Habe ich nicht gesagt

Habe ich nicht gesagt (Thema Nr. 4)

Musik und Text von Beinsa Douno nach bulgarischen Folkloremotiven

Das Lied wurde am 27. Oktober 1943 für Schwester Donka Stojanova aus dem Dorf Wodiza gegeben.

Habe ich nicht gesagt, liebe Mutter, habe ich nicht gesagt,

dass unsere Donka nicht am Kamin sitzen,

nicht einfach zu Hause schmollen soll,

sondern dass sie zur Schule gehen und lernen soll?

Unsere Donka, liebe Mutter, wurde als

ein kluges, begabtes Mädchen geboren,

und es ist Zeit, dass sie in der Schule etwas Gutes fürs Leben lernt.

Lass sie abends nicht zum Brunnen gehen, Mutter,

um den Jungen volle Krüge zu überreichen,

um ihnen taufrische Blumensträuße zu versprechen,

sondern lass sie abends Wasser zu den Kranken im Dorf bringen.

Unsere Donka, liebe Mutter, ist

gütig, sanftmütig und barmherzig,

aber sie muss ihrem Herzen beibringen, Mutter,

nicht mit den Junge zu lachen.

Früh am Morgen soll sie zum Brunnen gehen,

in weiße Krüge, Mutter, soll sie Wasser gießen,

munter, fröhlich, lachend,

in einer sauberen, weißen Bluse, in einer schönen Tracht,

damit sie ein Vorbild werde.

Wer sie im Dorf arbeiten sieht,

wie sie allen hilft,

soll wie diese gütige Seele 

das Gute lieben und praktizieren.

Не ли думах (тема №4)

Не ли думах, мила мамо, не ли казвах,

да не седи наша Донка край огнище,

вкъщи само да се гуши,

а да иде, мамо, вече на школото,

да започне да се учи.

Наша Донка, мила мамо, е родена

мома умна, даровита,

та е време от школото за живота

нещо добро да научи.

Да не ходи вечер, мамо, на чешмата,

на момците пълни стомни да поднася,

росни китки да им обещава,

а на болни вечер из селото

нека тя вода разнася.

Наша Донка, мила мамо, по душа е

блага, кротка, милостива,

но сърце си трябва да научи, мамо,

момците да не посмива.

Сутрин рано на чешмата да отива,

в бели менци, мамо, вода да налива

бодра, весела, засмяна,

с чиста, бяла риза, с хубава премяна.

Та за пример тя да стане.

Кой я види как работи из селото,

как на всекиму помага,

да обикне и да прояви доброто

като тая душа блага.

Eine Gruppe aus Kongo

Das neue Zeitalter

Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 7.1.1931, 5:00 Uhr

Meditative Vertiefung

Thema für das nächste Treffen: „Herkunft des menschliche Gehirns“

Wenn man über ein Thema schreibt, muss man klar denken. Um das Thema gut zu bearbeiten, muss man sich zunächst auf die kennzeichnenden Hauptmerkmale des Gegenstands konzentrieren, über den man schreiben oder sprechen möchte. Das Wasser hat beispielsweise viele Eigenschaften, aber eine davon ist kennzeichnend. Wenn wir vom Wasser sprechen, denken wir an seinen Zustand und seine Reinheit. Es ist flüssig und klar. Sind Verunreinigungen vorhanden, verändern sich seine Eigenschaften. Was ist die Haupteigenschaft des Lichts? Wenn wir über die Eigenschaften von Wasser und Licht sprechen, meinen wir das Leben. Die charakteristischen Merkmale des Lebens sind Reinheit und Licht. Das reine Leben trägt also Licht in sich. Um das Leben in seiner Gesamtheit zu verstehen, muss man vom Physischen zum Spirituellen gehen, also von der äußeren zur inneren Seite. Das Spirituelle ist zeitlos und raumlos. Wie lässt sich das verstehen? So wie das Verhältnis zwischen Geist und Fleisch ist, so ist das Verhältnis zwischen der äußeren und der inneren Seite des Lebens. Es sind zwei gegensätzliche Dinge, die nicht miteinander harmonieren und sich in einem ständigen inneren Kampf befinden.

Man hört jemanden sagen, etwas bedrücke seine Seele. Ein anderer sagt, sein Herz sei schwer und sein Geist finster. Wo ist seine Seele? Er weiß es nicht. Wo sind Verstand und Herz – das weiß er, aber welcher Verstand und welches Herz empfinden Traurigkeit und Dunkelheit? Es sind nicht der physische Verstand und das physische Herz des Menschen. Der Mensch hat ein anderes Herz und einen anderen Verstand, mit denen er Phänomene und Gefühle aus der spirituellen Welt wahrnimmt. Dies sind abstrakte Dinge, von denen nur zu demjenigen gesprochen werden kann, der sie erfahren hat. Um zu den abstrakten Dingen des Lebens zu gelangen, muss man mit dem Sichtbaren beginnen und sich allmählich dem Unsichtbaren zuwenden.

Als Schüler müsst ihr zuerst die Gesetze der physischen Welt studieren und dann die Gesetze der spirituellen und der göttlichen Welt. Das bedeutet, vom Sichtbaren zum Unsichtbaren zu gelangen. Wenn man beispielsweise die Eigenschaften des Wassers nicht kennt, kann man niemals die kennzeichnenden Merkmale des Lebens erfassen. Eine der charakteristischen Eigenschaften des Wassers ist seine Neigung, an Gefällen abwärts zu fließen und im Raum aufzusteigen. Lässt man es fließen, sucht es sich das geringste Gefälle und fließt hinab. Wenn man Wasser verdampfen lässt, steigt es hoch in den Weltraum. Als Dampf steigt das Wasser auf; als Flüssigkeit fließt es hinunter; und als Feststoff in Form von Schnee und Eis bleibt es an seiner Stelle. Was macht Wasser als Dampf, als Flüssigkeit und als Eis?

In allen drei Zuständen spielt das Wasser eine wichtige Rolle in der Natur und im Leben. Wer die Bedeutung des Wassers in der Natur nicht erkennt und versteht, behauptet, dass Nachdenken nichts bringe. Das Denken ist wie fließendes Wasser. Daher sollte man sich fragen, welchen Beitrag Wasser zur Natur leistet. Meiner Meinung nach leistet fließendes Wasser einen wichtigen Beitrag. Folglich leistet auch das Denken einen wichtigen Beitrag. Wir meinen damit nicht das gewöhnliche menschliche Denken, das sich mit den Belanglosigkeiten des Lebens befasst. Wir sprechen vom erhabenen, schöpferischen Denken. Neben diesem erhabenen Denken gibt es auch Gedanken, die sich dem Menschen trotz seines hohen Bewusstseins aufdrängen. Woran denkt beispielsweise ein Hungriger? An Brot. Woran denkt ein Durstiger? An Wasser. Woran denkt ein Kranker? An Gesundheit. In diesen Zuständen kann der Mensch nicht über Erhabenes nachdenken. Er ist nur damit beschäftigt, wie er Hunger, Durst und Schmerzen bewältigen kann.

Was ist das Wichtigste im Leben? Jeder Mensch trägt etwas Wichtiges in seinem Leben, dessen er sich selbst bewusst sein muss. Jeder Tag birgt einen wichtigen Moment. Welcher dieser Moment ist, muss jeder für sich selbst entdecken. Hat er diesen Moment nicht gefunden, wird das Leben eintönig und sinnlos sein.

Jemand behauptet, das Wichtigste im Leben sei, gut, klug und moralisch zu sein. Das sind selbstverständliche Werte, die für jeden Menschen gelten. Darüber muss man nicht diskutieren. Macht es Sinn, vom Wasser zu sagen, es müsse flüssig sein, oder vom Licht, es müsse hell sein? Das ist doch klar. Die Erde ist nicht Erde, wenn sie nicht fest ist; Wasser ist nicht Wasser, wenn es nicht flüssig ist; Licht ist nicht Licht, wenn es nicht hell ist. Genauso sagen wir: Ein Mensch ist kein richtiger Mensch, wenn er nicht gut, klug und gerecht ist. Man könnte sagen, ein Mensch müsse einen festen Charakter haben. Was versteht man unter „festem Charakter“? Charakter kann nicht fest sein. „Fest“ impliziert etwas, das sich nicht biegt. Was sich nicht biegt, zerbricht.

Ein Mensch sollte also einen gefestigten, nicht einen festen Charakter haben. Wer einen gefestigten Charakter besitzt, erträgt alle Schwierigkeiten und Prüfungen. Welche Stürme und Winde ihn auch treffen mögen, er wird sich zwar zur Seite neigen, aber niemals zerbrechen. Er wird sich ein wenig beugen und dann zu seiner ursprünglichen Haltung zurückkehren. Wenn er sich entscheidet, Gutes zu tun, wird er es tun, egal wie schwer es auch sein mag. Wenn er seine guten Wünsche nicht erfüllt, wenn er sich weigert, jemandem zu helfen, ist sein Charakter unbeständig. Er wird von seinem Wunsch, jemandem Gutes zu tun, abweichen und es dann bereuen. Stellt euch vor, dieser Mensch, dem ihr Gutes tun wolltet, wird in einem Monat eine hohe Position bekleiden. Wie wird es euch ergehen? Ihr werdet es bereuen, ihm nicht Gutes getan zu haben. Als jemand in einer hohen Position hätte er die Möglichkeit, euch zu danken, aber ihr habt euch bereits dieser Dankbarkeit beraubt. Wir gehen noch weiter und sagen: Tut Gutes um des Guten willen und nicht, um dafür belohnt zu werden. Daher hat jede gute Tat, die ein Mensch vollbringt, auch einen inneren Nutzen. Es gibt kein Gutes, das keine positiven Folgen hat. Selbst wenn man von der guten Tat nichts erwartet, hat sie an sich schon positive Auswirkungen.

Wenn wir vom Guten sprechen, müssen wir wissen, dass nur ein liebender Mensch Gutes tut. Sobald man über die Liebe spricht, empfinden die Menschen entweder Angst oder Begeisterung. Diejenigen, die die Liebe verstehen, sind von ihr begeistert und nennen sie die Sonne des Lebens. Tatsächlich bezeichnen wir den Sonnenaufgang des menschlichen Lebens als das Leben der Liebe. In der Heiligen Schrift heißt es: „Die alte Sonne wird untergehen, die neue Sonne wird aufgehen.“ Anders ausgedrückt: Die alte Liebe wird vergehen, die neue wird erstehen. Wenn die neue Sonne des Lebens aufgeht, werden alle Menschen auferstehen. Es heißt auch, dass Sonne, Mond und Sterne sich verdunkeln werden. Warum? Um Platz für eine neue Sonne, einen neuen Mond und neue Sterne zu schaffen.

Wenn man diesen Gedanken wörtlich nimmt, kommt man zu einer bestimmten Schlussfolgerung. Im übertragenen Sinne bedeutet er jedoch, dass alte Ideen verschwinden, wie Gras und Blumen, die wachsen, verwelken und durch neue ersetzt werden. Die Ideen wachsen und entwickeln sich wie die Pflanzen, Tiere und Menschen.

Der Mensch behauptet, er könne ohne Licht, Luft, Wärme, Wasser und Nahrung nicht wachsen und sich entwickeln. Es stimmt, dass er sich ohne diese Elemente nicht entwickeln kann, doch es handelt sich dabei lediglich um äußere Bedingungen. Es gibt weitere Elemente, ohne die der Mensch sich nicht entwickeln kann: innere oder spirituelle Bedingungen. Um die äußeren Bedingungen richtig zu nutzen, muss der Mensch deren spirituelle Bedeutung verstehen. Es genügt nicht, dass er Wasser trinkt, sondern er muss wissen, wie er das Wasser trinkt, um die physische und spirituelle Kraft des Wassers zu nutzen; es genügt nicht, dass er Luft einatmet, sondern er muss wissen, wie er atmet. Die Hindus verfügen über spezielle Atemtechniken, die Europäer nicht anwenden können. Würde man einen Europäer den Vorschriften der Hindus unterwerfen, könnte er diese kaum ertragen.

Es ist nicht leicht, nach bestimmten Regeln und Vorgaben zu leben. Wer sich einer bestimmten Vorschrift unterwerfen will, muss sie regelmäßig befolgen, so wie ein Akrobat die Regeln für seine körperliche Entwicklung einhält. Egal wie schwierig die Umsetzung einer bestimmten Vorschrift ist, man muss sich dennoch anstrengen. Wer sich nicht an eine bestimmte Vorschrift hält, wird in seinem physischen oder geistigen Leib etwas ansammeln, das sich schädlich auf seine Psyche auswirkt. 

Manchmal hat man eine gute Verfassung und möchte etwas Gutes tun, wird aber plötzlich von Kummer, Trauer oder einer Last überwältigt und verzichtet auf das Gute, das man sich vorgenommen hatte. Man fragt sich: Wieso soll ich überhaupt an das Wohl der anderen denken? Jeder sollte sowohl an sein eigenes Wohl als auch an das Wohl seiner Mitmenschen denken, ohne sich Gedanken zu machen, wann er es verwirklichen kann. Man sollte sich keine Frist für gute Wünsche setzen. Jemandem Gutes zu tun ist eine hervorragende Idee, aber sie entspringt nicht nur dem Geist eines Einzelnen. Viele Menschen denken darüber nach. Sie kommt ursprünglich von Gott und durchdringt viele menschliche Gedanken. Wenn dir also eine Idee kommt, prüfe zuerst ihren Ursprung, bevor du sie annimmst. Sobald du sie annimmst, suche ihr einen geeigneten Platz und pflege sie, bis sie sich festsetzt.

Stellt euch vor, der Gedanke an Liebe ist euch gekommen und ihr möchtet ihn verwirklichen. Ihr beginnt, euch ein Bild mit besonderen Eigenschaften vorzustellen und sucht danach unter den Menschen. Wenn ihr es in der physischen Welt nicht findet, werdet ihr es in der geistigen oder göttlichen Welt finden. Es ist unmöglich, ein Bild von etwas zu besitzen, das nicht existiert. Was das Sein betrifft, ist alles real. Wir sagen, dies oder jenes sei eine Illusion, aber im Verhältnis zum Sein existieren keine Illusionen. Illusionen entstehen nur, wenn die Beziehungen zwischen den Dingen nicht verstanden werden. Wenn jemand glaubt, von jemandem geliebt zu werden, kann er sich nur in Bezug auf die Liebe dieser Person täuschen, nicht aber in Bezug auf die Liebe an sich. Dieser Mensch liebt, aber nicht ihn. Er ist bereit zu sagen, dass das Objekt seiner Liebe jemand anderes ist. Ihr fragt: Hat Christus uns nicht gelehrt, einander zu lieben? Christus predigte, dass die Menschen einander lieben sollen, aber dieser Gedanke muss etwas genauer verstanden werden. Wenn ein Käufer auf den Markt geht, um einen Topf auszusuchen, wird er nicht den ersten nehmen, den er sieht. Alle Töpfe stammen von demselben Töpfer, doch der Käufer wählt einen Topf aus, der zu ihm genau passr. Unter den vielen Töpfen wird ihm einer gefallen, und er kauft ihn. Der Käufer sucht einen Topf, der seinen Vorstellungen entspricht. Es mag schönere, größere Töpfe geben als den, den er gewählt hat, aber diese entsprechen weder seinem Geschmack noch seinen Vorstellungen. Und so vielfältig die Töpfe eines Töpfers auch sein mögen, wie viel mehr gilt das erst für die Menschen. Wenn es eine besondere Vorliebe und Liebe für die Töpfe eines Töpfers gibt, wie viel mehr gilt das erst für die Menschen selbst.

Man sagt, wir sollten einander lieben. Das ist allgemein gesprochen. Wir sollten leben. Auch das ist allgemein gesprochen. Lieben ist das eine; „ich liebe“ ist das andere. Leben ist das eine; „ich lebe“ ist das andere. Gesund sein ist das eine; „ich bin gesund“ ist das andere. Wie sollen wir lieben? Es gibt keine Regeln für die Liebe. Wenn wir über die Liebe der heutigen Menschen sprechen, werden wir davon angesteckt. Ihre Liebe hat etwas Schmerzliches an sich. Sie haben in sie ein Element eingeführt, das sie verdorben hat. Dadurch haben die Menschen das Vertrauen zueinander verloren. Wenn man einem gesunden Menschen seine Liebe zeigt, wird er denken, man wolle ihn ausnutzen – er wird an der Liebe zweifeln. Wenn man einem Kranken seine Liebe zeigt, wird man ihn aufrichten, ihn hinlegen, ihn versorgen. Wie vorsichtig man ihn auch berühren mag, man wird ihm durch die Berührung Schmerzen zufügen. Am Ende wird er an der Liebe zweifeln, er wird denken, man wolle sich an ihm rächen. Um den Fehler wiedergutzumachen, bringt man ihm Milch, Suppe, etwas zu essen. Dann fasst man ihn an, um es ihm bequem zu machen, und fügt ihm erneut Schmerzen zu. Er beginnt zu glauben, dass ihr ihn nicht liebr. Egal wie sehr ihr den anderen eure Liebe zeigt, ihr könnt sie nicht zufriedenstellen; eine gewisse Disharmonie wird dennoch zwischen euch entstehen. Wer stört die Harmonie: der Gesunde, der dient, oder der Kranke, dem gedient wird? Damit Liebe sich in ihrer wahren Natur entfalten und erkannt werden kann, dürfen die Beteiligten vor allem keine Mängel haben – weder körperliche noch seelische. Sie müssen äußerst aufmerksam zueinander sein und die Gefühle des anderen nicht verletzen.

Wenn wir von der Liebe sprechen, meinen wir Gottes Liebe, nicht die menschliche Liebe, die sich auf Erden manifestiert. Trotzdem wird immer wieder von der Liebe gesprochen. Die Menschen fragen sich, ob Gott sie liebt oder nicht. Eine solche Frage zu stellen bedeutet, Gottes Liebe nicht zu verstehen. In der Heiligen Schrift heißt es: „Gott ist Liebe.“ Könnt ihr euch fragen, ob Gott euch liebt? Ihr wisst, dass Gott Liebe ist. Das zeigt, dass jede Seiner Offenbarungen, ob klein oder groß, Liebe ist. Solltet ihr das Wasser fragen, ob es bereit ist, euren Durst zu stillen? Es hat keinen Sinn, eine solche Frage zu stellen. Wasser stillt den Durst, indem es in den Mund und von dort in den Magen gelangt. Die Frage ist nicht, ob das Wasser bereit ist, euren Durst zu stillen, sondern ob ihr bereit seid, euch ihm zuzuwenden, euch ein wenig zu bücken, den Mund zu öffnen, damit es einfließen kann. Wenn ihr jedoch erwartet, dass das Wasser zu euch kommt und direkt in euren Mund fließt, ohne dass ihr euch darauf einstellt, werdet ihr lange warten. Das Wasser wird an euch vorüberziehen, ohne euren Durst zu stillen. Den Stolzen gegenüber ist es stolz; den Demütigen gegenüber ist es überaus aufmerksam und hilfsbereit.

Weil sie die Gesetze der Liebe nicht verstehen, verhalten sich die heutigen Menschen wie Aristokraten. Sie sitzen an einem Ort und warten darauf, dass die Liebe zu ihnen kommt. Die Liebe gehorcht nicht den unvernünftigen und unwissenden Menschen. Sie ist bereit, jedem zu dienen, der sie kennt und versteht. Wenn du durstig bist, was tust du dann? Du suchst eine Quelle, um deinen Durst zu stillen. Sobald du die Quelle gefunden hast, kniest du davor nieder und trinkst von ihrem Wasser, bis dein Durst gestillt ist. Also solltest du zur Quelle gehen, nicht umgekehrt. Die Liebe ist die große Quelle des Lebens, zu der jeder gehen muss, um seinen Durst zu stillen. Tut er dies nicht, wird er auf große Enttäuschungen und Widersprüche stoßen. Was seht ihr heute? Alle Menschen fliehen vor der Liebe, sie sind von ihr enttäuscht. Mutter, Vater, Kinder, Lehrer, Staatsmänner – sie alle sind von der Liebe enttäuscht. Wohin fliehen sie? In den Wald. Wenn sie in den Wald gehen und dort verweilen, werden sie wieder durstig sein und sagen: „Was soll’s – wir gehen zur Quelle und trinken Wasser.“ Egal, wie sehr man vor der Liebe flieht, man wird dennoch mit seinem Krug zur Quelle gehen, um von ihrem Wasser zu trinken. Wer vom Wasser der Liebe trinkt, erfreut sich Gesundheit und eines langen Lebens. Indem man vom Wasser der Liebe trinkt, hat man die Möglichkeit, ihre Samen in sich zu nähren und zu pflegen, um eines Tages von ihren süßen Früchten zu essen. Nicht nur das menschliche Leben, sondern das Leben aller Lebewesen wird durch die Früchte der Liebe erhalten. Wenn die Menschen einander lieben, helfen sie einander, und ihr Leben wird leichter.

Trotz aller Enttäuschungen in der Liebe streben die Menschen weiterhin danach. Warum? Sie erkennen, dass ihre Enttäuschungen auf etwas zurückzuführen sind, das sie selbst in die Liebe hineininterpretieren. Die wahre Liebe kennt keine Enttäuschungen und Widersprüche. Ein Grund für die Enttäuschungen der Menschen ist ihr Egoismus. Wenn es also um die Liebe geht, muss man sich von allen egoistischen Gedanken und Gefühlen befreien. Nur so kann man die Liebe verstehen und von ihr profitieren. Andernfalls hört man zwar anderen zu, die über die Liebe sprechen, versteht sie aber ungefähr so ​​gut wie ein Laie klassische Musik. Man hört sich die Musik an, versucht sie zu verstehen, aber am Ende sagt der Bulgare: „Es wäre besser gewesen, sie hätten mir einen Volkstanz vorgespielt, dann hätte ich ein bisschen tanzen können.“ Der Russe sagt: „Es wäre besser gewesen, sie hätten mir Kosakenmusik vorgespielt, dann hätte ich ein bisschen tanzen können.“ Der Türke erwartet vielleicht einen türkischen Tanz. Kurz gesagt: Nur derjenige kann Liebe erlangen, der sie versteht und bereit ist, sie anzuwenden.

Wenn man das Verhalten des Menschen studiert, sieht man, dass er ständig zwischen Freude und Leid pendelt. Beobachtet man jemanden, der überglücklich spielt und herumspringt, weiß man, dass sich dieser Zustand nach kurzer Zeit, nach wenigen Stunden oder Tagen, in Trauer verwandeln wird. Da die Natur wellenartige Bewegungen liebt, verweilt der Mensch nicht lange in seiner Trauer. Von der Trauer gelangt er in einen Zustand der Freude, von dem aus er nach einer Weile wieder auf neue Trauer stößt. Traurige Gefühle verbreiten sich in langen Wellen, freudige in kurzen. Generell gibt es Gefühle, die sich nur schnell, andere nur langsam übertragen lassen. Der Mensch durchlebt Freude und Leid, um das Leben in seiner Gesamtheit zu verstehen. Wer den Tod nicht erlebt, kann das Leben nicht verstehen; und wer das Leben nicht erlebt, kann den Tod nicht verstehen. Wer den tieferen Sinn des Lebens versteht, erkennt den inneren Zusammenhang zwischen allen Phänomenen und allen Menschen und verfällt daher nicht Illusionen und Widersprüchen. Er weiß: erlangt jemand ein bestimmtes Gut, können es auch andere erlangen.

In ihrem Bestreben, ihre Wünsche zu erfüllen, glaubt ein Menschentyp, dies aus eigener Kraft und unabhängig von anderen tun zu können. Ein anderer Menschentyp hingegen ist der Ansicht, dass ein Mensch seine Wünsche nicht aus eigener Kraft erfüllen kann. Sie sagen: „Wenn mein Nächster gerettet wird, werde auch ich gerettet.“ Sie vertrauen auf Christus. Warum? Weil sie eine Beziehung zu Ihm haben. Christus kann nur denen helfen, die eine gute Beziehung zu Ihm haben. Wenn dein Freund reich ist, wird er dir sicherlich helfen. Damit er dir helfen kann, musst du eine gute Beziehung zu ihm haben. Andernfalls gehst du an seinem Haus vorbei, ohne Zugang zu erhalten. Im ersten Fall steht der reiche Mann für das Gute, im zweiten für das Böse. Gute Beziehungen führen in den Himmel, schlechte in die Hölle. Viele fürchten die Hölle und wollen davon nichts wissen. Merkwürdig! Christus ist in die Hölle gegangen, und sie wollen nicht hinein. Die Hölle ist ein Ort, den jeder Mensch durchqueren muss.

Was stellt die Hölle dar? Manche sagen, sie befinde sich im Erdmittelpunkt. Andere behaupten, sie sei nicht materiell. Die Hölle ist weder auf der Erde noch auf dem Mond. Es gibt viele Beschreibungen der Hölle, doch keine entspricht der Realität. Man stellt viele Vermutungen über das Leben in der Hölle an, aber sie beschreiben kaum, was die Hölle wirklich ist. In der Hölle leben hochentwickelte und unentwickelte Wesen. Was die Hölle ist, welche Wesen dort leben, das geht euch nichts an. Aber warum erzähle ich euch von der Hölle? Ich verfolge einen bestimmten Zweck. Wenn eine alte Freundin euch besucht und nach eurem Sohn oder eurer Tochter fragt, hat sie sicherlich ein Interesse. Welches Interesse? Sie hat beschlossen, eure Tochter oder euren Sohn mit einem ihrer Enkel bzw. einer ihrer Enkelinnen zu verheiraten. Sie möchte wissen, ob der Sohn bzw. die Tochter heiraten möchte. Sobald sie deren Absicht kennt, wird sie die Frage direkt stellen.

Wenn es um die Ehe geht, sagen die meisten Menschen, dass sie ein natürlicher Prozess sei, den jeder durchlaufen müsse. Wenn das absolut zutrifft und für alle gilt, wie erklärt man dann die Stelle aus dem Evangelium, wo Christus sagt: „Wer den Geist Christi hat, heiratet nicht und lässt sich nicht heiraten“? Das gegenwärtige Leben der Menschen zeichnet sich dadurch aus, dass es vergänglich ist. Deshalb streben sie nach dem ewigen Leben. Die vergängliche Dinge verschwinden von selbst. Sie sind zufällig. Niemand wird mit Schwert und Flinte in der Hand geboren, oder mit Rucksack auf dem Rücken, mit Spielzeug und Puppen. Diese Dinge sind im Laufe des vergänglichen menschlichen Lebens entstanden. Eines Tages werden auch sie mit dem Leben verschwinden.

Der Mensch muss sich von den Nebensächlichkeiten in seinem Leben befreien und sich nur auf das Wesentliche konzentrieren. Nur durch das Wesentliche kann er die große Wahrheit des Lebens erlangen. Die unwesentlichen Dinge sind Schmuck, von dem man sich befreien muss. Kann jemand, der in königliche Gewänder gekleidet ist, eine Krone auf dem Haupt trägt und goldene Ringe an den Händen hat, zu Gott beten? Selbst wenn er wollte, könnte er nicht fleißig beten. Seine Gedanken werden nur um den Schmuck und seine hohe Stellung kreisen. Um ernsthaft beten zu können und damit sein Gebet von Gott erhört wird, muss er, wie die Bibel sagt, auf seine hohe Stellung verzichten, seinen königlichen Rang vergessen und sein Haupt mit einem Sacktuch bedecken. Demut wird vom Menschen verlangt.

Um das Kleid der Demut anzuziehen, muss man also zunächst ein Bad nehmen. Demut bedeutet äußere und innere Reinheit. Man muss wissen, wie man sich angemessen kleidet und wie man sich entkleidet. Man muss wissen, wie man mit seinen neu geborenen Ideen und Wünschen umgeht. Viele glauben, sie seien schwanger, doch treiben sie ihre Ideen ab. Diejenigen, die ihre Ideen nicht abtreiben, wissen dann aber nicht, wie sie diese loslassen sollen und schleppen sie daher mit sich herum. Ohne die Bedingungen des Mutterleibs, ohne den Nährboden, auf dem die Ideen gedeihen können, sterben sie von selbst. Jede Idee muss in die Erde gepflanzt werden, damit sie wachsen und sich selbstständig entwickeln kann. Es besteht eine gewisse Beziehung zwischen den Ideen und demjenigen, der sie hervorgebracht hat, doch das bedeutet nicht, dass er sie ständig in sich behalten muss. Hat er sie einmal hervorgebracht, muss er sie nähren, ihnen Wasser geben und Früchte von ihnen ernten. Manche Menschen bringen Ideen hervor, die fruchtlos bleiben. Warum? Aus zwei Gründen: Entweder pflanzen sie die Pflanzen nicht in Böden, die für deren Entwicklung geeignet sind, oder sie geben sie zur Kultivierung an andere Menschen weiter.

Oft denken die Menschen nicht tiefgründig nach und reden, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Sie sagen: Der Mensch sollte gut, klug, ehrlich usw. sein. Wir sagen, dass der Mensch von Natur aus gut ist, aber jemanden finden muss, mit dem er in Harmonie sein kann. Wenn zwei harmonische Menschen zusammenkommen, stärken sie sich grgenseitig. Dann müssen sie zwei weitere Menschen finden, mit denen sie ebenfalls in Harmonie sein können. Die vier müssen vier weitere finden, mit denen sie ebenfalls in Harmonie sein können. Die acht müssen acht weitere finden usw. Wenn mehrere harmonische Menschen zusammenkommen, bilden sie eine harmonische Gemeinschaft bewusster, intelligenter Einheiten. Wo Intelligenz ist, ist auch Güte. Wenn die Menschen nicht in Harmonie zueinander stehen, können sie keine Verbindung zueinander aufbauen, sie können einander nicht als Seelen erkennen. Die wahre Bekanntschaft setzt eine Verbindung zwischen den Seelen voraus.

Was repräsentiert der Heilige Geist? In der Heiligen Schrift heißt es: „Gott ist Liebe, Gott ist Geist.“ Die religiösen Menschen meinen, Gott als Liebe und als Geist zu kennen, indem sie diesen Vers zitieren. Um Ihn zu erkennen, müssen sie Ihn lieben. Was sollen sie tun, wenn sie Ihn wirklich lieben? Was macht ein Mensch mit dem Brot? Er sagt, er isst gern Brot und isst es. Wenn ein Mensch Gott liebt, muss er also Seinen Willen tun. Handeln steht in Verbindung mit der Liebe. Auch zwischen Essen und Liebe besteht eine Verbindung. Was versteht man unter „Gottes Willen tun“? Gottes Willen zu tun bedeutet, alle Lebewesen zu lieben, die Gott geschaffen hat: Vögel, Säugetiere, Menschen, Götter und so weiter. In Gottes Bewusstsein existieren alle Vögel als ein einziger Vogel, alle Tiere als ein einziges Tier, alle Menschen als ein einziger Mensch, alle Götter als ein einziger Gott.

Wenn wir von den Göttern sprechen, meinen wir nicht Wesen, die der menschlichen Fantasie entstammen, sondern jene strahlenden und erhabenen Seelen, die auf die Erde kamen, um die Menschen zu lehren, was sie noch nicht wussten. Nach dem Sündenfall verließen die Götter die Erde und setzten an ihre Stelle Könige. Heute herrschen Könige über die Menschen. Doch es wird der Tag kommen, wenn die Könige weichen und die Götter wiederkehren werden. Das bedeutet, dass sich das Rad des Lebens gedreht hat. In der Heiligen Schrift heißt es, dass mit dem Ertönen der irdischen Posaune alle irdischen Reiche zu Reichen des Herrn, unseres Gottes, werden. Dies ist das Zeitalter, das kommen wird. Dann werden alle Menschen mit der göttlichen Welt in Berührung kommen. Das bedeutet, dass günstige Bedingungen für die Menschheit eintreten werden. Die Umstände, unter denen Christus auf die Erde kam, waren ungünstig, da der Saturn damals herrschte. Der Saturn konnte Christus weder bewahren noch war er Seiner Lehre förderlich. Doch seit Christi Zeit haben sich die Bedingungen gewandelt. Nun bricht ein neues Zeitalter auf Erden an – das schönste Zeitalter, das aus kleinen und großen Abschnitten besteht. Es ist das Zeitalter der Sonne – das Zeichen der Sonne. Es ist eine schöpferische Zeit, die günstige Bedingungen für Errungenschaften mit sich bringt. Wer die Gesetze der Sonne versteht, kann alles erreichen. Alle Menschen wenden sich mit den Worten „Sonne meiner Seele“ an die Sonne. So besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen der äußeren, physischen Sonne und der Sonne der Seele.

Als Schüler müsst ihr die Dinge klar verstehen. Wenn ihr zum Beispiel sprecht, müsst ihr die Bedeutung jedes Wortes kennen und es richtig verwenden. Was ist der Unterschied zwischen den Wörtern „Zuneigung“ und „Liebe“? Man kann einem Kranken zugeneigt sein und einen Gesunden lieben. Das Wort „Zuneigung“ bedeutet Mitgefühl, Barmherzigkeit. Liebe hingegen bedeutet das Streben eines Menschen nach Gott, nach dem Zentrum des Seins. Deshalb beginnt das Wort „Liebe“ mit dem Buchstaben „L“, der in Form eines Berggipfels geschrieben wird. Auf dem Weg zum Gipfel offenbart der Mensch all die schönen Eigenschaften und Tugenden seiner Seele – Barmherzigkeit, Mitgefühl usw. Doch in der Liebe gibt es auch eine Polarisierung, einen Abstieg. Dieser Abstieg ist notwendig, denn der Gipfel ist dunkel, und man kann dort nicht lange verweilen. Die menschliche und die engelhafte Liebe haben etwas gemeinsam, deshalb stellen wir die Liebe in Form zweier Gipfel dar, zweier miteinander verbundener Buchstaben „L“. Auf den beiden Gipfeln befinden sich der Mensch und der Engel. Um in Gemeinschaft zu treten, müssen sie hinabsteigen, denn es gibt keine Verbindung zwischen den Gipfeln. In Liebe aufzusteigen ist das eine, hinabzusteigen das andere. Als Liebender muss man notwendigerweise auf- und absteigen. Beim Aufstieg drückt man seine Sehnsucht aus, beim Abstieg verwirklicht man sie. Wer arbeitet, um seine Wünsche zu verwirklichen, wird unweigerlich Härten und Leid erfahren. Daher ist derjenige, der auf den Gipfeln weilt, immer glücklich; wer hinabgestiegen ist, ist unglücklich. Wenn zwei Menschen einander lieben, wird es immer einen Unglücklichen geben. Dieses Gesetz bestätigt sich überall im Leben. Wenn beispielsweise der Mann und die Frau in einer Familie einander lieben, wird ihr Diener unweigerlich leiden. Sie stehen auf den Gipfeln, und der Diener arbeitet unten. Wenn ihr also sagt, dass die Menschen unglücklich sind, werdet ihr wissen, dass die Ursache ihres Unglücks die Götter sind. Sie stiegen zu den Gipfeln hinauf, und die Menschen blieben unten, um für sie zu arbeiten.

Jemanden zu lieben bedeutet also, nach Höherem zu streben, aber gleichzeitig muss man wissen, wie man dieses Streben verwirklicht. Es genügt nicht, dass man sich nur nach Essen sehnt, man muss auch wissen, wie man isst. Isst man viel und falsch, begeht man ein Verbrechen; bleibt man hungrig und isst nicht genug, begeht man ebenfalls ein Verbrechen. Man sollte weder zu viel noch zu wenig essen. Dasselbe gilt für die Liebe: Verlangt man mehr von jemandem, als er geben kann, begeht man ein Verbrechen; ist man gleichgültig und verlangt weniger, als er geben kann, begeht man ebenfalls ein Verbrechen. Jeder Mensch ist verpflichtet, Beziehungen zu seinen Mitmenschen zu pflegen, doch diese Beziehungen sollten freiwillig und aus Liebe entstehen. Jede Kerze spendet nur eine bestimmte Menge Licht. Verlangt nicht mehr Licht von einer Kerze, als sie euch geben kann. Als Schüler müsst ihr richtig und weise leben. Dazu braucht es eine innere Norm, einen inneren Maßstab, an dem ihr eure Handlungen misst und sie als richtig oder falsch einstuft. Man kann seine Beziehungen nicht einfach so in Ordnung bringen. Dass eure Beziehungen und Handlungen heute so sind, wie sie sind, ist das Ergebnis jahrtausendelanger Arbeit. Egal wie viel ihr heute weint und betet, eure Töchter und Söhne werden das sein, was ihr geschaffen habt. Sie können sich nur dann selbst bessern, wenn sie es selbst wollen und beginnen, selbstständig zu handeln. Ihr Wunsch nach selbständiger Arbeit wird von ihrem Bewusstsein bestimmt.

Wenn ein Mensch kein Verlangen danach hat, sich mit der Ersten Ursache, mit der vernünftigen Welt zu verbinden, und nicht bewusst an sich selbst arbeitet, bleibt er, wie er ist. Wir sehen Beispiele im Leben, sowohl bei Einzelnen als auch bei ganzen Völkern. Wer an sich gearbeitet hat, ist den anderen voraus. Das Christentum hat in einer Hinsicht viel bewirkt, in einer anderen jedoch hinkt es hinterher. Einst waren die Menschen grausamer, heute sind sie barmherziger. Doch einst, als sie kämpften, nutzten sie natürliche Mittel, und es gab weniger Tote. Heute, da die Wissenschaft viele Möglichkeiten zum Töten entdeckt hat, töten Millionen von Menschen einander. Und dann wird behauptet, die gegenwärtigen Völker seien kultiviert. Das ist keine wahre Kultur. Was hat das Christentum in dieser Hinsicht bewirkt? Der Fehler liegt nicht in den Prinzipien des Christentums, sondern im Menschen selbst, der die Energien des Christentums missbraucht, anstatt sie zum Guten einzusetzen. Christus kam auf die Erde, um den Menschen zu zeigen, wie sie leben sollen. Er öffnete die Tür zur Hölle und befreite alle Gefangenen, indem Er ihnen einen neuen Weg aufzeigte. Anstatt diesen Weg zum Guten zu nutzen, missbrauchten sie ihn zum Bösen. Sie übertrugen die Lehren der Hölle auf die Erde.

Es gibt in der Welt die Voraussetzungen für die Aufrichtung der Menschheit. Die beiden Seiten des Buchstabens „L“ zeigen, dass sich im Menschen eine Spaltung vollzieht. Dennoch strebt er weiterhin nach dem Höchsten – dem gemeinsamen Interesse der beiden Seiten des „L“ – dem Zentrum der Verschmelzung. Daraus schließen wir: Wenn Geist und Denken nicht im Höchsten verschmelzen, denkt der Mensch nicht richtig. Fehlt die Verschmelzung von Geist und Verstand einerseits und von Seele und Herz andererseits, erfährt der Mensch besondere Einschränkungen in seinem Denken und Fühlen, die ihm Leid zufügen. Er leidet, quält sich, ohne den Grund zu kennen. Du willst dich von diesem Leid befreien, aber es gelingt dir nicht. Damit ihr nicht unnötig leidet, sage ich: Leiht euch kein Geld von Reichen, die nicht die innere Bereitschaft zum Geben haben. Nehmt keine Menschen in euer Haus auf, denen ihr nicht dienen könnt. Diese Menschen brauchen Geld, und ihr werdet mit ihnen über Gott reden. Sie werden versuchen, euch auszunutzen. In beiden Fällen entsteht in euch eine gewisse Disharmonie, gegen die ihr nichts tun könnt.

Eines solltet ihr wissen: Geld spaltet die Menschen, es vereint sie nicht. Wo es Streit um Geld gibt, entstehen unweigerlich Missverständnisse. Wenn dich jemand um Geld bittet, wird es mit Sicherheit zu Problemen kommen. Willst du jemandem einen Gefallen tun, schicke ihm einen bestimmten Betrag, ohne dass er weiß, woher das Geld kommt. Weiß er es, wird er ein zweites und drittes Mal kommen und um Geld bitten, was dich nur verärgern und deinen inneren Frieden stören wird. Anders sieht es aus, wenn ein reicher Mann eine Quelle des Reichtums ist. Tausende mögen ihn um Geld bitten, und er kann alle zufriedenstellen, ohne seinen Frieden zu verlieren. Im menschlichen Leben gibt es Unterbrechungen und Mangel, im Göttlichen hingegen Kontinuität und ewigen Überfluss. Seid euch dessen bewusst und achtet aufeinander. Deshalb sage ich, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen vernünftig sein sollten. Wenn ihr jemandem begegnet, achtet darauf, wie ihr ihn anseht, wie ihr ihm die Hand gebt und was ihr zu ihm sagt. Eure Einstellung ihm gegenüber bestimmt seine Zuneigung oder Abneigung euch gegenüber. Wenn ihr jemanden mögt, trefft euch mit ihm und sprecht mit ihm; wenn ihr ihn nicht mögt, versucht nicht, ihm eure Zuneigung zu zeigen. Das wäre Heuchelei. Es ist besser, diesem Menschen aus dem Weg zu gehen, als vor ihm heuchlerisch zu sein. Wenn eure Weinschläuche alt sind, füllt keinen neuen Wein hinein. Alter Wein in alte Schläuche und neuer Wein in neue. Anders gesagt: Mit der neuen Hochzeitskleidung könnt ihr nur zu einer Hochzeit gehen, mit der alten Arbeitskleidung nur zur Arbeit. Manche glauben, dass sie im Himmel mit Musik und Gesang empfangen werden, Kränze aufgesetzt bekommen und ein Leben in vollkommener Glückseligkeit verbringen werden. Das kann auch sein, jedoch kurz, wie auf einer Hochzeit. Du kannst ein, zwei, drei Tage, höchstens eine Woche lang Hochzeitsgast sein. Dann legst du deine Hochzeitskleidung ab und gehst wieder an die Arbeit. Im Himmel kann man einige Jahre verbringen, höchstens 50, und dann wird man auf die Erde gesandt, um alles Gelernte anzuwenden. Was ein Mensch im Himmel gelernt hat, zeigt sich daran, wie er es auf Erden umsetzt. Man hat schon viel gelernt, aber es gibt noch viel zu lernen.

Das Wissen von heute gilt nur für heute; der morgige Tag braucht anderes Wissen. Die Liebe von heute ist wichtig für heute; der morgige Tag braucht eine andere Liebe. Die Sonne wärmt nur heute; der morgige Tag braucht andere Wärme. Jeder Tag braucht eine bestimmte Wärme der Sonne. Das sollte euch nicht beunruhigen, sondern ihr solltet wissen, was von euch verlangt wird. Wenn ihr nach einem bestimmten Wissen sucht, müsst ihr wissen, warum ihr es sucht. Heute suchen alle Menschen Christus auf ihre Weise. Jeder wünscht sich etwas von Ihm. Der Prediger sucht Christus, um von Ihm Licht zu empfangen, um das Wort besser zu verstehen, es eloquent zu verkünden und mehr Zuhörer zu gewinnen. Der Arzt sucht Christus, um von Ihm mehr Kraft zu erlangen und ein angesehener Arzt zu werden. Die Mutter sucht Christus, damit sie mit Seiner Kraft schöne und gesunde Kinder großziehen kann, damit die Menschen staunen, dass sie solche Kinder geboren hat. Das ist an sich nicht schlecht, doch im Kern dieser Suche nach Christus liegt Gewinnsucht. Sie gibt dem Leben keinen Sinn. Was hat die Mutter mit ihrer Gewinnsucht erreicht, wenn ein junger Mann kommt und ihr ihre gesunde und schöne Tochter wegnimmt? Er wird sie für sich behalten. Es ist verständlich, dass die Mutter Christus sucht, um gute Söhne und Töchter zu erziehen, die zusammen mit ihren geliebten Menschen die beiden Gipfel der Barmherzigkeit und des Mitgefühls bilden werden.

Wer also die Kräfte Christi weise nutzen will, der entsage dem alten Leben, das Zwietracht, Missverständnisse und Unglück in die Welt gebracht hat. Der Mensch braucht ein neues Leben, eine neue Liebe. Diese neue Liebe bringt Fülle in die Welt. Wo Fülle herrscht, gibt es keine Zwietracht, keine Missverständnisse, kein Unglück, krine Krankheiten usw. Die neue Liebe schafft Harmonie zwischen den Menschen. Die Harmonie setzt Komplementarität voraus. Daher müssen sich die Menschen ergänzen wie der Geiger mit seiner Geige, der Schriftsteller mit seiner Feder, der Verstand mit den Gedanken, die aus der göttlichen Welt kommen, das Herz mit den Gefühlen, die aus der geistigen Welt kommen. Verstand, Herz, Lunge, Magen, Hände und Füße des Menschen erfüllen ihren Dienst in dem Maße, wie sie von der erhabenen Welt abhängig sind. Alles in der Welt hat Bedeutung, insofern es etwas Göttliches in sich birgt.

Man küsst oft die Hände von Älteren und Kindern. Was bedeutet ein Kuss? Hat es überhaupt einen Sinn, jemandem die Hand zu küssen, und wann sollte man es tun? Der Mund mit seinen beiden Lippen – Ober- und Unterlippe – ist ein Tor, durch das die Energien der Natur fließen. Wenn der Verstand und das Herz eines Menschen im Einklang sind, ist ein Kuss angebracht. Besteht jedoch Disharmonie zwischen beiden, sollte man nicht küssen. Ein solcher Kuss bringt nicht nur nichts Gutes, sondern stiftet auch Unheil und Kummer. In der Bibel heißt es: „Küsst einander mit einem heiligen Kuss.“ Ein heiliger, gesegneter Kuss kommt von einem Menschen, in dem alles im Einklang ist.

Wenn ich vom Kuss spreche, meine ich die Gesetze, die auf Erden gelten. Wenn ein Engel zur Erde herabsteigt, küsst er nur den Heiligen. Wenn er jeden Menschen küssen muss, legt er sein feuriges Schwert zuvor an die Stelle, wo er ihn küssen will. Nachdem er die Stelle gründlich gereinigt hat, küsst er ihn. Der Kuss eines Engels bringt etwas Neues, Strahlendes, Erhabenes in die menschliche Seele. Man fühlt sich erneuert und gereinigt. Man muss nach dem Göttlichen streben, um die göttlichen Energien in sich zu erwecken. Was die Welt über euch sagt, ist unwichtig. Das bedeutet nicht, dass ihr die Welt hassen und ignorieren, sondern dass ihr euch nicht mit ihr abgeben solltet. Strebt danach, Gott zu gefallen, nicht den Menschen. Wenn ihr Gott gefallen könnt, werdet ihr auch den Menschen gefallen. Wenn ihr Gott nicht gefallen könnt, könnt ihr niemals den Menschen gefallen. Indem ihr Gott gefallt, werdet ihr stark, gesund und intelligent sein. Und die Welt braucht solche Menschen. Wenn sie sieht, dass ihr gesund, stark und intelligent seid, wird sie euch einen entsprechenden Platz geben. Findet sie etwas Disharmonisches oder Schmerzhaftes an euch, wird sie euch sofort in Krankenhäuser und Gefängnisse einweisen. Befindet ihr euch dann in einem Gefängnis zwischen vier Wänden, werdet ihr lange und inständig zu einem Engel des Herrn beten, der euch von euren Fesseln befreit und euch die Freiheit schenkt.

Heute möchte ich euch zum Weihnachtsfest eine Regel mitgeben, die ihr befolgen solltet: Seid zufrieden in eurer Unzufriedenheit. Wenn euch gegenteilige Gedanken in den Sinn kommen, lasst euch nicht beirren. Zufriedenheit in der Unzufriedenheit haben ist ein innerer Prozess. Ein äußerlich sanftmütiger Mensch ist noch nicht zufrieden. Man kann leise, kaum hörbar, sprechen, ohne sanftmütig zu sein. Ein anderer spricht laut, ist aber in Wahrheit sanftmütig. Wenn er weit weg ist, spricht er natürlich laut. Ihr müsst hören, was er sagt. Ein Mensch kann auf verschiedene Weise sprechen: mit dem Mund, mit den Augen, mit dem Kopf, mit verschiedenen Bewegungen. Wie auch immer ihr mit jemandem sprecht, es ist wichtig, das Göttliche in jedem Blick, in jeder Bewegung zu erkennen. Wenn auch ihr das Göttliche in euch zum Ausdruck bringt, ist das Gespräch richtig.

Wenn also zwei Menschen miteinander sprechen, müssen sie jeweils  erkennen, ob das Menschliche oder das Göttliche in ihnen zum Ausdruck kommt. Manchmal vollführt ein Mensch, ohne es zu bemerken oder zu verstehen, Bewegungen, die ihn in Widerspruch zu den Kräften der Natur bringen. Jemand kniet beispielsweise nieder und betet so zu Gott. Er weiß nicht, dass er durch das Knien in Einklang mit der Erde und in Widerspruch zum Himmel tritt. Ein anderer hebt die Hände und betet. Diese Handhaltung zeigt, dass er nicht weiß, was er tun soll. Das ist kein Gebet. Die Bewegungen des Menschen müssen harmonisch sein. Dies gelingt nur, wenn er mit der erhabenen vernünftigen Welt verbunden ist.

Wer sich also der Kontemplation hingeben möchte, sollte aufrecht stehen, die Arme seitlich am Körper, den rechten Fuß leicht nach vorn gestellt. Diese Haltung symbolisiert die Verbindung zur erhabenen Welt, aus der intelligente Wesen herabsteigen, um ihm zu helfen. Bewegung, Übungen, die Aktivierung der Glieder sind notwendig. Doch das allein genügt nicht. Es bedarf Übungen, die einem etwas bringen. Bewegung ohne Gewinn ist sinnlos. Die Türken sagen: „Wer nicht gewinnt, verliert.“ Ganz natürlich. Bewegungen, die keine Energie hinzufügen, führen zu Verlust. Statt Energie zuzuführen, verbraucht man sie. Daher empfiehlt sich ein reines, harmonisches Leben, begleitet von rhythmischen und korrekten Bewegungen.

Als Schüler solltet ihr bestimmte Regeln beachten. Morgens nach dem Aufwachen sollte es eure erste Aufgabe sein, euch mit Gott zu verbinden, von dem helle und erhabene Gedanken und edle Gefühle kommen. Sind eure Gedanken und Gefühle erhaben, werden eure Bewegungen harmonisch sein. Verliert euch nicht in gewöhnlichen menschlichen Gedanken, die wie ein Hammer sind, der unaufhörlich schlägt und zerstört. Ein Hammer, der unaufhörlich schlägt, ein Messer, das unaufhörlich schneidet, verschleißt mit der Zeit. Gebt solchen Hämmern und Messern nicht nach. Wenn ihr eure Energie wahllos in einem inneren Kampf vergeudet, wird euer Leben sinnlos. Das wahre Leben besteht nicht im Energieverbrauch, sondern im Aufbau und Erwerb. Das wahre Leben gründet sich auf Liebe. Wo die Liebe herrscht, herrschen erhabene Gedanken und Freiheit. Wer sich einmal mit der Liebe verbunden hat, muss diese Verbindung schützen, nicht zerstören. Die Verbindung mit der Liebe ist eine der stärksten Strömungen der Natur. Sie ist eine Welle, die den Menschen erhebt und veredelt.

Wenn die Menschen von Liebe sprechen, meinen sie die irdische Liebe. Lasst euch nicht auf die irdische Liebe ein. Selbst wenn ihr sie nicht wollt, wird sie sich zeigen, aber provoziert sie zumindest nicht bewusst. Wenn sich im Wasser Ablagerungen befinden, setzen sie sich von selbst ab. Ihr solltet vernünftig sein und das Wasser nicht trüben. Als Dchüler müsst ihr an euch selbst arbeiten, euch reinigen. Sich zu reinigen bedeutet, einen gesunden Zustand des Körpers zu erreichen, in dem sich alle dunklen Gedanken und negativen Gefühle absetzen und ausgestoßen werden. Nur in diesem Zustand kann man gut und erfolgreich arbeiten.

Sich zu reinigen bedeutet nicht, seine negativen Erscheinungen zu betrachten und sich selbst zu verurteilen. Das ist Pathologie, die schmerzhafte Seite des menschlichen Lebens. Die Pathologie ist eine Wissenschaft für starke Menschen. Sie gehört längst der Vergangenheit an. Ihr müsst euch mit der positiven Seite des Lebens auseinandersetzen, die sich förderlich auf den menschlichen Körper auswirkt. Ein gesunder Mensch bringt seine Liebe und seinen Glauben richtig zum Ausdruck. Wenn er Christ ist, versteht er die Liebe so, wie Christus sie gepredigt und gelebt hat. Christi Liebe lässt keinen Zweifel zu. Wenn du deinen Freund liebst, wirst du ihm bedingungslos vertrauen. Wenn du ihm vertraust, wird er dir vertrauen. Viele halten Christi Lehre für unanwendbar. Wenn Christus vor zweitausend Jahren auf die Erde kam und die Lehre der Liebe verkündete, warum sollte sie zweitausend Jahre später nicht mehr gelten? Auch heute noch kann ein Mensch gut und liebevoll sein – es liegt an ihm selbst. Die Güte, die Wahrheit und die Liebe sind dem Menschen von Anbeginn an gegeben. Es gibt keinen Grund, dass der Mensch erdt heute gut oder liebevoll wird. Heute muss er nur das zum Ausdruck bringen, was in ihm veranlagt ist. Reichtum und Segen sind im Menschen selbst angelegt, und er sucht sie außerhalb von sich. Warum? Weil er nicht in seine Seele, seinen Verstand und sein Herz geblickt hat, um sie dort zu finden. Solange er auf Erden ist, erwartet er, das Gesuchte irgendwo im Himmel zu finden. Wenn er in den Himmel kommt, sieht er, dass es auch dort nicht ist. Er fragt sich, wo sein Reichtum ist: Er ist weder auf Erden noch im Himmel. Wo ist er? In ihm selbst.

Man muss ein wachsames Bewusstsein haben, die Dinge seiner Zeit beobachten und keinen Augenblick verpassen. Wer sein ganzes Leben nur mit Suchen vergeudet, hat nichts gewonnen. Es wird der Tag kommen, an dem man bereut, die guten Zeiten des Lebens verpasst zu haben. Einerseits musst du suchen, andererseits lernen und anwenden. Warte nicht auf Perfektion, um dich dann zu manifestieren. Liebe die Menschen heute so sehr wie nur möglich; morgen wirst du sie noch mehr lieben, indem du deine Liebe vertiefst. Wenn du einen Menschen liebst, genügt es nicht, ihn nur zu küssen, sondern du wirst sehen, was er braucht, um glücklich zu sein. Wenn du ein armes Kind liebst, kannst du es streicheln und küssen, aber gleich danach müsdtest du ihm zu essen und Bücher geben, aus denen es lernen kann. Wenn du die Seele dieses Kindes glücklich machst, wirst auch du glücklich sein. Wenn du glücklich bist, wird auch Gott glücklich sein.

Ich wünsche euch jetzt,  dass Christus in euch geboren wird. Das nenne ich die Weihenacht. Ihr lebt in einem sehr wichtigen Zeitalter. Ihr habt wohl noch nie in einem wichtigeren Zeitalter gelebt als in dem heutigen. Seit zweitausend Jahren gab es keine günstigeren Bedingungen als die jetzigen. Das gegenwärtige Zeitalter bietet günstige Voraussetzungen für Errungenschaften und Erwerb von Gutem.

Merkt euch also Folgendes: Der Pessimismus entstand in der vorchristlichen Welt, zur Zeit des Saturns. Als der Mars Einfluss auf die Erde hatte, lernten die Menschen zu kämpfen und Kriege zu führen. Unter dem Einfluss des Jupiters entwickelten sie verschiedene religiöse Systeme und Theorien über die persönlichen Gefühle und die Würde des Menschen. Unter dem Einfluss der Venus lebten die Menschen die Liebe zwischen Mann und Frau. Der Mond lehrte sie die Fantasie. Der Merkur lehrte sie Ordnung und Systematik in ihre Finanzen und Handelsbeziehungen zu bringen. Heute übt die Sonne einen starken Einfluss auf die Erde aus. Sie lehrt die Menschen, richtig zu leben und den Willen Gottes auf Erden zu erfüllen. Alle Planeten haben zwei Seiten ihres Einflusses: eine gute und eine schlechte. Doch in der Sonne ist alles gut.

Als Schüler müsst ihr dem Weg der Sonne folgen. Wandelt alles Schlechte und Negative in euch in Gutes um. Nutzt dazu die Energie der Sonne. Bringt alles Schlechte, was ihr aus der Vergangenheit mit euch tragt, in die Strahlen der Sonne, damit es sich in Gutes verwandelt. Lasst euch nicht entmutigen. Wissr, dass die Bedingungen, die ihr heute auf Erden vorfindet, sehr günstig sind. Wenn ihr sie nicht nutzt und in den Himmel geht, werdet du nichts erreichen. Ihr werdet euch in einer völlig fremden Welt wiederfinden, in der ihr euch nicht orientieren könnt. Egal wie viel Zeit euch auf Erden noch bleibt, nutzt sie so, dass ihr euch mit den Energien der Sonne verbindet und eine Verbindung zwischen eurem gegenwärtigen und zukünftigen Leben herstellt. Wenn ihr diese Verbindung herstellt, werdet ihr, wenn ihr in den Himmel geht, auf die dortigen Bedingungen vorbereitet sein. Wenn ihr euch auf die intelligente Welt vorbereitet, werdet ihr die Erde in einer hellen, feurigen Kutsche verlassen, begleitet von zwei Engeln. Dort werden sie euch mit Gesang und Musik empfangen und euch das gesamte Universum zeigen, damit ihr Gottes Schöpfung sehen könnt. Bis zum Anbruch des neuen Zeitalters werdet ihr auf Erden leben, wo der Erzengel Michael mit seinem feurigen Schwert herrscht. Noch lange wird das Schwert des Erzengels Michael eine wichtige Rolle auf Erden spielen. Wo immer dieses Schwert berührt, wird es reinigen. Im persönlichen, familiären, gesellschaftlichen und nationalen Leben vollzieht sich ein gewaltiger Umbruch, wie er noch nie zuvor stattgefunden hat – doch alles wird zum Guten führen. Warum? Weil die Bedingungen des gegenwärtigen Zeitalters äußerst günstig sind. Ihr werdet sie selbst erleben und euch von der Wahrheit meiner Worte überzeugen.

Wenn ihr morgens erwacht, sagt zu euch selbst: Gott herrscht nun auf Erden und regiert die Welt. Christus regiert nun. Der Erzengel Michael regiert auch und reinigt die Welt mit seinem Feuerschwert. Es wird nicht viel Zeit vergehen, bis alle Reiche der Erde zu den Reichen des Herrn werden. Die Zeit kommt, und sie ist bereits da, da es nur noch eine Herde und nur noch einen Hirten auf Erden geben wird.

Geheimes Gebet

– Nur die offenbarte Liebe Gottes, nur die offenbarte Weisheit Gottes, nur die offenbarte Wahrheit Gottes bringen volles Leben.

Was bedeuten die Worte „Ich habe gesagt“?

Oft verwendet der Meister in seinen Vorträgen und Gesprächen den Ausdruck „Ich habe gesagt“, der vielfalls als ein rein stilistisches Mittel der Hervorhebung interpretiert wird. Allerdings haben diese Worte eine tiefere Bedeutung, wie der folgende Auszug aus den Erinnerungen von Galilei (Gavrail) Velitschkov zeigt.

In einem Gespräch mit einem großen Freundeskreis während der Schulferien erzählte der Meister, wie ihn die vielen Fragen zu seinen öffentlichen Vorträgen und den Vorträgen vor der okkulten Klasse überwältigten. Er ordnete die Fragen wie folgt:

1. Warum haben Sie den Vortrag als Form der Verkündigung des Wortes gewählt?

2. Glauben Sie nicht, dass das Wort in der dynamischen Form von Prosa oder Poesie überzeugender wirken würde?

3. Warum gestalten Sie Ihre Vorträge für die okkulten Klassen nicht nach den Regeln von Professoren und Lehrern, sodass sie dynamisch sind und bestimmte pädagogische Schlussfolgerungen beinhalten?

4. Warum vertreten Sie in Ihren Vorträgen so oft Ansichten, die der modernen Menschheit fernstehen?

5. Warum verwenden Sie Begriffe aus alten und historisch unbekannten Sprachen?

6. Warum stützen Sie Ihre Vorträge so selbstsicher auf Texte aus den Heiligen Schriften – der Bibel und den Evangelien, die vor Jahrhunderten von den israelischen Propheten und Jüngern Christi verfasst wurden?

7. Woher stammen die unzähligen Beispiele, Geschichten, Erzählungen, Legenden und Mythen, die Eingang in die Vorträge gefunden haben?

Der Meister fuhr fort: „Solche Fragen werden mir nicht nur von euch gestellt, die ihr mir zuhört, oder von denen, die der Lehre freundlich gesinnt sind, sondern auch von anderen, die ihre negative Meinung nicht verbergen, uns offen ablehnen und sich gegen uns stellen.“„All jene, die mir aufmerksam zuhören oder die Haltung von Opponenten einnehmen, kennen die wichtigste Voraussetzung nicht: Sie kennen mein Publikum nicht, erkennen seine vielschichtige Zusammensetzung nicht und nehmen meinen Dialog mit den Anwesenden nicht wahr. Ich stehe vor einem wunderbaren Hörsaal, unbekannt und unergründlich in seiner Zusammensetzung und seinem Bewusstseinszustand, der abgestuft und deren Stufen stark variieren. Vor mir stehen nicht nur ihr, die ihr mir zuhört. Vor mir stehen eure Seelen, die den direkten Kontakt zu mir seit langer Zeit, seit Jahrhunderten, unterbrochen haben. Und eure Seelen sehnen sich nach neuen Gedanken und Ideen, die der gegenwärtigen Entwicklung entsprechen.

Sehr oft stehen vor mir eure Ahnengeister, die viele ungelöste Probleme haben. Auch ihr Leben ist dynamisch, und sie brauchen Kenntnisse, um die vielen ungelösten Probleme zu bewältigen, die sich während ihres irdischen Lebens angesammelt haben. Und zusammen mit einer großen Anzahl verstorbener Seelen stehen vor mir Prediger, Adepten und Heilige, die sich jahrhundertelang der Suche nach der Wahrheit gewidmet haben. Und sie wünschen sich nun Klarheit über viele falsch gewählte und irreführende Ideen, die zur Ursache für das Straucheln der Menschheit auf ihrem Weg geworden sins. Diese Geister sehnen sich nach einem neuen Verständnis, sie suchen nach einem Weg, ihre Fehler zu korrigieren, denn auch sie sind verantwortlich und müssen für die Täuschung der Menschheit büßen, die begangen wurde.

Vor mir steht nicht nur ihr, sondern es stehen alle verstorbenen Seelen der gesamten Menschheit, die den Weg zur Wahrheit suchen. Es ist nicht leicht, die Wahrheiten in menschlichen Worten auszudrücken. Nicht zufällig habe ich die bulgarische Sprache gewählt, um sie zu übermitteln. So wie ihr mit Notizbüchern und Blöcken auf den Stühlen im Saal sitzt und schreibt, so habe ich über euch ein unsichtbares Publikum, das nach seiner Entwicklung in Etagen angeordnet ist. Sie hören besser zu als ihr. Hier ist die Antwort auf die Frage, warum ich das Gespräch als Form meines Wortes gewählt habe: Ich führe ein Gespräch mit euch, mit euren Seelen, ich beantworte eure Fragen, die ihr mir im Stillen stellt. Ich führe ein Gespräch mit allen Vetretern der unsichtbaren Schule und ihren unzähligen Etagen über euch.Ich unterhalte mich durch diese Vorträge mit den Bewohnern der unsichtbaren Welt mit ihren Vertretern der Engelshierarchien; auch ihnen muss die göttliche Weisheit übermittelt werden. Ihr lauscht und staunt über mein Wort, dessen hohe Dimension der Menschheit unbekannt ist und durch Symbole vermittelt wird, die auch euch unverständlich sind. Dieses Wort ist für sie bestimmt, für die Bewohner der Engelwelten. Ich spreche zu allen. Ich unterhalte mich mit allen. Der göttliche Geist, der sich nun offenbart, verkündet ein Wort, das neue Seiten im Leben des Seins enthüllt. Wenn Ich durch Symbole spreche, umfasst das Wort die Entwicklung aller Seelen, umfasst und deutet auf den Aufstieg aller Geister hin. Dieses Wort erschafft die neue Menschheit, die kommen wird. 

Wenn das Wort verkündet werden soll, sage ich gewöhnlich: „Ich habe gesagt.“ Wenn ich die Worte „Ich habe gesagt“ ausspreche, beginnt der Geist des Wortes durch meinen Mund zu sprechen. So taten es auch die Propheten. Sie sagten: „Und das Wort des Herrn erging an mich.“ An anderer Stelle heißt es: „Und der Herr sprach.“ Es gibt noch andere Formen. Doch immer gibt derjenige, der das Wort Gottes verkündet, den Zuhörern bekannt, dass dies nicht sein Wort ist, sondern das Wort des Herrn.Und nun, wenn ich zu euch spreche und das Wort des Herrn verkünden muss, sage ich „Ich habe gesagt“, und dann berichte ich, was gesagt werden muss. So beginne ich auch den Vortrag. Doch die Stenografen entschieden, dass dies kein literarischer Ausdruck sei und strichen ihn. Und das war ihr Fehler. Wäre er erhalten geblieben, hättet ihr deutlicher verstanden, dass dies nicht meine Worte sind, sondern das Wort des Geistes, der in mir wohnt und sich durch den Geist Christi manifestiert und durch den Geist des Herrn offenbart. Dann wäre verständlich geworden, dass mein Wort von der göttlichen Trinität – dem Heiligen Geist, dem Geist Christi und dem Geist des Herrn – geschaffen ist.“Wir gehören zu den wenigen Auserwählten vor dem Meister und lauschen dieser Offenbarung über das Wesen seines Wortes. Da verstand ich, was der Vortrag des Meisters als Kommunikationsform darstellt. Und durch mein Leben und die Erfahrungen der Schüler der Schule gewann ich eine klare Vorstellung davon, was der Vortrag des Meisters bedeutet, wenn sich sein Wort als Licht und Helligkeit manifestiert und als Kraft und Leben offenbart. (S. 183, „Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 4, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993)

El Shaddai

In ca. 1400 m Höhe steht am Nordhang des Witoscha-Gebirges oberhalb des Bezirks Dragalevzi der Hauptstadt eine Felsenformation, auf der sich einst eine thrakische Kultstätte befand. Das Heiligtum wurde auf dem Felsen um die Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. vom thrakischen Stamm der Serden (серди, nach denen auch die heutige Stadt Sofia benannt wurde, deren alter Name Serdica lautet) erbaut und dem Sonnengott geweiht. Es enthielt Opfergruben, die heute noch sichtbar sind.

El Shaddai heute …

... und zur Zeit des Meisters

Als der Meister Beinsa Douno seine Schüler zu Ausflügen ins Witoscha-Gebirge führte, wurde die Gegend am Felsen oft als Biwak- und Rastplatz benutzt. In der Nähe hat der Meister eine Quelle entdeckt, die heute noch gutes Bergwasser spendet. Später gab er dem Ort den Namen „El Shaddai“ und sagte in einem Gespräch: „Das Lager wird El Shaddai heißen, was Der wahre Zeuge bedeutet.“ (El Shaddai ist der wichtigste Name, unter dem Gott im Zeitalter der Stammväter der Israeliten bekannt war. In der Septuaginta-Übersetzung der Bibel wird El Shaddai mit dem griechischen Pantokrator „der Allmächtige“ wiedergegeben.)

Am Felsen wurden viele Gespräche geführt, bei denen der Meister auf Fragen antwortete oder kurze Vorträge über bestimmte Themen hielt. Bojan Boev, der die Worte des Meisters stenografiert hat, verdanken wir die Möglichkeit, Einblicke in die Atmosphäre und Gesprächsthemen zu erhalten. Im Buch „Gespräche am El Shaddai“, dem folgender Auszug entnommen ist, sind viele dieser Gespräche enthalten.

Der Berg 

Heute ist das Fest der Verkündigung. Wir haben mit dem Meister einen Ausflug ins Witoscha-Gebirge gemacht. Es war ein unvergesslicher Tag, ein neues, strahlendes Kapitel in unserem Leben. Wir tanzten Paneurhythmie auf der Wiese bei El Shaddai. Einige Brüder und Schwestern begleiteten uns mit ihren Instrumenten. Wir unterhielten uns mit dem Meister und aßen anschließend gemeinsam zu Mittag. Gegen 16 Uhr beteten wir und machten uns auf den Rückweg. Unterwegs hielten wir an wunderschönen Wiesen, und der Meister teilte stets interessante Gedanken mit uns. Vor uns erstreckten sich das Sofia-Feld, der Balkan, das Plana-Gebirge und die Höhen des Losen-Gebirges. Zurück in Izgreva erwartete uns wie immer Kartoffelsuppe im kleinen Salon. Nach dem Abendessen sangen wir Lieder, begleitet von Klavier und Geige. Das Gebirge hatte uns erfrischt, unsere Gesichter strahlten Heiterkeit aus und waren ein wenig von der Sonne gebräunt. Es kam die Frage nach dem Sinn von Ausflügen in die Berge auf. Der Meister sagte:

– Die Bergorte sind voller Energie. Sie sind gesegnet. Seid dankbar, dass heute ein guter Tag ist. Denkt nicht an die Zukunft.

Witoscha ist sehr dynamisch. Es ist ein Akkumulator riesiger elektromagnetischer Kräfte. Wenn es den Schwarzen Gipfel nicht gäbe, würde Sofia die Hälfte seiner Schönheit verlieren. Magere Menschen können, wenn sie krank sind, an Bergen besser behandelt werden, dicke Menschen dagegen an niedrigen Orten. An bergigen Orten gibt es mehr Elektrizität, im Tiefland gibt es mehr Magnetismus. In den Bergen gibt es im Allgemeinen Vorräte an elektromagnetischen Energien. Die Ägypter bauten ihre Pyramiden, weil sie keine Berge hatten. Für das Denken sind bergige Orte  erforderlich. Die Pyramiden erfüllen die Rolle der Berge. Von wie weit hat man Steine für ihren Bau geholt!

Ich führe euch in die Berge, um euch das Leben beizubringen. Es ist jetzt April. Zu dieser Zeit gibt es viel Prana in den Bergen. Nehmt euch davon! Jetzt gibt es reichlicher Prana als in den anderen Jahreszeiten. Im Frühjahr gibt es eine Welle von Prana, und da die Vegetation noch nicht erwacht ist, braucht sie weniger davon, und es bleibt Prana übrig. Die Wurzeln wachen früher als andere Teile der Pflanze auf. Sie verschlingen ein wenig von dem Prana, das an ihnen vorbeigeht und an der Oberfläche herauskommt. Wenn die Vegetation dann aufwacht, absorbiert sie eine größere Menge Prana. Daher sind die Ausflüge im Februar, März und Anfang April sehr nützlich, solange sich die Vegetation noch nicht entwickelt hat. 

– Welchen Einfluss hat der Berg auf das geistige Wachstum des Menschen?

 – Die Berge sind Akkumulatoren. Der Mensch stellt einen Transformator dar. Wenn du in die Berge gehst, musst du wissen, wie du die Energie, die sie dir spenden, transformieren kannst. Wenn du sie nicht transformierst, hast du keinen Gewinn. Alles ist im Transformieren. Wenn du eine Energie transformierst, bekommst du Leben. Und wenn es keine Transformation gibt, bleibt die Energie in einem latenten Zustand. 

In der geistigen Welt stellt der Zweifel Steine dar. Wenn du zu einem Stein kommst, kannst du darüber stolpern und hinfallen. Wenn du zum Stein kommst, leg ihn beiseite und gehe an ihm vorbei. Ein solcher Spaziergang in den Bergen ist von großer Bedeutung. Du siehst einen Stein, legst ihn beiseite und setzt deinen Weg fort. Genauso einfach könnt ihr den Zweifel aus eurem Bewusstsein beseitigen. 

Auch andere Elemente des Berges können als Symbole betrachtet werden. Zum Beispiel könnt ihr in den Bergen Symbole für die Barmherzigkeit, die Liebe, für alle positiven und negativen Dinge finden. Der Berg hat auch eine andere Bedeutung für das spirituelle Wachstum: manche negativen Zustände, in denen ihr euch befindet, können verschwinden, wenn ihr den Berg besteigt, ihr könnt sie verarbeiten.

Wenn ihr in die Berge geht und falsche Gedanken, Gefühle und Handlungen habt, wird das Wetter gewöhnlich schlecht, der Wind beginnt zu wehen, und sobald ihr euch gut benehmt, sind die Wesen dort sehr höflich, es gibt keinen Wind. Einmal haben die Brüder und Schwestern auf Mussala übernachtet, und es regnete drei Tage lang, aber niemand hat sich erkältet. Dazu muss man auf dem Berg bestimmte Hygieneregeln beachten. Wie viele Versuche habe ich in der Schule gegeben! Im Winter sind wir bei Schnee ins Witoscha-Gebirge gegangen und keiner hat gefroren. In der Stadt war es kalt und dort warm – 19 Grad. Wenn wir in Harmonie sind, passt sich uns die Natur an. Sobald die Sünde, die Disharmonie kommt, wird das Wetter sofort schlecht. 

In den Bergen studiert man ein Gesetz – wie man sich verjüngen kann.

Diejenigen aber, die in den Bergen leben, doch mit ihren Gedanken in den Tälern sind, haben keinen Nutzen davon. Wenn du in die Berge steigst, denke nicht an das Tal! Einmal kam ein Hirte zu mir und sagte: „Wir irren in den Bergen umher und sind verwildert.“ Es bedarf der Erkenntnis, es bedarf einer Philosophie. Wenn jemand ein philosophischer Hirte ist, dann ist es etwas anderes.

Wer eine Zeitlang auf dem Berg gelebt hat, muss wieder ins Tal hinabsteigen. Er darf nicht ständig auf dem Berg verweilen.

Wenn jemand in den Bergen stürzt oder ausrutscht, bedeutet das immer, dass ein schlechter, fremder Gedanke durch ihn hindurchgegangen ist. Wer einen guten Gedanken hat, stürzt nicht. Wenn du also in die Berge gehst, sprich oder denke nicht darüber nach, dass du mit jemandem streitest, dass dir jemand etwas vorenthält, was dir zusteht usw. Betrachte in den Bergen all deine Angelegenheiten als geregelt.

Der Berg hat einen tiefgreifenden Einfluss auf das Nervensystem, die Leber usw. Sein Einfluss auf die Leber zeigt sich darin, dass er die schlechte Laune vertreibt und die Stimmung hebt. All dies ist auf das Prana zurückzuführen, das in den Körper fließt. Doch der Berg hat auch eine andere, tiefere Wirkung. Menschen mit Neurasthenie oder andere Nervenleiden können davon befreit werden.

Die Ausflüge sind gut, sie bringen Leben. Das sesshafte Leben birgt Gefahren, ebenso wie das stehende Wasser. Doch wenn das Wasser zu stark fließt, besteht eine weitere Gefahr – es kann über die Ufer treten und alles mitreißen. Daher sind Mäßigung und Maß gefragt.

Dieses Jahr ist uns mit Regen, Schnee, Hagel und Blitz in Erinnerung geblieben …

Auf dem Mount Everest, dem höchsten Gipfel des Himalaya, treten häufig Stürme auf. Den versuchten neulich Engländer zu besteigen, doch sie scheiterten. Nun wird eine neue Expedition vorbereitet.

Wenn du den höchsten Gipfel besteigst, musst du etwas lernen. Interessanterweise vergisst der Engländer, nachdem er eine solche Höhe erreicht hat, dass er Engländer ist, er verliert seinen Ehrgeiz, wird Vegetarier und kann wochenlang kein Fleisch essen.

Wann entstand der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt? Das ist ein relativ junges Gebirge. Seine Entstehung hat tiefe Gründe. Vielleicht werden in Zukunft sogar noch höhere Gipfel auf der Erde entstehen.

Einige Schwestern traten auf dem Mussala aus ihrem Körper aus. Ihr werdet fragen, wodurch dies verursacht wurde. Der Druck ist niedriger und es kommt zu einer größeren Ausdehnung. Dieser Gipfel ist elektrisch. Der Mussala ist wie eine große elektrische Batterie. Die blauen Steine ​(immBalkan-Gebirge) ​sind magnetisch. Der Mussala war einst viel höher. Hier erstreckte sich ein Gebiet von 400 Kilometern Breite. Dieser Gipfel ist nie gesunken. Und Bulgarien ist mehrmals gestiegen und gesunken. Das Mittelmeer war einst ein Tal, das später versunken ist. Ganz Mazedonien und die Ägäis versinken allmählich. Die ersten Kulturen von Mussala existieren in den Bibliotheken der unsichtbaren Welt.

Bei einer Bergwanderung befinden wir uns bei gutem Wetter in der Kausalwelt. Bei Wind und Sturm sind wir in der Mentalwelt. Und bei Wolken und Nebel befinden wir uns in der Astralwelt. Wenn wir nach Hause zurückkehren, sind wir wieder in der physischen Welt.

Eine Schwester sagte:

– Ein Bruder träumte, als er am Grantscharsko-See (im Rila-Gebirge) schlief, dass ein Wesen zu ihm kam, den nahegelegenen Felsen öffnete und ihn hineinführte. Dort befanden sich weite Räume – Hallen, Gemächer usw. Dieses Wesen erzählte dem Bruder, wie die Wesen dort leben und was sie tun. Ist das alles real?

Der Meister antwortete:

– Ja, das war alles real. Im Allgemeinen sollte man den Grundsatz kennen: Die höheren Wesen leben stets in den Bergen an Orten, die kein Mensch betritt. Sie lieben die Reinheit.

– Meister, bitte, zeigen Sie uns solche Orte, wenn wir nächstes Jahr ins Rila-Gebirge gehen.

 „Auf der Erde“, antwortete der Meister, „gibt es Orte, die schöner sind als das Paradies, sie sind sehr rein.“

Eine Schwester fragte: „ErzählennSie uns etwas über die Sieben Rila-Seen.“

Der Meister sagte:

„Der Zwillingssee steht für die spirituelle Welt. Der fünfte See – der Nierensee – und der sechste See – der Herzsee – stehen für die mentale Welt, und der obere See – der siebte – ist die göttliche Welt. Der zweite See – Elbur – bildet die Grenze zwischen der physischen und der spirituellen Welt. Der erste See steht für die materiellen Güter. Elbur steht für das Gute. Der dritte See steht für das Schöne. Die Zwillingssee steht für die Freundschaft. Der Nierensee steht für die Reinheit. Der sechste See steht für den Austausch von Liebe. Der oberste, der siebte See, ist das Göttliche. Die Orte in der Nähe der Seen sind magnetisch und rein. Der ganze Ort ist magnetisch, besonders in der Nähe des Brunnens. Dort gibt es reichlich ultraviolette Strahlen. Das Wasser im Brunnen stammt aus dem See der Reinheit. Im See selbst ist es rein und wird bei seinem Weg durch die Erdschichten weiter gereinigt.“ Das ist sehr klares und schmackhaftes Wasser.

Auf der Erde gibt es Zentren, die Tore des Lebens sind, und das Wasser, das durch diese Tore fließt, ist bereits heilig und hat eine starke Wirkung. Diese Tore werden bewacht.

Wasser mit großer und starker Wirkung, voller Leben, findet sich an unzugänglichen, heiligen Orten in den Bergen, die von Eingeweihten bewacht werden. Es sind unzugängliche Orte!

Der Ort, durch den wir zum Biwak gehen, ist so polarisiert, dass wir uns beim Durchqueren heilen. Er hat eine angenehme Aura. Auf dem Weg, den wir gehen, kann sich schon jeder heilen, denn er wird selten benutzt. Nur wenige gehen denselben Weg.

Palästina wurde gewählt, weil die Gegend für spirituelle Arbeit geeignet ist – sie ist sehr felsig. Bulgarien wurde gewählt, weil es dort viele Berge gibt. Die Berge sind unverzichtbar.

Wenn du einen Ausflug unternimmst, ist es egal, ob du ihn am Donnerstag, Freitag oder an einem anderen Tag machst. Jeder Tag hat seine eigene Bedeutung. Freitag ist der Tag der Venus; ein Ausflug am Freitag dient der Herzensveredelung. Wenn du etwas Edles, Erhabenes in dir entwickeln möchtest, wähle Donnerstag für einen Ausflug. Um einen scharfen Verstand zu entwickeln, wähle Mittwoch. Wenn du ängstlich und nachgiebig bist, wähle Dienstag für deinen Ausflug.

Wenn du deine Vorstellungskraft entwickeln möchtest, wähle Montag.

Worin besteht das Glück? Stellt euch einen Schüler vor, der scharfsinnig und einsichtig ist. Oder einen strengen Professor, der in sich gekehrt ist und seinen Studenten keine Beachtung schenkt. Doch wenn er einen begabten Schüler sieht, wendet er sich ihm zu. Dieser Schüler zieht die Aufmerksamkeit des Professors durch seine Ausstrahlung auf sich. Und dann erfährt er Glück.

Genauso verhält es sich mit der Natur. Sie ist wie ein strenger, in sich gekehrter Professor. Wenn du begabt bist, wirst du ihre Aufmerksamkeit wecken, sie öffnet ihre Augen und interessiert sich sofort für dich. Wenn man in die Natur kommt, darf man nicht denken, sie sei tot. Sie besitzt Bewusstsein, sie besitzt Intelligenz. Es gibt besondere Zentren in der Natur, wo sich ihr Bewusstsein manifestiert, wo es erwacht ist. Folgendes geschieht beispielsweise in einem solchen Zentrum: Jeder wird dir dort einen Gefallen tun. Dort findedt du einen Hirten, der dich bewirtet. Dort findest du Früchte und Nahrung. Und wo das Bewusstsein der Natur nicht wach ist, ist das, wonach du suchen wirst, entweder knapp oder du wirst nichts finden – dort ist kein Bewusstsein vorhanden.

Nehmen wir an, die Elektrizität im Körper funktioniere nicht richtig. Wenn man den Mussala besteigt, reguliert die dortige elektrische Batterie das Funktionieren der Elektrizität im Körper.

Vor einem Ausflug zum Mussala sollte man sich zunächst etwas Zeit zum Nachdenken nehmen. Man braucht ein oder zwei Tage, um sich an den Gipfel zu gewöhnen.

Erinnert ihr euch an den heftigen Sturm, den wir im Januar im Witoscha erlebt haben? Das war eine tolle Erfahrung – man konnte seine Kräfte testen und herausfinden, was man alles kann. So ein Sturm ist nicht einfach nur ein Windstoß, sondern voller Elektrizität. Unten angekommen, klang es, als würde ein ganzer Wasserfall tosen, irgendetwas schien da oben zu pfeifen. Ich dachte: „Da oben werden wir zu tun haben.“ Und tatsächlich, wir sind oft hingefallen und auf Armen und Beinen gekrochen. Wenn man also zu Gott geht, macht man sich klein, und wenn man von dort weggeht, richtet man sich wieder auf. Denn als wir hinaufstiegen, waren wir gebückt, und als wir hinabstiegen, haben wir uns zu voller Größe erhoben. Während des Sturms blieb kein einziger Muskel unbewegt. Wir haben die besten Übungen gemacht. Der Sturm wirbelt dich herum, aber er wirft dich nicht auf einen Stein, sondern auf etwas Weiches. Was für einen herrlichen Sonnenaufgang hatten wir damals! Wir haben ihn in der Nähe des Dorfes Simeonovo gesehen. Der ganze Himmel im Osten, ca. ein Drittel des Firmaments, war rot. Es war ein grandioser Anblick!

Der Sturmwind flüsterte: „Ihr müsst denken! Ihr müsst kämpfen, hinfallen und wieder aufstehen und vorwärtsgehen.“ Denn wenn du nicht vorwärtsgehst, fällst du zurück … Die Welle war warm. Wäre sie kalt gewesen, hätte niemand hinaufklettern können.

Niemand war da. Selbst einige Dorfbewohner fragten sich: „Was machen die denn be diesem Wetter dort?“

Bei Bergwanderungen ist das Reinigen von Quellen und Bächen sinnvoll. Zum einen stärkt es die Natur und sorgt für gutes Wasser, zum anderen wirkt sich die Arbeit an den Quellen, Bächen und Brunnen positiv auf den Menschen aus – er wird gesund und voller Energie.

Durch diese Brunnen, die wir in den Bergen bauen, werden unsere Ideen in den Tälern verbreitet.

Die Brüder und Schwestern sollten wissen: Wenn sie den Wald von trockenen Zweigen und Ästen befreien, verbessert sich auch ihr Leben.

In Zukunft wird das Leben in den Bergen besser genutzt und der Tagesablauf besser strukturiert sein. Es werden spezielle wissenschaftliche Vorträge gehalten, um uns ein tieferes Verständnis der Natur zu vermitteln. Wenn man genauer hinsieht, entdeckt man in unscheinbaren Ecken viele Details und interessante Gesetze, die solchen einfachen Orten zugrunde liegen. Die Natur birgt viele interessante Botschaften – man muss sie nur lesen können.

Auf dem Mussala sagten wir, dass eine Hütte nötig sei – und man hat eine Hütte gebaut. An der Skakaviza-Hütte sagten wir, dass eine Brücke gebaut werden müsse – und sie wurde gebaut. Wenn wir etwas tun wollen, geht unser Wunsch in Erfüllung, weil wir es uns nicht nur wünschen, sondern daran arbeiten und es wirklich wollen.

Wenn man zum Berg geht und ihn liebt, reagiert er sehr sensibel auf diese Liebe, er ist ihr gegenüber sehr empfänglich. Er freut sich sehr über die Liebe und drückt seinerseits seine Liebe auf irgendeine Weise aus. Er reagiert auf unsere Liebe, denn er liebt auch.

Man geht zum Berg, um die großen Gesetze Gottes zu lernen. Der Berg ist ein Ort, an dem sich die Liebe offenbart. Für denjenigen, der ihn versteht, birgt der Berg alle Segnungen in sich.

In Zukunft wird man nicht mehr hier essen, sondern auf dem Berg, wohin man mit dem Flugzeug gelangen wird. Und die Gymnastikübungen werden nicht mehr im Tal stattfinden, sondern man wird mit dem Flugzeug in die Berge fliegen, sie dort absolvieren und dann zur Arbeit zurückkehren.

Am 20. Juni 1942 begann die letzte Exkursion mit dem Meister ins Rila-Gebirge

Aus den Erinnerungen von Ilija Usunov, die 1973 in Sofia aufgeschrieben wurden (https://beinsa.bg/chronology.php?id=1982):

Im Juni 1942 unternahmen wir eine Exkursion zu den sieben Rila-Seen. Der Meister wollte eine kleine Gruppe mitnehmen, damit wir problemlos den Proviant tragen konnten und damit die Atmosphäre ruhiger und bescheidener wurde. Sieben Personen wurden eingeladen: Bojan Bojev, Boris Nikolov, Maria Todorova, Stojanka Iljeva, Ilija Usunov, Savka Keremidtschijeva und Penka Kâneva, eine Lehrerin aus Sliven. Am 20. Juni 1942 erreichten wir die Seen und schlugen unser Biwak auf. Am nächsten Tag, dem 21. Juni 1942, machten wir uns morgens auf den Weg zum Gebetsgipfel. Nach Sonnenaufgang sprach der Meister unvergessliche Worte. Bojan Bojev und Savka haben sie stenografiert. Diese Worte wurden im Buch „Stützpunkte des Lebens“ veröffentlicht – die Worte des Meisters, die er vom 21. Juni bis 3. Juli 1942 sprach. Darin stand der folgende Satz: „Heute Morgen kamen insgesamt sieben Menschen zum Gipfel. Die Zahl Sieben steht für die Wochentage. Gott schuf die Welt in sieben Tagen. Jeder von euch repräsentiert also einen Wochentag – von den Tagen der Erschaffung der Welt an.“ („Stützpunkte des Lebens“, S. 7). Die Zahl Sieben wurde also nicht zufällig gewählt, und auch wir wurden vom Meister nicht zufällig namentlich gerufen. Jeder von uns sollte der Repräsentant einer Welt sein, an die sich das Wort des Meisters und Gottes richten sollte. Das war ein großes Privileg für uns. Ich erinnere mich an seine Worte: „Studiert das Wort, das von Gott kommt!“

Der nächste Tag war der 22. Juni 1942. Ein Jahr war vergangen, seit Deutschland die Sowjetunion angegriffen hatte. Wir studierten die Worte des Meisters erst, als wir vom Gebirge abstiegen und nach Sofia zurückkehrten. Dann schlugen wir die geschriebenen Seiten auf und sannen über das, was der Meister gesagt hatte, nach. Jahre später, nachdem wir den Verlauf des Krieges und seinen Ausgang schon miterlebt hatten, erinnerten wir uns daran, was der Meister zu uns, den sieben Vertretern der Menschheit, vor dem Großen Meister gesagt hatte, als sich das Schicksal der Welt entscheiden musste. Ihr könnt das studieren. Der Meister sagte auch Weiteres, was stenografiert und entschlüsselt wurde, doch die Freunde wagten es damals nicht, es zu drucken. Seitdem sind 45 Jahre vergangen, und alle Ereignisse, um die es in dieser Ansprache ging, haben sich erfüllt. Wir haben miterlebt, wie sich diese Prophezeiung erfüllte. Ich bin nun einer der Letzten von uns, die dabei waren. Der Rest der Prophezeiung wird von der nächsten Generation überprüft werden. Deshalb geben wir euch die aufgezeichneten Worte des Meisters vom Rila-Gebirge im Juni 1942. Lest sie, vergleicht sie mit dem, was in einem Vortrag abgedruckt war, und mit den historischen Ereignissen, und ihr werdet verstehen, was der Meister meinte. Damals ging er mit uns hinauf, um genau dieses Problem zu lösen. Und er löste es, genau wie seine Worte es prophezeit hatten.

Wir verbrachten wundervolle Tage dort. Jeden Morgen nach dem Sonnenaufgang lauschten wir auf dem Gebetsgipfel seinem einzigartigen Wort. Hier ist ein Zitat: „Gott schuf das Universum, damit die Seelen darin leben und die Herrlichkeit Gottes genießen können, in die er sie gekleidet hat.“ 

Einen besseren Abschluss eines vergangenen Zeitalters werdet ihr nicht finden.

Die Prophezeiung kann man im Buch „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ (Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993) nachlesen:

Ich komme hierher, weil Gott mit Seinen Füßen diese hellen Orte betreten hat. Unser Aufenthalt im Rila ist mit der Geschichte der gesamten Menschheit verbleichbar: mit ihrem Auszug aus dem Paradies, dem Einzug in die dichte Materie und ihrer Rückkehr ins Paradies.

Wenn ein Mensch Buße tut, wird er in das Leben im Paradies eintreten.

Ihr glaubt, wenn der Krieg vorbei ist, wird das Reich Gottes auf die Erde kommen. Nein, kein Reich Gottes, Feuer kommt auf die Erde! Leid kommt! Großes Leid kommt auf die Erde. Großes Feuer kommt.

Jetzt kommen die Lichten [Mächte] auf die Erde. Ihr Anführer ist Christus. Die Lichten kommen mit Waffen in der Hand. Einst waren sie schwach, doch jetzt sind sie bewaffnet und stark. Der Mensch der Liebe wird nun stark sein, und wenn der Mensch des Bösen ihn sieht, wird er fliehen. Die Erde wird von den bösen Menschen gereinigt. Die bösen Menschen werden die Erde verlassen und zur Verbesserung zum Mittelpunkt der Erde gehen. Zweitausend Kilometer beträgt die Erdkruste, dann kommen zweitausend Kilometer leerer Raum. Dann folgt eine innere Sphäre mit einem Radius von zweitausend Kilometern. Auf dieser Sphäre leben Menschen, die den Magnetismus zum Beleuchten benutzen. Dorthin werden die bösen Menschen zur Umerziehung geschickt.

Der erste Helfer Christi ist nun der Erzengel Michael, der aktiv ist. Auch die Engel wechseln sich ab bei ihrem Dienst, der einige Jahrhunderte andauert.

Zur Zeit des Propheten Daniel war der Erzengel Michael im Dienst. Jetzt ist die zweite Wiederkunft, jetzt ist das Ende des Zeitalters.

Alles, was im 24. Kapitel des Matthäus-Evangelius und im 12. Kapitel des Propheten Daniel gesagt wird, gilt für die Gegenwart. Wenn diese Tage des Leidens nicht verkürzt würden, würde kein Mensch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.

Es wird Bürgerkriege geben. Sie werden schrecklich sein. Wir wollen sie nicht. Großer Hass wird zwischen den beiden Klassen entstehen. Die Massen werden sich erheben, es wird großes Blutvergießen geben. In vielen Ländern werden Bürgerkriege herrschen. Dann wird die Natur selbst wütend sein und große Erdbeben werden kommen. Wo es trocken war, wird es Wasser geben. Und wo es Wasser gab, wird es trocken sein. Diejenigen, die gerettet werden, werden in das Reich Gottes eingehen, wo beispiellose Schönheit herrschen wird. Seid wachsam, denn den Gerechten wird kein Haar vom Haupt fallen. Alle werden Prüfungen durchmachen. Seid wachsam, denn diejenigen, die allen Versuchungen und Prüfungen standhalten, werden in das Reich Gottes eingehen. Im größten Leid sollte der Mensch Frieden, Glauben und Liebe finden und nicht entmutigt sein.

Im 12. Kapitel des Propheten Daniel wird von der Wiederkunft des Erzengels Michael gesprochen. Es werden die größten Leiden kommen, wie sie die Menschheit noch nie erlebt hat. Da Erzengel Michael sonnenhaft wirkt, wird auch die kommende Kultur eine Sonnenkultur sein. Dann wird der Mensch der Liebe stark sein, er wird dem Bösen auf den Kopf treten und zu ihm sagen können: „Wirst du auf dem Weg des Herrn wandeln oder nicht?“ Dies ist symbolisch gemeint. Das meint, dass der Böse durch die Kraft des Menschen der Liebe gelähmt wird, der starke Schwingungen hat.

Die jetzigen Kämpfe auf der Erde spiegeln den Krieg wider, der in der unsichtbaren Welt zwischen der Weißen und der Schwarzen Loge tobt. Die Weiße Loge wird siegen. Die dunklen Geister werden gebunden und in den Abgrund geschickt. Wir erleben gerade das wichtigste Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Freut euch, dass ihr in diesem wichtigsten Zeitalter lebt. Bevor Erzengel Michael seinen Dienst antrat, hatte Erzengel Gabriel das Sagen. Und Erzengel Michael ist ein kollektives Wesen, das aus einer ganzen Armee gewaltiger Engel besteht.

Die Menschheit hat vier Blutgruppen, aus denen vier Gruppen von Engeln hervorgehen werden. Drei Arten von Engeln sind vergangen. Es gibt vier Arten von Menschen auf der Erde, die in Zukunft zu vier Arten von Engeln werden. Dann werden sich die Türen für die Tiere öffnen, damit sie Menschen werden. Der Himmel hat einen Plan.

Wer in das neue Leben eintritt – das wird die Auferstehung sein. Sich von einer Raupe in einen Schmetterling verwandeln – das ist die erste Auferstehung.

Vom Leben zur Liebe, von der Liebe zu Gott und von Gott zur Welt – zum Helfen, zum Wirken.

Wer nicht leiden will, kann in der Freude verweilen, aber er wird nur das mit sich tragen, was er bisher erreicht hat. Neues wird er jedoch nicht erlangen. Im Leid schafft man die Voraussetzungen für neue Errungenschaften.

Ich kann sofort Künstler, Dichter oder Musiker werden, aber ich muss in das Feld der jeweiligen Kunst herabsteigen. Nur mit der Liebe kann man diese Felder betreten. Die Liebe kann alles aus dir machen.

Wisst, dass es eine Vorsehung gibt. Die Vorsehung kann auch das „Auge der Liebe“ genannt werden. Sie wacht über jedes Geschöpf, auch über das Kleinste, und lenkt sein Leben. Dies ist das „Auge der Liebe“. Seid versichert, dass es eine Vorsehung gibt, und deshalb müsst ihr Frieden haben und mit allen zufrieden sein.

Niemand kann die Liebe erlangen, solange die Natur für ihn noch nicht lebendig geworden ist. Dann kannst du ein Träger von Gottes großer Liebe werden. Wenn du das innere Leben der Natur spürst, bist du würdig und fähig, ein Träger der Liebe zu sein. Solange die Natur nicht in euch lebendig geworden ist, könnt ihr keine Liebe entwickeln.

„Danke, Herr, für die Liebe, die du in die Welt gesandt hast. Danke, Herr, für die Weisheit, die du in die Welt gesandt hast. Danke, Herr, für die Wahrheit, die du in die Welt gesandt hast, um uns in deine selige Heimat zu bringen.“

Dies ist der große Plan Gottes, dies ist das Ende der Evolution. Diese Formel zeigt, was der große Plan Gottes ist.

Etwas Großes erwartet uns. Für jeden von uns sind große Reichtümer vorgesehen. Diese Reichtümer werden euch nicht anvertraut, weil ihr noch klein seid. Wenn ihr erwachsen werdet, werden euch diese Reichtümer gegeben. Diese Reichtümer befinden sich in sicheren Händen, in den Händen eures Mentors.

Bereut nie, geliebt zu haben, und bereut nie, geliebt worden zu sein. Jemand liebt dich und nach vier oder fünf Jahren liebt er dich nicht mehr, dann liebt er dich wieder, dann liebt er dich nicht mehr und so weiter. In denjenigen der dich liebt, ist ein höheres Wesen eingeströmt, das dich durch ihn liebt. Doch dieses höhere Wesen hat zu tun und verlässt dich, kommt aber dann wieder. Denke nicht, dass dieser Mensch dich nicht liebt. Das Wesen, das dich liebt, wird wiederkommen, um dich zu lieben. Wenn ein gewöhnlicher Mensch dich liebt, wirst du ein gewöhnlicher Mensch werden. Wenn ein fortgeschrittener Mensch dich liebt, wirst du talentiert sein. Wenn ein noch fortgeschrittenerer Mensch dich liebt, wirst du ein Genie sein.

Wenn du die Liebe annimmst, wirst du nicht blind, taub, stumm, krank oder dumm sein.

Das schönste Wesen der Welt ist Gott.

Alles, was ihr habt: Begabungen, Fähigkeiten usw., verdankt ihr denen, die euch lieben.

Ich bin für eine wichtige Aufgabe ins Rila-Gebirge gekommen. Ihr kennt diese wichtige Aufgabe nicht, und ich werde sie euch nicht verraten. Lasst die Klugen zu euch sprechen. Lasst die Früchte dieser Arbeit zu euch sprechen.

In Bulgarien gibt es derzeit viele Eingeweihte. Auch in anderen Ländern gibt es solche. Sie arbeiten gemeinsam nach einem Plan und leiten die Menschheit. Sie bilden ein großes Netzwerk und arbeiten an der Erhebung der Menschheit.

Mehein

Am 22. Januar 1941 sagte der Meister: „Christus spricht auch jetzt. Wenn einer aufsteigt, steigen alle auf. Ich werde ein Potpourri aus Beethoven, Bach, Mozart machen. 

Beethoven – von unten nach oben – sucht die Richtung der Bewegung; Mozart – von oben nach unten, Bach – das spielende Kind, er hat Inhalt, er drückt die Bewegung der Natur aus. Schumann beschäftigt sich mit materiellen Dingen. Beethoven ist dramatisch, und Wagner ist am dramatischsten, er hat einen Sinn für das Grandiose. Die Musikanten, das sind verschiedene Phasen. Bach hatte ein ausgezeichnetes System – Gesundheit.

Die neue Musik, das werden die Kinder sein, die aus der alten Musik – der Mutter und dem Vater – hervorgehen werden. Diese Kinder werden genial sein. Wenn jemand spielt, solltet ihr ihn nicht kritisieren, denn das würde ihn aus dem Konzept bringen. Wenn du komponierst und du hast jemanden, dessen Schwingungen nicht mit den deinen übereinstimmen, wirst du nicht komponieren können. Deshalb wurde eine Gruppe von Komponisten geboren, die sich gegenseitig helfen. Einer spricht, aber er ist der Ausdruck von zwölf anderen. Einer hält eine Rede, die anderen unterstützen ihn.“

Am 29. Januar hielt der Meister einen denkwürdigen Vortrag, bei dem er ein musikalisches Thema von außergewöhnlicher Schönheit und Tiefe gab. Er kam zu dem Vortrag mit der Geige herunter, was er manchmal tat, und spielte das Thema, wobei er, während er spielte, zu singen begann. 

Er nannte das Thema „Die Verbindung der drei Welten: ‚Mehein‘ – Abstieg, ‚Hein‘ – Versöhnung“. Das war freies Singen. „Diese Melodie ist jetzt in die Welt gekommen“, sagte er. Er nannte den Vortrag „Das Gesetz der Erneuerung“. „Die Natur will den Menschen durch die Nase, die Augen, den Mund, die Haut erwecken und erneuern. Um sich zu erneuern, muss der Mensch in Harmonie mit demjenigen Gegenstand sein, den er studiert. Wenn du die Natur liebst, erneuert sie dich. Das Gesetz der Erneuerung verlangt, dass die Widersprüche beseitigt werden. Wir müssen unseren Organismus studieren, die Stellen der Erneuerung kennen. Der Mensch hat etwa hundert Organe. Die Liebe ist ewige Erneuerung. Wenn Gott die Welt nur anschaut, wird alles so werden, wie Er es will, alles wird sich zum Guten wandeln.“

Die Melodie, die der Meister inspiriert spielte und leise summte, drang wie ein starker, lebensspendender Strom in meine Seele ein. Ich schrieb einen Teil davon auf, und nach dem Vortrag las ich die folgenden Worte in meinem Notizbuch:

„Mehein, Hein – himmlische Barmherzigkeit, Versöhnung – diese seltsamen Worte erklangen von seinen Lippen, und sein Bogen zupfte Melodien, die zum ersten Mal vom Himmel herabkamen und eine Welt des Friedens und der Schönheit offenbarten. Diese Melodie hat sich tief in mir eingeprägt und wird in den kommenden Jahren Früchte tragen.“

Me-Hein

Was bedeutet das? Es ist die Hymne der himmlischen Heimat. Der Text ist ungewöhnlich::

„In Tagen des Kampfes, in Tagen des Kummers

von dir, mein Heimatland,
denke ich immer an dich,
denke ich immer, immer an dich.“

Dies ist die Verbindung zwischen der himmlischen Heimat und der menschlichen Seele, die ins Fleisch hinabgestiegen ist. Dies ist ein Aufruf, den Weg der menschlichen Seele in die himmlische Heimat wiederherzustellen.“

Es existieren zwei Texte, von Stojanka Ilieva und von Boris Nikolov.

Liedtext (Stojanka Ilieva):

Me-Hein

Ohne dich ist es dunkel, ohne dich ist es traurig.

Göttlicher Strahl, scheine auf mich.

Bring in mein Herz,

Bring in mein Herz Freude, Frieden.

Ich erwache aus einem tiefen Schlaf

und rufe nach dir wie ein Kind.

Ich glaube immer, dass du über mich

mit mütterlicher Liebe wachst.

Liedtext (Boris Nikolov):

Me-Hein

In Tagen des Kampfes, in Tagen des Kummers

Weit weg von dir, mein Heimatland,

Denke ich immer an dich,

Denke ich, denke ich immer an dich. (2mal)

Quelle: 

https://beinsaduno.bg/topic/1685-1941_01_29-учителя-дава-песента-ме-хейн/

Das Lied in der Interpretation von Simeon Simeonov:

Borislav Borisov von der bulgarischen spirituellen Website portal12.bg stellt eine interessante Verbindung zwischen der Melodie „Mehein“ und Tschaikowskys Symphonie Nr. 6  (»Pathétique«) her[1]:

„Wahre musikalische Kompositionen kommen immer als eine Offenbarung des Geistes herab. Sie sind niemals das Ergebnis intellektueller Anstrengung oder eines Talents (das Talent ist immer mit dem Ego und dem Selbstausdruck verbunden), sondern sind die Frucht rein geistiger Verdienste, die sich in Form von vertikalen, augenblicklichen Offenbarungen manifestieren und die wir einen Kompromiss machend, „Gaben“ nennen können.

Die viermalige Wiederholung ist kein Zufall, denn sie hängt mit dem Quadrat zusammen, das ein Symbol für die irdische Manifestation und die Lösung irdischer Probleme ist. Aus dem Studium des Wortes des Meisters wissen wir, dass man in der Lage sein muss, innerhalb des Quadrats einen Kreis zu schaffen und dann vom Zentrum des Kreises aus in die mystische Spirale der Unendlichkeit einzutreten. Solange sich der Mensch im Quadrat befindet, steht er unter dem Einfluss von Gut und Böse, Licht und Dunkelheit, Vergangenheit und Zukunft und allen möglichen Dualitäten, die überwunden werden müssen. In Gott gibt es keine Dualität – es gibt kein „Ich“, „Du“, „Er“, „Sie“ usw. Es gibt keine Dualität im Einssein.

Musikalische Kompositionen, die tiefgründig, inspirierend und vielschichtig sind und die Seelen durch ihren Impuls zur Entwicklungzu führen vermögen, kommen aus einem uralten Zentrum, in dem die Musik eine Gegebenheit an sich ist. Und da es auf der Erde keine Bedingungen für die volle Manifestation dieser Musik gibt, haben wir hier nur einzelne Gaben jener himmlischen Harmonie.

Ein solches herausragendes musikalisches Thema ist „Mehein“, das von Meister Beinsa Douno am 29. Januar 1941 gegeben wurde. Diese Melodie vatanischen Ursprungs ist nicht nur eine musikalische, sondern auch eine spirituelle Offenbarung. Interessanterweise ist die Anfangsphrase von „Mehein“ identisch mit dem Hauptthema von Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Sechster Symphonie („Pathétique“). Der Komponist hat das Thema jedoch in ein tragisches Tableau eingebettet, das Leid, Angst und Ausweglosigkeit ausdrückt. Im Gegensatz dazu interpretiert Meister Beinsa Douno die Melodie neu und verleiht ihr eine neue, lebensbejahende Kraft. Das Finale des Themas endet mit einer vierfachen Wiederholung des Haupttons, einem Symbol des Auswegs und des spirituellen Aufstiegs.“

Peter Tschaikowsky: 6. Sinfonie („Pathétique“), Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert von Karajan

TCHAIKOVSKY – Symphonie Nr. 6 (Pathétique) – Herbert von Karajan & Wiener Philharmoniker


[1] https://portal12.bg/publikatsii/Me-Hein-muzika

Du wurdest bezahlt

Ein amerikanischer Milliardär ist gestorben. Da er immer der Erste auf Erden war, ging er direkt zum Heiligen Petrus, damit er ihm die Tür des Himmels öffne und der Milliardär ins Parades komme.

„Warte einen Moment, dein Leben muss untersucht werden, um zu sehen, was du Gutes getan hast.“

„Ich habe eine große Kirche gebaut.“

„Hat man dir dafür gedankt?“

„Alle Zeitungen haben über mich geschrieben.“

„Man hat dich also für dieses Gute bezahlt. Hast du noch etwas anderes Gutes getan?“

„Ich habe eine Universität mit meinen eigenen Mitteln gebaut.“

„Wie hat man dir gedankt?“

„Die Zeitungen haben wieder über mich geschrieben, ich wurde zum Ehrenmitglied der Universität ernannt.“

„Auch dafür wurdest du bezahlt. Versuche, dich an ein Gutes zu erinnern, das du getan hast und wofür du nicht bezahlt wurdest.“

Der Milliardär überlegte angestrengt. Schließlich erinnerte er sich daran, dass ihn eines Tages, als er auf dem Weg zu seinem Kontor war, eine arme Witwe einholte und ihn um irgendwelche Hilfe bat. Da er in großer Eile war, hatte er keine Zeit anzuhalten und warf ihr einen Dollar zu. Die arme Witwe nahm den Dollar und er war sie los.

„Das ist eine gute Tat, für die du dich an Gott wenden muss, damit Er die Angelegenheit regelt.“

Sie gingen zu Gott, erzählten den Fall, und Er antwortete:

„Gebt dem Milliardär zwei Dollar und bringt ihn zurück auf die Erde.“

Jeder braucht die Güter Gottes. Deshalb: Was immer du tust, tue es für Gott; Erwarte nicht, dass man dir dafür dankt. Wenn du das Wort gepredigt hast, erwarte nicht, etwas Gutes zu bekommen, sondern frage dich, ob diese Menschen etwas Gutes gelernt haben.

Aus: „Kostbare Dinge“, Sonntagsvorträge, 31. Oktober 1943, Izgrev

Diese und viele andere Geschichten, die Vorträgen des Meisters Beinsa Douno entnommen wurden, kann man im wunderbaren Buch „Lichter auf dem Weg des Lebens. 99 inspirierende Geschichten“ lesen (Verfasst von Antoaneta Kruschevska und Maria Brajkova, 2019, Verlag „Interval“, die englische Ausgabe ist bei „amazon“ erhältlich https://www.amazon.de/Lights-Along-Path-Life-Collection/dp/1732681716 ).

Ich komme von der Sonne

Auf meinen Reisen durch Bulgarien vor 10-15 Jahren habe ich die Köpfe der Bulgaren studiert, ich habe sie mit Kreisen und Zirkeln vermessen, ich habe Berechnungen angestellt und bin zu bestimmten Schlussfolgerungen gekommen. Viele fragen mich, wenn sie sehen, dass ich solche Berechnungen mache: „Was machst du da?“ – „Ich lerne rechnen.“ Ich habe bereits gelernt, für welche Fragen sich die Bulgaren interessieren.“

Wenn ich irgendwohin reise, fragen sie mich: „Woher kommst du und wohin gehst du, was ist das Ziel deiner Reise?“ usw. Einmal sagte ich: „Ich komme von der Sonne, um in Bulgarien Beobachtungen zu machen. – „Könntest du uns einige deiner Forschungen anvertrauen?“-„Das werde ich nicht tun.“ – „Was machst du sonst noch?“ – „Ich halte Vorträge.“ – „Wirst du dafür bezahlt?“ – „Nein, ich mache es umsonst.“ – „Wie ist das möglich, bist du nicht verheiratet, wie viele Kinder hast du, leben dein Vater und deine Brüder, bist du Bulgare?“ – „Zur Zeit bin ich Bulgare. Und dann höre ich sie sagen: „Er wird von irgendjemandem bezahlt, deshalb ist er ein gelehrter Mann. Ich würde auch gelehrt werden, wenn ich dafür bezahlt werden würde“.

Auch ihr solltet jeden Tag mit einem Zirkel eure Köpfe messen. Ich habe viele Augen, Ohren, Augenbrauen, Nasen gemessen und beobachtet, und ich bin zu dem Schluss gekommen, was die lange Nase, die breite Nase, die dicken Augenbrauen, die hohe Stirn, die breite Stirn, die niedrige Stirn usw. bedeuten.“

(Aus: „Die gekrümmte Frau“, Sonntagsvorträge, Sofia, 8.6.1919, 10:00) 

Der alte Schriftgelehrte

Sonntagsvorträge, Sofia, 29. Juni 1919, Sonntag, 10:00 Uhr

Da sagte er zu ihnen: „Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.“ (Matth. 13:52)

Christus definiert einen gelehrten Schriftgelehrten durch zwei von dessen Eigenschaften: Er bringt aus seinem Schatz Neues und Altes hervor. In dem vorgelesenen Vers fügte Christus die Worte ein: „Der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist“. Mit dem „Himmelreich“ meint Christus im weitesten Sinne all jene großen Gesetze, die das menschliche Leben leiten, denn alles in der Natur ist eng mit dem Menschen verbunden, und der Mensch ist eng mit der Natur verbunden. 

Alle Phänomene oder Kräfte in der Welt, die scheinbar nichts mit unserem Leben zu tun haben, nennen wir physisch oder anorganisch. Aber alle diese Kräfte haben eine Beziehung nicht zum einzelnen, sondern zum kollektiven Menschen. In einem solchen Fall macht das Hervorholen des Neuen und des Alten aus dem Schatz einen gewissen Sinn. Das Alte steht für die Vergangenheit und das Neue für die Zukunft. Das Alte steht für die Fehler des Menschen, das Neue für das Gute, das ihm gegeben wird. Der Schriftgelehrte, der die Natur und das Leben der Menschen studiert, findet alte Dinge, die Fehler der Menschen, und bringt etwas Neues in die Welt. In diesem Sinne können wir also sowohl das Gute als auch das Böse, das sich aus diesen Folgen der Vergangenheit ergibt, positiv definieren. Ein altes Ding ist also alles, was in Disharmonie ist, d.h. abgenutzt, untauglich für die Arbeit.

Die Materie, die ihre Kraft verloren hat, betrachten wir als negativ, d.h. als eine, in der sich keine Kraft manifestieren kann. Jeder von euch hat diese beiden Zustände an sich selbst erfahren: das Neue und das Alte aus seinem Schatz hervorzuholen. Wenn ein Mensch das innere Gleichgewicht zwischen seinem Herzen und seinem Verstand verliert, beginnt er, das Alte hervorzuholen, und damit kommt die Unzufriedenheit. So geht es dem kranken Menschen, der immer unzufrieden ist mit denen, die ihm einen Gefallen tun. Der Gesunde, der die Kraft in sich selbst hat, ist mit allem zufrieden. Die Gesetze, die den einen und den anderen Zustand, den Zustand der Zufriedenheit und der Unzufriedenheit, regeln, sind in Harmonie, denn zu einem bestimmten Zeitpunkt entspricht euer negativer Zustand einem positiven Zustand eines gesunden Menschen. In einem bestimmten Moment, in dem ihr am meisten leidet, erlebt ein anderes Wesen, das in irgendeiner Beziehung zu euch steht, die beste Gemütsverfassung. Dies ist ein Gesetz, das in der Natur existiert. Himmel und Hölle existieren als zwei Pole. Der Himmel ist das Neue und die Hölle ist das Alte. 

So wird jeder von euch in seinem Leben in den einen oder anderen Zustand hinauf- oder hinuntergehen. Ich spreche zu euch nicht von Himmel und Hölle, wie ihr sie kennt, sondern ich spreche zu euch über eine positive Wahrheit, die euch abstrakt zu sein scheint. Diese beiden Zustände sind für den menschlichen Geist notwendig. Ihr fragt: „Warum ist es notwendig, dass der Mensch alt und jung wird?“ – Das ist ein Prozess, der in der Natur selbst abläuft. Fragt nicht, warum dieser Prozess abläuft, sondern seht zu, dass ihr einen Nutzen daraus ziehen könnt. 

Wie würdet ihr Jugend oder Alter definieren? In der Antike sagte ein weiser Mann: „Wenn du Stärke suchst, suche sie bei den jungen Menschen, bei den neuen Menschen, und wenn du Weisheit suchst, suche sie bei den alten Menschen.“ Weisheit und Stärke sind nicht das Gleiche. Die Stärke umfasst den menschlichen Willen und die Weisheit den menschlichen Verstand. Deshalb gibt es zwei entgegengesetzte Pole: Der Verstand ist oben, im Himmel, und der Wille ist unten, auf der Erde. Wenn ihr alt, weise sein wollt, müsst ihr oben, im Himmel sein, und wenn ihr jung sein wollt, müsst ihr unten, auf der Erde sein. 

Wenn wir also die Verhältnisse der Dinge vertauschen und den alten Menschen auf dem physischen Feld und den jungen Menschen im Himmel platzieren, erzeugen wir Disharmonie. In diesem Fall werdet ihr eine falsche Schlussfolgerung ziehen und denken, dass alle Menschen im Himmel alt sind und alle Menschen auf der Erde jung sind. Aber das ist nicht wahr. Mit „Jugend“ meine ich nicht nur die äußeren Verhältnisse, sondern ich meine das innere Wachstum im Menschen. Das Gleiche kann man in der Natur beobachten. Vom 9. März an bemerkt man ein Wachstum, das gegen den 20. Juni oder gegen Anfang Juli langsamer wird, und in der Natur beginnt ein Zustand der Ruhe. Was auch immer an Veränderungen in der Natur stattfindet, findet auch in unserem Leben statt. Wenn wir nicht verstehen, was in uns als Individuen vor sich geht, das heißt, wenn wir unseren eigenen Verstand und Willen nicht verstehen, geraten wir oft in Widersprüche im Leben, die wir „Schicksal“ nennen, und dementsprechend würden einige glücklich und andere unglücklich sein. Manche denken, dass einige Menschen von bestimmten Kräften unterstützt werden, und andere denken, dass dieselben Kräfte sich ihnen widersetzen. 

Wenn ihr mit dem Strom schwimmt, wird er euch natürlich helfen, aber wenn ihr gegen den Strom schwimmt, wird er euch entgegenwirken, weil ihr euch gegen ihn bewegt. Dieser Strom hat nichts gegen euch, aber er will euch sagen, dass ihr leiden werdet, wenn ihr euch gegen ihn stellt, weil die Kräfte, die euer Leben lenken, euch selbst zuwider sind. Wenn das Leben eines Menschen nicht gut läuft, zeigt das, dass sein Denken seinem Willen zuwiderläuft. Das gilt sowohl für das individuelle als auch für das gesellschaftliche Leben. Ich spreche von Ereignissen, die sich jetzt in Europa abspielen und die vor Tausenden von Jahren festgelegt wurden. Die gegenwärtige Menschheit ist bereits vor Millionen von Jahren in Konflikt mit der Bewegung geraten. Infolgedessen ist die heutige europäische Kultur mit dieser Strömung in Konflikt geraten, und sie kämpft um ihren Weg. Dies hat zur Folge, dass ein hartnäckiger Kampf geführt wird, dem viele zum Opfer fallen werden. Wie viele Opfer es sein werden, ob ein, zwei oder mehr Millionen, ist der Natur gleichgültig. Ich sage, dass das der Natur gleichgültig ist, weil unsere Spielzeuge ihr gleichgültig sind.

Wenn wir Städte gründen, Häuser und Tempel bauen, denken wir, das sei Kultur, aber die Natur will von dieser Kultur von uns nichts wissen, irgendwann wird sie sie zerstören. Für all unsere schönen Stoffe, selbst für die feinsten, hat die Natur die Motten geschaffen, den Staub, und sie werden die Stoffe zerstören. Darüber hinaus hat sie viele schädliche Elemente geschaffen, die unseren Organismus ständig zerstören. In der Vergangenheit, bevor die Menschheit von der rechtmäßigen Richtung ihrer Kultur abgewichen ist, hatten die Menschen sehr korrekte Vorstellungen von den Gesetzen, die das Wachstum unseres Lebens bestimmen. Dieses Wachstum kann mathematisch, mit einem Zirkel, bestimmt werden. Ich nehme zum Beispiel einen Zirkel und messe damit die Nase eines Mannes sehr genau und sehe, dass sie vier Zentimeter lang ist, die eines anderen fünf Zentimeter und so weiter. Dann messe ich wieder mit einem Zirkel das Kinn des einen, des zweiten, des dritten und sehe, dass sie alle unterschiedlich groß sind. Auf die gleiche Weise messe ich die Stirn des einen und sehe, dass sie z.B. drei Zentimeter beträgt, die eines anderen vier Zentimeter oder fünf Zentimeter, sechs Zentimeter, usw. Sie werden fragen: „Welches Verhältnis liegt hier vor?“ 

Es gibt ein wichtiges Verhältnis, denn wenn man sieht, dass die Nase eines Menschen kurz und breit ist, zeigt das, dass die Energien in seinem Organismus in einem gespannten Zustand sind und der kleinste Anstoß eine Explosion verursachen kann. Wenn sein Kinn sehr breit und lang ist, zeigt das, dass die Energie dieser Person nicht nur sehr erregt, sondern auch sehr aktiv ist, so dass sie überall, wo er vorbeikommt, Zerstörung hervorrufen wird. Aus dem unteren Teil des Kinns, der sich unter der Nase befindet, lässt sich ablesen, wie der menschliche Wille ist und wie er sich auf dem physischen Plan manifestieren würde. Beobachtet dies bei den großen Feldherren, bei den Generälen. Am Kinn kann man erkennen, ob jemand jung oder alt ist. Nur junge Menschen kämpfen, alte Menschen nicht. Das Verhältnis des alten zum jungen Menschen ist 1:100. Eine Armee von jungen Männern kann eine Armee von 100.000 alten Männern schlagen. Wenn ich sage, dass die Zukunft der Erde in den Händen der jungen Menschen liegt, habe ich Recht, denn diese Welt ist für Menschen geschaffen, die gerne kämpfen. Der Himmel ist für alte, weise Menschen geschaffen. 

In der oberen Welt entsprechen 1.000 alte Menschen 100.000 jungen Menschen, hier ist das Verhältnis also umgekehrt. Ihr werdet mich fragen: „Wie ist das Verhältnis zwischen den Jungen und den Alten?“ In der geistigen Welt sind die alten Menschen nur der Drehpunkt, um den sich das Pendel des jungen Menschen bewegt, wie bei einer Uhr. Während der junge Mensch 100 Kilometer zurückgelegt hat, hat der alte Mensch keinen einzigen Kilometer zurückgelegt. Die jungen Menschen sind also die Zeiger der Uhr. Die alten Menschen in dieser Welt bewegen sich nicht, also erwartet von ihnen keine Kultur auf der Erde. Eine intellektuelle und spirituelle Kultur, von der hier auf Erden die Rede ist, kann es nicht geben. Der größte Aufschwung in der Kultur kann nur durch Aderlass erreicht werden. Je mehr Blut freigesetzt wird, desto größer ist die Kultur, die daraus hervorgeht. Die Menschen des 20. Jahrhunderts halten sich für sehr kultiviert und sagen: „Wir modernen Menschen brauchen keinen Aderlass, das haben nur die Menschen der Vergangenheit getan.“ Der heutige Krieg hat diese Theorie jedoch widerlegt und gezeigt, dass junge Menschen immer Blut vergießen, und je jünger sie sind, desto mehr Blut vergießen sie. Die Menschen von heute richten also, weil sie sehr jung sind, die größten Verwüstungen an. Die Menschen von heute können mit Raupen verglichen werden, die alles verwüsten. Und dieser Schriftgelehrte, der etwas über das Himmelreich gelernt hat, nimmt aus seinem Schatz das Neue und das Alte und sagt: „So spricht Christus.“ Wozu braucht er das Neue und das Alte? Wenn ihr die alten Kleider aus einem Einschlagtuch oder einem Schrank nehmt, dann habt ihr einen Zweck, ihr denkt, dass ihr etwas damit anfangen könnt, nicht wahr?

Wenn ihr die neue Kleider herausholt, tut ihr das doch, um zu sehen, ob sie von Motten zerfressen sind. Wenn der Schriftgelehrte das Neue und das Alte herausnimmt, hat er einen klugen Gedanken. Er ist nicht mit einer törichten Aufgabe beschäftigt, wie es ein König tat. Ein König wollte einen Mann finden, der ihm eine unendliche Geschichte erzählt. Er suchte verschiedene Philosophen, um seinen Wunsch zu erfüllen. Er versprach große Belohnungen, aber es fand sich niemand, der ihm eine unendliche Geschichte erzählen konnte. Schließlich kam ein weiser Mann zu ihm und sagte: „Ich kann dir eine endlose Geschichte erzählen“. Er begann: „Vor langer Zeit gab es einen König, der Tausende und Abertausende von Hektar Land besaß. Dieses Land wurde mit Weizen besät, und weil das Jahr sehr fruchtbar war, trugen seine Felder sehr viel. Der König ließ einen großen steinernen Kornspeicher bauen, um den Weizen darin zu lagern und ihn so zu bewahren. Die Steinmetze ließen jedoch ein kleines Loch in diesem Speicher. Eine Grille schaffte es, durch dieses Loch hineinzukriechen und trug die Weizenkörner eines nach dem anderen heraus. Die Grille nahm ein Weizenkorn heraus, trug es in ihr Loch und kehrte zurück, um ein anderes zu holen. Sie nahm das zweite Korn, trug es in ihr Loch und kehrte zurück, um ein drittes zu holen. „Genug davon, erzähl weiter, hat das Tragen des Weizens und die ganze Geschichte kein Ende?“, sagte der König gelangweilt. – „Warte nur, bis der ganze Weizen aus dem Speicher herübergetragen ist, dann ist die Geschichte zu Ende.“

Die gegenwärtigen Menschen wollen das Ende der Dinge wissen, aber ich sage: Wartet, bis der ganze Weizen herübergebracht worden ist, erst dann [kommt das Ende]. Der Schriftgelehrte, der das Reich Gottes studiert, beschäftigt sich nicht mit solchen törichten Theorien. Das Gleiche zu wiederholen, ist keine Erkenntnis. Wir sagen: „Wir müssen die Dinge ausprobieren und so aus unserer Erfahrung lernen!“ Die Erfahrung, die wir haben, genügt uns, denn selbst wenn wir eine Million Körner aus dem Spreicher nehmen, werden wir nichts mehr lernen. Ihr sagt euch: „Wartet ab, was der Meister uns heute Neues sagen wird.“ Ihr habt Recht. Die Größe eurer Nase bestimmt das Volumen eurer Gefühle, die Länge eures Kinns – die Stärke eures Willens und die Höhe eurer Stirn – die Qualität eures Verstandes. Manche sagen, dass man mit einer kleinen Stirn trotzdem klug sein kann. Das ist nicht wahr. Welche Rolle spielen die geraden Linien, die spitzen Winkel usw. in der Geometrie? Wenn dein Mund einen Winkel bildet, wird er dann aufgehen, oder? Die Öffnung eures Mundes bestimmt also das Ausmaß eures Appetits. Je mehr ihr euren Mund öffnet, desto hungriger seid ihr. Zeigt der Mundwinkel dagegen mit der spitzen Seite nach außen, heißt dies, dass ihr euch ausruht. Je nachdem, ob die Nase gerade ist, ob sie konkav oder konvex ist – nach außen oder nach innen zur Stirn hin -, werden unsere Gefühle durch das gleiche Gesetz bestimmt. Ist die Nase breit, hat das Herz einen Zustand, ist sie flach, hat es einen anderen Zustand. Der Zustand eures Magens lässt sich danach bestimmen, ob eure Wangen hohl oder pausbäckig sind. Der äußere Mensch ist also ein Ausdruck des inneren Menschen.

Jeder eurer Gedanken ist an eurem Gesicht sichtbar. Eure Tugend kann durch euer Gesicht bestimmt werden – sie liegt oben auf eurer Lippe. Wenn eure Augen in zwei entgegengesetzte Richtungen sehen, zeigt das, dass es eine Spaltung in eurem Wesen gibt. Wenn der Blickwinkel nach oben oder nach unten gerichtet ist, handelt es sich um zwei verschiedene Zustände. Wenn eure Augen breit geöffnet sind, zeigt das, dass ihr stark beeindruckbar seid, und wenn sie nur wenig geöffnet sind, ist eure Beeindruckbarkeit geringer. Es spielt auch eine Rolle, ob die Augen näher oder weiter von der Nase entfernt sind. Die Augen eines jeden Menschen wurden von Gott mit geometrischer Präzision platziert. Jeder Mensch ist nach einer von oben bestimmten Skizze geschaffen. Jeder trägt mit den kleinsten Details in seinem Gesicht das Zeugnis, das nicht nur sein gegenwärtiges, sondern auch sein vergangenes und sein zukünftiges Leben bestimmt.

Und wenn die heutigen Menschen in diesen Zeugnissen, in diesem göttlichen Buch des Gesichts, das jeder mit sich trägt, lesen könnten, würden tausend Unglücke vermieden werden. Christus empfiehlt allen seinen Anhängern, sich von ihren Fehlern der Vergangenheit abzuwenden. Jemand sagt: „Lasst uns unser Leben prüfen.“ – Lass dich fotografieren und prüfe dein Gesicht, sieh, ob du dich selbst magst. Die modernen Fotos zielen darauf ab, den Menschen schöner zu präsentieren, mit geglätteteren Gesichtszügen, als sie wirklich sind, indem sie sein Gesicht verschönern und nachbessern.

Löscht die göttliche Schrift nicht aus! Man sollte die Züge nicht auf diese Weise glätten, denn ein alter Mensch kann nicht jung werden und umgekehrt. „Das sind unvereinbare Dinge“, sagt Christus. Nur der Gelehrte, der die Dinge so sieht, wie Er sie sieht, kann die Beziehungen verstehen, die zwischen den einzelnen Teilen bestehen. In der Mathematik gibt es bestimmte Formeln, mit denen man eine Größe in eine andere umwandeln kann. Zum Beispiel kann man die Wärme, die 100 Tonnen Kohle abgeben, in eine dynamische Kraft umwandeln, aber man muss die Methode kennen, um das zu tun. Diese Wissenschaft ist den heutigen Menschen verborgen, denn wenn sie sie wüssten, würden sie mit den Menschen spielen und tausendmal Unglück über die Menschheit bringen.

Welchen Nutzen hat dieses Wissen für uns? Wenn wir den Menschen von oben kennen würden, wüssten wir, sobald wir ihn sehen, dass sich seine Energie in einem Spannungszustand befindet. Dann würden wir ihm aus dem Weg gehen, ohne die Flammen weiter zu schüren, oder wir würden den Dampf ablassen, damit die Energie in ihm ein wenig nachlässt. Bei Menschen, deren Energie nachgelassen hat, müssen wir ein wenig Treibstoff einsetzen, um sie wieder in Gang zu bringen. Wir wissen, wie der Brennstoff in der physischen Welt zugeführt wird. In der kausalen und spirituellen Welt gibt es viele Arten der Treibstoffzufuhr, die wir nicht kennen, aber lernen können. Es gibt Menschen, die den Sinn des Lebens verloren haben und für immer jung sein wollen; nur in der Jugend finden sie einen Sinn. Wenn ihr die okkulten Wissenschaften gründlich studiert, werdet ihr sehen, dass der Mensch nicht nur aus einer einzigen Art von Materie besteht, sondern aus verschiedenen Arten von Materie und Zuständen. Es gibt also eine Abstufung in allen Atomen und Ionen, aus denen er besteht. Es gibt bisher 49 solcher Zustände von Atomen im physischen Feld. Jeder Zustand kann ein bestimmtes Ergebnis an Gefühlen und Gedanken hervorbringen. Und je mehr sich der Koeffizient eures Zustands ändert, desto mehr werden eure Gefühle und Gedanken aktiv. Heutzutage sind die Menschen sehr nervös, aber das ist nichts anderes als eine Erhöhung ihrer Energie, also muss ihre Energie transformiert und in einen höheren Zustand der Materie weitergeleitet werden.

Ihr sprecht oft von der Erziehung eurer Kinder. Das bulgarische Wort „възпитание“ bedeutet soviel wie „nähren“. In gleicher Weise kümmern sich die Bienen um die Ernährung ihrer Königinnen. Wenn siе Königinnen großziehen wollen, geben sie ihnen eine bestimmte Art von Nahrung; wenn sie Arbeiterinnen großziehen wollen, wählen sie für sie eine andere Art von Nahrung, und für die Drohnen geben sie eine besondere, dritte Art von Nahrung. Die Drohnen sind die Pfeifer im Bienenstock. Ohne Drohnen geht es nicht, genauso wenig wie ohne Pfeifer. Sie sind eine Art Musiker. Ihr sagt, man kann auf die Drohnen verzichten. Nein, man kann nicht ohne die Pfeifer auskommen. Ihr sagt, dass es auch in eurem Leben viele Drohnen gibt, aber ich nenne sie Musiker. Jeder unangenehme Gedanke ist ein Pfeifer, eine unangenehme Musik. Ihr fragt: „Warum sind diese Gedanken und die Leiden, die sie uns bringen, so unangenehm?“ – Weil ihr krank seid, aber wenn ihr wieder gesund werdet, werdet ihr diese Pfeifer lieben, und die Leiden an sich erneuern den Menschen.

Um nun auf den Gedanken Christi zurückzukommen: Der Schriftgelehrte ist derjenige Lehrer, der die Gesetze kennt. Was wissen unsere Lehrer und Geistlichen heute über die Menschen? Die Lehrer sollten die Mathematik anwenden, damit sie die Menschen an der Stirn, der Nase usw. erkennen können. Diejenigen unter euch, die sich mit Mathematik beschäftigen, sollten diese Formeln studieren, und diejenigen, die sich mit Geometrie beschäftigen, sollten die Winkel bestimmen – vom kleinsten bis zum größten -, die Bedeutung einer gekrümmten Linie studieren usw. Es heißt, dass eine gekrümmte Linie durch die Drehung einer Linie um ihre Achse entsteht, und wenn eine gekrümmte Linie gedreht wird, entsteht eine Sphäre. Was bedeutet diese Sphäre? Eine Sphäre ist eine Erweiterung eurer Gedanken und Gefühle. Wenn ihr in einer Welt leben würdet, die sich nur in eine Richtung bewegt, hättet ihr keinerlei Entwicklung. Es ist eine Welt mit nur einem Kreis und einem Maß. Wenn sich zwei Wesen treffen, können sie nicht aneinander vorbeikommen. Das liegt daran, dass jede Abweichung die Ausdehnung voraussetzt. Wie würdet ihr dann diese beiden Wesen bewegen? – Das eine muss auf dem Rücken des anderen passieren. Deshalb sagen die Bulgaren von jemandem, der sich schleppt, dass er es aushalten muss, wenn andere über seinen Rücken schreiten. Das sind die Menschen, die sich nur in einer Dimension bewegen. Aber das kann uns nicht den wahren Weg des Lebens zeigen. In jedem Seiner Gedanken hat Christus etwas verborgen. Er sagte: „Vieles kann ich euch sagen, aber jetzt könnt ihr es nicht ertragen“. Diese Dinge werden den Menschen gesagt, wenn sie kultiviert genug sind, sie zu verstehen. Die Amerikaner sind im Verstehen dieser Gesetze weit fortgeschritten. Wenn sie zum Beispiel heiraten wollen, schicken sie keine Heiratsvermittler, die ihre Angelegenheiten regeln sollen, sondern die jungen Leute werden zu einem Phrenologen geschickt, der sie untersucht und erklärt, ob sie zusammenleben und heiraten können. Dann werden sie zu einem Physiognomiker, anschließend zu einem Astrologen geschickt, und wenn alle Informationen in einem für beide günstigen Sinne übereinstimmen, heiraten sie und bilden ein glückliches Paar. Wenn also Menschen heiraten, müssen die Zentren ihrer Gehirne ein bestimmtes Verhältnis haben. Wenn sich die Energien zwischen den Zentren des weiblichen und des männlichen Verstandes nicht richtig vermischen, kommt es zwangsläufig zu einem nervösen Zustand. Der Grund dafür ist, dass auf der einen oder der anderen Seite ein Überschuss an unplatzierter Energie verbleibt, der Übel erzeugt. Deshalb sollte eine Frau, die mit ihrem Mann unzufrieden ist, einen anderen Mann suchen, in den sie ihre überschüssige Energie investieren kann, und so kann ein Austausch stattfinden, so dass kein Verlust entsteht. Dies sollte jedoch auf spirituelle Art und Weise zwischen diesen beiden Menschen geschehen, damit durch den Einsatz ihrer überschüssigen Energie die Harmonie zwischen ihnen wiederhergestellt wird. Der Ehemann, der die Situation seiner Frau nicht versteht, sagt zu ihr: „Du darfst keine freundschaftlichen Beziehungen zu einem anderen Mann haben“, und es beginnen Streitereien und Zwistigkeiten. In gleicher Weise verhält sich die Ehefrau zu ihrem Mann, wenn er, um seine überschüssige geistige Energie zu investieren, außerhalb der Familie eine andere erhabenere Frau sucht, mit der er geistigen Umgang haben könnte.

Beide fangen an, sich auf die althergebrachte Art zu streiten. Zu solchen Leuten sage ich: „Ihr habt schlecht angefangen und werdet schlecht enden, weil ihr wie der Schriftgelehrte nicht gesehen habt, was ihr im Beutel habt.“ Der Mann und die Frau sind zwei Schriftgelehrte, die die Gesetze nicht verstehen, aber wie der Schriftgelehrte handeln müssen. Wenn ihr also heiratet, nehmt das Alte und das Neue heraus, das ihr zur Verfügung habt. Der junge Mann und die junge Frau sagen, bevor sie heiraten, dass alles in ihren Beuteln in Ordnung ist, aber wenn sie heiraten, öffnen sie die Beutel und es kommt nicht das heraus, was gesagt wurde.

All dies gilt für das gegenwärtige Leben, und wenn die Bulgaren ihr Leben korrigieren wollen, müssen sie diese Gesetze berücksichtigen. Manchmal sage ich mir: „Warum stochere ich in den kranken Stellen der Menschen herum und mache mir damit Feinde?“ Nun gut, aber wenn ihr ein verstauchtes Bein habt und einen erfahrenen Masseur bittet, es zu massieren, wird er euch, egal wie sanft er das Bein massiert, trotzdem Schmerzen bereiten. Ist es dann seine Schuld, dass er euch, um euch zu heilen, Schmerzen bereitet hat? Dann werdet ihr dem Masseur dafür danken, dass er euren Fuß geheilt hat. Ihr seid krank und ruft einen Arzt, der euch untersucht. Er gibt euch eine bittere Medizin, aber ihr mögt sie nicht und betrachtet deshalb den Arzt als euren Feind.

Deshalb wollen auch Kinder, die bittere Medikamente eingenommen haben, den Arzt nicht sehen oder hören. Eine Eiterbeule tritt bei euch auf, und ihr ruft einen Chirurgen, der sie untersuchen soll. Er nimmt seine Instrumente, schneidet sie auf und drückt sie heraus. Das verursacht dem Kranken Schmerzen, aber der Arzt ist nicht schuld. Ich wünschte, ihr wärt alle Masseure und Chirurgen in dieser Hinsicht, die aber ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen tun, nach allen Regeln der Kunst. Wenn der Mann überschüssige Energie hat, soll er sie in einer anderen Frau verströmen, aber mit Bedacht; und wenn die Frau überschüssige Energie hat, soll sie sie in einem anderen Mann verströmen, aber mit Anstand und Bedacht. Es ist notwendig, dass überall ein geistiger Austausch stattfindet, damit Wachstum, Frieden und Harmonie herrschen können. Die Bulgaren kennen diese Art des Energieaustauschs, und deshalb machen sie Dorffeste. Menschen aus 10-20 Dörfern kommen zusammen und mischen sich dort untereinader: Sie tauschen sich aus, verbrauchen ihre überschüssige Energie und werden auf diese Weise gesund. Alle gehen glücklich nach Hause. Manche sagen: „Wir wollen nichts Altes, wir wollen das Neue“. Aber das Neue hat kein solches Ergebnis. Ich habe die alten Bulgaren beobachtet: Wenn sie Bohnen kochen, werfen sie das erste Wasser weg und kochen die Bohnen im zweiten Wasser. Das erste Wasser ist nicht gut, aber jetzt sagt man, das sei dumm, man sollte kein Holz nicht verschwenden. Ein deutscher oder englischer Arzt empfiehlt dasselbe: Das erste Wasser sollte weggeschüttet werden, weil es ungesund ist. Ich wünschte, die Bulgaren würden zu den alten Volksbräuchen zurückkehren, die auf sehr wichtigen psychologischen Gesetzen beruhten und gute Ergebnisse brachten.

Christus sagt, der gebildete Schriftgelehrte sei wie der Hausherr, der aus seiner Schatzkammer das Alte und das Neue schöpft. Auch die heutige Wissenschaft geht denselben Weg. Alle neuen Entdeckungen, die in der Wissenschaft gemacht werden, sind noch nicht gut erforscht, es sind noch nicht in ihnen jene Wahrheiten gefunden worden, die den alten Völkern seit den frühesten Zeiten bekannt waren. Zum Beispiel wurde das Element Radium in jüngster Zeit entdeckt, aber die Ursachen seiner Besonderheiten sind noch nicht bekannt. Die Lebensenergie, die in der Natur wie in allen Elementen enthalten ist und von den Hindus „Prana“ oder lebensspendende Elektrizität genannt wird, ist noch nicht entdeckt worden. Solche Energien sind in unserem Organismus, in den Elementen Wasserstoff und Sauerstoff enthalten, aber sie sind nicht der Wasserstoff und der Sauerstoff. Sauerstoff und Wasserstoff sind nur Träger dieser Energien. Wenn wir keine korrekten Vorstellungen von all den Phänomenen und Veränderungen haben, die in der Natur stattfinden, schaffen wir eine falsche Kultur. Wir kritisieren ständig, dass dieser oder jener kein richtiges, gutes Leben führt, dass dieser oder jener ein unkultivierter Mensch ist. Ich frage: Was sind die Regeln, nach denen wir leben müssen, die wir anwenden können? Was ist die Erziehung? Im Christentum sollte es keine Kritik geben, sondern Wissen und Tugenden. Kritik sollte durch ein solches inneres Verständnis bedingt sein, das in der Lage wäre, unser Leben zu verändern und zu korrigieren. Bis dahin müssen die Europäer mindestens hundert Versuche unternehmen, die neue Kultur und die neuen Regierungsformen anzuwenden. Die Einstellung der Diener gegenüber den Herren leitet sich von der Einstellung der Söhne gegenüber den Eltern ab.

Väter und Söhne, Mütter und Töchter schaffen alle Disharmonie der Welt. Wenn eine Mutter ihre Tochter überfordert, behandelt diese sie auch nach denselben Regeln. Die Tochter wird dann ihre Dienerinnen so behandeln, wie die Mutter sie behandelt. Die Diener und Herren entstanden nach dieser Hierarchie, weil sie dieses große Gesetz nicht verstanden haben. Der Vater nimmt den Platz des alten, weisen Mannes ein, und der Sohn nimmt den Platz des starken Mannes ein. Der Vater wird sagen: „Ich werde den Platz des Drehpunktes einnehmen, um den du dich drehst und in tausend und eine Million Richtungen bewegst. Du kannst alles tun, was du willst, aber trenne dich nicht vom Drehpunkt.“ Wenn der Sohn sagt, dass der Vater dumm ist und sich von ihm trennen will, ist alles verdorben. In diesem Fall ist der Vater nicht stark und damit hat auch der Sohn das Nachsehen. Und der Sohn ist stark, aber nicht klug. Kinder haben Sehnsucht nach ihren Eltern, weil sie deren Weisheit und Erfahrung brauchen. Deshalb sollten Eltern anfangen, das Alte und das Neue aus ihren Beuteln herauszuholen, um zu sehen, was sie ihnen zu geben haben. Eltern müssen wissen, was sie ihren Kindern am Montag, Dienstag usw. zu essen geben sollen, denn die Nahrung schafft die Menschen. Nehmt den kultiviertesten Menschen und füttert ihn mit der gröbsten Nahrung, und ihr werdet sein Leben verändern. Füttert einen ungehobelten Menschen mit der feinsten Nahrung, und in zehn Jahren wird er seine Lebensweise geändert haben. Ich bin froh, dass jetzt schon verschiedene Strömungen auftauchen, die näher an der Natur sind, zum Beispiel der Vegetarismus, obwohl auch das keine richtige Auffassung von Ernährung ist, denn die Natur hat alle Arten von Lebensmitteln geschaffen, und jeder sollte sich mit Lebensmitteln ernähren, die auf seinen Organismus abgestimmt sind. Jeder Mensch, jedes Volk, jede Gesellschaft muss die geeignete Nahrung wählen, die die besten Ergebnisse bringt. Die übermäßige Tötung von Säugetieren schafft eine Anomalie in der Natur. Die meisten Krankheiten sind auf die Tötung von Säugetieren und Vögeln zurückzuführen. Da durch dieses Töten ihre Entwicklung gestoppt wird, bleiben alle Kräfte, die ihr Wohl bilden sollten, ungenutzt, und so entsteht ein Chaos, das die Ursache für die verschiedenen Krankheiten ist. Wisst ihr, was nach dem chaotischen Ausströmen dieses Tierblutes geschieht? Aus seinen Dämpfen werden verschiedene Seren und Kulturen für die schädlichen Bazillen gebildet, aus denen alle Übel der organischen Welt stammen. Um ein Gleichgewicht in die Natur zu bringen, musste sie etwa 100.000.000 Kilo Blut ausscheiden, um das Blut der Tiere auszugleichen. Aber in diesem Krieg heute wurden etwa 200.000.000 Kilo menschliches Blut vergossen. Einige werden verlangen, dass ich diesen Punkt beweise. Ich habe eine Reihe von Beweisen dafür, und ich sehe, dass die Naturgesetze auch in Bezug auf euer Leben wahr sind. Wenn du deinen Vater schlägst und beschimpfst, prüfe, ob du danach noch die gleiche Geisteshaltung hast wie vorher. Vor allem, wenn es um einen Dichter handelt, soll er danach versuchen, etwas Gutes zu schreiben. Auch ein Dramatiker oder ein Schriftsteller, der seine Frau schlägt: Kann er danach ein Stück oder ein Buch schreiben? Eine Frau, die versucht hat, ihren Mann zu vergiften, verliert ihre Schönheit.

Wenn ein junger Mann und eine junge Frau sich das Versprechen geben zu heiraten, aber ihr Versprechen sich als töricht erweist, sollten sie diesen Vertrag nicht erfüllen. Wenn ich verspreche, heute 1.000 Menschen zu treffen und mit allen ein intelligentes Gespräch zu führen, ist es undenkbar, dass ich mein Versprechen einhalte. Der Wunsch, ein Versprechen einzuhalten, das nicht eingehalten werden kann, wird von dem Ehrgeiz eines ehrlichen Menschen diktiert. Aber ein ehrlicher Mensch ist jemand, der richtig denkt und handelt.

Ihr aber, Männer und Frauen, seid jetzt der gebildete Schriftgelehrte, und was ihr an Altem und Neuem aus eurem Schatz schöpft, sind eure Söhne und Töchter. Wenn die Mutter ein unfähiges, jähzorniges Kind zur Welt bringt, ist es das alte Kleid. Wenn sie das Gesetz verstehen würde, würde sie ein kluges Kind gebären, das ist das neue Kleid. Aber auf dem physischen Feld befindet sich dieses kluge Kind in einem für es ungeeigneten Umfeld. Es will arbeiten, sich geltend machen, aber seine Mutter lässt es nicht arbeiten, lässt es nicht mit anderen Kindern zusammenkommen usw. Kannst du deinem kleinen Jungen oder Mädchen keine Arbeit geben? Gib dem kleinen Mädchen Puppen, mit denen es spielen und von denen es lernen kann. Oft sagt der Vater: „Ich habe jetzt keine Zeit, mich um die Kinder zu kümmern, ich muss meine Predigten und Aufgaben vorbereiten.“ Ihr könnt viel predigen, aber ihr müsst aus jeder Predigt eine Lehre ziehen. Wenn ihr ein Unbehagen im Magen spürt, zeigt das, dass unter den Menschen um euch herum Disharmonie herrscht. Wenn ihr eine Schwere in der Lunge spürt, zeigt das, dass ihr in den Herzen der anderen in Disharmonie seid. Wenn ihr eine Enge in Kopf spürt, deutet das darauf hin, dass ihr euch in Disharmonie mit den Gedanken der Menschen um euch herum befindet. Wenn du in einem Raum bist und dich unwohl fühlst, geh nach draußen und wechsle den Ort, und damit wird sich dein Zustand ändern. Wenn du in eine Gesellschaft kommst und dich langweilst, dann geh raus zu einem Volksfest oder Kreistanz, und denk nicht, dass die Menschen schlecht sind. Ihr sagt: „Wir sind religiöse Menschen, es ist nicht Gottes Art, dass wir beim Kreistanz mitmachen.“ Nun, wenn der Arzt mit einer Spritze kommt, wenn er euch Chinin verschreibt, wenn du Fleisch für Frikadellen schneidest, wenn ein Mann und eine Frau sich streiten, ist das nach Gottes Willen? Was ist nach Gottes Willen? All das, was wir tun, ist nicht nach Gott, das heißt, es ist nicht vernünftig, und wir halten uns für Idealisten. Oben Idealisten, unten Materialisten. Wir reden von Gott, aber wir füllen unseren Geldbeutel; wir lesen den Kranken vor, aber wir versorgen uns selbst. Priester, Lehrer, Richter – alle denken, sie seien an ihrem Platz, haben aber, wie der Schriftgelehrte, das große Gesetz der Erkenntnis der Dinge verloren. Ich werde einen guten Menschen nur denjenigen nennen, der, wenn er mir begegnet, in der Lage ist, mein Unwohlsein zu ändern. Ich treffe zum Beispiel eine Frau und fange an, mit ihr zu reden; wenn sie überschüssige Energie hat und meine schlechte Verfassung durch dieses Gespräch verändert wird, ist sie gut. Und wenn diese Frau in euch eine gute Stimmung hervorgerufen hat, dann bedeutet das, dass ein richtiger Austausch von Energien zwischen euch stattgefunden hat. Wenn zwei Negative aufeinander treffen, wird nichts dabei herauskommen, sie sind nicht füreinander bestimmt. Macht eure Schlüsse und Beobachtungen unter religiösen Menschen. Und dieses Gesetz überprüfe ich jetzt mit mathematischer Präzision.

Und deshalb sagt Christus: „Dieser gebildete Schriftgelehrte – ihr müsst wissen, was euer Verstand, Herz und Magen hervorbringen.“ Einige religiöse Menschen sagen, dass „Gott den Bauch zerstören muss“. Ja, der Bauch ist etwas Ungezügeltes, aber der Magen ist ein sehr feines Pferd, das mit feinem Futter gefüttert werden sollte. Aber unser moderner Magen ist ein großes Unglückspilz, weil wir ihn zwingen. Ein Bulgare, Ivan, besuchte einen Bauern. Der Bauer empfing ihn sehr freundlich, gab ihm zu trinken, aber Ivan lehnte ab. Der Bauer bestand darauf und sagte ihm: „Du kannst nicht ablehnen, Ivan, du wirst nach dem Wunsch meiner Frau trinken.“ Ivan trank nach dem Wunsch seiner Frau. Dann musste er auf sein Drängen hin auf die Kinder trinken, und so weiter, bis er so betrunken war, dass er kaum noch stehen und gehen konnte. Dann ging Ivan zur Wasserstelle, damit sich sein Pferd satttrinkt. Das Pferd trank so viel, wie es brauchte, und hörte auf zu trinken. Sein Herr begann ihn zu zwingen, mehr zu trinken, aber das Pferd wollte nicht mehr trinken. Da sagte er zu sich selbst: „Junge, das Pferd ist schlauer als du! Es will auf niemandes Wunsch mehr trinken, und ich habe so viel getrunken.“ Wir müssen essen, trinken, denken, fühlen, handeln, so viel wie nötig. Und das ist die zukünftige Wissenschaft: dem menschlichen Verstand, dem Denken, dem Fühlen und dem Willen Freiheit zu geben. Ihr Mütter, die ihr so oft die Ohren eurer Kinder gewaschen habt, könnt ihr an ihnen ermessen, wie lange eure Kinder leben werden? Wenn ich dein Ohr anschaue, weiß ich daran, wie viele Jahre du leben wirst, an welchen Krankheiten du leiden und woran du sterben wirst. Das Gleiche kann ich an einem Nagel erkennen – alle Krankheiten werden sichtbar. Er ist wie ein vollgeschriebenes Buch. Manchmal sieht man sich im Spiegel an und mag seine Lippen nicht, weil sie blass sind – das zeigt, dass man anämisch ist, manche Menschen haben rote Lippen, und die Ärzte sagen, sie haben mehr rote Blutkörperchen. Dünne Lippen zeigen, dass man gefühlsmäßig bankrott ist, oder dass man ein Geizhals ist. Manchmal macht ein Mädchen seine Lippen absichtlich dünn, schrumpft sie. Der Mann denkt, dass dies besser ist, weil sie ihre Gefühle nicht an einen anderen verschenken will. Dünne Lippen sind ein Übel und dicke Lippen sind ein anderes Übel. Je nach Statur sollte es eine Übereinstimmung zwischen der Breite der Brust, der Lippen und der Stirn geben. Wenn wir göttliche Ideen in unserem Verstand trügen, würden Generationen nach allen Regeln der Wissenschaft geschaffen, und die Kinder würden uns lieben. Und deshalb sagt Christus: „Dieser Schriftgelehrte hat nun begonnen, Sachen herauszuholen.“ Was bedeutet der dicke Hals? Wenn man klein ist und einen dicken und kurzen Hals hat, zeigt das, dass er bald dem Popen bezahlen wird. Wenn er eines Abends zu viel isst, siehe, am nächsten Tag hört man, dass er plötzlich gestorben ist. Ist jemand 175 Zentimeter groß und hat einen Hals von 34 Zentimetern, so leidet er an schwacher Brust. Jemand sagt: „Meine Verlobte hat einen dünnen Hals.“ – Es wäre gut, wenn sie einen dickeren Hals hätte, sonst sollte sie nicht heiraten: Sie kann keine Mutter werden. Sie werden mich fragen: „Was haben diese Dinge mit dem Christentum zu tun?“ – Sie sind von großer Bedeutung, denn genau darum geht es im Christentum: das Gute und das Schlechte in uns selbst zu erkennen.

Mit „alt“ sind all die Fehler gemeint, die in uns veranlagt sind, und mit „neu“ all das Gute, das in uns ist, und wenn wir diese Dinge kennen, werden wir sie kombinieren können, um ein gutes Leben nach diesem Wissen zu schaffen. Für die Zukunft sollten Schulen eingerichtet werden, in denen die Augen, die Ohren, die oberen und unteren Teile des Kopfes – die Stirn, die Nase, das Kinn studiert werden; dann die Lunge, der Magen, die Art, wie das Gewebe beschaffen ist, wie das Nervensystem beschaffen ist, ob es reaktionsfähig ist, usw. Wenn wir all diese Angaben haben, werden wir in der Lage sein, gute Menschen zu schaffen. Wenn wir all dies wissen, können wir auswählen, welche Art von Menschen unsere Kleidung nähen oder unsere Schuhe herstellen sollen usw. Es gibt Menschen, deren Energie sehr schwerfällig ist, deshalb würde ich solche Menschen nicht mit der Herstellung meiner Kleidung beauftragen. Ein solches Kleidungsstück wird bei demjenigen, der es trägt, schlechte Laune hervorrufen. Es gibt Menschen, die, wenn sie ein Haus bauen, die schlimmsten Gedanken und Gefühle darin hinterlassen, so dass alle, die darin wohnen, sterben. Einen Lehrer oder einen Priester, der solche Gedanken hat, würde ich nicht in mein Haus lassen, und ich würde ihm nicht erlauben, Gebete zu lesen. Das sind nicht nur Behauptungen, sondern Ergebnisse von Beobachtungen. Lass den, den du liebst, deine Kleidung nähen. Wenn du in ein Geschäft gehst, wirst du nur dann etwas kaufen, wenn du den Händler magst. Der alte Bulgare, der mehrere Schwiegertöchter hat, sagt: „Ich möchte, dass die jüngste Schwiegertochter für mich das Brot knetet.“ Er weiß, warum er Brot von der jüngsten Schwiegertochter will. Die Schwiegertochter wird, indem sie das Brot knetet, ihre Lebenskraft in es einbringen und mit guten Gedanken umhüllen. Wenn die alte Schwiegertochter Brot backt, wird der Schwiegervater eine Magenverstimmung bekommen. Wenn die Hausfrau entmagnetisiert ist und nur noch Unordnung im Haus herrscht, sollte der Ehemann ein gesundes, lebhaftes Dienstmädchen aushandeln, das die ganze Hausarbeit erledigt, und seine Frau in einen Kurort schicken, bis sie wieder zu Kräften gekommen ist. Gib niemals einem nervösen, steifen Mann die Aufgabe, für dich zu kochen, sondern gib einem wohlernährten, gesunden, fröhlichen Mann diese Arbeit. Damit ist der Schriftgelehrte gemeint, der aus seiner Schatzkammer das Neue und das Alte hervorholt und aufzeigt, worauf die Leiden unseres Lebens zurückzuführen sind. Wenn also ein junger Mann eine dürre Frau heiratet, soll er wissen, dass nichts dabei herauskommen wird. In der geistigen Welt ist die Analogie die gleiche. Menschen, die sehr hölzern sind, haben nicht das erhabene spirituelle Verständnis, sind nicht von der göttlichen Welt, aus dem einfachen Grund, dass sie viele Säuren enthalten, die übermäßige Aktivität hervorrufen, während die beleibten Menschen wie eine Base sind. Die Dürren sind aktiv und die Beleibten passiv. Die Welt besteht aber nicht nur aus Basen oder Säuren, sondern es gibt etwas dazwischen: das sind die Kinder. Fangt jetzt an, das Neue aus dem Alten herauszuholen. Vorher messt eure Nase, euer Kinn, eure Unter- und Oberlippe, betrachtet eure Augen und seht, warum sie mal weiter geöffnet sind, mal weniger, warum sie mal klarer und mal dunkler sind, und so weiter.

Wenn ihr die Dinge auf diese Weise betrachtet, werdet ihr in die Lage versetzt, den inneren Sinn des Lebens zu verstehen. Die Okkultisten sagen über die Gefühle von jemandem: Sein Astralleib steht nicht in der richtigen Beziehung zu seinem physischen Leib, oder sein Mentalleib steht nicht in der richtigen Beziehung zu seinem physischen Gehirn. Ich ersetze den Mentalleib durch das Gehirn, den Astralleib durch die Lunge und den physischen Leib durch den Magen und sage, dass die Beziehung zwischen Magen, Lunge und Gehirn nicht richtig ist.

Beobachtet also die Ohren der Menschen, ob sie viele Falten haben, ob sie breit oder schmal sind; beobachtet auch die Augen der Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben, und auch die der jungen Menschen. Und wenn diese Erziehungsmethoden auch im Familienleben richtig angewandt werden, werden alle Männer und Frauen einander sofort verstehen. Das ist die Lehre, die Christus der gegenwärtigen Menschheit vermacht hat. Männer und Frauen, die heiraten sollen, dürfen nicht das gleiche Temperament, das gleiche Gehirn, nicht die gleichen Finger und Nasen haben. Das ist das Neue und das Alte in der Welt. Wenn die Finger des Mannes länger sind, sollten die Finger der Frau kürzer sein. Wenn ihr eine Dienerin wählt, müsst ihr aufpassen, dass das gleiche Verhältnis zwischen ihr und der Hausherrin besteht. Jeder Mensch ist für eine bestimmte Arbeit geboren, die zu dem passt, was er unternimmt. Die Amerikaner sind sich dessen wohl bewusst, und wenn sie ein Dienstmädchen auswählen, lassen sie es von einem Phrenologen untersuchen. Er entscheidet, ob sie geeignet ist oder nicht. So sind auch alle Insekten und Tiere von Gott für eine besondere Aufgabe geschaffen worden. Wenn ein Mensch seinen Platz gefunden hat, für den er bestimmt ist, ist er glücklich, andernfalls ist er unglücklich.

Deshalb sollte es in Zukunft solche Schulen geben, um die Menschen zu untersuchen, mit denen wir ein Unternehmen gründen, und das wird viel Elend vermeiden. Menschen, die nach diesen Gesetzen der Natur leben, leiden weniger. Und diejenigen, die nicht so leben, werden vom Schicksal verfolgt. Konzentriert euch auf diesen Schriftgelehrten, und denkt nach über die alten und neuen Dinge. Ihr werdet nicht die ganze Welt erheben, aber ihr könnt eurer Welt und euren Lieben helfen. Wenn deine Lippen blass sind, bete darum, dass sie rot werden; wenn deine Nase schmal ist, atme tief, damit sie sich weitet; wenn deine Augen trübe sind, bete darum, dass sie klar werden. Das Negative sollte positiv werden. Wenn du Herzklopfen spürst, zeigt das, dass deine Gefühle gespalten sind. Lege mehr Liebe in dein Herz, lass deinen Gefühlen freien Lauf, dann wird das Herzklopfen verschwinden.

Die Einschränkung von Gefühlen verursacht eine Veränderung im Gehirn, das Gehirn seinerseits – in der Blutzirkulation, die Blutzirkulation – im Magen und so weiter. Herzklopfen ist das Ergebnis eines Kampfes zwischen zwei Gefühlen. Beseitigt diesen Kampf, und das Herzklopfen wird verschwinden. Du hast Kopfschmerzen, beseitige den Gedanken, der dich quält, versöhne die gegensätzlichen Gedanken in dir, und die Kopfschmerzen werden verschwinden. Ein bankrotter Kaufmann beginnt sich zu sorgen, und sein Kopf schmerzt. Beseitigt den Gegensatz in Gedanken und Gefühlen, und ihr werdet gesund sein.

Das ist Wissenschaft, Wille, Christentum, Kultur, Religion: uns selbst zu beherrschen und unseren Nächsten zu helfen. Wenn wir einen nervösen Menschen treffen, gehen wir ihm aus dem Weg. Nein, wir müssen ihn auf eine andere Weise beeinflussen. Das ist auch das, was man in solchen Fällen tut, wenn jemand sich einer Sache schuldig macht. Sofort wird er verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Nein, man muss nach den Regeln jenes Schriftgelehrten urteilen, der das Alte und das Neue hervorbringt. Wir sollten die Schulen, die Gerichte und das neue Gesellschaftssystem in diesem Sinne reformieren, so dass wir alles verjüngen können – auch die Familien – und jeder glücklich sein kann. Das ist es, was der Herr will. Früher dachte man, religiöse Menschen sollten mit gesenktem Kopf gehen. Wer den Kopf gesenkt hält, zeigt, dass sein Kopf sehr voll ist, er muss zahlen. Wenn jemand wie ein Fragezeichen oder ein Komma aussieht, bedeutet dies, dass er viel zu geben hat. Wer den Kopf hochhält, zeigt, dass er leer ist. Es gibt auch nichts, was man von ihm nehmen könnte. Das Schelten ist ein Merkmal alter Menschen. Heutzutage schelten und beschimpfen die Leute ständig einander. In der Straßenbahn streiten sie sich jeden Tag, wer wo sitzen soll usw., d.h. sie nehmen Plätze ein und verlassen sie wieder. Das ist die neue Lehre: unsere Energie nicht wahllos zu verbrauchen, sondern sie genau dort zu platzieren, wo sie hingehört. Sonst kommt der Arzt in ein solches Haus und nennt diese Menschen Neurastheniker, Hyperstheniker, manisch Kranke usw. Solche Menschen leiden meiner Meinung nach an einem Mangel, an einem Energieverlust. Das ist die Blutarmut.

Bringt eure Gedanken, eure Gefühle und euren Willen in Einklang und versucht, aus dem Neuen und Alten euer zukünftiges Leben zu gestalten.

Die kleine Kerze


Wenn die vernünftigen Wesen durch den abstrakten Begriff der „Energie“ ersetzt werden; wenn die göttliche Weisheit im Begriff der „Information“ getötet wird; wenn das schöpferische Wesen Gottes auf Elementarteilchen und Wellen reduziert wird; wenn all dies in ein Dogma gekleidet wird, das das Leben als einen Zusammenfall biochemischer Prozesse betrachtet – dann können wir uns an das Lied von Marin Kamburov erinnern:

Die kleine Kerze

Steh morgens früh auf,

wasch dich, zieh dich an,

danke Gott,

öffne das Buch.

Wisse, dass du ein Schüler bist,

so lerne, lerne!

Und wenn die Sonne aufgeht,

vertreibe du die Dunkelheit,

nimm das Geschenk Gottes an,

zieh die Liebe an.

Wisse, dass du ein Diener Gottes bist,

so diene, diene!

In stürmischen, schrecklichen Tagen,

wenn die Sünde regiert

und der böse Zauberer 

die Welt in Finsternis einhüllt,

wisse dass du eine kleine Kerze bist,

so leuchte, leuchte!

Малката свещ

Сутрин рано стани,

умий се, облечи,

Богу благодари,

книгата отвори,

знай, ученик си ти,

учи, учи!

А слънце щом изгрей,

мрак тъмен разпилей,

дар Божи приеми,

с Любов се облечи,

знай, слуга Божи си,

служи, служи!

Във бурни, страшни дни,

кога грехът цари

и света злият маг

обвива с тъмен мрак,

знай, малка свещ си ти,

свети, свети!

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Запалете свещите си всички,  от най-големия до най-малкия, за да не остане някой с незапалена свещ, защото светът се нуждае от Светлина! Като блесне Светлината, ще дойде и Топлината в сърцето, а с това всичката омраза, която съществува, и стремлението да станем малки и големи ще изчезне.“

Учителя Беинса Дуно (Петър Дънов)

Zündet alle eure Kerzen an, von dem ältesten bis zum jüngsten, damit niemand mit einer nicht sngezündeten Kerze zurückbleibt, denn die Welt braucht Licht! Wenn das Licht leuchtet, wird auch die Wärme im Herzen kommen, und mit ihr werden all der Hass, der existiert, und das Streben, groß zu werden, verschwinden.“ Meister Beinsa Douno, Vortrag „Die kosmische Liebe“, 24.8.1919) 

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Marin Kamburov (1902 – 1990), ein Schüler des Meisters Beinsa Douno, wurde in Stara Zagora geboren. Das Wort des Meisters prägte seine Weltanschauung und wurde zu einer Quelle der schöpferischen Inspiration und zum Inhalt seines Lebens. Bis zu seinem letzten Atemzug war Marin Kamburov das Beispiel eines Schülers mit wachem Geist, der alle Momente seines Lebens der Lehre und dem Dienst zur Ehre Gottes widmete.

In 50 Jahren seines Lebens schuf Marin Kamburov 233 Lieder, in denen er die Liebe, die Weisheit und die Güte anpries, wobei er demütig sein Haupt verneigte und seinen Meister und die Größe des Schöpfers verehrte. Er hatte nie einen Schreibtisch und ein Arbeitszimmer. Seine Lieder entstanden in der Natur, bei der Arbeit oder in der Ruhe. Text und Melodie flossen spontan und erwachten meist ohne Korrektur zum Leben.

Viele Jahre bevor die Muse der schöpferischen Inspiration in ihm geweckt wurde, sagte der Meister bei einer der Begegnungen der beiden Brüder Peter und Marin Kamburov zu ihnen: „Ich sage, Marin hat ein starkes musikalisches Gedächtnis“. In der Tat erinnerte sich Marin Kamburov bis zu seinem Lebensende an alle seine Lieder, die durch seinen Geist aus den Welten des Lichts zur Erde gesandt wurden, und sang sie mit Begeisterung. (https://beinsa.bg/chronology.php?id=2295)