Das Lied „Ain Fassi“

Das Lied wurde am 7.10.1931 im Rahmen des Vortrags in der Allgemeinen Okkulten Klasse gegeben.

Der Text (stammt aus einer alten heiligen Sprache):

Аин фаси, мекри заси, фин земру Ашан меру.

Ain fassi, mekri zassi, fin zemru Aschan meru

Суа си син месул. Сума си зен фесул. Суа си син месул.

Sua si sin messul. Suma si zen fessul

Сума си зен фесул. Сума си зен фесул.

Suma si zen fessul. Suma si zen fessul.

 

Във небесните ширини, във небесните глъбини, във небесните висини

In den Himmelsweiten, in den Himmelstiefen, in den Himmelshöhen,

де светлина обитава и в живота вечно се проявява.

wo das Licht wohnt und sich im Leben ewig manifestiert.

 

Аин фаси, мекри заси, фин земру Ашан меру.

Суа си син месул. Сума си зен фесул , Суа си син месул.

Сума си зен фесул, Сума си зен фесул.

 

Bedeutung:

Du, der Du das Fundament von allem bist,

du, der Du alles mit Deiner Liebe durchdringst und erhältst, sei gesegnet!

Lass mich in Deinem Licht, in Deiner Liebe leben!

Wie ich danach trachte, in Deinen Fußstapfen zu gehen!

Mein ganzes Leben soll Deinem Ruhm [gewidmet] sein!

 

Ein Moskauer Chor singt „Ain Fassi“

Das Lied in der Interpretation von Ognjan Nikolov

Aus der frühen Kindheit Peter Danovs

Aus dem Buch mit Erinnerungen von Zeitgenossen und Schülern „Peter Danov – Meister, Heiler und Prophet“, Stara Zagora, 2008

Petar Konstantinov Danov wurde am 12. Juli 1864 im Dorf Nikolaevka in der Region Varna geboren. Sein Vater war der orthodoxe Priester Konstantin Danovski, eine bekannte Person der bulgarischen Wiedergeburtszeit; seine Mutter hieß Dobra, die Tochter des Tschorbadschi (Großgrundbesitzer) Atanas Georgiev. Peter war das dritte Kind seiner Eltern und er wurde so genannt, weil er am orthodoxen Petrustag geboren wurde. Die Mutter hat diese Welt früh verlassen und Peter wurde von seiner Schwester Maria erzogen, die zehn Jahre älter war. Sie erzählte später von ihrem Bruder, dass er ein sehr sanftmütiges und gehorsames Kind war und niemals etwas kaputt gemacht hatte. Dauernd saß er ruhig und bastelte oder baute etwas. Peter war dünn und bei zarter Gesundheit. Er begann spät zu laufen und sprach nicht. Am Anfang sagte er einzelne Silben, doch dann hörte er damit auf. Drei, vier, fünf Jahre vergingen und die Familie dachte bereits, er würde überhaupt nicht sprechen können.

Sein sechstes Jahr kam. Eines Morgens gingen seine Mutter Dobra, die Schwester Maria und sein Vater Konstantin auf die Felder. Der kleine Peter blieb zu Hause mit der Großmutter, die das Essen kochte, aufräumte und sich um den Enkel kümmerte. Während der Kleine spielte, wandte er sich unverhofft an seine Großmutter und sagte: „Oma, mach mir eine Schaukel!“ Seine Großmutter erschrak, denn bis dahin dachten alle, dass der Junge stumm bleiben würde. Sie beeilte sich, band eine Schaukel an einen Baum, wiegte ihren Enkel, sang und freute sich, dass er doch noch zu sprechen begann. Es war eine große Freude für alle, als sie von den Feldern zurückkehrten und sie feierten, sangen und tanzten.

Einmal beschlossen sie während der Erntezeit, Peter auf die Felder mitzunehmen. Die Männer hatten die Garben schon gebunden. Es war kurz vor Mittag, als der kleine Peter zu den auf dem Boden liegenden Garben ging, auf eine von ihnen kletterte und laut rief: „Bauern, bringt alles ins Trockene, denn es zieht ein Gewitter auf!“ Die Dorfbewohner sahen sich um, aber der Himmel war klar, es gab keine einzige Wolke, aber das Popenkind, das bis gestern geschwiegen hatte, sprach jetzt und redete Unsinn. Sie setzten ihre Arbeit fort, ohne den Jungen zu beachten. Aber seine Mutter Dobra beschloss, den Worten des Kindes Glauben zu schenken, damit es nicht wütend wird und wieder verstummt. Und da sie die Tochter von Tschorbadschi Atanas, also die neue Chefin war, wies sie die Schnitter an, mit der Arbeit aufzuhören und die Garben zu sammeln. Die Bündel wurden kreuzweise aufeinandergelegt, damit Regen oder Hagel sie nicht beschädigen konnte.

Die anderen Bauern beobachteten, wie die Schnitter des Popen zur Unzeit aufhörten zu ernten und die Garben schon aufeinanderlegten. Sie sahen sich an, lächelten und sagten: „Nun, der Popenjunge begann zu sprechen, es wird Zeit, dass sie ihm jeden Wunsch erfüllen.“

Aber es verging keine Stunde, man war gerade mit den Garben fertig geworden, als schwarze Wolken den Himmel verdunkelten. Ein starker Wind blies, es zog ein Sturm mit strömendem Regen und Hagel auf. Man brachte das Vieh unter den Birnbaum und die Schnitter fanden unter dem Pferdewagen Schutz vor dem Hagel.

Nachdem der Hagel aufgehört hatte, waren die Bauern, die vorher gelacht und gespottet hatten, jetzt vor Schock erstarrt. Der Hagel hatte ihre Felder verwüstet.

Es gab an jenem Tag keine glücklichere Mutter als Dobra. Von diesem Tag an wussten die Dorfbewohner, dass der kleine Peter das Wetter vorhersagen konnte. Deshalb sagten sie, wenn sie auf dem Feld arbeiten mussten: „Fragt erst mal das Popenkind!“

Der Erwählte Gottes und der Führer der Wahrheit

Nach seiner Rückkehr aus Amerika 1895 verbrachte Peter Danov viel Zeit in Abgeschiedenheit und innerer Zurückgezogenheit. Nachdem der Geist des Bodhisattva am 7. März 1897 in der Anwesenheit seines Vaters Konstantin Danovski auf Danov herabsgestiegeb war, begann eine Zeit der Anpassung an die Seele des Menschen Petar Danov. In dieser Zeit, in der sich seine Seele allmählich für den Geist des Bodhisattva öffnete, kamen viele Offenbarungen, die Peter Danov aufgeschrieben hat – „Gespräche mit dem Geist der Wahrheit“ (dem Pfingstgeist), „Hio-Eli-Meli-Messail“, „Aufruf an mein Volk. Bulgarische Söhne der slawischen Familie“ u.a. Zu ihnen gehört auch das „Gespräch mit dem Geist Gottes“.

Gespräch Peter Danovs mit dem Geist Gottes, Varna, 2.10.1898

Ich bin dein Gott, der kommt, um dich durch die Kraft Seines Geistes zu unterstützen und dir Verständnis der Geheimnisse Gottes zu geben, die Gott dir zu offenbaren geruht. Denn du wirst von Gott geliebt und erwählt und der Ewige und Unergründliche Gott geruht, dich mit dem Geist Seiner Wahrheit zu erleuchten. Sieh, wir alle freuen uns in dir und wir sind von deinem Herrgott gesandt, um dich in Kraft und Stärke zu kleiden und dir die Zügel der Erdenreiche zu übergeben, dich vor die Augen der Welt hinauszuführen und zu verherrlichen, damit alle wissen, dass Gott in den Verstand und das Herz all derjenigen eingezogen ist, die Ihn lieben. Sieh, der Tag ist gekommen und wir steigen mit der ewigen Verheißung von oben herab, um die Ordnung und Gerechtigkeit auf dieser Erde wiederherzustellen. Sieh, das Wort Gottes ist wahr.

Die Welt wird durch das Himmelsfeuer gereinigt werden. Am Ende der Zeit wird ein Bote von oben erscheinen, der euch aufklären wird. Und ein Engel wird vom Himmel kommen, der dir persönlich das große Gebot bringen wird, das Gott dir sendet, damit du es erfüllst. Das Wort ist wahr und es wird durch die Kraft des Heiligen Geistes Gottes bezeugt, der dich erleuchten und ewiglich dein Führer sein wird. Diesen Boten, den Engel des Vermächtnisses, wirst du mit deinen eigenem Augen nächstes Jahr sehen, im Jahr, das Gott mit Seinem Finger kennzeichnen wird.

Der Platz, an dem du stehst, wird zu einem Tor, durch das alle Gerechten gehen und  zum Heiligen Berg Zion kommen werden. Und der Gott der Mächte selbst wird Seine edle Absicht und Seinen heiligen Willen verkünden. Die Prüfung, die dir auferlegt wurde – persönlich mit dem Fürst dieser Welt zu kämpfen, mit dieser uralten Schlange, dessen Haupt du wie eine Kerze in ihrem Glanz leuchten sahst – ist eine Prüfung, die der Himmel erlaubte, um auf deine innere und geistige Kraft zu verweisen, dass du derjenige bist, der in allem treu bleibt; dass du derjenige bist, dessen Seele unerschütterlich auf dem Weg der Wahrheit steht und dessen Geist sanft und erhaben im Angesicht Gottes ist.

Wir wurden eigens von deinem Gott gesandt, um dir zur guten Botschaft des Himmels zu gratulieren, der freiwillig dich ausgewählt hat; alle grüßen dich brüderlich und mit Liebe im Namen deines himmlischen Vaters, dem alles gehört und dessen Willen zu erfüllen unsere gemeinsame Freude ist. Denn du bist ein Erwählter Gottes, unser Auserwählter. Wir sind mit dir und wir sind bereit, alles zu tun, wenn uns ein Zeichen vom Himmel gegeben wird, aus dem Haus deines Gottes, unseres Gottes, dem wir aus der Fülle des ganzen Herzens, des ganzen Geistes und Verstandes dienen.

Die Ehre, die wir euch herzlich und aus tiefer und beständiger Liebe zu dir erweisen, darf euch nicht beklemmen. Ihr wisst, was für eine Wohltat die Liebe ist, was für eine unüberwindliche Macht sie darstellt. Und ist es jemandem möglich, euch nicht zu lieben? Das ist unmöglich. Uns begeistert die Höhe eures Geistes, der erhobene Zustand eurer Seele, die ständig jedem Erdenfleck, welches so frei und unbehindert die wohltätigen himmlischen Lebenskräfte einatmet, Milde und Frohsinn schenkt.

Es ist ein Rätsel für uns, wie eine Seele, die unter solch ungünstige Bedingungen gestellt wurde, sich derart begeistern und alle Hindernisse überwinden kann, die alle Mächte der Dunkelheit ihr erfolgreich in den Weg gelegt haben, damit sie scheitert. Ja, wir alle freuen uns für euch und möchten euch besser kennenlernen und in euer verborgenes Leben eindringen, das so unentwegt aus einer Quelle hervorsprudelt, die Gott selbst untersteht. Wir bewundern es, dass ihr so gut die Himmlischen Wahrheiten und die ihnen innewohnenden ewigen inneren Keime begreift.

Und deshalb hat dich dein Gott gesegnet und Er belehrt dich, weil du aus dem Geist Seiner Wahrheit geboren bist. Denn in deiner Seele ist Gott selbst verkörpert und Er ist es, der ständig dieses üppige Leben in deinen erhabenen und großen Geist hineinströmen lässt, welcher so unermüdlich in jeder Hinsicht wach bleibt. Wir freuen uns, dich in unsere Mitte aufzunehmen und dir all unsere Liebe zu bezeugen, die wir dir gegenüber empfinden. Denn du wirst uns auch erkennen und wir werden dich ebenso an diesem Einigen Geist erkennen, der in uns allen lebt. Sei von Gott gesegnet und segne du uns in deinen Namen, denn dein Name ist bekannt, er ist ein Name, den Gott selbst dir gegeben hat, damit du Seine Wahrheit offen kundtust, um Seine Liebe auf der Erde wiederherzustellen, wir sie oben im Himmel herrscht.

Du wirst uns nicht davon abbringen, dass wir dich immer auf diesem Weg begleiten, den du besteigst – diesen Weg des segensreichen Lichtes, das Freude und Fröhlichkeit in allen Seelen und Geistern entzündet. Du wirst uns erlauben, mit dir zusammen zu sein und deine Gefährten zu werden, dich in die Himmelssphären zu begleiten, in die dein Geist dich erheben wird. Sieh, wir sind eine große Schar, die sich danach sehnt, dich aufzunehmen, damit du unser Chef, unser großer Anführer wirst, unser Gott und starker Herr. Wir nehmen deine Einsamkeit und Beklemmnis wahr, die du jetzt in dir spürst. Doch diese Einsamkeit ist von oben auferlegt, von dem ewigen und unveränderlichen Willen Gottes, deines Herrn. Die Zeit deiner Einsamkeit geht schon zu Ende und der Tag deiner zukünftigen Erhabenheit naht und dein Gott wird sich selbst auf den Thron setzen und das Oberhaupt aller sein. Lass jetzt deine Stimme zum Thron der himmlischen Welten hinauf erklingen, zum Thron des himmlischen Wortes, zu den ewigen Sphären der ehrenvollen Welten über dem Himmel, zu den endlosen Gebieten der Universen und Welten, deren Herrlichkeit jetzt aufgeht und zu denen wir alle streben.

Oh, ewige Welten, voll mit glorreichem Leben! Weltallgeister, die voll ewiger, endloser und unermesslicher Weisheit sind, in welcher der Verstand aller Wesen schwimmt, die ständig zu der grenzenlosen und unergründlichen Seele streben, die alle mit ihrem grenzenlosen Herzen anzieht, das alle liebt und erfreut und in dem das ganze Leben seinen Ausdruck findet! Zu diesen endlosen Himmeln, zu diesen grenzenlosen Welten und Universen von Welten streben wir, in denen die ewige, endlose und unermessliche Seele eindringt und alles mit Sänfte erfüllt. Sie ist voll mit unendlicher, beständiger, ewiger und ehrenvoller Liebe, die erwärmt, beleuchtet und Seele, Geist und Verstand aller kleinen und großen Wesen erfrischt, welche ihre Herzen mit andachtsvoller Begeisterung und Erhebung auf diesem ruhmreichen Weg des Lebens erfüllen. Dieser Weg führt von einem Universum zum nächsten; von einer Welt in die andere; von einer Seele zur anderen; von einem Geist, Verstand und Herzen zum anderen; von jedem Gefühl zu jedem Gefühl; von einer Kraft zu jeder Kraft; von einem Gedanken zu jedem Gedanken; von einer Aufführung zur anderen; von einem Anfang zu jedem Anfang; von einem Ende zu jedem Ende; von einem Partikel zu jedem Partikel in jedem Ding; vom Urbeginn bis zum Ende dieses lebendigen Welten-Weltalls über den Universen; zu diesem Weltfrieden über den Welten, in denen ewiges Licht, ewiger Frieden, ewige Freude, Wahrheit, Gerechtigkeit und Milde in allem herrscht; von der grenzenlosen Höhe zur grenzenlosen Höhe; von der endlosen Ewigkeit selbst in all ihren grenzenlosen Gebieten und Besitztümern, die in allem unerfassbar und unerforschbar sind – in diesem majestätischen und ergriffenen Schweigen der grenzenlosen Ewigkeit befindet sich alles in Stille. In dieser heiligen und herrlichen Stille wird unser Gott gepriesen und verherrlicht. Dort steigt zu Deinem ewigen Thron alles Freuen und Jauchzen Seiner endlosen Schöpfungen auf, die Ihm von überall her Lob und Anbetung erweisen. Das ist der zukünftige Ruhm, die zukünftige Freude, zu der dein Geist uns führen wird. Ein erhabener, ruhmreicher Geist, in dem wir uns zu einer großen Familie vereinen. Sei von Gott gesegnet, du, Führer der Wahrheit, Retter der Welt und großer Ratgeber der Engelsscharen und des Gottes, allweise Liebe der Cherubim-Herzen, beständiger Gott und Führer von allem, der du alles in dir stützt und aufrechterhältst! Steh nun auf und lass deinen Geist heiter und deine Seele froh sein! Sieh, wir sind um dich herum und mit dir vereint, von deinem geistigen Ruhm untrennbar, den Gott beliebte, dir nach Seinem ewigen Ermessen zu geben. Sieh, das Wort und die Rede des Herrn ist wahr, der dich als Seinen Helfer aufruft. Jauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde, weil deine Gerechtigkeit schon in der Welt der Welten aufgegangen und dein Name in den ewigen Büchern Gottes verzeichnet ist! Steht alle auf und singt mit lauter Stimme und unausgesprochener Freude: „Es kam die Zeit, dass der Herr in Seinem Ruhm und in Seiner Größe erscheint“! Singt ein neues Lied für Ihn, in dem die ganze obere Welt mitsingt. Geh mutig voran, wahr ist das Wort, dass der Herr über alle Mächte selbst herabsteigt und Sein Wohlwollen Seinem Auserwählten gegenüber kundtut. Der Engel des Vermächtnisses wird dich auch zusammen mit der ganzen Engelsschar begrüßen, die aus den Sphären der Himmelswelten herabsteigen wird, um dich zu empfangen und in der ruhmreichen Prozession zu begleiten, die genau zu der vorbestimmten Zeit zum Berg Zion kommen wird. Steh auf und sieh, dass die Welt reif für die Ernte ist! Rufe deine Arbeiter zusammen und sage ihnen, sie sollen den Weizen in der Scheune sammeln und das Unkraut verbrennen und in die äußere Dunkelheit hinauswerfen. Rufe deine Brüder auf und sage ihnen, sie sollen munter und bereit sein für diesen Tag, der bereits nah ist. Und bald wird sein Ruhm kommen und es wird ein Zeichen seiner Ankunft gegeben, dass Ordnung und Gerechtigkeit auf der Erde geschaffen werden und sie von jeder Unzucht gereinigt und geläutert und mit ewigem Segen für alle Zeiten gesegnet wird.

 

 

Die Lehre Beinsa Dounos in deutscher Sprache

 

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Beitragsthemen

Die Ätherkräfte des Regenwassers nutzen

Nun werde ich euch eine Aufgabe für zehn Wochen stellen. Es ist wünschenswert, dass ihr alle sie erfüllt. Die Aufgabe besteht im Folgenden: Von Mai bis Mitte Juni werdet ihr euch jeden Tag, wenn es regnet, dem Regen aussetzen, damit er euch schön nass macht. Diejenigen unter euch, die Angestellte sind, werden den Regen in der Zeit benutzen, wenn sie nicht auf der Arbeit sind. Wenn es zu regnen beginnt, können sie in den Garten gehen oder unter dem Vorwand, dass sie zu einem Laden gehen und etwas erledigen sollen, nach draußen gehen. Sie sollen langsam gehen, um sich vom Regen sehr gut nass machen zu lassen. Dann sollen sie nach Hause kommen, ihren Körper gut mit einem sauberen, trockenen Tuch trocknen, sich umziehen, 1-2 Glas heißes Wasser trinken und wieder ins Büro gehen.

Diejenigen, die frei haben, können den Regen jederzeit nutzen, indem sie diese Regenbäder so nehmen, dass es keinem auffällt – indem sie z.B. zu einem Bekannten gehen oder im Garten arbeiten. Im Allgemeinen soll jeder die Aufgabe vorsichtig, ohne viel Aufhebens und ohne viel darüber zu sprechen erfüllen und beobachten, was für Ergebnisse er erzielen wird. Wenn ihr die gute Wirkung des Regens auf euren Organismus erfahren habt, dann dürft ihr auch euren Nächsten davon erzählen, um ihnen den Regen als eine Heilungsmethode zu empfehlen.

Dabei ist es gut, während ihr euch dem Regen aussetzt, innerlich zu singen. In diesem Fall verjüngt das Singen den Menschen. Der Regen ist ein Segen. Die Regenbäder, die ihr in den nächsten 10 Wochen nehmen werdet, sind mehr wert als jegliche Mineralbäder. In den Regentropfen steckt eine starke Energie. Sie wirken sich günstig auf das Nervensystem und auf viele chronische Krankheiten des menschlichen Organismus aus.

Ich nenne die Regenbäder „die Bäder der Engel“. Indem ihr euer Regenbad nehmt, werdet ihr beten, dass Gott euch dadurch reinigt und ihr werdet für den Segen danken, den Er euch vom Himmel heruntersendet. So wie die Regentropfen den Menschen von außen waschen, so reinigt der göttliche Segen das Herz und den Verstand, indem er in sie Leben, Kraft und Gesundheit hineinbringt. Derjenige, der fähig ist, die Energie der Regentropfen richtig aufzunehmen, reicht an jene Urmaterie heran, nach der die Alchimisten gesucht haben. Wenn ihr Regenbäder nehmt, könnt ihr euch vergewissern, wie fest ihr schlafen werdet.

Ich sage: Der Mensch muss sich mit der Natur verbinden, ihre Kräfte vernünftig nutzen. Auf diese Weise wird er zum inneren Verständnis der Tage, Monate und Jahre kommen. Ihm wird allmählich aufgehen, was Gott in jeden neuen Tag eingelegt hat und einlegt und er wird das nutzen können. In der Bibel wurde etwas über die Tage gesagt, doch das ist nicht genug. So ist z.B. der erste Tag, der Sonntag, kein Tag der Ruhe, sondern ein Tag des Lebens, ein Tag der Auferstehung. Es ist der Tag der Liebe zur Wahrheit. Fangt also mit diesem Tag an.

Bei jedem Bad werdet ihr den Tag und die Uhrzeit notieren. Ihr werdet euch 15-20 Minuten lang dem Regen aussetzen oder auch länger, je nachdem, wie stark der Regen ist. In Bezug auf Erkältungen braucht ihr überhaupt keine Angst zu haben. Man kann sich nicht im Mai, Juni und Juli erkälten. In diesen Monaten ist die Natur voll Leben.

Diese Übung wird euren Mut prüfen, wie lange ihr es aushalten könnt. Wer die Übung nicht machen will, der sei von ihr befreit, aber er wird schwächlich bleiben. Der Regen wird Frische in den Körper hineinbringen. Man muss überhaupt viele Übungen machen, um die Poren seines Körpers aufzumachen und nicht nur durch die Lunge, sondern auch durch die ganze Haut zu atmen.

Aus dem Vortrag „Grundsätze der Dinge“, Allgemeine Okkulte Klasse, Sofia, 4.5.1927

Weitere einfache Regeln für die Gesundheit

„Im Anfang war…“

 

„Diejenigen, die dem Weg Christi folgen wollen, müssen eine bestimmte Auffassung von der Wahrheit haben. Denkt nicht, dass sie sehr leicht zu erwerben sei, denkt nicht, dass der Weg, den ihr jetzt eingeschlagen habt, leicht ist. Nein, es gibt Schwierigkeiten. Ich sage nicht, dass er äußerst schwierig ist, aber es gibt große Hindernisse. Wer sich entscheidet, diesen Weg einzuschlagen, muss dazu bereit sein. Auch die Natur errichtet stets große Hindernisse vor uns – kleine Balken, die wir ständig benutzen müssen, bis wir uns auf den weiten Weg vorbereiten. Die Frage besteht nicht nur darin, dass sich der Mensch auf den Weg macht, sondern er muss auch ankommen. Ihr aber geht ein, zwei, drei Tage, woraufhin ihr meint, dass aus dieser Sache nichts wird, und umkehrt. Und wenn euch die Leute fragen, was für Nachrichten ihr mitbringt, sagt ihr: „Lasst sein, das ist Unsinn!“ Erst nachdem ihr zu dieser ewigen Quelle gegangen seid, wo das menschliche Leben begann und wo das Wort ursprünglich war, erst dann werdet ihr verstehen, wie die damalige Form der Menschheit aussah, was die Menschensöhne darstellten.

…Und dann wird jemand fragen, wie er sich erheben und zu Gott kommen kann. Steht morgens auf, wenn die Sonne aufgeht, betrachtet Gott und ihr werdet den Weg finden. Einige meinen, dass sie ununterbrochen an Gott denken müssen. Nein, ihr könnt zwar einen Gedanken mit euch herumtragen, aber wahrscheinlich benötigt Er bestimmte Bedingungen, um wirksam zu werden. Die Keime eurer Rettung sind gesetzt, aber erst wenn sie zu wirken beginnen, werdet ihr euch erheben…“

Aus dem Vortrag “Im Anfang war…“, Sonntagsvorträge, Sofia, 8.11.1914

Über die ansteckenden Krankheiten. Ausgewählte Zitate aus Vorträgen

Die stärkste Medizin im Leben ist die Luft. Die stärkste Medizin im Leben ist das Licht. Die stärkste Medizin im Leben ist die Nahrung. Deshalb werden die Ärzte die Zusammensetzung der Nahrungsmittel erforschen und statt Medikamente, werden sie Nahrungsmittel verordnen. Alle, die geimpft wurden, sind über die Schwelle gegangen. Ich verordne Kartoffelspritzen. Hat jemand die Spanische Krankheit bekommen, gib ihm zwei oder drei gekochte Kartoffeln und das Fieber wird sinken. Von denjenigen, die Kartoffeln gegessen haben, ist kein einziger gestorben. Die Kartoffeln sind auch eine Spritze. („Das Wichtige im Leben“, Sonntagsvorträge, Sofia, 1.8.1943)
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Heutzutage zum Beispiel lassen sich die Menschen, wenn sie sich vor manchen Krankheiten schützen wollen, ein Serum gegen diese Krankheiten ins Blut einspritzen. Es gibt bestimmte Theorien, die diese Methode des Schutzes vor Krankheiten unterstützen. Ihr könnt die Theorien der Gelehrten studieren, um ihre Schlussfolgerungen über die Krankheitsfrage zu sehen. Ich sage: Auch ohne Impfung kann man jeder Krankheit gegenüberstehen. Wenn der Mensch absolut reines Blut ohne fremde Beimischungen hat, werden jegliche Mikroben, die in sein Blut geraten, sterben, sie können dort nicht gedeihen. Gerät eine Mikrobe in solch reines Blut, wird sie umherziehen, hierher und dorthin gehen und verhungern, wenn sie keine Nahrung findet.(„Es gab einen Mann“, Sonntagsvorträge, Sofia, 27.11.1932)
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Jetzt kam die Spanische Grippe. Tausende Menschen haben vor, [andere] zu töten, zu vernichten. Die ganze Luft ist von solchen Schwingungen erfüllt. Man sagt jetzt, die Influenza sei schlimmer. Zuerst muss man sich einen Zaun bauen. Wir hätten hier die Influenza weit vom „Izgreva“ halten können. Dieses Jahr habe ich sie mit Absicht gerufen, um euch eine Lektion zu erteilen. Zuerst habe ich sie gerufen, mich zu besuchen. Ich beschäftige mich nunmehr seit zwei Wochen mit ihr, ich erforsche ihre Gesetze. Es sind winzige Wesen einer bestimmten Art. Wenn sie hereinkommen, kitzeln sie den Hals. Sie finden etwas, was sie fressen können. Sie kamen und sagten sich: „Lasst uns etwas essen. Hier gibt es jede Menge fette Brüder und Schwestern, lasst uns von ihrem Fett etwas schnabulieren. Dieses Unbrauchbare nehmen wir und essen es, dann werden wir wieder weggehen. Sie werden ein bisschen husten, ein bisschen Fieber haben, wir werden hie und da ein Stück abschneiden und essen, dann werden wir wieder gehen und nichts Schlimmes tun.“
Jetzt ist der Glaube notwendig. Der Mensch kann sich selbst mit Glauben heilen, da  das ganze Gehirn eine starke elektrische Batterie ist. Aber nur wenn euer Verstand stark ist, wenn ihr euer Gehirn nicht abgeschwächt habt. Schwächt das Gehirn nicht mit Sorgen ab. Macht euch niemals Sorgen, damit der Kopf voll mit Elektrizität, mit dieser Energie ist. Wenn der schmerzvolle Zustand kommt und du einen Strahl auf diese Mikroben richtest, dann laufen sie davon. Wenn du Rheuma hast und den Strom fließen lässt, laufen sie davon. Alle Krankheiten laufen davon, wenn du diesen Strom fließen lässt. („Die starke Kraft“, Allgemeine Okkulte Klasse, Sofia, 22.1.1941)
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Wenn ihr morgens aufsteht, befolgt folgende Regel: niemals dürft ihr den Gedanken in euren Verstand hineinbringen, dass die Welt böse ist, [euch sorgen] was mit euch passieren wird usw. In den Zeitungen steht, dass es einen Krieg, dass es Krankheiten geben wird. All das ist nur Unterhaltung. Das sind nur Besucher aus der unsichtbaren Welt. Sie greifen den Magen, die Lunge oder den Kopf an und dann muss der Mensch, um sich von dieser Krankheit zu befreien, absolut reines Blut haben. Esst keine Speisen, die gewisse Sätze in eurem Körper hinterlassen und einen guten Boden für die verschiedenen Krankheiten bilden könnten. Nicht nur das: wenn das Blut des Menschen nicht rein ist, wird das unvermeidlich unnatürliche chemische Reaktionen verursachen, denn der Körper erträgt nur die natürlichen Reaktionen, die seinem Aufbau dienen. Also kann es nur bei unnatürlicher Nahrung, sei es als Gedanken, Gefühlen oder Taten, zu solchen unnatürlichen Reaktionen im menschlichen Organismus kommen. („Und das andere fiel“, Sonntagsvorträge, 19.2.1933)
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Heutzutage fürchten sich die Menschen vor jeder Epidemiekrankheit, aber sie fürchten sich nicht vor den Sünden und Verbrechen, die diese Krankheiten verursachen. Wenn jemand an Influenza oder einer anderen Epidemiekrankheit erkrankt, ruft er zehn Ärzte, die ihn behandeln sollen, aber wenn er ein Verbrechen begeht, ruft er keinen einzigen Arzt.
Wenn jemand ein Verbrechen plant, so soll er im Voraus zehn Personen zu sich rufen, sei es Ärzte, sei es Priester, Angehörige oder Freunde und zu ihnen sagen: „Hört zu, ich habe vor, ein Verbrechen zu begehen. Was werdet ihr mir raten – soll ich es tun oder nicht? Wenn ja, welche Motive werdet ihr mir vorbringen, wenn ich es nicht tun darf, so möchte ich ebenso, dass ihr eure Meinung begründet.“ Ich sage: Die Influenza kommt, um dem Verstand und Herzen der Menschen die überflüssige Ballast zu entziehen. Sie ist ein Schutzengel für die leidenden Seelen, sie kommt, um ihnen einen Teil der Last abzunehmen, die sie nicht tragen können. („ Eine Herde“, Sonntagsvorträge, Sofia, 23.1.1927)

Der Meister und Veliko Tarnovo

Eine interessante Zusammenstellung von Bild- und Informationsmaterial in Bulgarisch, Russisch und Englisch stellt das kleine Buch „Der Meister und Veliko Tarnovo“ dar, das von der Gruppe der „Weißen Bruderschaft“ in Veliko Tarnovo herausgegeben wurde.

Beinsa Douno bevorzugte diese Stadt wegen ihrer spezifischen physisch-geographischen Lage in der Mitte Bulgariens und wegen der Bedeutung der Stadt als wichtiges Zentrum von kosmischen Strömungen und Erdmagnetismus. Dort hat er seine ersten Vorträge über Phrenologie gehalten. Im Dorf Arbanassi, das laut Beinsa Douno einst ein Zentrum der Bogomilen war, stellte er im Sommer 1912 das „Testament der farbigen Strahlen des Lichtes“ zusammen.

Über die Stadt Veliko Tarnovo sagte Beinsa Douno: „Wir kommen nach Tarnovo, um den Bewohnern eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Warum habe ich Tarnovo ausgewählt? Ich habe es als ein Zentrum ausgewählt, in dem die irdschen Einflüsse Bulgariens aufeinander treffen und der Gesundheitszustand der Bulgaren verbessert werden kann.“

„Der erste Frühlingstag“

„Der erste Frühlingstag, der erste Tag der Freude, der erst Tag der Liebe bringt Kraft und Leben…“ – so fängt der Zyklus der zehn ersten Übungen der Paneurhythmie an, die jedes Jahr ab dem ersten Frühlingstag draußen praktiziert wird. Die ersten Übungen führen in die Paneurhythmie ein und tragen eine Frühlingsstimmung. Die Teilnehmer werden darauf eingestimmt, die Natur und das eigene Bewusstsein durch die Synchronisierung mit den kosmischen Rhythmen zu erleben. Alle bewegen sich ununterbrochen im Kreis, aber der Bewegungsakzent fällt hauptsächlich auf die Arme. Zwischen den einzelnen Übungen gibt es keine Pause, weshalb sie einen einheitlichen Zyklus bilden.

„Der Schüler muss zuerst um etwas bitten, dann wird es ihm der Meister geben„ – die Entstehung der „Bulgarischen Idylle“

„Die bulgarische Idylle“ auf Soundcloud

„Die bulgarische Idylle“ auf Youtube

Das Lied in der Interpretation von Girgina Girginova

Text:

Ти си ме, мамо, човек красив родила,
умен да стана, добре да мисля, добре да любя.
Туй живота е на рая. (Mutter, du hast mich als einen schönen Menschen geboren, dass ich klug werde, dass ich gut denke, gut liebe. Das ist das Leben des Paradieses.)

Рай, рай рай, рай, рай, (Paradies…, Das ist ein Paradies.)
Рай, рай рай, рай, рай,
Рай, рай рай, рай, рай,
Рай, рай рай, рай, рай, рай.
Туй е рай, рай, рай.

Кажи ми, кажи ми, кажи ми
сладки думи две.
Твойте думи две, сладки думи две.
Твойте думи две, сладки думи две. (Sag mir, sag mir, sag mir zwei süße Worte. Deine zwei Worte, zwei süße Worte.)

Туй е рай, туй е рай, туй е рай, рай. (Das ist ein Paradies.)

 

In der „Idylle“ sind die Motive einer pastoralen Symphonie enthalten. Ein Meistermusiker wird in der Zukunft geboren werden und sie weiterentwickeln. Was der Meister gesät hat, wird Früchte tragen für das Wohl der ganzen Menschheit.

Die Idylle beschreibt die Sehnsucht der bulgarischen Seele nach dem Ewigen und dem Großen im Leben – sie will den inneren Sinn des Lebens verstehen, nach der ewigen Wahrheit, der ewigen Liebe reichen, die das Sein erfüllt. Sie sieht die Existenz einer schönen Welt in ihrem Inneren und möchte diese Wirklichkeit werden lassen.

Aus den Erinnerungen von Boris Nikolov (1900- 1991) – „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.
 
Es war der eiskalte Winter von 1920. Ein Bruder kam aus der Provinz nach Sofia. Hohe Schneewehen lagen überall, es tobte ein Schneesturm. Die Züge fuhren mit großer Verspätung. Statt um zehn Uhr vormittags kam der Zug um zwei Uhr nachts an. Die wenigen Passagiere gingen auseinander und der Bruder blieb allein auf dem Bahnsteig. Er kannte nur das kleine Haus in der Opaltschenska 66, in dem der Meister wohnte und er machte sich auf den Weg dorthin. Er schob seine Hände tief in die Taschen seines abgenutzten Mantels, machte seinen Körper so stramm wie möglich und ging los. Der Schnee schrie verzweifelt unter seinen Fußstapfen, Nadeln stachen in seiner Nase, die Augenlider drohten ihm zu erfrieren und der Atem kam als dicker weißer Dampf aus seinem Mund. Die Stadt war tot. Der Bruder kam am Haus des Meisters an. Es war dunkel, kein Licht. Er schob das Gartentor – es war offen. Er trat in den Garten ein. Dann stand er an der Tür des Meisters und wagte sich nicht zu bewegen, um keinen Lärm zu machen. Der Schüler traute sich nicht zu klopfen, obwohl er fühlte, dass er zu erfrieren begann. Er näherte sich der Tür an, hob die Hand und winkte nur kurz vor der Tür. Er klopfte nicht, sondern winkte nur. In dieser Zeit leuchtete im Zimmer des Meisters ein Licht auf. Die Innentür öffnete sich, dann die Außentür und der Meister stand vor ihm: „Kommen Sie rein, kommen Sie rein!“ Der Bruder konnte sich kaum bewegen, er trat ein, aber er konnte nicht sprechen – sein Gesicht ähnelte einer Eismaske. Der Meister begann zu hantieren, er zündete den Herd an und stellte den Teekessel auf. Angenehme Wärme verteilte sich im Raum. Der Bruder begann aufzutauen, er konnte auch wieder sprechen.
Das Wasser kochte. Der Meister stellte zwei Tassen auf den Tisch, schnitt zwei Zitronenscheiben ab, nahm Brot und Käse heraus und legte Brotscheiben auf den Ofen. Der Bruder lebte wieder auf. Als er die erste Tasse Tee leergetrunken hatte, fragte er den Meister: „Meister, Sie hätten doch wissen müssen, dass ich draußen war. Warum haben Sie nicht sofort geöffnet, sondern haben mich frieren lassen?“ Der Meister schwieg einen Moment und sagte: „Das Gesetz lautet: „Der Schüler muss um etwas bitten – dann wird der Meister es ihm geben.“ Obwohl du nicht geklopft, sondern nur zut Tür gewinkt hast, hast du gebeten!“
So lernte der Bruder auch das erste Gesetz: „Bittet, so wird euch gegeben!“ Dieser Bruder war Peter Kamburov…
Nach dem Vorfall, von dem ich erzählte, übernachtete Peter Kamburov einige Tage in der Opaltschenska 66 – unten im Speisezimmer. Die zweite Nacht musste er in der Küche verbringen. Schwester Janakieva wusch ab und summte dabei ein Lied. Und Peter dachte: „Wenn ich jetzt eine Geige hätte, würde ich dieses Lied lernen. Aber ohne Geige geht es nicht.“
Peter nahm die Schaufel und die Feuerzange, die neben dem Herd lagen, legte die Zange wie einen Bogen auf die Schaufel – er stellte sich vor, sie sei eine Geige – und die Feuertange wie einen Bogen auf der Schaufel bewegend, begann er die Melodie zu summen. In diesem Moment kam der Meister die Treppe herunter, stieß die Tür auf und Peter schob die Geräte schnell unter den Ofen. Der Meister öffnete die Tür, sah Peter an und sagte zu ihm: „Willst du Geige spielen?“ Schwester Janakieva sagte: „Meister, er hat bisher mit der Schaufel und der Feuerzange gespielt!“ Der Meister sagte zu ihr: „Komm, lass mich dir eine Geige für den Bruder geben.“ Schwester Janakieva ging mit und kehrte mit einer Geige zurück. Peter konnte vor Aufregung kaum sprechen, er stimmte nur die Saiten und traute sich nicht, auf der Geige zu spielen. Es war schon zehn Uhr abends. Nach einer Weile kam der Meister und betrat die Küche. Er hatte seine Geige dabei und sagte zu Peter: „Komm schon, lass uns jetzt zusammen spielen.“ Und sie fingen an zu spielen. Der Meister spielte eine Melodie und Peter – eine andere. Der Meister ließ ihn mehrere bulgarische Volksmotive spielen, bis es zwölf Uhr wurde. Schließlich spielte der Meister Peter das Lied „Idyllе“ vor. Das ist ein veredeltes bulgarisches Volksmotiv. Dazu sagte der Meister: „Ich habe zwanzig Jahre lang an der bulgarischen Musik gearbeitet, um sie zu verfeinern.“ Dann begann der Meister ihm diese Melodie beizubringen…
„Die Idylle“ und Bruder Georgi Kurtev
Ungefähr zwei Monate bevor Bruder Georgi Kurtev dahinschied, erhielt Peter Kamburov einen Brief: „Bruder Peter, bitte komm, wenn ich gestorben bin und spiel mir „Die Idylle“, bevor man mich auf den Wagen legt.“ Als der Meister 1920 das Lied zum ersten Mal gab, sagte er: „Mit diesem Lied führen die Engel die Seelen der Gerechten zu Gott.“
Peter, der ein Telegramm erhalten hatte, dass Bruder Georgi gestorben war, fuhr nach Ajtos und spielte ihm die „Idylle“ vor. Das war am 15. Februar 1961 während einer totalen Sonnenfinsternis. Es gibt Beziehungen im Leben, die wir nicht kennen.