Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 26.02.1936, 5:00 Uhr
„Vater unser“
„Mahar Benu Abba“
Es wurden die Aufsätze zum Thema „Welcher ist der Weg des Dieners“ vorgelesen.
Aus dem Johannes-Evangelium (10:1-19) wurde vorgelesen.
„Der Geist Gottes“
Es gibt einige Dinge, die nicht für die Menschen, sondern für den Schüler wichtig sind. Das Wort ‚Mensch‘ impliziert ein Wesen, das denkt. Der Mensch ist gekommen, um ein Schüler zu sein, und kein Mensch kann lernen, der nicht denkt. Die erste Lektion, die dem Menschen, dem Schüler in der Schule, erteilt wurde, war, Gehorsam zu lernen. Der Mensch kann dieses Thema nicht entwickeln. Nun kennt ihr alle die Geschichte über den Ungehorsam, der zur Unterentwicklung führt. Der Mensch musste aus dem Paradies herauskommen, um den Gehorsam zu lernen. Und seit er aus dem Paradies herauskam, lernt er immer noch den Gehorsam. Wenn er diesen Gehorsam gelernt hat, wird er in die Schule zurückkehren. Gehorsam ist ein Fach, eine Theorie. Man kann fragen: „Worin besteht der Gehorsam?“ Man kann sagen: „Der Gehorsam besteht darin, Gott zu lieben.“ Aber man muss das in die Praxis umsetzen.
Oft sprechen wir über Dinge, die uns nicht klar sind. Zum Beispiel können wir über die andere Welt sprechen, aber ihr versteht nicht, was die andere Welt ist. Versucht, euch die Welt eines gegenwärtigem Wissenschaftlers vorzustellen. Seine Gelehrsamkeit liegt nicht in seinem Labor und in seinen Büchern, sondern in jenem breiten Verständnis, in dem Wissen, das er über die Welt hat. Demgegenüber sind seine Bücher, sein Labor, seine Bibliothek nur Hilfsmittel, Bedingungen. Da der Mensch ein Schüler ist, führt er seit langer Zeit eine Reihe von Experimenten in seinem Labor durch. Weil er das Leben für unerträglich hält? Nein. Es gibt viele Professoren, die, wenn sie Experimente machen, eine Explosion verursachen. Dann verlässt dieser Professor die Schule und ein anderer tritt seine Stelle an. Einer könnte sterben und ein anderer könnte sterben, aber das Experiment muss durchgeführt werden.
Der Mensch muss lernen. Der Versuch kann fehlschlagen, das bedeutet nichts. Jetzt haben viele von euch ein falsches Verständnis der Dinge und denken, dass sie diese Schule, in die ihr eingetreten seid, in höchstens fünf oder zehn Jahren beendet haben werden und herauskommen können, um einen Versuch zu machen, für den sie eine gute Stelle mit hohem Gehalt erhalten werden. Die göttliche Schule ist anders. Ich habe jemanden sagen hören: „Sieh, ich habe hier zwanzig Jahre verbracht und nichts gelernt, ich habe nur meine Zeit verschwendet.“ Wenn wir uns das Leben ansehen – wer hat schon seine Zeit nicht verschwenden? Wenn jemand die wahren Wege Gottes nicht versteht, wenn er den Sinn seines Lebens nicht versteht, kann er sich selbst täuschen und denken, dass seine Probleme gelöst sind. Sie können bis zu einem gewissen Grad gelöst sein, aber die irdischen Angelegenheiten bleiben unerledigt. Wenn wir glauben, dass das irdische Leben ein Ende hat, dann ist das irdische Leben sinnlos. Warum? – Weil wir kein einziges Ergebnis haben.
Einige konzentrieren sich auf die Frage, warum das Leben so schwierig ist. Sie sollten sich nicht mit diesem Thema befassen. Diese Frage ist sinnlos. Ihr könnt dieselbe Frage in einer Schule stellen. Denn in der Schule werden die Fächer immer schwieriger. In der Grundschule beschäftigen die Lehrer die Kinder mit sehr grundlegenden Dingen. Da ist die Schule zunächst einfach. Im zweiten und dritten Jahr wird es schwieriger und in den letzten fünf Jahren wird es noch schwieriger. An der Universität ist es noch schwieriger. Wenn ihr euch in weitere Studien vertieft, wird die Sache ziemlich schwierig.
Ich frage: Wenn ihr zwanzig Jahre mit Studien verbracht haben, was bringt das? Ein Mensch auf der Erde muss mindestens zwanzig Jahre lang studieren, um Fachmann zu werden. Und danach hat er immer noch das Gefühl, dass ihm etwas fehlt und dass er nichts weiß und immer noch lernen muss. Es gibt Wissenschaftler, die sich seit zwanzig Jahren mit einem bestimmten Thema befassen und ein berühmtes wissenschaftliches Buch schreiben werden. Man schreibt trotzdem noch ein Buch. Das Leben ist nichts anderes als ein Buch schreiben, wobei man jeden Tag selbst entscheiden muss, was richtig und was falsch ist. Jemand sagt zu mir: „Zeig mir, was richtig und was falsch ist.“ Du kannst nicht im Unrecht sein, solange du noch kein Recht hattest. Du kannst nicht sündig sein, bevor du gerecht warst. Denn der Gerechte kann die Sünde spüren. Ein reiner Mensch, dessen Kleidung sauber ist, kann die Flecken auf seiner Kleidung bemerken und der Unreine, dessen Kleidung von oben bis unten unrein ist, kann den Schmutz und die Flecken darauf nicht bemerken. Folglich wollen wir etwas wiederherstellen, was wir verloren haben.
Wir wollen jene ursprüngliche Freiheit wiedererlangen, die Gott uns gegeben hat, diese Gerechtigkeit, die Gott uns einverleibt hat. Die Freiheit hängt mit der Wahrheit zusammen und der Erwerb dieser Freiheit kann nicht mechanisch erfolgen. Keiner kann uns frei machen.
Wenn ihr glaubt, jemand kann euch befreien, so liegt ihr falsch. Jemand denkt, wenn er Reichtum hat, wird er frei sein. Nein. Wenn ihr Reichtümer auf der Erde habt, werden viele Diebe auftauchen, ihr werdet unter ständiger Angst leben. Selbst derjenige, der auf der Erde stark ist, hat Neider. Es gibt immer jemanden, der ihn beneidet, er ist immer noch nicht frei. Worin besteht dann die Freiheit des Menschen? Die Freiheit des Menschen liegt darin: Derjenige ist frei, der niemanden behindert, er beschäftig sich nur mit sich selbst.
Mit anderen Worten, in der heutigen Sprache ausgedrückt: Beschäftige dich nur mit den Angelegenheiten Gottes und nicht damit, die Angelegenheiten der Menschen zu verbessern. Die heutigen Menschen, die die Welt verbessern, machen das auf die Art der Tiere. Ein großer Hund sagte, als er einen kleinen Hund mit einem Knochen im Mund traf: „Wer hat dir erlaubt, diesen Knochen zu tragen?“ Und der kleine Hund ließ den Knochen winselnd fallen und rannte weg. Der größere Hund nahm den Knochen, ihm nahm ein noch größerer Hund den Knochen ab und schließlich landete der Knochen beim stärksten Hund, der sagte: „Alle Knochen müssen zu mir kommen. Niemand hat das Recht, sie ohne meine Erlaubnis zu nehmen.“
Wenn ihr glücklich sein wollt und nur selbst frei sein wollt, habt ihr dann nicht das Konzept des großen Hundes? Wenn wir nur unser Leben verbessern wollen, sind wir den Tieren ähnlich. Unter diesem Gesichtspunkt können wir nicht das Leben betrachten. Es mag aus der Sicht der Menschen richtig sein, aber wir sind auf die Erde gekommen, um das göttliche Gesetz zu studieren und nicht für uns selbst, sondern für die Menschen zu arbeiten. Andere werden für uns arbeiten und wir werden für Gott arbeiten. Christus sagt: „Ich bin nicht gekommen, um meinen Willen zu tun, um für mich selbst zu arbeiten, sondern ich bin gekommen, um für Gott zu arbeiten, um den Willen meines Vaters zu tun. Ich kam, um meine Seele für seine Arbeit zu geben. Ich habe dich verherrlicht, ich habe deine Arbeit getan, Vater, verherrliche mich auch du. Was du für mich tun willst, tu es.“ Dies ist der Weg des Schülers. Viele haben ein anderes Verständnis. Wenn sie in die Welt kommen, wollen sie sie verbessern. Diese Arbeit ist nicht für sie, es ist eine Arbeit für Gott. Gott wird die Welt verbessern.
Gestern Abend kam eine alte Bekannte zu mir, ich nenne sie eine alte Schwester. Sie war schon lange nicht mehr hier. Aber sie geht immer noch auf diesem Weg, man fühlt, dass sie hier ist. Ich sagte vor Jahren zu ihr: „Der Weg, auf dem du bist, ist nichts für dich. Du musst deinen Weg ändern. Das hängt von dir ab. „Sie ist tatkräftig. Damals wollte sie die Welt verbessern. Sie kam viele Male. Ich sagte zu ihr:„ Weißt du noch, was ich dir vor Jahren gesagt habe? Ich habe dir damals gesagt, dass dieser Weg, den du eingeschlagen hast, nicht für dich ist, weil er dich in die Enge führen wird. Damals hast du gesagt: „Man muss arbeiten.“ Ja, man muss arbeiten, aber man muss klug arbeiten, man muss wissen, wie man arbeiten soll.“ Das war das erste Mal. Sie kam ein zweites Mal zu mir und fragte mich:“Wie soll ich arbeiten?“ Sie hat etwas vor, sie hat ein Projekt. Sie ist ziemlich vermögend, sie ist eine reiche Frau. Aber so kam es, die Umstände haben es ergeben, dass ihr Karma, ihr Professor, ihr eine schwierige Aufgabe zum Lösen gegeben hat. Ihr Professor prüfte sie. Sie dachte, es wäre einfach, die Prüfung zu bestehen, sie dachte daran, ihre Arbeit zu verbessern.
Sie beschloss, ein großes Gebäude in Plovdiv bauen zu lassen. Ich sagte zu ihr: „Du hättest mich früher fragen sollen, nicht jetzt.“ Das war vor 1915, bevor der Krieg begann. Ich sagte zu: „Wenn du mich fragst, baue nicht jetzt, verschiebe es.“ „Wenn ich jetzt nicht anfange zu bauen, werde ich einen Verlust machen. Ich habe das ganze Material vorbereitet.“ ‚ „ Es ist deine Sache. Wenn du mir nicht zuhörst, wirst du verlieren.“ Der Krieg brach 1915 aus, die Arbeit wurde eingestellt und sie beendete ihr Haus nach dem Krieg, aber sie hat große Verluste gemacht. Gestern Abend kam sie wieder und erzählte mir, dass ein großes Unglück sie getroffen hat.
Ein Sohn, auf den sie sich verlassen konnte, der einen sehr einflussreichen Posten hatte, starb innerhalb von vier Tagen. Und sie war völlig entmutigt. Sie sagte: „Ich bin alt, ich bin schon siebzig. Es ist nichts mehr zu tun.“ – „ Dieser Weg, auf dem du bist, ist nicht dein Weg.“ Dann gab ich ihr die Vorträge aus „Der königliche Weg der Seele“ und sagte ihr: „Lies“. Sie weiß nicht, was sie tun soll. Wie der Mensch sich beeinflussen lässt. Diese Frau ist traurig und weint vor mir. Ich weiß, dass nicht sie weint, sondern ihr Sohn weint in ihr.
Ich sagte zu ihr: „Dein Sohn, der in die andere Welt gegangen ist, hat seine Angelegenheiten nicht geregelt, er ist nicht auf jene Welt vorbereitet und weint.“ Und sie erzählte mir einen Traum, den sie von ihm hatte. Sie träumte, dass sie ihn sah und fragte: „Was machst du in der anderen Welt?“ – „Man gab mir eine Aufgabe, ich soll an einer Brücke dienen, die Brücke über diesen Fluss bewachen, auf dem alle Dampfschiffe fahren, nicht nur für das bulgarische Volk, sondern für die ganze Welt.“
Weil es eine sehr gefährliche Stelle war, sanken alle Dampfschiffe dort und die Arbeit war sehr anstrengend. Und das ist die Brücke, über die die Menschen von dieser Welt zur anderen gelangen und die Schiffe der Menschen sinken immer. Ich sagte: „Du weinst nicht selbst, sondern dein Sohn weint in dir.“ – „Warum?“ „Weil er nicht gelernt hat. Und du musst auch lernen, denn sonst wirst du auch später, wenn du in die andere Welt gehst, weinen. Dir wird man auch die Stelle an der Brücke geben.“ Als ich ihr die Misserfolge darlegte, dass sie dies und jenes nicht getan hatte, sah ich, dass sie immer noch nicht herausgefunden hatte, was sie tun sollte.
Sie sagte, sie könne nicht arbeiten, aber sie meinte, sie müsse körperlich arbeiten. Sie sagte auf einmal, sie habe zwei Bergwerke: ein Kohlebergwerk und ein Bleibergwerk. Sie waren mehr als 10 Hektar groß. Ich habe ihr gedanklich die Idee geschickt, ich sagte ihr, dass diese Bergwerke erschlossen werden können. Als sie den Gedanken aufgenommen hatte, wurde sie fröhlich und sagte: „Ich habe doch etwas Hoffnung in der Welt.“
Die Welt ist ein Gegenstandsunterricht. Wir werden nicht in dieser Welt bleiben. Sie ist eine Schule. Wir werden in der Grundschule, in der Mittelstufe, in der Oberstufe des Gymnasiums lernen, auch an der Universität studieren. Dann werden wir uns spezialisieren und schließlich in eine andere, viel größere Welt eintreten, auf die sich alle vorbereiten. Und ihr müsst alle Positionen in dieser Schule erfüllen können. Jeder Schüler muss tadellos sein. Und der fähige Schüler wird geehrt. Wenn jemand möchte, dass Gott ihm zuhört, muss er lernen. Und wenn ihr in dieser Schule sein möchtet, müsst ihr lernen.
Oft redet ihr von der Liebe. Was zeichnet die Liebe aus? Die Liebe bringt dem Menschen ein schmerzloses Leben, schmerzlose Zustände. Die Krankheiten bleiben draußen. Ihr könnt äußerlich leiden, aber innerlich werdet ihr ein Leben ohne Schmerzen haben. Macht euch um nichts Sorgen, die Liebe schließt die Krankheiten aus. Sie ist die Welt des Lebens. Wenn ihr nicht die göttliche Liebe habt, könnt ihr nicht jenes Leben haben, nach dem ihr sucht. Wenn ihr nicht mit der Liebe verbunden seid, werdet ihr auch nicht mit dem göttlichen Leben verbunden sein. Damit das göttliche Leben in euch zur Geltung kommt, müsst ihr die Gesetze der Liebe verstehen. Und wenn ihr nicht mit der Liebe verbunden seid, könnt ihr dieses göttliche Leben nicht haben. Damit sich das göttliche Leben manifestieren kann, müsst ihr die Welt der göttlichen Weisheit, des göttlichen Wissens und Lichts verstehen. Das Leben braucht Licht. Und Licht ist der Träger des Wissens. Wenn das Licht kommt, werdet ihr nicht stolpern. Die Widersprüche des Lebens entstehen aus dem Stolpern, aus der Dunkelheit.
Vor ein paar Tagen erzählte ein Freund eine Anekdote, eine wahre Geschichte. Dieser Bruder erzählte die Begebenheit wie eine Kurzgeschichte. Ich werde sie euch so präsentieren, wie ich sie verstanden habe.
Ein reicher Bulgare starb in der Region Malko Tarnovo. Er hinterließ nur ein großes Gebäude, in dem er sein Geld vergraben hatte. Aber der Verstorbene hing dermaßen an seinem Haus, dass jeder, der es betrat, große Angst empfand; Wer das Haus betrat, starb – der Verstorbene erstickte ihn. Während des Sewastopol-Krieges, als Engländer und Franzosen kamen, um gegen die Russen zu kämpfen, zog ein französisches Regiment durch dieses Dorf. Als Kulturmenschen wollten die Franzosen das beste Haus im Dorf in Anspruch nehmen. Sie wollten Offiziere in diesem Haus unterbringen, aber man warnte sie, dass jemandem der Soldaten oder Offiziere etwas passieren könnte, dass sie erwürgt würden, wenn sie das Haus betreten..
Die Dorfbewohner sagten: „Dieses Haus ist sehr schön, aber es ist verwunschen. Dort gibt es einen Geist, der die Menschen erstickt.“ Die Franzosen bekamen Angst, doch einer von ihnen sagte: „Ich werde da hineingehen.“ Er war Okkultist, er verstand die Gesetze. Er betrat das Haus und arrangierte vierundzwanzig Kerzen im Kreis, eine Kerze pro Stunde. Und er hatte eine angezündete Kerze bei sich. Er betrat den Kerzenkreis. Auf einmal klopfte es an der Tür. Der Franzose sagte: „Komm rein.“ Der draußen sagte zu ihm: „Komm raus.“ Aber als der Franzose und der Bulgare sich nicht verständigen konnten, sagte Letzterer schließlich: „Wenn du nicht herauskommen möchtest, werde ich reinkommen.“ Und er machte die Tür auf, kam ins Haus und begann die Kerzen nacheinander zu löschen. Der Franzose saß im Kerzenkreis und zündete die Kerzen wieder an. Der Bulgare löschte die Kerzen und hatte die Hälfte geschafft und der Franzose zündete sie wieder an. Beide gingen im Kreis herum. Wie oft sie das gemacht hatten, ist nicht bekannt. Schließlich krähte der Hahn und dann ging der Bulgare fort.
Was ist die Schlussfolgerung aus der Geschichte? Sie ist die folgende: Ihr befindet euch jetzt in einer verwunschenen Welt, zündet jedoch vierundzwanzig Kerzen um euch herum an, und wenn der Teufel kommt, wird er klopfen und ihr sagt ihm: „Komm rein.“ Der Teufel wird euch sagen: „Kommt raus.“ Er wird eintreten und beginnen, die Kerzen zu löschen, ihr werdet sie wieder anzünden und wenn die Hähne zu krähen beginnen, wird der Teufel weggehen. Dieses Gesetz ist wahr: Damit der Teufel dich mit einem bösen Gedanken verwickeln kann, muss er deine Kerzen löschen. Er wird kommen und ein gutes Gefühl von dir oder einen guten Gedanken von dir auslöschen. Zünde sie wieder an. Es werden zwei oder drei Stunden so vergehen und wenn die Hähne zu krähen beginnen, wird der Teufel gehen. Von da an hatte auch dieser Bulgare Angst und ging nicht mehr ins Haus.
Als der Teufel sah, dass in diesem Haus vierundzwanzig Kerzen brennen und dass sie von selbst angezündet werden, war er überzeugt, dass die Kerzen im Menschen nicht gelöscht werden können. Deshalb wird er draußen bleiben.
Die Schlussfolgerung ist jetzt die folgende: Löscht niemals eure heiligen Gedanken, lasst sie niemals und von niemandem auslöschen. Wer auch immer es versucht: euer Vater, eure Mutter, euer Bruder usw., lasst eure heiligen Gedanken nicht auslöschen. Seid wie der Franzose! Wer auch immer kommt, lasst ihn eure Kerze nicht ausblasen! Wenn jemand sie ausbläst, zündet sie erneut an.
Diese Kerze, die du in dir hast, das ist der menschliche Verstand, das ist der menschliche Geist. Lass dich nicht entmutigen, dass jemand deine Kerze gelöscht hat, dass jemand ein beleidigendes Wort über dich gesagt hat. Zünde deine Kerze an. Denn jedes böse Wort löscht eine Kerze. Zünde sie wieder an. Und wenn man dir ein zweites böses Wort sagt, zünde deine Kerze wieder an.
Nun könnte eine andere Frage entstehen: Es ist einfach, so zu reden, aber wie sollen wir das zustande bringen? Es gibt zwei Weisen auf der Welt, wie der Mensch Gott dienen kann. Die eine besteht darin, aus der Freiheit seines Willens heraus zu dienen und die andere besteht darin, zum Dienst gezwungen zu werden. Beim ersten Weg ist es dem Menschen überlassen, selbst die Wahl zu treffen und wenn er keine gute Wahl trifft, wird er gezwungen. Wie könnt ihr also feststellen, ob ihr die richtige oder die falsche Wahl getroffen habt? Wie könnt ihr die richtige von der falschen Wahl unterscheiden? Wenn ihr am Anfang das Gefühl hattet, frei gewesen zu sein, etwas zu tun, aber nachdem ihr es getan habt, ihr euch eingeschränkt fühlt, dann habt ihr den krummen Weg eingeschlagen. Wenn ihr eine Arbeit erledigen wollt und euch äußerst eingeschränkt fühlt und nachdem ihr die Arbeit erledigt habt, ihr eine Befreiung empfindet, dann war das der richtige Weg.
Das, was den Menschen zum Schluss befreit, ist der richtige Weg. Und das, was den Menschen zum Schluss einschränkt, ist der krumme Weg. Auf dem krummen Weg steht also die Freiheit am Anfang und die Einschränkung am Ende. Auf dem richtigen Weg steht die Einschränkung am Anfang und die Freiheit am Ende. Das gleiche Gesetz könnt ihr auf eure Gedanken und Gefühle anwenden. Wenn eines eurer Gefühle euch am Ende einschränkt, ist dieses Gefühl falsch, es geht in die falsche Richtung. Wenn eine eurer Handlungen euch am Ende einschränkt, ist sie nicht richtig, sie wird euch nichts beitragen.
Diese Dinge müsst ihr innerlich verstehen. Du tust etwas und fragst: „War das richtig oder nicht?“ Nun, jemand wird euch sagen, dass es richtig war. Aber stellt euch jetzt Folgendes vor. Ihr könnt mich fragen: „Soll ich auf diesen Baum klettern oder nicht?“ Ich sage euch: „Mach das“ oder „Lass es sein“. Aber wenn du alleine bist und von einem Bären verfolgt wirst – was wirst du dann sagen? Hast du eine Wahl? Klettere auf den Baum, es bleibt nichts anderes übrig. Wer klettert, ist immer auf dem richtigen Weg. Wer auf den Berg steigt, ist immer auf dem richtigen Weg und wer vom Berg herunterkommt, ist immer auf dem krummen Weg.
Wer aber vom Berg ins Tal geht, steigt hinunter, um Essen mitzunehmen und wenn er sein Essen nimmt, muss er wieder hinaufgehen. Der Mensch steigt in die physische Welt herab, um Erfahrungen zu sammeln und wenn er in die andere Welt zurückkehrt, wird er etwas haben, um sich damit zu beschäftigen. Er wird sich mit dem erworbenen Material beschäftigen, das er hier mitgenommen hat und es dann in der anderen Welt verarbeiten. Ihr fragt: „Wie wird das andere Leben sein?“ Ihr sitzt, schaut auf euren Leib und sagt: „Was machen wir mit diesem Leib? Wie werden wir ihn verlassen?“
Der Körper, in dem ihr jetzt lebt, ist nicht euer wirklicher Leib. Er ist eine provisorische Hütte, die euch zur Verfügung gestellt wurde. Einige von euch haben ein schönes, ordentliches Haus und bei anderen ist das Haus nicht so gut gebaut. Zum Beispiel stehen bei einigen von euch die Fenster des Hauses sehr nah beieinander und bei anderen sind sie sehr weit voneinander entfernt. Dann ist die Belüftung bei einigen von euch nicht gut angebracht. Bei einigen ist die Haustür, bei anderen sind die Telefonhörer nicht gut gemacht. Bei einigen von euch sind die Diener nicht gut erzogen. Bei manchen sind die Autos nicht gut, sie sind sehr altmodisch.
Liebe, Weisheit und Wahrheit sind die drei Welten, in denen der Mensch leben kann. Indem er auf der Erde lebt, bereitet er sich darauf vor, einen Leib zu schaffen, den Leib der Liebe, der niemals stirbt. Wir suchen die Liebe, weil wir nur durch die Liebe unser Leben aufbauen können. Um auferstehen zu können, muss der Mensch diesen neuen Leib der Liebe in sich selbst bauen. Der Leib, den ein Mensch baut, hat seine Anfänge in der Liebe.
In der okkulten Wissenschaft spricht man von sieben Leibern, von denen vier Hüllen sind und drei die wesentlichen Leiber darstellen. Die drei wesentlichen Leiber nenne ich den ‚Leib der Liebe‘ (Geistselbst in der Anthroposophie), den ‚Leib der Weisheit‘ (Lebensgeist) und den ‚Leib der Wahrheit‘ (Geistesmensch). Vorläufig gibt es an den beiden Leibern der Weisheit und Wahrheit viel zu arbeiten. Wir streben hauptsächlich nach der Liebe. Der einzige Leib, den wir anstreben, ist der Leib der Liebe. Wenn wir über die Liebe sprechen, verstehen wir den wirklichen Leib. Wenn der Leib der Liebe im Menschen aufgebaut ist, wird der Mensch auferstehen. Er wird zuerst aus Gott geboren und dann beginnt er zu wachsen. Die Auferstehung kommt, wenn dieser Leib im Menschen zum Manne reift. Dann wird der Mensch frei sein von aller Mühsal, die er jetzt auf der Erde erleidet. Er wird jenes positive Wissen haben, er wird die Sprache der Natur verstehen. Dann wird ihm die Welt nicht so fremd sein wie jetzt. Jeder Mensch, der den Leib der Liebe in sich entwickelt hat, kann überall auf die Erde hingehen. Selbst wenn er zu den bösesten Menschen kommt oder unter die bösesten Raubtiere gerät, wird ihn jeder kennen und vor ihm aufstehen. Wenn du den Leib der Liebe hast, kann keiner dein Feind sein. Wichtig ist die Arbeit am Aufbau dieses Leibes.
Jetzt denkt ihr, wenn ihr in die andere Welt geht, werdet ihr nur singen. Wie werdet ihr singen, wenn ihr nicht den Leib der Liebe habt? Nur die Liebe kann singen. Du hast Angst, dass du alt geworden bist. Solange du singst, solange du in der Liebe bist, wirst du immer jung sein. In der Liebe wird ein Mensch ständig verjüngt sein. Was ist die Liebe? Ewiges Erlangen des Göttlichen. Das sind Dinge, die ihr verstehen könnt. Jetzt werdet ihr entmutigt und sagt: „Wir können nichts verstehen.“ Was möchtet ihr jetzt verstehen? Stellt euch vor, ich kann euch finanzieren, dann trefft ihre eine solche Wahl, dass ihr nichts bereuen werdet.
Es gibt eine Anekdote über das neidische Herz des Menschen. Ein König rief jemanden zu sich, der sehr neidisch war und sagte zu ihm: „Verlange von mir, was du brauchst, aber du musst wissen, dass ich deinem Nachbarn das Doppelte von allem geben werde, was du verlangst.“ Damit wollte der König den Hass und den Neid des menschlichen Herzens auf die Probe stellen. Darauf dachte der Neidische lange nach und sagte zu dem König: „Ich möchte, dass du eines meiner Augen herausnimmst.“ Er bat den König, eines seiner Augen herauszunehmen, damit beide Augen seines Nachbarn herausgenommen werden. Das ist keine Wahl. Ich sage, beneidet niemanden. Freut euch über jeden guten Gewinn, den die Menschen haben, denn das Gute kommt von Gott. Egal wie gering dieses Gute in jedem sein mag, in den Pflanzen, in den Tieren oder im Menschen, freut euch über dieses Gute. Das Gute ist immer von Gott. Wir freuen uns an einem Baum, wir freuen uns an einem Birnbaum und seinen guten Früchten. Genießt die guten Trauben, die gute Feige, die gute Kuh, die gute Milch gibt. Sollte man es bereuen, keine gute Kuh oder keine gute Birne zu sein? Jeder kann ein Obstbaum sein und gute Früchte tragen. Christus vergleicht den Menschen mit einem Weinstock. Jeder kann zumindest eine schöne Traube sein. Wie viel Wissen brauchen wir? Worin besteht das Wissen eines Weinstocks? Darin, dass er auch unter den schlechtesten Bedingungen, in die ihr ihn hineinstellen mögt, wird er sich hier und da durchschlängeln, Säfte aus der Erde saugen und etwas Süßes hervorbringen. Er wird aus diesen schlechten Bedingungen schöne, süße Trauben machen. Dagegen wird der Mensch, wenn ihr ihn in den Boden steckt, selbst nach Tausend Jahren nichts Süßes hervorbringen. Christus sagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Der Vatergott hat uns also in die schlechtesten Bedingungen gestellt. Er hat uns wie die Rebe in den Boden gesteckt und ihr müsst versuchen, aus der Erde etwas hervorzubringen, eine gute Frucht zu zeitigen. Ihr müsst eure Wurzeln tief schlagen, die Säfte aus dem Boden herausholen und die besten Trauben herstellen. Wer die Trauben essen wird, spielt keine Rolle. Wirst du deine Trauben essen? – Nein. Isst die Rebe ihre Trauben? – Nein.
Daher ist auch das Gute, das ein Mensch tut, nicht für ihn. Das Gute, das die Leute tun, ist für uns. Und das Gute, das wir tun, ist für die anderen, nicht für uns. Das Gute, das Gott geschaffen hat, ist für uns. Das Gute, das wir schaffen, ist für Gott. Eines Tages wird Er kommen und eure Früchte probieren. In der Schrift heißt es: „An ihren Werken sollt ihr sie erkennen.“ Die Taten, das ist die Frucht. An dieser Frucht werdet ihr wissen, wie eure Taten sind. An dieser Frucht wird man erkennen welchen Grad an Wissen, an Liebe, Gehorsam, welchen Grad an Wissen, welchen Grad an Weisheit, welchen Grad an Wahrheit und Freiheit die Menschen erreicht haben. Das sind die Bedingungen, die ihr überwinden müsst.
Manchmal seid ihr nicht in der Stimmung zu lesen. Ich habe viele Leute sagen hören: „Es lohnt sich nicht zu lesen, es lohnt sich nicht viel nachzudenken.“ Ich habe viele getroffen, die fragen: „Wie sollen wir nachdenken?“ Es ist schwer nachzudenken, es ist schwer zu kontemplieren. Während sie kontemplieren, schlafen viele Menschen ein. Jemand setzt sich um nachzudenken und denkt: „Woran soll ich denken?“
Du wirst über die Wahrheit nachdenken. „Was soll ich über die Wahrheit nachdenken?“ Wenn ich mich hinsetzen würde, um über die Wahrheit nachzudenken, würde mich Folgendes interessieren: Ich würde mich für diejenigen Menschen interessieren, die Gefangene sind, die krank sind. Ich werde zu dem Kranken gehen und ihn heilen und zu dem Gefangenen werde ich ins Gefängnis gehen, die Wache zum Schlafen bringen, den Gefangenen freilassen und ihm sagen: „Komm nicht zurück.“ So werde ich die Gesetze der Freiheit studieren. Das nenne ich Freiheit. Nur so kann man die Wahrheit erfahren. Wenn du die Wahrheit studieren willst, musst du andere Menschen befreien. Indem du sie befreist, wirst du auch dich selbst befreien. In den Mängeln der Menschen musst du auch deine eigenen Mängel und Fehler sehen.
Nehmt den menschlichen Körper, in dem man vorübergehend lebt. Eines Tages tut euch das Bein weh und kann euch unfreiwillig nicht dienen. Was solltet ihr tun? Befreit euer Bein. Eines Tages tut euch der Arm weh. Befreit euren Arm. An einem anderen Tag tut euch das Auge weh. Befreit euer Auge. Manchmal tut euch der Magen weh. Befreit euren Magen. Man muss zuerst seinen physischen Leib heilen. Eines Tages wird eines deiner Gefühle krank. Du musst wissen, wie du es heilen kannst. Man muss wissen, wie man seine Gefühle heilt. Ein anderes Mal wir ein Gedanke krank. Man muss auch seine Gedanken heilen können. Wie behandelt ihr eure Gedanken und Gefühle?
Wenn ihr auf eines eurer Gefühle Hass streut, verbrennt ihr es. Ihr sagt: „Ich muss hassen.“ Wisst ihr, was der Hass mit euren Gefühlen tun wird? Er wird sie verbrühen. Und was werdet ihr dann tun? Was sollten diejenigen von euch tun, die hassen? Sie müssen lieben. Wie solltet ihr damit anfangen? Stellt euch vor, ihr trefft einen Menschen, der euch nicht liebt. Wie ist es möglich, jemanden zu lieben, der euch nicht liebt? Stellt euch vor, dass dieser Mensch, der euch nicht liebt, ein König ist und über die Macht in seinem Land verfügt. Wenn ihr ihn hasst, werdet ihr alle Unannehmlichkeiten heranziehen – hier werdet ihr ein schlechtes Wort über ihn sagen, dort werdet ihr ein schlechtes Wort über ihn sagen und dann werdet ihr zur Rechenschaft gezogen. Was solltet ihr tun? Wenn dieser Mensch dein Nachbar ist, einer wie du, dann ist es leicht, aber er ist König. Was wirst du dann tun?
Du hast Kühe und er erlässt einen Befehl, sie zu verkaufen. Du hast Land und er erlässt einen Befehl, das Land zu beschlagnahmen. Er befiehlt, deinen Sohn, deine Tochter, deine Frau zu internieren und dich steckt er ins Gefängnis. Was wirst du dann tun? Du hast keine Kraft, keine Macht, dich zu befreien. Wer ist derjenige, der internieren kann? – Der Teufel. Wenn ihr also den Willen Gottes nicht erfüllt, erscheint der Teufel als die Exekutive. Er exekutiert die Gesetze Gottes. Es ist der Teufel, der den Sünder interniert. Der Teufel wird kommen und ihm sagen: „Du bist nicht für diese Welt, du taugst zum Minister.“ Er macht dich zum Minister und steckt dich dann ins Gefängnis. Wie kommst du aus diesem Gefängnis heraus? Wie würdet ihr diese Aufgabe lösen? Das sind außergewöhnliche Dinge. Es sind die schlimmsten Bedingungen, unter denen sich ein Mensch befinden kann.
Auch Christus wurde interniert und gekreuzigt und dann kam der Teufel mit seinem ganzen Gefolge und nahm Ihn gewaltsam in seine Welt mit. Man sagt, dass Christus, der bis dahin friedfertig war, in die Welt des Teufels gelangt, sagte: „Im Namen der Liebe befehle ich, diese Tür zu öffnen.“ Er trat mit dem Fuß und die Tür schwang zur Seite. Da die Hölle ein Ort der Dunkelheit ist, sagte Christus, als Er dort eintrat: „Im Namen des Herrn befehle ich, alle Kerzen anzuzünden. Und alle Gefangene, die hier sind, sollen freigelassen werden.“ Drei Tage lang ging Christus durch die Hölle und sagte zu allen Gefangenen dort: „Geht jetzt hinaus. Was sucht ihr hier?“
Ihr gehört alle zu denjenigen, die aus der Hölle herausgekommen sind. Es ist die Liebe, die die Tür öffnet, es ist die Weisheit, die jeden Tag Licht gibt und es ist die Wahrheit, die den Gefangenen die Tür öffnet und sie frei macht. Freut euch über das, was Christus getan hat. Jetzt sagt ihr: „Wir wollen wissen, wer Christus ist.“ Wer Christus ist und was Er ist, sollte euch nicht beschäftigen. Christus sagt: „Niemand kennt den Vater, nur den Sohn.“ Und niemand kennt den Sohn außer dem Vater. Du kannst niemals Christus erkennen, wenn du kein Sohnesverhältnis zu Gott hast. Du kannst Gott nicht kennen, wenn Er dich nicht kennt. Zuerst muss Gott und kennen und dann werden wir Ihn kennen, Er wird unser Bekannter sei.
Ich sage, fangt jetzt mit dem Gesetz der Liebe an. Ich rede euch seit so vielen Jahren über die Liebe. Was ist die Liebe? Die Liebe, das ist das neue Kleid, das ihr anziehen werdet. Aber dieses Kleid ist die äußere Seite der Liebe. Die Liebe ist also das neue Gewand, das wir anziehen werden. Die Liebe ist der neue Leib, in den wir einziehen werden, das neue Verständnis, das wir haben werden, das neue Leben, das neue Licht, das in die Welt kommen wird. Das ist die Liebe, die auf die Erde kommen wird. Wir wollen jetzt im vorübergehenden Leben, das wir haben, die Liebe erwerben. Dafür kam Christus auf die Erde. Da Christus aufgestiegen ist, werdet ihr die gleichen Schritte befolgen. Vorläufig befindet ihr euch zwischen dem Paradies und der Hölle und stößt mit einem Ellbogen daran. Ihr habt bereits die Grenze überschritten, aber in euch ist immer noch der Einfluss jener Welt vorhanden.
Manchmal befindet ihr euch in der Position der Juden in der Wüste. Ihr habt Manna zur Verfügung, aber ab und zu bereut ihr immer noch das Leben in Ägypten und das Fleisch und die Gurken, die ihr dort hattet. Ihr wollt Dinge, die nicht hygienisch sind. Ihr müsst euch doch vom Einfluss der Hölle, von den alten Gewohnheiten befreien, von dem, was ihr „erbliche“ Merkmale“ nennt.
Meiner Meinung nach stellt Karma die erblichen Merkmale jenes Lebens dar, das der Mensch einst gelebt hat. Er hat in der Welt der Sünde gelebt und all seine Gedanken, all seine alten Gewohnheiten, all das wurde in seinen Leib hineingebracht, das er verarbeiten soll. Manchmal fragt ihr euch, nachdem ihr lange gearbeitet habt, woher diese Schwierigkeiten kommen. Manchmal habt ihr so schlechte Gedanken und Wünsche, dass ihr es bereut, diesen Weg bestiegen zu haben.
Ein orthodoxer Priester erzählte mir folgende Erfahrung, die er hatte. Er sagte zu mir: „Ich bin schon fünfzig und habe Gott so viele Jahre gedient. Warum plage ich mich damit, diese Rinder zu weiden? Warum mache ich mir nicht ein schönes Leben? Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Dann sagte ich zu diesem Teufel, der mich quälte: „Verschwinde von hier. Ich will mich nicht mit r beschäftigen. Kaum war ich ihn los, da kam er wieder. Es hätte wenig gefehlt und ich wäre vom Weg abgegangen.“
Welcher ist jetzt der richtige Weg? Der richtige Weg ist der Weg, der mit Dunkelheit beginnt und mit Licht endet. Ein krummer Pfad beginnt mit Licht und endet mit Dunkelheit. Jedes Leben, in dem, je mehr man da hineingeht, desto weniger das Licht und desto undeutlicher die Dinge werden, ist der krumme Weg. Ich sage nicht, dass ihr kein Verständnis habt, aber auf dem Weg, den ihr geht, werden euch Schwierigkeiten begegnen. Ich führe diese Beispiele an, damit ihr leichter mit den Schwierigkeiten fertig werdet, die ihr habt. Es geht nicht darum, das irdische Leben aufzugeben. Der Verzicht sollte innerlich, nicht äußerlich sein. Äußerlich kann ein Mensch auf das Irdische verzichten, doch das, was er begehrt, hat er nicht aufgegeben. Um aufzugeben, müsst ihr das Gesetz verstehen.
Um auf Fleisch zu verzichten, müsst ihr es durch Obst ersetzen. Man kann nicht auf die Fleischnahrung verzichten, solange man sie nicht durch Obst ersetzt. Alle Fleisch fressenden Tiere haben eine erbliche Eigenschaft, die später kam. Ursprünglich wurden sie nicht als Fleischfresser geschaffen. Sie waren ursprünglich Pflanzenfresser, aber Fleischfressen hat sich in ihr Leben hineingeschoben. In der Schrift steht, dass der Tag kommen wird, an dem sowohl der Löwe als auch der Wolf sich von Gras ernähren werden, wie sie sich ursprünglich ernährt haben. Wann wird das sein?
Wenn die Menschen anfangen richtig zu denken. Die Wölfe leben immer noch in den Menschen. Derjenige, der wie ein Wolf denkt, kann nicht anders als Fleisch zu essen. Derjenige, der wie ein Fuchs denkt, kann nicht anders als Hühner zu essen. Was ist daran schlimm? Da ist nichts Schlimmes daran. Der Wolf sagt: „Da ich jetzt von Natur aus schlecht bin, muss ich Schafe und Lämmer essen, um mich zu verbessern.“ Und die Schrift sagt: „Wenn du nicht mein Fleisch isst und nicht mein Blut trinkst, hast du kein Leben in dir.“ Da Christus das Lamm ist und erlaubt hat, Sein Fleisch zu essen, habe ich aufgrund der Lehre Christi das Recht, Lämmer und Schafe zu essen, um gut zu werden.“
Seine Überlegung ist richtig, aber wann? Wenn er beide Seiten der Frage versteht. Wann ist sie falsch? Wenn nur eine Seite der Frage verstanden wird. Der Wolf versteht nur die eine Seite des Problems. Und das Böse liegt darin, die Dinge nicht zu verstehen. Worin liegt das Böse? – Nicht im Reichtum des Menschen. In dem Missbrauch, den die Reichen ihren Arbeitern antun. Es gibt einen Fabrikbesitzer mit zweitausend Arbeitern und wenn er sie bezahlt, möchte er von jedem von ihnen fünfzig Stotinki nehmen. Er will jedem einen halben Lev weniger zahlen, als er bestimmt hat, ihnen zu geben.
Was ist das Gute? Wenn in ihm der Wunsch entsteht, jedem Arbeiter einen halben Lev mehr zu geben, als er ihm ursprünglich bestimmt hatte. Das ist der richtige Weg. Anstatt jedem Arbeiter einen halben Lev abzunehmen, sollte der Fabrikbesitzer jedem Arbeiter einen halben Lev mehr als das festgelegte Gehalt geben.
Wir tun also immer das, was nicht richtig ist, was uns schadet. Mach, was du nicht magst. Daher tut ein Mensch im göttlichen Leben immer das, was das Richtige ist, was niemandem schadet. Was uns schadet, ist der menschliche Weg. Was uns belohnt, ist der göttliche Weg. Der Mensch möchte immer etwas an sich reißen, jemandem Schaden zufügen. Im Gegenteil, lasst uns immer großzügig sein. Das ist der Weg der Liebe.
Ich sage jetzt, die großen Dinge sind euch gelungen, aber in den kleinen Dingen habt ihr versagt. Es gibt Dinge, bei denen seid ihr ungerecht. Ihr seid euch selbst gegenüber ungerecht. Wenn wir lernen, wissen wir nicht, was wir lernen sollen. Jemand sagt: „X ist talentierter als ich.“ Also beneidest du ihn. „Nun, er spricht mehrere Sprachen.“ Freue dich darüber. Wenn er mehrere Sprachen beherrscht, kannst du das auch. Jemand ist Musiker, er spielt gut. Du kannst auch so gut wie er spielen und Musiker sein. Du triffst jemanden und sagst, dass er ein guter Mensch ist. Du kannst so gut sein wie er. Es ist schlecht, wenn man keine guten Musiker trifft oder wenn man keine guten Sänger, keine guten Menschen trifft. Alles Gute, dem du in deinem Leben begegnest, kannst du auch erreichen. Dem du nicht begegnest, kannst du nicht erreichen.
Wenn also die Widersprüche im Leben kommen, müsst ihr den Gedanken im Kopf haben, dass hinter jedem Widerspruch der göttliche Geist steht, der heimlich arbeitet. Durch jede Prüfung prüft der Herr Verstand und Herz des Menschen.
Als der Herr Adam sagte, er dürfe nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen, wollte Er Adam prüfen, um zu sehen, wie weit er ist. Adam machte keinen Fehler wie Eva, aber sein Fehler bestand darin, dass er Eva nicht allein lassen wollte. Als der Herr Eva aus dem Paradies vertreiben wollte, sagte Adam: „Ich werde auch mit ihr gehen.“ Und der Herr erlaubte ihm, aus dem Paradies herauszugehen. Adam entschied sich, Gott zu verlassen, aber sich nicht von seiner Frau zu trennen. Jetzt verlasst ihr alle Gott wegen eurer Ehemänner und Ehefrauen. Das ist die Freiheit, die ihr habt. Der Herr sagte: „Sehr gut, probiert auch das.“ Und dann sagte Er zu der Frau: „Da du auf den fremden Ratschlag der Schlange hörtest, wirst du unter Schmerzen gebären. Was du auch tust, du wirst immer Schmerzen empfinden.“ Und dem Mann sagte Er: „Weil du dem Rat deiner Frau Folge geleistet hast, wirst du pflügen und säen und nichts gewinnen.“ Wenn du also innerlich leidest, bist du eine Frau. Wenn du äußerlich leidest, bist du ein Mann. Wenn du also auf den Rat eines anderen hörst und innerlich leidest, bist du eine Frau. Wenn du äußerlich leidest und die Dinge draußen nicht gut laufen, bist du ein Mann, der auf seine Frau hört. Und deshalb sage ich den Frauen: „Hört auf, auf die Ratschläge anderer zu hören.“ Und ich sage den Männern: „Hört auf, auf die dummen Ratschläge eurer Frauen zu hören.“
„Das gute Gebet“