Sonntagsvorträge, Sofia, 10.2.1924, 10:00 Uhr
Willst du gesund werden? (Johannes 5:6)
Es gibt Fragen im Leben, die nur bestimmte Menschen verstehen können. Wenn du einen kranken Menschen fragst, ob er gesund werden will, versteht er die Frage gut und wird dir eine korrekte Antwort geben. Damit jeder die Frage „Willst du gesund werden“ versteht, kann sie auch anders gestellt werden. „Willst du reich sein?“ – „Ja.“ – „Willst du ein Gelehrter sein?“ – „Ja.“ – „Willst du ein ehrlicher Mensch sein?“ – „Ja.“ – „Willst du ein tugendhafter Mensch sein?“ – „Ja.“
Wenn ich natürlich die Frage stelle: „Willst du ein gelehrter Mensch sein?“, dann kann diese Frage nur von jemandem verstanden werden, in dessen Seele ein unstillbarer Durst nach Wissen herrscht. Wenn ich einem Menschen die Frage stelle: „Willst du tugendhaft sein?“, so kann nur derjenige sie verstehen, in dessen Seele ein Durst nach dem Guten liegt. Derjenige, in dessen Seele dieser Durst nicht vorhanden ist, kann die Frage nicht verstehen. „Willst du etwas essen?“ Er wird sagen: „Diese Frage interessiert mich nicht“. Aber der Hungrige, der Durstige, der Kranke werden diese Frage verstehen.
Wenn Jesus Christus heute käme, würde Er der modernen Kulturwelt viele Fragen stellen; Er würde den modernen Wissenschaftlern viele Fragen stellen; Er würde den heutigen Kirchen, den Staatsmännern, den Machthabern viele Fragen stellen, Er würde allen viele Fragen stellen. Natürlich würden sie alle eine Antwort geben. Es gibt еtwas, das die menschliche Seele hegt. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der nicht das Gute liebt; es gibt keinen Menschen auf der Welt, der nicht das Wissen liebt; es gibt keinen Menschen auf der Welt, der nicht das Geld liebt. Die geistigen Menschen sagen, dass sie kein Geld mögen, aber das ist nur scheinbar. Zum Beispiel ist es eine strittige Frage, ob es Geld geben soll oder nicht, doch warum wird darüber gestritten, ob es Geld geben soll oder nicht? Wer hat das Geld erschaffen? – Der Mensch. Geld ist ein Produkt, eine Erfindung des Menschen. Solange er der Herr des Geldes ist, wird er also Geld wollen. Wenn wir außerdem sagen, dass es eine Ordnung in der Welt geben sollte, dann wird es sie auch geben. Manche Leute sagen, dass in der Welt Anarchie herrschen sollte, und wie sie sagen, so kommt es auch heraus. Beobachtet die Geschichte eines jeden Volks! Es wird Blut vergossen. Die Historiker, die Philosophen, die Staatsmänner, die Wissenschaftler suchen nach der Ursache dafür, aber alles hat seine wahre, tiefe Ursache. Wenn ein Mensch krank wird, was ist die Ursache dafür, dass er krank wird? – Dieser Mensch hat sich auf unnatürliche Art ernährt. Es kann auch andere Gründe geben. Sein Haus kann unhygienisch sein, die Nahrung, die er gegessen hat, kann unsauber gewesen sein usw. Es ist daher wichtig, diese Fragen zu klären, da sie unser Leben beeinflussen werden. Die heutigen Menschen sind merkwürdig!
Ich möchte euch zwei Beispiele aus dem französisch-preußischen Krieg nennen. Es befinden sich zwei Soldaten auf dem Schlachtfeld, ein Franzose und ein Deutscher, die beide für ihre Völker kämpfen. Der Franzose will den Ruhm Frankreichs, der Deutsche will den Ruhm Deutschlands. Sie kämpfen und einer von ihnen stößt seinem Gegner das Messer in die Brust. Man findet beide tot auf, mit Messern in den Händen. Dies ist ein Beispiel. Was haben beide auf dem Schlachtfeld zu gewinnen? Hat der Franzose Frankreich erhoben? Hat der Deutsche Deutschland erhoben? Darüber sollen sich die Historiker Gedanken machen.
Ein anderes Beispiel. Am selben Ort findet man einen Franzosen und einen Deutschen, beide verwundet. Der Franzose verbindet die Wunde des Deutschen, dann verbindet der Deutsche die Wunde des Franzosen, und dann reden sie beide brüderlich. Ich frage: Warum haben sich die beiden erst ein Messer in die Brust gesteckt, und beim zweiten Mal hat der Deutsche die Wunde des Franzosen verbunden und umgekehrt? Einige werden sagen, dass die Kultur dies erfordert. Nein. Wenn ein Mensch sich betrinkt und anfängt, verrückt zu werden, ist das keine Eigenschaft des menschlichen Geistes, sondern der Wein in ihm. Der Wein wirkt jedoch nicht bei allen Menschen gleich. Wenn einer betrunken ist, wird er verrückt, und wenn ein anderer betrunken ist, schläft er ein. Es kommt also auf die moralische Stabilität an. Es gibt Menschen, die selbst wenn sie trinken, nüchtern sind, und es gibt Menschen, die, wenn sie trinken, die kleinste Erschütterung brauchen, um ihre moralische Stabilität zu zeigen.
Was ist nun der tiefe Sinn unseres Lebens auf der Erde? Seit 8000 Jahren haben die Menschen Tausende und Abertausende von Versuchen unternommen, den Sinn des Lebens zu verstehen und die Menschheit zu verbessern. Das ist ausgezeichnet. Die ganze Geschichte zeigt diese Versuche. Es gibt Tausende von Menschen, Tausende von Ärzten, die ihr Leben der Heilung der Menschheit gewidmet haben. Es gibt Tausende von Menschen, die ihr Leben der Aufgabe gewidmet haben, den Menschen Moral zu predigen. Noch nie gab es so viele Schulen, so viele Universitäten, die so gut eingerichtet sind wie heute. Sollten wir nicht innehalten und sagen, dass wir den Höhepunkt unserer Entwicklung erreicht haben? – Nein.
Wir stehen erst am Anfang unserer Entwicklung. Es gibt also etwas Erhabeneres und Edleres, das im Menschen steckt. Und was sollte der Maßstab sein, an dem sich unser Leben ausrichten sollte? Wenn eine Mutter mit der Erziehung ihrer Kinder beginnt, was sollte das erste Prinzip sein, das sie ihrem Kind beibringt? Welche Frage sollte die Mutter stellen? Ihr seid jetzt Mütter und wisst, dass ihr nicht nur wollt, dass das Kind gesund ist, sondern auch, dass es klug und stark ist. Es soll nicht nur klug sein, sondern auch im weitesten Sinne tugendhaft, denn nur der Tugendhafte kann klug sein. Dies sollte als Maxime formuliert werden. Mit jeder Kultur, so auch mit dem Aufkommen des Christentums, beginnt etwas Neues. Eine neue Kultur ist im Kommen! Die Religionen gehen der Kultur immer voraus, um die Grundlage für einen geistigen Aufschwung der Menschheit zu schaffen. So war es in der Vergangenheit, so ist es jetzt und so wird es in Zukunft sein. Die menschlichen Energien und Gefühle müssen reguliert werden, und dann werden Menschen kommen, die „Genies der Menschheit“ genannt werden, um den Aufstieg der Menschheit in Angriff zu nehmen. Das ist ein großartiges Werk! Die Erhebung der Menschheit ist nicht das Werk eines einzelnen Menschen. Wir sagen: „Na ja, irgendein Wissenschaftler, Philosoph oder Schriftsteller wird das schon machen“. Nein, Millionen von Müttern müssen arbeiten, Millionen von Vätern müssen arbeiten, sie sind die ersten Arbeiter, und dann wird eine Schar von edlen Menschen kommen, um für diese Erhebung zu arbeiten.
Die wichtige Frage, die Christus stellte, lautet: „Willst du gesund werden?“
Wenn Menschen einem Vortrag zuhören, gehen sie oft in eine Analyse über, sie wollen wissen, was die Absicht des Redners ist. Das ist die Außenseite der Frage. Manchmal kann der schlechteste Mensch für euch etwas Gutes tun und euch das Leben retten. Und manchmal kann euch der beste Mensch unwissentlich etwas Böses antun. Wenn ein guter Mensch, der keine Ahnung von Medizin hat, euch etwas Gutes tun will, euch heilen will, dann kann er euch töten, indem er euch eine Medizin gibt, von der er nichts versteht. Ihr werdet sagen: „Es war der Wille Gottes“. Das war nicht der Wille Gottes. Und jener böse, jedoch kluge Mensch kann euch eine Medizin aus der Natur geben und euch helfen. Wenn jemand ein Medikament empfiehlt, bedeutet das, dass er Kenntnisse haben muss. Denjenigen, die sich mit der menschlichen Seele befassen wollen, sage ich: Ihr müsst eine hohe Intelligenz und Vernunft haben, um diese inneren Vorgänge, die im Menschen stattfinden, zu verstehen. Es ist eine Schande für die Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts, die Menschen der Aufklärung sind, die Mittel der vergangenen Menschheit zu benutzen! Die erste Sache – die Menschen sollten sich durch Ehrlichkeit auszeichnen. Jeder sollte wahrheitsliebend sein – die Wahrheit lieben.
Es geht nicht um unsere Fehler. Wir müssen ein überwältigendes Verlangen, einen überwältigenden Durst nach jener Wahrheit haben, die dem Menschen Freiheit gibt. Dies sollte nicht nur für die Bulgaren gelten, sondern alle Völker sollten diesen Wunsch haben. Der Wunsch wird zu den Ergebnissen führen, die jeder Mensch anstrebt. Das Streben ist wichtig. Jeder möchte wirtschaftlich frei sein, nur unsere Mittel sind begrenzt. Glaubt ihr, dass all diese Franzosen, Engländer, Deutschen, all die herausragenden Menschen, die heute die Welt regieren, das nicht wollen? Glaubt ihr, dass sie dieses Streben nach dem Guten nicht in sich tragen? Sie tragen es, aber sie stehen vor einer großen Aufgabe. Wir können sie verurteilen, aber es ist nicht so einfach, auf einen Schlag ein Gesetz zu schaffen. Wenn es so einfach wäre, die Menschheit mit einem Gesetz zu verbessern, hätten es die Menschen schon längst getan. Nein, die Menschheit braucht etwas anderes. Das Gesetz, das ist eine Einschränkung, und die Anwendung des Gesetzes, die Anwendung dieser Kräfte, die im Leben, in der vernünftigen Natur sind, sie müssen dem menschlichen Geist, der menschlichen Seele zugänglich werden. Daher sind der menschliche Geist und die menschliche Seele göttliche Manifestationen; der Verstand und das Herz sind Manifestationen des Geistes und der Seele, und der Körper ist nur eine Wirkung. Deshalb widmen wir Menschen unser ganzes Leben dem Körper, den Folgen. Hier liegt der ganze Irrtum. Eine Mutter widmet ihr ganzes Leben dem Körper ihres Kindes. Sie streichelt seine Augen, seine Hände, seine Nase, aber sie versucht nicht, in seine Seele zu schauen, um zu sehen, was darin verborgen ist. Sie sagt: „Ah, mein Engel!“ Aber sie weiß noch nicht, was diese Hände alles können. Dieses Kind kann ein Napoleon werden, es kann ein Caligula werden, ein Tolstoi, es kann ein Christus sein, nicht der Christus, den wir erwarten, sondern der Christus, der Mensch der überwältigenden Liebe für alle Menschen. Wenn ich „Christus“ sage, meine ich den Menschen, der eine überwältigende Liebe für die Menschheit hat, der das Gute in der lebendigen Natur gefunden hat und all das an andere weitergeben will, wie er es für sich selbst gefunden hat. Das ist das Ziel von Christus. Und deshalb sind wir gegenwärtige Menschen in die Irre gegangen, wir haben die Lehre Christi verzerrt aufgenommen und Dinge in sie hineingelegt, die nicht wahr sind. Wenn wir zum Beispiel sagen, dass man Liebe haben muss, sagt ihr: „Ja, aber Liebe allein reicht nicht aus.“ – Was ist dann notwendig? – „Du brauchst auch ein bisschen Gewalt!“ Aber gibt es eine größere Macht als die Macht der Liebe? Manche sagen: „Ich habe die Liebe benutzt, aber sie hat mir nichts gebracht“. Du hast sie noch nicht in der richtigen Art benutzt. Diese Liebe muss als ein Erziehungsinstrument dienen, mit dem man handelnd, aktiv sein muss. Wir müssen mit den Schwierigkeiten im Leben kämpfen, um sie zu überwinden, also müssen wir uns mit der Liebe wappnen.
Es gibt bestimmte Kräfte in der Natur, außerhalb von uns, die der menschlichen Entwicklung feindlich gegenüberstehen. Das ist ein Nebenthema, das wir beiseite lassen können, aber ich sage, dass der Mensch die Gesetze kennen muss, nach denen er mit diesen Kräften umgehen kann.
Ich werde euch ein Beispiel geben. Ein indischer Fakir namens Mali, ein Schlangenbändiger, wurde bei der Überquerung des Ganges von einem Krokodil erwischt. Dieser Fakir, der es verstand, alle Arten von Schlangen und Kobras zu zähmen, stieß auf dieses Krokodil, das ihn zum Fluss zog. Aber er war mutig, er war erfinderisch, er steckte seine beiden Finger in die Augen des Krokodils und rettete sich. Das war die einzige Möglichkeit, sich zu retten. Er rettete sich selbst, aber er trug monatelang eine Wunde. Bei einer anderen Gelegenheit wurde dieser Schlangenbändiger während er der indischen Wildnis unterwegs war, eines Tages von einem Tiger zu Boden gestoßen. Er lag 5-10-15 Minuten auf dem Rücken und beobachtete, dass der Tiger ihn nicht ertränkte. Er fragte sich, wieso der Tiger ihm nichts antat, warum er ihn nicht erlegt hat. Und was war die Ursache? Der Fakir hatte eine Kobra namens Saprilla dabei, die sofort heraussprang und den Tiger festhielt. Dieser Tiger war mutig, aber er zitterte beim Anblick der Kobra. Sie starrte ihn etwa 10-15-20 Minuten lang an, und auf einmal trat ein seltsamer Krampf in dem Tiger auf, und er wälzte sich auf dem Boden. Saprilla kam ihrem Herrn zu Hilfe, hackte auf den Tiger ein und dieser wälzte sich am Boden. Der menschliche Geist hat mit dem Bösen in sich selbst zu kämpfen. Um zu kämpfen und Widerstand zu leisten, muss man über Fähigkeiten verfügen. Wir werden das Feuer nicht löschen, indem wir es anpusten, sondern wir werden es mit Wasser begießen.
Nun wendet sich Christus an den Kranken und fragt ihn: „Willst du gesund werden?“ Ich sage den gegenwärtigen Menschen: Wenn jetzt Christus kommen und euch fragen würde, ob ihr glücklich sein wollt, werdet ihr alle sagen: „Ja, Herr!“ – „Wollt ihr reich sein?“ – „Oh ja, wir wollen alle reich sein!“ – „Wollt ihr klug sein?“ – „Nun, Herr, das ist schon eine schwierige Aufgabe. Mit dem Reichtum kann man leicht umgehen, aber das Lernen ist harte Arbeit“. Die schwierigen Werke sind die guten Werke der Welt. Erhabene und edle Werke sind heute gefragt! Alles Wissen, nicht nur das moderne Wissen, muss erprobt und bewiesen werden. Wenn ich sage, dass es geprüft werden muss, dann deshalb, weil es eine Seite gibt, die verifiziert wurde, und eine andere, die nicht verifiziert wurde, aber noch zu verifizieren ist.
Was ist der Sinn unseres Lebens? Oft verhalten wir uns wie diese beiden, der Deutsche und der Franzose, wir haben uns gegenseitig an den Kragen gepackt und bedrohen uns gegenseitig mit dem Messer. Was können wir gewinnen? – Nichts. Das zweite Beispiel, die Wunden unseres Bruders zu verbinden, ist zu empfehlen. Man sollte sagen: „Bruder, ich habe einen Fehler gemacht, aber ich kann deine Wunden verbinden“. Und der andere sollte sagen: „Ich kann auch deine Wunden verbinden“. Diese Sache spüren die heutigen Völker. Die heutigen christlichen Völker sollten versuchen, die Wunden ihrer Brüder zu verbinden, anstatt sich gegenseitig das Messer in den Leib zu stechen. Das sollten alle Völker tun. Die großen, die starken Völker sollten die Wunden von wem verbinden? – Von denjenigen, die verwundet, die schwach sind. Das gilt nicht nur für uns persönlich, das ist die Position, die alle Menschen einnehmen müssen.
Christus sagte zu dem kranken Mann: „Willst du gesund werden?“ – „Ich will, Herr!“ – Da sagte ihm Christus: „Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!“
Unter den europäischen Völkern findet heutzutage ein Wettlauf statt. Sie wissen nicht, wen sie delegieren sollen, nicht, dass sie das Gute nicht wollen. Jeder will, dass die Initiative von ihm ausgeht. Wenn Frankreich beschließt, eine Konföderation zu gründen, wird Deutschland einwenden: „Wie das?“ Wenn Deutschland beschließen würde, eine Konföderation zu gründen, würde England sagen: „Wie das?“ Jeder wird auf die Bühne kommen wollen. Sie müssen sich einigen. Wenn wir das Gute aufrichtig wünschen, sollte es uns gleichgültig sein, von wem es kommt. Möge der Klügste hervortreten, das Gute hervorbringen, wir werden ihn beglückwünschen. Dieses Gute dient dem Wohle aller. Nun sage ich: Wenn wir Heiden wären, wäre die Sache anders geregelt. Würden wir vielen Göttern dienen, wäre die Sache anders geregelt, aber weil wir christliche Völker sind, weil wir alle einem Meister, einem Christus dienen, der den Menschen die Liebe gepredigt hat, ist es uns gleichgültig, wer das Gute hervorbringen wird. Wenn Liebe gepredigt wird, bedeutet das keine Entpersönlichung. Die Liebe ist jene große Kraft, die es allen Wesen, vom kleinsten bis zum größten, ermöglichen wird, sich zu manifestieren. Sie wird es ermöglichen, dass sich das Leben manifestiert. Und wenn wir das Schöne im Leben verstehen, wird es kommen. Warum leidet ihr? – Weil in euren Herzen die Aufrichtigkeit fehlt. Manchmal stellt ihr euch fromm. Wenn ich jetzt zum Beispiel zu euch spreche, hängt die Kraft meiner Rede von dieser inneren Reinheit ab, von der Lage meines Verstandes, meines Herzens, meiner Seele und meines Geistes in diesem Moment, von der Bedeutung, die ich in sie hineinlege. Das ist es, was die Kraft meiner Rede bestimmt. Es gibt eine große Macht in der Welt, ein großes Wesen, vor dem keine Lüge bestehen kann. Diese Macht bestimmt alles Leben, diese Macht richtet alles. Denkt nicht, dass ihr tun könnt, was ihr wollt. Nein, dieses Wesen schickt ständig Menschen auf die Friedhöfe. Es schickt alle dorthin, sowohl die Starken als auch die Schwachen. Bislang ist noch niemand entkommen. Auch Christus schickte es dorthin, als Er kam. Und dann hat Er seine Kunst gezeigt – Er ist auferstanden. In den Psalmen gibt es einen Vers, in dem es heißt: „Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese.“ Wenn wir diese große Liebe haben, wenn wir Gott auf unserer Seite haben, werden wir diesen Vers erleben. Wir predigen eine Lehre, dass alle diese Liebe haben können, aber dass sie ohne Gewalt angewendet wird.
Heute wollen alle Liebe, aber was ist diese Liebe? Alle sagen: „Lasst uns das, was wir verdient haben, unter uns aufteilen“. Wir, die Menschen der Liebe, brauchen den angehäuften Reichtum der anderen nicht. Wir brauchen den Reichtum, der uns von oben gegeben wird. Wir brauchen den Reichtum, den wir mit Arbeit, mit unseren Händen verdienen. Manchmal sagt ihr: „Geld, Geld!“ Dieses Geld ist mit menschlichem Blut befleckt, es ist geschändet, es ist nicht für uns. Es gibt keinen einzigen Menschen, der das Geld in die Tasche gesteckt hat und danach erfolgreich war. Deshalb werden wir es der Welt überlassen, sich um das Geld zu kümmern, es ist nicht für uns, es ist eine Folge. Wenn wir die Frage des Geldes regeln, ist es für uns kein Prinzip, es ist keine Kontroverse. Geld ist Geld, das Gold wird wieder i die Erde zurückkehren. Wir können dieses Gold und Silber nicht aus der Erde holen. Auch die Welt ist so beschaffen, dass es am Ende unseres Lebens Zölle und Zöllner gibt, und wenn wir zu ihnen kommen, werden sie uns nach allen Regeln der Kunst ausnehmen.
Die Frau eines amerikanischen Konsuls wurde bei der Durchreise durch Deutschland am Zoll ausgezogen und genauestens untersucht, um zu sehen, ob sie einen Brief bei sich hatte, den die deutsche Zensur nicht erlaubt. Sie rief entüstet: „Das ist eine große Unverschämtheit!“ Ich sage: „Wenn die Zöllner zum Zeitpunkt des Todes kommen, werden sie das menschliche Gehirn, die menschlichen Knochen – alles – gründlich untersuchen. Sie werden nicht zulassen, dass man etwas aus der Erde wegbringt. Jemand sagt: „Nun, ich bin reich geworden, ich bin ein gelehrter Mann“. Nein, ich finde, dass der Sinn des Lebens nur in der Liebe zu Gott liegt. Er ist das einzige Wesen, das sich nicht verändert. Er ist ein Prinzip. Gott ist in sich selbst ein mathematisches Ganzes. Das Ganze verändert sich nicht, aber seine Teile erfahren eine innere Veränderung. Die menschlichen Seelen, die Engel, die höheren Geister, mit ihnen können sich Veränderungen vollziehen. So ist das Gesetz der Vollkommenheit. Wir können wachsen und uns entwickeln. Das Ganze kann sich in sich als Ganzes manifestieren, seine Kraft kann weder zunehmen noch abnehmen. Wenn sie zunimmt, fehlt ihm etwas, es strebt danach; wenn sie abnimmt, gibt es einen Überschuss. Das absolute Ganze, Gott, ist also eine konstante Größe, und diese Größe nennen wir den göttlichen Geist. Die erste Manifestation dieses Ganzen ist die Liebe, und die Liebe bringt dem Menschen Leben.
Worin liegt die Liebe in der Welt? – In der körperlichen Liebe gibt es immer ein Verlangen. Du hast das Verlangen, denjenigen zu küssen, einzuladen und zu verwöhnen, den du liebst. Dies ist die erste Erscheinungsform der Liebe. Wen ihr nicht liebt, den haltet ihr von euch fern, und ihr werdet ihn nicht ernähren. Wenn ihr also einen Freund habt, der euch liebt, wird er bereit sein, euch zu dienen, wo immer ihr seid; wenn er euch nicht liebt, wird er euch nicht dienen. Diese Veranlagung besteht auch bei den Völkern. Manchmal haben die Völker eine gewisse Neigung zueinander und zeigen sich deshalb einander gegenüber wohlwollend. Manchmal haben sie diese Veranlagung nicht, und dann entstehen die ganzen Schwierigkeiten. Aber was haben wir davon, wenn wir Gottes Gesetz der gegenseitigen Liebe nicht erfüllen? Schaffen wir uns nicht selbst eine der größten Schwierigkeiten? Und heute brauchen wir mehr als je zuvor Menschen, die die Liebe in ihrem Minimalprogramm verstehen.
Alle Menschen, selbst die fortschrittlichsten, sagen: „Das Leben kann nicht ohne Gewalt gelebt werden“. Wieso nicht? Die Liebe kann ohne Gewalt in die Welt kommen. Die Liebe muss ohne Gewalt in die Welt kommen! Muss das Licht, wenn es in euer Zimmer eindringt, erst die Fenster einschlagen, um hineinzukommen? Nein, es dringt ungehindert durch die Fenster ein. Diese Liebe muss unseren Verstand, unsere Herzen und unsere Seelen durchdringen, und wir müssen aufrichtig sein.
Jetzt sagt der Staat manchmal über uns: „Diese Leute sprechen im Namen Gottes, aber sie haben gegenteilige Ideen, sie sind Anarchisten, sie bereiten eine Revolution vor.“ Nun, wenn wir im Namen Gottes eine Revolution vorbereiten, sind wir die schändlichsten Menschen. Wenn ein Anarchist Gewalt predigt, ist das in Ordnung, das sind seine Ideen, aber wenn im Namen Gottes anarchistische Ideen versteckt werden, ist das eine Schande, und ein solcher Mensch ist in meinen Augen kein Mensch! Wir, die wir von Liebe sprechen, lehnen jede Gewalt ab. Die Liebe schließt Gewalt aus. Und der Staat hat keinen Grund, den Anarchisten böse zu sein, denn sie sind seine Kinder. Dass sie seine Kinder sind, erkennt man daran, dass der Staat Gewalt anwendet und sie als seine Kinder die gleichen Methoden anwenden. So ist es nun einmal. Der Sohn sieht aus wie der Vater und die Tochter sieht aus wie ihre Mutter. Der Vater ist launisch und der Sohn ist launisch. Die Mutter ist nachtragend und die Tochter ist auch nachtragend. Nein, wir werden eine neue Methode anwenden und sagen: „Es geht ohne Gewalt in der Welt, aber es braucht Zeit!“ Eine bestimmte Zeit ist erforderlich.
Um dieses große Gesetz der Liebe anwenden zu können, braucht es daher starke Menschen. Alle gegenwärtigen Schriftsteller, alle Diener Gottes, werden von ihrer Umgebung, von der Meinung der Gesellschaft beeinflusst. Wo immer ihr in Amerika hingeht, darf kein Prediger frei sprechen; ein bulgarischer Priester darf seine Überzeugungen nicht frei vor seinen Vorgesetzten äußern; ein Offizier darf nicht frei sprechen; ein Lehrer darf nicht frei sprechen, er versteckt sich. Nun, warum sollten wir unsere Überzeugungen verbergen? Wem hat die Liebe bisher Unheil gebracht? Alles Gute in der Welt ist auf diese große Liebe zurückzuführen. Die Welt an sich ist Liebe. Die Lieblosigkeit ist eine kleine Abweichung. Wenn man sagt, dass die Lieblosigkeit nicht die wahre Manifestation des Menschen ist, dann deshalb, weil die wahre Manifestation des Menschen nur in der Liebe liegt. Wir modernen Menschen leben noch nicht von der Liebe. Und warum? – Wir sind krank. Nun wendet man oft ein: „Wenn wir mit Liebe handeln, werden die Serben nach Bulgarien kommen und uns erobern. Wenn wir sagen, dass wir dem Bösen nicht widerstehen, werden sie uns versklaven“. Dem ist nicht so, Freunde, die Liebe ist nicht für die Schwachen. Die Liebe ist nur etwas für die großen, für die starken Seelen! Sie ist nicht für Pygmäen, für die kleinlichen, sie ist nur für die starken Menschen. Das größte Wesen, Gott, ist Liebe.
Und wisst ihr, welche ungeheure Macht in dem Menschen der Liebe verborgen ist? Die Menschen sind komisch, wenn sie sagen, wenn die Bulgaren nach dem Gesetz der Liebe leben würden, würden die Serben, wenn sie mit einer Armee von 500.000 Mann gegen uns antreten, ein Wunder vollbringen! Nein, wenn die Bulgaren nach dem Gesetz der Liebe handeln, dann werden die Serben beim Winken mit der Hand einschlafen. Dann werden die Bulgaren den Serben die Pferde, die Waffen, dies und jenes nehmen und zu ihnen sagen: „Ihr seid unsere Brüder. Wir haben beschlossen, mit der Liebe zu leben“. Die Serben werden sagen: „Wir haben eine Politik“. Ja, aber wenn sie keine Waffen mehr haben, werden sie umkehren. Nun gut, sie werden ein zweites Mal kommen – und wieder das Gleiche [erleben]. Und schließlich, wenn sie fünf oder sechs Mal kommen und alle ihre Pferde und Waffen zurücklassen, wird es sich dann für sie lohnen, wieder zu kommen? Nein, zum Schluss werden sie sagen: „Wir wollen uns nicht mehr mit euch beschäftigen“. Man muss den kleinsten Versuch machen und erst dann reden. Jemand hat dir ein Medikament gegeben. Ich frage ihn: „Hast du einen Versuch mit diesem Medikament gemacht? „Nein, ich habe die Werbung gelesen, es soll ein gutes Medikament sein.“ Nein, nein, du wirst als Erster einen Versuch mit diesem Medikament machen. Wenn manche Menschen über die Liebe sprechen, frage ich sie: „Habt ihr einen Versuch damit gemacht? Die Bulgaren sagen: „Nun, was ist, wenn wir vor den Serben, oder vor wem auch immer, so mit den Händen fuchteln, und wir haben keinen Erfolg? Nun, dann werden wir in der üblichen Art handeln. Und in diesem Fall wird es gebrochene Beine, gebrochene Arme, gebrochene Köpfe geben. Die geistigen Menschen in dieser Welt sind in zwei Lager gespalten und deshalb scheitern sie. Die Menschen der Welt sind praktisch, sie haben ihre Ansichten ausgearbeitet und handeln danach. Wir brauchen ihre Ansichten nicht abzulehnen. Solange unsere Ansichten, unsere Methoden nicht zu besseren Ergebnissen führen, gibt es nichts abzulehnen. Wir werden einen kleinen Versuch machen und dann sagen: „Hier sind unsere Methoden!“
Christus sagte zu dem Kranken: „Willst du gesund werden?“ – „Ja, aber ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt.“ Christus sagte: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“ Danach entstand ein Streit: „Wer ist der Mann, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin? Weißt du nicht, was Moses geschrieben hat?“ – „Ich weiß nicht, was Moses geschrieben hat, aber derjenige, der mir sagte, ich solle aufstehen, hat mich geheilt.“ Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm:
„Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.“ Daher sollten die religiösen Menschen meiner Meinung nach, ob sie nun Christen, Mohammedaner oder was auch immer sind, die weisesten und besten Menschen sein. Daran sollte man sie erkennen. Das sagt die Religion. Wenn die Religion der Dienst an Gott ist, sollten die religiösen Menschen nicht nur wirklich gelehrt, sondern auch die klügsten und besten Menschen sein. Sie werden nicht wie die Engel sein, aber in ihrem Leben sollten sie Vorbilder sein.
Wir müssen also einen kleinen Versuch machen. Macht einen kleinen Versuch eurer Liebe! Ihr habt die Liebe probiert. Diese göttliche Liebe lässt sich nicht in Worte fassen. Sie erfordert vor allem eine neue Sprache, neue Worte. Wenn jemand, in dem diese Liebe sprudelt, in dein Haus kommt, wird er, ohne ein Wort zu sagen, für dich dasselbe sein wie die aufgehende Sonne. Jemand anderes mag kommen und süße Worte zu dir sprechen, aber deine Tränen werden weiter fließen. Doch wenn der Mensch der Liebe zu dir kommt, werden deine Tränen versiegen, dein Kummer wird verschwinden und du wirst spüren, wie etwas Neues in dich einfließt. Das Leben muss in unser aller Herzen fließen wie eine Quelle, damit wir uns erheben und zeigen können, dass wir Träger des Göttlichen sind.
Ich frage die christlichen Völker: Interessiert sich Christus heute für die Kirchen? – Er interessiert sich für sie. Er geht überall hin. Bis jetzt ist Christus durch ganz Europa gegangen und Er staunt über die Genialität Seiner Anhänger, die in Seinen Mund Worte hineingelegt haben, die Er nie zu sagen gedachte. Diese Leute reden über alles Mögliche, aber sie haben noch nie über die Liebe gesprochen, und sie sagen: „Die Liebe Christi ist nicht anwendbar. Diese Lehre ist utopisch, nach Darwins Theorie braucht es noch Tausende von Jahren, bis die Menschen in der Lage sind, diese große Liebe anzuwenden.
Die Bulgaren sagen: „Warte, Pferd, bis es grünes Gras gibt!“ Als Christus den Juden seine Lehre verkündete, sagte Er zu ihnen: „Jetzt ist die Zeit gekommen, in der ihr meine Lehre anwenden müsst. Wenn ihr sie nicht anwendet, werdet ihr in 2000 Jahren die Konsequenzen eurer Verweigerung zu spüren bekommen.“ Heute sitzt Christus wieder vor der Tür der europäischen Völker und sagt: „Wenn ihr meine Lehre anwendet, erwartet euch eine große Erkenntnis, ein großer Segen, aber wenn ihr meine Liebe ablehnt, wie ihr es vor 2000 Jahren getan habt, werdet ihr das größte Elend erleben, nicht nur der Himmel, sondern auch die Erde wird empört sein.“ Unter der Erde bereitet sich etwas Schreckliches vor. Wenn diese Menschen die göttliche Liebe nicht annehmen, wird sich die Erde öffnen und sie herunterholen. Es wird eine Revolution in der Natur geben, aber nicht eine solche, wie ihr sie kennt. Diese Revolution, die jetzt stattfindet, ist nichts im Vergleich mit der Revolution, welche die Natur vorbereitet. Es wird eine solche Revolution geben, die die Welt noch nie gesehen hat. Eisenbahnen und Telegrafenmasten werden zersplittert sein. Nichts von dieser Welt wird auf der Erde bleiben. Eine andere Kultur wird im Schoß dieser Erde heranwachsen. Wann wird das geschehen? – Wenn ihr die Liebe nicht annehmt. Ich werde euch keine Einzelheiten dazu nennen, aber lest das Evangelium, dort steht geschrieben, dass die Sonne erlöschen wird, dass die Lichter des Himmels sich verfinstern werden.
Man sagt: „Das sind Drohungen!“ Wenn es soweit ist, werden wir sehen, ob es sich um Drohungen handelt oder nicht. Jetzt haben wir keine Angst mehr, dass sich die Erde auftut, dass es Erdbeben gibt. Diese Dinge sind für uns nicht von Bedeutung. Bei einem Erdbeben werden unsere Beine nicht wackeln, wir werden nicht auf dem Boden sein. Die Schrift sagt: „Die Gerechten werden entrückt und in die Luft hinaufgezogen werden, um den Herrn zu sehen, und die Erde unter ihnen wird erschüttert werden.“ Und die Gottlosen werden zu den Bergen sagen: „Verbirg uns vor dem Angesicht dessen, der da kommt.“ Wie ihr seht, hat die Liebe schreckliche Konsequenzen, alle Verbrechen werden sichtbar werden. Ich spreche nicht von den politischen Verbrechen, ich spreche von den schlimmsten, beschämenden, schändlichen Verbrechen der geistigen Menschen, die im Namen der Liebe diese Verbrechen begangen haben. Die Welt wird nicht gerichtet werden, die Welt wird verschwinden. Die geistigen Menschen werden verurteilt werden. Die sündigen Menschen werden nicht zum Gericht gerufen werden. Und manche sagen: „Nun, diese Zeit ist noch nicht gekommen“. Doch, diese Zeit steht vor der Tür. Und jeder sollte dafür beten, dass diese Stunde vorbei geht. Der Tag Gottes ist schrecklich!
Die heutigen christlichen Völker sitzen herum, spielen und lügen weiter. Nein, nein, alle müssen der Liebe dienen! Das Einzige, was uns retten, was uns befreien kann, ist die Verbindung mit dem Gott der Liebe. Und dann wird es den europäischen Völkern besser gehen, sie werden alle bessere Bedingungen haben. England wird größer sein, Deutschland, Frankreich, Amerika, Serbien, Bulgarien auch. Allen Völkern muss die Freiheit gegeben werden! Das ist das Christentum! Jedes Volk, und sei es noch so klein, soll das Recht haben, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Nur auf diese Weise kann eine Bruderschaft entstehen. Wie kann sie entstehen? – Es wird ein Weg gefunden werden. Dazu müssen die religiösen Menschen inspiriert und zu Trägern dieser großen göttlichen Liebe werden.
Ich merke jetzt, ich beobachte, wie um unwichtige Dinge gestritten wird, aber ich glaube an eines: Ich glaube an die menschliche Seele, ich glaube an den menschlichen Geist. Jeder Mensch hat eine zweifache Natur – die Natur eines denkenden Wesens und die Natur eines liebenden Wesens. In jedem Menschen gibt es eine göttliche Seele, zu der wir sprechen können. Jeder Mensch, welchen Platz er auch immer einnimmt, hat einen göttlichen Geist in sich, und wie grob der Mensch auch sein mag, wenn diese edle Saite seiner Seele in ihm erklingt, verändert er sich. Wie kriminell ein Mensch auch sein mag, in manchen Fällen seht ihr in ihm einen Engel, der euch helfen, euch einen Gefallen tun kann.
Wir sollten also vernünftig sein und nicht überreagieren, uns nicht von der Vorstellung leiten lassen, dass sich die Welt verbessert, wenn wir uns begeistern. Ich bestehe nach wie vor darauf, dass jeder Gläubige ein unerschütterliches Verlangen danach haben muss, diese Erfahrung zu machen – sich mit Gott zu verbinden und die göttliche Liebe zu erfahren, wie er die Sonne erlebt. Jede Seele kann diese Liebe erfahren. Wenn die Seele sie gekostet hat, kann sie nicht mehr getäuscht werden. Sie wird diese Liebe genauso kosten wie die Sonne. Wir können uns irren, aber wann? – Nur wenn es dunkel ist. Wenn ihr Augen habt und ich Augen habe, dann kann es keine Lüge geben.
Wir sitzen jetzt in dieser Gesellschaft, aber es gibt Tausende von anderen Menschen, die in anderen Gesellschaften, in anderen Kirchen oder Moscheen versammelt sind. Denkt nicht, dass dieser Ort allein ein Ort der Anbetung ist. Wo immer ihr seid, wenn ihr im Namen Gottes versammelt seid, ist es ein Ort des Segens. Wir dürfen nicht sagen, dass dies kein Ort für den Dienst an Gott ist. Nein, wo auch immer die edlen Menschen versammelt sind, in welchem Haus, in welcher Kirche oder Moschee auch immer, es wird immer eine innere Sehnsucht nach der Liebe Gottes geben. Es muss in uns eine aufrichtige Ehrfurcht vor der göttlichen Seele und dem göttlichen Geist herrschen. Wir werden mit dem Guten in uns geboren. Jemand wird sagen: „Meine Mutter hat mich in Sünde empfangen“. Ja, aber bevor meine Mutter mich empfangen hat, war ich im Guten, und danach hat mich das Böse, die Sünde, eingehüllt. Wir müssen wissen, dass dieses große Gesetz der Liebe größer ist als das Böse, und wenn dieses Gesetz der Liebe kommt, werden wir alle uns verständigen. Wir müssen alle daran glauben, dass es die Liebe ist, die die Welt überwinden wird. Und jetzt gibt es einen Streit. Worum? – Ihr zweifelt an mir und sagt: „Diese Lehre ist gefährlich“. Nun, ich sage nicht, dass ihr sie akzeptieren solltet. Probiert sie aus, wendet sie an, macht das kleinste Experiment damit. Eure Einwände, eure Pfeile, nehme ich zur Kenntnis. Aber wenn Christus kommt, was wird Er dann zu den Menschen sagen, sagt mir?
Alle sagen, dass wir Nahrung brauchen. Wurde der Welt die Nahrung vorenthalten? Jedes Jahr gab es auf der Welt reichlich Nahrung. So viele Bauern in Frankreich, in England, in Bulgarien und überall auf der Welt haben mit ihren Pflügen gearbeitet und mehr Nahrung als notwendig produziert. Es gibt heute mehr Lebensmittel auf der Welt, als wir verbrauchen. Und doch wird der Weizen jedes Jahr irgendwo gelagert und kommt nicht an seinen Platz. Es ist nicht so, dass diejenigen, die ihn aufbewahren, Böses denken, aber es gibt einen Stau in ihren Herzen; sie denken nicht an das Wohl der anderen. Wenn ein Millionär und ein Milliardär, wie es sie in Amerika gibt, ein Herz für andere hätten, wenn diese edle Saite des Mitgefühls in ihnen geweckt würde, könnten sie dann so viele Millionen Tonnen Weizen für sich behalten und andere Menschen sterben lassen?
Und wir sitzen da und sagen: „Gott wird die Welt in Ordnung bringen“. Nein, heute geht der Aufruf an uns alle. Wir sind Kinder Gottes. Wir dienen dem Gott der Liebe, aber haben wir dieses Gesetz der Liebe erfüllt? – Wir haben es noch nicht erfüllt, aber wir geben uns gegenseitig die Schuld. Wenn du jemanden fragst: „Hast du das Gesetz der Liebe erfüllt?“, wird er dir sagen, dass du im Irrtum bist. Nein, wir sind nicht im Irrtum, aber niemand ist in der Lage, diese Lehre so zu erfüllen, wie sie sein sollte. Warum haben wir den notwendigen Mut nicht? – Denn die Liebe hat noch keine Wirkung in uns entfaltet. Wenn die Liebe zu wirken begonnen hat, wird sie uns die wahren Methoden für die Anwendung dieser Lehre nahebringen. Ich spreche nicht von der Liebe eines Mädchens, das das Haus seines Vaters und seiner Mutter verlässt und mit einem jungen Mann durchbrennt. Sie hat die Angelegenheit nicht durch die Heirat geregelt. Die Heirat verbessert das Leben nicht. Dieses Mädchen hat sich einen jungen Mann ausgesucht, und nach unseren Vorstellungen müssen die Mutter, der Vater, die Brüder und Schwestern ihn mögen. Dies ist ein Segen für ihr Zuhause. Wenn sie ihn nicht mögen und sie mit ihm wegläuft, dann stimmt etwas nicht mit ihm. Und von dem Mädchen, das die mütterliche Liebe für den Geliebten opfert, sagt man: „Dieses Mädchen hat ein Ideal!“ Nein, nein, es gibt nur ein Ideal auf der Welt, und das ist Gott. Eine Frau, die ihre Mutter verlässt, verlässt irgendwann auch ihren Mann. Was garantiert, dass derjenige, für den du dein Leben opferst, dich liebt? „Nun, er redet lieblich zu mir!“ – Nein, nein, die Welt stirbt an süßen Worten. „Nun, seine Augen leuchten. Er umarmt und küsst mich“ – Wer umarmt und küsst nicht? Man hat Christus auch geliebt, aber dann hat man Ihn gekreuzigt, und dann hat man geweint und Tränen über Ihn vergossen. Ja, die Menschen weinen über die Nägel Christi, aber wenn sie auf die Straße gehen und jemandem begegnen, der Nägel an den Händen hat, sagen sie: „Nun, das ist sein Schicksal“, und sie gehen weiter.
Was ich euch sage, gilt für euch persönlich, es gilt für alle. Es gibt ein persönliches Problem, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. Das ist der wichtigste Punkt. Selbst die edelsten und erhabensten Dinge der Welt wachsen nicht im Streit. Wo es Streit gibt, kann die Wahrheit niemals ans Licht kommen. In Frieden und Stille wächst und entwickelt sich die Wahrheit. In Frieden und Liebe wächst die Wahrheit. Wenn die Liebe kommt, werdet ihr mir vertrauen und ich euch, und wir werden miteinander reden und einander verstehen können. Sobald der geringste Zweifel aufkommt, kann diese Beziehung zwischen uns nicht mehr bestehen. Es gibt nichts Verborgenes in der Welt!
Sobald Christus den Kranken sah, flößte Er ihm Vertrauen ein, Er sah ihm in die Augen und fragte: „Willst du gesund werden?“ – „Ja, Herr!“ Als Christus ihm in die Augen sah, sagte Er: „Solche Augen habe ich noch nie gesehen!“
Es ist ein Segen für uns, wenn wir dem Herrn begegnen und Er zu uns spricht, allerdings nicht äußerlich begegnen. Hütet euch vor dieser Täuschung! Sucht den Herrn nicht im Äußeren! Noch einmal sage ich euch: Das Göttliche bringt Licht in den Verstand und Wärme ins Herz; Wissen in den Verstand und Liebe ins Herz. Das Göttliche bringt auch Freiheit, aber diese Freiheit beruht nicht auf Gewalt und auch nicht auf der Wissenschaft, sondern ist etwas Ideales. Wenn diese große göttliche Liebe kommt, werden wir den menschlichen Irrtümern keine Beachtung schenken. Manche fragen mich: „Können wir nicht ohne Fehler auskommen?“ Die Menschen sind merkwürdig ! Ist es möglich, dass, wenn die Flut kommt und Zweige und Schlamm mit sich reißt, der Fluss verschont bleibt? Manche fragen: „Warum ist dieser Fluss unrein?“ – Es gibt keinen Grund, das Leben zu verurteilen. Das Leben ist ein großer Fluss, an sich ist er rein, aber er führt viele Sedimente mit sich, die sich allmählich absetzen werden.
Und nun fragt Christus den Kranken: „Willst du gesund werden?“
Ihr sagt: „Das war vor 2000 Jahren“. Nun, vor 2000 Jahren sprach Christus. Wie viele Menschen haben Seine Lehre angenommen? Nach Seinem Tod waren es insgesamt 500 Brüder. Und als Christus in den Himmel fuhr, zweifelten sogar einige Seiner Anhänger daran, ob das wahr ist oder nicht. Ein solches Volk waren die Juden. Ihr solltet wissen, dass die Welt diese Lehre probieren wird, wenn wir in der Lage sind, diese Wahrheit weiterzugeben. Die Liebe bringt Gesundheit, sie bringt Licht, sie bringt Verständigung zwischen Männern und Frauen, zwischen Kindern und Eltern, zwischen Brüdern und Schwestern, zwischen Herren und Knechten, überall. Sie ist der innere Prozess, der aufbaut. Diese Dinge, die jetzt geschehen, sind außerhalb der Liebe. Die Liebe ist ein innerer Prozess. Das hat nichts mit den Dingen zu tun, die in der Welt passieren. Die Liebe bringt Leben. Christus sagt: „Wie mein Vater die Macht hat, Leben zu geben, so hat auch der Sohn die Macht, denen, die an ihn glauben, Leben zu geben“.
„Willst du“, sagt Christus, „gesund werden?“
Ihr müsst den Mut jenes Fakirs haben, eure Finger in die Augen eurer Fehler, des Bösen in euch, zu stecken, damit es erblindet. Deine Kobra, dein Verstand, muss so stark sein, dass sie, wenn sie dem Tiger in die Augen schaut, ihn erschreckt. Wir dürfen nicht willensschwach sein. Ihr müsst wissen, dass es etwas Böses im Menschen gibt, das überwunden werden muss. Stellt euch vor, ich bin ein armer Mann, ich bin seit ein paar Tagen unterwegs, ich habe Hunger. Ich komme an einem reichen Haus vorbei, ich betrete das Zimmer eines Millionärs, ich sehe seine geöffnete Geldkassette, ich sehe das Geld, ich stehe einer Versuchung, einer Prüfung gegenüber. Es gibt ein Gesetz in mir, das mir sagt, dass ich mich nicht in Versuchung führen lassen soll. Natürlich werde ich, wenn es Wächter gibt, ehrlich sein. Wenn es keine Wächter gibt, gibt es kein Gesetz. Nein, es gibt ein großes Gesetz drinnen in der Welt, das die Dinge regelt.
Christus fragt: „Willst du reich sein?“
Jetzt sitzt Christus an der Kasse und fragt euch: „Willst du reich sein?“ – „Ich will, Herr!“ – „Na, dann greif zu!“ Glaubt ihr, dass das derzeitige Gesetz dieses Zugreifen zulässt? Wenn ihr erwischt werden, werdet ihr sagen: „Christus hat mir gesagt, ich soll in die Kasse greifen“. Nein, es ist nicht dieser Reichtum, über den Christus zu euch spricht. Wenn Christus dich fragt, ob du reich sein willst, wird Er zu dir sagen: „Kümmere dich nicht um diese Kasse, komm mit mir!“ Christus wird dich an einen Ort in den Bergen bringen, und wenn du dort sitzt, wird Er zu dir sagen: „Willst du reich sein?“ – „Ja, Herr!“ Dann werden alle Reichtümer aus der Erde kommen, in Säcken, und Christus wird zu dir sagen: „Nimm so viel du willst! Was aus der Erde herauskommt, ist mein, und was fremd ist, hat sein eigenes Bild, es ist des Kaisers. Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Was aus der Erde herauskommt, ist dein, und wenn nichts herauskommt, wirst du den Pflug nehmen und pflügen, du wirst diesen Reichtum wiederfinden.“
Willst du gesund sein, willst du Wissen haben, dies und jenes – das ist die wichtige Frage, die wir lösen müssen.
Gott ist Liebe, und außerhalb der Liebe Gottes gibt es kein anderes Leben! Es gibt nichts Besseres, als eine freundschaftliche Beziehung zu Gott zu haben! Was ist Gott? Jemand sagt, wenn wir zu Gott gehen, werden wir nackt sein. Nein, wenn man zu Gott geht, werden große Gedanken in ihm erwachen. Gott wird dir zeigen, warum Er die Welten erschaffen hat. Jetzt möchtest du ein kleines Haus. Gott sagt: „Du bist unglücklich, wenn du ein kleines Haus willst. Ich werde dir eine ganze Erde geben, du sollst um ganzen Planeten wandern.“ Die Welt ist reich; sie ist reich für diejenigen, die den Herrn lieben. Und wenn ihr euch manchmal unzufrieden fühlt, dann liegt es daran, dass ihr euer Erbe der Sterne kennt. Dort ist euer Erbe!
„Willst du gesund sein?“ Christus fragt: „Willst du den Herrn lieben?“ – „Ich will, Herr!“ Wie? Dort heißt es im Gesetz: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“
„Willst du gesund sein?“ Das bedeutet: „Willst du den Herrn lieben, damit die Herrlichkeit Gottes in dir offenbar werde?“
Das ist der Sinn des Lebens, den jeder in seinem jetzigen Leben verwirklichen möchte!