Die Liebe kommt!

Festvorträge, Sofia, 25.8.1941, 5:00 Uhr

Stellt euch vor, dass jemand am See sitzt und beobachtet, wie das Wasser fließt und sich fragt, wohin dieses Wasser fließe und wer es trinken werde. Was würdet ihr von diesem Menschen sagen, der sich um das Wasser des Sees Sorgen macht? Ihr werdet sagen, er sei nicht bei Sinnen,  ihm fehle etwas. Ihr werdet sagen, dies gehe ihn nichts an, er sollte sich mit solchen Fragen nicht beschäftigen. Was würdet ihr aber von sich selbst und von allen anderen Menschen sagen, die auch diese Frage bewegt? Alle Menschen befinden sich am Ufer des großen Lebenssees und sorgen sich darum, was mit dem See, was mit ihnen selbst geschehen werde. Was veranlasst euch zu dieser Beklemmung? Woher kommt sie? Muss sich das Obst darum bekümmern, dass es vom Baum gefallen ist? Hat es etwas verloren? Wohin gelangt es, wenn es fällt? – Auf die Erde, d.h. zu seiner Mutter. – Was macht die Mutter mit ihrem Kind? – Sie nimmt es auf den Arm, streichelt es ein paar Mal und setzt es wieder auf den Boden. Auch die Erde verfährt so mit dem Obst. Es ist also nicht schlecht, dass es zu seiner Mutter geht, aber es ist schlecht, wenn es nicht weiß, wie es herunterkommen soll.Wie ein lebhaftes, übermütiges Kind saust die Frucht plötzlich vom Baum herab und fällt geräuschvoll auf ihre Mutter herunter, sie stößt sich den Kopf und bald beginnt die Druckstelle zu faulen. Vom Stoß schreckt die Erde auf und auch die Frucht wird verletzt. Die gegenwärtigen Menschen sind in einer gewissen Hinsicht kleinen, lebhaften und übermütigen Kindern ähnlich. Jemand sitzt, denkt über bestimmte Fragen nach und macht plötzlich dem Gedanken Platz, warum der Mensch zur Welt kommt. – Damit er leidet. – Warum hat Gott die Welt so und nicht anders geschaffen? Der Mensch beginnt, sich zu bekümmern, den Kopf mit unlösbaren Fragen zu zerbrechen. Du bist nicht geeignet, ein Baum zu sein, auch kein Käfer, Fisch oder Vogel zu sein. Jetzt musstest du als Mensch geboren werden und dich für die Lage bedanken, die dir gegeben wurde. Ihr werdet sagen, dass der Mensch die Krönung der Schöpfung ist. Das stimmt nicht. Es gibt andere Wesen über dem Menschen, die höher stehen als er, die fortgeschrittener sind. Die Engel, Erzengel, Cherubim. Seraphim stehen höher als der Mensch. Die Pflanzen, die die Menschen geringschätzig behandeln, wurden von den Engeln erschaffen. Die Pflanzen sind die Kinder der Engel. Ihr geht an einem Baum vorbei, schaut ihn von oben herab und sagt: „Das ist ein Baum, eine einfache Sache!“ – Der Baum ist eine einfache Sache, doch in seinen kleinen Laboren stellt er solche Stoffe her, die selbst die größten Menschenlabore nicht produzieren können. Indem die Bäume üppig Frucht tragen, bringen sie den Menschen Uneigennützigkeit bei. Sie sagen: „Esst unser Obst, doch sät unsere Samen und tut uns nichts Böses an.“ Was machen die Menschen heute? Wenn sie an einem Baum oder einer Pflanze vorbeikommen, die ihnen den Weg versperren, heben sie nicht vorsichtig deren Zweige, sondern brechen sie, zupfen die Blätter und Blüten  und werfen sie entrüstet auf den Boden. Ihr hört jemanden sagen: „Wie dreist ist dieser Baum, der meine Bewegung stört? Wer hat ihn auf meinen Weg gestellt? Der Baum ist etwas Dummes!“ Der Baum ist nicht dumm. Die Pflanzen, die Bäume sind die reinsten und unschuldigsten Wesen auf der Welt. Sie kennen keine Sünde, Beleidigung und keinen Neid. Wenn sie Zweigen der negativen menschlichen Handlungen begegnen, beginnen sie diese zu prüfen. Heute erfahren sie eine negative Handlung, morgen eine zweite, dritte, bis sie schließlich gewisse Bitternisse in sich hineintragen. Wenn ihr die Früchte dieser Bäume probiert, sagt ihr: „Diese Früchte sind bitter, sie schmecken uns nicht.“ Wenn ihr das im Auge behaltet, dürft ihr nicht bei den negativen Gedanken und Gefühlen stehenbleiben, um nicht unter deren Einfluss zu geraten. So z.B. werdet ihr, wenn ihr jeden Tag das Wort ‚Lieblosigkeit‘ ein paar Mal aussprecht, eine gewisse Bitterkeit in euer Herz hineinbringen, die ihr nur schwer wieder loswerden könnt. Nicht nur ihr leidet an den negativen Gedanken und Gefühlen, sondern auch die Worte selbst. Die Last, die das Amt zu tragen hat, welches dem Wort gegeben wurde, ist nicht leicht, aber sie lehrt die Geduld. Erlernt auch ihr die Geduld, ihr solltet mit allem zufrieden sein, das euch gegeben wird.

Freut euch am Licht, das euch die Sonne gibt und bedankt euch dafür. Freut euch auch am Licht des Mondes. Das Mondlicht ist schwach, bei Mondlicht wachsen keine Früchte, aber es ist angenehm. Der Mond ist eigenwillig, er wird schnell böse. Ihr sehr ihn voll und hell, doch es vergeht nicht viel Zeit und er kehrt euch den Rücken zu, er wird böse. – Warum ist er böse? – Einst wollte er die Sonne heiraten, aber seine ältere Schwester die Erde hat ihn ausgetrickst und der Mond kann ihr bis heute nicht vergeben. Man sagt, das Leben, das einst auf dem Mond existiert hatte, zog auf der Erde um und auf dem Mond blieben nur die gelehrtesten Wesen. Sie leben unter der Mondrinde und aus diesem Grund ist seine Oberfläche vollkommen öde – dort kommt nichts Lebendiges vor. Der Mond stellt eine Wüste dar, deshalb ist er unzufrieden. Wenn ihr euch die Lieblosigkeit vorstellen wollt, geht zum Mond. Er ist von Schnee und Eis bedeckt, es ist dort keinerlei Leben zu bemerken.

Nun wollen wir zum Wesen des Lebens kommen. Jeder möchte leben, trotzdem ist er mit seinem Leben unzufrieden. – Warum? – Weil er das Wesen und den Sinn des Lebens nicht verstanden hat. Das was die Menschen ‚Leben‘ nennen und womit sie unzufrieden sind, ist das gewöhnliche Leben. Was haben sie in diesem Leben erreicht? Nichts Besonderes. Wenn sie 45 oder 50 Jahre alt werden, fangen sie an, sich zu beschweren, sie hätten nichts erlangt. Wenn jemand an einer Universität studiert hat, findet er, er habe nichts Besonderes erworben. Hat er nicht an einer Universität studiert, findet er, es sei schon zu spät dafür. Er sagt: „Was kann ich ab dem 50. Jahr aufwärts schon erreichen? Wenn es ums Lernen geht, kann ich nicht lernen, wenn es um die Liebe geht, beachtet mich niemand mehr, ich kann nicht mehr den Kopf eines jungen Mannes verdrehen.“ Welche junge Frau oder welcher junge Mann wären in der Lage, einander den Kopf zu verdrehen? Der menschliche Kopf steht an seinem Platz und niemand ist in der Lage, ihn zu versetzen oder in die eine oder andere Richtung zu verdrehen. Wer es versucht hat, jemandem den Kopf zu verdrehen, hat letztendlich dich selbst den Kopf verdreht. Wenn jemand mit dem Gedanken lebt, er könne jemandem den Kopf verdrehen, so ist das Atavismus, ein Rest aus der Vergangenheit, von dem sich jeder befreien sollte. Es geht nicht darum, sich selbst oder die anderen zu verurteilen, sondern darum, die Fehler seiner Vergangenheit zu berichtigen.

In der Bibel heißt es: „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.“ Der Vater richtet nie. Der Herr geht unter den Menschen herum, Er beobachtet sie, Er sieht, wie sie sich täuschen, doch Er lächelt nur, grüßt sie und geht weiter. Er weiß, dass die Menschen auf die Erde gekommen sind, um zu lernen. Eines Tages werden sie ihre Lektionen gelernt und sich von ihren Irrtümern befreit haben. Gott trifft eine junge Frau und sieht, dass sie von einem schönen Jüngling von edler Abstammung träumt, mit dem sie vorhat, glücklich zu werden. Gott weiß, inwieweit ihre Träume in Erfüllung gegen werden, doch Er lächelt ihr zu und sagt sich: „Wenn sie ihren Irrtum einsieht und begreift, dass der Jüngling sie nicht glücklich gemacht hat, werde ich sie besuchen, mich mit ihr unterhalten und ihr beibringen, wie sie leben soll“. Gott besucht also die Unglücklichen, die Enttäuschten, die Leidenden, die Armen. Wenn Er einer hässlichen jungen Frau begegnet, die niemand beachtet, bleibt Er vor ihr stehen. Und ihre Hässlichkeit verschwindet sofort. Dann beginnen die Menschen, Interesse an ihr zu zeigen. Wo Gott anwesend ist, wendet sich alles zum Guten – das Leid verwandelt sich in Freude, das Unglück – in Glück, die Armut – in Reichtum, die Hässlichkeit – in Schönheit. Kommt Gott zu den Türen der Reichen, Gebildeten, Glücklichen, geht Er an ihnen vorbei. Nur ab und zu schickt Er jemanden, der sie loben, über ihre Gelehrsamkeit, über ihren Reichtum sprechen soll. Sie sind zufrieden, dass sie anderen Menschen begegnen, die sie wertschätzen. Deshalb sind die einen wie die anderen zufrieden – die Armen und die Leidenden – mit dem Besuch Gottes, die Reichen und die Glücklichen – mit ihren Nächsten, die sie wertschätzen und achten.

In der Bibel heißt es: „Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen, aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.“ Damit der Mensch die Gnade Gottes erfahren kann, muss er wie Zachäus bereit sein, sein ganzes Hab und Gut zu verteilen, seine Fehler zu berichtigen und wenn er jemanden verbittert hat oder mit ihm ein Missverständnis gehabt hat, das wiedergutzumachen.

Warum steigt Gott auf die Erde herab? Um die Menschen von ihren unnötigen Leiden und Schwierigkeiten zu befreien. Sie haben selbst diese Leiden auf sich geladen, sie wollen als reich und gelehrt gelten. Der äußere Reichtum ist kein Reichtum. Auch das äußere Wissen ist kein wahres Wissen. Ein reicher und gelehrter Mensch ist derjenige, vor dem sich alle Tresore und Bibliotheken selbst öffnen. Wenn sich ein Tresor geöffnet hat, hört der Mensch eine Stimme: „Bitte bedienen Sie sich, nehmen Sie, soviel Sie möchten.“ Wenn er an einer Bibliothek vorbeikommt und etwas nachschlagen möchte, öffnet sie sich und es kommt genau das Buch, das ihn interessiert, zum Vorschein. Für den wahrhaft Reichen öffnen sich alle Tresore mit Gold und Edelsteinen. Doch vor dem scheinbar Reichen öffnen sie sich nicht. Was werden die Reichen dazu sagen? Sie glauben meinen Worten nicht und sagen mir: „Wir rechnen nicht mit fremden Tresoren, aber auch den eigenen machen wir nicht auf, damit wir nicht bestohlen werden“.

Wer den Diebstahl fürchtet, ist nicht wahrhaft reich. Er verlässt sich auf einen Reichtum, der schon morgen wie ein Eisberg schmelzen kann, dessen Wasser verdampft, so dass er auf dem Trockenen sitzen bleibt. Das Gleiche geschieht mit dem Jungsein, an dem ihr euch heute erfreut. Manche gelten als jung, aber sie wissen nicht, wie sie ihre Jugendhaftigkeit aufbewahren können. Trotzdem sagt Christus: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder. werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen“. Christus glaubt also an die Möglichkeit des Menschen, wieder jung zu werden und sich in ein kleines Kind zu verwandeln.

Ein kleines Kind zu werden bedeutet also sich wie die Kinder an den kleinen Dingen zu freuen. Freut euch an allem, was Gott euch gegeben hat. Ihr richtet euren Blick auf die anderen, euch gefallen ihre Augen, Ohren, Augenbrauen, aber die eigenen beachtet ihr nicht. Warum freut ihr euch nicht an euren Augen, Ohren, an eurer Nase? Warum freut ihr euch nicht an den kleinsten Wohltaten? Jemand schaut sich in den Spiegel und sagt: „Meine Augen sind zu klein“. – Sie sind klein, aber sie kosten Milliarden. Wer die Wissenschaft von den Augen kennt, wird wissen, dass in den Augen Vieles geschrieben steht. Manche haben Augen, die blau wie der Himmel sind. Sie sind kalt – sie versprechen viel, doch erfüllen wenig. Andere haben schwarze Augen. Die schwarzen Augen sind wie die Schwarzerde, auf ihnen wächst alles – sowohl Getreide als auch Dornen. Diejenigen, die schwarze Augen haben, sind äußerst energisch und streitsüchtig. Es reicht, sie mit etwas zu reizen und sie brausen sofort auf. Oft ändern die Augen ihre Farbe – morgens sind sie blau, mittags – schwarz und abends – braun. Das geschieht nach den Wünschen des Menschen. So wie sich seine Wünsche ändern, so ändert sich seine Augenfarbe. Solange er sich emporheben, mit der geistigen Welt verbinden will, sind seine Augen blau. Er sieht öfters zum Himmel. Sobald er sagt, er möchte wie die anderen leben, essen und trinken, stürzt er auf die Erde, verbindet sich mit ihr und seine Augen werden schwarz. Er denkt mehr an die Annehmlichkeiten, er denkt, gemütlich zu essen und zu trinken und danach sich unter einen Birnbaum zu legen, von dem ab und zu eine reife Frucht in seinen Mund fallen soll. In dieser Hinsicht ähneln die Menschen dem türkischen Hodscha Nasreddin.

Eines Tages ging Nasreddin in den Wald, um Holz zu hacken. Da er das zum ersten Mal machte, stieg er auf einen Baum, stellte sich auf einen Zweig und begann an diesem zu sägen. In dieser Zeit kam ein Wanderer an ihm vorbei. Als er sah, dass Nasreddin am Zweig sägt, auf dem er steht, rief er: „Säge nicht an diesem Zweig, sonst wirst du mit ihm auf die Erde stürzen!“ – „Das geht dich nichts an“, antwortete Nasreddin, „Ich weiß, was ich mache.“ Er sägte weiter am Zweig, aber bald fand er sich auf dem Boden wieder – es geschah, wie der Wanderer vorhersagte. Das überraschte den Hodscha und als er vom Boden aufstand, lief er dem Wanderer nach, um ihn zu fragen, wann er sterben werde. Er sagte zum Wanderer: „Hör zu, mein Freund, ich sehe, dass du viel weißt. Es geschah, was du vorhergesagt hattest – ich bin vom Baum runtergefallen. Sag mir jetzt, wann ich sterben werde.“ – „In drei Tagen.“ Nasreddin Hodscha kam nach Hause zurück mit dem Zweig und dachte sich dabei: „Das hat man davon, dass man auf einen Weiberverstand hört. Ich habe auf meine Frau gehört und bin in den Wald gegangen, um Holz zu holen. Nun habe ich einen Zweig abgesägt, bin vom Baum runtergestürzt und obendrauf muss ich mich auf meinen Tod vorbereiten.“ Von weitem noch rief er: „ Frau, ruf die Kinder, ich möchte mich von euch verabschieden, denn in drei Tagen werde ich ins Jenseits gehen. Ich werde euch kein Holz mehr bringen, ich muss mich auf meinen Abgang vorbereiten.“ Seine Frau kam sofort zu ihm, sie küsste und umarmte ihn und weinte. Die Kinder küssten ihn auch. Nasreddin Hodscha nahm seinen Beutel und machte sich auf den Weg. Am Dorfrand sah er einen schönen Birnbaum mit vielen Birnen und beschloss, dort zu bleiben. Er hob sein Grab aus und legte sich hin, um auf den Tod zu warten. Ab und zu fielen Birnen direkt in seinen Mund und er aß sie. Am dritten Tag hörte er einen Lärm, großen Tumult um sich. Er hob seinen Kopf an, um zu sehen, was los ist und sah einen Kameltreiber und Kamele, die mit Tontöpfen beladene Wagen zogen. Als die Kamele ihn bemerkten, bekamen sie Angst und liefen auseinander. Wegen des großen Schaukelns der Wagen gingen die meisten Töpfe kaputt. Der wütende Kameltreiber kam zurück, packte Nasreddin Hodscha und gab ihm eine Portion Prügel. Als Nasreddin sah, dass die Sache anders verlaufen war, als erwartet, nahm er seinen Beutel und kehrte nach Hause zurück. Seine Frau fragte ihn: „Hodscha, was gibt es im Jenseits?“ – „Dort ist es sehr gut, Birnen fallen direkt in deinen Mund, doch du musst sehr aufpassen, die Kamele nicht aufzuschrecken, sonst bekommst du Prügel und die Sache endet böse.“

Wenn ihr also gefragt werdet, wie ihr auf der Erde lebt, sagt ihr: „Alles ist gut, solange du die Kamele nicht aufschreckst.“ Wenn du sie aufschreckst, wirst du dem Kameltreiber begegnen, der dir mit seinem Stock eine gute Lektion erteilen wird.“ Heutzutage haben alle Menschen Angst vor dem Stock des Kameltreibers. Wenn sie in Armut geraten, bekommen sie Angst, wenn sie krank werden, bekommen sie Angst, wenn sie einen Fehler machen, bekommen sie wieder Angst, weil die Leute schlecht über sie reden würden. Was werden sie sagen?- Wenn du reich bist, werden sie sagen, dass du reich bist; Wenn du gelehrt bist, werden sie sagen, dass du gelehrt bist; Wenn du stark und schön bist, werden sie sagen, dass du stark, dass du schön bist. Die Menschen konstatieren die Dinge so wie sie sind. Denkt nicht daran, dass sie ungerecht sind. Wenn sie z.B. von Schönheit reden, verstehen sie darunter, was die Schönheit ist. Wenn sie eine Frau sehen, die Puder und Lippenstift aufgetragen hat, werden sie nicht sagen, dass sie schön ist, sondern dass sie Puder Lippenstift benutzt hat. Wie ihre Gesichtszüge sind, ist eine andere Frage. Wir meinen jene Schönheit, die unveränderbar ist. Puder und Lippenstift müssen jeden Tag aufgetragen werden und die natürliche Schönheit ist konstant. Jeder Mensch ist von Natur aus schön. Jeder Mensch verfügt über Wissen, Reichtum, Kraft, die er allmählich vergrößern kann – es liegt an ihm es zu tun. Jeder Mensch ist gut und kann das Gute in sich aufbewahren und manifestieren, wenn er die Gesetze des Lebens kennt. Die heutigen Menschen sind gut, gelehrt, stark und reich, aber sie leiden, sie quälen sich, weil sie nicht wissen, wie und wo sie ihre Kraft und ihr Wissen anwenden sollen. Irgendein Wissenschaftler entdeckt etwas, er gilt als Erfinder und erhält eine große Summe Geld vom Staat, doch er ist immer noch nicht zufrieden. Warum? – Seine Erfindung trägt nichts Gutes der Menschheit bei, sondern nur Zerstörung. So werden heutzutage die Gewehre, Bomben, Granaten zur Vernichtung der Menschen und nicht zu deren Wohl benutzt. Jemand anderer hat irgendeine Paste erfunden, mit der das Gesicht weißer und weicher wird. Stattdessen wird das Gesicht schlechter – die Poren verstopfen, die Haut wird allmählich vergiftet und der Mensch büßt die natürliche Schönheit ein. So wie auf der physischen Welt Gewehre, Granaten und Bomben existieren, so existieren Gewehre, Granaten und Bomben im Herz- und Verstandesleben des Menschen. Ihr dürft also nicht die bösen Gedanken und Gefühle zulassen, damit ihr nicht vernichtet werdet. Wenn ihr zu einem bösen Gedanken oder Gefühl kommt, müsst ihr sie in gute Gedanken und Gefühle verwandeln. Es kann sein, dass böse oder nicht zeitgemäße Gedanken euren Kopf passieren, aber ihr dürft sie nicht behalten. So kommt euch z.B. die Idee in den Kopf, König zu werden. Das ist auch möglich, jedoch nicht heute. Ihr seid noch nicht bereit, König zu werden. Es ist nicht einfach, König zu werden. Es ist auch nicht einfach, schön zu werden. Wenn ihr schön seid, wird jeder etwas von euch nehmen wollen. Könnt ihr allen Menschen etwas abgeben? Zumindest ein Haar wird jeder von euch haben wollen. Könnt ihr allen je ein Haar geben? Was wird an eurem Kopf übrig bleiben? Mit jedem Ding, das die Menschen von euch nehmen – freiwillig oder durch Gewalt – binden sie euch an sich. Könnt ihr mit allen Bindungen fertig werden? Deshalb muss man vorsichtig sein, man muss wissen, was man tut und was man den Menschen gibt oder von ihnen nimmt. Das sollte euch nicht erschrecken, aber ihr müsst vernünftig sein. Die Vernunft wird euch helfen, mit euren Schwierigkeiten fertig zu werden.

Ein Bulgare hat eine böse und eigenwillige Frau geheiratet. Bald bekam er graue Haare. Er überlegte, was er tun, wie er seine Frau beeinflussen sollte. Eines Tages gingen beide zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Die Frau bückte sich über den Brunnen, um zu sehen, wie tief er ist. – „Frau, sei vorsichtig, falle nicht in den Brunnen, wir haben Kinder, um die wir uns kümmern sollen.“ – „Es geht dich nichts an, ob ich in den Brunnen falle oder nicht. Nur ich kann über mein Leben verfügen.“ Um sich für die Worte ihres Mannes zu rächen, bückte sich die Frau zu tief über den Brunnen und fiel hinein. Der Mann begann zu weinen und nach einer Möglichkeit zu suchen, sie wieder herauszuholen. In dieser Zeit sah er einen Teufel aus dem Brunnen herauskommen, der ganz weiß geworden war. – „Warum bist du so weiß geworden?“, fragte ihn der besorgte Mann. – „Ach, vorhin ist eine Frau ins Wasser gefallen, die so eigenwillig und stur war, dass ich sie nicht überwältigen konnte und weglaufen musste.“ Als ihm der Mann zuhörte, kam ihm sofort die Idee, den Namen seiner Frau zum Guten zu benutzen und mit ihm seinen Lebensunterhalt zu verdienen und den Leidenden zu helfen. Seine Frau hieß Lilith, ein ungewöhnlicher Name. Ihr Mann ging in die Welt, um mit dem Namen seiner Frau seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als er hörte, dass in irgendeinem Haus jemand krank war, ging er hin und sagte: „Lilith kommt!“ Als die Krankheit den Namen hörte, verließ sie sofort das Haus. Auf diese Weise vertrieb der Mann Armut, Missverständnisse und Streit von den Menschen. Bald wurde er berühmt und man rief ihn überall zu sich. So konnte er seine Kinder großziehen.

Aus welchem Grund konnte er mit dem Namen Lilith die Armut und Krankheit aus den Häusern vertreiben und alle Streite und Missverständnisse zwischen den Menschen bereinigen? Ganz einfach. Liliths Mann sagte sich: „Der Teufel, der das hartnäckigste Wesen ist, wurde wegen meiner Frau weiß und lief weg, warum sollte ich dann mit ihrem Namen die Krankheiten, Schwierigkeiten, Streite und Missverständnisse unter den Menschen nicht vertreiben können?“ Er begriff – so wie der Teufel die weiße Farbe flieht, so fliehen die bösen Geister, die Armut und die Krankheiten den Namen Lilith, den die böse Frau trug. Nun sage ich auch euch: Wenn ihr mit gewissen Schwierigkeiten und Leiden konfrontiert werdet, sagt: „Die Liebe kommt!“ Wenn ihr krank seid, sagt: „Die Liebe kommt!“ Wenn ihr verstimmt seid, sagt: „Die Liebe kommt!“ Wenn jemand euch beleidigt, sagt euch: „Die Liebe kommt!“ Wenn ein böser Geist euch angreift, sagt: „Die Liebe kommt!“ Die Liebe ist eine große Kraft, vor der die bösen Geister, die Schwierigkeiten, Leiden, Krankheiten und Missverständnisse unter den Menschen die Flucht ergreifen. Außer der Liebe gibt es keine größere Macht, die den Menschen von allen Widersprüchen und Irrtümern, vom Negativen im Leben befreien kann. Es gibt nichts Schöneres für den Menschen als bewusst zu werden, dass die Liebe bereits in die Welt einzieht. Die Liebe beinhaltet die Anwesenheit Gottes. Welches größere Wohl kann der Mensch erwarten als die Anwesenheit Gottes in seinem Leben? Wer wünscht nicht, das Große und Schöne in seinem Leben zu haben? Es reicht nur, dass Gott an einem Menschen vorbeikommt und ihn ansieht, damit sich alle Lebewesen auf der Erde und im Himmel für diesen Menschen interessieren. 

Wenn wir jetzt von der Manifestation der Liebe reden, meinen wir jenen Augenblick, wenn Gott Seinen Blick auf ein Wesen richtet. Es gibt keinen erhabeneren Augenblick als diesen. Dann nämlich gehen die ganze Erde und der ganze Himmel zu diesem Wesen und sind bereit, ihm zu dienen, ihm etwas von sich zu geben. Das bedeutet, unter die guten Bedingungen des Schicksals zu geraten. Das heißt, von den erhabenen und vernünftigen Wesen beschützt zu werden. Deshalb solltet ihr auf die Frage „Was die Liebe ist“ antworten: „Die Liebe ist der Weg, auf dem Gott Seinen Segen auf die ganze Erde sendet.“ Die fortgeschrittenen und erhabenen Wesen interessieren sich für die Erde als ein Objekt, zu dem Gott Seine Liebe schickt. Sowohl die Engel als auch die Götter möchten geliebt werden, denn Gott manifestiert sich durch die Liebe. Wer die Liebe nicht begreift, sagt, sie verursache Leiden. Was die Menschen ‚durch die Liebe verursachte Leiden‘ nennen, ist nichts anderes als die Gegenwirkung gegen die Liebe. Wenn die Liebe sieht, dass jemand se gierig ist und von ihr Besitz ergreifen, sie vollständig verschlingen will, widersetzt sie sich ihm. Die Liebe duldet keine Gier und  Habsucht. Sie sagt dem Menschen, selbst für die kleinste Erscheinungsform der Liebe dankbar zu sein. Von euch wird verlangt, die Liebe wertzuschätzen, nicht an euch zu reißen. 

Ein Prediger sprach oft seinen Zuhörern über die Liebe und wünschte innerlich, dass sie ihn in all ihrer Vollständigkeit besucht, damit er ihr Wesen begreift. Eines Tages hat ihn die Liebe besucht und vollständig ergriffen. Zuerst empfand er die starke Erweiterung als angenehm. Doch je mehr Zeit verging, desto stärker spürte er, wie die Erweiterung bis zum Platzen weiterging. Als er sah, dass er der Kraft der großen Spannung der Liebe nicht standhalten kann, legte er sich bäuchlings auf den Boden, begann mit den Füßen zu treten und zu Gott beten, von der Spannung erlöst zu werden. „Gott, ich habe begriffen“, sagte er, „dass ich nicht für die große Liebe bereit bin. Ich bin auch mit dem Kleinen zufrieden, dass du mir gibst. Ich werde nie mehr nach Dingen verlangen, für die ich nicht bereit bin.“

Die Liebe ist eine große Wohltat, allerdings können nur Wenige ihre Schwingungen ertragen. Ihr begegnet jemandem, der euch sanft und liebevoll ansieht. Fragt nicht, wer das ist und warum er euch derart ansieht. Durch ihn tritt die Liebe Gottes euch gegenüber in Erscheinung. Solange ihr der Wirkung dieser Liebe ausgesetzt seid, werden eure Geschäfte gut laufen. Sobald ihr euch ihrer Wirkung entzieht, geht alles schief.

Jemand sieht, dass bei ihm alles schiefgeht und sagt, dass Gott ihn nicht liebt, dass Er ihn schon vergessen hat. Das ist ein Gedanke von euch. Solange ihr lebt, atmet, euch am Licht und an den Tausenden Wohltaten in eurem Leben erfreut, dürft ihr das nicht denken. Ihr dürft an allem zweifeln, aber an Gott dürft ihr nie zweifeln. Seine Liebe ist ewig und unveränderlich. Wenn ihr euch von Ihm entfernt, ist das eure Schuld. Denkt daran: Der Mensch ist auf die Erde gekommen, um das zu erlangen, was ihm fehlt. Jeder ist sich bewusst, dass ihm etwas fehlt, ohne zu wissen, was es ist. Um es zu erlangen, schlägt er auf der einen oder anderen Seite in seinen Wünschen aus. Der eine möchte Reichtum erlangen, der andere möchte gelehrt, der dritte – stark sein usw. Nur Wenige begreifen jedoch, dass sie Kenntnisse brauchen, um lichte Gedanken, edle Gefühle und erhabene Taten zu haben. Was nützt euch, wenn ihr eine Million in der Lotterie gewinnt? Ihr werdet Papiergeld im Wert von einer Million haben, aber das Papier ist kein Gold. Heute ist es wertvoll, morgen wird es an Wert verliere. Nach dem Europäischen Krieg ist der Wert der Deutschen Mark so stark heruntergegangen, dass ein Mittagessen Millionen kostete. 

Viele streben danach, Heilige oder Engel zu werden. Es gibt viele Engel auf der Erde. Sie erledige ihre Arbeit gut. Es ist wichtig, dass der Mensch als Diener Gottes seine Arbeit gut erledigt. Es ist eine Kunst zu wissen, wie man dient und liebt. Es gibt keine größere Wissenschaft in der Welt als die Liebe. Wer nicht weiß, wie er lieben soll, hat schon sich selbst die größten Leiden zugefügt. Deshalb heißt es, dass nur der Vollkommene lieben kann. Um seine Liebe anzuwenden, muss man zu seiner Kindheit zurückgehen, wieder ein Kind werden. Die Liebe des Kindes ist rein. Es liebt jeden Menschen. Für das Kind gibt es keine Bedingungen. Seine Liebe strömt unmittelbar, es gibt seine Liebe allem, dem es auf seinem Weg begegnet. Beim Erwachsenen dagegen gibt es mehr Schauspielerei. In jedem Menschen, in jedem Lebewesen gibt es etwas, was unsere Liebe verdient. Es gibt keinen größeren Reichtum für den Menschen als die Liebe zu empfangen, anzuwenden und wertzuschätzen.

Ihr werdet sagen, dass ihr nicht wieder Kinder sein wollt. Unter dem Wort ‚Kind‘ verstehen wir jenen Zustand, in dem man das Neue wahrnehmen und kein nervöses, eigensinniges Kind sein kann, das die Eltern mit seinen Wünschen und Forderungen quält. Unter dem Wort ‚jung‘ verstehen wir denjenigen, der das Neue, das er empfangen hat, erfüllt und anwendet. ‚Alt‘ ist derjenige, der die Dinge wertschätzt und der sich nicht ständig beschwert, dass seine Beine nicht halten, dass er schlecht sieht, hört, dass er mit den anderen nicht zurecht kommt usw. Ich wünsche euch jetzt, dass ihr vernünftige und keine dummen Kinder seid, dass ihr jung und arbeitsfähig und keine Gewalttäter seid, dass ihr alt seid und die Dinge wertschätzt und nicht. sinnlos macht.

Strebt danach, die Liebe wahrzunehmen, anzuwenden und wertzuschätzen. Nur so können die Menschen einander kennenlernen. Ohne Liebe könnt ihr sie nicht kennen. Wo die Liebe herrscht, kennen sich alle Menschen. Ob ihr auf der Erde oder im Himmel seid, die Liebe verbindet die Menschen und entdeckt das Gute in ihnen. Woran erkennt ihr, dass die Liebe unter den Menschen anwesend ist? – Wenn die Sonne scheint, kommt die Liebe. Wenn die Blumen blühen, kommt die Liebe, wenn die Vögel singen, kommt die Liebe. Immer wenn ein Segen kommt, wird er auch von der Liebe begleitet. Kommt ein lichter Gedanke in euren Verstand, ein edles Gefühl in euer Herz und ein starker Antrieb in euren Willen, werdet ihr wissen, dass die Liebe gekommen ist. 

Alle sprechen von der Liebe, aber das reicht nicht. Die Liebe manifestiert sich in Taten. Was müsst ihr für denjenigen tun, den ihr liebt? Wenn er krank ist, müsst ihr im Namen der Liebe wünschen, dass er gesund wird; Wenn er hässlich ist, müsst ihr im Namen der Liebe wünschen, dass er schön wird; Wenn er schwach ist, müsst ihr im Namen der Liebe wünschen, dass er stark wird. Die Liebe verleiht dem Menschen etwas Wesentliches. Wenn sie zu euch kommt, begreift sie sofort, was ihr braucht und gibt es euch. Wer euch liebt, wird euch Brot bringen, wenn er sieht, dass ihr Hunger habt; Er wird euch Wasser bringen, wenn ihr Durst habt; Er wird euch Schuhe kaufen, wenn ihr keine habt. Wer euch liebt, wird unbedingt eure guten Gedanken, Gefühle und Taten unterbringen. Wenn ihr das wisst, dankt Gott für die Liebe, durch die Er sich manifestiert. Die Liebe kommt durch die verschiedenen Menschen zur Geltung und jeder wird euch einen Teil von dem verleihen, was er in sich trägt – der Musiker wird euch etwas von seiner Musik verleihen, der Maler – etwas von seiner Kunst, der Gesunde – etwas von seiner Gesundheit, der Kranke – etwas von seiner Krankheit, der Unzufriedene – etwas von seiner Unzufriedenheit usw. Die Liebe ist der Leiter sowohl der positiven als auch der negativen Kräfte in der Natur.

Es heißt in der Bibel: „Der Geist soll euch lehren, was ihr sagen sollt.“ Wenn die Liebe kommt, wird sie euch lehren, was ihr tun sollt. Sie wird euch beibringen, die Symbole zu übersetzen, durch die die Natur zu euch spricht. Jede Pflanze, jedes Tier ist ein Symbol, das begriffen werden soll. Ihr seht z.B. einen weißen Ochsen und einen schwarzen Büffel. Der Ochse sagt, dass er äußerlich weiß geworden ist, aber er möchte auch innerlich weiß werden. Der Büffel sagt, dass er äußerlich schwarz ist, aber er möchte wenigstens innerlich weiß werden. Er findet, dass er die Gesetze der schwarzen Farbe schon kennt, deshalb strebt er die weißen Farbe an. Der Ochse möchte also innerlich weiß werden und der Büffel – äußerlich. Manche Menschen sind Innerlich schwarz und äußerlich weiß, andere dagegen sind äußerlich schwarz und innerlich weiß. Beide Sorten streben zur weißen Farbe. Wer äußerlich weiß ist, möchte auch innerlich weiß werden, wer äußerlich schwarz ist, möchte zuerst äußerlich weiß werden und dann auch innerlich.

Freut euch an der Sonne, die auf- und untergeht. Freut euch an den Blumen, die blühen und ihren Duft weit verbreiten. Freut euch an den Quellen, die fließen. Freut euch an den Vögeln, die singen. Freut euch an jedem Menschen, der euch begegnet und zulächelt. Gott spricht durch alles Lebendige und grüßt euch. Ich rate euch als Schülern des Großen Lebens, euch etwas zu wünschen, von dem ihr lernen könnt, die Segen Gottes zu erlangen und sie zu verteilen. Das ist die Liebe. Wünscht euch, dass die Liebe euch besucht und euch ihre Segen mitbringt. Freut euch, wenn die Liebe euch besucht und dankt dafür, dass sie eure Fehler in Edelsteine verwandelt hat, mit denen ihr euch schmücken könnt. Zukünftig werden eure Ketten und Ringe mit euren vergangenen Fehlern, Unzufriedenheiten und Missverständnissen geschmückt sein. Das bedeutet die Strophe aus der Bibel „Ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht“. Über diese Zeit sagt Christus: „Was das Auge nicht gesehen und das Ohr nicht gehört hat noch im Herzen eines Menschen aufgekommen ist, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“

Um die Liebe Gottes zu genießen, liebt alles, durch das Er sich manifestiert. Er ist zwischen denjenigen anwesend, die sich lieben und verbindet sie. Deshalb heißt es, dass dort, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, auch Gott ist. Ohne Seine Anwesenheit können die Menschen ihre Liebe nicht zeigen. Sie sind die Pole und Gott ist das Verbindungsglied zwischen ihnen. 

Ich wünsche euch, von nun an jünger zu werden und zum Kindesalter zurückzukommen. Keiner darf älter als 14 werden. Was bedeuten die Zahlen von 1 bis 10? Die Zahl eins bedeutet das schöpferische Prinzip, zwei ist die Zahl der Zwietracht, drei – die Zahl der Versöhnung, vier – der Kunst, die Dinge zu teilen, fünf – der Kunst, die Arbeit gut zu machen, sechs – genussvoll zu essen, sieben – die Ruhe, acht – die Schulden zurückzahlen, neun – die Aussöhnung der Widersprüche, d.h. das Ergebnis der ganzen Arbeit, zehn – der Gang zu Gott, um über alles Rechnung zu geben, was man auf der Erde getan hat.

Die heutigen Menschen interessieren sich für Vieles, aber an erster Stelle wollen sie wissen, was mit ihnen geschieht. Was wird mit euch geschehen? Ihr werdet klare und bewölkte Tage in eurem Leben haben, so wie heute bewölkt ist. Das bedeutet, dass der Mond uns gewisse Unannehmlichkeiten bereiten wird. Anders gesagt: die Habsucht wird den Menschen große Ärgernisse bringen. Es ist nicht leicht, den menschlichen Kopf in Stand zu halten. Er braucht sauberes, gutes Essen. Die Bienen z.B. essen nicht viel, aber sie ernähren sich von spezieller Nahrung – die Königin braucht eine Nahrung, die Arbeiterinnen – eine andere und die Drohnen – auch eine andere Nahrung. Die Gedanken brauchen eine Art Nahrung, die Gefühle – eine andere und die Taten – eine dritte Art. Heute erwarten alle Menschen einen Segen, ohne zu bedenken, dass das von ihnen selbst abhängt. Sät in euren Garten die guten Samen eures Verstandes, eures Herzens und eures Willens, um üppig den Segen Gottes zu erhalten. Jeder Samen muss an seinem Platz sein, in einem für ihn spezifischen Boden. Ist er nicht an seinem Platz, kann er nicht die erwarteten Ergebnisse zeitigen. Das gilt auch für die Musik – wenn nicht jede Note an ihrem Platz ist, kann keine Musik zustande kommen.

Ich wünsche euch allen, euch zu verjüngen, zu eurer Kindheit, zu eurer ursprünglichen Kraft zurückzukehren. Es heißt in der Bibel: „Diejenigen, die Gott erwarten, werden sich erneuern.“

Die letzten Worte des Meisters

Eine kleine Arbeit wurde gut und erfolgreich vollendet und eine große Arbeit beginnt.

In allem stellt das Göttliche an erste Stelle!

Habt Harmonie und Liebe untereinander!

Schön sollte man leben, das ist das Wichtige!

Betet, betet fleißig!

In welche Richtung werdet ihr leben? (auf Russisch) – Gut! (auf Russisch)

Die Dinge müssen gestaltet werden.

Sofia, 27.12.1944

Aus den Erinnerungen von Maria Mileva:

„Bei einem Abendessen erinnere ich mich, dass Georgi Radev ein Gedicht vortrug, in dem Christus sagte „Ich habe mich aufgeopfert“. Der Meister sagte unter anderem: „Was sind für die Ewigkeit 29000 Jahre, die vergangen sind, oder 2000 Jahre, die zukünftig zurückgelegt werden müssen? Das nächste Mal, bei der nächsten Inkarnation, wird unsere Schule in Russland, im Kaukasus sein, dann werden wir nach Amerika umziehen und dann auf den neuen Kontinent, der jetzt langsam auf dem Boden des Großen Ozeans wächst. Jetzt haben wir das Jahr 1936. Es werden 100 Jahre vergehen und wir werden uns 2036 im Kaukasus wiedersehen!“ (Aus „Beim Gespräch im Haus von Kosta Russev“, im Buch „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 17, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.

Über das Gebet – Teil 2


Einmal sagte der Meister bei einem privaten Gespräch mit einem Bruder Folgendes über das Gebet: „Ich werde euch etwas über das geheime Leben Christi erzählen. In der Nacht schlief Christus drei Stunden und drei Stunden verbrachte Er beim Beten. Bei diesem Gebet wurde er zum Speicher riesiger Energien aus der göttlichen Welt, die Er dann tagsüber verbrauchte. Während des Tages verbrauchte Er viel Energie, sei es durch das Wort, sei es durch Heilung und diese Energie speicherte Er während des Nachtgebets in sich.

Beim Gebet tritt der Mensch mit seinen höheren Leibern heraus, während die niederen Leiber auf der Erde bleiben. Beim Gebet bleibt der Astralleib beim physischen Leib und dehnt sich nur aus, doch der Mental- und der Kausalleib treten aus dem Menschen aus. Es gibt also eine Art stärkeren oder schwächeren Austritt. Im „Vater unser“ habt ihr ein ganzes Programm, was zu tun ist. Auch das „Gute Gebet“ stellt ein ganzes Programm dar. Das „Gute Gebet“ hat zehn Schlüssel zum Anziehen der himmlischen Kräfte.

Es gibt eine Regel: Wenn man betet und danach die Bibel aufschlägt, ist das, was dort steht, nichts Zufälliges, sondern etwas, was von oben gegeben wurde. Aber das Gebet ist wichtiger.

Der Bruder fragte: „Was soll ich tun, um in Verbindung mit dem mystischen Leben zu kommen?“ – Studiere zum Beispiel die Bedingungen, unter denen die Propheten Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel usw. eine Erleuchtung erlebt haben. Studiere auch die Apostel. Die besten Stunden für das Studium sind die Stunden von 24 bis 4 Uhr morgens. Man sollte alles als geistig betrachten und alles als gut und vernünftig ansehen. Wenn jemand sich erhebt, wird er sehen, dass die Natur lebt und sie wird für ihn ganz anders aussehen. Man muss wissen, dass hinter dem Physischen das Geistige steht und dass das Physische die äußere, objektive Manifestation des Geistigen ist.

Egal, wie das Wetter draußen ist, geht abends hinaus, um den Himmel zu beobachten, aber tut es nicht dem Buchstaben nach, sondern aus Liebe und richtet ein kleines Gebet an Gott, das aus wenigen Worten besteht, aber von Liebe erfüllt ist. Sagt: „Herr, wir danken Dir für das gute Leben, das Du uns gegeben hast. Danke für diese Welt, die Du geschaffen hast. Wir wollen in der neuen Art, nach dem Gesetz der Liebe leben, die Du

in unsere Seelen hineingebracht hast. Möge Dein Licht unseren Verstand erleuchten, so dass wir die Fragen lösen, die vor der Tür unserer Seele stehen.“

In allen okkulten Schulen wurde das Gebet beim Essen empfohlen. Das Gebet ist die höchste Arbeit, es stellt eine Verbindung dar. Die höchste vernünftige Verbindung wird durch das Gebet hergestellt. Ein Gebet, das die Nahrungsaufnahme begleitet, reguliert sie. Beim Gebet ist die innere Inspiration und nicht das Wort wichtig. Ein Gebet kann gemacht werden, wenn der Tag anbricht. Die Morgendämmerung ist die Öffnung der Welt. Das Abendgebet ist für jene Geister, die das Material bearbeiten, das während des Tages erlangt wurde und das Morgengebet dient dazu, das neue Material aufzunehmen. Es gibt Wesen verschiedener Kategorien, die von 3 bis 7 Uhr kommen. Sie kommen in den frühen Morgenstunden bis zum Tagesanbruch. Man sollte klug sein und das nutzen, was Gott einem  gegeben hat, man darf nicht vom Weg abkommen

Der Bruder fragte: „Was bedeuten die Worte „Ich werde Gott in der Frühe suchen?“ – Morgens, d.h. vor dem Sonnenaufgang wirst du dich ein paar Minuten lang konzentrieren und deine Gedanken nur an den Einen richten. Du wirst denken, du bist unter den Engeln. Sage morgens nach dem Aufstehen: „Sei gut, sei gerecht, sei ehrlich, behandle die anderen gut!“

Über das Gebet – Teil 1

Die Heilige Schrift sagt: „Ein Engel des Herrn tritt für diejenigen ein, die beten und auf Gott vertrauen.“

Die Geschichte kennt nicht den Fall, dass jemand gestorben ist, wenn er gebetet hat.

Für einen Menschen, der nicht betet, sind die Beziehungen zu Gott abgebrochen und wenn er keinen Verkehr mehr mit Ihm hat, erscheint das Böse.

Jemand, der nicht betet, verzichtet, und zwar mit Sicherheit, auf den Duft des Himmels. Damit wir diesen Duft nicht entbehren, sendet Gott uns die Leiden, die uns zu Bitten und Gebeten führen. Daher verfolgt das Gebet zweierlei. Erstens, dass der Mensch nach Gott strebt und zweitens, dass sich die Geister zu vereinen.

Wir sind hier versammelt, um eine solche Welle auszusenden, damit ein großer Umbruch zum Wohl des Volks eintritt. Das Gebet ist ein göttlicher Impuls, deshalb heißt es, wir sollen in alle Richtungen beten, denn das Gebet hat Auswirkungen auf alle Zweige des Lebens.

Es gibt keine bessere Poesie im Leben als zu beten, d.h. mit Gott zu reden. Du wirst beten, ohne dich zu beschweren.

Es gibt kein Lebewesen auf der Welt, weder klein noch groß, dessen Ruf Gott nicht beantwortet hat. Es gibt keinen Fall, in dem Gott einer Seele nicht geantwortet hat.

Beten heißt an Gott denken. Jeder noch so schwache Gedanke an Gott blitzt wie ein Funke im Bewusstsein des Menschen auf und bringt ihm etwas. Es ist unwichtig, ob du verstehst, was Gott ist. Du kannst trotzdem immer an Ihn denken. Dieser Gedanke wird dir immer einen gewissen Nutzen, wenn auch einen mikroskopischen, bringen. An Gott denken heißt richtig denken.

Was du heimlich wünschst, wird Gott dir offen geben. Wenn ich sage, dass euch alles gegeben wird, meine ich die weißen Bulgaren. Diese Bulgaren sind gute Menschen, sie erwartet eine große Zukunft.

In allen Lebenslagen kann das Gebet helfen.

Der Erfolg eines Menschen hängt davon ab, inwieweit er den Namen Gottes in seinem Herzen und seiner Seele rein und heilig hält.

Wenn du krank bist und an diesen Namen denkst, wird deine Krankheit verschwinden. Diesen Namen könnt ihr bei allen Schwierigkeiten und Prüfungen in eurem Leben benutzen.

Wenn ihr Schwierigkeiten habt und den Namen Gottes anruft, wird es nicht lange dauern, bis die Schwierigkeit überwunden ist. Ihr habt Hunger, ihr habt drei Tage lang nichts gegessen. Ruft den Namen Gottes an. Nach einer Weile erscheint das Brot vor euch. Wie dies geschieht, wird nicht gesagt. Es ist wichtig, die Kraft des Namens Gottes zu erleben. Wenn das passiert, werdet ihr meine Worte prüfen. Wer den Namen Gottes mit Liebe, Wissen und Kraft ausspricht, wird das Brot [zu ihm] kommen und die Schwierigkeiten werden überwunden sein.

Gott gibt jedem Ruf ein Ohr, sobald das Gebet aus den Tiefen des Herzens kommt.

Die Wissenschaft ohne Gebet langweilt den Menschen; Die Religion ohne Gebet langweilt den Menschen; Die Liebe ohne Gebet langweilt den Menschen; Das Essen ohne Gebet langweilt den Menschen. Alles, was ohne Gebet getan wird, erscheint einem bedrückend.

Solange du dich nicht mit deinem Bruder versöhnst, kannst du nicht vor dem Angesicht Gottes erscheinen und in das Reich Gottes eintreten. Wenn du vor dem Antlitz Gottes stehst, müsst du die Übertretungen deines Bruders vergeben.

„Wie sollen wir beten?“ – Indem du morgens aufstehst, deine Stirn berührst und sagst: „Herr, segne meine Stirn und die darin verborgenen Fähigkeiten!“

Wenn du nicht gut denkst, berühre deine Nase und richte deine Gedanken zu Gott. Wenn deine Augen die Dinge falsch sehen, berühre sie. Wenn du nicht richtig isst und nicht richtig sprichst, musst du für deinen Mund beten und ihn streicheln. Wenn du die Töne nicht klar wahrnimmst, streichle deine Ohren und bete für sie. Dann wirst du deine Hände und Füße streicheln, die dir gut dienen. Dankt für die Glieder, die euch zum Dienen gegeben wurden.

Wenn du willst, dass Gott dich hört, musst du Frieden, Demut in dir haben, dann wirst du alles, was du dir wünschst  – Wissen, Stärke, Weisheit, Schönheit, Tugenden – erwerben.

Wenn man selbst an der Schandsäule steht und seinen Blick auf den Herrn mit den Worten: „Herr, segne diese Menschen!“ richtet – das bedeutet Liebe zu Gott.

Als Christus gekreuzigt wurde, sagte Er: „Herr, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Vergib diesen Menschen, weil sie unwissend sind. Ich danke dir für das Privileg, das du mir gewährt hast.“

Das Gebet ist ein Gespräch, eine Vereinigung mit Gott. Da die menschliche Seele aus den Jahrhunderten immer noch Ablagerungen in sich trägt, kann sie den Willen Gottes nicht verstehen. Deshalb muss man zu Gott beten, Er möge einen reinigen, von dieser Last befreien, so dass man sich selbst, seinen Nächsten, Gott erkennt.

Es gibt eine göttliche Vernunft auf der Welt, die über alle wacht, die sich im Glauben an sie wenden und sie um Hilfe bitten. Je größer dein Glaube ist, desto eher kommt Hilfe.

Wenn du auf das Göttliche vertraust, geht jeder Gedanke von dir, jeder Wunsch von dir in Erfüllung. Unabhängig davon, auf welche Hindernisse ihr unterwegs stößt, werdet ihr sie überwinden.

Die beste Übung im Leben eines Menschen ist das Gebet. Im Moment gibt es keine bessere Übung auf der Welt als das Gebet.

Das Gebet ist eine Verbindung und die Liebe kann nur durch diese Verbindung in die Welt kommen. Unser ganzes Leben muss ein inneres Gebet werden, um die Bedingungen für das Kommen der Liebe in dir vorzubereiten. Wenn sie kommt, erscheinen Licht, Frieden und Freude in unserer Seele.

Um voranzukommen, müsst ihr beten.

Wissen und Gebet in der Hand des Gläubigen sind eine Kraft, mit der er alle seine Schwierigkeiten und Leiden besiegen kann.

Wer betet, kann kein derbes Gesicht haben und wird fröhlich und gesund sein. Nur das Gebet kann die Derbheit beseitigen, die mit der Geduld zusammenhängt.

Das Gebet ist die Gemeinschaft mit Gott.

Das Gebet ist eine der besten Methoden, um den Verstand und die Gefühle zu klären. Das Gebet sollte darauf abzielen, die Seele mit Gott zu verbinden.

Ihr müsst ein Erlebnis haben, wenn ihr betet. Und wenn ihr nur wenige Male in eurem Leben mit Gott in Kontakt kommt, werdet ihr unzählige Reichtümer empfangen. 

Ohne Gebet kann man nicht weiterkommen.

Christus selbst betete jede Nacht. Er hatte viel Wissen, aber Er meditierte jede Nacht.

Vertraue dem Herrn von ganzem Herzen. Vertraue dem Herrn mit deinem ganzen Verstand. Erkenne auf allen deinen Wegen nur Gott und Er wird deine Schritte korrigieren.

Die kleinste Liebe bringt Leiden. Die Leiden bringen Erfahrungen. Die Erfahrungen bringen Erkenntnisse. Die Erkenntnisse erzeugen Weisheit. Die Weisheit führt zur Wahrheit.

Gott zu kennen bedeutet, Seine Liebe zu fühlen. Sobald du Gottes Liebe fühlst, wird gleichzeitig das Leben in dir fließen. Wenn das Leben zu fließen beginnt, wirst du den Weg finden. Sobald du den Weg gefunden hast, wirst du zur Wahrheit kommen und in das wirkliche Leben eintreten.

Wenn du dem Guten in dir Leben geben willst, denke an es, beschäftige dich mit den guten Gedanken, Gefühlen und Handlungen, damit sie in dir leben.

Denke an Gott, damit du vollkommen wirst, wie Er vollkommen ist. Denke an Gott, damit du so gut wirst, wie Er gut ist. Denke an Gott, damit du so sanft wirst, wie Er sanft ist.

Das Schöne, das Große im Leben eines jeden Menschen liegt in seiner Dankbarkeit gegenüber Gott für das, was ihm gegeben wurde.

Woher wisst ihr, dass ihr eine Antwort auf euer Gebet erhalten habt? – Durch jene innere stille Freude, durch jenes innere Licht, das euch helfen wird, bestimmte Fragen zu lösen. Einige erhalten sofort eine Antwort auf ihre Gebete, andere warten Tage, Wochen, Monate und wieder andere warten Jahre lang. Das hängt von der Intensität des Gebets ab.

Das Gebet schließt die Selbstsucht aus.

Bete nicht nur für dich, sondern für alle. Wer nur an sich selbst denkt, wird nichts erreichen.

Bete, bevor das Böse kommt, bevor du von Räubern angegriffen wirst, bevor du krank geworden bist. Bete vor dem Unglück, dann wird dein Gebet an Gott gerichtet sein. Wenn du in Zeiten des Unglücks betest, wird dein Gebet an die Menschen gerichtet sein. Wenn Räuber in dein Haus eindringen, deine Frau und deine Kinder fesseln und anfangen zu rauben und zu zerstören, wirst du keine Zeit haben, an Gott zu denken, sondern du wirst zu den Räubern beten, sie mögen Gnade mit dir haben und dein Leben verschonen. Es gibt keinen Menschen, der nicht zu Räubern gebetet hat. Sie erscheinen als Krankheiten, Unglück, Armut usw. 

Aber im Gebet muss man so lange durchhalten, bis man die Stimmung zum Beten verliert, was zeigt, dass das Gebet ohnehin positiv oder negativ beantwortet wurde. Das Gebet muss aber auch Dankbarkeit für all die Güter und Segnungen ausdrücken, die der Herr uns gibt.

Lasst uns nicht nur beten, wenn wir bedrückt sind, sondern ständig.

Wenn du möchtest, dass die Menschen nicht leiden, wende dich an den Herrn mit der Bitte, zu uns die Seite der Sonne zu wenden, die Wärme für die ganze Welt und für die ganze Erde ausstrahlt. Dann wird sich die Wärme auf der ganzen Erde ausbreiten und alle Lebewesen werden sich gleichzeitig erwärme . So betet der Heilige für die Menschen.

Jeden Morgen müsst ihr einen eigenen Psalm verfassen. Wer nicht weiß, wie man einen Psalm verfasst, kann nicht beten.

Verbittert nicht den Geist mit eurer ständigen Unzufriedenheit und Undankbarkeit.

Seid vorsichtig, wie und was ihr hört, wie und was ihr seht. Stellt euch die Aufgabe, auf das Gute zu schauen und auf das Wort Gottes zu hören, das von innen zu euch spricht. Legt alles Negative von euch weg.

Achtet nur auf das Gute, auf das Schöne in der Welt.

Indem ihr Sünden begeht, verbittert ihr Gott. Daher muss sich der okkulte Schüler zunächst von alle Mängeln befreien, um richtig lernen zu können. Dies ist notwendig, damit Gottes Weisheit kommt.

Versucht nicht, zuerst die äußere Umgebung zu erwerben, verbessert zuerst den Zustand eures Verstandes – das ist das Allererste. Das zweite ist, euer Herz zu verbessern und dann werdet ihr in der Lage sein, euer materielles Leben zu verbessern. Ihr werdet sagen: „Ich habe Gott so sehr geliebt, dass ich alles opfere, um Ihn zu kennen.“ Wenn ein Schüler, der die Schule betritt, nach dem einfachsten Weg sucht, wird nichts daraus. Der Verstand muss stark, mutig und entschlossen sein und das Herz muss plastisch, ausdauernd und geduldig sein. Das sind die Eigenschaften, die der Schüler besitzen muss. Es darf keine Kritik in der Schule geben. Absolute Reinheit, absolutes Licht, absolute Wahrheit müssen unter euch herrschen. Das sollte unser Ideal sein, für alle gleich. Ein Ideal, nach dem wir streben sollten.

Denke niemals an die Fehler der anderen, wenn du dich selbst veredeln willst. Zögert niemals, gebt niemals das Begonnene auf. Habt keine schlechte Meinung von euch. Sage: „Ich bin in der Lage das zu tun, ich bin dazu in der Lage!“

Der Weg, den ihr gehen werdet, ist ein Weg der harten Arbeit und Ausdauer.

In der großen okkulten Wissenschaft muss man immer beginnen, mit den schwächsten Kräften zu arbeiten. Sie sind die produktivsten. Wenn du dem kleinsten Impuls Leben einhauchen kannst, bist du in der Lage, Großes zu leisten.

In der okkulten Schule wollen wir zunächst die Zentren des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe entwickeln, die Vorstellungskraft, die mathematischen Fähigkeiten, die Denkfähigkeiten, den kreativen Verstand, die Freundlichkeit; den menschlichen Ehrgeiz und den menschlichen Stolz regulieren; dann die exekutiven Fähigkeiten des Menschen bei der Arbeit einspannen; die Sprache entwickeln und sie auf den richtigen Weg stellen; dann die richtigen Lebensformen schaffen. Das sind Aufgaben, an denen gearbeitet werden muss.

In der Schule sind keine Lügen erlaubt. Absolute Reinheit und Selbstlosigkeit, das ist die Moral der Schule.

Jemand, der die Wahrheit nicht sagen kann, kann kein Schüler der Weißen Bruderschaft sein.

Keine Lüge! Die Lüge an sich hat immer schlimme Folgen. Wenn du lügst, verbindest du dich mit allen negativen Kräften in der Natur, die die Säfte deines Lebens erschöpfen werden.

Alles, was durch Lügen erworben wurde, verschwindet. Die Folgen des Lügens sind schrecklich!

Sprich immer die Wahrheit, damit du deinen Glauben nicht verlierst, damit du den Weg der Liebe und des Lichts in dir nicht versperrst.

Das okkulte Gesetz lautet: „Widersetze dich nicht dem Hass, denn sobald du dich ihm widersetzt, erkennst du ihn als eine Realität, als eine Kraft.“ „Widerstehe nicht dem Bösen und denke an das Gute in dir.“

Wenn ihr das okkulte Gesetz anwendet, werdet ihr immer positive Wörter und Sätze verwenden.

Jeder Gedanke ist stark, solange du ihn nicht aussprichst.

Rede nicht über die Liebe. Denke an sie, fühle sie, aber sprich nicht über sie.

Das zukünftige Glück und Leben des Menschen hängen ausschließlich von seiner Liebe zu Gott ab. Wenn er sich der menschlichen Liebe ergibt, ist der Schüler großen Prüfungen ausgesetzt.

Das Gebet ist die angenehmste Übung, die schönste Sache im Leben. Es ist eine Methode, um Gedanken, Gefühle und Willen zu läutern und die abgebrochene Kommunikation mit Gott wiederherzustellen.

Das Leben ist ununterbrochen, daher muss unsere Gemeinschaft mit Gott ununterbrochen sein – sowohl wenn wir wach sind als auch wenn wir schlafen.

Der Grund für unser Unglück ist, dass wir nicht beten. In unserem Kontakt mit Gott steckt unerschöpflicher Reichtum. Durch ihn kommt der göttliche Segen und die Stärkung des Geistes.

Manchmal kann das Gebet eines Menschen Tausenden anderen Gutes bringen. Das Gebet eines Menschen kann Tausende von Unglücksfällen beseitigen.

Jeder sollte morgens nach dem Aufstehen zuerst zu Gott beten, seinen Verstand zu stärken und Erleuchtung in seinen Kopf zu bringen. Dann sollte man beten, dass Erleuchtung in das Herz kommt. Und schließlich sollte man beten, dass die Arbeit während des Tages in der physischen Welt erleichtert wird. Danke Gott für das Gute und das Böse. Dann wird Gott das Böse in Gutes verwandeln. Wenn du zum Herrn rufst, wirst du Seine Aufmerksamkeit heranziehen.

Die Kraft des Gebets liegt darin, alle Tugenden beim Beten zum Arbeiten einzuspannen. Ein Gebet, bei dem man nicht alle seine Tugenden anwendet, ist nicht echt.

Das Gebet muss die Eigenschaften der Liebe, Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Tugendhaftigkeit, Barmherzigkeit und eine Reihe anderer Tugenden umfassen. Wenn ihr mit einem solchen Gebet zu Gott geht, werdet ihr wie ein Baum mit reifen Früchten sein. Wenn Gott euch so geschmückt sieht, wird Er sich freuen, dass vor ihm ein vernünftiges Kind steht, das weiß, wie man in der erhabenen Engelssprache spricht.

Jede Seele trägt ewig alle ihre Fähigkeiten, aber sie manifestiert sie nur, wenn sie mit dem Geist Gottes in Berührung kommt.

Denkt also an die folgende Wahrheit: Es gibt nichts Größeres im Leben eines Menschen als das Gebet. Was auch immer die Leute euch sagen, vergesst nicht die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Gebets, der Gemeinschaft mit Gott. Weder Wissen noch Liebe noch die Weisheit der Erde können mit dem Gebet verglichen werden, mit der Gemeinschaft des Menschen mit der Ersten Ursache.

Lasst uns nun „das Gute Gebet“ lesen und unsere Gedanken auf Denjenigen richten, an den sich heute Abend alle wenden. Dieses Gebet ist nicht nur für die Menschheit, sondern für das gesamte Universum üblich: es wird von allen Engeln, Erzengeln, Archai, Gewalten, Mächten verwendet. Nur so werden wir Gottes Segen erbitten, damit wir nach Seinem Willen wachsen und uns entwickeln können.

Wer etwas vom Herrn will, muss etwas versprechen, etwas von sich selbst opfern, und was immer er verspricht, muss er erfüllen.

Welches Opfer er auch bringen will, er muss es bringen. Es gibt keinen Fall auf der Welt, in dem ein Mensch sein Versprechen an Gott gehalten und keine Antwort auf seine Gebete erhalten hat.

Wenn ein Prophet etwas vorhersagt, das nicht wahr wird, zeigt dies, dass die Menschen, denen das vorhergesagt wurde, viel gebetet haben und Gott als Antwort auf ihr Gebet das Urteil aufgehoben hat.

Ein Priester erzählte von einer Erfahrung: „Seit 50 Jahren diene ich dem Herrn und bete, aber plötzlich sagte mir etwas in mir, ich solle aufhören zu beten. Es sagte zu mir: „Was hast du mit dem Beten gewonnen?“ Ich hörte innerlich auf und begann zu überlegen: „Was soll ich tun, wenn ich aufhöre zu beten?“ – Ich sagte ihm: „Du darfst nicht aufhören zu beten, sondern etwas Neues in dein Bewusstsein hineinbringen. Du musst erkennen, dass du bis jetzt aus Pflicht gebetet hast und jetzt wirst du aus Liebe zu Gott beten!“

Denkt daran, zumindest wenn ihr die Vorträge lest oder betet, euch von allem, was gemacht und äußerlich ist, zu lösen. Oft gibt es Kräfte mit zwei Klingen. Seid vorsichtig – die Sonne scheint, aber sie kann auch brennen. Das Wasser löscht unseren Durst, doch wir können darin ertrinken; Die Luft reinigt, aber sie kann auch ersticken. Seid vorsichtig, denkt nach und arbeitet. Haltet an den kleinen Dingen fest! Wenn der Himmel etwas gibt, dann verpflichtet er auch.

Der Schüler muss eine Reihe von Versuchen und Übungen durchführen. Er muss die Regeln und Methoden der okkulten Wissenschaft anwenden, um die Kräfte loszuwerden, die seine Entwicklung behindern. Und um das gewünschte Ziel seines Lebens zur Vervollkommnung zu erreichen, muss er alles bewusst tun, mit positiver Stimmung und innerem Streben. Wenn er die Übungen mechanisch, formal, dem Buchstaben nach macht, entwickelt er anstelle von positiven – negative und schlechte Gewohnheiten – und erzielt die entgegengesetzten Ergebnisse. Man profitiert von jeder Arbeit, wenn man sie bewusst und mit Liebe erledigt. Wenn man seine psychologischen Übungen macht, sollte man von niemandem beobachtet werden, um konzentriert zu sein und Ergebnisse aus seiner Arbeit zu erzielen.

Denkt daran: Das einzige Wesen, das uns liebt, ist Gott. Wenn wir leiden und wenn wir uns freuen, ist Er derselbe. Und im Leiden ist Er derjenige, der zu uns spricht.

Vergesst nicht, ein Jahr lang jeden Tag zur gleichen Zeit dasselbe Gebet zu sprechen und beobachtet, wie das Ergebnis sein wird.

Eine mächtige Kraft ist der positive Gedanke und der vollständige Glaube. Sie sind unsere besten Lehrer und Heiler. Sie verbinden uns mit den Kräften der Unsichtbaren Welt, die den Schülern helfen.

Wenn ihr vorhabt, etwas zu tun, handelt nicht sofort, sondern bittet zuerst Gott um Rat.

Es gibt intelligente Wesen in der unsichtbaren Welt, die jederzeit bereit sind, den Menschen zu dienen. Für jemanden, der sich an Gott wendet, ist jedes Wort ein Segen.

Die hellen Geister sind ständig unter uns und beobachten uns, um uns zu helfen. Sie helfen den Menschen, ihre Schwierigkeiten und Widersprüche zu lösen. Es reicht aus, sie im Namen der Liebe Gottes aufzurufen, damit sie uns offenbart werden.

Das Gebet wird vom Geist empfangen, der es an Gott weiterleitet. Der Geist, das ist die Hierarchie. Eure Gebete, obwohl nicht perfekt, werden von den hellen Engelwesen empfangen, verarbeitet und an Gott gesendet. Wann wird das Gebet erhört? – Wenn der Mensch seinen Verstand, sein Herz und seinen Willen vollständig Gott widmet – und zwar in den drei Welten.

„Aum“

Aum, Aum, Aum

Om, Om, Aumen

Gesungen von Simeon Simeonov und von Omraam Mikhaël Aïvanhov

„Aum“ als Teil der Paneurhythmie

Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 2.12.1925: „ Diese Übung muss der Mensch als heilig in sich aufbewahren. Sie ist einem alten heiligen Lied entnommen.

Im Lied „Aum“ kommen die Wörter ‚Om‘, ‚Aum‘ aus dem Vattanischen. Es sind heilige Wörter, die das Gute in sich tragen. Das ist eine heilige Silbe. Es ist eine Wissenschaft zu wissen, wie man „Aum“ ausspricht. Man muss eine Schule beendet haben, um das Wort richtig auszusprechen.

Es gibt also Arbeit für alle Seelen – für die fortgeschrittenen und für die nicht fortgeschrittenen – für alle gibt es Bedingungen, damit sie sich entwickeln und vervollkommnen können. Da wir jetzt einen Schritt vorwärts machen werden, gebe ich euch das Wort ‚Aum’, das ihr oft sagen könnt. Wenn ihr Kummer habt, wenn ihr krank oder geistig niedergeschlagen seid, sagt ein paar mal ‚Aum‘. Dieses Wort hat Kraft für euch, nicht für die äußere Welt. Es gibt heilige Wörter, darunter auch ‚Aum‘, die ihr oft aussprechen solltet, selbst wenn ihr deren Bedeutung nicht versteht. Euer Geist versteht sie und das reicht. ‚Aum‘ ist ein Wort des Geistes. Wenn ihr dieses Wort aus Seiner Sprache singt, wird Er euch verstehen und euch helfen, denn Er versteht und kennt eure Bedürfnisse.“

Es ist Zeit für die Menschen, aus dem alten Leben herauszukommen

Jetzt wünsche ich euch zum Osterfest, euer altes Leben in eine dynamische Kraft zu verwandeln und absolute Ehrlichkeit, absoluten Edelmut und absolute Barmherzigkeit in es zu bringen. Wenn ihr diese drei Eigenschaften in eure Seele bringt, erwerbt ihr jenen inneren Reichtum, der ein Ideal im Leben eines jeden Menschen darstellt. Nur so wird euch die göttliche Welt mit all ihren Möglichkeiten und Reichtümern und all ihren Vorräten an Nahrungsmitteln offenbart. Dann wird es Nahrung für alle geben, alle werden für immer versorgt sein. Nur so kann die menschliche Welt in Ordnung gebracht werden. Die Außenwelt ist in Ordnung gebracht, aber die Welt des Menschen noch nicht. Jeder sollte jedoch wissen, dass die zukünftige Kultur nichts mit der alten zu tun hat. So wie die Raupe nichts mit dem Schmetterling zu tun hat und der Schmetterling nichts mit der Raupe zu tun hat, so hat das neue Leben nichts mit dem alten zu tun. Es ist Zeit für die Menschen, aus dem alten Leben herauszukommen. Bis die neuen Lebensbedingungen vorbereitet sind, werden sich die Menschen jedoch an einem Scheideweg, in einem Dilemma befinden.

Da sie das wissen, warnen die Lehrer der Menschheit die Menschen und insbesondere ihre Schüler, sich zu beeilen. Die Zeit ist kostbar, ein Tag entspricht einem Jahrhundert. Wer die Zeit gut nutzen kann, wird großen Reichtum erwerben. Die Zukunft ist wichtig und großartig. Arbeit wird von allen verlangt. Dies ist die einzige Philosophie – keine andere Philosophie kann euch helfen. 

Zu denken, wenn ihr wieder auf die Erde kommt, werdet ihr dann arbeiten oder dass eine neue Religion euch retten wird – das sind sinnlose Dinge. Außer der Arbeit kann euch nichts anderes retten. Außer eurem Glauben an den Geist Gottes und an die Wissenschaft Gottes kann euch nichts anderes retten. Lernt von den Sternen, hört ihrem Flüstern zu. Sie leuchten und flüstern leise: „Freut euch an den Möglichkeiten, die wir euch eröffnen. Der Tag wird kommen, an dem ihr diese Möglichkeiten nutzen werdet. Hier werden Plätze für euch vorbereitet.“ (Aus dem Vortrag „Wertvoller“, Sonntagsvorträge, 15.4.1928)

Mittel gegen die Spanische Grippe

Aus dem Vortrag „Die Weltliebe“, 19.8.1919, Veliko Tarnovo

„Als die Spanische Krankheit grassierte und den Tod von sechs Milionen Menschen in der Welt verursachte, fragte man mich nach ihrer Behandlung. Ich sagte, ich bin kein Arzt, aber nach den Gesetzen, die ich kenne, sollte man heißes Wasser trinken und warme Kartoffeln essen. In einer Woche oder zehn Tagen wird die Krise vorbei sein. Manche werden einwenden: “Hältst du uns denn für so dumm – warme Kartoffeln essen und heißes Wasser trinken?“ Ihr seid nicht dumm. Ich gebe euch nur eine Heilmethode. Versucht es doch! All diejenigen, die den Versuch machten, mögen von den Ergebnissen berichten! Und was haben die Ärzte gemacht? Sie gaben den Menschen Spritzen und die meisten Kranken starben. Innerhalb von 17 Tagen starben in Sofia 1700 Menschen. Die Ärzte erklärten: “Na ja, es gab eine Krise, Komplikationen usw.“ Ich sage: Diese Menschen hätten heißes Wasser trinken und warme Kartoffeln essen sollen. Das Trinken von heißem Wasser ist auch eine Spritze, die aber von innen und nicht von außen verabreicht wird; Es kommt darauf an, wo man sie anwendet.

Und falls ihr jetzt fragt, wie Bulgarien geheilt werden soll, antworte ich euch: Die Menschen sollen heißes Wasser trinken und warme Kartoffeln essen. Wenn ich „heißes Wasser“ sage, müsst ihr wissen, wo ihr es schöpfen sollt. Aus der Quelle, wo der Esel trinkt, denn er sucht sich Quellen mit gutem Wasser aus. Wenn ihr heißes Wasser benutzt, wird es in euch jene Elemente hineintragen, so dass neunzig Prozent der heutigen Krisen, die die Gesellschaft verzehren, verschwinden werden. Und das heiße Wasser und die warmen Kartoffeln – das ist ein Leben in Liebe und Weisheit.“

Am 9. März 1943 wurden die bulgarischen Juden vor der Deportation gerettet

Aus den Erinnerungen von Boris Nikolov in „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.

Peter Gabrovski, der damals Innenminister war, ließ unseren Bruder Metodi Konstantinov zu sich rufen und zeigte ihm das vom König unterzeichnete Dekret, mit dem die Juden nach Polen deportiert werden sollten. Er sagte zu ihm: „Die Deportation der Juden steht unmittelbar bevor, sie wurde bereits beschlossen. Hier ist das Dekret, das von Zar Boris III. unterzeichnet wurde. Und Sie sind ernannt, die Juden nach Polen zu begleiten.“ Metodi erschrak und fragte: „Warum ich?“ – „Weil Sie Polnisch sprechen. Sie haben in Polen studiert und über „Internationale Beziehungen“ promoviert. Außerdem arbeiten Sie als Angestellter in der Propagandadirektion.“ 

Metodi zuckte die Achseln und schlüpfte leise aus dem Büro des Ministers. Erschrocken ging er direkt zum Meister und sagte zu ihm: „Der König hat das Dekret über die Deportation der Juden unterzeichnet.“ Der Meister hörte sich die ganze Geschichte an. Sein Gesicht nahm einen strengen Ausdruck an. Er befahl: „Geh, hole Lultschev!“ (Ljubomir Lultschev, 1886-1945, Schüler Beinsa Dounos und inoffizieller Berater des Zaren Boris III. Er wurde von den Kommunisten nach deren Machtergreifung erschossen.)

Metodi fand ihn und Lultschev kam angerannt. Als ehemaliger Offizier war er sehr diszipliniert. Der Meister stand wütend und streng vor ihm und befahl: „Du wirst den König finden und ihm sagen: Wenn er die Juden nach Polen schickt, wird aus seiner Dynastie und seinem Königreich nicht mal eine Erinnerung übrigbleiben!“ Lultschev begriff, dass die Dinge sehr dringend und beunruhigend sind und beeilte sich, um nach dem König zu suchen. Er ging in den Palast, aber niemand wusste, wo der König war. Der König war inkognito weggefahren. Er ging nach Wranja – der König war nicht da. Er suchte in Tschamkorija – der König war nicht da. Niemand wusste, wo er war. Zwei Tage später kehrte Lultschev zurück und sagte zum Meister: „Der König ist inkognito irgendwohin gefahren und niemand weiß, wo er ist. Ich habe ihn in allen Residenzen gesucht, er ist nirgends zu finden.“ Der Meister zog sich in seinem Zimmer zurück und konzentrierte sich. Nach einer Weile öffnete er die Tür des Empfangsraums, sagte nur ein Wort: „Kritschim!“ und schloss die Tür. Lultschev fuhr sofort mit einem Auto nach Kritschim, kam dort an und fand den König. – „Wer hat dir gesagt, dass ich hier bin?“ Lultschev sagte: „Der Meister, also Herr Danov, hat mich gesandt und ich solle Ihnen sagen: Wenn Sie die Juden nach Polen schicken, wird aus Ihrem Königreich und Ihrer Dynastie nichts übrigbleiben.“ Man kann sich vorstellen, wie Lultschev ausgesehen haben mag, um auf den König einwirken zu können, aber dieser fuhr sofort mit ihm nach Sofia. Sie kamen im Ministerium an, der König rief Minister Gabrovski, verlangte das Dekret und zerriss es persönlich in der Anwesenheit von Gabrovski und Lultschev.

Lultschev bückte sich, nahm ein Stück Papier vom Boden und steckte es in seine Tasche. Er gng zu „Izgreva“, fand Metodi Konstantinov und zeigte es ihm als Beweis dafür, dass der König das Dekret zerrissen hat…

Später hat sich die neue kommunistische Regierung mit der Rettung der bulgarischen Juden geschmückt. Das ist eine Lüge. In der Tat gab es Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die gegen die Deportation der Juden protestierten. Aber sie hatten keinen Einfluss auf den König, der Bulgarien durch sein gehorsames Kabinett regierte. Zu dieser Zeit hatte niemand außer Ljubomir Lultschev freien Zugang zum König. Niemand außer Lultschev konnte direkt mit ihm sprechen. Und der König hätte nur auf Lultschevs Worte gehört. Er hörte nicht auf die Worte des Meisters, aber er hatte Angst vor ihnen. Boris III. wusste sehr wohl, dass sein Vater Ferdinand zweimal Bulgarien in den Ruin gestürzt hatte, weil er ungehorsam war und den Rat des Meisters nicht befolgte. Er wusste, warum Ferdinand abdanken musste. Die Zukunft seines Throns und seiner Dynastie stand jetzt auf dem Spiel, wenn er dem Befehl des Meisters nicht gehorchen würde und er gehorchte ihm. Nur der König hatte die Macht, das Dekret aufzuheben und das hat er vor zwei Zeugen gemacht – Ljubomir Lultschev und Minister Gabrovski. 

Lieder für verschiedene Gemütslagen

Aus dem Buch von Omraam Mikhaël Aïvanhov „Hommage an Meister Peter Deunov“:

„Wenn ihr das Gefühl habt, nicht mehr so recht zu wissen, woran ihr seid, wenn ihr gedanklich aus dem Konzept geratet, dann singt: „Misli, pravo misli“ („Denke recht“) und schon seht ihr den Weg wieder klarer. Wenn ihr meint, dass euch niemand mehr liebt, singt: „Bog e ljubov“ („Gott ist Liebe“) und was wollt ihr dann mehr, da Gott euch doch nie verlässt? Und falls ihr euch erschöpft fühlt oder krank, singt: „Sila, zdrave e bogatstvo“ („Kraft und Gesundheit sind Reichtümer“) und ihr erlangt eure Energie zurück. Solltet ihr einmal von innerer Unruhe erfasst sein, dann singt: „Pri vsitchkite uslovia na zhivota, ne gubi svoja mir“ („ In allen Lebenslagen, verliere niemals deinen Frieden“). 

Falls ihr das Leben trübe findet und es euch keine Freude mehr macht, singt: „Krassiv e zhivota na naschata duscha“ („Schön ist das Leben unserer Seele“).

Und wenn ihr glücklich seid, dankt mit dem Lied „Blagoslavjaj, dusche moja, Gospoda“ („Meine Seele, lobe den Herrn“).

Damit habt ihr einige Methoden, ein ganzes magisches Arsenal, also bedient euch seiner.

Manchmal werde ich gefragt: „Warum singt ihr diese Lieder auf Bulgarisch und nicht in der Sprache eures Landes? Man versteht ja überhaupt nichts!“ Zuerst antworte ich dann, dass es zu diesen Liedern Übersetzungen gibt, die man sich leicht besorgen kann. Aber vor allem, dass es bei der Musik nicht so sehr auf das intellektuelle Verständnis ankommt, sondern auf das, was man unter dem Einfluss der Töne, der Schwingungen und der Harmonie in sich verspürt. Versteht man denn den Gesang der Vögel, das Rauschen des Wassers oder des Windes in den Zweigen? Nein, aber man ist fasziniert, voller Bewunderung. Es ist immer besser, die Lieder in der Sprache zu singen, in der sie geschrieben wurden. Selbst wenn man nichts versteht, so besteht doch eine Beziehung zwischen den Worten und der Musik, und eine Übersetzung würde diese Beziehung zerstören. Die Musik ist nicht dazu da, um verstanden, sondern um gefühlt zu werden. Selbst wenn Worte sie begleiten, ist doch das, was man dabei verspürt weitaus wichtiger. Natürlich, wenn beides – Verständnis und Gefühl – Hand in Hand gehen, so ist das noch besser, aber es kommt mehr auf das Gefühl an.“