realität verstehen wollt, solltet ihr das eurer Intuition übertragen. Was auch immer sie sagt, glaubt ihr. Wenn ihr an euren Verstand und euer Herz glauben müsst und euch von ihnen leiten lasst, seid ihr auf dem falschen Weg. Die Diener können nicht ihren Herrn anleiten. Wenn man das ihnen überlässt, werden sie unbedingt den falschen Weg einschlagen. Wenn du etwas lernen möchtest, beauftrage deine Intuition damit. 

Wie lange du auch immer lernen und philosophieren magst, in tausend Jahren wirst du nicht so viel lernen, wie du an einem Tag durch die Intuition gelernt hast. Durch die Intuition kannst du lernen, wie das Leben auf der Sonne und auf dem Mond ist und mit deinem Verstand wirst du kaum lernen, aus welchen Elementen sich die Sonne zusammensetzt. Wenn jemand sagt, dass er mit der Sonne kommunizieren kann, dann soll er über etwas berichten, was für das Leben und die Wesen der Sonne charakteristisch ist. Wenn ihr zum Beispiel über die Menschen als Bewohner der Erde sprecht, werdet ihr sagen, dass sie alle atmen, denken, fühlen und sich bewegen. 

Wenn ihr in die Berge gekommen seid, habt ihr die Voraussetzungen, um das Gute in euch zu manifestieren. Wenn ihr beispielsweise über einen Stein stolpert, braucht ihr nicht wütend zu werden, sondern bückt euch und verlegt den Stein an eine Stelle, wo er die Wanderer nicht behindert. Wenn ihr in eine kleine Pfütze tretet und schmutzig werdet, bleibt stehen und legt sie trocken. Wenn ihr die Latschenkiefer betrachtet, schaut nicht auf sie herab, sondern denkt an ihr Leben, an die Bedingungen, unter denen sie sich befinden, um eine Lektion in Geduld zu erhalten.

Nehmt etwas saubere Asche von den verbrannten Latschenkiefern, siebt sie gut und benutzt sie als ein Heilmittel. Wenn ihr euch unwohl fühlt, nehmt eine Messerspitze von dieser Asche, gießt sie in ein Glas heißes Wasser und trinkt es, wenn sich die Asche abgesetzt hat. Seid beim Wandern  dankbar für alles, was ihr seht. Der Berg mit seiner Vegetation stellt das Werk großer Meister dar, die seit Jahrhunderten gearbeitet haben. Alles, was sie getan haben, hat eine Bedeutung und einen Sinn. Wenn ein Genie schafft, legt es einen Sinn in seine Arbeit hinein. Was werdet ihr dann über jene genialen Meister sagen, die in der Natur schaffen? 

Seid also munter, fröhlich und stark. Die Kraft des Menschen liegt in der Tatsache, dass Gott in ihm wirkt. Solange das Leben andauert, ist der Fluss stark. Wenn das Leben verschwindet, verschwindet auch die Kraft des Flusses. Daher liegt die Kraft nicht im Fluss, sondern im Leben, das durch ihn fließt. Aus dem gleichen Grund sage ich: Die Kraft liegt nicht im menschlichen Bewusstsein, sondern im Leben, das von Gott kommt und in den Menschen einfließt. Wenn ihr das wisst, achtet darauf, nicht den Weg für das Göttliche in euch selbst zu verstopfen, zu versperren. Wenn das passiert, kommt euer Schmutz rein statt raus. Verstopft nicht die Rohre eures Abwasserkanals, durch die der Schmutz austritt. Entstopft die Rohre eures Abwasserkanals, damit das Gute und Saubere von außen einfließen kann. Haltet eure Rohre offen für das Gute, das von außen kommt und hineinfließt. Haltet auch die Rohre offen, damit das Böse von innen nach außen herauskommt. Wenn ihr das erreicht, wird euer Leben so eingerichtet sein, wie Gott es beabsichtigt hat. 

Singt nun das Lied „Gott ist Liebe“ https://youtu.be/1HkrcYDkf44

Der Geist Gottes, der Geliebte unserer Seelen, wird alles für uns tun. 

Formeln, dei bei Versuchungen verwendet werden können

Eins müsst ihr wissen: Entsprechend euren Gedanken und Wünschen zieht ihr Wesen aus einer höheren oder einer niedrigeren Hierarchie an. Keiner von euch ist frei. Einige bringen eine Wohltat, andere Unglück.

Es ist ein Gesetz: Wann immer der Mensch eine bestimmte Versuchung erleidet, wird er stärker, und wenn er ihr nicht standhält, stürzt er tiefer und wird schwächer.

Wenn in euch der Gedanke entsteht, etwas Schlechtes zu tun, sagt: „Ich bin ein Diener und ein Sohn des Herrn, der mich auf die Erde gesandt hat und in diesem Moment schaut mir der Vater zu.“ Wenn ihr dies sagt, wird sich euer Gedanke sofort ändern.

„Herr, vergib uns, dass wir dich zwingen, uns so zu behandeln, wie du es nicht willst. Befreie uns von der Versuchung, damit wir dein helles, liebevolles Herz erkennen.“

„Mein Gedanke muss rein und heilig sein.“

„Ich habe keine Angst, weil der Herr in mir ist. In der Erfüllung des göttlichen Willens liegt die Kraft der menschlichen Seele.“

Sobald euch ein schlechter Gedanke einfällt, entfernt ihn sofort und sagt: „Du bist nicht von Gott, du hast keine Macht in uns.“

„Gott ist Liebe, Gott ist Weisheit. Ich bin das Gute, ich bin die Wahrheit.“ – Wenn das Böse über dich kommt, greife es nicht an, sondern verteidige dich nur. Wenn du versucht wirst, sage die obige Formel leise.

Wenn eine Versuchung entsteht, werde ich mir sagen: „Für nichts auf der Welt werde ich in dieser großen Liebe, die alles in sich umhüllt, dieses Große in mir opfern, für das alle vernünftigen Wesen vor mir gelebt und gewirkt und ihre Kraft erworben haben. Ich werde dieses große Gesetz keineswegs übertreten, sondern ihm alles Niedrigere unterordnen und den Willen Gottes tun.“

„Herr, spanne diesen Geist, der mich versucht, zum Arbeiten ein oder gibt mir die Gelegenheit, von ihm wegzukommen.“

„Herr, bitte hilf mir, damit meine Gedanken heute wach bleiben und ich nicht in Versuchung gerate.“

Wenn der Teufel kommt, um euch zu versuchen, kämpft nicht gegen ihn, sondern ruft Gottes Wort um Hilfe an und sagt euch: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort Gottes. Ich werde vom Wort Gottes leben und zusammen mit ihm kämpfen.“

Ein Gespräch über die Liebe

aus dem Buch „Briefe von Bojan Boev“, Bd.1

Lieber Bruder,

hier werde ich ein Gespräch mit dem Meister vom 24. Dezember 1937 darlegen:

Der Mensch wurde auf die Erde geschickt, um die Liebe zu lernen.  Christus sagte: „Deshalb wurde ich geboren, um die Liebe zu zeigen.“ Die Liebe umfasst diese drei: Liebe, Weisheit, Wahrheit. In die Liebe gehen die Weisheit und Wahrheit ein. In die Weisheit gehen die Liebe und Wahrheit ein. In die Wahrheit gehen die Liebe und Weisheit ein.

Ein Bruder fragte: „Sie sagten heute Morgen in einem Gespräch, wenn Gottes Liebe in ihrer Fülle durch den Menschen gehen würde, könnte das menschliche Nervensystem das nicht aushalten und müsste durch die stsrken Schwingungen wegschmelzen. Aber wie kann das Nervensystem für die Schwingungen der Liebe Gottes stark gemacht werden?

Der Meister antwortete: „Die Liebe vertreibt alle Angst. Wo Angst ist, ist keine Liebe. Der Mensch muss denken, dass alles, was passiert, zum Guten ist. Es heißt: „Alles, was denen passiert, die Gott lieben, geschieht zum Guten.“ Wenn der Mensch in dieser Art denkt, passt sich sein Körper an die Schwingungen der Liebe an und kann sie ertragen. Die Liebe erhöht die Schwingungen des Körpers und die Angst senkt sie. Daher wirst du bei der Angst die Eindrücke von außen nicht richtig wahrnehmen und deine Eindrücke und dein Verständnis werden nicht vollständig sein.

Bei den Vorträgen werden die Gesetze der Liebe studiert, [die Art] wie man Gott dient. Lernen und Dienen sind notwendig. Die Vorträge zeigen auf, welchen Weg wir gehen sollen. In allem, was ich in den Vorträgen gesagt habe, leugnen wir nichts. Jeder bestehende Glaube ist gut. Aber man sollte nicht bei ihm aufhören, sondern höher steigen. Man darf nicht an einem Ort anhalten und sagen: „Was ich habe, ist besser.“

Beim Kind trägt jedes Jahr etwas bei. Aber der alte Mensch sollte nicht bereuen, dass er alt geworden ist. Er ist nicht alt geworden. Es ist eine Illusion für ihn, dass er alt ist. Wir werden durch unsere Selbstsucht alt und verjüngen uns durch Gottes Liebe. Warum ist jemand alt geworden? Aus Selbstsucht. Warum hat er sich verjüngt? Weil er in Gottes Liebe eingetreten ist. Wenn ein Mensch in die andere Welt geht, sollte er mit Liebe hingehen.

Jeder soll das, was er lernt, mit Liebe lernen und mit Liebe an andere weitergeben. Jemand möchte jemanden mit Liebe aufklären, doch er selbst ist nicht in der Liebe aufgeklärt. Die Menschen müssen anfangen, die Liebe anzuwenden, denn jetzt spricht man über die Liebe, ohne sie anzuwenden.

Wir brauchen eine neue Kanalisation für die Liebe. Es gibt Liebe, aber die Kanalisation ist schwach. Jetzt brauchen wir Menschen, die zu Leitern werden, durch die sich Gottes Liebe manifestieren kann.

Ein Bruder fragte: „Wie kann man zum Leiter der Liebe werden?“ Der Meister sagte: „Man soll an Gott denken, heimlich beten. Dies ist ein Mittel, durch das die Liebe zur Geltung kommen kann. Das Gebet ist eine innere persönliche Methode der Seele.

Die Vorträge müssen studiert werden. Es geht nicht nur ums Lesen, sondern das, was man liest, sollte man anwenden. Versuche muss man machen, denn ohne Versuche kann nichts erreicht werden. Andernfalls werden wir nur trockene Scholastik haben.

Jemand behauptet: „So sagt Christus.“ Aber Christus tut auch, was Er sagt. Man sollte denken: „Ich muss lieben. Und wenn ich Gott liebe, muss ich auch die anderen Menschen lieben, ob sie meine Freunde sind oder nicht.“ Aber der motivierende Ausgangspunkt sollte die Liebe zu Gott sein und von Gott sollte man zu seinem Nächsten gehen.

Die zwei großen Gesetze sind: Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten. Diese Idee muss man entwickeln, man muss aufzeigen, wie wir von der Liebe zu Gott zur Nächstenliebe gelangen. In der Liebe Gottes gehen wir von der Peripherie zu Gott. Und die Nächstenliebe geht von Gott zur Peripherie. Du wirst deinen Nächsten lieben, wenn du bereits aus Gott herausgekommen bist. Das ist eine ganze Philosophie. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten gehen in zwei verschiedene Richtungen. Derjenige liegt falsch, der Gott außerhalb von sich selbst stellt. Und er muss lernen, dass Gott in ihm ist. Unser Nächster ist ein Spiegelbild Gottes. Wir werden Gott in unserem Nächsten sehen. Der Mensch soll begreifen, dass er und sein Nächster beide in Gott leben.

Ein Bruder sagte: „Meister, Sie haben uns kürzlich die Aufgabe gegeben, jeden Tag gute Gedanken an jemanden zu senden und ihm zu wünschen, dass er Gott dient, dass er Gottes Willen tut, dass die Liebe in ihm erwacht usw. Sie haben uns diese Aufgabe für zehn Tage gegeben.“

Der Meister sagte: „Nun gebe ich euch eine neue Aufgabe: Sendet jeden Tag einen Gedanken an alle guten Menschen, ihre Liebe zu Gott möge stärker werden! Dies sollte dreimal täglich erfolgen. Es kann dreimal am Tag oder dreimal nachts durchgeführt werden. Aber um es nachts zu tun, muss man sich dazu erziehen. Manchmal sagst du dir nachts, wenn du zum Gebet aufstehen willst: „Ich bin nicht aufgelegt.“ Man muss sich dazu erziehen, dass die richtige Stimmung kommt und nicht darauf warten. Man muss selbst die schlechte Stimmung in gute verwandeln.

Hier werde ich Worte des Meisters aus anderen Gesprächen darlegen:

Das Zentrum der göttlichen Liebe ist am oberen Teil des Kopfes. Wenn das Göttliche im Menschen Vorrang hat, ist diese göttliche Liebe bereits organisiert.

Damit ein Mensch Gottes Liebe in sich selbst entwickeln kann, sollte er über sie nachdenken. Jemand, der die göttliche Liebe in sich selbst entwickeln möchte, muss eine ergießende Bewegung mit den Händen machen, die vom oberen Ende des Kopfes ausgeht, beginnend mit dem tausendblättrigen Lotus. Dabei an Tugenden denken: an die göttliche Liebe, an die göttliche Weisheit, an die Barmherzigkeit usw. und sich vorstellen, dass diese Tugenden bereits in uns wachsen, denken, dass die göttliche Liebe in uns wächst und sich entwickelt.

Die Flüsse fließen ineinander. Das Ineinanderfließen der Töne bedeutet die Harmonie der Töne. Das Ineinanderfließen von Seelen ist ein Prozess, der nicht äußerlich, sondern innerlich verläuft. Die Flüsse fließen ineinander und treten über die Ufer. Beide Prozesse verlaufen gleichzeitig. Das existiert sowohl in der Natur als auch unter den Wesen. Dieses Ineinanderfließen und Überlaufen findet zwischen Mensch und Gott und zwischen Menschen statt. Wo es kein Ineinanderfließen und Überlaufen gibt, gibt es kein Wachstum. Es gibt ein Überlaufen von einer Seele zur anderen. Dieses Ineinanderfließen und Überlaufen sollte nur zwischen zwei Menschen stattfinden, zwischen denen Liebe besteht. Das Gleiche gilt für unsere Beziehung zu Gott.


Damit es ein Ineinanderfließen und Überlaufen zwischen uns und Gott gibt, müssen wir Liebe zu Gott haben. Ansonsten können wir stundenlang ohne Liebe zu Gott beten, doch es wird kein Ergebnis geben, weil es kein Ineinanderfließen und kein Überlaufen zwischen uns und Gott geben wird. Daher ist die Grundlage jedes Gebets die Liebe zu Gott. Während des Gebets die Liebe zu Gott fühlen, um das Ineinanderfließen und Überlaufen zu ermöglichen. Andernfalls kann es kein Wachstum in dir geben und du kannst nicht viele Dinge von Gott empfangen.

Die spirituelle Welle sollte man nutzen, die jetzt kommt – ohne Aufschub!

Ein Bruder fragte: „Kommt diese Welle in der Zukunft oder ist sie schon gekommen?“

Der Meister sagte: „Sie ist noch nicht gekommen. Sie ist im Begriffe aufzusteigen, aber sie ist noch nicht zu ihrer wahren Stärke gekommen. Wir können also sagen, dass diese Welle kommt. Wer auf die Erde gekommen ist, muss diese guten Lebensbedingungen nutzen, er darf nichts verschieben. Die Welt ist vom Essen und Trinken schwer geworden und ist dabei, geistig einzuschlafen. Und einschlafen und die Sachen vernachlässigen ist keine gute Sache.

Freut euch, es erwartet große Freude euch alle, die ihr arbeitet und Mitarbeiter Gottes werden wollt. Selbst wenn ihr jetzt eine Zeit des Leidens und der großen Widersprüche erlebt, ist das kein Leiden, sondern nur eine Überprüfung dessen, was euch in Auftrag gegeben wird.

Seid wach und nüchtern, gebt euch nichts anderem hin. Behaltet das Wesentliche im Blick. Es werden Bedingungen für euch geschaffen. Ihr habt alle Möglichkeiten. Aufrichtig soll jeder Gedanke, jedes Gefühl von euch sein. Das Wichtigste ist, wenn ihr arbeiten wollt, die Bedingungen werden euch gegeben!

Das schöne Gebet

Dieses Gebet wurde einer Gruppe von zehn Schülern gegeben.

Herr Gott, mach uns hart wie der Diamant, damit wir das Fundament des Neuen Universums werden. Mach uns zu Säulen in Deiner lebendigen Kirche, damit wir das göttliche Leben für die anderen wahrnehmen können. Erleuchte uns mit der Kraft Deines Heiligen Geistes, damit wir mit dem Wort, dem Gedanken und der Tat die schlafenden Seelen erwecken können.

Enthülle in uns, lieber Gott, Dein göttliches Wesen, hilf uns, Kraft zu erlangen, um die Wahrheit zu erkennen, Kinder des Lichts zu werden, auf dem Weg der Gerechtigkeit zu wandeln, zur Verwirklichung Deines Plans und zum Kommen Deines Reichs auf Erden.

Amen