Sonntagsvorträge, Sofia, 29. Juni 1919, Sonntag, 10:00 Uhr
Da sagte er zu ihnen: „Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.“ (Matth. 13:52)
Christus definiert einen gelehrten Schriftgelehrten durch zwei von dessen Eigenschaften: Er bringt aus seinem Schatz Neues und Altes hervor. In dem vorgelesenen Vers fügte Christus die Worte ein: „Der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist“. Mit dem „Himmelreich“ meint Christus im weitesten Sinne all jene großen Gesetze, die das menschliche Leben leiten, denn alles in der Natur ist eng mit dem Menschen verbunden, und der Mensch ist eng mit der Natur verbunden.
Alle Phänomene oder Kräfte in der Welt, die scheinbar nichts mit unserem Leben zu tun haben, nennen wir physisch oder anorganisch. Aber alle diese Kräfte haben eine Beziehung nicht zum einzelnen, sondern zum kollektiven Menschen. In einem solchen Fall macht das Hervorholen des Neuen und des Alten aus dem Schatz einen gewissen Sinn. Das Alte steht für die Vergangenheit und das Neue für die Zukunft. Das Alte steht für die Fehler des Menschen, das Neue für das Gute, das ihm gegeben wird. Der Schriftgelehrte, der die Natur und das Leben der Menschen studiert, findet alte Dinge, die Fehler der Menschen, und bringt etwas Neues in die Welt. In diesem Sinne können wir also sowohl das Gute als auch das Böse, das sich aus diesen Folgen der Vergangenheit ergibt, positiv definieren. Ein altes Ding ist also alles, was in Disharmonie ist, d.h. abgenutzt, untauglich für die Arbeit.
Die Materie, die ihre Kraft verloren hat, betrachten wir als negativ, d.h. als eine, in der sich keine Kraft manifestieren kann. Jeder von euch hat diese beiden Zustände an sich selbst erfahren: das Neue und das Alte aus seinem Schatz hervorzuholen. Wenn ein Mensch das innere Gleichgewicht zwischen seinem Herzen und seinem Verstand verliert, beginnt er, das Alte hervorzuholen, und damit kommt die Unzufriedenheit. So geht es dem kranken Menschen, der immer unzufrieden ist mit denen, die ihm einen Gefallen tun. Der Gesunde, der die Kraft in sich selbst hat, ist mit allem zufrieden. Die Gesetze, die den einen und den anderen Zustand, den Zustand der Zufriedenheit und der Unzufriedenheit, regeln, sind in Harmonie, denn zu einem bestimmten Zeitpunkt entspricht euer negativer Zustand einem positiven Zustand eines gesunden Menschen. In einem bestimmten Moment, in dem ihr am meisten leidet, erlebt ein anderes Wesen, das in irgendeiner Beziehung zu euch steht, die beste Gemütsverfassung. Dies ist ein Gesetz, das in der Natur existiert. Himmel und Hölle existieren als zwei Pole. Der Himmel ist das Neue und die Hölle ist das Alte.
So wird jeder von euch in seinem Leben in den einen oder anderen Zustand hinauf- oder hinuntergehen. Ich spreche zu euch nicht von Himmel und Hölle, wie ihr sie kennt, sondern ich spreche zu euch über eine positive Wahrheit, die euch abstrakt zu sein scheint. Diese beiden Zustände sind für den menschlichen Geist notwendig. Ihr fragt: „Warum ist es notwendig, dass der Mensch alt und jung wird?“ – Das ist ein Prozess, der in der Natur selbst abläuft. Fragt nicht, warum dieser Prozess abläuft, sondern seht zu, dass ihr einen Nutzen daraus ziehen könnt.
Wie würdet ihr Jugend oder Alter definieren? In der Antike sagte ein weiser Mann: „Wenn du Stärke suchst, suche sie bei den jungen Menschen, bei den neuen Menschen, und wenn du Weisheit suchst, suche sie bei den alten Menschen.“ Weisheit und Stärke sind nicht das Gleiche. Die Stärke umfasst den menschlichen Willen und die Weisheit den menschlichen Verstand. Deshalb gibt es zwei entgegengesetzte Pole: Der Verstand ist oben, im Himmel, und der Wille ist unten, auf der Erde. Wenn ihr alt, weise sein wollt, müsst ihr oben, im Himmel sein, und wenn ihr jung sein wollt, müsst ihr unten, auf der Erde sein.
Wenn wir also die Verhältnisse der Dinge vertauschen und den alten Menschen auf dem physischen Feld und den jungen Menschen im Himmel platzieren, erzeugen wir Disharmonie. In diesem Fall werdet ihr eine falsche Schlussfolgerung ziehen und denken, dass alle Menschen im Himmel alt sind und alle Menschen auf der Erde jung sind. Aber das ist nicht wahr. Mit „Jugend“ meine ich nicht nur die äußeren Verhältnisse, sondern ich meine das innere Wachstum im Menschen. Das Gleiche kann man in der Natur beobachten. Vom 9. März an bemerkt man ein Wachstum, das gegen den 20. Juni oder gegen Anfang Juli langsamer wird, und in der Natur beginnt ein Zustand der Ruhe. Was auch immer an Veränderungen in der Natur stattfindet, findet auch in unserem Leben statt. Wenn wir nicht verstehen, was in uns als Individuen vor sich geht, das heißt, wenn wir unseren eigenen Verstand und Willen nicht verstehen, geraten wir oft in Widersprüche im Leben, die wir „Schicksal“ nennen, und dementsprechend würden einige glücklich und andere unglücklich sein. Manche denken, dass einige Menschen von bestimmten Kräften unterstützt werden, und andere denken, dass dieselben Kräfte sich ihnen widersetzen.
Wenn ihr mit dem Strom schwimmt, wird er euch natürlich helfen, aber wenn ihr gegen den Strom schwimmt, wird er euch entgegenwirken, weil ihr euch gegen ihn bewegt. Dieser Strom hat nichts gegen euch, aber er will euch sagen, dass ihr leiden werdet, wenn ihr euch gegen ihn stellt, weil die Kräfte, die euer Leben lenken, euch selbst zuwider sind. Wenn das Leben eines Menschen nicht gut läuft, zeigt das, dass sein Denken seinem Willen zuwiderläuft. Das gilt sowohl für das individuelle als auch für das gesellschaftliche Leben. Ich spreche von Ereignissen, die sich jetzt in Europa abspielen und die vor Tausenden von Jahren festgelegt wurden. Die gegenwärtige Menschheit ist bereits vor Millionen von Jahren in Konflikt mit der Bewegung geraten. Infolgedessen ist die heutige europäische Kultur mit dieser Strömung in Konflikt geraten, und sie kämpft um ihren Weg. Dies hat zur Folge, dass ein hartnäckiger Kampf geführt wird, dem viele zum Opfer fallen werden. Wie viele Opfer es sein werden, ob ein, zwei oder mehr Millionen, ist der Natur gleichgültig. Ich sage, dass das der Natur gleichgültig ist, weil unsere Spielzeuge ihr gleichgültig sind.
Wenn wir Städte gründen, Häuser und Tempel bauen, denken wir, das sei Kultur, aber die Natur will von dieser Kultur von uns nichts wissen, irgendwann wird sie sie zerstören. Für all unsere schönen Stoffe, selbst für die feinsten, hat die Natur die Motten geschaffen, den Staub, und sie werden die Stoffe zerstören. Darüber hinaus hat sie viele schädliche Elemente geschaffen, die unseren Organismus ständig zerstören. In der Vergangenheit, bevor die Menschheit von der rechtmäßigen Richtung ihrer Kultur abgewichen ist, hatten die Menschen sehr korrekte Vorstellungen von den Gesetzen, die das Wachstum unseres Lebens bestimmen. Dieses Wachstum kann mathematisch, mit einem Zirkel, bestimmt werden. Ich nehme zum Beispiel einen Zirkel und messe damit die Nase eines Mannes sehr genau und sehe, dass sie vier Zentimeter lang ist, die eines anderen fünf Zentimeter und so weiter. Dann messe ich wieder mit einem Zirkel das Kinn des einen, des zweiten, des dritten und sehe, dass sie alle unterschiedlich groß sind. Auf die gleiche Weise messe ich die Stirn des einen und sehe, dass sie z.B. drei Zentimeter beträgt, die eines anderen vier Zentimeter oder fünf Zentimeter, sechs Zentimeter, usw. Sie werden fragen: „Welches Verhältnis liegt hier vor?“
Es gibt ein wichtiges Verhältnis, denn wenn man sieht, dass die Nase eines Menschen kurz und breit ist, zeigt das, dass die Energien in seinem Organismus in einem gespannten Zustand sind und der kleinste Anstoß eine Explosion verursachen kann. Wenn sein Kinn sehr breit und lang ist, zeigt das, dass die Energie dieser Person nicht nur sehr erregt, sondern auch sehr aktiv ist, so dass sie überall, wo er vorbeikommt, Zerstörung hervorrufen wird. Aus dem unteren Teil des Kinns, der sich unter der Nase befindet, lässt sich ablesen, wie der menschliche Wille ist und wie er sich auf dem physischen Plan manifestieren würde. Beobachtet dies bei den großen Feldherren, bei den Generälen. Am Kinn kann man erkennen, ob jemand jung oder alt ist. Nur junge Menschen kämpfen, alte Menschen nicht. Das Verhältnis des alten zum jungen Menschen ist 1:100. Eine Armee von jungen Männern kann eine Armee von 100.000 alten Männern schlagen. Wenn ich sage, dass die Zukunft der Erde in den Händen der jungen Menschen liegt, habe ich Recht, denn diese Welt ist für Menschen geschaffen, die gerne kämpfen. Der Himmel ist für alte, weise Menschen geschaffen.
In der oberen Welt entsprechen 1.000 alte Menschen 100.000 jungen Menschen, hier ist das Verhältnis also umgekehrt. Ihr werdet mich fragen: „Wie ist das Verhältnis zwischen den Jungen und den Alten?“ In der geistigen Welt sind die alten Menschen nur der Drehpunkt, um den sich das Pendel des jungen Menschen bewegt, wie bei einer Uhr. Während der junge Mensch 100 Kilometer zurückgelegt hat, hat der alte Mensch keinen einzigen Kilometer zurückgelegt. Die jungen Menschen sind also die Zeiger der Uhr. Die alten Menschen in dieser Welt bewegen sich nicht, also erwartet von ihnen keine Kultur auf der Erde. Eine intellektuelle und spirituelle Kultur, von der hier auf Erden die Rede ist, kann es nicht geben. Der größte Aufschwung in der Kultur kann nur durch Aderlass erreicht werden. Je mehr Blut freigesetzt wird, desto größer ist die Kultur, die daraus hervorgeht. Die Menschen des 20. Jahrhunderts halten sich für sehr kultiviert und sagen: „Wir modernen Menschen brauchen keinen Aderlass, das haben nur die Menschen der Vergangenheit getan.“ Der heutige Krieg hat diese Theorie jedoch widerlegt und gezeigt, dass junge Menschen immer Blut vergießen, und je jünger sie sind, desto mehr Blut vergießen sie. Die Menschen von heute richten also, weil sie sehr jung sind, die größten Verwüstungen an. Die Menschen von heute können mit Raupen verglichen werden, die alles verwüsten. Und dieser Schriftgelehrte, der etwas über das Himmelreich gelernt hat, nimmt aus seinem Schatz das Neue und das Alte und sagt: „So spricht Christus.“ Wozu braucht er das Neue und das Alte? Wenn ihr die alten Kleider aus einem Einschlagtuch oder einem Schrank nehmt, dann habt ihr einen Zweck, ihr denkt, dass ihr etwas damit anfangen könnt, nicht wahr?
Wenn ihr die neue Kleider herausholt, tut ihr das doch, um zu sehen, ob sie von Motten zerfressen sind. Wenn der Schriftgelehrte das Neue und das Alte herausnimmt, hat er einen klugen Gedanken. Er ist nicht mit einer törichten Aufgabe beschäftigt, wie es ein König tat. Ein König wollte einen Mann finden, der ihm eine unendliche Geschichte erzählt. Er suchte verschiedene Philosophen, um seinen Wunsch zu erfüllen. Er versprach große Belohnungen, aber es fand sich niemand, der ihm eine unendliche Geschichte erzählen konnte. Schließlich kam ein weiser Mann zu ihm und sagte: „Ich kann dir eine endlose Geschichte erzählen“. Er begann: „Vor langer Zeit gab es einen König, der Tausende und Abertausende von Hektar Land besaß. Dieses Land wurde mit Weizen besät, und weil das Jahr sehr fruchtbar war, trugen seine Felder sehr viel. Der König ließ einen großen steinernen Kornspeicher bauen, um den Weizen darin zu lagern und ihn so zu bewahren. Die Steinmetze ließen jedoch ein kleines Loch in diesem Speicher. Eine Grille schaffte es, durch dieses Loch hineinzukriechen und trug die Weizenkörner eines nach dem anderen heraus. Die Grille nahm ein Weizenkorn heraus, trug es in ihr Loch und kehrte zurück, um ein anderes zu holen. Sie nahm das zweite Korn, trug es in ihr Loch und kehrte zurück, um ein drittes zu holen. „Genug davon, erzähl weiter, hat das Tragen des Weizens und die ganze Geschichte kein Ende?“, sagte der König gelangweilt. – „Warte nur, bis der ganze Weizen aus dem Speicher herübergetragen ist, dann ist die Geschichte zu Ende.“
Die gegenwärtigen Menschen wollen das Ende der Dinge wissen, aber ich sage: Wartet, bis der ganze Weizen herübergebracht worden ist, erst dann [kommt das Ende]. Der Schriftgelehrte, der das Reich Gottes studiert, beschäftigt sich nicht mit solchen törichten Theorien. Das Gleiche zu wiederholen, ist keine Erkenntnis. Wir sagen: „Wir müssen die Dinge ausprobieren und so aus unserer Erfahrung lernen!“ Die Erfahrung, die wir haben, genügt uns, denn selbst wenn wir eine Million Körner aus dem Spreicher nehmen, werden wir nichts mehr lernen. Ihr sagt euch: „Wartet ab, was der Meister uns heute Neues sagen wird.“ Ihr habt Recht. Die Größe eurer Nase bestimmt das Volumen eurer Gefühle, die Länge eures Kinns – die Stärke eures Willens und die Höhe eurer Stirn – die Qualität eures Verstandes. Manche sagen, dass man mit einer kleinen Stirn trotzdem klug sein kann. Das ist nicht wahr. Welche Rolle spielen die geraden Linien, die spitzen Winkel usw. in der Geometrie? Wenn dein Mund einen Winkel bildet, wird er dann aufgehen, oder? Die Öffnung eures Mundes bestimmt also das Ausmaß eures Appetits. Je mehr ihr euren Mund öffnet, desto hungriger seid ihr. Zeigt der Mundwinkel dagegen mit der spitzen Seite nach außen, heißt dies, dass ihr euch ausruht. Je nachdem, ob die Nase gerade ist, ob sie konkav oder konvex ist – nach außen oder nach innen zur Stirn hin -, werden unsere Gefühle durch das gleiche Gesetz bestimmt. Ist die Nase breit, hat das Herz einen Zustand, ist sie flach, hat es einen anderen Zustand. Der Zustand eures Magens lässt sich danach bestimmen, ob eure Wangen hohl oder pausbäckig sind. Der äußere Mensch ist also ein Ausdruck des inneren Menschen.
Jeder eurer Gedanken ist an eurem Gesicht sichtbar. Eure Tugend kann durch euer Gesicht bestimmt werden – sie liegt oben auf eurer Lippe. Wenn eure Augen in zwei entgegengesetzte Richtungen sehen, zeigt das, dass es eine Spaltung in eurem Wesen gibt. Wenn der Blickwinkel nach oben oder nach unten gerichtet ist, handelt es sich um zwei verschiedene Zustände. Wenn eure Augen breit geöffnet sind, zeigt das, dass ihr stark beeindruckbar seid, und wenn sie nur wenig geöffnet sind, ist eure Beeindruckbarkeit geringer. Es spielt auch eine Rolle, ob die Augen näher oder weiter von der Nase entfernt sind. Die Augen eines jeden Menschen wurden von Gott mit geometrischer Präzision platziert. Jeder Mensch ist nach einer von oben bestimmten Skizze geschaffen. Jeder trägt mit den kleinsten Details in seinem Gesicht das Zeugnis, das nicht nur sein gegenwärtiges, sondern auch sein vergangenes und sein zukünftiges Leben bestimmt.
Und wenn die heutigen Menschen in diesen Zeugnissen, in diesem göttlichen Buch des Gesichts, das jeder mit sich trägt, lesen könnten, würden tausend Unglücke vermieden werden. Christus empfiehlt allen seinen Anhängern, sich von ihren Fehlern der Vergangenheit abzuwenden. Jemand sagt: „Lasst uns unser Leben prüfen.“ – Lass dich fotografieren und prüfe dein Gesicht, sieh, ob du dich selbst magst. Die modernen Fotos zielen darauf ab, den Menschen schöner zu präsentieren, mit geglätteteren Gesichtszügen, als sie wirklich sind, indem sie sein Gesicht verschönern und nachbessern.
Löscht die göttliche Schrift nicht aus! Man sollte die Züge nicht auf diese Weise glätten, denn ein alter Mensch kann nicht jung werden und umgekehrt. „Das sind unvereinbare Dinge“, sagt Christus. Nur der Gelehrte, der die Dinge so sieht, wie Er sie sieht, kann die Beziehungen verstehen, die zwischen den einzelnen Teilen bestehen. In der Mathematik gibt es bestimmte Formeln, mit denen man eine Größe in eine andere umwandeln kann. Zum Beispiel kann man die Wärme, die 100 Tonnen Kohle abgeben, in eine dynamische Kraft umwandeln, aber man muss die Methode kennen, um das zu tun. Diese Wissenschaft ist den heutigen Menschen verborgen, denn wenn sie sie wüssten, würden sie mit den Menschen spielen und tausendmal Unglück über die Menschheit bringen.
Welchen Nutzen hat dieses Wissen für uns? Wenn wir den Menschen von oben kennen würden, wüssten wir, sobald wir ihn sehen, dass sich seine Energie in einem Spannungszustand befindet. Dann würden wir ihm aus dem Weg gehen, ohne die Flammen weiter zu schüren, oder wir würden den Dampf ablassen, damit die Energie in ihm ein wenig nachlässt. Bei Menschen, deren Energie nachgelassen hat, müssen wir ein wenig Treibstoff einsetzen, um sie wieder in Gang zu bringen. Wir wissen, wie der Brennstoff in der physischen Welt zugeführt wird. In der kausalen und spirituellen Welt gibt es viele Arten der Treibstoffzufuhr, die wir nicht kennen, aber lernen können. Es gibt Menschen, die den Sinn des Lebens verloren haben und für immer jung sein wollen; nur in der Jugend finden sie einen Sinn. Wenn ihr die okkulten Wissenschaften gründlich studiert, werdet ihr sehen, dass der Mensch nicht nur aus einer einzigen Art von Materie besteht, sondern aus verschiedenen Arten von Materie und Zuständen. Es gibt also eine Abstufung in allen Atomen und Ionen, aus denen er besteht. Es gibt bisher 49 solcher Zustände von Atomen im physischen Feld. Jeder Zustand kann ein bestimmtes Ergebnis an Gefühlen und Gedanken hervorbringen. Und je mehr sich der Koeffizient eures Zustands ändert, desto mehr werden eure Gefühle und Gedanken aktiv. Heutzutage sind die Menschen sehr nervös, aber das ist nichts anderes als eine Erhöhung ihrer Energie, also muss ihre Energie transformiert und in einen höheren Zustand der Materie weitergeleitet werden.
Ihr sprecht oft von der Erziehung eurer Kinder. Das bulgarische Wort „възпитание“ bedeutet soviel wie „nähren“. In gleicher Weise kümmern sich die Bienen um die Ernährung ihrer Königinnen. Wenn siе Königinnen großziehen wollen, geben sie ihnen eine bestimmte Art von Nahrung; wenn sie Arbeiterinnen großziehen wollen, wählen sie für sie eine andere Art von Nahrung, und für die Drohnen geben sie eine besondere, dritte Art von Nahrung. Die Drohnen sind die Pfeifer im Bienenstock. Ohne Drohnen geht es nicht, genauso wenig wie ohne Pfeifer. Sie sind eine Art Musiker. Ihr sagt, man kann auf die Drohnen verzichten. Nein, man kann nicht ohne die Pfeifer auskommen. Ihr sagt, dass es auch in eurem Leben viele Drohnen gibt, aber ich nenne sie Musiker. Jeder unangenehme Gedanke ist ein Pfeifer, eine unangenehme Musik. Ihr fragt: „Warum sind diese Gedanken und die Leiden, die sie uns bringen, so unangenehm?“ – Weil ihr krank seid, aber wenn ihr wieder gesund werdet, werdet ihr diese Pfeifer lieben, und die Leiden an sich erneuern den Menschen.
Um nun auf den Gedanken Christi zurückzukommen: Der Schriftgelehrte ist derjenige Lehrer, der die Gesetze kennt. Was wissen unsere Lehrer und Geistlichen heute über die Menschen? Die Lehrer sollten die Mathematik anwenden, damit sie die Menschen an der Stirn, der Nase usw. erkennen können. Diejenigen unter euch, die sich mit Mathematik beschäftigen, sollten diese Formeln studieren, und diejenigen, die sich mit Geometrie beschäftigen, sollten die Winkel bestimmen – vom kleinsten bis zum größten -, die Bedeutung einer gekrümmten Linie studieren usw. Es heißt, dass eine gekrümmte Linie durch die Drehung einer Linie um ihre Achse entsteht, und wenn eine gekrümmte Linie gedreht wird, entsteht eine Sphäre. Was bedeutet diese Sphäre? Eine Sphäre ist eine Erweiterung eurer Gedanken und Gefühle. Wenn ihr in einer Welt leben würdet, die sich nur in eine Richtung bewegt, hättet ihr keinerlei Entwicklung. Es ist eine Welt mit nur einem Kreis und einem Maß. Wenn sich zwei Wesen treffen, können sie nicht aneinander vorbeikommen. Das liegt daran, dass jede Abweichung die Ausdehnung voraussetzt. Wie würdet ihr dann diese beiden Wesen bewegen? – Das eine muss auf dem Rücken des anderen passieren. Deshalb sagen die Bulgaren von jemandem, der sich schleppt, dass er es aushalten muss, wenn andere über seinen Rücken schreiten. Das sind die Menschen, die sich nur in einer Dimension bewegen. Aber das kann uns nicht den wahren Weg des Lebens zeigen. In jedem Seiner Gedanken hat Christus etwas verborgen. Er sagte: „Vieles kann ich euch sagen, aber jetzt könnt ihr es nicht ertragen“. Diese Dinge werden den Menschen gesagt, wenn sie kultiviert genug sind, sie zu verstehen. Die Amerikaner sind im Verstehen dieser Gesetze weit fortgeschritten. Wenn sie zum Beispiel heiraten wollen, schicken sie keine Heiratsvermittler, die ihre Angelegenheiten regeln sollen, sondern die jungen Leute werden zu einem Phrenologen geschickt, der sie untersucht und erklärt, ob sie zusammenleben und heiraten können. Dann werden sie zu einem Physiognomiker, anschließend zu einem Astrologen geschickt, und wenn alle Informationen in einem für beide günstigen Sinne übereinstimmen, heiraten sie und bilden ein glückliches Paar. Wenn also Menschen heiraten, müssen die Zentren ihrer Gehirne ein bestimmtes Verhältnis haben. Wenn sich die Energien zwischen den Zentren des weiblichen und des männlichen Verstandes nicht richtig vermischen, kommt es zwangsläufig zu einem nervösen Zustand. Der Grund dafür ist, dass auf der einen oder der anderen Seite ein Überschuss an unplatzierter Energie verbleibt, der Übel erzeugt. Deshalb sollte eine Frau, die mit ihrem Mann unzufrieden ist, einen anderen Mann suchen, in den sie ihre überschüssige Energie investieren kann, und so kann ein Austausch stattfinden, so dass kein Verlust entsteht. Dies sollte jedoch auf spirituelle Art und Weise zwischen diesen beiden Menschen geschehen, damit durch den Einsatz ihrer überschüssigen Energie die Harmonie zwischen ihnen wiederhergestellt wird. Der Ehemann, der die Situation seiner Frau nicht versteht, sagt zu ihr: „Du darfst keine freundschaftlichen Beziehungen zu einem anderen Mann haben“, und es beginnen Streitereien und Zwistigkeiten. In gleicher Weise verhält sich die Ehefrau zu ihrem Mann, wenn er, um seine überschüssige geistige Energie zu investieren, außerhalb der Familie eine andere erhabenere Frau sucht, mit der er geistigen Umgang haben könnte.
Beide fangen an, sich auf die althergebrachte Art zu streiten. Zu solchen Leuten sage ich: „Ihr habt schlecht angefangen und werdet schlecht enden, weil ihr wie der Schriftgelehrte nicht gesehen habt, was ihr im Beutel habt.“ Der Mann und die Frau sind zwei Schriftgelehrte, die die Gesetze nicht verstehen, aber wie der Schriftgelehrte handeln müssen. Wenn ihr also heiratet, nehmt das Alte und das Neue heraus, das ihr zur Verfügung habt. Der junge Mann und die junge Frau sagen, bevor sie heiraten, dass alles in ihren Beuteln in Ordnung ist, aber wenn sie heiraten, öffnen sie die Beutel und es kommt nicht das heraus, was gesagt wurde.
All dies gilt für das gegenwärtige Leben, und wenn die Bulgaren ihr Leben korrigieren wollen, müssen sie diese Gesetze berücksichtigen. Manchmal sage ich mir: „Warum stochere ich in den kranken Stellen der Menschen herum und mache mir damit Feinde?“ Nun gut, aber wenn ihr ein verstauchtes Bein habt und einen erfahrenen Masseur bittet, es zu massieren, wird er euch, egal wie sanft er das Bein massiert, trotzdem Schmerzen bereiten. Ist es dann seine Schuld, dass er euch, um euch zu heilen, Schmerzen bereitet hat? Dann werdet ihr dem Masseur dafür danken, dass er euren Fuß geheilt hat. Ihr seid krank und ruft einen Arzt, der euch untersucht. Er gibt euch eine bittere Medizin, aber ihr mögt sie nicht und betrachtet deshalb den Arzt als euren Feind.
Deshalb wollen auch Kinder, die bittere Medikamente eingenommen haben, den Arzt nicht sehen oder hören. Eine Eiterbeule tritt bei euch auf, und ihr ruft einen Chirurgen, der sie untersuchen soll. Er nimmt seine Instrumente, schneidet sie auf und drückt sie heraus. Das verursacht dem Kranken Schmerzen, aber der Arzt ist nicht schuld. Ich wünschte, ihr wärt alle Masseure und Chirurgen in dieser Hinsicht, die aber ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen tun, nach allen Regeln der Kunst. Wenn der Mann überschüssige Energie hat, soll er sie in einer anderen Frau verströmen, aber mit Bedacht; und wenn die Frau überschüssige Energie hat, soll sie sie in einem anderen Mann verströmen, aber mit Anstand und Bedacht. Es ist notwendig, dass überall ein geistiger Austausch stattfindet, damit Wachstum, Frieden und Harmonie herrschen können. Die Bulgaren kennen diese Art des Energieaustauschs, und deshalb machen sie Dorffeste. Menschen aus 10-20 Dörfern kommen zusammen und mischen sich dort untereinader: Sie tauschen sich aus, verbrauchen ihre überschüssige Energie und werden auf diese Weise gesund. Alle gehen glücklich nach Hause. Manche sagen: „Wir wollen nichts Altes, wir wollen das Neue“. Aber das Neue hat kein solches Ergebnis. Ich habe die alten Bulgaren beobachtet: Wenn sie Bohnen kochen, werfen sie das erste Wasser weg und kochen die Bohnen im zweiten Wasser. Das erste Wasser ist nicht gut, aber jetzt sagt man, das sei dumm, man sollte kein Holz nicht verschwenden. Ein deutscher oder englischer Arzt empfiehlt dasselbe: Das erste Wasser sollte weggeschüttet werden, weil es ungesund ist. Ich wünschte, die Bulgaren würden zu den alten Volksbräuchen zurückkehren, die auf sehr wichtigen psychologischen Gesetzen beruhten und gute Ergebnisse brachten.
Christus sagt, der gebildete Schriftgelehrte sei wie der Hausherr, der aus seiner Schatzkammer das Alte und das Neue schöpft. Auch die heutige Wissenschaft geht denselben Weg. Alle neuen Entdeckungen, die in der Wissenschaft gemacht werden, sind noch nicht gut erforscht, es sind noch nicht in ihnen jene Wahrheiten gefunden worden, die den alten Völkern seit den frühesten Zeiten bekannt waren. Zum Beispiel wurde das Element Radium in jüngster Zeit entdeckt, aber die Ursachen seiner Besonderheiten sind noch nicht bekannt. Die Lebensenergie, die in der Natur wie in allen Elementen enthalten ist und von den Hindus „Prana“ oder lebensspendende Elektrizität genannt wird, ist noch nicht entdeckt worden. Solche Energien sind in unserem Organismus, in den Elementen Wasserstoff und Sauerstoff enthalten, aber sie sind nicht der Wasserstoff und der Sauerstoff. Sauerstoff und Wasserstoff sind nur Träger dieser Energien. Wenn wir keine korrekten Vorstellungen von all den Phänomenen und Veränderungen haben, die in der Natur stattfinden, schaffen wir eine falsche Kultur. Wir kritisieren ständig, dass dieser oder jener kein richtiges, gutes Leben führt, dass dieser oder jener ein unkultivierter Mensch ist. Ich frage: Was sind die Regeln, nach denen wir leben müssen, die wir anwenden können? Was ist die Erziehung? Im Christentum sollte es keine Kritik geben, sondern Wissen und Tugenden. Kritik sollte durch ein solches inneres Verständnis bedingt sein, das in der Lage wäre, unser Leben zu verändern und zu korrigieren. Bis dahin müssen die Europäer mindestens hundert Versuche unternehmen, die neue Kultur und die neuen Regierungsformen anzuwenden. Die Einstellung der Diener gegenüber den Herren leitet sich von der Einstellung der Söhne gegenüber den Eltern ab.
Väter und Söhne, Mütter und Töchter schaffen alle Disharmonie der Welt. Wenn eine Mutter ihre Tochter überfordert, behandelt diese sie auch nach denselben Regeln. Die Tochter wird dann ihre Dienerinnen so behandeln, wie die Mutter sie behandelt. Die Diener und Herren entstanden nach dieser Hierarchie, weil sie dieses große Gesetz nicht verstanden haben. Der Vater nimmt den Platz des alten, weisen Mannes ein, und der Sohn nimmt den Platz des starken Mannes ein. Der Vater wird sagen: „Ich werde den Platz des Drehpunktes einnehmen, um den du dich drehst und in tausend und eine Million Richtungen bewegst. Du kannst alles tun, was du willst, aber trenne dich nicht vom Drehpunkt.“ Wenn der Sohn sagt, dass der Vater dumm ist und sich von ihm trennen will, ist alles verdorben. In diesem Fall ist der Vater nicht stark und damit hat auch der Sohn das Nachsehen. Und der Sohn ist stark, aber nicht klug. Kinder haben Sehnsucht nach ihren Eltern, weil sie deren Weisheit und Erfahrung brauchen. Deshalb sollten Eltern anfangen, das Alte und das Neue aus ihren Beuteln herauszuholen, um zu sehen, was sie ihnen zu geben haben. Eltern müssen wissen, was sie ihren Kindern am Montag, Dienstag usw. zu essen geben sollen, denn die Nahrung schafft die Menschen. Nehmt den kultiviertesten Menschen und füttert ihn mit der gröbsten Nahrung, und ihr werdet sein Leben verändern. Füttert einen ungehobelten Menschen mit der feinsten Nahrung, und in zehn Jahren wird er seine Lebensweise geändert haben. Ich bin froh, dass jetzt schon verschiedene Strömungen auftauchen, die näher an der Natur sind, zum Beispiel der Vegetarismus, obwohl auch das keine richtige Auffassung von Ernährung ist, denn die Natur hat alle Arten von Lebensmitteln geschaffen, und jeder sollte sich mit Lebensmitteln ernähren, die auf seinen Organismus abgestimmt sind. Jeder Mensch, jedes Volk, jede Gesellschaft muss die geeignete Nahrung wählen, die die besten Ergebnisse bringt. Die übermäßige Tötung von Säugetieren schafft eine Anomalie in der Natur. Die meisten Krankheiten sind auf die Tötung von Säugetieren und Vögeln zurückzuführen. Da durch dieses Töten ihre Entwicklung gestoppt wird, bleiben alle Kräfte, die ihr Wohl bilden sollten, ungenutzt, und so entsteht ein Chaos, das die Ursache für die verschiedenen Krankheiten ist. Wisst ihr, was nach dem chaotischen Ausströmen dieses Tierblutes geschieht? Aus seinen Dämpfen werden verschiedene Seren und Kulturen für die schädlichen Bazillen gebildet, aus denen alle Übel der organischen Welt stammen. Um ein Gleichgewicht in die Natur zu bringen, musste sie etwa 100.000.000 Kilo Blut ausscheiden, um das Blut der Tiere auszugleichen. Aber in diesem Krieg heute wurden etwa 200.000.000 Kilo menschliches Blut vergossen. Einige werden verlangen, dass ich diesen Punkt beweise. Ich habe eine Reihe von Beweisen dafür, und ich sehe, dass die Naturgesetze auch in Bezug auf euer Leben wahr sind. Wenn du deinen Vater schlägst und beschimpfst, prüfe, ob du danach noch die gleiche Geisteshaltung hast wie vorher. Vor allem, wenn es um einen Dichter handelt, soll er danach versuchen, etwas Gutes zu schreiben. Auch ein Dramatiker oder ein Schriftsteller, der seine Frau schlägt: Kann er danach ein Stück oder ein Buch schreiben? Eine Frau, die versucht hat, ihren Mann zu vergiften, verliert ihre Schönheit.
Wenn ein junger Mann und eine junge Frau sich das Versprechen geben zu heiraten, aber ihr Versprechen sich als töricht erweist, sollten sie diesen Vertrag nicht erfüllen. Wenn ich verspreche, heute 1.000 Menschen zu treffen und mit allen ein intelligentes Gespräch zu führen, ist es undenkbar, dass ich mein Versprechen einhalte. Der Wunsch, ein Versprechen einzuhalten, das nicht eingehalten werden kann, wird von dem Ehrgeiz eines ehrlichen Menschen diktiert. Aber ein ehrlicher Mensch ist jemand, der richtig denkt und handelt.
Ihr aber, Männer und Frauen, seid jetzt der gebildete Schriftgelehrte, und was ihr an Altem und Neuem aus eurem Schatz schöpft, sind eure Söhne und Töchter. Wenn die Mutter ein unfähiges, jähzorniges Kind zur Welt bringt, ist es das alte Kleid. Wenn sie das Gesetz verstehen würde, würde sie ein kluges Kind gebären, das ist das neue Kleid. Aber auf dem physischen Feld befindet sich dieses kluge Kind in einem für es ungeeigneten Umfeld. Es will arbeiten, sich geltend machen, aber seine Mutter lässt es nicht arbeiten, lässt es nicht mit anderen Kindern zusammenkommen usw. Kannst du deinem kleinen Jungen oder Mädchen keine Arbeit geben? Gib dem kleinen Mädchen Puppen, mit denen es spielen und von denen es lernen kann. Oft sagt der Vater: „Ich habe jetzt keine Zeit, mich um die Kinder zu kümmern, ich muss meine Predigten und Aufgaben vorbereiten.“ Ihr könnt viel predigen, aber ihr müsst aus jeder Predigt eine Lehre ziehen. Wenn ihr ein Unbehagen im Magen spürt, zeigt das, dass unter den Menschen um euch herum Disharmonie herrscht. Wenn ihr eine Schwere in der Lunge spürt, zeigt das, dass ihr in den Herzen der anderen in Disharmonie seid. Wenn ihr eine Enge in Kopf spürt, deutet das darauf hin, dass ihr euch in Disharmonie mit den Gedanken der Menschen um euch herum befindet. Wenn du in einem Raum bist und dich unwohl fühlst, geh nach draußen und wechsle den Ort, und damit wird sich dein Zustand ändern. Wenn du in eine Gesellschaft kommst und dich langweilst, dann geh raus zu einem Volksfest oder Kreistanz, und denk nicht, dass die Menschen schlecht sind. Ihr sagt: „Wir sind religiöse Menschen, es ist nicht Gottes Art, dass wir beim Kreistanz mitmachen.“ Nun, wenn der Arzt mit einer Spritze kommt, wenn er euch Chinin verschreibt, wenn du Fleisch für Frikadellen schneidest, wenn ein Mann und eine Frau sich streiten, ist das nach Gottes Willen? Was ist nach Gottes Willen? All das, was wir tun, ist nicht nach Gott, das heißt, es ist nicht vernünftig, und wir halten uns für Idealisten. Oben Idealisten, unten Materialisten. Wir reden von Gott, aber wir füllen unseren Geldbeutel; wir lesen den Kranken vor, aber wir versorgen uns selbst. Priester, Lehrer, Richter – alle denken, sie seien an ihrem Platz, haben aber, wie der Schriftgelehrte, das große Gesetz der Erkenntnis der Dinge verloren. Ich werde einen guten Menschen nur denjenigen nennen, der, wenn er mir begegnet, in der Lage ist, mein Unwohlsein zu ändern. Ich treffe zum Beispiel eine Frau und fange an, mit ihr zu reden; wenn sie überschüssige Energie hat und meine schlechte Verfassung durch dieses Gespräch verändert wird, ist sie gut. Und wenn diese Frau in euch eine gute Stimmung hervorgerufen hat, dann bedeutet das, dass ein richtiger Austausch von Energien zwischen euch stattgefunden hat. Wenn zwei Negative aufeinander treffen, wird nichts dabei herauskommen, sie sind nicht füreinander bestimmt. Macht eure Schlüsse und Beobachtungen unter religiösen Menschen. Und dieses Gesetz überprüfe ich jetzt mit mathematischer Präzision.
Und deshalb sagt Christus: „Dieser gebildete Schriftgelehrte – ihr müsst wissen, was euer Verstand, Herz und Magen hervorbringen.“ Einige religiöse Menschen sagen, dass „Gott den Bauch zerstören muss“. Ja, der Bauch ist etwas Ungezügeltes, aber der Magen ist ein sehr feines Pferd, das mit feinem Futter gefüttert werden sollte. Aber unser moderner Magen ist ein großes Unglückspilz, weil wir ihn zwingen. Ein Bulgare, Ivan, besuchte einen Bauern. Der Bauer empfing ihn sehr freundlich, gab ihm zu trinken, aber Ivan lehnte ab. Der Bauer bestand darauf und sagte ihm: „Du kannst nicht ablehnen, Ivan, du wirst nach dem Wunsch meiner Frau trinken.“ Ivan trank nach dem Wunsch seiner Frau. Dann musste er auf sein Drängen hin auf die Kinder trinken, und so weiter, bis er so betrunken war, dass er kaum noch stehen und gehen konnte. Dann ging Ivan zur Wasserstelle, damit sich sein Pferd satttrinkt. Das Pferd trank so viel, wie es brauchte, und hörte auf zu trinken. Sein Herr begann ihn zu zwingen, mehr zu trinken, aber das Pferd wollte nicht mehr trinken. Da sagte er zu sich selbst: „Junge, das Pferd ist schlauer als du! Es will auf niemandes Wunsch mehr trinken, und ich habe so viel getrunken.“ Wir müssen essen, trinken, denken, fühlen, handeln, so viel wie nötig. Und das ist die zukünftige Wissenschaft: dem menschlichen Verstand, dem Denken, dem Fühlen und dem Willen Freiheit zu geben. Ihr Mütter, die ihr so oft die Ohren eurer Kinder gewaschen habt, könnt ihr an ihnen ermessen, wie lange eure Kinder leben werden? Wenn ich dein Ohr anschaue, weiß ich daran, wie viele Jahre du leben wirst, an welchen Krankheiten du leiden und woran du sterben wirst. Das Gleiche kann ich an einem Nagel erkennen – alle Krankheiten werden sichtbar. Er ist wie ein vollgeschriebenes Buch. Manchmal sieht man sich im Spiegel an und mag seine Lippen nicht, weil sie blass sind – das zeigt, dass man anämisch ist, manche Menschen haben rote Lippen, und die Ärzte sagen, sie haben mehr rote Blutkörperchen. Dünne Lippen zeigen, dass man gefühlsmäßig bankrott ist, oder dass man ein Geizhals ist. Manchmal macht ein Mädchen seine Lippen absichtlich dünn, schrumpft sie. Der Mann denkt, dass dies besser ist, weil sie ihre Gefühle nicht an einen anderen verschenken will. Dünne Lippen sind ein Übel und dicke Lippen sind ein anderes Übel. Je nach Statur sollte es eine Übereinstimmung zwischen der Breite der Brust, der Lippen und der Stirn geben. Wenn wir göttliche Ideen in unserem Verstand trügen, würden Generationen nach allen Regeln der Wissenschaft geschaffen, und die Kinder würden uns lieben. Und deshalb sagt Christus: „Dieser Schriftgelehrte hat nun begonnen, Sachen herauszuholen.“ Was bedeutet der dicke Hals? Wenn man klein ist und einen dicken und kurzen Hals hat, zeigt das, dass er bald dem Popen bezahlen wird. Wenn er eines Abends zu viel isst, siehe, am nächsten Tag hört man, dass er plötzlich gestorben ist. Ist jemand 175 Zentimeter groß und hat einen Hals von 34 Zentimetern, so leidet er an schwacher Brust. Jemand sagt: „Meine Verlobte hat einen dünnen Hals.“ – Es wäre gut, wenn sie einen dickeren Hals hätte, sonst sollte sie nicht heiraten: Sie kann keine Mutter werden. Sie werden mich fragen: „Was haben diese Dinge mit dem Christentum zu tun?“ – Sie sind von großer Bedeutung, denn genau darum geht es im Christentum: das Gute und das Schlechte in uns selbst zu erkennen.
Mit „alt“ sind all die Fehler gemeint, die in uns veranlagt sind, und mit „neu“ all das Gute, das in uns ist, und wenn wir diese Dinge kennen, werden wir sie kombinieren können, um ein gutes Leben nach diesem Wissen zu schaffen. Für die Zukunft sollten Schulen eingerichtet werden, in denen die Augen, die Ohren, die oberen und unteren Teile des Kopfes – die Stirn, die Nase, das Kinn studiert werden; dann die Lunge, der Magen, die Art, wie das Gewebe beschaffen ist, wie das Nervensystem beschaffen ist, ob es reaktionsfähig ist, usw. Wenn wir all diese Angaben haben, werden wir in der Lage sein, gute Menschen zu schaffen. Wenn wir all dies wissen, können wir auswählen, welche Art von Menschen unsere Kleidung nähen oder unsere Schuhe herstellen sollen usw. Es gibt Menschen, deren Energie sehr schwerfällig ist, deshalb würde ich solche Menschen nicht mit der Herstellung meiner Kleidung beauftragen. Ein solches Kleidungsstück wird bei demjenigen, der es trägt, schlechte Laune hervorrufen. Es gibt Menschen, die, wenn sie ein Haus bauen, die schlimmsten Gedanken und Gefühle darin hinterlassen, so dass alle, die darin wohnen, sterben. Einen Lehrer oder einen Priester, der solche Gedanken hat, würde ich nicht in mein Haus lassen, und ich würde ihm nicht erlauben, Gebete zu lesen. Das sind nicht nur Behauptungen, sondern Ergebnisse von Beobachtungen. Lass den, den du liebst, deine Kleidung nähen. Wenn du in ein Geschäft gehst, wirst du nur dann etwas kaufen, wenn du den Händler magst. Der alte Bulgare, der mehrere Schwiegertöchter hat, sagt: „Ich möchte, dass die jüngste Schwiegertochter für mich das Brot knetet.“ Er weiß, warum er Brot von der jüngsten Schwiegertochter will. Die Schwiegertochter wird, indem sie das Brot knetet, ihre Lebenskraft in es einbringen und mit guten Gedanken umhüllen. Wenn die alte Schwiegertochter Brot backt, wird der Schwiegervater eine Magenverstimmung bekommen. Wenn die Hausfrau entmagnetisiert ist und nur noch Unordnung im Haus herrscht, sollte der Ehemann ein gesundes, lebhaftes Dienstmädchen aushandeln, das die ganze Hausarbeit erledigt, und seine Frau in einen Kurort schicken, bis sie wieder zu Kräften gekommen ist. Gib niemals einem nervösen, steifen Mann die Aufgabe, für dich zu kochen, sondern gib einem wohlernährten, gesunden, fröhlichen Mann diese Arbeit. Damit ist der Schriftgelehrte gemeint, der aus seiner Schatzkammer das Neue und das Alte hervorholt und aufzeigt, worauf die Leiden unseres Lebens zurückzuführen sind. Wenn also ein junger Mann eine dürre Frau heiratet, soll er wissen, dass nichts dabei herauskommen wird. In der geistigen Welt ist die Analogie die gleiche. Menschen, die sehr hölzern sind, haben nicht das erhabene spirituelle Verständnis, sind nicht von der göttlichen Welt, aus dem einfachen Grund, dass sie viele Säuren enthalten, die übermäßige Aktivität hervorrufen, während die beleibten Menschen wie eine Base sind. Die Dürren sind aktiv und die Beleibten passiv. Die Welt besteht aber nicht nur aus Basen oder Säuren, sondern es gibt etwas dazwischen: das sind die Kinder. Fangt jetzt an, das Neue aus dem Alten herauszuholen. Vorher messt eure Nase, euer Kinn, eure Unter- und Oberlippe, betrachtet eure Augen und seht, warum sie mal weiter geöffnet sind, mal weniger, warum sie mal klarer und mal dunkler sind, und so weiter.
Wenn ihr die Dinge auf diese Weise betrachtet, werdet ihr in die Lage versetzt, den inneren Sinn des Lebens zu verstehen. Die Okkultisten sagen über die Gefühle von jemandem: Sein Astralleib steht nicht in der richtigen Beziehung zu seinem physischen Leib, oder sein Mentalleib steht nicht in der richtigen Beziehung zu seinem physischen Gehirn. Ich ersetze den Mentalleib durch das Gehirn, den Astralleib durch die Lunge und den physischen Leib durch den Magen und sage, dass die Beziehung zwischen Magen, Lunge und Gehirn nicht richtig ist.
Beobachtet also die Ohren der Menschen, ob sie viele Falten haben, ob sie breit oder schmal sind; beobachtet auch die Augen der Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben, und auch die der jungen Menschen. Und wenn diese Erziehungsmethoden auch im Familienleben richtig angewandt werden, werden alle Männer und Frauen einander sofort verstehen. Das ist die Lehre, die Christus der gegenwärtigen Menschheit vermacht hat. Männer und Frauen, die heiraten sollen, dürfen nicht das gleiche Temperament, das gleiche Gehirn, nicht die gleichen Finger und Nasen haben. Das ist das Neue und das Alte in der Welt. Wenn die Finger des Mannes länger sind, sollten die Finger der Frau kürzer sein. Wenn ihr eine Dienerin wählt, müsst ihr aufpassen, dass das gleiche Verhältnis zwischen ihr und der Hausherrin besteht. Jeder Mensch ist für eine bestimmte Arbeit geboren, die zu dem passt, was er unternimmt. Die Amerikaner sind sich dessen wohl bewusst, und wenn sie ein Dienstmädchen auswählen, lassen sie es von einem Phrenologen untersuchen. Er entscheidet, ob sie geeignet ist oder nicht. So sind auch alle Insekten und Tiere von Gott für eine besondere Aufgabe geschaffen worden. Wenn ein Mensch seinen Platz gefunden hat, für den er bestimmt ist, ist er glücklich, andernfalls ist er unglücklich.
Deshalb sollte es in Zukunft solche Schulen geben, um die Menschen zu untersuchen, mit denen wir ein Unternehmen gründen, und das wird viel Elend vermeiden. Menschen, die nach diesen Gesetzen der Natur leben, leiden weniger. Und diejenigen, die nicht so leben, werden vom Schicksal verfolgt. Konzentriert euch auf diesen Schriftgelehrten, und denkt nach über die alten und neuen Dinge. Ihr werdet nicht die ganze Welt erheben, aber ihr könnt eurer Welt und euren Lieben helfen. Wenn deine Lippen blass sind, bete darum, dass sie rot werden; wenn deine Nase schmal ist, atme tief, damit sie sich weitet; wenn deine Augen trübe sind, bete darum, dass sie klar werden. Das Negative sollte positiv werden. Wenn du Herzklopfen spürst, zeigt das, dass deine Gefühle gespalten sind. Lege mehr Liebe in dein Herz, lass deinen Gefühlen freien Lauf, dann wird das Herzklopfen verschwinden.
Die Einschränkung von Gefühlen verursacht eine Veränderung im Gehirn, das Gehirn seinerseits – in der Blutzirkulation, die Blutzirkulation – im Magen und so weiter. Herzklopfen ist das Ergebnis eines Kampfes zwischen zwei Gefühlen. Beseitigt diesen Kampf, und das Herzklopfen wird verschwinden. Du hast Kopfschmerzen, beseitige den Gedanken, der dich quält, versöhne die gegensätzlichen Gedanken in dir, und die Kopfschmerzen werden verschwinden. Ein bankrotter Kaufmann beginnt sich zu sorgen, und sein Kopf schmerzt. Beseitigt den Gegensatz in Gedanken und Gefühlen, und ihr werdet gesund sein.
Das ist Wissenschaft, Wille, Christentum, Kultur, Religion: uns selbst zu beherrschen und unseren Nächsten zu helfen. Wenn wir einen nervösen Menschen treffen, gehen wir ihm aus dem Weg. Nein, wir müssen ihn auf eine andere Weise beeinflussen. Das ist auch das, was man in solchen Fällen tut, wenn jemand sich einer Sache schuldig macht. Sofort wird er verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Nein, man muss nach den Regeln jenes Schriftgelehrten urteilen, der das Alte und das Neue hervorbringt. Wir sollten die Schulen, die Gerichte und das neue Gesellschaftssystem in diesem Sinne reformieren, so dass wir alles verjüngen können – auch die Familien – und jeder glücklich sein kann. Das ist es, was der Herr will. Früher dachte man, religiöse Menschen sollten mit gesenktem Kopf gehen. Wer den Kopf gesenkt hält, zeigt, dass sein Kopf sehr voll ist, er muss zahlen. Wenn jemand wie ein Fragezeichen oder ein Komma aussieht, bedeutet dies, dass er viel zu geben hat. Wer den Kopf hochhält, zeigt, dass er leer ist. Es gibt auch nichts, was man von ihm nehmen könnte. Das Schelten ist ein Merkmal alter Menschen. Heutzutage schelten und beschimpfen die Leute ständig einander. In der Straßenbahn streiten sie sich jeden Tag, wer wo sitzen soll usw., d.h. sie nehmen Plätze ein und verlassen sie wieder. Das ist die neue Lehre: unsere Energie nicht wahllos zu verbrauchen, sondern sie genau dort zu platzieren, wo sie hingehört. Sonst kommt der Arzt in ein solches Haus und nennt diese Menschen Neurastheniker, Hyperstheniker, manisch Kranke usw. Solche Menschen leiden meiner Meinung nach an einem Mangel, an einem Energieverlust. Das ist die Blutarmut.
Bringt eure Gedanken, eure Gefühle und euren Willen in Einklang und versucht, aus dem Neuen und Alten euer zukünftiges Leben zu gestalten.