„Aum“

Aum, Aum, Aum

Om, Om, Aumen

Gesungen von Simeon Simeonov und von Omraam Mikhaël Aïvanhov

„Aum“ als Teil der Paneurhythmie

Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 2.12.1925: „ Diese Übung muss der Mensch als heilig in sich aufbewahren. Sie ist einem alten heiligen Lied entnommen.

Im Lied „Aum“ kommen die Wörter ‚Om‘, ‚Aum‘ aus dem Vattanischen. Es sind heilige Wörter, die das Gute in sich tragen. Das ist eine heilige Silbe. Es ist eine Wissenschaft zu wissen, wie man „Aum“ ausspricht. Man muss eine Schule beendet haben, um das Wort richtig auszusprechen.

Es gibt also Arbeit für alle Seelen – für die fortgeschrittenen und für die nicht fortgeschrittenen – für alle gibt es Bedingungen, damit sie sich entwickeln und vervollkommnen können. Da wir jetzt einen Schritt vorwärts machen werden, gebe ich euch das Wort ‚Aum’, das ihr oft sagen könnt. Wenn ihr Kummer habt, wenn ihr krank oder geistig niedergeschlagen seid, sagt ein paar mal ‚Aum‘. Dieses Wort hat Kraft für euch, nicht für die äußere Welt. Es gibt heilige Wörter, darunter auch ‚Aum‘, die ihr oft aussprechen solltet, selbst wenn ihr deren Bedeutung nicht versteht. Euer Geist versteht sie und das reicht. ‚Aum‘ ist ein Wort des Geistes. Wenn ihr dieses Wort aus Seiner Sprache singt, wird Er euch verstehen und euch helfen, denn Er versteht und kennt eure Bedürfnisse.“

Es ist Zeit für die Menschen, aus dem alten Leben herauszukommen

Jetzt wünsche ich euch zum Osterfest, euer altes Leben in eine dynamische Kraft zu verwandeln und absolute Ehrlichkeit, absoluten Edelmut und absolute Barmherzigkeit in es zu bringen. Wenn ihr diese drei Eigenschaften in eure Seele bringt, erwerbt ihr jenen inneren Reichtum, der ein Ideal im Leben eines jeden Menschen darstellt. Nur so wird euch die göttliche Welt mit all ihren Möglichkeiten und Reichtümern und all ihren Vorräten an Nahrungsmitteln offenbart. Dann wird es Nahrung für alle geben, alle werden für immer versorgt sein. Nur so kann die menschliche Welt in Ordnung gebracht werden. Die Außenwelt ist in Ordnung gebracht, aber die Welt des Menschen noch nicht. Jeder sollte jedoch wissen, dass die zukünftige Kultur nichts mit der alten zu tun hat. So wie die Raupe nichts mit dem Schmetterling zu tun hat und der Schmetterling nichts mit der Raupe zu tun hat, so hat das neue Leben nichts mit dem alten zu tun. Es ist Zeit für die Menschen, aus dem alten Leben herauszukommen. Bis die neuen Lebensbedingungen vorbereitet sind, werden sich die Menschen jedoch an einem Scheideweg, in einem Dilemma befinden.

Da sie das wissen, warnen die Lehrer der Menschheit die Menschen und insbesondere ihre Schüler, sich zu beeilen. Die Zeit ist kostbar, ein Tag entspricht einem Jahrhundert. Wer die Zeit gut nutzen kann, wird großen Reichtum erwerben. Die Zukunft ist wichtig und großartig. Arbeit wird von allen verlangt. Dies ist die einzige Philosophie – keine andere Philosophie kann euch helfen. 

Zu denken, wenn ihr wieder auf die Erde kommt, werdet ihr dann arbeiten oder dass eine neue Religion euch retten wird – das sind sinnlose Dinge. Außer der Arbeit kann euch nichts anderes retten. Außer eurem Glauben an den Geist Gottes und an die Wissenschaft Gottes kann euch nichts anderes retten. Lernt von den Sternen, hört ihrem Flüstern zu. Sie leuchten und flüstern leise: „Freut euch an den Möglichkeiten, die wir euch eröffnen. Der Tag wird kommen, an dem ihr diese Möglichkeiten nutzen werdet. Hier werden Plätze für euch vorbereitet.“ (Aus dem Vortrag „Wertvoller“, Sonntagsvorträge, 15.4.1928)

Mittel gegen die Spanische Grippe

Aus dem Vortrag „Die Weltliebe“, 19.8.1919, Veliko Tarnovo

„Als die Spanische Krankheit grassierte und den Tod von sechs Milionen Menschen in der Welt verursachte, fragte man mich nach ihrer Behandlung. Ich sagte, ich bin kein Arzt, aber nach den Gesetzen, die ich kenne, sollte man heißes Wasser trinken und warme Kartoffeln essen. In einer Woche oder zehn Tagen wird die Krise vorbei sein. Manche werden einwenden: “Hältst du uns denn für so dumm – warme Kartoffeln essen und heißes Wasser trinken?“ Ihr seid nicht dumm. Ich gebe euch nur eine Heilmethode. Versucht es doch! All diejenigen, die den Versuch machten, mögen von den Ergebnissen berichten! Und was haben die Ärzte gemacht? Sie gaben den Menschen Spritzen und die meisten Kranken starben. Innerhalb von 17 Tagen starben in Sofia 1700 Menschen. Die Ärzte erklärten: “Na ja, es gab eine Krise, Komplikationen usw.“ Ich sage: Diese Menschen hätten heißes Wasser trinken und warme Kartoffeln essen sollen. Das Trinken von heißem Wasser ist auch eine Spritze, die aber von innen und nicht von außen verabreicht wird; Es kommt darauf an, wo man sie anwendet.

Und falls ihr jetzt fragt, wie Bulgarien geheilt werden soll, antworte ich euch: Die Menschen sollen heißes Wasser trinken und warme Kartoffeln essen. Wenn ich „heißes Wasser“ sage, müsst ihr wissen, wo ihr es schöpfen sollt. Aus der Quelle, wo der Esel trinkt, denn er sucht sich Quellen mit gutem Wasser aus. Wenn ihr heißes Wasser benutzt, wird es in euch jene Elemente hineintragen, so dass neunzig Prozent der heutigen Krisen, die die Gesellschaft verzehren, verschwinden werden. Und das heiße Wasser und die warmen Kartoffeln – das ist ein Leben in Liebe und Weisheit.“

Am 9. März 1943 wurden die bulgarischen Juden vor der Deportation gerettet

Aus den Erinnerungen von Boris Nikolov in „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.

Peter Gabrovski, der damals Innenminister war, ließ unseren Bruder Metodi Konstantinov zu sich rufen und zeigte ihm das vom König unterzeichnete Dekret, mit dem die Juden nach Polen deportiert werden sollten. Er sagte zu ihm: „Die Deportation der Juden steht unmittelbar bevor, sie wurde bereits beschlossen. Hier ist das Dekret, das von Zar Boris III. unterzeichnet wurde. Und Sie sind ernannt, die Juden nach Polen zu begleiten.“ Metodi erschrak und fragte: „Warum ich?“ – „Weil Sie Polnisch sprechen. Sie haben in Polen studiert und über „Internationale Beziehungen“ promoviert. Außerdem arbeiten Sie als Angestellter in der Propagandadirektion.“ 

Metodi zuckte die Achseln und schlüpfte leise aus dem Büro des Ministers. Erschrocken ging er direkt zum Meister und sagte zu ihm: „Der König hat das Dekret über die Deportation der Juden unterzeichnet.“ Der Meister hörte sich die ganze Geschichte an. Sein Gesicht nahm einen strengen Ausdruck an. Er befahl: „Geh, hole Lultschev!“ (Ljubomir Lultschev, 1886-1945, Schüler Beinsa Dounos und inoffizieller Berater des Zaren Boris III. Er wurde von den Kommunisten nach deren Machtergreifung erschossen.)

Metodi fand ihn und Lultschev kam angerannt. Als ehemaliger Offizier war er sehr diszipliniert. Der Meister stand wütend und streng vor ihm und befahl: „Du wirst den König finden und ihm sagen: Wenn er die Juden nach Polen schickt, wird aus seiner Dynastie und seinem Königreich nicht mal eine Erinnerung übrigbleiben!“ Lultschev begriff, dass die Dinge sehr dringend und beunruhigend sind und beeilte sich, um nach dem König zu suchen. Er ging in den Palast, aber niemand wusste, wo der König war. Der König war inkognito weggefahren. Er ging nach Wranja – der König war nicht da. Er suchte in Tschamkorija – der König war nicht da. Niemand wusste, wo er war. Zwei Tage später kehrte Lultschev zurück und sagte zum Meister: „Der König ist inkognito irgendwohin gefahren und niemand weiß, wo er ist. Ich habe ihn in allen Residenzen gesucht, er ist nirgends zu finden.“ Der Meister zog sich in seinem Zimmer zurück und konzentrierte sich. Nach einer Weile öffnete er die Tür des Empfangsraums, sagte nur ein Wort: „Kritschim!“ und schloss die Tür. Lultschev fuhr sofort mit einem Auto nach Kritschim, kam dort an und fand den König. – „Wer hat dir gesagt, dass ich hier bin?“ Lultschev sagte: „Der Meister, also Herr Danov, hat mich gesandt und ich solle Ihnen sagen: Wenn Sie die Juden nach Polen schicken, wird aus Ihrem Königreich und Ihrer Dynastie nichts übrigbleiben.“ Man kann sich vorstellen, wie Lultschev ausgesehen haben mag, um auf den König einwirken zu können, aber dieser fuhr sofort mit ihm nach Sofia. Sie kamen im Ministerium an, der König rief Minister Gabrovski, verlangte das Dekret und zerriss es persönlich in der Anwesenheit von Gabrovski und Lultschev.

Lultschev bückte sich, nahm ein Stück Papier vom Boden und steckte es in seine Tasche. Er gng zu „Izgreva“, fand Metodi Konstantinov und zeigte es ihm als Beweis dafür, dass der König das Dekret zerrissen hat…

Später hat sich die neue kommunistische Regierung mit der Rettung der bulgarischen Juden geschmückt. Das ist eine Lüge. In der Tat gab es Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die gegen die Deportation der Juden protestierten. Aber sie hatten keinen Einfluss auf den König, der Bulgarien durch sein gehorsames Kabinett regierte. Zu dieser Zeit hatte niemand außer Ljubomir Lultschev freien Zugang zum König. Niemand außer Lultschev konnte direkt mit ihm sprechen. Und der König hätte nur auf Lultschevs Worte gehört. Er hörte nicht auf die Worte des Meisters, aber er hatte Angst vor ihnen. Boris III. wusste sehr wohl, dass sein Vater Ferdinand zweimal Bulgarien in den Ruin gestürzt hatte, weil er ungehorsam war und den Rat des Meisters nicht befolgte. Er wusste, warum Ferdinand abdanken musste. Die Zukunft seines Throns und seiner Dynastie stand jetzt auf dem Spiel, wenn er dem Befehl des Meisters nicht gehorchen würde und er gehorchte ihm. Nur der König hatte die Macht, das Dekret aufzuheben und das hat er vor zwei Zeugen gemacht – Ljubomir Lultschev und Minister Gabrovski. 

Lieder für verschiedene Gemütslagen

Aus dem Buch von Omraam Mikhaël Aïvanhov „Hommage an Meister Peter Deunov“:

„Wenn ihr das Gefühl habt, nicht mehr so recht zu wissen, woran ihr seid, wenn ihr gedanklich aus dem Konzept geratet, dann singt: „Misli, pravo misli“ („Denke recht“) und schon seht ihr den Weg wieder klarer. Wenn ihr meint, dass euch niemand mehr liebt, singt: „Bog e ljubov“ („Gott ist Liebe“) und was wollt ihr dann mehr, da Gott euch doch nie verlässt? Und falls ihr euch erschöpft fühlt oder krank, singt: „Sila, zdrave e bogatstvo“ („Kraft und Gesundheit sind Reichtümer“) und ihr erlangt eure Energie zurück. Solltet ihr einmal von innerer Unruhe erfasst sein, dann singt: „Pri vsitchkite uslovia na zhivota, ne gubi svoja mir“ („ In allen Lebenslagen, verliere niemals deinen Frieden“). 

Falls ihr das Leben trübe findet und es euch keine Freude mehr macht, singt: „Krassiv e zhivota na naschata duscha“ („Schön ist das Leben unserer Seele“).

Und wenn ihr glücklich seid, dankt mit dem Lied „Blagoslavjaj, dusche moja, Gospoda“ („Meine Seele, lobe den Herrn“).

Damit habt ihr einige Methoden, ein ganzes magisches Arsenal, also bedient euch seiner.

Manchmal werde ich gefragt: „Warum singt ihr diese Lieder auf Bulgarisch und nicht in der Sprache eures Landes? Man versteht ja überhaupt nichts!“ Zuerst antworte ich dann, dass es zu diesen Liedern Übersetzungen gibt, die man sich leicht besorgen kann. Aber vor allem, dass es bei der Musik nicht so sehr auf das intellektuelle Verständnis ankommt, sondern auf das, was man unter dem Einfluss der Töne, der Schwingungen und der Harmonie in sich verspürt. Versteht man denn den Gesang der Vögel, das Rauschen des Wassers oder des Windes in den Zweigen? Nein, aber man ist fasziniert, voller Bewunderung. Es ist immer besser, die Lieder in der Sprache zu singen, in der sie geschrieben wurden. Selbst wenn man nichts versteht, so besteht doch eine Beziehung zwischen den Worten und der Musik, und eine Übersetzung würde diese Beziehung zerstören. Die Musik ist nicht dazu da, um verstanden, sondern um gefühlt zu werden. Selbst wenn Worte sie begleiten, ist doch das, was man dabei verspürt weitaus wichtiger. Natürlich, wenn beides – Verständnis und Gefühl – Hand in Hand gehen, so ist das noch besser, aber es kommt mehr auf das Gefühl an.“

Liebe zum Wissen

21.8. 1927, Sonntag, 20:00 

Nur der helle Weg der Weisheit führt zur Wahrheit.

Nachdenken

Was würdet ihr schreiben, wenn man euch das Thema „Die wichtigste Frage für die jungen Menschen“ oder „Wofür interessieren sich die jungen Menschen am meisten?“ geben würde? Ich werde euch das Beantworten leichter machen, indem ich euch frage: Was interessiert das neugeborene Kind am meisten? – „Die Nahrung, die Muttermilch.“ Das erste Thema, das ein Kind zu erlernen beginnt, ist die Muttermilch. Es nähert sich dieser Milch wie ein Professor und beginnt sie zu studieren, zu analysieren. Von der Milch hängt seine Zukunft ab. Was wäre dann die wichtigste Frage, mit der sich der Schüler zuerst befassen sollte? Welche ist diese Frage, von der seine Zukunft abhängt? Ich werde jetzt eine Parallele ziehen: So wie die Gesundheit des Kindes, der gute Zustand seines Verstandes und Herzens, seiner Gedanken und Gefühle von der Muttermilch abhängt, so hängt auch die richtige Entwicklung des Schülers von seiner Liebe zum Wissen ab. 

Wenn die Mutter ihrem Kind die beste Milch gibt, werden seine Gesundheit, seine Gedanken und Gefühle normal sein. Wir stellen dann fest, dass ein solches Kind nach allen Regeln der vernünftigen Natur aufgezogen wird, da es in jeder Hinsicht gesund ist. Wir sehen von jenen Abweichungen ab, die im Leben existieren. Aus dem gleichen Grund muss der Schüler mit der Liebe zum Wissen beginnen. Wissen ist das, wonach er streben und Liebe ist die Nahrung, die er aufnehmen sollte. Wenn der Schüler keine Liebe zum Wissen hat, kann er nichts erreichen. 

Wenn er Liebe zum Wissen hat, so wie ein Kind Liebe zur Muttermilch hat, wird dies den Weg seiner Seele erleichtern und die richtige Entwicklung seines Verstandes unterstützen. Da ihr alle jetzt in eine höhere Klasse wechselt, wird von euch Liebe zum Wissen verlangt. Wenn ihr in Zukunft keine Liebe zum Wissen habt, werdet ihr nur formell, doch nicht der Idee nach Schüler sein. Jeder kann ein Schüler sein, der Junge wie der Alte, wenn er Liebe zum Wissen hat. 

Ich werde euch noch eine Frage stellen: Welche Merkmale hat die Liebe zum Wissen? Das sind die elementarsten Merkmale der neuen Philosophie, der neuen Ansicht der Dinge. Ich unterscheide zwischen der alten Lebensphilosophie und der neuen, den großen Naturgesetzen folgenden Lebensphilosophie. Wenn ihr diese lebendige, intelligente Natur beobachtet und studiert, wird sie euch dasjenige offenbaren, was eurem Verstand bisher noch nicht zugänglich war. 

Angenommen, ihr studiert Geologie und erforscht die Erdschichten. Ihr könnt nur deren Zusammensetzung oder Form untersuchen – ob diese Schichten gefaltet, gebrochen oder waagerecht sind (Abb. 1). 

Abbildung 1

Ihr sagt: „Was kümmert es uns, ob bestimmte Erdschichten gebogen oder gebrochen sind?“ Die Schichten selbst interessieren euch vielleicht nicht, sie ergeben für euch möglicherweise keinen Sinn, aber es kann nicht sein, dass ihr euch nicht für das Wasser und für die Qualität des Wassers interessiert, das aus diesen Schichten kommt. Wenn diese Schichten aus Sandstein, und zwar ​​aus zerbrochenem Sandstein bestehen, bilden sie unterirdische Täler, durch die das fließende Wasser gereinigt wird. Deshalb enthalten sie das beste Wasser.

Ich frage euch: Werdet ihr nicht den Menschen, die Wasser brauchen, helfen und ihnen zeigen, wo es das beste Wasser gibt, wenn ihr euch mit Hydrologie befasst und herausfindet, wo es Wasser gibt und welche Qualität es hat? Ihr werdet so nicht nur den Menschen dienen, sondern jeder wird euch respektieren, ihr werdet als Wissenschaftler gelten. Viele Menschen haben solche gebrochenen und gekrümmten Schichten. Ihr sagt: „Das ist nicht gut.“ – Nein, ihr versteht die Gesetze nicht. Oft bergen diese gebrochenen und gebogenen Schichten das beste Wasser. Ich frage euch: Was ist besser – dass eure Schichten gebrochen und gebogen wie die CD-Schichten sind und Wasser enthalten oder dass sie waagerecht sind und kein Wasser enthalten? Oder was ist besser – einen geraden Charakter wie die waagerechten Schichten und kein Wasser darin haben oder einen gekrümmten Charakter wie die CD-Schichten aufweisen, der jedoch Wasser enthält? An der Brechung und Biegung der Erdschichten kann die Tiefe berechnet werden, bis zu der das Wasser in die Erde eingedrungen ist.

Nach dem gleichen Gesetz werdet ihr beim Studium des menschlichen Gehirns feststellen, dass es auch gerillt ist und aus einer Reihe gebrochener, gekrümmter Schichten besteht, die verschiedene Metamorphosen durchlaufen haben, bis sie den Zustand erreichten, in dem wir sie vorfinden. Die kosmische Energie des vernünftigen Lebens, deren sich die Seele bedient, fließt durch die Falten des Gehirns. Die Wissenschaftler sagen, dass der menschliche Gedanke von den Falten des Gehirns abhängt. Dies bedeutet, dass die Energie des Gedankens durch diese Falten fließt und durch sie nach draußen gelangt. Sie sind Leiter von Energien aus dem ganzen Raum. Wenn diese Schichten gebogen sind, kann ein Wissenschaftler seine Sonde in sie einbohren und Wasser extrahieren. Wenn sie jedoch waagerecht liegen, wird das ganze Wasser, sobald er ein Loch für seine Sonde in sie hineinbohrt, verloren gehen, absinken und er wird nicht in der Lage sein, Wasser zu extrahieren. Was passiert, wenn jemand die gebogenen Schichten begradigen möchte? – Das Wasser in ihnen wird verloren gehen.

Das Gesetz, das wir aus diesen Überlegungen ziehen, lautet also: Wenn man in einem bestimmten Thema oder in einer bestimmten philosophischen Frage zu viel herumstochert, büßen sie schließlich ihren Inhalt ein. Das geschieht oft bei der Idee der Moral. Wenn ihr diese Idee zu oft aufgreift, sinkt die Moral schließlich irgendwo tief in der Erde und ihr werdet nicht mehr wissen, was moralisch ist und was nicht, was richtig ist und was nicht. Und dann bringt ihr eure Konzepte und euer Verständnis der Moral völlig durcheinander (Abb. 2). Wie sollte das Verhältnis der Schichten zueinander sein? Wie werdet ihr sie wissenschaftlich ausdrücken?

Abbildung 2

Nehmen wir an, ihr habt eine Schicht, die die Lage А2БВ in Bezug auf die Schicht M einnimmt. Was für eine Schicht wird sie sein? – Diese Schicht wird wasserlos sein, weil sie kein Wasser in sich behalten kann.

Mit welchen Lebensschichten können wir die wasserlosen Erdschichten vergleichen? -Wasserlose Schichten in unserem Leben sind all jene Schichten, in denen Widersprüche auftreten. Wisst ihr, wie viele Jahrhunderte, Jahrtausende die Natur gebraucht hat, um die waagerechten Schichten zu biegen? Das geschah allmählich. Wenn ihr die Erdschichten wissenschaftlich betrachtet und eine Parallele zwischen ihnen und den Biegungen im Gehirn zieht, könnt ihr sagen, dass dies ein Zufall ist, oder daraus schließen, dass eine vernünftige Kraft in der Natur gewirkt hat. Wie ihr darüber denkt, hängt von eurer geistigen Entwicklung ab. So lassen sich die Erscheinungen der äußeren Natur auch in uns beobachten, deshalb kann uns die Natur nützlich sein. Wenn wir in dieser Hinsicht von ihr lernen, können wir nicht verlangen, dass unser Leben reibungslos verläuft. Die jungen Menschen wünschen sich, dass ihr Leben reibungslos verläuft und sie keine Schwierigkeiten erleben. Ihr solltet jedoch wissen, dass jede Schwierigkeit der geistigen Entwicklung des jungen Menschen entspricht. 

Ein bulgarisches Sprichwort sagt: „Wie sein Verstand, so ist auch sein Zuhause.“ Das bedeutet, dass auch die Verantwortung, die einem Menschen von der Natur auferlegt wird, der Stufe seines Verstandes entspricht. In der Natur gibt es ein großes Gesetz, das die Schwierigkeiten der Menschen nach deren geistiger Entwicklung bestimmt. Je größer die Schwierigkeiten sind, die jemand erlebt, desto höher ist die Stufe seines Verstandes; und je geringer seine Schwierigkeiten sind, desto niedriger ist die Stufe seines Verstandes. In dieser Hinsicht zeigt uns die Geschichte, dass die größten Menschen der Welt, die zur Erhebung der Menschheit beigetragen haben, auch die größten Schwierigkeiten erlebten, sie jedoch überwunden haben. Daher kann jeder von euch jede Schwierigkeit auf vernünftige Weise überwinden. 

Angenommen, ihr müsst ein dickes Schiffseil zerreißen. Zu diesem Zweck erhaltet ihr nur eine Nähnadel. Wie werdet ihr vorgehen? Könnt ihr das Seil auf einmal zerreißen? – Ihr könnt es nicht. Ihr müsst die Nadel nehmen und das Seil Faden für Faden ausfransen. Wie lange wird das in Anspruch nehmen? – Sehr lange. Daher wird in euch der Wunsch entstehen, das Seil auf einmal zu zerreißen. Die einzigen Mittel, die euch gegeben werden, um dieses Seil zu zerreißen, sind die Nadel und die Zeit. Während ihr das Seil Faden für Faden ausfranst, werdet ihr viele Dinge lernen. Was werdet ihr zum Beispiel lernen? Das Einfachste, das ihr lernen werdet, ist es, aus wie vielen Fäden das Seil besteht. Was werdet ihr noch lernen? Antwort: Geduld. Beharrlichkeit. Geschicklichkeit. Ja, ihr werdet Geschicklichkeit erlangen, um das Seil Faden für Faden auflösen zu können, anstatt mehrere Fäden gleichzeitig auszufransen. Die Natur erlaubt nicht, dass zwei Fäden gleichzeitig gerissen werden, sondern immer nur jeweils einen Faden. Wenn ihr zwei Fäden gleichzeitig zerreißt, verstoßt ihr gegen die Gesetze der Natur. Wenn ihr diese Frage nach eurem Verständnis betrachtet, werdet ihr sagen, dass ihr auch zwei, drei, vier oder fünf Fäden gleichzeitig zerreißen könnt, aber die Natur, die euch eine Nadel und Zeit zur Verfügung stellt, erlaubt euch nicht, zwei Fäden gleichzeitig zu zerreißen, sondern nur einen. Sie sagt: „Ich gebe dir so viel Zeit, wie du willst, aber du wirst das Seil Faden für Faden zerreißen!“ Wie viele Stunden am Tag werdet ihr dazu verwenden? Ihr werdet sagen: „Um das Seil so bald wie möglich zu zerreißen, werde ich den ganzen Tag arbeiten.“ – Nein, die Natur erlaubt euch nicht, mehr als eine Stunde täglich zum Zerreißen der Fäden dieses Seils zu verwenden. 

Habt ihr schon versucht, wieviele Fäden ihr in einer Stunde zerreißen könnt? Angenommen, dieses Seil hat 10000 Fäden – wieviele Fäden könnt ihr in einer Minute zerreißen, aber nach allen Regeln, ohne Eile? Die Fäden dieses Seils sind so ineinander geflochten, dass man einen aufgreift und am anderen mit der Nadel hängen bleibt. Aber die Natur sagt: „Du musst die Fäden nacheinander ausfransen, ohne sie zu zerreißen oder zu verknoten.“ Was denkt ihr, wie lange werdet ihr brauchen, um ein so dickes Seil zu zerreißen? Antwort – fünf Stunden.

Gut, ich gebe euch ein dickes Seil und wir werden sehen, ob ihr es in fünf Stunden Faden für Faden ausfransen könnt. Dazu ist großes Geschick erforderlich! Abb. 3

Abbildung 3

Nehmen wir an, dieses Seil stellt die gebogenen Schichten D und R dar. Das Wasser befindet sich in der letzten Schicht R, in die eine Sonde heruntergesenkt wurde. Nach dieser Schicht kommt eine Reihe waagerecht liegender Schichten. Was passiert, wenn ihr den letzten Faden des Seils zerrissen habt? In jedem Faden gibt es eine bestimmte Art von Energie und nachdem ihr den Faden zerrissen habt, wird diese Energie in euch einfließen. Ihr müsst wissen, wie ihr sie benutzen könnt. Ich frage euch: Seid ihr bereit, diese Energie zu benutzen, wenn ihr den letzten Faden zerrissen habt? Ihr sagt oft – „Ich werde die Beziehungen zu X abbrechen“. Seid ihr bereit, nicht mehr daran zu denken, wenn ihr diese Beziehung abgebrochen habt? Seid ihr bereit, die in diesem Fall entstandene Leere auszufüllen? Seid ihr bereit, mit den Elementen fertig zu werden, die bei diesem Bruch entstehen? Habt ihr schon eine solche Erfahrung gemacht – alle Beziehungen zu einem Freund brechen? Ihr könnt gar nicht alle Beziehungen zu einem Freund brechen, sondern nur einige von ihnen. Was spürt ihr dann? – Schmerzen. Es gibt keinen Menschen, der das nicht erlebt hat – die Beziehungen zu einem Freund zu brechen. Was macht ihr, wenn ihr die Fäden zerrissen habt? – Ihr legt euch hin, ihr steht auf, ihr geht hin und her und findet keine Möglichkeit, euch von diesem Zustand zu befreien. Wie bindet ihr den Faden hinterher? Macht ihr einen Knoten? Wenn du einmal den Faden zerrissen hast, erlaubt dir die Natur, keine Knoten zu binden. Ich frage euch – wie werdet ihr euren Fehler wieder gutmachen, wenn ihr einmal den Faden zerrissen habt? Wie kann der Fehler wieder gutgemacht werden? Wie wird das Wasser sein, das durch Tonschichten fließt? – Unsauber. Was für Schichten muss das Wasser passieren, um besonders rein, gut zu sein? – Sandschichten. Dann stelle ich in Analogie dazu die Frage – was für Schichten muss ihr Leben passieren, um besonders rein, schön zu sein? – Raue Schichten, die den Sandschichten in der Natur entsprechen. Wo befinden sich diese rauen Schichten in euch? – Im Verstand. Die Tonschichten, die Schlammschichten befinden sich im Herzen. Deshalb habe ich euch über den reinen, rechten Gedanken gesprochen. Diesen Gedanken braucht ihr, um das erhabene Leben zu erlangen, das euch Verbesserungen bringen wird. Das reine Leben nutzt die Segen und die Erträge des Lebens, jedoch nicht die Vergnügen im Leben.

Was ist unter dem Wort ‚Vergnügen‘ zu verstehen? Ich werde einige Beispiele anführen, damit ihr sehen könnt, was die gegenwärtige Welt ein ‚Vergnügen‘ nennt. Ihr begegnet einem jungen Schüler, der eine Zigarette im Mund hat und selbstzufrieden spazieren geht. Rauchen ist ein Vergnügen, das der Entwicklung des Schülers nicht förderlich ist. Ich sehe einen anderen Schüler, der ein Glas Schnaps oder Wein hebt und trinkt. Er sagt: „Ich trinke Schnaps, weil er meinen Magen anregt, dadurch wird auch mein Verstand eifriger arbeiten.“ Es gibt eine Reihe Wissenschaftler, Ärzte, die den Weingenuss in kleinen Mengen empfehlen. Die Natur hat jedoch nur ein Getränk vorgesehen – das Wasser. Sie sagt: „Wenn du möchtest, dass dein Verstand scharf und klar ist und gut funktioniert, musst du nur Wasser trinken. Finde das beste, reinste Wasser und trinke davon!“ Wenn du rauchen möchtest, sagt sie: „Du musst denken!“ Über das Rauchen, Räuchern ist in der Bibel die Rede. Im Neuen Testament heißt es, dass die Gebete der Gerechten wie der Rauch aus dem Räucherfass emporsteigen. Ein Brennen muss also überall sein. In diesem Fall veredelt das Denken den Schüler. Der Gedanke jedes Schülers muss brennen! Er kann verschiedene körperliche Übungen machen, zeichnen, musizieren, lernen, irgendeine Kunst betreiben, es sei denn, all diese Dinge entwickeln seinen Verstand. Der Schüler muss sich vor allen nutzlosen Vergnügen hüten, welche die Ausbildung seines Verstandes verhindern.

Angenommen, ihr seid begabte, fähige Schüler und habt große Liebe zum Wissen, doch keinen Vater, keine Mutter, keine Freunde, die euch helfen können und ihr seid mittellos. Ich frage: Wie werdet ihr euch die Mittel beschaffen? – Antwort: Wir werden unser Handwerk ausüben und davon leben. Nehmen wir an, ihr könnt musizieren, zeichnen, schneidern oder Schuhe machen. Welches dieser Handwerke und Künste wird im gegebenen Fall am geeignetsten sein? Was werdet ihr benutzen? Antwort: Das Schuh- oder das Schneiderhandwerk. Ihr werdet also den Künsten das Schuh- und das Schneiderhandwerk vorziehen. Ich frage euch: Was denkt ihr, ist es dem Schüler erlaubt, bei seinen Freunden Geld zu leihen? Euch gegenseitig helfen ist etwas anderes, ich meine eine Geldsumme mit dem Versprechen leihen, dass ihr sie in einigen Tagen zurückzahlt. Es vergehen jedoch Monate und ihr könnt das verliehene Geld nicht zurückzahlen. Außerdem: Wieviel Geld ist es angebracht zu borgen? Antwort: Soviel wir in der Lage sind zurückzuzahlen, soviel wie es reicht, um uns Brot zu kaufen.

Ja, so ist es, soviel Geld, um Brot zu kaufen. Und welche Menge Brot kann ein Schüler an einem Tag essen? Reicht ihm ein Pfund? Nun streifen wir eine der wesentlichen Fragen – die Frage nach der Zufriedenheit. Man muss schon von klein auf das Gesetz der Zufriedenheit lernen. Der Schüler muss immer gutes Brot haben, aber unabhängig von dessen Menge muss er immer zufrieden sein. Er darf keine Unzufriedenheit mit der Menge seiner Nahrung äußern, denn jeder Tag bringt sein eigenes Wohl. Heute kann man bescheidene Nahrung in geringer Menge haben, morgen wird sie besser und in größerer Menge vorhanden sein. Doch der Schüler muss mit dem, was er heute hat, völlig zufrieden sein, er darf nicht nach mehr Nahrung verlangen. Egal wie wenig Brot er hat, er muss auf das Brot schauen und lächeln, es streicheln und sagen: „Mit dir zusammen werden wir leicht die Lektion lernen.“ – Zwischenruf: „Wir haben noch nie zum Brot gesprochen.“ – Es wird der Tag kommen, wenn ihr zum Brot sprechen werdet. Christus sagt: „Ich bin das lebendige Brot“. Es wird also der Tag kommen, wenn ihr mit diesem lebendigen Brot sprechen werdet. Welch Veränderung werdet ihr erfahren, wenn ihr das lebendige Brot haben werdet? Ich werde euch das an einem Beispiel erläutern. Stellt euch vor, ihr seid ein Herr, der Arbeiter braucht und jeden Tag zum Tagelöhnermarkt geht, um welche zu finden. Ihr seht dort einen Tagelöhner, der darauf wartet, von jemandem eingestellt zu werden. Ihr stellt ihn ein und er kommt jeden Tag, um für euch zu arbeiten. Eines Tages bekommt dieser Arbeiter ein großes Erbe von seinem Onkel in Amerika, eine halbe Million Dollar. Werdet ihr diesen Arbeiter am nächsten Tag wieder am Tagelöhnermarkt auf Arbeit wartend finden? – Ihr werdet ihn dort nicht mehr sehen. Ist es eurer Meinung nach richtig, dass dieser Mann, der eine halbe Million Dollar geerbt hat, wieder mit seiner Hacke zum Tagelöhnermarkt geht und auf jemanden wartet, für den er arbeiten kann? Was bringt den Arbeiter dazu, seine Arbeit zu verlassen? – Das Geld. Das Geld macht sein Leben leichter. Ich frage: Mit welcher Arbeit soll er beginnen, nachdem er das Geld erhalten hat? Antwort: Er soll zu lernen beginnen. Wenn dieser Arbeiter, der ein solches Erbe bekommen hat, auf das Lernen verzichtet, die Schule verlässt und beschließt, dass er kein Wissen braucht, weil er etwas hat, wovon er leben kann, dann löst er seine Aufgabe nicht richtig. In diesem Fall ist die Armut vorzuziehen, da sie den Mann zum Arbeiten, zum Lernen zwingt, während der Reichtum ihn verdirbt. Er will nicht arbeiten, er will nicht lernen. Das lebendige Brot – das sind die günstigen Bedingungen des Lebens, die jeder vernünftige Mensch gut nutzen sollte. Damit will ich euch zum Gedanken führen, dass die günstigen Bedingungen im Leben den unvernünftigen Menschen von seinem richtigen Weg abbringen, aber dem vernünftigen Menschen die Richtigkeit seines Weges bestätigen. Das ist der einzige Grund, warum ihr bei eurer jetzigen Entwicklung mehr Schwierigkeiten als günstige Bedingungen habt. Die unsichtbare Welt oder die vernünftige Natur will euch zum Lernen bringen, so wie eine liebende Mutter ihre Kinder zum Lernen bringen will. Und wenn die Kinder nicht lernen, stellt ihre Mutter sie unter viel ungünstigere Bedingungen, unter große Schwierigkeiten, damit sie den Wunsch nach Lernen empfinden. Sie brauchen das Wissen.

Was ist also eurer Meinung nach die wichtigste Frage, die den Schüler beschäftigen sollte? – Das Wissen. Dieses Wissen muss in sich die Eigenschaft der inneren Demut enthalten. Jeden Tag muss sich das Bewusstsein des Schülers erweitern und gleichzeitig muss auch seine Liebe zum Wissen, zum Studium des Lebens größer werden. Beim angesammelten Wissen lassen sich die gleichen Erscheinungen beobachten wie in den Erdschichten. Wie sich das Wasser im Laufe von Jahrtausenden in diesen Schichten angesammelt hat, ohne herauszufließen, so hat sich auch das menschliche Wissen im Laufe von Jahren im Bewusstsein angesammelt, ohne herauszukommen. Der vernünftige Schüler kann diese Schichten durchgraben und das angesammelte Wasser wird herausquellen, an die Oberfläche kommen. Wo wird dieses Leben, dieses Wissen erscheinen? – Im menschlichen Bewusstsein. Und jetzt, da ihr euch auf die Welt vorbereitet, muss diese Energie aus euch heraussprudeln, damit ihr zu Trägern der Neuen Lehre werdet. In der Sprache der Wissenschaft ausgedrückt, muss der gebildete Mensch zum Boten jener Quellen in seinem Inneren sein, durch die man die äußere Pflanzenwelt bearbeiten kann. Die Pflanzenwelt ist das Emblem des inneren Leben des Menschen. Die schönsten Wünsche, die schönsten Gefühle, die ihr habt, können nur von einem wunderbaren Verstand verwirklicht werden. Deshalb muss jeder von euch danach streben, einen wunderbaren, ausgezeichnet entwickelten Verstand haben und ihn zum Arbeiten benutzen.Welches Fach im Leben bzw. welcher Zweig der Wissenschaft ist eurer Meinung nach gegenwärtig am wichtigsten? Welche Wissenschaften nehmen den ersten Platz in der gegenwärtigen Gesellschaft ein? Antwort: Die Naturwissenschaften und die Mathematik. Seid ihr alle damit einverstanden? Was ist in der ersten Klasse am wichtigsten, womit fängt der Lehrer an? Mit dem Erschließen der Buchstaben, nicht wahr? Und womit müsst ihr beginnen? – Mit dem Studium eures Gesichtes. Ich empfehle euch, eure Stirn zu studieren, sie zu messen, zu beobachten, ob sie Linien hat oder nicht. Dann solltet ihr eure Nase studieren, die Breite und Form der Nase. Dann solltet ihr eure Augen, Ohren, Augenbrauen, euren Kopf usw. studieren. Ihr könnt euch nicht euer ganzes Gesicht merken, doch es gibt gewisse Stirnzüge, welche die Richtung eures Verstandes bestimmen. Studiert auch die Eigenschaften eures Verstandes (Abb. 4). 

Abbildung 4

Diese drei Muster stellen verschiedene Stirnzüge dar. Diese Linien sind Falten, Schichten, die den Erdschichten ähnlich sind. Diejenigen Menschen, auf deren Stirn sich gerade, waagerechte Linien wie auf dem ersten Bild finden, sind nüchterne, denkende Menschen. Bei ihnen kann keine Überschwemmung passieren. Sie sind gescheit, jedoch nicht praktisch veranlagte und schnell. Ihnen gilt das Sprichwort „Während die Weisen philosophieren, toben sich die Verrückten aus.“

Ich werde euch eine Anekdote anführen, die diesen Menschenschlag gut veranschaulicht, der langsam zur Entscheidung gelangt. In einem Dorf begann man, ein öffentliches Bad zu bauen. Nach einiger Zeit war es fast fertig, es blieb nur den Fußboden mit Marmorfliesen auszulegen. Da dies aber teuer war, beschlossen die Bauern, zuerst den Fußboden mit Brettern auszulegen. Nun aber entstand die Diskussion, ob die Bretter gehobelt oder ungehobelt sein sollten. Es bildeten sich zwei Standpunkte heraus – die einen waren für gehobelte Bretter, die anderen für ungehobelte. Die Diskussion dauerte acht Jahre und so konnte das Bad nicht fertig gebaut werden. Schließlich kam ein Inspekteur, prüfte den Stand der Dinge und sagte: „Legt ein gehobeltes Brett für diejenigen, die auf solche Bretter bestehen und daneben ein ungehobeltes für die anderen, so dass beiden Wünschen entsprochen wird.“ Ich frage: Welchen Schluss werdet ihr ziehen, wenn ihr ein solches Bad betretet, das mit zwei Brettersorten ausgelegt ist? Ihr werdet begreifen, dass hier zwei Kräfte gewirkt, zwei Meinungen bestanden haben. Also sage ich: Man muss die Teile seines Körpers äußerlich studieren, um all jene Kräfte zu verstehen, die in ihm verborgen sind. Das entwickelt eine Selbstsicherheit im Menschen, so dass er all seine Gaben und Fähigkeiten ausbilden kann. Manche können z.B. nicht die Wahrheit sagen. Warum? – Weil sie zu ängstlich sind. Andere können nicht lügen. Warum? – Weil sie sehr gewissenhaft sind. In dieser Hinsicht sind die Menschen nicht gleich. Vom rein phrenologischen Standpunkt ist der Scheitel der Menschen nicht gleich. (Abb. 5) 


Abbildung 5

Bei manchen ist der obere Kopfteil, der Scheitel, breit – A, bei anderen ist dieser Kopfteil hinten etwas gebogen und eng – B. Wenn man eine waagerechte Linie CD zieht, die parallel zum Mund verläuft, kann man die Breite und Form des Scheitels, des Kopfteils, wo sich das Zentrum des Gewissens befindet, leicht bestimmen. Je umfangreicher dieses Zentrum und je länger die Linie ist, desto besser entwickelt ist das Gewissen eines Menschen; Je geringer der Umfang dieses Zentrums und je kürzer die Linie ist, desto schwächer entwickelt ist das Gewissen. Es gibt also ein Maximum, das die Verhältnisse aller Organe bei Kopfumfang 55 cm und Durchmesser 15 und 18 cm bestimmt. Bei einem normal entwickelten Kopf sind diese Zentren klar bestimmt. Jeder, der den Kopf studiert, kann aus den Linien lesen und feststellen, welches Zentrum gut entwickelt ist und welches nicht; Er kennt die Stelle des Gewissens und aller anderen Zentren. Es ist streng bestimmt, wie gut oder schwach unsere Zentren und Fähigkeiten entwickelt sind. Zwischen ihnen besteht ein gewisses Verhältnis. Das Gewissen und alle anderen Zentren haben ihre Linien nicht nur am Kopf, auf dem Gesicht, sondern auch auf der Hand.

Der Apostel Paulus sagt, wer schwach im Glauben ist, soll Kraut essen („Einer glaubt, er möge allerlei essen; welcher aber schwach ist, der ißt Kraut“, Römer 13:2). Wer einen schwachen Glauben hat, ist ängstlich. Wenn die Angst einen überwiegenden Einfluss auf den Menschen hat, liegt das an seinem schwachen Glauben. Es ist schwierig, einem ängstlichen Menschen zu predigen, dass es eine göttliche Vorsehung gibt, dass er an Gott glauben soll. Er wird sagen: „Was redest du mir vom Glauben? Ich muss gesunde Beine haben. Nimm die Beine in die Hand und laufe weg!“ Kann man dem Hasen predigen, dass es eine göttliche Vorsehung gibt, dass er an Gott glauben soll? – Nein. Der Hase sagt: „Ich glaube an meine Hinterbeine und weiß, dass ich es einfacher habe, wenn ich laufe.“ Von seinem Standpunkt aus betrachtet, hat er Recht. Wenn ihr zu einem Berg geht – was denkt ihr, ist er ängstlich? Wenn er ein Bewusstsein hätte, würde er euch sagen: „Selbst bei den stärksten Stürmen in der Welt werde ich mich von meinem Platz nicht bewegen!“ Warum? – Weil er ein Berg ist und kein Hase. Von hier werde ich ein großes Gesetz herleiten, das die Dinge in der Natur regelt: Was schwach ist, wird von den Kräften der Natur in alle Richtungen zerstäubt. Vom Baum gefallene Blätter werden in alle Richtungen auseinander getrieben, doch wenn sie fest am Baum hängen, trägt sie der Wind nicht davon, sondern biegt sie nur um ihr Zentrum herum. Das abgerissene Blatt bewegt sich sowohl in seiner Peripherie als auch im Zentrum, das gesunde Blatt, das am Baum hängt, bewegt sich nur in der Peripherie und bleibt im Zentrum ruhig. So halten Menschen, die in sich ein moralisches Fundament haben, allen Stürmen der Welt stand. Deshalb müsst ihr eine richtige Auffassung vom Leben haben.

Nun frage ich euch: Welche ist die wichtigste Eigenschaft des jungen Menschen? Oder wodurch zeichnet sich die Jugend aus? Bis zu einem gewissen Alter fühlt ihr euch jung, aber nach einer bestimmten Zeit spürt ihr, dass ihr alt geworden seid. Bis zum Zeitpunkt, in dem ihr euch jung gefühlt habt, wart ihr wirklich jung, doch vom Augenblick an, in dem ihr begonnen habt zu denken, dass ihr alt seid, trat auch in eurem Bewusstsein eine Veränderung ein. Worin unterscheidet sich euer früherer Zustand von dem späteren? Was habt ihr eigentlich verloren und was Neues ist in euch eingetreten?

Ich werde eure Überlegungen durch ein Beispiel leichter machen. Stellt euch vor, als Schüler habt ihr einen Geldbeutel voller Goldmünzen. Ihr berührt ihn ab und zu in eurer Tasche, der Geldbeutel regt euch an. Der volle Geldbeutel repräsentiert die Jugend. Der Beutel ist hart, fest, schwer, weil er voll ist. Wenn ihr seine Schwere und Härte spürt, verleiht er euch Stabilität und ihr geht aufrecht, stolz, mutig. Wer euch in dieser Körperhaltung sieht, wird sich umdrehen, um noch einen Blick auf euch zu werfen. Es ist angenehm, einen selbstbewussten, mutigen Menschen in der Welt zu sehStellt euch vor, nach einer gewissen Zeit steckt ihr die Hand in die Tasche, berührt den Geldbeutel – was spürt ihr dann? – Der Geldbeutel ist weicher und leichter geworden. Ihr gerät in einen besonderen psychischen Zustand und sagt: „Wie ist das denn möglich?“ Ihr wundert euch, wieso euer Geldbeutel leerer und leichter geworden ist. Irgendein schlauer, geschickter Mann hat unbemerkt euren vollen Geldbeutel durch einen leeren ausgetauscht und sich davon gemacht. Was tritt in euch nun ein? – Eine gewisse Trauer, Müdigkeit. Euch geht der Mut abhanden und ihr schreitet gesenkten Kopfes und Geistes durchs Leben. Der leere Geldbeutel repräsentiert das hohe Alter. Der alte Mensch spürt, dass ihm ein Schatz gestohlen wurde. Er sagt: „Die jungen Jahre sind vorbei!“ – Wie ist es passiert? – „Das weiß ich nicht.“ Er fast seinen Geldbeutel an, der jetzt schon leicht und weich ist und denkt bei sich: „Früher konnte ich mich auf meine Beine verlassen, nun kann ich es nicht mehr, ich weiß nicht, warum.“ Ihr müsst Folgendes wissen: Alle Menschen, die aus ihrem Herzen heraus leben, werden schneller alt als diejenigen, die aus ihrem Verstand heraus leben. Anders gesagt: Die Menschen des Fühlens werden schneller alt als die Menschen des nüchternen Denkens. Jeder, der nüchtern, vernünftig denkt, wird immer jung sein. Eines der Merkmale des jungen Menschen ist der rechte Gedanke. Deshalb ist der rechte Gedanke für uns alle notwendig.

Nun bereitet ihr euch darauf vor, in das neue Leben einzutreten. Was braucht ihr für dieses Leben? – Ihr alle müsst an dem Neuen im Leben arbeiten, denn im Menschen befinden sich Doppelorgane, die er ausbilden soll. Bisher arbeitete er mit der linken Gehirnhalbkugel und mit der rechten Hand, während seine rechte Gehirnhalbkugel und seine linke Hand passiv waren, sie beteiligten sich nicht an der Arbeit. Die linke Gehirnhalbkugel repräsentiert die Frau, die den ganzen Tag zuhause arbeitet, während der Mann eine Zigarette haltend, hin und her geht, diskutiert, philosophiert und meint: „Die Frau wird sich schon um alles kümmern“. Es gibt eine gewisse Analogie zwischen dem Leben des Zigeuners und dem, was ich euch jetzt erörtere. Der Zigeuner hört auf zu arbeiten, sobald er geheiratet hat. Er nimmt ein paar Zigaretten mit, geht herum, trifft den einen oder anderen Freund, unterhält sich mit ihnen, kümmert sich um nichts – seine Frau ernährt ihn. Die Zigeunerin geht mit einem Stock in der Hand und einem Sack auf dem Rücken von Haustür zu Haustür, klopft an und bettelt. Natürlich gibt es Ausnahmen, das ist nicht die Regel. Manche Zigeuner sind Kesselschmiede und arbeiten hart. Ich nehme das Zigeunerleben als Beispiel, um euch die Beziehungen zwischen Herz und Verstand, zwischen Fühlen und Denken im Menschen deutlicher vor Augen zu führen. Oft kann man nämlich den gleichen Atavismus wie bei den Zigeunern beobachten: Man lässt die Gefühle die wichtigsten Fragen lösen. Nein, das Fühlen, d.h. das Herz oder die Frau im Menschen kann die wichtigsten Fragen nicht lösen. Der Zigeuner bringt seiner Frau bei, hier oder da etwas zu erbetteln, aber das Betteln nützt nichts. Was ist, wenn alle Menschen, die sie anbettelt, arm sind, was könnten sie ihr geben? Die Bettelei ist keine Kunst, die Zigeunerin muss etwas anderes lernen. Ich sage: Das Herz in uns kann die Fragen nicht lösen, es muss der Verstand zum Arbeiten eingespannt werden. Wenn der Verstand zu arbeiten beginnt, muss das Herz mit ihm in Eintracht sein. Wenn ihr von Gefühlen überwältigt werdet, den Geist sinken lasst, niedergeschlagen und entmutigt seid, so sind das alles Emotionen, Stimmungen, die keine Probleme lösen. Der Verstand bringt die Dinge mit einem positiven Gesetz in Einklang und sagt: „Ich bin auf die Welt gekommen. Gott hat mir die Bedingungen zu meiner Entwicklung gegeben und ich muss arbeiten.“ Die Menschen, die sich von ihrem Verstand leiten lassen, snd vernünftig und lösen die Fragen richtig. Ein solcher Mensch denkt nach, vergleicht die Dinge an Ort und Stelle und sagt: „Wenn ich auf diese Weise verfahre, wird sich mein Leben verbessern.“ In dieser Hinsicht führt ihr alle ein Doppelleben, aber ihr müsst eine neue Erfahrung, eine neue Ansicht erlangen. Im alten Leben werdet ihr entmutigt und im neuen Leben werdet ihr ermutigt. Im letzteren überwiegt der Gedanke. Ihr müsst immer eine Parallele zwischen beide Leben ziehen und in dieser Weise vorwärts gehen. Ihr könnt noch nicht ausschließlich im neuen Leben verbleiben, sondern ihr werdet zwischen beiden wechseln. 

In meinen Vorträgen habe ich eine Parallele zwischen den vier Leben gezogen, die in euch fließen. Das alttestamentliche Leben stellt die Summe der ererbten Eigenschaften eurer Vorfahren dar. Ihr müsst dieses Leben studieren und euch dort wiedererkennen. Ich kann diese vier Leben in wissenschaftlicher Form vortragen. Sie stellen die vier Bewusstseinsarten im Menschen dar. Wo befinden sich das unterbewusste und das überbewusste Leben? – Sie bilden die beiden Pole des göttlichen Lebens. Das unterbewusste Leben ist das Leben der Engel und das überbewusste ist das Leben der göttlichen Welt. Das bewusste und das selbstbewusste Leben bilden die beiden Pole des menschlichen Lebens. Das bewusste Leben ist das Leben der Heiligen, der fortgeschrittenen Geister, die vor uns da waren; Das selbstbewusste Leben ist unser individuelles Leben. Beim bewussten und unterbewussten Leben müsst ihr ein Gebiet der lebendigen Natur studieren, das mit eurem jetzigen Leben zusammenhängt. Im Unterbewusstsein sind z.B. alle Möglichkeiten zur Verwirklichung der Dinge gelagert. Ich frage: Wie werdet ihr das erreichen? – Nur wenn ihr die Gesetze kennt. Du möchtest z.B. etwas Gutes erreichen. Verlege diesen Gedanken in dein Unterbewusstsein mit dem vollen Glauben und er wird realisiert. Lege diesen Gedanken ohne Angst, ohne Zweifel hinein und die hohen Wesen, die dort leben, werden dir helfen. Du musst nur deinen konkreten Antrag an sie schreiben und ihn abgeben. Diese Wesen mögen das Sprechen über Allgemeines nicht. Ihr wollt morgen Punkt halb drei aufstehen. Was werdet ihr tun? Ich habe es euch schon früher gesagt: Ihr müsst in euer Unterbewusstsein den Gedanken hineinlegen, dass ihr morgen um halb drei aufstehen wollt. Ihr braucht das nur einmal sagen und nicht wiederholen. Bei der Wiederholung wirkt das Gesetz nicht. Wenn du den Gedanken geäußert hast, sollst du ihn vergessen: Du wirst sehen, dass du am nächsten Morgen Punkt halb drei aufstehen wirst.

Manche von euch haben materielle Schwierigkeiten. Macht den gleichen Versuch: Sagt euch etwa: „Nächstes Jahr an diesem Tag werde ich über 1000 Leva verfügen.“ Lege diesen Gedanken in dein Unterbewusstsein und du wirst sehen, dass du im nächsten Jahr an diesem Tag 1000 Leva haben wirst. Zweifelst du es an, wirkt das Gesetz nicht. Dieses Gesetz wirkt nur, wenn ihr den vollen Glauben habt. Sagen wir, jemand von euch hat ein schwaches Gedächtnis. Will er sein Gedächtnis verbessern, kann er dasselbe Gesetz anwenden. Jeden Abend soll er vor dem Zubettgehen in sein Unterbewusstsein den Gedanken „Von morgen an wird mein Gedächtnis stärker sein“ hineinlegen. Indem man diesen positiven Gedanken in das Unterbewusstsein hineinlegt, wird das Gedächtnis allmählich stärker werden. Jeder, der seine Unzulänglichkeiten ausrotten, sein Leben verbessern will, muss einen positiven, rechten Gedanken haben. Was er für sein Leben braucht, muss er in sein Unterbewusstsein hineinlegen und die höheren Wesen werden zu Hilfe kommen.

Wenn ihr die Gesetze richtig begreift und anwendet, wird das euch von einer Reihe unnötiger Leiden im Leben befreien. Angenommen, du bist ein eigenbrötlerischer, dem Charakter nach pessimistischer Mensch, doch du willst die richtigen Beziehungen zu den anderen ausbauen. Lege diesen Wunsch mit Glauben in dein Unterbewusstsein hinein, indem du sogar das Datum festlegst, bis zu dem du diesen Wunsch erfüllt haben willst und du wirst sehen, dass du bis zu diesem Tag das Gewünschte erlangt haben wirst. Diese Energie wird in euch wie das Wasser durch die Sandschicht fließen, das die Sonde an die Oberfläche befördert. Alles wird zu seiner Zeit kommen. Aber das Gesetz der Suggestion erfordert eine spezifische Zeit und einen spezifischen Zustand des Menschen. Was bedeutet das? – Ihr könnt nicht jederzeit euch etwas suggerieren. Macht ihr es, wenn ihr verstimmt oder gereizt seid, könnt ihr keine guten Ergebnisse erzielen. Jeder, der in sein Unterbewusstsein einen erhabenen Gedanken hineinlegen will, der verwirklicht werden soll, muss dazu die beste Verfassung seines Geistes abwarten. Je verstimmter, unruhiger man ist, desto langsamer und unsicherer wirkt das Gesetz der Suggestion; Je besser aufgelegt man ist, desto besser wirkt das Gesetz.

Wenn wir also über die Liebe, Freude, das Licht und den Frieden sprechen, meinen wir jene göttlichen Bedingungen, unter denen sich die Fähigkeiten des Menschen richtig ausbilden. Ohne diese Fähigkeiten kann sich der Verstand nicht entwickeln und der Gedanke nicht kommen. Nur so ist der Mensch in der Lage zu arbeiten und alle Schwierigkeiten von seinem Weg zu räumen.

Zuallererst müsst ihr eure Fähigkeiten, eure Talente ausbilden. Wie bescheiden auch eure Fähigkeit sein mag – seht zu, dass ihr sie unbedingt entwickelt, denn von ihr hängt bis zu einem gewissen Grade die Manifestation eures Lebens ab. Gerade durch diese Fähigkeit wird die lebendige Natur an euch arbeiten. Dieses Gesetz wirkt für alle Menschen gleich. Ein starkes, gutes Gedächtnis ist ein Schatz. Aber ihr müsst wissen, dass das Gedächtnis von den Gefühlen abhängt. Je unbändiger die Gefühle eines Menschen sind, desto schwächer ist sein Gedächtnis. Wenn das Gedächtnis schwächer wird, zeigt dies eine Lockerung in den Gefühlen an, der Mensch wird zerstreut, behält nichts, sondern vergisst es. Das menschliche Gedächtnis wird auch bei großen Trauer und Leiden schwächer, bei großer Angst und starken geistigen Erschütterungen. Deshalb muss sich der Schüler in einem harmonischen Umfeld befinden, damit er sich richtig entwickeln und ein normales Leben führen kann. Jeder von euch kann sich ein harmonisches Umfeld für seine Entwicklung schaffen. Selbst wenn man unter die ungünstigsten Bedingungen gerät, kann man aus ihnen ein harmonisches Umfeld schaffen, aber dazu ist große Standhaftigkeit und Beständigkeit erforderlich.

Wir haben bei dem Gärtner da unten am Fluss ein gutes Beispiel für diese Beständigkeit. Vor ein paar Jahren hat er dieses Grundstück gekauft, das wie eine Wüste aussah. Er hat andere Erde geholt, aufgeschüttet und umgegraben, gedüngt und auf diese Weise das ganze Grundstück veredelt. Heute befindet sich auf diesem Grundstück ein guter Gemüse- und Obstgarten. Zuerst war die Erde so schwach, dass die Bauern aus den benachbarten Dörfern den Gärtner auslachten, weil er eine solche undankbare Arbeit auf sich genommen hat. Sie sagten ihm, er verschwende seine Arbeit, Zeit und Mittel. Doch dieser Mann hat mit Beständigkeit und Selbstvertrauen gearbeitet und erfreut sich jetzt guter Erträge. Er hatte eine Idee! Dieser Gärtner kann euch ein Beispiel dafür sein, dass man bei einem starken Wunsch jede Idee verwirklichen kann. Ihr könnt auch in dieser Weise arbeiten. Wenn wir jemanden haben, der bescheidene Fähigkeiten hat, jedoch 20 Jahre lang unermüdlich an sich arbeitet, wird er sein Herz veredeln und seinen Verstand erleuchten können. Von euch allen wird Arbeit verlangt!

Ich habe das Beispiel mit dem Seil angeführt und euch gezeigt, wie man es zerreißen soll. Dieses Seil stellt die Schwierigkeiten in eurem Leben dar, die ihr zerreißen, mit einer Nadel ausfransen solltet. Jede Schwierigkeit ist ein Reifen in eurem Leben, das euch einengt. Reifen sind für die Fässer notwendig, aber die lebendigen Bäume brauchen sie nicht. Wenn man Reifen um einen lebendigen Baum legt, kann der Baum nicht wachsen und wird eingehen. Diese Reifen müssen vom Baum entfernt werden! Die Reifen sind für diejenigen Menschen notwendig, die ein unbewusstes Leben führen, aber für uns, die wir ein bewusstes Leben führen, sind keine Reifen oder Seile notwendig. Wir sind lebendige Bäume, die in völliger Freiheit wachsen und sich entwickeln sollen. Von diesem Standpunkt aus müsst ihr die Liebe und ihre Anwendung im Denken studieren. Ich meine nicht die Manifestation der Liebe im Herzen, im Fühlen, sondern ihre Manifestation im Verstand, im Denken. Ihr müsst auch das Licht studieren, doch nicht das Licht, das euch auf eurem Weg stört, sondern das Licht, das euren Weg erleuchtet und euch anregt. So z.B. kannst du dich abends verlaufen, umherirren und nicht wissen, wo du dich befindest. Doch erscheint der erste Sonnenstrahl, wirft er Licht auf deinen Weg und du kannst dich orientieren.

Ihr müsst auch den Frieden studieren, der innere Ruhe in uns hineinbringt. Wann ist jemand friedlich? – Der Soldat ist friedlich, der seine Waffe auf der Schulter trägt. Die Waffe stellt für ihn den vollen Geldbeutel dar. Er berührt ihn und sagt: „Ich habe Frieden in meiner Seele!“ – Warum? – „Mein Geldbeutel ist voll.“ Wenn sein Geldbeutel leer ist, hat er keinen Frieden. Wenn du Liebe hast, hast du auch Frieden. Wenn du Brot hast, wirst du keinen Hunger haben. Wenn du Wasser hast, wirst du keinen Durst haben. Die Liebe bringt Leben, das leben bringt Licht und das Licht bringt Frieden. Wenn wir also Liebe haben, werden wir friedlich sein; Wenn wir Licht haben, werden wir wissen, wohin wir gehen. Schließlich müsst ihr die Freude studieren, um zu wissen, dass ihr erreichen werdet, wonach ihr strebt.

Als Schüler müsst ihr also realistisch das Leben betrachten. Alle Schüler haben die Aufgabe, nicht nur theoretische, sondern auch praktische Kenntnisse über das Leben zu haben. Alles, was ihr in der (okkulten) Schule lernt, müsst ihr anwenden und zudem manche Versuche selbst machen. Möge die Neue Lehre, das neue Leben in euch Gestalt annehmen!

„Berschid Ba“

Das Lied „Berschid Ba“ wurde im Dezember 1932 gegeben. Der Titel bedeutet „Der Anfang der Dinge“ = die Anfangsworte des Alten Testaments.

https://m.youtube.com/watch?v=AH1yefROskU

Бе някога, бе някога,

когато бе всичко тъмнина

и в нея се появи Светлина.

И Светлината очерта красотата

на Божествения живот,

който се всели

и повдигна моята душа.


Be njakoga, be njakoga,                      

kogato vsitschko be tâmnina             

i v neja se pohavi svetlina.                  

I svetlinata otscherta krasotata.          

na Bozhestvenija zhivot,                      

kojto se vseli                  

i povdigna mojata duscha.    

     

Es war einmal, es war einmal,

als alles dunkel(heit) war

und in der Dunkelheit erschien das Licht.

Und das Licht umriss die Schönheit

des göttlichen Lebens,

das sich inkarnierte

und meine Seele erhob.

         

Gebete zur Heilung

GEBET ZUR GENESUNG

Allgegenwärtiger und allgütiger Gott, im Namen des Herrn, der mit Deinem Knecht gesprochen hat, möge Dein Gesunden durch uns, Deine Diener, zur Herrlichkeit Deines Namens, geschehen.

Wir danken Dir, dass Du uns erhört hast. Nur Du bist unser Gott und außer Dir haben wir niemanden. Du bist es, der Du uns immer gesunden lassen kannst und Dein Genesenlassen ist Gesundheit für Seele und Körper. Stelle die Einheit des Wirkens von Verstand und Seele, von Seele und Körper wieder her. Lenke die Quelle des Herzens auf das Gute und die Kräfte des Körpers auf eine nützliche Arbeit.

Möge dieser unser Bruder/diese unsere Schwester …, der/die jetzt leidet, Deine Barmherzigkeit erfahren, auf dass wir uns alle in der Gegenwart Deiner Liebe, Deiner Güte und Deiner Kraft erfreuen können.

Amen

Das Gebet wird mittwochs, samstags und sonntags morgens zwischen sieben und neun Uhr gesprochen.

GEBET FÜR KRANKE

Herr der Kräfte, Du bist unsere Zuversicht von Geschlecht zu Geschlecht. Wir werden Deine Barmherzigkeit allezeit lobpreisen. Du hast einen Bund mit Deinen Auserwählten aufgerichtet, denn Du hast die starke und stützende Hand, denjenigen Barmherzig- keit zu zeigen, die Deinen Namen kennen.

Wende, Herr, Deinen Blick zu dem leidenden Bruder/zu der leidenden Schwester (. . . ), beachte ihre Leiden und erleichtere sie. Wir glauben fest an Deine Worte, die Du gesagt hast „Rufe mich an und ich werde dir antworten, denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine Rechte stützt und dir sagt: Fürchte dich nicht, Ich helfe dir! Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst und dich namentlich gerufen. Du bist der Meine, wenn du Gewässer durchquerst. Ich werde mit dir sein; wenn du durch das Feuer gehst, wirst du dich nicht verbrennen und keine Flamme wird dich zum Brennen bringen und fürchte dich nicht in der Ohnmacht, denn ich bin mit dir!“ Erhöre jetzt mein Gebet und ergieße Deine Barmherzigkeit im Überfluss über uns!

Amen

GEBET ZUM HEILEN

Herr, Du bist die Quelle des Lebens! Sende mir Deine lebenspendende Kraft – den Geist, auf dass er meinen Verstand, mein Herz, meine Seele, meinen Willen und meinen Körper heile. Auf dass er mich von allen physischen und psychischen Krankheiten und Leiden heile, auf dass er mich mit Gesundheit, Kraft und Liebe, mit Jugend und Schönheit beschenke; auf dass er in mir Talente und Fähigkei- ten entwickele, damit ich leben und lernen kann, Dir zu dienen!

Amen

Zum Heilen sollen die Psalmen 102, 40, 35, 91, 70, 86, 88, 97, 115, 116 gesprochen werden.

Für psychisch Kranke Psalm 57.

GEBET „DER HEILIGE GEIST“ (FÜR KRANKE)

Wenn jemand in Christus ist, ist er ein neues Geschöpf.

Mögen auf dich all diese Segnungen herabsteigen und auf dir ruhen.

Ich werde dich heilen.

Ein Körper und ein Geist!

Ich bin der Herr, der dich heilt.

Sei gereinigt!

Herr, sei barmherzig

zu mir, dem Sünder!

Heile meine Seele und erbarme dich! Betet füreinander,

um zu heilen.

Die Bitte, die mit Glauben geschieht, wird den Leidenden/die Leidende … erlösen.

Amen

GEBET FÜR DIE GESUNDHEIT

O, Herr, mach mein Gebet zu einem lebenspendenden Strom, der die Män- gel meines Ichs nichtig macht, auf dass mein Dasein sich fortsetze. Durch Deine Herrschaft kann ich an Dich denken und Dich in jeder Welt Deiner Welten lobpreisen.

Amen

GEBET FÜR KRANKE

Herr der Liebe, Herr des Lebens und der Gesundheit, wir, Deine Kinder, im Namen der Liebe versammelt, kommen zu Dir, um Dir für Deine große Barmherzigkeit zu danken.

Großer Herr, wir wenden uns an Dich, auf dass Du unserem Bruder/unserer Schwester (…), der/die schon seit langer Zeit an einer schweren Krankheit leidet, Deine Barmherzigkeit sendest. Herr, wir beten zu Dir, ergieße durch uns, Deine Diener, Deine Güte zu seiner/ihrer Heilung und sende, so bitten wir, Deine himmlischen Diener, auf dass sie ihm/ihr Hilfe, Gesundheit und Erneuerung im Leben, das Du für Deine Auserwählten bewahrst, bringen.

Großer Herr, möge unser Bruder/unsere Schwester Deine große Barmherzigkeit empfangen und sich gesund und lebensfroh fühlen.

Herr, wir danken Dir, dass Du uns erhört hast. Wir nehmen mit Freude die Leiden in unserem Leben an und werden mit Freude Deinen gütigen Willen erfüllen.

Amen

Gebet zum Zerschlagen der Ränke des Verführers

(kniend zu sprechen, die Worte „das bulgarische Volk“ durch „das deutsche/schwedische etc. Volk“ zu ersetzen)

Gott, Herr der Mächte, im Namen Jesu Christi, durch den Du uns gnädig erlaubt hast, Dich aufzurufen – wir, deine Kinder, kommen heute Morgen/Abend und knien vor Deinen Füßen. Wir bitten Dich, Herr, dass Du die Pläne aller dunklen Mächte des Verführers zerschlägst und vereitelst, die das bulgarische Volk, in dessen Mitte Du uns gesandt hast, geistig und politisch zermürben und ruinieren wollen. Gott, wir bitten Dich, unser Gebet zu erhören und anzunehmen und die Seele des bulgarischen Volkes zu erheben, damit es Deinen Segen nicht verliert. Amen. Amen Amen.