Die neue geistige Welle

Jetzt kommt ein neues Zeitalter auf die Erde, von dem der gegenwärtige Okkultismus sagt, dass eine neue Welle [1] von der Sonne kommt. Wenn ich mich mit neuen Begriffen ausdrücke, werden sie für euch unverständlich sein, und meine Rede wird völlig abstrakt sein. Diese Welle, die jetzt kommt, wirkt sich auf die menschlichen Gehirne aus und einige Menschen werden unter ihrem Einfluss überspannt. („Die neue Menschheit“, Festvorträge, Veliko Tarnovo, 19.8.1920)

Diese Urintelligenz, die in die Welt kommen muss, kommt von Gott. Aus dieser Urquelle kommt nun eine neue Welle, die die Menschen aufnehmen müssen. Man sagt: „Gott hat dem Menschen eine Seele eingehaucht“. Jetzt atmet Gott wieder ein. In Tausenden von Jahren atmet Gott einmal ein. Ihr werdet die beiden Prinzipien verstehen – dass Gott die universelle Liebe ist, die alle Wesen umhüllt, und dass Gott die universelle Intelligenz ist. Diese Intelligenz wird sich je nach der Natur eines jeden Wesens manifestieren. Es muss Vielfalt geben, aber es muss auch diese göttliche Harmonie in uns allen vorhanden sein. Stellt die Lehre auf die Probe, macht eure Atmung rhythmisch, bringt in euer Herz, eure Seele, euren Verstand und euren Geist, sowie in euer Unterbewusstsein, euer Bewusstsein, euer Selbstbewusstsein und euer Überbewusstsein den Wunsch, diese Wesen zu sehen, und ihr werdet sie sehen. Wenn ihr diese Wesen seht, werdet ihr eure Lehrer, eure Brüder und Schwestern finden. Sie sind edle Wesen und so erhaben in ihren Taten und in der Erfüllung der Lehren Christi, dass ihr keine Vorstellung von all dem habt. Wenn ihr deren Haus besucht, werden sie euch wie ihre jüngeren Brüder empfangen, euch herzlich willkommen heißen und euch in die Welt schicken, um die neue Lehre weiterzugeben. In eurem derzeitigen Zustand, mit eurem Verstand, eurem Herzen und eurer Seele, könnt ihr sie nicht sehen. Euer Himmel ist bewölkt. Der Zweifel, den ihr habt, zeigt, dass ihr dem Glauben dieses Herrn, der in euch ist, nicht dienen könnt. („Der Glaube“, Sonntagsvorträge, Sofia, 6.3.1921)

Und der Meister sagte uns, dass jetzt eine neue Welle der Menschheit in die Welt kommt, mit neuen Herzen der Liebe und neuem Leben, und sie lädt Krieger Gottes ein, die bereit sind, in Seine göttliche Armee einzutreten, sich einzuschreiben und sich mit den Waffen zu bewaffnen, die der großen göttlichen Tugenden sind, und angetrieben von der großen göttlichen Liebe, gegen das Böse aufzustehen und für den Triumph des Guten, der Wahrheit, der Gerechtigkeit über das Böse zu arbeiten. (Aus dem Tagebuch von Penju Ganev, 17.12.1922, in: „Изгрева”, Band 16 – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos,  Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993)

Jetzt kommt eine neue Phase, eine neue Welle, die die Menschheit ergreifen und ihr eine höhere Form geben wird. Gerade deshalb sollten sich alle heutigen Menschen in ihrem Leben von der Idee der Engel leiten lassen, dass das Recht jedem zusteht. Wenn sie von dieser Idee nicht bewegt werden, kann die neue Welle sie nicht aufgreifen. Und dann werden sie nach den Gesetzen der vernünftigen Natur nicht in das Reich Gottes gelangen können. Wie die fünf törichten Jungfrauen werden sie die Tür zum Reich Gottes verschlossen finden und sagen: „Herr, wir haben deine Gesetze nicht verstanden.“ Manche sagen: „Kann Gott alles tun? Warum verwandelt er dann nicht die ganze Welt auf einmal? Ich frage: Wenn jemand beschließt, von Sofia nach Varna zu reisen, sollte ihm dann ein spezieller Angestellter geschickt werden, der ihm sagt, wann der Zug abfährt? Wenn er zum Bahnhof geht und sich eine Fahrkarte kauft, wird er nach Varna fahren. Wenn er zu spät kommt, wird der Zug nicht mal einen Moment auf ihn warten, sondern abfahren, und er wird auf einen anderen Zug warten müssen. („Positive und negative Merkmale des Lebens“, Festvorträge, Sofia, 26.8.1929)

Diese Erde ist noch nicht eingerichtet, das Leben hat noch nichts gebracht. Es muss etwas Neues hineingebracht werden. Jedem Zeitalter wird eine neue Welle eingefügt, ein neues Leben muss kommen. Wenn dieses neue Leben, man nennt es Wiedergeburt, nicht kommt, wie wird dann eure Philosophie sein? Sie wird hohl sein. Ihr könnt eine Katze so viel füttern, wie ihr wollt, sie bleibt eine Katze. Ihr könnt einen Ochsen so viel füttern, wie ihr wollt, er bleibt ein Ochse. Ihr könnt einen modernen Menschen ernähren, ihn erziehen, er wird der Alte bleiben. Wenn das Neue kommt, wird es die Formen sofort verändern. Das Göttliche wird kommen und eine innere Schönheit hinterlassen. (“Der neue Windhauch“, Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 5.2.1930)

Eine neue Welle kommt aus dem kosmischen Raum – eine Welle der göttlichen Liebe. Man nennt sie auch die „Feuerwelle“. Diese Welle hat starke Schwingungen, denen der Organismus eines jeden Menschen nicht standhalten kann. Deshalb heißt es auch, dass Gott ein alles verzehrendes Feuer ist. Diejenigen, die bereit sind, die Schwingungen dieser Welle zu ertragen und sie anzunehmen, werden erleuchtet werden, aber diejenigen, die ihre Schwingungen nicht ertragen können, für die wird diese Welle ein Feuer, das sie verbrennen oder für sie die Ursache  größten Leides sein wird. Und diese Leiden werden sie darauf vorbereiten, die Liebe zu empfangen, zu erwachen. Deshalb wird diese Welle der Liebe, die kommt, auch göttliches Feuer genannt. Darin wird alles Alte, alles Unreine verbrannt werden. Wenn die Menschen durch dieses göttliche Feuer gehen, wird das Reich Gottes auf die Erde kommen. Ich sage: Wenn das Feuer der Liebe kommt, werden einige leuchten, andere verbrannt werden, sie werden Reue erleben müssen…

Das Sonnensystem kommt aus der dichten Materie heraus und begibt sich in eine verdünnte Umgebung. Deshalb wird es Bedingungen geben, unter denen sich ein höheres Bewusstsein in der Menschheit manifestieren kann. Das Sonnensystem kommt aus der so genannten 13. Sphäre heraus. Auf der anderen Seite wird die Sonne in den Wassermann eintreten. Jetzt läuft das dunkle Zeitalter – Kali Yuga – aus. Da die Erde in ein neues Gebiet eintritt, werden sich alle alten Formen verändern. Die neuen Formen werden die alten zerstören. Die Menschen werden nicht bemerken, wie sie wachsen, wie sie zu neuen Menschen werden. Die alten Formen werden abfallen wie die Blätter im Herbst. An die Stelle der alten Menschen werden neue Menschen treten – mit neuen Gedanken.

Die Erde, die viele Millionen Umdrehungen hinter sich gebracht hat, durchläuft eine Ausnahme. Heute ist diese Ausnahme eingetreten.

Im menschlichen Gehirn werden neue Organe für die zukünftige Menschheit gebildet. Solange sie nicht geschaffen sind, werden viele Dinge unerklärt bleiben.

Wenn der große Künstler beginnt, sein Bild zu malen, kann dann das Schöne sofort hervorstechen? Nein. Am ersten Tag wird er die Farbe nur mit dem Pinsel auftragen. Selbst wenn uns sein Bild nicht gefällt, lächelt er nur. Am zweiten Tag schaut man nach – das Bild ist im gleichen Zustand. Er wird dir sagen: „Habe es nicht so eilig, deine Meinung auszusprechen. Wenn ich das Bild fertig gemalt habe, kannst du dich dazu äußern.“ Auch ihr habt es eilig, euch über das Leben zu äußern, aber es ist noch nicht fertig.

Eine Schwester fragte: „Meister, wann wird die Zeit kommen, wenn uns alles klar sein wird?“ – Wir befinden uns jetzt in dieser Zeit. Jetzt ist eine besondere Zeit in die Welt eingetreten, eine Zeit der Veränderungen, die die Welt organisieren wird. Jetzt wird ein neuer Menschentypus, eine neue Rasse geschaffen.

Gott überlässt es den Menschen, die kleinen Dinge zu regeln, und die großen Dinge regelt Er. Heute ist das Zeitalter der Geburt der neuen Rasse.

Jedes neue Zeitalter beginnt mit einem neuen Rhythmus. Jetzt kommt ein neuer Rhythmus ins Leben. Das Göttliche bahnt sich überall seinen Weg. Die Welle, die jetzt kommt, wird nicht nur uns auf eine höhere Stufe heben, sondern auch alle Mineralien, Pflanzen und Tiere. Diejenigen, die nicht mitgenommen werden, bleiben für die Zukunft übrig. Vergesst nicht: Es wird keine zweite Welle dieser Art geben, denn in der Natur gibt es keine Wiederholung der Dinge. Wenn ihr es auf die Zukunft verschiebet, werden die Bedingungen noch schwieriger sein.

Neues Wissen ist im Kommen, eine neue Kultur kommt in die Welt. Ich nenne sie „die Kultur der göttlichen Liebe, Weisheit und Wahrheit“. Sie wird die Menschen lehren, wie man lebt.

Das alte Leben weint, das neue Leben jubelt. Das alte Leben, das sind die Wurzeln, das neue Leben sind die Zweige. Wir stehen jetzt am Ende der Lieblosigkeit und am Anfang der Liebe.

Wer erweckt den Menschen? Derjenige, der sich um ihn kümmert. Die Mutter weckt das Kind. Das zeigt, dass sie sich um das Kind kümmert. Gott erweckt den Menschen, das zeigt, dass Er sich um ihn kümmert.

Wer im heutigen Zeitalter nicht aufwacht, bleibt für andere Zeiten. Wir denken daran, was mit den Menschen geschieht, die das Göttliche nicht annehmen können. Der Punkt ist klar. Ich gehe zu einem Baum und pflücke die reifen Früchte, und ich werde auf die anderen Früchte warten. Wenn sie reif sind, werde ich sie auch pflücken, und die schlechten Früchte werde ich als Dünger verwenden. Dann werden sie wieder zu guten Früchten. Du fragst: „Warum ist das so?“ Denn es kann nicht anders sein.

Es heißt in der Bibel: „Sucht mich, solange ich nah bin.“ Das heißt – nutzt die günstigen Bedingungen, solange ich in eurer Nähe bin.

Wenn die Menschen von dem, was die Zukunft bringt, überrascht werden, beraubt sie diese Überraschung der Möglichkeit, das Gute, das auf sie zukommt, zu nutzen. Um von den Bedingungen des Lebens zu profitieren, muss der Mensch also über Wissen verfügen, das der Seele Frieden bringt. Unwissenheit erfüllt den Menschen mit Ängsten.

Jetzt wird überall auf der Welt Neues geboren. Was das Neue ist, in welcher Form es erscheinen wird, können nur wenige verstehen. Es entsteht ein neuer Zyklus. Wer sich darauf einlassen kann, dem bieten sich große Perspektiven. Wenn ihr nicht bereit seid, werdet ihr die Bedingungen verpassen. Das Göttliche kommt in die Welt. Jetzt ist die gefährlichste Zeit. Es kann sein, dass ihr einschlaft und draußen bleibt. Der göttliche Zug ist sehr pünktlich! Ihr dürft nur eine Sekunde zu spät kommen. Deshalb sollten euer Bewusstsein, eure Herzen und euer Verstand wach sein. Sollte derjenige, der Tausende und Millionen von Jahren auf der Erde gelebt und so viel Leid erfahren hat, diesen Moment verpassen, den Zug verpassen und nicht in der Lage sein, das Große zu erkennen? Wenn Gott dich wach findet, wenn Er zu dir kommt, wirst du wie der Same wachsen, dich entwickeln und Früchte tragen.

Der Tag hat zwei Hälften – die eine, wenn die Sonne aufgeht, und die andere, wenn die Sonne untergeht. Bis mittags geht es bergauf, und nachmittags geht es bergab. Das Gesetz ist das gleiche in Bezug auf das Zeitalter. Die gegenwärtige Epoche ist im Untergehen begriffen und das kann nicht aufgehalten werden. Die Mächte der Finsternis werden verschwinden. Das Gute wird genau zur vorbestimmten Zeit kommen, so wie der Frühling zu seiner Zeit kommt. Wenn der Frühling kommt, blüht alles auf. So wird es auch mit dem Kommen des Göttlichen sein.

Ein helles Zeitalter steht bevor. Die Idee der Brüderlichkeit wird verwirklicht werden. Dieser göttliche Frühling wird allmählich kommen, nicht plötzlich, und die Menschen werden sich unmerklich verändern. Sie werden einfach nicht spüren, wie sie sich verändern werden. Eines Tages werden sie aufwachen und sich in einer neuen Situation wiederfinden, so wie die Raupe, die sich in einen Kokon einwickelt und darin zu einem Schmetterling wird, der sich nicht mehr von Blättern ernähren kann. Was kommen wird, kann man als die Manifestation des göttlichen Anfangs im Menschen bezeichnen. Die neue Generation, die geboren wird, wird die Welt erneuern. Wir befinden uns also in einem Zeitalter, in dem sich Raupen in Schmetterlinge verwandeln werden. Einige Raupen, die noch nicht zu Schmetterlingen geworden sind, fragen, wie man in der Luft leben wird. Wenn sie zu Schmetterlingen werden, dann werden sie es lernen. Als Raupen können sie es nicht lernen.

Heute ist das Leben aktiver. Vor Jahren mussten drei Wochen vergehen, bis die Kinder ihre Augen öffneten, aber jetzt öffnen sie ihre Augen schon, wenn sie geboren werden. Das ist überall so, in allen Nationen. („Die Quelle des Guten. Das letzte Wort des Meisters“, Martschaevo, 1944, aufgeschrieben von Bojan Boev)


[1] Was ist mit dieser Welle gemeint? Es geht um den großen Wandel, der seit dem Ende des Kali Yuga eintritt – die Archai steigen auf und erlangen die Möglichkeiten von Elohim und können in der äußeren Welt in einer neuen Art wirken; die Elohim steigen auf zu Geistern der Bewegung (Dynamis) und Letztere – zu Geistern der Weisheit (Kyriotetes) auf. Dieser Wandel betrifft nicht nur unser geistiges Leben, sondern manifestiert sich auch auf dem äußeren Plan.

Rudolf Steiner spricht in GA 187 (Vortrag vom 1.1.1919) ebenfalls über die neue geistige Welle, die er mit dem Aufstieg der Archai zu der Würde von Schöpfern (Elohim) in Verbindung bringt. Er nennt diese Veränderung in der geistigen Welt „eine neue Offenbarung“, die sich „wie eine neue Geisteswelle durch das Geschehen“ ergießt, in das der Mensch eingespannt ist: „Der Mensch kann diese Welle nicht etwa von der Erde zurückstoßen. Sie ergießt sich über die Erde. Das ist die eine Tatsache… seit einiger Zeit, insbesondere seit dem Beginne des 20. Jahrhunderts – oder eigentlich deutlicher gesagt seit dem Jahre 1899 etwa – stehen wir, indem wir als Menschen in der Welt herumgehen, innerhalb einer neuen Welle des geistigen Lebens, die sich in das andere Leben der Menschheit hineinergießt.“

Eine Prophezeiung des Meisters über die Situation der ganzen Menschheit 

Folgende Worte, die Beinsa Douno am 12.10.1943 an den Rila-Seen gesagt hat, wurden von Teofana Savova aufgeschrieben. („Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 2 Vergilij Krastev (Herausg.)

Teofana Savova

Ich komme hierher, weil Gott hierher kam. Diese heiligen Orte haben Seine Schritte gesehen.

Ihr glaubt, dass nach dem Krieg das Reich Gottes auf die Erde kommen wird. Es wurd kein Reich Gottes kommen! Es wird Feuer auf die Erde kommen. Großes Leid wird auf die Erde kommen – großes Feuer.

Jetzt kommen die Heiligen auf die Erde. Ihr Anführer ist Christus. Die Heiligen kommen mit Waffen in ihren Händen. Einst waren sie schwach. Jetzt sind sie bewaffnet und stark. Ihre Waffen sind Rechtschaffenheit und Liebe. Der Mensch des guten Willens wrd jetzt stark sein. Und wenn der Mensch des Bösen ihn sieht, wird er fliehen. Die Erde wird von den bösen Menschen gereinigt werden. Die schlechten Menschen werden die Erde zur Berichtigung verlassen.

Der erste Helfer Christi ist jetzt Erzengel Michael. Der Prophet hat mit dem Erzengel Michael gesprochen. Jetzt ist das zweite Kommen. Jetzt ist das Ende des Zeitalters gekommen. All diese Dinge, die in Matthäus, Kapitel 24, und Daniel, Kapitel 12, stehen, gelten für die heutige Zeit. Wenn diese Tage des Leidens nicht verkürzt würden, könnte kein Mensch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt werden. Es werden Bürgerkriege kommen. Sie sind schrecklich, wir wollen sie nicht.

Es wird großer Hass zwischen den beiden Klassen – den extremen Elementen – herrschen. Es wird ein großes Blutvergießen geben. In vielen Ländern wird ein Bürgerkrieg toben. Aber das Volk, das Gott näher ist, wird weniger durchmachen. Dann werden die Mächte des Himmels, die Natur selbst, entrüstet sein. Große Erdbeben werden kommen. Wo Dürre ist, wird Wasser sein, und wo Wasser ist, wird es trocken sein. Nach diesen Leiden werden diejenigen, die gerettet werden, in das Reich Gottes eingehen, wo es unendlich schön ist.

Seid auf der Hut, denn dem Gerechten wird kein Haar gekrümmt. Seid wach! Denn wer alle Leiden erträgt, wird in das Reich Gottes eingehen, in dem endlose Schönheit herrscht. Und in den gegenwärtigen größten Ängsten und Leiden soll der Mensch inneren Frieden, inneren Glauben und innere Liebe haben. Nicht entmutigen lassen, sondern arbeiten. Das 12. Kapitel des Propheten Daniel spricht von der Wiederkunft des Erzengels Michael. Und bei seiner Ankunft werden die größten Leiden erscheinen, Leiden, die die Menschheit nicht kennt. Da Michael einen Sonnen-Einfluss hat, wird es sonnig sein, wenn er kommt. Dann wird der Mensch des Guten stark sein, und der Mensch des Bösen wird machtlos sein.

Nach dieser Erschütterung werden viele Menschen und Gesellschaften zur Vernunft kommen. Die Kämpfe auf der Erde sind jetzt ein Spiegelbild des Krieges, der in der unsichtbaren Welt zwischen der Weißen Loge und der Schwarzen Loge geführt wird, aber die Weiße Loge wird gewinnen, das Gute wird gewinnen. Die dunklen Geister werden gebunden und in den Abgrund geschickt werden. Das wichtigste Zeitalter der Menschheit ist angebrochen. Freut euch, dass ihr in dieser Zeit lebt und am Aufbau des Neuen mitwirkt!

Bevor der Erzengel Michael die Leitung übernahm, war der Erzengel Gabriel zuständig. Michael ist wie eine kollektive göttliche Welle, mit einem großen Heer von Engeln. Dieses Heer von Engeln wird sich in vier Gruppen aufteilen, denn es gibt vier Arten von Menschen – ihr Blut ist nicht das gleiche. Dann werden sich die Türen des Reiches Gottes öffnen, und wer bereit ist, wird in das neue Leben eintreten – das ist die Auferstehung. Vom Leben zur Liebe Gottes und von der Liebe Gottes zu allem. Mit Liebe soll man helfen und arbeiten.

Niemand kann aufsteigen und Vollkommenheit erlangen, solange er nicht lebt und liebt. Wenn die Natur nicht in euch lebendig wird, könnt ihr nichts erreichen. Sie hört zu. Und derjenige, der die Geschöpfe am meisten liebt, ist Gott. Vergesst das nicht!

Ich bin heute ins Rila-Gebirge gekommen, um eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Ich habe eine Mission. Dieses wichtige Werk, für das ich gekommen bin, kennt ihr nicht und ich darf es euch nicht sagen. Lasst das Ergebnis darüber sprechen. In diesem Moment sehe ich, dass es in Bulgarien viele helle Seelen gibt – Eingeweihte. Es gibt solche Menschen auch in den anderen Ländern, die sich für die Vollendung des Guten auf der Erde einsetzen.

Wie und warum wurde das Lied „Der Brief“ gegeben? 

Aus den Erinnerungen Elena Andreevas (1899-1990), eine der drei Stenographinnen der Weißen Bruderschaft, veröffentlicht im Buch „Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.

Das Lied “Der Brief“ und ein kurzes Video mit der Musik

Als der Meister 1922 die [okkulte] Schule eröffnete und die Klassen [1] eingerichtet wurden, kamen junge Menschen aus allen Teilen des Landes zu den okkulten Jugendklassen. Sie hatten schon verschiedene ideologische, okkulte und politische Strömungen durchlaufen. Einige waren als Kommunisten gekommen, andere als Sozialisten, einige als Anarchisten oder Republikaner, wieder andere als Anhänger des Agrarbundes. Und jeder von ihnen trat für das ein, was er dort gelernt hatte, wo er hergekommen war. Diese jungen Menschen wollten Jugendtreffen veranstalten, und bei jedem Treffen traten sie mit Referaten auf. Jeder von ihnen wollte sich als Vertreter der Kräfte und Parteien, von denen er gekommen war, in die Schule des Meisters einfügen. Es gab Referate wie etwa: „Der Anarchismus und die neue Lehre“, „Der Kommunismus und die neue Lehre“. Alle waren bestrebt zu zeigen, dass ihre politischen Ansichten mit der Lehre des Meisters übereinstimmen und sich in sie einfügen. Doch das war eine Lüge. Eine große Lüge. Sie können es in den Vorträgen der Jugendtreffen nachlesen und sehen, wie der Meister diese Fragen gelöst hat. Auf diese Weise werden Sie in vielen Dingen geschult. Außerdem befanden sich unter den Freunden Vertreter der Theosophen, Tolstojaner, Anthroposophen, Rosenkreuzer und aller Arten von Okkultismus aus dem Westen und dem Osten, einschließlich Yogis. Und es gab dort auch Referate wie „Der Tolstoismus und die neue Lehre“, „Die Theosophie und die neue Lehre“, „Der Okkultismus und die neue Lehre“. Nach den Referaten antwortete der Meister allen.

Elena Andreeva 

Im Jahr 1923 baute die Bruderschaft in der Oborischte-Straße 14 einen Saal, in dem der Meister zum ersten Mal sprach. Wir benutzten fünf Jahre lang diesen Saal – bis 1928, als wir in den neu gebauten Saal in der Izgreva-Siedlung umzogen. Es war 1926, als die älteren Freunde beschlossen, aus der Bruderschaft eine Organisation zu machen und organisatorische Formen in ihr Leben einzuführen. Da die Zusammensetzung heterogen war, trug jeder, der von irgendwoher kam, Ideen und Regeln mit sich, die er hier einbringen und als Organisation, Ordnung und Regelsammlung umsetzen wollte. Alle sehnten sich nach einer solchen Organisation und waren zudem psychisch darauf vorbereitet. 

Ich habe nicht von ungefähr die Jugendtreffen und das, was dort besprochen wurde, erwähnt. Einige dachten, dass die neue Lehre des Meisters in ihre ideologischen Strömungen passen könnte. Andere waren der Meinung, dass seine Lehre eine Fortsetzung gerade dessen sei, wofür sie eintraten. So haben sie es verstanden. Und was am wichtigsten ist: Alle waren dieser Meinung. Alle sagten, dass die Bruderschaft besser organisiert werden sollte, denn jeder tat, was er wollte und es gab keine Ordnung, dass eine gewisse Disziplin eingeführt werden sollte, dass eine Satzung erstellt werden sollte, dass Mitgliedskarten erstellt werden sollten, in die die Mitgliedsbeiträge eingetragen werden sollten, und ganz allgemein – dass wir ein Modell für eine ideale innere und äußere Organisation sein sollten. Sie dachten sogar daran, Uniformen einzuführen, eine Uniform für die Schwestern und eine andere für die Brüder! Ich hatte schon seit geraumer Zeit davon gehört. Die Freunde hatten beschlossen, diese Angelegenheit an einem Mittwoch nach dem Vortrag vor den Meister zu bringen. Der betreffende Mittwoch kam. Wir befanden uns im neuen Saal in der Oborischte-Straße 14 im Jahr 1926. Wir hatten uns versammelt und warteten auf die Ankunft des Meisters. Während dieser Zeit haben wir Lieder gesungen. Aber er ist nicht gekommen. Anstatt zu kommen, schickte der Meister einen Brief in einem weißen Umschlag über den Bruder Todor Stoimenov, den er vor der ganzen Klasse verlas. Das Schreiben bestand aus drei Zeilen und lautete:

„Wenn die Liebe herrscht, tritt keine Verwirrung ein.

Wenn die Weisheit regiert, wird die Ordnung nicht gestört.

Wenn die Wahrheit leuchtet, blüht und reift die Frucht.“

Das Original des Briefes 

Der Brief wurde vorgelesen und es wurde still im Saal. Die Freunde sahen sich gegenseitig an und wurden still. Wäre der Meister gekommen, wären alle Fragen, die ihnen durch den Kopf gingen, aufgeworfen worden. Es hätte Verwirrung und Aufruhr gegeben, und sie hätten kaum verstanden, was der Meister zu sagen hatte. Aber mit diesem Brief hat er ihnen so geantwortet, wie er es sollte. Alle ihre Fragen wurden mit einem Brief aus drei Sätzen beantwortet. Denn es gibt eine innere und eine äußere Organisation. Unsere Bruderschaft kann nicht von außen organisiert werden. Was ich nach so vielen Jahren verstanden habe, ist Folgendes. 

Wir können uns nur innerlich organisieren. Wenn Brüder und Schwestern innerlich zusammenarbeiten, im Namen einer Idee, durch eine Aufgabe, die sie zu lösen haben, bewegen sie sich alle in dieselbe Richtung. Sie werden durch ihre Arbeit im Namen der Verwirklichung dieser Idee zu einem harmonischen Zustand in ihren Köpfen kommen, und sie werden einander verstehen. Und dann braucht es keine äußeren Formen und äußeren Regeln, die sie einschränken. Sie werden das Licht haben, das sie durch die Idee aus dem Wort des Meisters, das sie verwirklichen werden, in ihrem Bewusstsein empfangen werden. Wenn sie einen harmonischen Zustand in ihrem Verstand haben, werden sie auch edle Gefühle in ihren Herzen entwickeln. Denn jeder von ihnen wird den göttlichen Willen tun wollen. Sie werden sich also dem Geist unterordnen. Selbst danach, als wir mit Freunden über dieses Thema sprachen, sagte ich immer: „Nur der Geist kann uns organisieren!“ Lieber zwei im Geiste vereint als eine Mehrheit mit Differenzen!“ Das ist ein Gesetz der Schule. 

Haben Sie jetzt verstanden, was das alles bedeutet? Solange man keine innere Organisation in sich hat und keine harmonische Einstellung zu seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinem Handeln, kann man nicht danach streben, mit denen, die um einen herum sind und einen umgeben, in ein harmonisches Umfeld einzufinden. Wenn Sie nicht über eine innere Organisation und einen harmonischen Zustand Ihrer Gedanken, Gefühle und Handlungen verfügen, können Sie keine harmonischen Beziehungen zu Ihren Mitmenschen aufbauen. Das ist ein Gesetz der Schule. Und dann fällt die Frage der äußeren Organisation weg, weil sie als Gewalt und Begrenzung erscheint, und das Gesetz der Freiheit verschwindet auf allen Projektionen des Menschen – auf dem geistigen, mentalen, astralen, physischen Feld. Nur die organisierte Persönlichkeit kann harmonische Beziehungen zu anderen aufbauen. Satzungen, Punkte, Regeln, Paragraphen, Mitgliedsausweise können keinen harmonischen Zustand zwischen Individuen, geschweige denn zwischen Seelen in einer Gesellschaft schaffen. Und das hier war eine [okkulte] Schule. Das Haupt dieser Schule waren der Geist und der Meister.

Als der Meister nicht für seinen nächsten Vortrag kam, sondern jenen Brief schickte und er verlesen wurde, war ich sehr jung und verstand vieles nicht, aber es machte einen sehr starken Eindruck auf mich, dass der Meister nicht kam. Ich erinnere mich, dass nach der Verlesung des Briefes die Enttäuschung in den Gesichtern der älteren Freunde stand, die eine Organisation gründen wollten. Wir haben weder gesungen noch einen Vortrag gehört, sondern sind ganz leise weggegangen. 

Diese Antwort des Meisters hatte eine erhebende Wirkung auf mich, denn das Bewusstsein des Schülers braucht keine äußeren Formen, sondern eine Erweiterung und Licht, um für die Verwirklichung dieser drei Welten arbeiten zu können: 1. mit einem klaren Verstand und reinen Gedanken ein geistiges Feld schaffen, 2. mit edlen und reinen Gefühlen ein astralisches Feld schaffen und 3. ein Willensfeld schaffen, in dem ein diamantener Wille vorhanden ist, der die hellen Gedanken und edlen Gefühle in rechten Handlungen auf dem physischen Feld verwirklicht. Und die Freunde wollten die alten Formen, die in der Welt bereits vorhanden waren einführen, sie wollten durch diese Formen die anderen zwingen, ihnen zu gehorchen. 

Nehmen wir an, wir geben uns eine Satzung und verlangen von den Mitgliedern diese oder jene Art des Umgangs miteinander. Ich habe von den Brüdern angefertigte Mitgliedskarten gesehen, sogar mit einem Bild versehen.

Ein solcher Versuch wurde von den Brüdern in Rousse unternommen. Mit diesen Karten bezahlten sie ihre Mitgliedsbeiträge. Sie haben sogar ein Statut gemacht. Also haben sie den Versuch unternommen. Dort wurde auch eine Kommune gegründet. All diese Versuche wurden in Rousse unternommen. Und was geschah am Ende? Die Kommune löste sich auf – sie scheiterte. Die Mitgliedskarten und die Statuten konnten die Einheit der dortigen Bruderschaft  nicht bewahren. Sie stritten sich um die Immobilien und Grundstücke der Bruderschaft in Rousse, einige haben sich eines Teils davon bemächtigt und zu ihrem persönlichen Eigentum gemacht und schließlich hat sich jemand den Saal der Bruderschaft und das dazugehörende Grundstück ebenfalls angeeignet. Obwohl es Satzungen und Mitgliedskarten gab, regelten sie ihre Angelegenheiten nicht nach den Satzungen, sondern so, wie es jeder für richtig hielt. Alles wurde zerstreut und ging verloren, und das noch zu Zeiten des Meisters. Diese Form fiel auseinander. Warum? Weil sie nicht in dem Sinne war, wie der Meister lehrte.

In Rousse gab es eine Druckerei – den Maldzhiev-Verlag. Dort wurden die Vorträge des Meisters gedruckt, aber am Ende war er mit ihren Rechnungen nicht zufrieden, und alles löste sich auf, und nach einer Weile wurde auch die Druckerei geschlossen. Es gab die Markov-Brüder, die zu einer bestimmten Zeit sehr aktiv waren und große Arbeit für die Bruderschaft leisteten, aber zu einer späteren Zeit wurden sie nach einem Grundstück der Bruderschaft gierig und machten es zu ihrem persönlichen Besitz. Am Ende haben sie alles verloren, weil sie ihre Aufgabe in der Schule nicht richtig gelöst haben. Ich erwähne das, damit Sie sehen können, was mit diesen Menschen und an dem Ort geschah, an dem zum ersten Mal Statuten, Mitgliedskarten und eine Organisation geschaffen wurden. Und jetzt gibt es in Rousse keine Spur von einer Bruderschaft, Mitglieder oder Immobilien, weil das, was geschah, nicht im Sinne des Meisters war. Doch wie hätte es nach dem Sinne des Meister sein sollen?

Im Jahr 1926 fand das vierte Jugendtreffen in Sofia in der Oborischte-Straße 14 statt. Daraufhin wurde ein Buch mit den dort gehaltenen Vorträgen veröffentlicht. Wenn Sie heute den Vortrag „Innere und äußere Beziehungen“ lesen, werden Sie sehen, dass der Meister diese Frage folgendermaßen behandelt. Er sagt, dass der Schüler eine innere Beziehung zu Gott herstellen muss. Das bedeutet, dass Licht in sein Bewusstsein kommen soll, dass er eine Erweiterung seines Bewusstseins erlebt. Die innere Verbindung mit Gott ist also ein innerer Prozess, es ist ein inneres Wissen, das zu Licht im Bewusstsein, zur Bewusstseinserweiterung und zu einem Zugang zum Überbewusstsein führt. Dann werden wir das Wort Gottes als göttliches Licht hören und sehen. Das ist die innere Beziehung. Sie wird durch das Wort des Meisters erlangt, das die innere Verbindung zwischen Gott und Mensch herstellt. Und die äußere Beziehung zwischen Mensch und Gott wird hergestellt, wenn wir das Wort Gottes in unserem Leben anwenden. Das ist die Auferstehung der Seele, die wahre Beziehung zwischen Mensch und Gott durch das Wort. Die innere Beziehung zu Gott bedeutet, dass Gott zu meiner Seele spricht. Und die äußere Beziehung zu Gott ist die Rede meiner Seele zu Gott. Der Austausch zwischen Gott und Mensch ist die Rede Gottes durch das Wort. Dazu haben wir auch das Wort des Meisters. Die Beziehung zu Gott ist die Beziehung zum Reich Gottes. Durch die innere Beziehung, die wir haben, werden wir die an die Menschen gerichteten Gedanken der Engel empfangen. Und durch die äußere Beziehung werden wir die Gedanken des Schülers zu Gott schicken. Die Gläubigen sind dabei, eine solche Beziehung aufzubauen. Der Aufgerufene hört nur zu. Erst wenn der Schüler eine innere und äußere Beziehung zu Gott aufbaut, wird Gott eine Beziehung zwischen Ihnen und uns herstellen. Denken Sie daran. Das ist das Gesetz der Schule. Nur für denjenigen Schüler, der eine innere und äußere Beziehung zu Gott entwickelt hat, wird Gott eine Beziehung zwischen ihm und den anderen herstellen! Nur Gott kann eine Beziehung zu anderen herstellen, indem er die Umgebung verändert!

Das ist es, was der Meister 1926 sagte, als die Frage der Organisation aufkam und als er uns den „Brief“ schickte. Deshalb hielt er diesen Vortrag vor der Jugend. 

Und welche Art von Organisation wird derjenige, der diesen Vortrag gelesen hat und auch den Inhalt des „Briefes“ kennt, schaffen wollen oder andere äußerlich zu organisieren versuchen, von denen keiner eine innere Beziehung zu Gott hergestellt hat? Denn wer eine Beziehung zu Gott hat, braucht keinen Vermittler zwischen sich und Gott. Er braucht keine Satzung, keine Mitgliedskarte, keinen Leiter, keinen Obersten Bruderschaftsrat. Weil er eine Beziehung zu Gott hat, weiß er, was der Wille Gottes ist, und um ein Schüler in unserer Schule zu sein, muss er den Willen Gottes tun. Der Meister gibt die Methode an, wie man diese Beziehung zu Gott herstellen kann. Das kann man tun, indem man das Wort Gottes liest und es anwendet. Und wenn es angewandt wird, braucht niemand mehr einen Vermittler zwischen sich und Gott, denn der Schüler löst seine Aufgabe selbst. Das Wissen und die Methoden zur Lösung dieser Aufgabe sind im Wort des Meisters enthalten. Jeder ist sein eigener Leiter bei der Erfüllung seiner Aufgabe. Und wenn er die innere Beziehung zwischen sich und Gott hergestellt hat, dann wird auch die äußere Beziehung hergestellt werden. Sie wird für ihn das Umfeld und die Bedingungen für eine harmonische Beziehung und den harmonischen Umgang der Seelen miteinander in der Schule schaffen. Nur die Seelen in der Schule haben Umgang miteinander durch ihre Gemeinschaft in der inneren Verbindung mit Gott!

Der Mensch hat auf der Erde seinen eigenen Platz und seine eigene Bestimmung, und es gibt für jeden eine bestimmte Aufgabe. Sie werden herausfinden, worin sie besteht, wenn Sie eine Beziehung zu Gott herstellen. Wenn Sie sich mit Gott verbinden, wird er sich um Sie kümmern. Der offenbarte Gott lebt in einem, und der nicht offenbarte Gott lebt in allen! Der offenbarte Gott lebt in einem, in dem Schüler, wenn er den göttlichen Willen tut. Und der nicht offenbarte Gott lebt in allen, weil sie Seinen Willen nicht getan haben, weil sie keine innere und äußere Beziehung zu Ihm haben. Die Bedingungen des menschlichen Lebens sind das Produkt unseres menschlichen Geistes. Wenn Sie wach sind und eine Kontinuität des Bewusstseins haben, haben Sie auch eine Beziehung zum Leben. Wenn Sie Licht im Bewusstsein haben, werden Sie Verständnis haben. Und wenn Sie Verständnis haben, werden Sie in der Lage sein, das Wort des Meisters zu nutzen.

Auf einem der Jugendtreffen sagte der Meister, dass alle, die mit dem Ziel in die Schule kommen, diese weltlichen Formen als Organisation und Regeln mitzubringen, lieber in der Welt bleiben sollten. Der Meister hatte streng erklärt, dass alle, die hierher kommen und ihr Verständnis von Ordnung und Regeln durchsetzen wollen, besser dorthin zurückkehren sollten, wo sie herkommen und ihr Leben leben. So antwortete er den jungen und älteren Freunden in jenen Jahren. Der Meister wollte etwas völlig Neues aus uns machen, neue Menschen schaffen. Was er uns über den Schüler erzählte, entsprach nicht dem menschlichen Verständnis. 

Dieses Wissen war von einer anderen Qualität, von einer höheren Ideen-Instanz. Er sagte einmal: „Wir werden keine Kirche aus der Lehre machen. Wenn jemand versucht, eine Kirche zu gründen, werde ich sie zerstören“. Das war sein unmissverständlicher Standpunkt über die Organisation und all die Organisationsformen, mit denen manche seine Lehre und sein Werk überziehen wollten. Ein anderes Mal sagte er: „Wenn ihr aus meiner Lehre eine Religion macht, werde ich sie zerstören.“ Sogar das hat er gesagt. Ich habe es persönlich von ihm gehört. Und was bedeutet die Religion? Dem Meister ging es nicht um die Form, sondern darum, dass jeder von uns sein Herz, seinen Verstand und seinen Willen in den Dienst Gottes stellt. Das bedeutet ein erleuchtetes Bewusstsein, ein lichtvolles Bewusstsein. 

Es bedeutet, eine innere und äußere Beziehung zu Gott herzustellen. Es bedeutet, dass der Schüler mit dem Wort des Meisters arbeitet. Auf diese Weise kommt der Schüler zum inneren Licht, das Videlina [2] genannt wird und im Wort des Meisters zu finden ist. Dann wird man diese Videlina, die man aus dem Wort des Meisters entnommen hat, als Licht durch den Verstand, dann durch die Gefühle ziehen lassen, und schließlich wird man durch sie den Willen Gottes erfüllen. Dann arbeitet der Schüler dem Geist nach und nicht den Buchstaben und Formen nach. Dann braucht er weder eine Religion noch religiöse Formen, um dieses oder jenes zu verehren. Der Meister sprach ständig von der Liebe. Sie ist das Band der Vollkommenheit, das jeder von uns in sich selbst schaffen und durch das er eine Verbindung mit Gott herstellen muss. Unsere Beziehung zu Gott ist etwas, das uns vollständig erneuern wird. 

In den ersten Jahren der Jugendklasse gab uns der Meister die Aufgabe, morgens, mittags und abends fünf Minuten über Gott nachzudenken. Er hatte uns eine Methode an die Hand gegeben, mit der wir arbeiten konnten.

Nachdem ich Ihnen von der klaren Meinung des Meisters über die Organisation, d.h. über die Kirche und die Religion als religiöse Formen im menschlichen Bewusstsein erzählt habe, werde ich Ihnen jetzt noch etwas anderes sagen.

Was bedeutet der erste Satz des Briefes? „Wenn die Liebe herrscht, tritt keine Verwirrung ein.“ Wann herrscht die Liebe? Der Meister sagt, dass die Liebe als Kraft und Gesetz nur im Überbewusstsein des Schülers wirkt. Und was bedeutet das Überbewusstsein? Es ist der Bewusstseinszustand, der eine Verbindung mit der ursprünglichen Ursache hergestellt hat, entlang derer Licht und Videlina fließen und das menschliche Bewusstsein bis zu einem Umfang von minus unendlich bis plus unendlich erweitern. Das Überbewusstsein des Schülers umfasst das Universum. Wenn das Überbewusstsein des Schülers das Universum umfasst und die Liebe als Kraft in seinem Bewusstsein wirkt, hat er eine innere und äußere Beziehung zu Gott. Verwirrung und Unordnung sind ihm unbekannt. Braucht so ein Mensch und Schüler eine Organisation, die ihm sagt, was er zu tun und zu lassen hat? Alles, was er braucht, ist eine Beziehung zu Gott und dann wird Liebe in seiner Seele herrschen. Die Beziehung zu Gott ist das ideale Modell für die innere Organisation des Schülers.

„Wenn die Weisheit regiert, wird die Ordnung nicht gestört“: Wo regiert die Weisheit? Sie regiert in der Welt der Weisheit. Wodurch regiert sie? Durch das Licht, das dort Videlina genannt wird. Durch sie regiert die Weisheit in der Welt der Weisheit. Dies ist die Welt der Harmonie, die Welt, in der alle Formen der geistigen Welt erschaffen werden. Dort entsteht auch die Musik als eine Bewegung, die mit diesen Formen harmoniert. Nun, da die Weisheit durch die Videlina regiert, wird die Ordnung dieser Harmonie natürlich nicht gestört. Nur in dem Menschen und Schüler, der die Videlina in seinem Bewusstsein hat, wird sie Licht in seinen Verstand bringen, und er wird die Gesetze kennen, nach denen die Harmonie in der Welt herrscht. Wenn er das weiß, braucht er keine Satzung, die ihm mit Paragraphen und Regeln vorschreibt, was er zu tun hat. Für den Schüler, der die Videlina hat, gibt es eine Ordnung in ihm und außerhalb von ihm. Es gibt in ihm eine innere und eine geschaffene äußere Organisation.

„Wenn die Wahrheit leuchtet, blüht und reift die Frucht.“ Wann leuchtet die Wahrheit? Die Wahrheit wird durch das Licht in der göttlichen Welt erhellt. Dieses Licht in der göttlichen Welt wird Herrlichkeit genannt. Diese Herrlichkeit als Licht schafft die Welt der Wahrheit. Und wenn diese Herrlichkeit und das göttliche Licht leuchten, blüht und reift die Frucht. Welche Frucht blüht? Alle erhabenen Ideen aus dem Wort des Meisters sind Ideen aus der göttlichen Welt. Jede Idee ist wie eine Fruchtknospe in der göttlichen Welt. Damit diese Idee erblühen kann, muss sie aus der göttlichen Welt durch die Herrlichkeit in die Welt der Weisheit gebracht werden. Dort erblüht sie durch die Videlina in der Welt der Harmonie und Ordnung. Wenn diese Idee als Frucht reifen soll, muss sie aus der Welt der Weisheit durch die Videlina heruntergeholt werden, sie muss als Licht in den Verstand des Menschen kommen und einen hellen Gedanken schaffen. 

Diese Frucht reift im Verstand des Menschen heran. Wenn also die göttliche Herrlichkeit aus der Welt der Wahrheit hervorstrahlt, erblüht sie als Videlina und Harmonie, und als Licht reift sie als Frucht im Verstand des Schülers. Und wenn sie reif wird, stellt diese Frucht die durch das Leben des Schülers verwirklichte Idee des Wortes des Weltenlehrers dar. Deshalb sagt der Meister, dass die erste Frucht des Schülers dem Meister gegeben wird. Das ist eine Methode und ein Weg der Anwendung des Wortes des Meisters im Leben des Schülers. Es bedeutet, eine Idee aus dem Wort des Meisters zu finden und sie durch einen klaren Verstand, ein edles Gefühl und eine rechtschaffene Tat zu verwirklichen. Auf diese Weise werden die im Wort des Meisters angelegten Ideen durch das Leben des Schülers verwirklicht. Dann erkennt man den Schüler an seinen Früchten. Deshalb heißt es: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen“. Und so sagen wir: „In der Erfüllung des göttlichen Willens liegt die Kraft der menschlichen Seele“. Und wenn der Schüler den Willen Gottes tut und eine Idee aus dem Wort des Meisters verwirklicht, erscheint sie als Frucht seiner gelösten Aufgabe. Dann werden alle sehen und an seinen Früchten erkennen, dass dies ein Schüler unserer Schule ist. 

Deshalb frage ich: Ist es notwendig, dass der Schüler eine Mitgliedskarte hat und damit beweist, dass er Mitglied einer Gesellschaft oder Organisation ist? Antworten Sie mir jetzt. Wodurch sollen wir uns beweisen – durch Mitgliedskarten oder durch die Früchte unserer Arbeit, die wir durch die Erfüllung des göttlichen Willens erhalten haben?

Was bedeuten schließlich die drei Sätze im „Brief“ des Meisters? Dеr erste Satz über die Liebe „Wenn die Liebe herrscht, tritt keine Verwirrung ein“ bedeutet, in sich selbst ein Modell der idealen inneren Organisation zu erarbeiten, durch die die Liebe, die ein Band der Vollkommenheit ist und durch die Weltenliebe im Menschen und im Schüler fließt, herausströmen soll.

Der zweite Satz über die Weisheit „Wenn die Weisheit regiert, wird die Ordnung nicht gestört“ bedeutet, in sich selbst ein Modell der idealen äußeren Organisation zu entwickeln, das der idealen inneren Organisation entspricht, die man zuvor geschaffen hat. Denn die Welt der Weisheit ist durch die Videlina geschaffen, und sie schafft die Welt der Harmonie. Und harmonische Beziehungen zwischen der eigenen inneren Organisation und ihrer äußeren Projektion zu schaffen, bedeutet richtige Beziehungen zu Gott, zu den Mitmenschen und zu sich selbst zu haben. Dies wird durch die kosmische Liebe im Menschen und im Schüler erreicht.

Damit die Weltliebe in einem fließen kann, muss man also eine ideale innere Organisation als Mensch und als Schüler haben. Damit die kosmische Liebe in einem fließen kann, muss man also eine ideale äußere Organisation und eine Projektion dieser Organisation als Mensch und Schüler haben.

Der dritte Satz über die Wahrheit „Wenn die Wahrheit leuchtet, blüht und reift die Frucht“ bedeutet, dass, nachdem eine rechte Beziehung zu Gott hergestellt wurde, die göttliche Herrlichkeit aus der Welt der Wahrheit herabsteigen wird, die aus dem Licht der göttlichen Welt, d.h. aus der Herrlichkeit, erschaffen wurde. Die rechte Beziehung des Schülers zu Gott bedeutet den Weg der Herrlichkeit zur Videlina, bedeutet den Weg der Videlina zum Licht, bedeutet den Weg einer göttlichen Idee, die durch die Herrlichkeit, durch die Videlina und durch das Licht in den Verstand des Schülers gelangt, um von dort aus durch helle Gedanken, edle Gefühle und rechtschaffene Taten verwirklicht zu werden. Seht, dies ist der Weg, eine Idee aus der Welt der Wahrheit durch das Leben des Schülers auf der Erde zu verwirklichen. Das ist der Sinn der Inneren Schule der Weißen Bruderschaft. Und die göttlichen Ideen aus der Welt der Wahrheit finden sich im Wort Beinsa Dounos. Der Weg zur Verwirklichung des Wortes des Meisters durch das Leben des Schülers ist der Weg der Schule.

Sehen Sie, das ist es, was die drei Sätze des „Briefes“ des Meisters bedeuten, die durch das Leben des Schülers, der den Willen des Meisters Beinsa Douno erfüllt, Kraft und Leben geworden sind. Das sind drei Sätze, drei okkulte Formeln aus drei Welten: aus der Welt der Liebe, aus der Welt der Weisheit und aus der Welt der Wahrheit.

„Wenn die Liebe herrscht, tritt keine Verwirrung ein“. Das ist das Licht der physischen Welt, das Reich der Tatsachen.

„Wenn die Weisheit regiert, wird die Ordnung nicht gestört.“ Das ist die Videlina. Das ist die geistige Welt, das Reich der geistigen Gesetze.

„Wenn die Wahrheit leuchtet, blüht und reift die Frucht“. Das ist die Herrlichkeit Gottes. Das ist die göttliche Welt und das göttliche Prinzip. Das Prinzip ist eins. Gott ist einer und allmächtig!

Es wird der Schüler gesucht, der den Willen des Meisters erfüllt, indem er diese drei Formeln des „Briefes“ des Meisters durch sein Leben verwirklicht.

Es sind Jahre vergangen. Und das Interessanteste ist, dass der Meister aus diesen drei Sätzen ein Lied gemacht hat. Der Text wurde aufgeschrieben, die Melodie auch, und es wurde ein schönes Lied daraus. Die älteren Freunde sangen es, wenn sie zusammenkamen, um wichtige Entscheidungen für das brüderliche Leben zu treffen. Sie sagten die drei Sätze und sangen das Lied und bewiesen damit, dass diese drei Sätze des Meisters für sie bedeuteten, dass es im brüderlichen Leben und in den brüderlichen Zusammenkünften keine Verwirrung, keine Unordnung eintreten sollte, damit alles in uns als brüderliches Leben erblühen und reifen kann. Na, was sagt man dazu? Ist das nicht eine Verzerrung der Dinge?

Es kam sogar so weit, dass alle Zweigleiter der Bruderschaft in Bulgarien 1949 in Ajtos zusammen kamen und dort die Satzung der Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ ausgearbeitet und verabschiedet haben. Dort wurde ein siebenköpfiger Oberster Bruderschaftsrat auf Lebenszeit gewählt, also solange die Mitglieder auf Erden lebten. Davor sprachen sie als Formel die drei Sätze, die Sie kennen. Dann sangen sie das Lied „Der Brief“. Dann trennten sie sich und gingen heim. Die neu gewählten Mitglieder auf Lebenszeit des Obersten Bruderschaftsrates trafen in Sofia ein und brachten die Satzung der Bruderschaft mit. Was geschah dann? Die Satzung wurde dem staatlichen Ausschuss für religiöse Angelegenheiten vorgeschlagen, aber von der Regierung nicht angenommen. Alle gaben der Regierung die Schuld.

Das Außenministerium schlug vor, die Bruderschaft als Organisation anzuerkennen und beauftragte den Ausschuss für religiöse Angelegenheiten damit. Zunächst wurde sie durch ein offizielles Schreiben zugelassen, doch dann wurde der erste Beschluss durch ein weiteres offizielles Schreiben aufgehoben. Alle gaben der Regierung die Schuld. Was hat der Oberste Rat getan? Im Laufe der Jahre gab es Meinungsverschiedenheiten, Kontroversen, Unstimmigkeiten, Gegenaktionen, und Mitglieder dieses Rates haben eine Revision veranlasst, die zu einem Prozess gegen die Bruderschaft geführt hat. Die Gesellschaft wurde zerstört, die Siedlung „Izgreva“ wurde aufgelöst, und einige Mitglieder des Obersten Bruderschaftsrates kamen ins Gefängnis, einer von ihnen war kurz nach dem Weggang des Meisters ins Lager geschickt worden. Alle gaben der Regierung die Schuld. Das habe ich auch getan.

Gehen wir nun zurück ins Jahr 1926 und erinnern wir uns daran, wie und unter welchen Umständen der Meister diese drei Sätze gesagt hat. Gehen wir nun zurück ins Jahr 1926, und sehen wir, warum der Meister das Lied „Der Brief“ mit dem Text der drei Sätze gab.

Gehen wir nun zurück ins Jahr 1926 und begreifen wir, für wen der Meister den „Brief“ gab.

Der Meister gab alles für den Schüler und für die Schule. Ich bin darauf bisher eingegangen. Der Schüler kann all diese Dinge auch im Wort des Meisters nachlesen. An einer Stelle sagt er, dass die ideale Methode der Führung diejenige ist, die für ein Jahr, für einen Monat, für eine Woche gewählt wird, dass die ideale Führung diejenige ist, die für einen Tag gewählt wird. Der Schüler sollte das Hohe Ideal anstreben, das im Wort des Meisters gegeben wird. Finden Sie denjenigen Schüler, der nach dem Hohen Ideal strebt und das Hohe Ideal des Wortes des Meisters verwirklichen möchte! Finden Sie ihn und machen Sie ihn für einen Tag zum Führer! Was soll das bedeuten? Dass der Schüler jeden Tag der Führer seiner selbst ist, wenn er den Willen des Meisters und des Gottes tut. Und wenn viele weitere Schüler wie er versammelt sind, wird einer von ihnen aufstehen und die drei Sätze des „Briefes“ des Meisters vorlesen, und dann werden sie alle das Lied „Der Brief“ singen, als Schüler auseinandergehen, und jeder wird sich bemühen, den Willen des Meisters und Gottes zu tun. Ich hoffe, ihr habt verstanden, dass sie sich verabschieden werden, ohne einen Obersten Bruderschaftsrat zu wählen, denn jeder von ihnen ist ein Schüler und tut den Willen Gottes jeden Tag.

Wenn zukünftig jemand Ihnen das Lied „Der Brief“ vorsingt und Sie auffordert, einen Obersten Bruderschaftsrat zu wählen, dann sollten Sie, nachdem Sie diese drei Sätze gehört haben, wissen, was daraus folgen wird. Wir, unsere Generation, haben all dies vierzig Jahre nach dem Weggang des Meisters überprüft. Deshalb habe ich die Geschichte des „Briefes“, unsere Erfahrung, ausführlich beschrieben, damit sie den nächsten Generationen eine Lehre sein kann.

Die drei Sätze des „Briefes“ sind keine gewöhnlichen Sätze, sondern magische Formeln aus dem Wort des Meisters. Durch diese drei Formeln regieren die göttliche und die geistige Welt das Leben auf der Erde durch das Wort des Weltenlehrers. Für mich sind das Offenbarungen Gottes durch das Wort des Meisters.

Der Schüler in der Schule des Meisters studiert sein Wort, das das Wort Gottes widergibt und wendet es in seinem Leben an, indem er innere und äußere Beziehungen zu Gott herstellt. Und Gott schafft durch sie die harmonischen Beziehungen der menschlichen Seelen, die als Menschen auf die Erde gekommen und geboren worden sind.


[1] Die Allgemeine okkulte Klasse und die okkulte Klasse für die Jugend

[2] Im Bulgarischen gibt es zwei verschiedene Worte, um das Licht zu benennen: Svetlina und Videlina. Das Wort Svetlina bezeichnet das physische Licht und wird aus der Wurzel des Wortes gebildet, das „glänzen“ bedeutet. Das Wort Videlina bezeichnet das geistige Licht und wird aus der Wurzel des Wortes gebildet, das „sehen“ bedeutet. Videlina, das ist das Licht, durch das man die spirituelle Welt, die unsichtbare Welt, sehen kann; indem es sich materialisierte, wurde dieses Videlina zu Svetlina, dem physischen Licht. (Quelle)

Von Peter Danov zu Beinsa Douno – das Ereignis in Tetovo 

Nach seinem siebenjährigen Aufenthalt in Amerika, wo er studierte und arbeitete, kehrte Peter Danov 1895 nach Bulgarien zurück und blieb bei seiner Schwester Maria in Varna. Er begleitete oft seinen Vater, den orthodoxen Priester Konstantin Danovski, bei seinen Aufgaben. Bei einem Besuch im Dorf Tetovo bei Rousse am 7. März 1897 (nach dem alten Kalender, bzw. am 20. März nach dem neuen Kalender) ereignete sich in der Herberge, wo die beiden übernachteten, etwas Ungewöhnliches. Der 33jährige Sohn des Popen wurde plötzlich von hellem Licht umgeben und der göttliche Geist stieg auf ihn herab. Dies ist der Beginn seiner Verwandlung in den Meister der Universellen Weißen Bruderschaft – Beinsa Douno. Er selbst teilte Bojan Boev, einem seiner nahestehenden Schülern, mit: „Ich erlebte im Jahre 1897 eine Inkorporation. Diese Einweihung hängt mit dem Kommen der neuen sechsten Kultur zusammen.“ Zu den Schülern sagte er: „Ich werde euch nicht verraten, wer ich bin, damit ihr euch kein Karma zuzueht.“ (vgl. dazu den Brief Dimitar Mangurovs an Sergej Prokofieff)

Sein Vater Konstantin Danovski, der schon eine Offenbarung von der Mission seines Sohnes erhalten hatte, hat nach der Rückkehr aus Tetovo in seine Bibel aufgeschrieben: „Was mir vor langer Zeit über meinen Sohn Peter vorausgesagt wurde, ist eingetreten. Ich habe den Glanz und das Licht gesehen, das ihn vollständig umhüllt hat.“

Der Prozess verwirklichte sich in mehreren Etappen, denn es war notwendig, den Körper ausreichend vorzubereiten, damit er der enormen geistigen Kraft standzuhalten konnte. Es wurde ein direkter Kontakt mit Wesen aus verschiedenen Hierarchien aufgenommen. Auffallend ist, dass nach dem Ereignis von 1897 in Tetovo der bis dahin unsichtbare Peter Danov ein enormes geistiges Wachstum an den Tag legte. Er war mit keiner Meister-Schüler-Kette verbunden und schien allein in der Welt zu stehen. In Briefen an seine ersten Schüler schrieb Peter Danov Folgendes: 

„In letzter Zeit ist der Himmel eine Leiter gewesen, auf der die Engel Gottes herabgestiegen sind, um mir die frohe Botschaft von oben über den Herrn zu bringen, der sich nun anschickt, diese Welt zu besuchen. Wenn Er erscheint, werden wir Ihn erkennen, wie wir erkannt werden, und werden Ihm gleich sein. Nähert euch Gott und betet inständig um die Ausgießung Seines Heiligen Geistes“. (Brief vom 8.10.1898)

„Unser Herr hat uns in letzter Zeit viele gute Dinge mitgeteilt, die uns in seiner unermesslichen Liebe und Güte frohlocken lassen sollten. Der Herr sagt, dass Er bald mit Seiner Macht und Herrlichkeit in diese Welt kommen wird, um Ordnung und Frieden zu schaffen. Wartet auf mich, sagt der Herr, eine kleine Weile noch und mehr nicht. Euer Leiden wird aufhören. Freut euch, dass eure Namen im Himmel in den ewigen Büchern verzeichnet sind. Friede sei mit euch! Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt und euch erwählt, damit ihr reichlich Frucht bringt und eure Frucht bleibt. Seht, das Licht des Himmels kommt, und die Dunkelheit, die die Welt und euren Verstand umhüllt, wird vom Geist des Herrn vertrieben werden, und die ewige Morgenröte der Wahrheit wird euch mit der himmlischen Vision erleuchten. Hütet euch, spricht der Herr, dass ihr zu den Auserwählten gehört, die der Herr berufen wird, ihm zu dienen allezeit.“ (Brief vom 14.9.1898, Varna.)

„Denn der Geist des Herrn selbst leitet mich und hat mir eingegeben, was ich euch geschrieben habe. Schreibe und sage ihnen, sagte mir der Herr selbst, dass ich sie erwählt und berufen habe, mir in Gerechtigkeit und Wahrheit zu dienen. Seht, ich bin derjenige, der sie führt und beschützt und ihnen Kraft und Leben gibt, dass sie in Meinem Licht wandeln. Ihr seht, meine Freunde, wie sehr der Herr euch liebt und an euch denkt. Obwohl ihr arm und von der Welt verworfen seid, hat Er euch nicht verworfen, sondern euch in Sein Reich gerufen, damit ihr euch mit Ihm in der Herrlichkeit des Himmels freut.“ (Brief vom 26.9.1898, Varna)

„Ich habe in letzter Zeit großen Segen von oben erhalten, und zwar reichlich. Viele Boten Gottes von oben sind schon zu mir gekommen mit dem besonderen Auftrag, mir den wohltätigen und guten Willen meines himmlischen Vaters zu übermitteln, der so freundlich und barmherzig zu allen spricht. Wir stehen am Vorabend einer großen Manifestation der Macht Gottes, die wir alle sehen werden, und zwar bald. Der Herr sagt, dass Er bereits unter uns ist und dass unsere und eure Namen in den himmlischen Büchern des Lebens stehen. Wir sind bereits Bürger des Himmels, Kinder des lebendigen Gottes, der uns durch Seine große Gnade erlöst hat. Ich bete nur, meine lieben Freunde, dass Er auch Seinen Geist reichlich ausgießt, damit alle erleuchtet werden und erkennen, dass es an der Zeit ist, sich zu beeilen und sich vorzubereiten, und dass wir bereit sind für das Kommen des Herrn, der mit Seinen Engeln vom Himmel herabsteigen wird, um diese Welt, die sich von Seinem Weg abgewandt hat, in Ordnung zu bringen.“ (ebd.)

Peter Danov als Student in Amerika

„Ich grüße euch im Namen dessen, der uns an Seinen Tisch gerufen hat. Der Herr wird euch im kommenden Jahr mit Seinem Geist besuchen, deshalb müssen wir wachen und beten, bis wir von oben mit Kraft und Macht bekleidet werden. Und Gott selbst, der uns Seine große Verheißung gegeben hat, uns in sich selbst zu erlösen und zu verherrlichen, wird für uns wirken. Sein Geist wird uns erreichen. Bereitet euch darauf vor, auf die große Tat, die Er vollbringen muss oder auf Seine Gegenwart. Denn Er selbst wird durch seinen allmächtigen Heiligen Geist sprechen. Dies erwartet unser Zusammentreffen zu Seiner Herrlichkeit. Und der Geist der Wahrheit wird euch leiten.“ (Brief vom 18.11.1898, Varna)

„Der Herr hat gesprochen: Sein Geist kommt und wird bald in Seiner Kraft da sein, um alle Gemüter und Herzen zu erschüttern und Seine Wahrheit und Gerechtigkeit in die Herzen aller einzuführen, die auf Ihn warten. Sage ihnen, spricht der Herr, dass sie ernsthaft und treu auf mich warten sollen, und siehe, ich komme, sie zu besuchen und zu segnen um meines Namens willen. Sage ihnen, spricht der Herr, sie sollen nicht auf Menschen vertrauen, sondern ihre Hoffnung auf mich setzen, und siehe, mein Geist wird ihnen alles bringen, was sie brauchen; denn ich lebe, und sie werden durch mich leben. Sage ihnen, spricht der Herr, dass sie Meinen heiligen Namen bewahren und heiligen sollen, durch den ich sie erlöst habe. Sagt ihnen, spricht der Herr, sie sollen nicht faul sein, sondern alles erledigen, was ich ihnen auftrage; denn jedes wahre und gute Werk ist von mir. Sage ihnen, spricht der Herr, dass sie sich nicht dieser Welt anpassen sollen, sondern in allem ihre Not vor Mir darlegen sollen, und ich werde ihnen helfen und sie lehren, was sie tun sollen. Ihr sollt nicht mehr in Versuchung geraten, als ihr ertragen könnt. Seht, Meine Diener und Boten sind bei euch und bereit, Meinen guten Willen zu tun. Sie sind eure Brüder, die von Meinem Geist zu eurer Erlösung und Befreiung wirken. Hört auf Meine Stimme, die zu euch spricht. Seht, ich bin euer Herr.“ (Brief vom 23.12.1898, Varna)

„Der Herr hat mir gesagt, dass Er euch immer in Seinem Namen bewahren wird. Betet fleißig um die Ausgießung des Heiligen Geistes, der, wenn Er kommt, euch alles lehren wird, was der Herr gesagt hat. Ich arbeite fleißig an dem Werk, das langsam, aber sicher in Gang gesetzt wird. Wenn ich den Befehl Gottes gebe, wird es überall Bewegung und Aufregung geben. Gott ist im Begriff zu erscheinen. Die Zeichen beginnen [sich zu zeigen]. Gott kommt, um euch zu helfen, ruft Ihn Auffallend ist, dass nach dem Ereignis von 1897 in Tetovo der bis dahin unsichtbare Peter Danov wie aus dem Nichts erwuchs. Er war mit keiner Meister-Schüler-Kette verbunden und schien allein in der Welt zu stehen. in meinem Namen an und ihr werdet große Freude haben. Ich fühle euren Schmerz, ich kenne eure Bedürfnisse, denn Gott hat mich in eure Lage versetzt. Mein Geist ist mit euch, und ich werde für euer Gedeihen in Gottes Gnade beten.“ (Brief vom 21.1.1899, Varna.)

„Am 13. Februar 1899 erhielt ich ein Gebot vom Herrn, das ich auch euch mitteilen möchte. Es ist für jeden von uns persönlich. Nachdem ihr gebetet habt, gebt mir eure Entscheidung schriftlich, alle beide, und das, was der Geist der Wahrheit euch geben wird, wird unser Symbol für unseren Herrn sein. Ihr werdet dies alles geheim halten. Wir müssen uns jetzt gewissenhaft auf die Arbeit vorbereiten. Wir werden eine Stunde in der Woche festlegen, in der wir uns treffen, ihr dort und wir hier zusammen und zur gleichen Zeit.“ (Brief vom 24.2.1899)

In seiner geistigen Zurückgezogenheit war Peter Danov stets offen für die Botschaften des Geistes. Vom 25. Juni bis zum 9. Juli 1900 erhielt er sieben Botschaften mit Ratschlägen und Anweisungen zur Vorbereitung auf seine bevorstehende geistige Mission. Sie sind eine Stufe zu dem neuen Verständnis des Lebens, das den Menschen durch ihn offenbart werden soll. Peter Danov nannte diese Botschaften „Sieben Gespräche mit dem Geist“.

Aus dem „Ersten Gespräch“:

„Ich muss dir auch sagen, dass Gott in deiner Seele bereits jene große Veränderung vorbereitet, die nur den Söhnen Gottes eigen ist. Deine Seele wird bald die Welt und alles, was sich um dich dreht, bald mit neuen Augen sehen.“

Aus dem „Zweiten Gespräch“:

„Ich bin gekommen, um zu dir von der Wahrheit zu sprechen, damit du sie verstehst und begreifst und sie immer als Leitfaden in deinem Leben hast.“ Seine Macht wird in meinem Wort sein und meine Gnade in der Barmherzigkeit. Und nun lege diese meine Worte in dein Herz und verhandle nicht über die Zukunft. Lege sie in dein Herz und beobachte sie, bis sie lebendig werden, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.“

Aus dem „Dritten Gespräch“:

„Sieh, ich bin es, der das Wort Gottes lebendig macht und jedes Herz, das es aufnimmt. Derselbe, der zu dir spricht und dir die Geheimnisse des Reiches Gottes diktiert, damit du sie verstehst. Ich folge dir überall hin und bewahre dich in allen Dingen und gebe dir meine Gnade, damit du wächst und in der Erkenntnis meines Wortes vollkommen wirst.“

Aus dem „Vierten Gespräch“:

„Dies ist notwendig für dich: dass du aus Gott und Seinem Geist geboren wirst. Darum bin ich anwesend, um dieses Werk in deiner Seele zu tun, das nach der Vorbestimmung Gottes, der in Seiner ewigen Vorsehung beschlossen hat, dir dieses Gute zu tun, dich mit dem Leben der Unsterblichkeit zu bekleiden und dich in sein Reich aufzunehmen, als den Sohn der Wahrheit, der bestimmt ist, Ihm zu dienen. Dieser Dienst wird unter dem Einfluss des Geistes stehen, der durch mich zu dir spricht und der selbst in deinem Herzen wirkt, um diesen Akt der göttlichen Verkörperung in dir zu bewirken.“

Aus dem „Fünften Gespräch“:

„In deinem Leben muss, wie ich dir bereits sagte, jene große Veränderung stattfinden, von der ich dir im letzten Gespräch erzählt habe. Ohne diese innere Veränderung ist es unmöglich, weiter voranzukommen.“

Aus dem „Sechsten Gespräch“:

„Lege alles in dein Herz, was ich dir bisher gesagt habe, denn die Zeit wird meine Worte bewahrheiten und die Wahrheit, die ich deinem Herzen gesagt habe, bestätigen, denn ich bin derselbe heute und morgen. Da, die innere Erneuerung, die in deiner Seele vor sich geht, wirst du mit eigenen Augen sehen.“

Aus dem „Siebten Gespräch“:

„Dieses Volk muss einen inneren Wandel durchmachen. Es stehen Veränderungen in der Regierung an, die Gott bald durchführen wird. Es wird eine gewisse Macht durch dieses Land gehen, es wird ein Mann aus Gott hervorkommen und die Wahrheit verkünden. In seinen Worten werden Kraft und Macht liegen. Er wird ein Mann sein, dessen Gesicht leuchten wird wie das eines Engels, in dessen Augen ein göttliches Feuer brennen wird. Die heutigen Zeiten sind ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage“.

1901 begann der Meister seine Reisen durch Bulgarien und hielt in allen größeren Städten Vorträge. Der Eintritt zu den Vorträgen war frei, und die Einnahmen gingen, wenn es überhaupt solche gab, meist an die Schulspeisung oder an Wohltätigkeitsorganisationen. Seine Vorträge zogen viele Zuhörer an, sein Wort hatte eine außerordentliche moralische Kraft und Wirkung auf die anwesenden Menschen.

Nach einer Reise durch Nordbulgarien schrieb er an einen seiner Schüler: „Es ist erfreulich, dass wir mit Vertrauen und Geduld das Beste für die Gegenwart tun konnten – einen neuen Lebensstrom zu entfachen und die Gemüter aller zu bewegen.“

Zwölf Jahre lang reiste der Meister durch das Land, sprach, lehrte und gleichzeitig studierte er gründlich den Bulgaren, nicht nur durch den direkten Kontakt mit ihm, sondern auch durch die zahlreichen phrenologischen Forschungen, die er durchführte.

Ein Dienst für geistige Erweckung, Gesundheit und Frieden der Menschheit 

Ein wichtiger Teil der Arbeit der „Weißen Bruderschaft“ sind die sog. Dienste (bulg. наряди). Sie können Gebete, Formeln, Gesänge, Auszüge aus der Bibel oder aus Vorträgen Beinsa Dounos enthalten, die in einer vorher festgelegten Reihenfolge aus einem bestimmten Anlass von dem einzelnen Schüler oder von einer Gruppe (zu einer bestimmten Zeit) gelesen werden. Die Idee dahinter ist, dass eine geistige Kette von Mensch zu Mensch und von Gruppe zu Gruppe gebildet wird und die Kraft der Gebete erhöht wird. 

Die Gruppe aus Veliko Tarnovo schlägt folgenden Dienst für die geistige Erweckung, Gesundheit und für Frieden der Menschheit vor, der in der Zeit vom 28.01.- 22.03.2022, jeweils um 7:00 und 21:00 Uhr Sofioter Zeit (mitteleuropäische Zeit 6:00 bzw. 20:00 Uhr) auszuführen ist:

1 Das Gebet „Alles soll sich zum Guten wenden“

Herr, wende alles zum Guten. Möge Frieden unter allen Völkern der Welt herrschen. Möge Bulgarien völlige Neutralität bewahren. [1] Möge das Bewusstsein der gesamten Menschheit erwachen und die neue göttliche Welle annehmen, die von oben auf die Erde herabkommt. Möge die Idee der Brüderlichkeit alle Seelen durchdringen.

2 Die Formel „Ohne Angst und ohne Dunkelheit, mit Liebe und Licht“

3 Gebet der Mächte

Herr der Mächte, zerstreue alle bösen Gedanken des Verführers und all seiner Begleiter und aller anderen dunklen Mächte, die Dein heiliges Werk auf der Erde aufhalten wollen. Zerstöre ihre Ränke. Möge es so sein, Herr, wie Du gesagt hast: „Rache und Vergeltung sind mein“.

Möge Dein Name, o Herr, auf Erden verherrlicht werden, und mögen alle erkennen, dass Du der eine Gott, der Retter des Friedens, der Christus bist.

Segne alle, die Dich kennen und Dir im Geist und in der Wahrheit dienen. Deine väterliche Hand des Schutzes und der Protektion sei über denen, die in Deinem Namen etwas unternehmen.

Herr, möge Dein Wille auf Erden geschehen und Dein Reich auf Erden errichtet werden, jetzt und in allen Zeiten.

Amen.

4 Der 91. Psalm

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt. Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite / und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Frevlern vergolten wird. Denn der Herr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.

»Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; / ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.«

5 Geheimes Gebet

Das geheime Gebet richtet man in Gedanken, so wie es von innen kommt, es wird nicht ausgesprochen.

Der Meister sagte zum geheimen Gebet:

„Was bedeutet das geheime Gebet? Es bedeutet, die Telefonleitung zu schließen, die mit der Welt verbunden ist. Wenn man im Geheimen in sich selbst betet, muss man eine freie Lage einnehmen, jede Verbindung mit der Welt abschneiden, taub werden für jeden Lärm, für alle Geräusche draußen und drinnen. Wenn du innerlich betest, drehe alle Schlüssel zu, schließe alle Verbindungen mit der Welt, damit sie dich nicht stört. Bleibe dabei allein in Kontemplation.

Die Meditation und das geheime Gebet sind nicht ein und dasselbe, sie unterscheiden sich. Aber diesen Unterschied werdet ihr selbst feststellen. Das geheime Gebet setzt voraus, dass der Mensch seine Gedanken zu Gott erhebt. Mit anderen Worten: Das geheime Gebet bedeutet, den Blick auf die Sonne, die Quelle des Lebens, zu richten. Das schönste Gebet besteht darin, dass der Mensch an Gott als die Quelle des Lebens denkt.“


[1] Der konkrete Anlass ist die Spannung zwischen Russland und der Ukraine, die die NATO dazu gebracht hat, Truppen nach Bulgarien zu entsenden, was die Gefahr erhöht, dass das Land wider Willen in den Konflikt miteinbezogen wird.

Gewöhnliche und außergewöhnliche Prozesse 

Gewöhnliche und außergewöhnliche Prozesse

Sonntagsvorträge, Sofia, 15. September 1929, 10:00 Uhr

„Es war aber dort ein Mann, der war seit 38 Jahren krank.“ (Johannes 5:5)

Oft sprechen die Menschen über schöne, erhabene Dinge und erklären sie für Lebensnotwendigkeiten. Wenn es um Gesundheit und Reichtum geht, betrachten die Menschen diese Dinge als etwas Gewöhnliches, als natürliche Vorgänge im Leben, und als Ergebnis schätzen sie sie nicht. Sie betrachten die Armut als einen außergewöhnlichen, unnatürlichen Prozess. Trotzdem kann der Reiche arm und der Arme reich werden. So kann es im Leben und in der Natur einen Wechsel von einem außergewöhnlichen zu einem gewöhnlichen Prozess und von einem gewöhnlichen zu einem außergewöhnlichen Prozess geben. 

Wenn wir also von einem Prozess zu einem anderen übergehen, der sich nicht auf der gleichen Stufe befindet, erlangen wir eine neue Kenntnis der Dinge. Es genügt, dass die Natur den reichen Mann in die Lage versetzt, seinen Reichtum zu verlieren und arm zu werden, damit er nüchterne Vorstellungen vom Leben bekommt. Nur als Armer kann er eine klare Vorstellung von der Armut haben und richtig von ihr sprechen; wenn der Reiche die Armut nicht kennt, wird er nur von seinem Reichtum sprechen – von seinen Gütern, seinen Häusern, seinem Vieh usw.

Und wenn der Arme den Reichtum nicht kennt, wird er nur von seiner Armut sprechen – von seinen zerrissenen Kleidern, Schuhen usw. Wenn ihr einen gesunden Mann trefft, der noch nie krank war, wird er von seinen Muskeln erzählen, davon, was er mit ihnen machen kann. Wenn ihr jemanden besucht, der seit langem krank ist, wird er ausschließlich von seiner Krankheit erzählen. Es ist interessant, dass Christus, als Er auf der Erde war, nicht mit Königen, Fürsten, Patriarchen zusammenkam, sondern Er verkehrte und sprach mehr mit den Leidenden, Kranken, Krüppeln.

Er besuchte das Badehaus, in das die Kranken gingen, um geheilt zu werden, und traf dort einen Mann, der seit 38 Jahren krank war, mit dem Er sich unterhielt. Was hat Ihm dieser kranke Mann wohl gesagt? Er hat über seine Schmerzen, sein Unglück berichtet. Christus fragte ihn: „Warum bist du in diese Schule gekommen? Was hat dich hergeführt?“ Der kranke Mann antwortete: „Meister, ich bin seit 38 Jahren in dieser Schule und kann sie immer noch nicht beenden. Die Professoren lassen mich immer wieder durchfallen. Ich falle bei allen Prüfungen durch. Viele kommen in diese Schule, bleiben ein Jahr, zwei, drei Jahre, schließen die Schule ab und gehen ins Leben hinaus, und jedes Jahr bleibe ich in der Hoffnung, dass ich im nächsten Jahr fertig werde, immer wieder sitzen.“ „Willst du die Schule abschließen?“ „Natürlich will ich das.“ Christus holte ein Diplom aus seiner Tasche, unterschrieb es, legte es ihm in die Hand und sagte: „Komm, nimm dein Diplom und geh nach Hause!“ Dieser kranke Mann war der einzige, dem Christus ein Diplom für den Abschluss der Schule nach allen Regeln ausstellte. Im Evangelium steht nicht, dass Christus diesem Kranken ein Diplom ausgestellt hat, aber das ist ein verborgener Gedanke, der in anderer Form zum Ausdruck kommt. Als der Kranke aus der Schule kam, fragten ihn viele: „Wer war der Mann, der dich geheilt hat?“-„Ich weiß es nicht.“-„Wie kannst du es nicht wissen?Wie heißt er? – Jesus ist sein Name. 

Was stellt die Krankheit dar? – Ein unnatürliches Phänomen im Leben. In Bezug auf die physische Welt ist die Krankheit also ein unnatürliches Phänomen, aber in Bezug auf die geistige Welt ist sie ein natürliches Phänomen. Die Sünde hingegen ist ein unnatürliches Phänomen in Bezug auf die geistige Welt, aber ein natürliches in Bezug auf die physische Welt. Der Mensch sagt: „Wenn ich einmal in dieser Form auf die Erde gekommen bin, kann ich nicht anders, als zu sündigen, ich kann nicht anders, als zu lügen. Zumindest ein bisschen, aber ich werde trotzdem irgendwann lügen. Wenn erzählt wird, was ein Mensch getan hat, wie er gelogen hat, wie er gestohlen hat, wie er sich mit jemandem gestritten hat, dann hören alle Leute zu und lachen, als ob über große Heldentaten gesprochen würde. Für die geistige Welt ist die Sünde jedoch ein unnatürliches Phänomen, und als solches ist sie dort nicht bekannt. So wie das Eindringen einer gefährlichen Krankheit in ein Haus Furcht und Zittern hervorruft, so erzeugt die Sünde in der geistigen Welt Furcht und Zittern. Viele wollen in die geistige Welt eintreten, aber da sie unvorbereitet sind, werden sie viele Dinge sehen, die sie nicht erklären können. Dort sind sowohl das Gute als auch das Böse gleichermaßen präsent. Wenn ihr einen Blick in die geistige Welt werft, werdet ihr große, helle Gebäude mit großen Fenstern sehen, die ihr für Schulen halten werdet. Sie sind eigentlich Gefängnisse. Wenn ihr die Manifestationen des Guten in der geistigen Welt betrachtet und sie mit denen auf der Erde vergleicht, werdet ihr sehen, dass es bei letzteren kaum Fortschritte gibt. Auf der Erde gibt es mehr Fortschritt im Negativen als im Positiven. 

Auf der Erde gibt es auch das Gute, die guten Menschen, aber wenn diese Menschen in die geistige Welt gehen, werden sie dort als Verbrecher durchgehen. Heutzutage entwickeln sich die Menschen eher in negativer als in positiver Hinsicht weiter. Der größte Heilige auf Erden, verglichen mit einem der Heiligen im Himmel, geht als Gefangener, als Verbrecher durch. Aber wenn man einen irdischen Verbrecher mit einem Heiligen der geistigen Welt vergleicht, sieht der irdische Verbrecher wie ein erstklassiger Heiliger aus. Folglich sind in der geistigen Welt sowohl das Gute als auch das Böse stark und groß. Deshalb sagt manch einer oft: „Es lohnt sich nicht, gut zu sein.“ Er will nicht gut sein, denn wenn er mit dieser Güte in die geistige Welt eintritt, wird er als Verbrecher durchgehen. Aber wenn er schlecht ist und mit seiner Schlechtigkeit in die geistige Welt kommt, unter schlechte Menschen, dann wird er dort wie ein Heiliger aussehen. 

Was ist die geistige Welt? – Sie kann weder verstanden noch beschrieben werden. Wer sie zu beschreiben versucht, wird eine Welt beschreiben, die der physischen Welt ähnelt. Die geistige Welt ist in ihrer Ausdehnung viel größer als die physische Welt, sie ist viel majestätischer. Nur derjenige kann die geistige Welt zumindest ansatzweise beschreiben, bei dem das höhere Bewusstsein erwacht ist. Wenn man vom geistigen Leben spricht, nennt man sie „das Ewige Leben“. Mit dem „Ewigen Leben“ ist ein Leben ohne jegliche Begrenzung gemeint, sei es im Umfang oder in den Erscheinungsformen von Güte, Liebe, Vernunft usw. Viele haben versucht, die geistige Welt zu beschreiben, waren aber nicht in der Lage dazu. Um sie zu beschreiben, muss sie von einem höheren Bewusstsein gesehen werden, das versteht, was es dort sieht, um es in Bilder übersetzen zu können, die den irdischen Bildern entsprechen. Nur so kann die geistige Welt für die Menschen einigermaßen verständlich und nachvollziehbar werden. Diejenigen, die in der geistigen Welt gewandelt sind, können nur sagen, dass sie sehr schön ist, aber sie können sie in keiner Weise beschreiben. Keine menschliche Feder ist in der Lage, die Schönheit der geistigen Welt zu beschreiben. Niemand kann verstehen, wo die Schönheit des guten, liebenden Menschen liegt. Manch einer wrd sagen, die Schönheit des Menschen liegt in seiner Nase. Nein, die Schönheit des Menschen liegt weder in seiner Nase, noch in seinen Augen, noch in seinem Mund. Die Schönheit ist etwas Inneres, das sich in den Augen, in der Nase und in dem Mund manifestiert, aber wo, an welcher Stelle, lässt sich nicht sagen. Wenn ihr sagt, dass die Schönheit eines Menschen irgendwo in seinem Mund, seiner Nase oder seinen Augen ist, liegt ihr trotzdem falsch. – Warum? Die Augen sind ein Organ zur Wahrnehmung von Licht, die Ohren zur Wahrnehmung von Schall, der Mund ist zum Essen und zum Sprechen da, die Zunge – zum Schmecken und zum Sprechen, die Nase – zum Riechen. Wenn von Schönheit die Rede ist, verstehen wir darunter etwas Inneres, was sich schwer einfangen lässt. Wer Liebe hat, ist schön. Außerhalb der Liebe existiert keine Schönheit. Viele haben schöne Augen, eine wohlgeformte Nase, einen schönen Mund, regelmäßige Gesichtszüge, trotzdem sind sie nicht schön. Warum? – Weil sie keine Liebe in sich haben. Wo die Liebe ist, ist auch die Schönheit, die Fülle.

„Seit 38 Jahren krank“ zu sein, ist ein außergewöhnliches Phänomen im Leben. Viele Menschen klagen, dass sie leiden, dass sie krank sind, dass sie etwas quält. – Für den gegenwärtigen Menschen ist das ein natürlicher Zustand. Der Mensch wird mehr oder weniger immer leiden. Warum und wofür er leidet, ist nicht wichtig – es gibt immer einen Grund. Ein junger Mann hat sein Studium abgeschlossen und möchte Professor werden. Er geht hierhin und dorthin, er trifft Gelehrte, angesehene Leute, sie alle versprechen ihm, ihn zum Professor zu machen, aber am Ende scheitert er. Auch er war 38 Jahre lang krank, weil er nicht Professor werden konnte. Ein anderer junger Mann lernte eine schöne junge Frau kennen, verliebte sich in sie und wollte sie heiraten. Er geht hierhin und dorthin, er wagt es nicht, ihr einen Antrag zu machen. Während er sich nicht traute, ihr einen Heiratsantrag zu machen, heiratete sie einen anderen. 38 Jahre lang war der junge Mann krank, weil er das schöne Mädchen, das er liebte, nicht heiraten konnte. 

Ein anderer wollte Millionär werden, aber es gelang ihm nicht. Jemand anderer wurde schwach und gebrechlich geboren, er will gesund werden, kann es aber nicht. Wenn sie schließlich ihre Wünsche nicht erfüllen können und die Gründe für ihr Scheitern nicht verstehen, sagen sie: „Das ist Gottes Werk.“ Das bedeutet: Nur Gott ist in der Lage zu verstehen, was für den Menschen unverständlich ist. Und wenn ein Mann 38 Jahre lang krank war, wird einer, ein zweiter, ein dritter kommen, um ihn auf die eine oder andere Weise zu trösten. Das ist unnütz. Da es nicht nötig ist, den Menschen zu trösten, soll er sich lieber mit dem begnügen, was er hat. Er braucht sich nicht nach einer schönen Frau umzusehen. Seine Frau ist auch nicht hässlich. Wenn er sich auf die Suche nach einer anderen, schöneren Frau macht, wird er auf Widersprüche stoßen, mit denen er nicht umgehen kann. Wenn man dir Rindfleisch gibt, sei auch dankbar, es ist nicht nötig, nach Hühnchen zu suchen. Ihr werdet sagen, ihr seid Vegetarier und sucht weder Rind- noch Hühnerfleisch. – In einer Hinsicht seid ihr Vegetarier, aber in einer anderen Hinsicht seid ihr immer noch Fleischesser, ihr seid wie die kultivierten Menschen, die gerne Fleisch essen. 

Wenn einem Fleischesser ein gebratenes Huhn oder ein Stück Wurst angeboten wird, wird er das Huhn vorziehen. Wenn also jemand kommt, um euch davon zu überzeugen, dass ihr ohne eine schöne Frau leben könnt, dass ihr ohne eine Professur leben könnt, dann ist er derjenige, der euch dazu bringen will, Wurst dem Geflügel vorzuziehen. Wenn ihr einen Mann seht, der unter seinen unerfüllten Wünschen leidet, solltet ihr ihm nicht sagen, dass er nicht trauern soll, sondern ihn fragen, wie lange er schon auf die Erfüllung seiner Wünsche wartet. Und wenn er euch sagt, dass er bereits 38 Jahre auf die Erfüllung eines seiner Wünsche gewartet hat, so sagt ihm, dass er nicht nur 38 Jahre Wartezeit verdient hat, sondern dass 60 Jahre Wartezeit sinnvoll sind. Wenn ihr seht, dass der Gelehrte arbeitet und sich bemüht, Professor zu werden, sagt ihm, dass er nicht nur ein Leben lang nach einer Professur streben sollte, sondern dass es sinnvoll ist, zehn Leben lang in dieser Richtung zu arbeiten, nur um seinen Wunsch zu erreichen. Sagt dem jungen Mann, der auf der Suche nach einem schönen Mädchen ist, dass er sich nicht entmutigen lassen soll. Soll er doch zehn Leben lang suchen, bis er sie endlich findet. Ein Mensch muss sich in seinem Leben anstrengen, arbeiten, bis er sein Ideal erreicht hat. Ermutigt euch gegenseitig bei der Verwirklichung eures Ideals, eurer erhabenen Wünsche. 

„Es war dort ein Mann, der war seit 38 Jahren krank.“ Als Christus diesen kranken Mann sah, fragte Er ihn: „Warum sitzt du hier?“ – „Ich bin durchgefallen. Ich habe die Prüfung nicht bestanden und warte nun darauf, dass ich erneut geprüft werde.“ Christus hat ihn geprüft, Er hat den Prüfungsausschuss ersetzt. Der kranke Mann hat seine Prüfung bestanden. Da sprach Christus zu ihm: „Sei gesund! Geh ins Leben, um zu arbeiten.“ In dieser Stunde wurde der kranke Mann gesund und verließ das Badehaus. Als er ins Leben trat, begann er unter den Menschen zu erzählen, wie er geheilt worden war und was er in diesen 38 Jahren gelernt hatte. „Ich habe gelernt zu warten, ich habe Geduld entwickelt. Dann musste der Hauptprofessor kommen, mich prüfen und mir mein Diplom für das abgeschlossene Studium überreichen.“ Man muss ein hohes Ideal haben und bereit sein, sich von dem bedeutendsten Professor der Welt prüfen zu lassen und von Ihm ein Diplom zu erhalten. Der schöne junge Mann sollte eine schöne junge Frau heiraten. Jahrelang wird er auf sie warten, aber die schöne Frau muss das Ideal seiner Seele sein. Wenn er des Wartens überdrüssig wird und ein anderes, ebenfalls schönes Mädchen findet, hat er kein hohes Ideal. Und wenn eine Krankheit eintritt, sollte sie ihn nicht hindern. Ob krank oder gesund, du wirst auf die schöne Frau warten, du wirst auf den bedeutendsten Professor der Welt warten. Wenn du deinem Ideal nicht treu bist, bedeutet das dein Ende. 

Was ist die Krankheit? Wenn ein Mensch krank ist, bedeutet das, dass alle Teile seines Körpers betroffen sind: sein Gehirn, sein Herz, seine Lunge, sein Magen – kein Teil seines Körpers bleibt unbetroffen. Wenn ein Mensch krank ist, bedeutet das, dass sein Körper so beeinträchtigt ist, dass er weder in der physischen noch in der geistigen oder kausalen Welt Frieden findet. Jemand sagt, er sei krank, aber es bestehe noch Hoffnung auf Besserung. – Das ist keine gefährliche Krankheit. Ein wahrer Mensch ist jemand, dessen Glaube unter keinen Umständen erschüttert wird. Wenn er in die Lage kommt, auf allen Seiten die Unterstützung zu verlieren, muss er dennoch standhaft und fest in seinen Überzeugungen bleiben. Es gibt etwas im Menschen, das nie versagt. Egal, in welcher Lage er sich befindet, er glaubt immer noch, dass er es irgendwie schaffen wird. Das ist das Göttliche im Menschen, das niemals versagt. Wenn der Mensch auch den Glauben daran verliert, geht er zu Wahrsagerinnen und Hellsehern, in der Hoffnung, dass sie ihm sagen, was er zu tun hat, was er zu erleben hat usw. Meiner Meinung nach kann jeder Mensch für sich selbst der Wahrsager sein. Es gibt keinen besseren Wahrsager als man selbst. Wenn ein Mensch selbst nicht weiß, was mit ihm geschehen wird, wie können Außenstehende dann für ihn prophezeien? 

Jemand hat mehrere Wechsel zurückzuzahlen, die er immer wieder aufschiebt. Weiß er nicht, dass der Tag kommen wird, an dem die Zahlung dieser Wechsel fällig sein wird? Sollte ihm dies von verschiedenen Wahrsagern vorhergesagt werden? Wenn du deine Schulden nicht zurückzahlst, wirst du geschlagen, eingesperrt, mit einer Geldstrafe belegt usw. Sollte man sich in dieser Situation nach jemandem umsehen, der einem aus dem Wachs, aus den Bohnen oder Karten liest? Braucht ihr einen Astrologen aufzusuchen, um euch eure Zukunft vorhersagen zu lassen? Woher kennt der Astrologe eure Zukunft? Er nimmt das Datum eurer Geburt und errechnet aus einer vorgegebenen Tabelle, welche Kombination der Planeten zum Zeitpunkt eurer Geburt bestand. Er wird dann sagen, dass bestimmte Planeten euch günstig und andere ungünstig beeinflussen und somit euer Glück oder Unglück bestimmen. 

„Es war dort ein Mann, der war seit 38 Jahren krank.“ Wie waren die planetarischen Einflüsse auf diesen kranken Mann? Zum Zeitpunkt seiner Geburt gingen Sonne, Mars, Venus und Jupiter gerade unter, nicht auf. Dies waren alles schlechte Kombinationen, schlechte Einflüsse der Planeten. Die Erde war erst dabei, sich zu erheben. Der ganze Himmel war für ihn verschlossen. Seine einzige Hoffnung lag in der Erde – nur auf sie konnte er sich verlassen. 38 Jahre lang stand der Kranke unter dem ungünstigen Einfluss dieser Planeten, bis ihm schließlich Christus, ein großer Mann, zu Hilfe kam. Er war die Ursache dafür, dass sich diese Planeten in eine andere, für den Kranken günstige Richtung wendeten. Bis er Christus begegnete, hatte seine Erde ihre Bewegung eingestellt. Sobald er Christus sah, bewegte sich die Erde des Kranken, sein Bewusstsein wurde angehoben, und alle Planeten, die ihm nicht wohlgesonnen waren, traten in das Gebiet ihres Aufgangs ein. Die Worte Christi: „Steh auf, nimm dein Bett und geh umher“, die er an diesen kranken Mann richtete, bedeuten: „Verlasse die alten Ideen, gib dein bisheriges Leben auf und geh vorwärts!“

Wenn ihr also auch das Alte loswerden wollt, das euch bisher gequält hat, verlasst euer Bett, nehmt eure Matte und geht vorwärts. Erinnert euch nie an irgendeine Krankheit oder an ein vergangenes Unglück. Behaltet die Erfahrungen von allem, was ihr durchgemacht habt, im Gedächtnis, aber nicht seine Bitterkeit. Ihr sagt: Wie können wir die Verluste vergessen, die wir erlebt haben? Wie könnte ich den Tag vergessen, an dem Räuber in mein Haus eindrangen und mir mein ganzes Gold raubten?“ Stell dir vor, du müsstest das Gold auf deinem Rücken tragen. Was wäre mit dir geschehen, wenn dein Herz schwach gewesen wäre? Du hättest mitten auf der Straße kapituliert. Dein Herz wäre geplatzt, und du wärst tot zu Boden gefallen. Was würde dir das Geld nützen, wenn du dein Leben verlierst? Freu dich, dass die Räuber dich von einer großen Last befreit haben. Aber welcher reiche Mensch von heute würde das schon als Privileg betrachten? Er wird sich beschweren, dass Räuber kamen und ihn ausraubten. Eines müsst ihr wissen: Eines Tages wird der Tod kommen, schrecklicher als alle Räuber auf Erden, und er wird nicht nur euer Geld nehmen, sondern auch eure Knochen, euren Kopf, und dann wird er weg sein. Von euch wird nur ein leerer Schädel übrig bleiben, anhand dessen Wissenschaftler euer früheres Leben untersuchen werden. Ich frage: Wo ist der reiche Mann geblieben, der Gold, Häuser und Grundstücke hatte? 

Ihr werdet sagen, dass das eine Philosophie ist. Das ist es in der Tat, aber das ist eine Philosophie, die alle Illusionen, alle Verblendungen ausschließt. Die Philosophie der gegenwärtigen Menschen ist vergänglich. Sie täuscht die Menschen auf die gleiche Weise wie die Schweine im Stall getäuscht werden. Drei- oder viermal am Tag füttert ihr Besitzer sie und kümmert sich um sie, wobei er den aufrichtigen inneren Wunsch hegt, sie zu mästen. Da sie seine intimen Gedanken nicht verstehen, freuen sie sich über ihren Herrn und halten ihn für einen guten Menschen. Wenn Weihnachten kommt, nimmt ihr Herr ein Messer und geht in den Stall. Wenn er das Fleisch gegessen hat und nur noch die Knochen übrig sind, ist er zufrieden und glaubt, dass seine Arbeit belohnt wurde. Seine Arbeit wurde belohnt, aber die Schweine sind bereits in die andere Welt gegangen. Was ist diese Philosophie? – Die Philosophie des Todes. Der Tod ist jedoch nicht nur der Feind der Tiere, sondern auch der Menschen. Der letzte Feind, gegen den die geistige Welt kämpft, ist der Tod („Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod“, 1 Korinther 15:26). Sie will die Menschheit von diesem Feind befreien, der sie rücksichtslos ausplündert. Der Tod hat sowohl sündige als auch rechtschaffene Menschen ausgeplündert und tut dies weiterhin. 

Nun wollen alle Menschen glücklich werden, und das auch unter den widrigsten Umständen des Lebens. Nur derjenige kann glücklich sein, der Gott dient. Und nur derjenuge kann Gott richtig dienen, der sich vom Tod befreit hat. Wenn also jemand fragt, wie er Gott dienen soll, sage ich: „Um Gott zu dienen, musst du dich vom Tod befreien. Solange du nicht vom Tod befreit bist, kannst du Gott nicht dienen. Jemand möchte heiraten. Ich sage: „Wenn du nicht frei vom Tod bist, kann von Heirat keine Rede sein.“ – „Aber ich bin ein starker Mann; ich werde meine Frau, meine Kinder und mich selbst schützen.“ – Du wirst sie so gut schützen, wie der Frosch die Henne und ihre Küken vor den Krallen des Adlers schützen konnte.

Es war einmal vor langer Zeit, da hatte der Frosch die Aufgabe, eine Henne und ihre Küken zu hüten. Der Frosch kleidete sich in eine Uniform mit Schulterklappen und goldenen Knöpfen und bezog seinen Posten. Er nahm ein langes Seil und band die Henne mit den Küken an das eine Ende, das andere Ende des Seils hängte er sich selbst um. Als er sich sicher war, dass er die Henne und ihre Küken auf eine neue Weise beschützen würde, beruhigte sich der Frosch und fiel in einen tiefen Schlaf. Ein Adler erspähte die Henne und stürzte sich schnell aus der Höhe herab, schnappte sie sich und flog schnell in die Höhe. Zusammen mit der Henne nahm der Adler auch die Küken und den Frosch, der sie bewachte. So sind alle heutigen Menschen an das Bein des Frosches gebunden und glauben, sie seien in ihrem Leben sicher, weil der Frosch sie beschützt. Doch wie aus dem Nichts erblickt sie der Adler, stürzt sich aus der Höhe herab und entführt sie.

Wenn die Menschen den tiefen Sinn des Lebens nicht verstehen, streben sie nach großen Dingen, sie wollen etwas tun, um die Erinnerung an die großen, verdienstvollen Menschen in der Welt zu bewahren. Wo sind diese verdienstvollen Menschen? Ihre Denkmäler stehen noch, aber wo sind sie selbst? Ja, die ganze Welt ist voller großer Menschen, Heiliger, Genies und Talente. Wenn es sich um Heilige handelt, dann gibt es sie überall, aber der Heilige muss sich von den gewöhnlichen Menschen hervorheben. – Wodurch? Durch seine Lichtstärke. Wo immer er auftaucht, leuchtet er. Nicht nur sein Weg wird erhellt, sondern der Weg aller, die mit ihm in Kontakt sind. Um sein Licht zu bewahren, darf der Heilige niemals irren. Wenn er irrt, kann er sich nicht als Heiliger bezeichnen. Er mag ein Heiliger sein, aber ein toter, nicht ein lebender Heiliger. Die Natur braucht nur lebende Heilige. Der größte Sünder der Welt ist mehr wert als das Denkmal eines Heiligen. Der Sünder ist lebendig. Er hat Bedingungen, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Wenn er wächst, wird er sich läutern, und eines Tages wird er wie ein wahrer Heiliger zu leuchten beginnen. Selbst in der Seele des größten Verbrechers steckt etwas Gutes. Welcher Mensch ein Verbrecher ist, das lässt sich noch nicht sagen. Vor den Menschen gilt jemand als Verbrecher, aber für die unsichtbare Welt ist er kein Verbrecher. Auch Christus starb als Verbrecher. Auch die Heiligen wurden für Kriminelle gehalten. Trotzdem war Christus der Sohn Gottes und ist auferstanden. Die Heiligen werden auch heute noch verehrt. In der Zeit des Römischen Reiches wurden die Heiligen für Verbrecher gehalten und erst später als Heilige anerkannt. Es gibt folglich vernünftige Gesetze in der Welt, die die Ansichten und Einstellung der Menschen verändern. Wer also die Gesetze der lebendigen Geometrie und Mathematik versteht, bringt die Dinge an ihren Platz. Wer diese vernünftigen Gesetze nicht versteht, verschiebt die Dinge und schafft Disharmonie außerhalb und innerhalb seiner selbst. 

„Es war dort ein Mann, der war seit 38 Jahren krank.“ Endlich kam Christus zu ihm und heilte ihn. Warum kommen die Leiden in die Welt? – Damit Christus kommt. Wenn ihr nicht krank seid, wenn ihr nicht leidet, wird Christus euch niemals besuchen. Wen tragen die Mütter in ihren Armen: die kleinen Kinder oder die Großeltern? Alle Mütter, die einfachen und die gebildeten, tragen nur ihre kleinen Kinder auf dem Arm. Sobald sie erwachsen sind, lassen sie sie allein laufen. Der Großvater und die Großmutter beklagen sich über ihr Leben und sagen: „Niemand liebt uns.“ – Damit die Menschen euch lieben, müsst ihr wie kleine Kinder werden. 

Die heutigen Menschen haben eine falsche Vorstellung vom Leben. Wenn sie ein höheres Alter erreichen, sagen sie: „Wir sind keine Kinder mehr. Wir sind erwachsen, wir verstehen alles und brauchen nichts mehr zu lernen.“ – Nein, so lange man lebt, muss man sich immer wie ein Kind fühlen. Man muss ein vernünftiges Kind sein, das immer bereit ist, zu empfangen und zu lernen. Es gibt drei Arten von Kindern in der Natur: Die erste heißt „Kinder des Vergnügens“, das sind diejenigen, die von der Natur nur unterhalten und nicht unterrichtet werden. Man nennt sie „verwöhnte Kinder der Natur“, weil sie nur draußen spielen und Spaß haben. Die zweite Art, das sind die „vernünftigen Kinder der Natur“, die ständig lernen. Die dritte Art wird als „weise Kinder“ bezeichnet, die das Gelernte anwenden. 

Von der frühesten Kindheit bis ins hohe Alter muss man den kindlichen Geist in sich bewahren. Wenn ein Mensch denkt, dass er erwachsen, dass er alt ist, ist er vorzeitig alt geworden. Warum sollte er gebetsmühlenartig immer wieder dasselbe sagen? Warum sollte er bedauern, was einmal war oder was jetzt wird? Wenn ihr brillant werden wollt, wiederholt niemals dasselbe auf zwei identische Arten. Hütet euch davor, Dinge zu wiederholen! Wiederhole nicht die Geschichte deines Lebens auf zwei identische Arten: „Es war einmal, als ich jung war, da konnte ich alles tun, aber jetzt bin ich zu nichts fähig.“ Ich frage: Warum schiebt man die guten Dinge in die Jugend und die schlechten Dinge ins hohe Alter? Ein junger Mann erzählt, dass er neulich ein edles, schönes Mädchen kennengelernt hat. Ich frage: Warum erzählt dieser Mann nicht, wenn er alt wird, wie er in seiner Jugend einmal die Tochter einer armen Witwe belogen und verlassen hat? 

Ein Mann kann nur dann von seiner Jugend sprechen, wenn er nur ein einzuges Haus betreten hat, in dem ein junges, schönes Mädchen lebte. Wenn er zwei solche Häuser betreten hat, darf er nichts über seine Jugend sagen. Egal, wie sehr er gezwungen wird, etwas über seine Jugend zu sagen, er muss antworten: „Ich kann Ihnen nichts sagen, denn mein Leben war nicht schön.“ Nicht nur das Leben des einfachen Menschen ist nicht schön, sondern auch das Leben der Heiligen kann nicht als schön bezeichnet werden. Es ist nicht an der Zeit, das Leben der Menschen öffentlich zu besprechen. Im Leben eines jeden Menschen gibt es neben dem Guten auch etwas Schlechtes. Wenn ein Mensch vorzeitig heilig werden will, muss er wissen, dass mit parallel mit seiner Heiligkeit auch seine Verbrechen einhergehen werden. Hinter dem Mantel eurer Größe, eurer Heiligkeit, verbergen sich viele Käfer – die Symbole eurer Sünden und Verbrechen. In den dichten Wäldern leben die wildesten Tiere, die die größten Verbrechen begehen. 

„Es war dort ein Mann, der war seit 38 Jahren krank.“ Er wartete auf die Zeit, auf die Stunde seiner Erlösung, um aus dem Krankenhaus zu kommen. Wenn man aus dem Krankenhaus entlassen wird, darf man schon die Geschichte seines Lebens erzählen. Bis zu diesem Zeitpunkt darf man nichts aus seinem Leben erzählen. Es gibt also eine Seite im Leben eines Menschen, die er auslöschen muss, die er nicht erwähnen darf. Es ist jene Seite, auf der die Sünde, die Übertretung des Menschen beschrieben wird, die ihn von Gott weggeführt hat. Über diese Seite heißt es in der Bibel „Ich tilge deine Sünden“ (Jesaja 43:25).

Was kann jemand über sich selbst erzählen, während er im Krankenhaus liegt? Wenn er sagt, er wolle eine seiner Tugenden hervorheben, wird er feststellen, dass diese Tugend in anderer Hinsicht ein Verbrechen ist. Was soll der Bankier mit seiner Sparsamkeit prahlen, wenn dadurch Hunderten das Brot genommen wurde? Wie soll ein Mädchen mit seiner Schönheit prahlen, wenn um diese Schönheit ein Dutzend junger Männer gegeneinander gekämpft haben? 

Die göttliche Schönheit inspiriert den Menschen, erweckt in ihm hohe Ideen und Impulse. Wer dieser Schönheit begegnet, sagt: „Ich bin froh, dass ich einen schönen Menschen gesehen habe, der meinem Leben einen Sinn gegeben und mir Freude gebracht hat.“ Wenn die Schönheit und der Reichtum eines Menschen dazu dienen, andere zu verführen, ist es besser, dass sie vor ihnen verborgen bleiben und nicht ans Licht kommen. Es ist besser, dass ein Mensch manchmal das Kleid der Krankheit anzieht, als dass er durch eine seiner Tugenden seinen Bruder verführt. Schön ist das Gewand der Gesundheit, aber das Gewand der Krankheit ist auch schön. Das bedeutet nicht, dass der gesunde Mensch einen Fehler machen oder ein Gesetz übertreten muss, um krank zu werden. Wenn er unbewusst sündigt und krank wird, soll er sich über die Krankheit freuen. Warum? – Die Krankheit wird bei ihm Reue hervorrufen, so dass er seinen Fehler einsieht und berichtigt. Derjenige ist nicht krank, der ständig über sein Schicksal klagt und murrt. Wirklich krank ist derjenige, der ständig betet, der seinen Fehler erkennt und ihn korrigiert. Ein solcher Mensch war derjenige, der seit 38 Jahren krank war. Als Christus ihn sah, fragte Er ihn: „Willst du wieder zurückerlangen, was du verloren hast?“ – „Ich will, Gott, aber es gibt niemanden, der es mir gibt.“ Christus gab ihm zurück, was er verloren hatte, und in einem Augenblick war er geheilt. 

Die heutigen Christen folgen Christus nach, ahmen Seinen Weg nach, sind aber am Ende enttäuscht, dass sie nichts erreicht haben. – Ja, sie sind als Christen geboren, sie sind als solche verzeichnet, aber was sie angewandt haben, wie weit sie gekommen sind, werden sie selbst zu verantworten haben. Welche schöne Frau, die als Christin geboren wurde, würde für ihre Ideen das Angebot eines Fürsten ablehnen, ihn zu heiraten? Welcher gutaussehende junge Mann würde die Mitgift einer jungen, schönen Frau ablehnen? Wenn ihm 15.000 Dollar angeboten werden, würde er alles beiseite legen: seine Überzeugungen und seine Ideale. Sobald die schöne Frau den Königssohn sieht, wird sie ihre Überzeugungen, ihr Glaubensbekenntnis loswerden. Ich frage: Was sind das für Überzeugungen, die man so leicht aufgeben kann? Was können eure Überzeugungen euch nützen, wenn sie so leicht zu verkaufen sind? 

Wenn du also nicht mit Tugenden geboren wurdest, kann sie dir niemand künstlich aufpfropfen; wenn du mit Tugenden geboren wurdest, kann sie dir niemand wegnehmen. Das Gleiche gilt für die Gesundheit, das Wissen und die Talente des Menschen. Sie werden weder übertragen noch weggenommen. Die Gesundheit kann nur gestärkt, aber nicht übertragen werden. Es liegt am Menschen, das, was die Natur in ihn hineingelegt hat, in sich selbst zu bewahren und zu entwickeln, er kann es aber nicht von außen erwerben. Welcher Lehrer dich auch immer aufnimmt, er kann nicht mehr aus dir machen, als die Natur in dich hineingelegt hat. Dies soll nicht entmutigen, sondern ermutigen. Warum? – Weil die Natur dem Menschen mehr Möglichkeiten veranlagt hat, als er annimmt. Er muss arbeiten, ausdauernd sein, seine Gaben und Fähigkeiten entwickeln. Um dies zu erreichen, muss er sich mit der lebendigen Natur verbinden. Mit anderen Worten: Er muss sich mit dem lebendigen Gott verbinden, um Ihm mit Liebe zu dienen. Wo ist Gott? – Überall. Die Menschen machen sich selbst etwas vor, wenn sie Gott irgendwo im Himmel suchen. 

Was ist der Himmel? Was die Menschen als „Himmel“ bezeichnen, ist keinesfalls der Himmel, den wir sehen. Unter dem Wort „Himmel“ verstehen sie eine Richtung. Wenn von Gott die Rede ist, richten sie ihren Blick nach oben, zum Himmel. Daher ist die Vorstellung, die die Menschen mit dem Begriff „Himmel“ verbinden, völlig anders als die Vorstellung vom Himmel als Ort, als Raum. Wenn man also aufhört, an die Erde zu denken, ist man bereits im Himmel. Sobald man aufhört, an den Himmel zu denken, steigt man auf die Erde, in die Hölle hinab. Sobald man in die Hölle hinabsteigt, beginnt man zu sündigen. Wenn der Mensch sündigt, zeigt das, dass er frei ist. Der Mensch hat also nur in einer Hinsicht Freiheit – wenn er sündigt. Wenn es darum geht, Gutes zu tun, ist der Mensch nicht frei. Das Gute zu tun ist die Pflicht des Menschen. Beim Sündigen ist er jedoch frei. Jeder Mensch ist frei zu sündigen. Manch einer fragt, warum er sündigt. – Weil du frei bist. – „Aber ich will nicht sündigen.“ – Wenn du nicht sündigen willst, musst du dich einschränken. Es ist leicht, sich einzuschränken, aber es ist schwer, Freiheit zu gewinnen. Es ist leicht, sich in der Vergeudung seines Reichtums zu beschränken, aber es ist schwer, ihn zu erwerben. Es hängt nicht von euch ab, großen Reichtum zu haben. Viele äußere und innere Bedingungen sind notwendig, damit ein Mensch reich werden kann. 

Die Widersprüche, auf die der Mensch stößt, sollen ihn zum Nachdenken anregen, damit er auf die Frage eine Antwort bekommt, warum er auf die Erde gekommen ist. Ihr wollt glücklich sein, aber um das Glück zu erlangen, müsst ihr die Bedingungen und Gesetze kennen, auf denen es beruht. Es ist kein wahres Glück dasjenige, was nur einen Tag währt. Wahres Glück ist dasjenige, was, einmal erlangt, nie wieder verschwindet. Niemand hat die Macht, dem Menschen dieses Glück zu nehmen. Gibt es ein größeres Glück, als einen Freund zu haben, auf den man sich voll und ganz verlassen kann? Gibt es ein größeres Glück, als ein solches Wissen zu haben, dass man durch nichts erschüttert werden kann? Was ist das für ein Wissen, das jeder Philosoph erschüttern kann? 

Was für ein Glaube ist das, der bei der kleinsten Prüfung ins Wanken gerät und man zu zweifeln beginnt, ob es einen Gott gibt oder nicht, ob es eine Seele gibt oder nicht, ob es einen Geist gibt oder nicht? Wenn ein Mensch an der Existenz dieser Dinge zweifelt, wo bleibt dann seine Überzeugung? Es gibt vier Dinge, an deren Existenz der Mensch niemals zweifeln kann: die Existenz seines Geistes, seiner Seele, seines Verstandes und seines Herzens. Wenn jemand von der Existenz dieser vier Dinge überzeugt ist, wird er zur großen Erkenntnis kommen – zur Erkenntnis Gottes. Wer nicht an die Existenz seiner Seele glaubt, kann auch nicht an die Existenz Gottes glauben. Die Erkenntnis Gottes beginnt mit der Erkenntnis der Seele. Solange man seine Seele nicht kennt, kann man nur eine abstrakte Vorstellung von Gott haben. Welche Vorstellung hat der Blinde vom Licht? So wie der Blinde sich das Licht vorstellt, so stellt sich der Mensch Gott vor. 

Was ist die Seele? – Die Seele ist das, womit der Mensch das Schönste, das Mächtigste, das Erhabenste, das Edelste erlebt. Kein Mensch kann sich von seiner Seele trennen. Sie ist untrennbar mit dem Menschen verbunden. Wenn man beschließt, sich von seiner Seele zu trennen, wird man entweder sterben oder einschlafen. So wie der Mensch das Leben nicht von seinem Bewusstsein trennen kann, so kann er auch seine Seele nicht von sich selbst trennen. Es ist leichter, das Bewusstsein von sich selbst zu trennen als das Leben selbst. Man kann den Gedanken an den Tod leichter von sich selbst trennen als die Idee des Lebens. Ob ihr das glaubt, ist eine andere Frage. Wichtig ist, dass die Ungläubigkeit alles Elend und Leid in das menschliche Leben bringt. Der Grund für die Ungläubigkeit der Menschen ist, dass sie ihre Seele von ihrem Bewusstsein trennen wollen. Die Menschen ahnen nicht einmal, dass ihr Elend und ihre Leiden gerade auf die Leugnung der Seele oder die Leugnung des Lebens selbst zurückzuführen sind. Mit dem Wort „Leben“ meinen wir die Gesamtseele, die in der lebendigen Natur wirkt. In mathematischer Sprache asgedrückt, sind unsere Seelen Glieder oder Teile der großen Seele, d.h. sie sind ihr Atem. In der Heiligen Schrift heißt es: „Und er blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele“. (1 Mose 2:7)

Deshalb muss jeder Mensch die Vorstellung in sich tragen, dass er eine unsterbliche Seele ist. Er muss glauben, dass die Seele nicht verunreinigt werden kann, nicht von der Sünde betroffen werden kann, nicht sterben kann. Es liegt in der Hand des Menschen, zu sterben oder nicht. Christus sagt: „Ich habe die Macht, meine Seele zu lassen, und ich habe die Macht, sie wiederzunehmen“ (Johannes 10:18). Das heißt, ich habe die Macht, freiwillig zu sterben, und ich habe die Macht, freiwillig zu leben. Christus ist der Mann, der weiß, wie Er wann handeln soll. Im weitesten Sinne bedeutet das Wort „Tod“ Begrenzung, nicht Verschwinden. Der Tod ist der letzte Punkt der Begrenzung. Die Belebung, die Auferstehung, impliziert die letzte Grenze, bis zu der sich das Leben entwickeln und manifestieren kann. Wenn die Begrenzung vom Menschen selbst kommt, ist er der Herr seines Lebens; wenn die Begrenzung von anderen Menschen, von äußeren Ursachen kommt, ist er ein Sklave, ein Diener der Bedingungen. Ohne eine Seele können weder der Geist, noch der Verstand oder das Herz des Menschen funktionieren. Die Seele ist ein großes Bindeglied in der Natur. Sie birgt große Geheimnisse in sich. 

Wenn es um die Seele geht, solltet ihr eine solche Vorstellung von ihr haben wie von Gott. Das einzig Wertvolle am Menschen ist seine Seele. Christus besuchte den Mann, der seit 38 Jahren krank war, vor allem deshalb, weil der Kranke an seine Seele glaubte. Er war der erste, der den Worten Christi Glauben schenkte, dass er eine Seele habe. Er hatte den Glauben, 38 Jahre lang vor dem Teich zu warten, um ins Wasser zu gehen, nachdem es vom Engel des Herrn bewegt worden war. Bevor er an die Reihe kam, hatten ihn andere überholt, und er musste ein weiteres Jahr warten, bis der Engel herunterkam und das Wasser wieder bewegte. Aber er kam nie an die Reihe. – Warum? Weil der Engel für die anderen Kranken herabkam und nicht für ihn. Christus wurde speziell für ihn gesandt. Christus, der größte Mann in der geistigen Welt, kam zu diesem kranken Mann und sagte ein paar tröstende Worte zu ihm, gab ihm ein Diplom, weil er den Kurs der Wissenschaften abgeschlossen hatte und sagte dann: „Tausende Jahre lang wird über das gepredigt werden, was heute geschehen ist.“ 

Wer von euch würde sich nicht wünschen, in der Lage dieses kranken Mannes zu sein, 38 Jahre lang dort zu liegen, damit Christus zu ihm kommt und ihn heilt? Wie viele Jahre kann ein Mensch heute höchstens krank sein? – 10 oder 15 Jahre. Dann wird eine besondere Person aus der unsichtbaren Welt geschickt, um ihn zu heilen. Wenn er geheilt ist, werden alle Leute über ihn sprechen, wie wunderbar er geheilt wurde. 

Wer also geehrt und geachtet werden will, sollte die Idee der Seele gut verstehen, er sollte wissen, dass die Seele frei und unabhängig ist. Es liegt am Menschen, frei zu sein oder sich einzuschränken. Der bewusste Mensch wendet sowohl im Sterben als auch im Leben alles zum Guten. Wenn ihr euch dessen bewusst seid und es freiwillig annehmen könnt, seid ihr in der Situation eines Menschen, den Christus besuchen kann. Der Mann, der 38 Jahre lang krank war, war bei Bewusstsein, er verstand den Sinn des Todes und des Lebens, und so besuchte ihn Christus, d. h. das Göttliche, das Große in der Welt, und heilte ihn. Wer krank ist, wer Missverständnisse hat, muss den Charakter desjenigen haben, der 38 Jahre lang krank war. Dieser Charakter wird ihm helfen, geheilt zu werden und alle Prüfungen und Schwierigkeiten in seinem Leben zu meistern. Wenn der Mensch die Ursache seiner Krankheit kennt, kann er sich leicht selbst heilen. 

Was ist die Ursache der Krankheiten? Die Hauptursache der Krankheiten liegt in der Disharmonie zwischen dem Doppelgänger und dem physischen Leib des Menschen. Im vorderen Teil des Gehirns befindet sich eine besondere Art von weißen Hirnfasern oder Fäden, durch die sich die Aktivität des menschlichen Bewusstseins manifestiert. Das Bewusstsein ist mit dem Doppelgänger verbunden, dem so genannten zweiten Körper des Menschen oder Vermittler der Naturkräfte. Der Doppelgänger ist also der Apparat, durch den die Kräfte, die Energien der Natur zur Geltung kommen. Der physische Leib des Menschen lebt dank seines Doppelgängers. Wenn also die Beziehung zwischen dem Doppelgänger und dem physischen Leib richtig und harmonisch ist, wird der Mensch immer gesund sein. Wenn diese Beziehungen nicht harmonisch sind, entsteht im Menschen eine Reihe von schmerzhaften Zuständen. Umgekehrt, wenn eines der Organe des physischen Leibes erkrankt, ist die Harmonie zwischen dem Doppelgänger und dem physischen Leib gestört. Auf die Herstellung der richtigen Beziehung zwischen dem geistigen und physischen Leib des Menschen muss eure dringende Arbeit gerichtet sein, damit ihr euch von eurer Krankheit heilen könnt.

Ein junger Arzt erzählte von einem Erlebnis, das er im Zusammenhang mit seinem geistigen Leib hatte. Eines Abends kam seine Frau später als gewöhnlich zurück, so dass das kleine Kind ihm überlassen war. Auf einmal begann das Kind zu weinen. Der Arzt nahm es in die Arme, trug es, schaukelte es, doch statt aufzuhören, wurde sein Weinen immer heftiger. Er begann, ihm Milch und Haferschleim zu geben, in der Hoffnung, ihn irgendwie zu beruhigen, aber alles war vergeblich. Das Weinen verstärkte sich, und der Arzt war hilflos, er wusste nicht, wie er mit dieser Situation umgehen sollte. 

Schließlich kam ihm der Gedanke zu beten. Er begann, den einen oder anderen Heiligen um Hilfe zu bitten, aber es kam keine Hilfe. Nachdem er einige Zeit gebetet hatte, geriet er in eine besondere geistige Stimmung, beruhigte sich ein wenig und bat Christus, ihm zu helfen. Tatsächlich hörte das Kind nach einer Weile auf zu weinen und schlief ein. Als die Mutter zurückkam, fand sie das Kind schlafend vor. Der Arzt erzählte ihr die ganze Geschichte und schwor, nie wieder mit dem Kind allein zu sein. Die Ursache für das Weinen des Kindes lag in einer Disharmonie zwischen dem Doppelgänger und dem physischen Leib des Kindes. Das Gebet des Vaters half, die Harmonie zwischen den beiden wiederherzustellen. Sobald die Harmonie wieder hergestellt war, schlief das Kind sofort ein. 

Wenn also eine Krankheit einen Menschen dazu bringen kann, Gott zu suchen, ist sie am richtigen Platz. Die Philosophen und Wissenschaftler werden sagen, dass nicht das Gebet des Arztes dem Kind geholfen hatte einzuschlafen, sondern es war ein Zufall. Sie führen dies auf einen Zufall oder ein Zusammenfall von Bedingungen zurück. Was die Wissenschaftler denken, ist nicht wichtig. Ich frage jedoch: Was für ein Zufall, was für ein Zusammenfall ist dieser, der sich immer wieder auf dieselbe Weise ereignet? Was ist, wenn es in hundert solchen Fällen nicht eine einzige Ausnahme gibt? Das Kind schlief also nicht ein, weil seine Schlafenszeit gekommen war, sondern damit sich der Mann davon  überzeugen konnte, dass es in der Welt ein großes Gesetz gibt, das alle Phänomene regelt. Wenn ihr verstehen wollt, wie dieses Gesetz funktioniert, müsst ihr euch mit ihm verbinden. 

Wenn ihr das Leben bewusst studiert, werdet ihr sehen, dass sowohl gewöhnliche als auch außergewöhnliche Phänomene durch dasselbe Gesetz geregelt werden – das Gesetz der Liebe. So begegnete der seit 38 Jahren kranke Mann Christus und wurde geheilt. Wie ihr sehen könnt, war es eine ganz normale Begegnung. Die Begegnung schien gewöhnlich zu sein, aber ihre Folgen waren außergewöhnlich. Gibt es etwas Außergewöhnlicheres als die sofortige Heilung eines Mannes, der 38 Jahre lang krank gewesen war? Von diesem Moment an änderte sich das Leben dieses kranken Mannes radikal. Genau das zeigt, wie das Gesetz der Liebe funktioniert. Wo ist dieser kranke Mann heute? Nach dem Gesetz der Reinkarnation ist er wahrscheinlich wieder auf der Erde, hält als prominenter Professor Vorlesungen an einer Universität und erzählt seinen Zuhörern, wie Christus vor zweitausend Jahren zum Teich kam und den Kranken heilte, der dort 38 Jahre lang gelegen hatte. 

Wenn dieser Mann zu euch kommt und sagt, dass er derselbe Mann ist, den Christus vor zweitausend Jahren geheilt hat, werdet ihr ihm das glauben? Ihr werdet sagen, dass er eine Schraube locker hat oder dass er in seiner Phantasie lebt. Es gibt jedoch Mittel und Wege, um zu überprüfen, ob eine bestimmte Tatsache wahr ist oder nicht. Die außergewöhnlichen Phänomene, die im Leben und in der Natur auftreten, haben das Ziel, das Geistige im Menschen zu erwecken und ihn zu etwas Größerem und Schönerem zu führen. Im wirklichen Leben gibt es keine Täuschung, keine Irreführung. In ihm ist die Realität. Wenn wir diese Realität begreifen und anwenden können, haben wir den tiefen Sinn des Lebens verstanden. 

Ich werde nun das Leben in drei verschiedenen Formen darstellen: die erste Form bezieht sich auf die äußere, physische Welt; die zweite Form auf die geistige Welt; und die dritte Form – auf die göttliche Welt. Die erste Form kann man sich als einen Mann vorstellen, der in feine, erlesene Kleidung gekleidet ist. Wenn ihr ihn anseht, flößt er euch Vertrauen ein, und in euch erwacht der Wunsch, ihn kennenzulernen. Er ist wie eine schöne Flasche aus reinem, hochwertigem Glas, mit schöner Aufschrift, über deren Inhalt aber man nichts weiß. Er kann gut oder schlecht sein. Um den Inhalt einer Flasche zu beurteilen, muss man aus ihr trinken. So etwas stellt der physische Mensch dar. Äußerlich mag er schön aussehen, gut gekleidet sein, aber um seinen inneren Gehalt zu beurteilen, muss man ihn auf die Probe stellen. Die zweite Form des Lebens kann mit der Mahlzeit verglichen werden, die der gute Gastwirt zubereitet hat. Sobald ihr von dieser Mahlzeit kostet, seid ihr zufrieden. Man weiß sofort, dass sie gut ist. Das Mahl des guten Gastwirts steht für die geistige Welt. Die dritte Form des Lebens drückt sich in den guten Büchern aus, die das menschliche Denken in die erhabene Welt emporheben. Derjenige, der euch solche Bücher bringen kann, ist der göttliche Mensch – ein Gesandter der göttlichen Welt. Um eine Vorstellung von der Gesamtheit des Lebens zu bekommen, muss man daher die physische, die geistige und die göttliche Welt in sich vereinen. Diese drei Formen sind untrennbar miteinander verbunden. 

Ihr werdet sagen, dass Kleidung für den Menschen nicht wichtig ist: Für den kranken Menschen, der mit Geschwüren und Schorf bedeckt ist, ist die Kleidung nicht wichtig, aber für den gesunden Menschen ist sie von besonderer Bedeutung. Was nützt dem Kranken ein seidenes Hemd?Welche Liebe, welchen Willen kann der kranke Mensch an den Tag legen? Im Allgemeinen wird der Kranke willensschwach und leichtgläubig. Welche Medizin ihm die anderen auch immer empfehlen, er wird sie sich holen. Er wird 10 bis 20 verschiedene Medikamente um sich herum sammeln und glauben, dass er damit geheilt werden kann. Solange er an die Methoden und Medikamente von zehn Ärzten glaubt, wird der Kranke niemals gesund werden. Um gesund zu werden, muss er sich in die Hände eines einzigen Arztes begeben und ihm vollkommen vertrauen. Nur derjenige Arzt kann heilen, an den der Kranke voll und ganz glaubt. Die Heilkräfte liegen in den Elementen der Natur: im Wasser, in der Luft, im Licht und in der Nahrung. Der Arzt ist ein Vermittler zwischen der Natur und dem Kranken. Wenn der Kranke also an seinen Arzt glaubt, kann dieser die Lebenskraft aus diesen Elementen der Natur schöpfen und sie sich zunutze machen. Wenn der Kranke nicht an seinen Arzt glaubt, kann dieser die Lebenskräfte der Natur nicht nutzen. Jeder Mensch ist ein Bindeglied zwischen der Natur und sich selbst und kann sich daher selbst heilen. Wenn er nicht an seine Seele glaubt, braucht er einen Außenstehenden, einen Menschen, der als Vermittler zwischen der Natur und ihm dient. Dieses Gesetz gilt sowohl für die geistige als auch für die Kausalwelt. 

Deshalb reicht es aus, eine Beziehung mit einem vernünftigen, intelligenten Menschen einzugehen, dami euer Verstand zu leuchten und ihr zu arbeiten und zu lernen beginnt. Wenn du mit jemandem verkehrst, der unwissend ist, wird auch dein Verstand dunkel. Deshalb heißt es: „Womit du dich verbindest, das ist es, was du wirst“. Verbindet euch mit guten Menschen, um selbst gut zu werden. Wie können wir erkennen, wer gut ist und wer nicht? – Mit einem Thermometer. Wenn man krank wird, wird sofort die Temperatur gemessen. Wenn die Leute sehen, dass die Temperatur von 37° auf 41° ansteigt, bekommen sie Angst und sagen, dass der Kranke im Sterben liegt. Dann sinkt die Temperatur allmählich, und der Kranke beginnt sich zu erholen. Den guten Menschen erkennt man daran, dass man, wenn man mit ihm in Gemeinschaft tritt, sich erweitert, man möchte lernen, arbeiten und Gutes tun. Einen guten Menschen erkennt man an bestimmten Merkmalen seines Gesichts, aber dafür ist eine große Kenntnis erforderlich. 

Wenn sie die Physiognomie studieren, sagen viele Menschen, dass diese oder jene Person klug ist, weil sie eine hohe, breite Stirn hat. – Es gibt auch Diebe mit breiter Stirn. – Wenigstens sind ihre Ohren nicht groß. – Auch ihre Ohren sind groß. – Ihre Nasen sind nicht in Ordnung. – Nein, die Güte, die Vernünftigkeit besteht nicht nur in der Größe der Stirn, der Nase, der Ohren, sondern in den besonderen Linien, die sie haben. Nur ein genialer Mensch kann diese Linien lesen, die kaum wahrnehmbar sind. Sie sind ständig in Bewegung. Ob man nun fröhlich oder ernst ist, diese Linien ändern sich ständig. Nur das erfahrene Auge kann sie erfassen. Ein Mensch, auf dessen Gesicht diese Linien zu sehen sind, ist immer schön – sowohl wenn er fröhlich als auch wenn er ernst, nachdenklich ist. Er verliert nie seine Schönheit. Diese Linien befinden sich weder auf der Nase, noch auf den Ohren, auf der Stirn oder auf dem Kinn des Menschen. Sie sind in seinem Doppelgänger versteckt. Äußerlich mag die Nase des Menschen nicht sehr schön sein, aber innerlich betrachtet, gibt es eine besonders schöne Linie in seinem Doppelgänger, die seine Nase schön macht. Es gibt Menschen, die hässlich werden, wenn sie lachen, und die schön werden, wenn sie ernst sind. Die Hässlichkeit und die Schönheit eines Menschen hängen von seinem inneren geistigen Leben ab. Manche sind sich dessen bewusst und versuchen, sich nach außen hin zu tarnen. Um ihre innere Disharmonie nicht zu verraten, lachen sie oder sie werden ernst. Egal, wie sehr sie sich verstecken, sie können weder sich selbst noch andere belügen. Vor der unsichtbaren Welt ist alles offen. Dort ist nichts versteckt oder zugedeckt. 

Um zu seiner ursprünglichen Schönheit zurückzukehren, muss man an sich selbst arbeiten, muss man sein höheres Bewusstsein erwecken. Wenn sein Bewusstsein erwacht ist, wird sich der Mensch allmählich von allen alten Gewohnheiten, Vorstellungen, die nicht zu seinem Leben passen, befreien. So wie ihr jetzt seid, mit eurem alten Verständnis, mit eurem Körper, könnt ihr die geistige Welt nicht betreten. Ihr seid noch nicht bereit für die neuen Bedingungen. Wenn ihr nur ein Jahr dort lebt, werdet ihr schnell Heimweh nach der Erde haben und wieder zurückkehren wollen. Dort wird euch entweder sehr warm oder sehr kalt sein. Die Wesen der geistigen Welt werden an euch vorbeigehen, ohne ein Wort zu euch zu sagen. Sie sind nicht überheblich, aber sie können nicht mit Wesen in Kontakt treten, die noch nicht offen für sie sind. Gleiches zieht Gleiches an. Sobald sie einen vernünftigen, intelligenten, tugendhaften Menschen treffen, gehen sie sofort eine Beziehung mit ihm ein. So wie ein Mensch keine Beziehung mit einem Bären oder einer Boa eingehen kann, so halten sich diese Wesen von schlechten Menschen fern. Der schlechte Mensch ist auf Erden und im Himmel immer schlecht. Wenn ein Engel auf einen Sünder trifft, zieht er sein Schwert gegen ihn und wirbelt es mehrmals herum, bis der Sünder sich vor Angst auf den Boden legt. Groß ist die Macht und das Licht des Engels. Er sagt zum Menschen: „In dieser Welt herrschen Reinheit und Heiligkeit. Wer eintreten will, muss rein und heilig sein. Wenn er nur aus der Ferne zusehen will, ist das eine andere Sache.“

Die Engel kommen auf die Erde für die Seelen, die bereuen, die sich von der Sünde befreien wollen, um ihre Reinheit zu erlangen. Ganz gleich, wie sehr sie sich selbst reinigen, es wird immer ein kleiner Fleck, ein kleines Loch bleiben. Ihr trefft jemanden, der neue, schöne Kleidung, gute Schuhe und Strümpfe trägt, aber wenn ihr ihn genau betrachtet, werdet ihr immer ein kleines Loch finden, sei es an der Kleidung, an den Schuhen oder an den Socken. – Nein, kleine Löcher sind nicht erlaubt. Man muss makellose Kleidung und Schuhe tragen. Man sollte neue Kleidung tragen, neue Schuhe – alles soll neu sein. Sobald ihr eure Kleidung abgenutzt habt, solltet ihr sie verbrennen und nicht mehr an sie denken. Das Alte muss brennen! Gebt eure alten Kleider nicht an die Armen! So wie du neue Kleider anziehen willst, so strebt auch der Arme nach neuen Kleidern. Dies ist das Ideal der menschlichen Seele. Verbrenne die Kleidung, die du anhattest, als du krank warst und kaufe neue Kleidung. Verbrenne das Buch, das du in deiner Verzweiflung und Entmutigung geschrieben hast und schreibe ein neues Buch. Streiche das alte Leben und beginne ein neues. 

Jetzt möchte ich, dass jeder von euch ein neues Buch schreibt, ein neues Bild malt und ein neues Leben beginnt. Manch einer sagt, dass er lebt. – Ich freue mich, dass du lebst, aber beschreibe das Neueste, das Beste in deinem Leben. 

Arbeitet gewissenhaft, so könnt ihr, wenn Christus kommt, um euch zu heilen, sofort von dem Bett aufstehen, auf dem ihr 38 Jahre lang gelegen habt und eure Prüfung bestehen. Es geht nicht darum, an Gottes Gnade zu appellieren, sondern darum, zu lernen, zu arbeiten und die Prüfung vor Ihm zu bestehen. Als Schüler müsst ihr eure Lektionen ohne jede Ausnahme, ohne jede Lüge lernen. Wenn du zu Gott gehst, wünsche dir nur eines – zu lernen. 

„Es war dort ein Mann, der war seit 38 Jahren krank“: Wenn ich diesen Vers zitiere, wünsche ich euch nicht die gleiche Erfahrung, sondern ich stelle einen Helden vor, die vor zweitausend Jahren gelebt hat. Ich wünschte, es gäbe solche Helden als Vorbilder auch in diesem Jahrhundert. Der Mensch sollte ein Held sein, der, auch wenn er 38 Jahre liegt, bereit ist, dem großen Mann zu begegnen, den Gott ihm schickt, ihn zu erkennen und zu verstehen und zu sagen: Ich habe ihn gesehen und ich habe ihn gekannt! Das ist der Beweis dafür, dass ich ihn gesehen habe und ihn kenne: Ich war 38 Jahre lang krank, viele Ärzte haben mich behandelt, aber sie haben nur meinen Leib, nicht mein Herz und meinen Geist behandelt. Sie haben mich behandelt, ohne mich zu heilen. Eines Tages kam ein Mann zu mir und sagte mir, ich solle meine Matte nehmen und das habe ich gemacht. Jetzt bin ich gesund, in Körper, Geist und Herz. Das ist die Bedeutung der Geschichte von dem Mann, der 38 Jahre krank war. Wenn ihr die Geschichte richtig deutet und sie nutzen könnt, werdet ihr euch innerlich mit der lebendigen Natur verbinden und von ihr bekommen, was euch fehlt. 

Aus den Erinnerungen von Vessela Nestorova

Vessela Nestorova, eine der engsten Schülerinnen Beinsa Dounos, hat in ihrem Tagebuch Folgendes aus ihren Gesprächen mit dem Meister aufgeschrieben:

Du musst einen Gedanken im Kopf, ein Gefühl im Herzen haben. Das Göttliche offenbart sich, wenn Denken, Fühlen und Handeln gleichzeitig stattfinden, wenn es keine innere Trennung gibt. Sobald der Gedanke und das Gefühl kommen, handle sofort – zögere nicht. Die Erlangung der inneren Einheit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Manifestation des göttlichen Lebens.

Es ist sehr schwierig, jenen Zustand des vollständigen Glaubens zu erreichen, der für ein vollkommenes und heiliges Leben unerlässlich ist. Hab volles Vertrauen in Gott, bewahre immer deinen Frieden in Ihm, überanstrenge dich nicht mit Aufgaben und Werken, die du für dich selbst planst. Plane nicht deine Zukunft, sondern überlasse alles in Gottes Hände. Vertraue auf deine Intuition – sie ist ein Licht, das dir den Weg weisen wird. Wenn der Verstand sich einmischt, verdirbt er alles. Wenn du ein Medikament erhältst, nimm es ein und lege dich ins Bett. Gott wird dich heilen, mach dir keine Sorgen, was passieren wird. Mache dir keine Sorgen um morgen. Musst du beim Durchatmen darüber nachdenken, was du als nächstes tust? Die Natur kennt ihre Aufgabe, also kümmert sich Gott um deine Seele und dein Leben.

Das Leben lehrt dich. Wenn du das Böse nicht aus eigener Erfahrung kennst und unterscheiden kannst, wirst dukeine Weisheit erlangen. Und die wichtigste Lektion auf der Erde ist, das Böse vom Guten zu unterscheiden. Das Böse kleidet sich in ein königliches Gewand und verspricht große Dinge, aber am Ende raubt es dich aus und läuft vor dir davon und lässt dich als Lerzte der Armen zurück. Das Böse zu tun ist leicht, es erfordert keine Anstrengung, aber die Folgen sind schwer und belasten dich. Es braucht den Willen, Gutes zu tun. Wer am Anfang begrenzt ist, ist am Ende frei, und wer am Anfang frei ist, ist am Ende belastet und begrenzt. In der menschlichen Welt beginnen die Dinge gut und enden schlecht; in der Engelswelt beginnen sie schlecht, enden aber gut, und in der göttlichen Welt beginnen sie gut und enden gut. Dinge, die in der physischen Welt nicht gelöst werden, sind in der geistigen Welt halb gelöst und in der göttlichen Welt ganz gelöst.

Was von Gott herausgekommen ist, steht nirgendwo geschrieben – wir werden es aus der Luft mit unserem Verstand annehmen. Das Herz muss organisiert werden, und in ihm müssen die Brüderlichkeit und das Große geboren werden. Der Verstand ist wie eine helle Atmosphäre, durch die die göttlichen Energien fließen müssen. Die Zweige des Menschen liegen in der Kausalwelt, die Wurzeln – im Herzen, die Blüten – in der Seele und die Früchte – im Geist. Der Samen in der Frucht ist der Geist in der Welt, das Fruchtfleisch ist die Seele, und der Stiel ist der Verstand. Die Tugenden bilden sich im Fruchtfleidcg. Der Samen ist die zukünftige Möglichkeit der Evolution. Wenn die Frucht viele Teile und Samen hat, ist sie der materiellen Welt nahe. Nicht nach oben, sondern nach innen zu schauen und sich dann auszudehnen – das ist die Seele.

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Der Westen organisiert die Welt äußerlich, und das Slawentum wird den inneren Inhalt, den Sinn des Lebenshineinbringen. Die Quelle muss immer irgendwo herkommen. Eines Tages werde ich den Wasserhahn laufen lassen, jetzt bereite ich eure Installation vor.

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Der Meister gab uns ein neues Lied „Ich kenne ein wunderbares Land in der Ferne“. Der Anfang des Liedes ist langsam, aber der zweite Teil hat ein schnelleres Tempo. Der Meister sagte dazu, das Liedbeginne mit dem mosaischen Gesetz und ende mit dem Gesetz der Freiheit Christi. Im Zusammenhang mit diesem Lied sprach er zu uns über die Musik:

„Wenn eine Blume blüht, wenn die Sonne aufgeht, wenn der Frühling kommt, ist das die Note G. Wenn wir uns von dem Tierischen befreien, werden wir in vier Oktaven singen. Die Musik war bisher eine Talgkerze – sie war in bestimmten Formen gepresst – das mosaische Gesetz – und viele haben sich bemüht, sie auszudehnen, aber es funktionierte nicht. In der Musik braucht man die volle Freiheit. Sie schimmert für einen Augenblick hindurch und gehtverloren. Man muss den Moment nutzen. Wir haben heute die schönste Musik. Es gibt nirgendwo in Europa eine solche Musik; der Mensch sang perfekt, als er im Himmel war; er begann zu brüllen, als er ihn verließ, und jetzt, wo er zurückkehrt, wird er wieder zu singen beginnen.”

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Am 19. April 1940 sagte der Meister:

„Ich habe nicht die Absicht, irgendwelche Kirchen zu gründen. Ich bin gekommen, um ein neues Zeitalter anzukündigen, das in die Welt kommt. Das Alte geht, ein Neues wird kommen. In unserem Verstand, in unserem Herzen, in unserer Seele und in unserem Geist entsteht eine neue Welt. Arbeit wartet auf euch. Ihr habt einen Platz in der Natur, den ihr einnehmen sollt. Seid diejenigen, die Gott für das Große Werk und für die Große Zukunft, die alle Menschen erwartet, auserwählt hat.

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Am 24. April 1940 lernte ich in einem privaten Gespräch mit dem Meister vieles über Musik:

„Die moderne Musik ist ein Schatten der Realität. J.S. Bach brachte die Bewegung in der Natur zum Ausdruck. Seine Musik ist dynamisch. Die Töne existieren in der Natur in einer anderen Form als die, die wir mit unserer Stimme ausdrücken. Es gibt Töne, die organisch sind. Die Natur ist Musik. Diese Töne sind wie Echos – sanfte, subtile Schwingungen, die wir mit der Zeit hören werden. Wir sind noch nicht so fein, so angepasst, dass wir diese Töne in der Natur wahrnehmen können.

Der Ton C ist die Grundlage der Pflanze. C ist der Zustand einer jeden Sache, bevor ihr Entwicklungsprozess beginnt. D ist der Prozess des Wachsens, der Stängel der Pflanze, der Prozess des Herauskommens aus der Spannung in C. E ist die Verzweigung der Pflanze, die Erweiterung. F ist das Vollwerden vor der Blüte. Es ist die Verdichtung der Pflanze. G ist das Blühen, das Öffnen, der Duft. G ist das offenbare Leben in der Welt. Von C bis G ist es Sonnenaufgang und von G bis H ist es Sonnenuntergang. A ist das Ansetzen der Frucht, das Reifen. H – das sind die Samen der Frucht. Die Oktave, das Wachstum des Baumes, das ist ein Prozess in der ganzen Natur und im Menschen. Der Ruf des Menschen an Gott ist eine Melodie, und die Antwort Gottes ist Harmonie, denn die Natur ist harmonisch. Die Bewegung, die Harmonie in der Natur kommt bei Bach zum Ausdruck.  

Wenn du Musik hörst, sollte es eine Verdichtung geben – ein Anspannen der Muskeln, eine Verdünnung – die Gefühle sollten subtiler, ätherischer, reichhaltiger sein, und eine Ausdehnung – der Gedanke sollte von mancher Begrenzung befreit werden, neue, erhabene Gedanken sollten geboren werden. Der Mensch, der im physischen Bewusstsein, in der dichten Materie lebt, ist im C. In D beginnt seine Entwicklung, sein Wachstum, seine Bewegung, seine Dynamik. In dieser Bewegung wird er zu der Bewegung in der Natur kommen, die der Welt der Gesetze angehört – der geistigen Welt. In der geistigen Welt beginnt die Erweiterung, die Verzweigung, das wirkliche Wachstum. Und das Vollwerdenund Erblühen ist der Höhepunkt der Seele im physischen Leben – die aufgeblühte Seele, die sich auf der Erde manifestiert. Die Frucht und der Samen sind bereits mit Weisheit und Wahrheit verbunden. Die Wahrheit ist das Kleine, der Samen, das Potenzial für das Große. 

Der Samen ist ein potenzieller Baum. Von H geht man bereits in eine höhere Tonleiter über, wo sich die Prozesse in einem anderen Bereich wiederholen. C in der Grundoktave ist eine gerade Linie, man geht vom Punkt ab. H ist eine Ebene, und das nächste C ist ein Körper – es gibt ein Wachstum. Am schwierigsten ist es, in der Grundtonleiter C-Dur zu spielen. In der physischen Welt ziehen wir den Schussfaden durch, in der geistigen Welt weben wir, und in der göttlichen Welt tragen wir Frucht. Wenn C der Grundton ist, kommt er aus dem Zentrum der Dinge. Wenn eine Idee aus deinem Geist, aus deiner Seele kommt – dann ist sie im Ton C. Den Ton C richtig zu nehmen, heißt, aus der Mitte heraus den richtigen Weg zu gehen. Wenn wir den Hauptgedanken nehmen wollen, entspricht das C. In der Musik soll man den richtigen C finden. Er geht über in D, E, F, G – das sind Phasen des Grundtons, der sich verändert. Die Oktave ist eine Bewegung, die Veränderung des Grundtons. C ist das Wissen, wie man den Grundton nimmt. D – das Wissen, wie man losgeht; E – das Wissen, wie man die erste Kurve schafft. Wenn du den Grundton nimmst, musst du um die Welt herum gehen und singen und die ganze Welt verändern können – dann ist dein Gesang richtig.

Zieht den neuen Menschen an

Sonntagsvorträge, Sofia, 4.10.1931, 10:00 Uhr 

„Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Epheser 4:24)

„Vater unser“

„Im Anfang war das Wort“

Ich werde Kapitel 4 des Briefes an die Epheser vorlesen..

Das Lied„Die Barmherzigkeit ist ein Paradiesgarten“

 

„Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“

Die Apostel der christlichen Kirche haben diese Idee in eine Form gebracht, die für die Christen jener Zeit zugänglicher war – in eine bildhafte Form. „Den neuen Menschen anziehen“. Der neue Mensch ist kein neues Gewand, das wir anziehen können. Es heißt im übertragenen Sinne: den alten Menschen ablegen und den neuen Menschen anziehen. Die Natur hat eine bildhafte Sprache, die es zu verstehen gilt. Sie verwendet nie eine konkrete Sprache, um dem Menschen zu sagen, dass dies oder jenes so oder anders ist. Wir sagen, dass die Natur spricht, aber das ist eine bildhafte Sprache. Sie spricht nicht zu uns, wie jeder andere Mensch zu uns sprechen würde; sie spricht zu uns auf ihre eigene Art und Weise, und wir verstehen, dass sie uns etwas sagen will.

Christus hat diesen Gedanken in einer anderen Form ausgedrückt, indem Er sagte: „Es sei denn, dass ihr von neuem geboren werdet aus Geist und Wasser, so könnt ihr nicht in das Reich Gottes kommen.“ Warum muss ein Mensch geboren werden? Warum muss er den neuen Menschen anziehen? Um in das Reich Gottes zu gelangen. Mit dem Leben, das wir jetzt führen, steht uns eines der größten Leiden bevor, das ihr euch nicht einmal vorstellen könnt. Was immer ihr auch denken mögt, aber ihr müsst wissen, dass hinter diesen vorübergehenden Vergnügungen, die euch zuteil werden, eine solche Verlockung des Leidens steckt, von der ihr nicht einmal geträumt habt. Diese Idee wird sehr schön in einer Geschichte eines bekannten Schriftstellers dargestellt, und viel früher wurde sie als Mythos in der antiken Mythologie dargestellt.

Ein Reisender, der ein Adept war, zog in die Welt hinaus, um die okkulten Wissenschaften zu studieren. Er wurde eingeweiht; sein Meister schickte ihn in die Wildnis, um die Geheimwissenschaften zu studieren und die Mysterien der Natur zu erforschen. Einmal jagte ihn ein roter Stier mit großen und starken Hörnern. Als der Mann ihn sah, erkannte er, dass er ihn nicht bekämpfen konnte; der Stier würde ihn zertreten, und sein Werk würde unvollendet bleiben. Er rannte weg, und der Stier folgte ihm. Schließlich fand er einen Brunnen und sah, dass an dessen Wänden ein Gebüsch wuchs. Er hielt sich an seinen Zweigen und hing in den Brunnen hinab; er stellte seine Füße an die Wände des Brunnens und verharrte so eine Zeit lang. Aber der Stier blieb oben. Irgendwann sah der Mann, dass die Bienen etwas Honig an den Wänden des Brunnens abgelegt hatten. Als er Hunger bekam, begann er, den Honig von den Wänden abzulecken und dachte bei sich: „Gottseidank gibt es etwa Honig für mich“.  Dann bemerkte er, dass zwei Mäuse, eine schwarze und eine weiße, an den Wänden des Brunnens entlang krochen und begannen, den Zweig, an dem er sich festhielt, anzunagen. Als er in den Brunnen hinunterschaute, sah er unten einen großen Drachen und wusste, dass der Drache ihn sofort auffressen würde, wenn er hinunterfiele. Als der Mann sich in dieser Lage sah, sagte er zu sich selbst: „Herr, ich bin in eine sehr schwierige Lage geraten!“ Der Stier war oben, der Drache unten, und die Mäuse nagten an dem Zweig, an dem er sich festhielt. Ich sage: Dieses Problem ist immer noch ungelöst. Euch verfolgt das Schicksal, und ihr habt einen Zweig ergriffen, an dem die Mäuse nagen, unten wartet der Drache auf euch und oben der Stier. So werdet ihr in das Maul des Drachen fallen. Ob ihr nun Sünder oder Gerechte seid, ihr werdet in sein Maul fallen.

Nun versuchen manche, uns davon zu überzeugen, dass der Drache diejenigen, die sündig sind, verschlingen und ausspucken wird. Aber das Fleisch der Gerechten ist so hart wie Knochen, dass dem Drachen die Zähne brechen und er sie ausspucken wird, weil er sie nicht fressen kann.

Ich werde euch einen weiteren Mythos erzählen, damit ihr seht, wie der Gerechte gerettet wird. Als Gott die Welt erschuf, schuf er viele Tiere, bis er schließlich zum Menschen kam. Er hat den Wolf zuerst erschaffen. Der Wolf war ein junger Mann, ein Held, schlank, muskulös und sehr gut aussehend, mit einem ausgezeichneten Verstand. Gott hat ihn so geschaffen, damit er arbeiten konnte. Gleichzeitig schuf er das Schaf als ein ausgezeichnetes, schönes Mädchen, das weben und verschiedene Stoffe herstellen sollte, mit denen sich die Menschen kleiden konnten. Als der Wolf vorbeikam, gefiel ihm das Schaf und er sagte: „Ich habe eine sehr gute Gefährtin gesehen, ich möchte sie heiraten.“ Gott sagte ihm: „Sehr gut, aber beschütze deine Gefährtin!“ „Ich werde sie wie einen Augapfel im Auge behüten.“ Aber er sagte nicht die Wahrheit, denn in seiner Seele war ein versteckter Gedanke. Und schon in der ersten Nacht ihrer liebevollen Begegnung fraß er das Schaf, wie man eine Henne frisst. Dann ging er zum Herrn und sagte ihm: „Meine Geliebte ist weggegangen, sie hat sich irgendwo versteckt, sie hat mich verlassen.“ Gott verriet ihm nicht, dass er wusste, wo seine Gefährtin ist.

Doch das Schaf hat es in ihm überlebt, und er wusste sich nicht zu helfen.  Er wälzte sich hin und her und wühlte vor Schmerzen in der Erde, bis das Schaf schließlich unversehrt wieder aus seinem Maul herauskam. Er sah, dass er es nicht fressen konnte. Dann wandte er sich wieder an den Herrn und sagte: „Herr, es war in mir versteckt, und hat mich fast umgebracht, bis es herauskam. Gott sagte ihm: „Dann halte dein Maul geschlossen.“

Und der Wolf redet immer noch darüber, was der Herr ihm nicht gesagt hatte. Tatsächlich sagte der Herr nicht zu ihm: „Du hast das Schaf gefressen“, sondern er sagte ihm die Wahrheit: „Behalte es, es wird zurückkommen, und halte deinen Mund geschlossen.“ Der Wolf kann das Schaf nicht fressen, es kommt aus seinem Mund heraus.

Ich sage, dass es eine Vorsehung in der Welt gibt. An diese göttliche Vorsehung glauben die einen und die anderen nicht. Vielen erscheint das Leben als etwas Zufälliges, als ob es eine gewisse Willkür gäbe. Auf den ersten Blick gibt es eine gewisse Willkür, aber für den Weisen ist es nicht so. Er wird sehen, dass es eine gewisse Ordnung in der Welt gibt. So ist es für jeden, der es versteht – er sieht überall eine Ordnung. Auch in der Natur gibt es eine Ordnung, es existiert ein Reich, das weder mit einer Monarchie, noch mit einer Theokratie, noch mit einer Demokratie, noch mit einer Republik vergleichbar ist. Einige bedeutende Okkultisten nennen es „Synarchie“, und im Evangelium wird es „Reich Gottes“ genannt. Mit dem Wort „Synarchie“ meinen wir die vernünftigsten Menschen der Welt, die mit dem Geheimnis des Lebens in Berührung gekommen sind, die eine Reihe von Prüfungen durchlaufen haben, ihre Entwicklung abgeschlossen haben und wirklich „Menschen“ genannt werden können, und nicht diejenigen, die nichts wissen.

Deshalb sage ich: Manchmal stellt sich die Frage, welche Art von Regierung der Mensch haben sollte. Die monarchische Regierung im Menschen wird durch den Kopf repräsentiert, die theokratische durch die Lunge und das Atmungssystem und die demokratische durch den Magen. Die Monarchie hat ihren Ursprung beim Vater, die Theokratie bei der Mutter und die Demokratie bei den Söhnen und Töchtern. Oder: Die Väter schufen die Monarchie, die Mütter – die Theokratie, und die Söhne und Töchter – die Demokratie. Und manchmal werde ich gefragt, welche Regierung ideal ist. Ich sage: Wenn ihr Monarchie, Theokratie und Demokratie in einem vereinigt, werdet ihr ungefähr eine Regierung haben, die derjenigen in der Natur ähnlich ist: die göttliche Regierung, die „Synarchie“ genannt wird. Dabei darf zum Beispiel nicht die monarchische Regierung kommen und die theokratische vertreiben oder umgekehrt. Alle Regierungen müssen gleichzeitig funktionieren, und so ist es auch in der Natur. Aber im sozialen Leben ist es nicht so, im individuellen Leben der Menschen ist es nicht so. Das Äußere steht für den äußeren Menschen. Was außerhalb der Menschen geschieht, lässt vorübergehend den Verstand sich entfernen. Oft täuschen wir uns selbst, indem wir denken, dass es uns helfen würde, wenn die Welt in Ordnung gebracht wird. Dies ist eine Täuschung. Wenn gesagt wird, dass die Welt in Ordnung gebracht werden soll, bedeutet das, dass die Beziehung zwischen den Menschen und Gott sowie zwischen ihnen untereinander noch nicht in Ordnung ist. Das heißt aber nicht, dass die Natur auch nicht in Ordnung ist. Wenn ein Vater seinem Sohn eine große Erbschaft hinterlassen hat und der Sohn sich der Trunksucht hingibt und alles ausgibt, heißt es dann, dass der Vater seinem Sohn das Erbe genau zu diesem Zweck hinterlassen hat? Nicht im Geringsten. Und als Gott die Welt erschuf, hat Er sie zu dem Zweck erschaffen, dass die Menschen eine Reihe von Verbrechen begehen, wie wir es gerade erleben? Wenn Menschen Verbrechen begehen, dann sind sie außerhalb der natürlichen Ordnung der Dinge. Und wann immer der Mensch aus dieser Ordnung der synarchischen, der göttlichen Regierung ausschert, beginnen allmählich alle Nöte und Leiden ihn zu befallen. In der göttlichen Regierung gibt es nur Freude und Frieden, und außerhalb der göttlichen Regierung in der Welt gibt es nur Leid und Qualen. Denn alle Menschen auf der Erde haben immer irgendeine Illusion: Sie wollen Könige werden, Herrscher der Welt werden, reich werden usw.

König zu werden ist in der Ordnung der Dinge; reich zu werden ist wiederum in der Ordnung der Dinge. Denn jeder Mensch, der von Gott geschaffen ist, hat bereits eine königliche Abstammung, und Gott ist der König der Könige. Und deshalb sagen wir, dass jeder Mensch, der von Gott geschaffen wurde, kein einfacher Mensch sein kann. Ein einfacher Mensch ist nur einer, der nicht von Gott geschaffen wurde. Wer von Gott geschaffen und geboren ist, hat alle Privilegien, alle Rechte. Das ist die Art und Weise, wie die Dinge verstanden werden sollten. David sagt: „In Sünde hat mich meine Mutter empfangen“. Wenn deine Mutter dich in Sünde empfangen hat, so hat dich nicht Gott geschaffen, sondern ein Mensch – deine Mutter, dein Vater. Deshalb wird dein Schicksal das gleiche sein wie das deiner Mutter und deines Vaters. Was ist das Schicksal des kleinen Wolfes? Es erwartet ihn der Tod, nichts weiter. Wozu ist der Wolf in der Welt gut? Das Schaf hat ein Leben vor sich, denn die Menschen interessieren sich für es – für seine Milch, für seine Wolle – es hat dem Menschen etwas zu bieten. Und wir sehen, dass Schafe sich vermehren, weil sie etwas zu den Menschen beitragen, während die Wölfe nach und nach verschwinden, weil sie nichts zu den Menschen beitragen. Und ich glaube, dass man letztes Jahr den letzten Wolf in England erlegt hat. Kulturell hat England viel erreicht, denn es ist ihm gelungen, die Wölfe aus seinem Land auszurotten. Es hat die physischen Wölfe ausgerottet, nun bleibt es ihm, die astralen oder geistigen Wölfe, die Wölfe der Täuschungen auszurotten.

Der neue Mensch ist also das Ideal, das ihr anziehen solltet. Oder, mit anderen Worten, sind das die Elemente, die man in sich aufnehmen muss, um die Form des Menschen darzustellen. Das ist es, was ich mit dem Wort „Mensch“ meine: Ein Mensch ist nur derjenige, der sich selbständig von all seinen Leiden befreien und die Umgebung, in der er lebt, in ein Paradies verwandeln kann. Ein Mensch ist nur derjenige, der alle Tiere, die um ihn herum leben, zähmen kann, ihnen eine bestimmte Arbeit zuteit und sie dazu bringt, seinen Weg zu gehen. Ein Mensch ist nur derjenige, der alle Flöhe und Läuse zähmen kann, so dass sie nicht in seinem Kopf leben und ihn quälen, sondern sie zur Arbeit zwingt, sie seinen Weinberg hacken und sein Feld mähen lässt. 

Jetzt ist das Gegenteil der Fall: Der Mensch hat sich selbst für die Arbeit eingespannt, er hackt und mäht und lässt die „Läuse“ und „Flöhe“ in seinem Inneren frei herumlaufen. Und während des Krieges gab es keinen einzigen Offizier und keinen einzigen Oberst, der nicht einige dieser Zechbrüder am Kopf oder am Körper trug. 

Ich sage hier nur am Rande, was die Aufgabe des Menschen ist. Er muss das große, vernünftige Gesetz studieren, das heute im Leben wirkt und wissen, welche Nahrung er zu sich nehmen muss; er muss auch wissen, wie er die Bedingungen, unter denen er lebt, verbessern kann, wie er sich wiedergeben kann. 

So wie wir jetzt beschaffen sind, sind wir schwach, zerbrechlich, und mit solchen Leibern wie den unseren hängt unser Leben in vielerlei Hinsicht an einem Faden. Man sieht einen scheinbar gesunden Menschen, aber am nächsten Tag erfährt man, dass er an einem Herzinfarkt oder an Erstickung oder an einem Sturz gestorben oder ertrunken ist usw. Wir sehen, wie die kleinsten Ursachen den Menschen behindern. Also ist der Körper, in dem wir leben, nicht sehr sicher. Jemand hat unnatürliche Nahrung zu sich genommen, woraufhin sein Magen verdorben wurde und er gestorben ist. Selbst die stärksten und gelehrtesten Menschen fürchten oft um ihr Leben, wenn sie unnatürliche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Der neue, vernünftige Mensch muss seine Nahrung aussuchen, alle Pflanzen, alle Tiere an ihren Platz stellen, und wenn ihr eine Analogie herstellt, muss der Mensch auch seine Gedanken und Wünsche an ihren Platz stellen. Das Böse in der Welt liegt darin, dass wir es abschaffen wollen. Dies ist ein Nichtverstehen jener großen Idee, die der Welt zugrunde liegt. Wissen die Menschen, was das Böse ist? Wissen die Menschen, was das Gute ist? Manche sagen, dass das Böse abgeschafft werden sollte. Das Böse kann man auf keinerlei Art und Weise beseitigen, aber es kann an seinen Platz gesetzt werden. Die bösen Menschen kann man nicht beseitigen, aber man muss sie in ihre Schranken weisen. Ihr geht eine Straße in Sofia entlang und stoßt mit dem Fuß an einen Stein, der sich aus dem Pflaster gelöst hat. Ihr fragt: „Wer hat diesen Stein hierher gelegt?“ Ein zweiter, ein dritter, ein vierter kommt vorbei, und sie alle treten und stoßen den Stein herum und sagen: „Das ist eine große Unverschämtheit! Wer hat diesen Stein mitten auf der Straße liegen lassen, damit die Leute über ihn stolpern?“ 

Ein vernünftiger Mensch kommt vorbei, legt den Stein an seinen Platz ins Pflaster und niemand stößt mehr dagegen. An diesem Stein ist nichts Böses, aber weil er aus seinen natürlichen Verhältnissen herausgefallen ist, ist er böse – alle Menschen stoßen sich an ihm. Genauso ist jeder schlechte Mensch nichts anderes als ein Stein, der nicht an seinem Platz ist. Legt diesen Stein an seinen Platz und er wird nicht mehr böse sein. Ihr könnt diesen Stein mit einem Hammer zerschlagen, aber wenn ihr das Gesetz nicht versteht, werdet ihr nichts erreichen. Legt diesen Stein an seinen Platz! Oder anders ausgedrückt: Spannt diese Energie zum Arbeiten ein! Der böse Mensch ist produktiv, er will, dass ihr ihn zum Arbeiten schickt. Wenn man ihm keine Arbeit gibt, dann handelt er so, wie er es versteht.

Vor ein paar Jahren gab es in Sofia zwei gute Beispiele: einen Gymnasiasten und einen Studenten. Der erste schloss die Schule mit sehr guten Noten ab und bat um einen Stelle, die man ihm aber nicht gewährte. Als er sah, dass er die Arbeit nicht bekam, bat er einen Freund um ein Darlehen von hundert Lewa und kaufte damit eine Schleifmaschine, um die Messer der Leute zu schärfen. So zog er durch die Straßen von Sofia und wetzte Messer. Als einige Leute, die ihn kannten, ihn sahen, blieben sie sofort stehen und fragten, wie es möglich sei, dass dieser fähige junge Mann sich in diese Lage bringen konnte, Messer zu schärfen? Ich sage: Wenn er eine solche Arbeit nicht annimmt, dann muss er etwas anderes machen, was weder für ihn selbst noch für die Menschen um ihn herum wünschenswert ist. Der Student hingegen hatte noch ein paar Semester an der Universität zu absolvieren, aber er hatte kein Geld, so dass er gezwungen war, Schuhputzer zu werden, um etwas Geld zu verdienen, damit er sein Studium beenden konnte. Als seine Bekannten ihn in dieser Situation sahen, hatten sie Mitleid mit ihm und sammelten eine Summe, um ihm zu helfen, die Universität zu beenden. Ich sage: Einige werden Schuhputzer werden, andere werden den Schleifstein auf den Rücken nehmen und die Messer der Menschen schärfen, aber es gibt auch einige, die weder Schuhputzer noch Messerschleifer werden; sie werden Gewehre auf ihre Schultern nehmen und in den Wald gehen, und wen immer sie treffen, werden sie rufen: „Hände hoch!“

Bei der jetzigen Gesellschaftsordnung sagen wir, dass wir kultiviert sind, dass wir Wissenschaften, Wissen und Gesetze haben. Wenn aber die heutigen Menschen wissen wollen, wie kultiviert sie wirklich sind, dann sollen sie folgendes Experiment machen: Sie sollen alle Gesetze für eine Woche außer Kraft setzen, alle Ämter für eine Woche schließen, alle Polizisten von ihren Plätzen abberufen, und sie sollen beobachten, wie sich die Menschen in dieser Situation zeigen werden, wenn sie wissen, dass sie frei von allen Gesetzen und von jeder Autorität sind.

Nun werden diejenigen, die an der Macht sind, sagen: „Es werden die größten Verbrechen geschehen“ – vielleicht, so vermuten sie. Diejenigen, die nicht an der Macht sind, werden sagen: „Nein, es wird keine Verbrechen geben“ – vielleicht, nehmen sie an. Beides sind jedoch Aussagen, die überprüft werden müssen. Wenn nicht für eine Woche, dann soll dieser Versuch wenigstens für einen Tag unternommen werden – dass keine Macht funktioniert; um zu sehen, wer wie handeln wird, sobald er seinem Gewissen und seinem Verstand überlassen ist. Diese Erfahrung ist interessant, um zu sehen, wie weit die Menschen in ihrem Verständnis gekommen sind, und man kann daraus eine gute Lehre ziehen. 

Ihr werdet sagen: „Das hätte uns noch gefehlt, die Menschen einen Tag ohne Gesetze und ohne Macht leben zu lassen, während wir so wichtige wirtschaftliche Fragen zu regeln haben. 

Die Fragen der Wirtschaft sind sehr einfach zu lösen. Es muss dieses Gesetz in die Tat umgesetzt werden: Das Vermögen eines Menschen sollte so groß sein, wie er auf dem Rücken tragen kann. Was er auf seinem Rücken tragen kann, das ist sein Reichtum. Wie viel kann man auf seinem Rücken tragen? Wird man in der Lage sein, hundert Kilo Gold zu tragen? Wenn man einem Menschen hundert Kilo Gold gibt, damit er es hundert Kilometer weit tragen soll, glaube ich, dass er schon beim fünften Kilometer, wenn er jemanden trifft, zu ihm sagen wird: „Ich habe zu viel zu tragen, möchtest du zehn Kilo davon haben?“ Er wird ihm zehn Kilo abgeben, und ihm bleiben 90. Fünf Kilometer weiter wird er jemand anderen treffen, dem er ebenfalls zehn Kilo Gold abgeben wird. Er wird dies alle fünf Kilometer tun, und wenn er den hundertsten Kilometer erreicht hat, wird er nur noch zehn Kilo Gold bei sich tragen, das sein wahrer Reichtum ist. Und dann wird er sagen: „Vielen Dank auch für diese Menge, der Rest war für mich überflüssig“

So verhält es sich mit dem Geld, das nicht essbar ist, aber so ist es auch mit dem, was gegessen werden kann. Das ist nicht meine Behauptung, sondern es ist ein großes Gesetz, das im Leben gilt. Für uns liegt der einzige Reichtum darin, was man heute essen kann. Das ist der Reichtum, über den man verfügt. Was du heute essen kannst: das Brot, der Käse, die Butter, das Huhn, das Truthahn, das Lamm – ich abstrahiere davon, ob es viel oder wenig ist – aber das, was du heute essen kannst, ist dein Reichtum, den dir niemand wegnehmen kann. Diejenigen, die Fleisch essen, sagen: „Wir haben keine Wahl, wir essen Fleisch, weil es keine andere Nahrung gibt.“ Das ist nicht wahr. Diese Menschen haben die Philosophie des Wolfes, der von einem Ende seines Lebens bis zum anderen Ende seines Lebens lügt bzw. nicht die Wahrheit sagt. Ich frage: Wer hat den Wolf dazu gebracht, Schafe zu fressen? Wer hat die Schafe dazu gebracht, Gras zu fressen? 

Die gelehrten Menschen denken über diese Frage nach und weisen auf die Ursachen hin; sie sagen, dass es solche Bedingungen gab, die die Menschen wie auch die Tiere zwangen, die eine oder andere Nahrung zu bevorzugen. Nun gut, die Umstände zwangen den Wolf einst dazu, zum Fleischfresser zu werden, aber heute leben Schafe und Wölfe zusammen, warum also fressen Wölfe Fleisch und Schafe grasen? Ähnlich verhält es sich bei den Vögeln: Manche Vögel fressen Mücken, und manche Vögel fressen Körner, wie zum Beispiel die Tauben und Turteltauben – sie sind Vegetarier. Ich frage: Welche Bedingungen haben dazu geführt, dass die Taube seit so vielen Jahrtausenden eine reine Vegetarierin geblieben ist? Sie ist nicht nur Vegetarierin, sondern sie ernährt sich auch ausschließlich von Körnern – der reinsten vegetarischen Nahrung.

Wir sehen dabei diesen Menschen, der „nach dem Bilde und Gleichnis Gottes geschaffen“ wurde, der nicht die Kraft und den Charakter einer Taube hat, um sich wenigstens eine angemessene vegetarische Nahrung auszusuchen. Und so sterben wir gegenwärtigen Menschen an der unnatürlichen Nahrung, die wir zu uns nehmen. Ihr werdet einen Menschen sehen, der Hühner, Ferkel, Lämmer und dergleichen isst und denkt, dass er mit dieser Nahrung in das Reich Gottes kommt. Er wird dort nicht mal seinen Fuß aufsetzen können! Jeder kann essen, was er will, aber die Natur hat folgendes Gesetz: Wer zwar abwechslungsreiche, jedoch unnatürliche Nahrung zu sich nimmt, dessen Fuß wird nicht in das Reich Gottes eingehen und er wird sich dem Tod aussetzen. Weil er selbst den Tod verursacht, wird er selbst dem Tod ausgesetzt sein. Wenn du die Hühner schlachtest, werden deine Kinder eines Tages genauso geschlachtet werden. Und an dem Tag, an dem du aufhörst, andere zu quälen, wird die Natur aufhören, dich zu quälen. So lautet das Gesetz. 

Ihr glaubt nicht daran, doch die östlichen Völker schon. Wenn du ein Schaf schlachtest, das rasend gemacht worden ist, dann wird es in einen Menschen eindringen und dich durch ihn quälen und verfolgen. Du kannst einen Wolf töten, aber er wird dich noch mehr verfolgen. Du kannst einen Tiger oder eine Wespe töten, und sie können in einen Menschen eindringen und werden dich durch ihn quälen. Wenn die Menschen die Folgen ihrer Verbrechen und Taten noch nicht erkannt haben, werden sie nicht von ihren Leiden befreit. Die Menschen begehen Verbrechen aus allgemeinen Gründen. Sie töten sowohl Tiere als auch Menschen und sagen, dass dies alles für den Menschen bestimmt ist. Und nach all dem zitieren sie Verse aus der Bibel! Mose erlaubte den Juden viel, aber sie fügten seiner Lehre viele Dinge hinzu, die er nicht gesagt hatte. Und wenn er eines Tages kommt, wird er sich darüber wundern, mit welcher Genialität die Juden seine Lehre so verdrehen konnten. Und wenn Christus heute käme und sähe, wie in den modernen christlichen Kirchen gelehrt wird, würde auch Er sich über die Genialität dieser Menschen wundern, die Seine Worte so verdrehen konnten!

Auf wen trifft dies zu? Es gibt zwei Arten von Menschen auf der Welt: die einen nenne ich „die Menschen der Finsternis“, die anderen „die Menschen des Lichts“. Die Menschen der Finsternis haben das Recht, zu essen, was sie wollen, und die Menschen des Lichts haben nicht das Recht, zu essen, was sie wollen. Es ist ihnen verboten, zu essen, was sie wollen. Die Menschen der Finsternis haben das Recht, so oft zu heiraten, wie sie wollen und so viele Frauen zu haben, wie sie wollen: eine, zwei, drei, vier, fünf, wenn sie wollen, können sie tausend Frauen haben. Die Menschen des Lichts dürfen nicht heiraten. Die Menschen der Finsternis dürfen so viele Kinder haben, wie sie wollen, und die Menschen des Lichts dürfen nur ein Kind haben. Das ist eine Tatsache. Wir sehen, dass auch Gott nur einen Sohn hat. Gott hat keine Töchter. Nirgendwo in der Heiligen Schrift steht, dass er Töchter hat. Es geht um die Adoption. Nach dem Gesetz der Adoption hat Gott Tausende von Söhnen und Töchtern, aber sie sind adoptiert, und nach dem Gesetz der Zeugung hat Er nur einen Sohn: „der Eingeborene Sohn“ wird Er genannt. So wird Er in der Kirche genannt. Manche sagen, Gott hatte noch andere Söhne. Das ist eine andere Frage. 

„Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ Die Wahrheit ist in diesem Sinne die größte Freiheit, in der man leben kann. Man muss seine Ansichten ständig ändern, und nicht nur einmal. Das ist eine ganze Wissenschaft. Das ganze Kapitel, das wir gelesen haben, zeigt den Weg auf, den wir gehen und die Richtung, in die wir uns entwickeln müssen. Wenn dein Haar grau wird, solltest du wissen, warum; wenn dein Gesicht Falten bekommt, solltest du wissen, warum; wenn du alt wirst, solltest du wissen, warum das passiert; wenn deine Beine schwach werden, solltest du wissen, warum. Du solltest die Gründe für all dies kennen und sie beseitigen. Jemand sagt: „ Wir werden sterben.“ Es geht nicht nur darum, dass wir sterben werden, jeder benutzt diese Worte, sondern man muss wissen, warum man sterben wird. Wisst ihr, was Sterben bedeutet? Der Tod impliziert die dummen Zustände im Leben. Der dumme Mensch wird unter unerträgliche Bedingungen in die Hölle gesteckt, um zu leiden und nicht zu wissen, was ein heller Tag ist. Das ist Dunkelheit, Leiden ist das. Aber das Leben besteht nicht aus Leiden. Das göttliche Leben sitzt in der Freude, die sich offenbaren soll. Leid und Freude – das ist nicht das, was ich unter Leben verstehe. Wenn man jemandem Trauer gibt, nimmt man ihm die Freude; wenn man ihm Freude gibt, nimmt man ihm die Trauer. Aber der Mensch ist weder in Freude noch in Trauer.

Leid und Freude sind Elemente außerhalb des Menschen. Derjenige, der sich dieser beiden Zustände von Leid und Freude, die es im Leben gibt, bewusst ist, und wenn er sie bewältigen kann, ist ein Mensch. Einem Menschen kann die Freude genommen werden und er kann Kummer erfahren, aber das ist noch nicht der Mensch. Oder man kann den Kummer wegnehmen und Freude erleben, aber das ist auch noch nicht der Mensch. Das ist nicht das Leben. Der Mensch muss sowohl die Trauer als auch die Freude in sich selbst beherrschen. Wenn die Freude zu ihm kommt, muss er sie annehmen. Und wenn die Trauer kommt, muss er sie auch annehmen. 

Die Freude ist wie eine schöne junge Frau, und wenn sie zu dir kommt, wirst du sie annehmen, ihr Eimer geben und sie zum Wasserholen schicken. Dann wirst du ihr das Mehl geben und sie Brot kneten lassen; dann soll sie es backen, und es wird das köstlichste Brot sein. Wenn die Trauer zu dir kommt, wirst du auch sie annehmen. Sie ist auch eine junge Frau wie die Freude, aber so hässlich, dass du sie kaum ertragen wirst; wenn sie aber zu dir kommt, wirst du ihr sogleich die Hacke geben und sie in deinem Feld oder Weinberg hacken lassen; du wirst sie zum Arbeiten einspannen. Wenn sie von der Arbeit zurückkommt, bringst du sie in ein Zimmer neben dem Zimmer der Freude, und dort werdet ihr euch unterhalten. Die Freude wird die eine Magd des Menschen sein und die Trauer die andere Magd. Sie werden sich durch die Trennwand unterhalten, und der Mensch wird sie von Zeit zu Zeit besuchen. Jeden Morgen geht er zu der einen und zu der anderen und sagt zu der ersten: „Schwester Trauer, nimm die Hacke und geh auf das Feld, um zu hacken. Dann wird er zur Freude sagen: „Schwester Freude, nimm die Eimer und geh Wasser holen, und dann knete das Brot und bereite es zu.“

Die Menschen haben wenigstens von der Welt etwas, womit sie sich selbst täuschen können. Von einem Ende ihres Lebens bis zum anderen schuften sie und sagen sich: „Lasst uns einen Arbeitsplatz finden, lasst uns ein Haus bauen, damit wir wenigstens im Alter ein Dach über dem Kopf haben.“ In Varna investierte ein bulgarischer Anwalt in ein Unternehmen und verdiente 500.000 Lewa. Er sagte sich: „Zumindest habe ich mich schon abgesichert.“ Am nächsten Tag konnte man jedoch eine Todesanzeigelesen, in der stand, dass ein reicher Mann gestorben war und dem Staat 500.000 Lewa hinterlassen hatte. Während des Krieges wollte ein bulgarischer Oberst, der Angst hatte, an die Front in Saloniki zu gehen, um dort an den Kämpfen teilzunehmen, irgendwo im Etappendienst bleiben, um sein Leben zu retten, und es gelang ihm, dort einen Dienst zu übernehmen. Doch eines Tages fiel während einer der Sitzungen eine Granate und trennte ihm ein Bein ab. Wie ihr sehen könnt, hat ihn die Granate auch im Etappendienst erwischt. Viele Offiziere und Oberstleutnants blieben auf dem Schlachtfeld am Leben, während viele  im Etappendienst starben. Ich sage: Der Gerechte kann durch einen Haufen von Granaten hindurchgehen und unverletzt bleiben. Ein Offizier erzählte von einem Fall mit einem seiner Soldaten. Zur Zeit der Kämpfe mit den Serben schickte er diesen Soldaten, um eine Nachricht zu überbringen, aber er musste genau die Linie durchqueren, wo die schrecklichsten und heftigsten Kämpfe stattfanden. Dieser Soldat ging durch ein Feuer von Kugeln, aber er wurde nicht getroffen. Er ging weiter, als ob nichts um ihn herum geschah, und dachte an die Arbeit, die er erledigen sollte. Er wusste, dass man ihn erschießen würde, wenn er seine Arbeit nicht ordnungsgemäß erledigte. Davor hatte er Angst, nicht vor dem Feuer der Kugeln und Granaten, die um ihn herum niederprasselten. Er ging konzentriert vor, um diese Nachricht rechtzeitig zu übermitteln. Er hatte Angst vor seinem Oberst, vor seinen Vorgesetzten, und von den Kugeln wollte er nicht einmal etwas wissen. Ich sage: Wenn wir wie dieser bulgarische Soldat auch so stark darauf konzentriert sind, was Gott uns sagt, brauchen wir keine Angst vor den Serben zu haben – sollen sie doch schießen, so viel sie wollen. Die Menschen sollen sagen, was sie wollen. Wir werden weiter in uns selbst konzentriert gehen und keine serbische Kugel wird uns treffen. So erzählte dieser Offizier: „Als ich sah, wie ruhig dieser Soldat inmitten des Kugelhagels ging, zitterten meine Beine (aber das soll zwischen mir und dir bleiben). Diese Geschosse knallen, aber er geht aufrecht und denkt an seine Arbeit.“ Ich sage: Das ist ein wunderbares Beipisiel. So ist es auch mit jedem Menschen, der eine göttliche Idee in sich trägt. Was auch immer er erleiden muss, er sagt: „Was immer Gott von mir verlangt, ich werde es tun!“

Jemand fragt: „Was ist zu tun?“ Du wirst Gott lieben und wissen, dass alles auf der Welt nur für Ihn geschaffen wurde, mehr nicht. Du wirst diesen Gott aber nicht irgendwo außerhalb von dir platzieren – im Sonnensystem oder irgendwo im Universum, sondern du wirst Ihn in dir selbst platzieren und sagen: „Ich lebe für Gott; die Welt gehört Ihm, für Seine Herrlichkeit lebe ich und wer versucht, Gott zu dienen, wird den Tod nicht sehen.“ Der Mensch, der Gott in diesem Sinne dient, wird alles erreichen, was er sich wünscht. Du wirst nur für Gott leben und dann wirst du ein gelehrter Mensch werden. Wo sind die Gelehrten der Welt? Wo ist Sokrates, wo ist Plato, wo ist Aristoteles, wo ist Kant, wo ist Tolstoi? Ihre Knochen liegen noch irgendwo, aber wo sind sie selbst? Der Mensch ist nicht innerhalb dieser sterblichen Form, er ist im Wort, er ist im Geist, er ist in der Seele. Das, was unsterblich bleibt, ist der Mensch. Es ist Tolstoi, der im Herzen der Menschen lebt. Es ist Kant, der im Verstand der Menschen lebt. Aristoteles, Sokrates leben heute noch. Der Mensch ist nicht etwas Mechanisches. Nein. Die Worte, die ich zu euch spreche, sind mein Fleisch und Blut. Das Leben liegt im Wort.

Ich sage also: Der gute Mensch ist das, in dem er leben kann.

Ihr seid verängstigt und sucht nach dem Leben außerhalb von euch. Ihr wollt euch absichern, aber niemand hat sich jemals durch äußere Bedingungen abgesichert. Dies sind die Bedingungen für ein vergängliches Leben. Der Mensch muss zuerst die Elemente in sich tragen, die ihm Unsterblichkeit verleihen. Jeder muss mit dem Gesetz der Liebe arbeiten. Dieses Gesetz ist das mächtige Gesetz der Unsterblichkeit. Dieses Gesetz wird uns von allen Übeln befreien, die es in der Welt gibt. Der Mensch der Liebe wird leben, auch wenn er stirbt; der Mensch der Liebe wird wieder reich werden, auch wenn er verarmt ist; der Mensch der Liebe wird gesund werden, auch wenn er erkrankt. Für den Menschen der Liebe, in dem Gott lebt, wird sich alles in der Welt zu seinem Besten wenden. 

Und deshalb ist diese große Idee in uns – Meister unserer Situation zu sein – mit der Idee verbunden, dass jeder für Gott lebt. Es geht nicht darum, nur damit zu werben, dass man einen Herrn hat. Sobald man verkündet, dass man einen Herrn hat, hat man bereits mechanische Vorstellungen. Man muss für Gott und für die ganze Menschheit leben. Gott lebt gleichzeitig in allen Menschen. Es gibt einen berühmten Gedanken: Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes. Das ist die Idee, von der ich euch sage, dass wir alle Menschen lieben sollten. Wenn wir alles in Gott lieben, dann wird es für uns angenehm sein; wir schauen zu den Sterne auf – es ist angenehm für uns. Manchmal sage ich, dass ich mit den Sternen spreche, und ihr haltet das für einen Irrtum. Für jemanden, der es nicht versteht, ist es ein Irrtum. Für jemanden, der kein Verständnis hat, ist es ein Irrtum, aber für denjenigen, der es versteht, ist es das nicht. Gott lebt überall: in den Sternen, in den Pflanzen, in den Tieren. In den Pflanzen offenbart sich Gott auf besondere Weise, in jedem Menschen offenbart sich Gott auf besondere Weise. Aber Gott offenbart sich zu bestimmten Zeiten, nicht immer. Es ist wichtig, dass jeder die Vorstellung von Gott in sich hat. Wenn dieser Gedanke in den Menschen eindringt, zeichnet er sich durch seine besonderen Eigenschaften aus: Wenn du in Not und verzweifelt bist, aber nur der Gedanke an Gott dir in den Sinn kommt und du sein Antlitz siehst, verschwindet in einem Augenblick nur die Armut, die Verzweiflung, die Krankheit. Selbst wenn man auf dem Sterbebett liegt, genügt es, nur an einem Tag an Gott zu denken und sein Bild zu sehen, um sofort wieder aufzuerstehen. Die Manifestation Gottes wird dadurch gekennzeichnet sein, dass alle Übel augenblicklich beseitigt werden, aber auch das gesamte Universum augenblicklich erschaffen werden kann. Wenn das nicht möglich ist, hast du keine Vorstellung von Gott. Wenn ihr die Idee von Gott in euch tragt, könnt ihr Wissenschaftler werden, ihr könnt reich werden, ihr könnt Heilige werden, ihr könnt Genies werden – ihr könnt alles werden. Sobald Gott sich von dir entfernt, wirst du zum hässlichsten und schwächsten Wesen, und du kannst alle Verbrechen begehen. Und alle Verbrechen in der Welt geschehen aus dem einzigen Grund, dass Gott an diesem Ort abwesend ist. Und alle guten Dinge geschehen nur deshalb, weil Gott dort gegenwärtig ist. Wo Gott gegenwärtig ist, da ist Gesundheit, da ist Kraft, da sind Talente, Begabungen, Fähigkeiten, Reichtum, Glück. Wo Gott abwesend ist, verändert sich das Leben.

Und jetzt zwingt man uns, Gott zu suchen, um zu Ihm zu beten, Ihn außerhalb von uns selbst zu suchen, als wäre Er ein Mensch. Gott ist kein Mensch. Er ist nicht wie wir. Und wenn Er ein Mensch ist, dann ist Er der ideenreichste Mensch, von dem wir nicht einmal eine Vorstellung haben. Er ist unsterblich und umfasst alles in sich selbst. Von Gott wird gesagt, dass Er geduldig, gütig und barmherzig ist, dass Er die Leiden aller Geschöpfe hört und an alle Geschöpfe der Welt denkt. Es gibt kein Geschöpf in der Welt, wie klein es auch sein mag, wie klein sein Leben auch sein mag, das Gott nicht durchdringt und dem Er nicht hilft. Wie willst du diesen großen Geist, dieses große Herz und diese große Seele, die allen Wesen hilft, begreifen? 

Aber gleichzeitig wird Er, wenn Er sieht, dass du ein Verbrechen begehst, dass du jemanden missbrauchst, sofort jemanden schicken, der stärker ist als du, um das Gleiche mit dir zu tun. Dann wird er einen Polizisten schicken, um den anderen zu fangen, und so weiter. Er wird dich in die gleiche Lage versetzen, damit du siehst, was du anderen antust und eine Lektion lernst. Damit will Gott dir sagen, dass du ein Leben führst, das nicht mit Ihm übereinstimmt. Du tötest und Gott erweckt auf. Wenn du jemanden folterst, hilft Gott ihm. Dann tu Gutes! Was ist im Leben besser: jemanden zu fesseln oder ihn loszubinden? Ihm sein Brot zu nehmen oder es ihm zu geben? Ihm seine Gesundheit zu nehmen oder sie ihm zu geben? Ihm das Wasser wegnehmen oder es ihm zu geben? Was ist besser? In der Welt zu geben ist besser als alles andere. Dann sollten wir in allen Bereichen des Lebens das Gleiche tun. So sollte es auch in der Liebe sein.

Du sagst über jemanden: „Ich liebe ihn sehr“. Wenn du ihn liebst, willst du dann deine Liebe verkaufen? „Weißt du, wie ich dich liebe.“ – Wie viel soll ich dir für deine Liebe zahlen? Woher willst du wissen, dass ich dich nicht auch liebe? Du hast mir ein Paar Schuhe gemacht, von denen ich so viele Schwielen hatte! Du hast mir ein paar Kleider genäht, aber sie sind so eng, dass ich keinen guten Tag mehr erlebt habe, seit ich sie angezogen habe. Mache mir so gute Kleider, dass ich, wenn ich sie anziehe, einen hellen Tag damit sehen kann. Mach mir solche Schuhe, dass ich dir danken kann, wenn ich sie anziehe. Ich frage: Was willst du noch? – Dass ich einen Bruder habe, der glaubt, dass die Welt nur für mich geschaffen wurde. Und dass du einen Bruder hast, der glaubt, die Welt sei nur für ihn gemacht. Und dass du einen Vater hat, von dem du glaubst, dass die Welt nur für ihn gemacht wurde. Dass du eine Mutter hast, von der du glaubst, dass die Welt nur für diese Mutter geschaffen wurde. Das ist es, was ich eine ideale Welt nenne. Und nicht zu denken, dass die Welt nur für dich gemacht wurde. Das geht dich nichts an. Lass deine Mutter, deinen Vater, deine Schwester, deinen Bruder glauben, dass die Welt nur für dich geschaffen wurde. Lass sie das denken und lass dich selbst in Ruhe, denke nichts.

Ich sage: Das ist die neue Lehre. Wenn die Menschen nicht so denken, kann die Welt nicht in Ordnung gebracht werden. So ist es auch in der Natur. Und der Apostel Paulus sagt: „Ich bin jetzt näher am Heil, am göttlichen Tag“, und wenn wir das auch so verstehen, kann sich unser Leben verändern. Ich bin für diese radikale Veränderung, die in euch stattfinden kann. Bei vielen von euch hat dieser radikale Wandel noch nicht stattgefunden. Einige von euch sind wie Seidenraupen, aber einige von euch stehen schon vor der Tür. Dies ist der Weg des Heils. Dies ist der Weg der Selbstvervollkommnung. Ihr könnt an Gott glauben, ihr könnt an eine Kirche glauben, mein Kompliment dafür, aber all das kann euch nicht erlösen. Nur der Moment, in dem ihr Gott wahrnehmt, kann euch erlösen. 

Sagt: „Alles wurde von Gott geschaffen und ich kann für Ihn leben.“

Um erlöst zu werden, reicht es nicht aus, Mitglied einer Kirche zu sein oder ein Genie oder ein Heiliger zu sein. Wenn ihr als Heilige wirkt, werdet ihr die Anerkennung der Menschen haben und sie werden ganze Traktate über euch schreiben, aber das wird euch nicht im Geringsten zu einem Bürger des Reiches Gottes machen. Aber an dem Tag, an dem ihr euch entscheidet, Gott zu dienen, dann wird Gott zu euch in eurer Seele Folgendes sagen: „Alles, was du siehst, ist für dich.“ Du wirst in deiner Seele sagen: „Herr, alles ist für dich.“ Aber Er wird zu dir in deiner Seele sprechen: „Die Sonne und die Sterne und der Mond – alles, was du siehst, habe ich für dich geschaffen.“

Wenn Gott zu dir spricht, wirst du den neuen Menschen anziehen. Dann wirst du geboren, und zusammen mit Gott wirst du alle Welten besuchen und sie studieren. Dann wirst du das ganze Leben und die Haltung aller Menschen dir gegenüber verstehen. Und wenn du reich wirst, wirst du das ganze Universum besitzen, du wirst so reich sein, dass du, wenn du als Bürger nach Bulgarien kommst, in 24 Stunden alle deine Bedürfnisse befriedigen kannst. Jeder wird sich dafür interessieren, woher du dieses Einkommen hast. Sagt mir jetzt, wer den bulgarischen Haushalt abrechnet? Dankt Gott, der die Bulgaren liebt und ihnen diesen Haushalt zubilligt. Was manche sagen, dass die Minister den Haushalt arrangieren, sie arrangieren ihn nur mit Zahlen, aber die Substanz dieses Haushalts wird anderswo arrangiert. Bulgarien hat einen Haushalt von sieben Milliarden, aber wenn es keinen Weizen gibt, wenn es keinen Mais gibt und wenn die Menschen nicht arbeiten, wer wird ihnen dann diesen Haushalt geben, wer wird es ihnen zuweisen? Was würden die Bulgaren dann tun? Woher soll dieses Budget kommen? Es gibt Einen, der die Bulgaren liebt und sagt: „Lasst uns ihnen dieses Jahr eine Zuteilung geben, damit sie überleben können.“ Ihr sagt: „Wir haben den bulgarischen Haushalt ausgeglichen“. Nicht nur die Bulgaren, sondern alle stecken in der Klemme. Ich frage: Wie soll den Menschen gepredigt werden?

Ihr sagt: „Nenne uns einen Weg der Erlösung!“ Ich sage: Liebt Gott mit eurer ganzen Seele, mit eurem ganzen Herzen, mit eurem ganzen Verstand und mit all eurer Kraft! Dann liebt euren Nächsten wie euch selbst. Und schließlich, liebt die Bäume, die Sonne, die Sterne, den Mond, das Wasser, den Wind, die Quellen, die Luft – liebt alles auf der Welt! Ihr fragt: „Wie kann das sein?“ Ich beschäftige mich nicht mit der Frage „Wie“. Es gibt andere Leute, die gelehrter sind als ich, die sich mit dieser Terminologie besser auskennen. Ich beschäftige mich mit positiven Dingen, die ich tun kann. Was ich nicht kann, damit beschäftige ich mich nicht. Ich rede eine große Wahrheit zu euch, von der ich weiß, dass sie so ist. Es gibt eine große Wahrheit, in der erhabene Menschen gelebt haben und leben, die der Welt heute Freude bringen. Diese erhabenen Menschen gibt es auf der ganzen Welt. Sie sind es, die diesen Weg erreicht haben und die ganz nach diesem Gesetz leben – Liebe zu Gott, der unser Vater ist, Liebe zu unseren Mitmenschen, die unsere Brüder und Schwestern sind, und Liebe zu allem, was Atem hat.

Das ist der Gedanke, den Paulus im Sinn hatte, als er sagte: „Lasst uns den neuen Menschen anziehen“, damit wir zur Vollkommenheit gelangen und erben können, was Gott für uns geschaffen hat.

Das Lied „Gelobt sei der Herr, unser Gott“

Geheimes Gebet.

11:15 Uhr

Die vier Räte

Versammlungsvorträge, Vorträge vor den Leitern, Veliko Tarnovo, 21. August 1921, Sonntag, 9:00 Uhr

(Eine Gegenüberstellung der Idee der vier Räte und der sozialen Dreigliederung Rudolf Steiner ist hier zu finden.)

Ich werde euch das 21. Kapitel aus der Offenbarung des Johannes vorlesen.

Das 21. Kapitel hat mit dem 21. Jahr zu tun. Israel – alle Söhne der Menschheit. Die zwölf Tore sind für alle Rassen gedacht. Die drei Tore im Osten sind für die gelbe Rasse gedacht, die drei Tore im Norden für die weiße Rasse, die drei Tore im Süden für die rote Rasse und die drei Tore im Westen für die schwarze Rasse.

Wie ihr sehen könnt, waren die Muscheln, aus denen diese Perlen entstanden sind, sehr groß. Weil Gott jetzt einen neuen Himmel schafft, wird euer alter Himmel zerstört werden – weil dieser Himmel weggeht, wird euer Himmel auch eure alten Asichten, Überzeugungen, euren Glauben auflösen; all das wird verschwinden und keine Spur davon bleiben. Wisst ihr, in welcher Situation ihr euch befinden werdet? Ihr werdet wie jener Mann sein, der eine schöne Frau heiratete, die er nur umarmte und küsste; als sie starb, küsste er sie weiter, aber sie war schon weg, sie war von ihm gegangen! Das ist nicht die Liebe, das ist nicht das Leben – die Realität zu verlieren und in Träumen und Illusionen zu leben. Das Leben ist das größte Leiden – es gibt kein größeres Leiden. Ihr seid wie jene Reisenden, die durch eine Wüste reisen und eine Quelle vor sich sehen; sie laufen einen Tag, zwei Tage lang, sie kommen der Quelle immer näher, aber die Quelle gibt es nicht. Das sind ferne Trugbilder, die sich nur in eurem Leben widerspiegeln! Auch wir haben oft solche Trugbilder – lasst euch davon nicht täuschen, es ist eine ferne Realität, die nichts mit euch zu tun hat. Eine kleine Quelle ist einer großen Quelle vorzuziehen, zu der man 400-500 Kilometer weit fahren muss.

Da Gott das Neue in uns aufbaut, sagt Er uns, dass wir uns vor diesen Illusionen, die uns täuschen, hüten sollen. Ich werde nicht auf die Illusionen eingehen – ihr habt genug Erfahrung damit.

Da ich dieses Jahr als ein „Jubiläumsjahr“ bezeichne, müsst ihr eure Rechnungen begleichen – alle Forderungen, die ihr noch offen habt. Wem ihr etwas zurückzugeben habt, dem gebt es zurück und sagt: „Bruder, ich habe dir etwas zu geben, nimm es zurück.“ Was euch gehört, werdet ihr zurückverlangen, indem ihr sagt: „Bruder, gib mir, was du mir genommen hast!“ Jeder soll das Seine bekommen! Was euch gehört, werdet ihr zurückholen, auch wenn ihr über neun Flüsse gehen solltet. Es geht nicht darum, euren Bruder an die Gurgel zu packen und ihm zu sagen „Bruder, gib mir zurück, was du mir genommen hast“. Dann sag: „Jetzt kannst du mich auch packen!“ Ich meine „Liebe“, wenn ich „an die Gurgel packen“ sage. Das ist die Art und Weise, wie die Kinder vorgehen. Nicht jemanden packen und ihn durchschütteln – nach dem Gesetz der Liebe werdet ihr ihn ergreifen und ihm sagen: „Bruder, gib mir meins, und ich gebe dir deins, und wir werden das neue Leben beginnen, das kommen wird.“ 

Jeder von euch persönlich muss in diesem Jahr seine Rechnungen begleichen, wenn er in Zukunft lernen, ein Schüler sein und die Lehre Christi verstehen will. Er muss seine Schulden begleichen. Jemand wird sagen: „Es gibt noch Zeit“. Es gibt keine Zeit! Wenn dieses Jahr vorbei ist, verliert ihr alles. Es gibt keine Zeit!

Und dieses Jerusalem, das bereits herabsteigt, das sind die neuen Leiber, mit denen die Menschen bekleidet sein werden. Symbolisch gesprochen, werdet ihr jeden Tag diese alten Kleider, diese Lumpen, ausziehen. Ihr müsst euch bemühen, so schnell wie möglich die alten Kleider abzulegen und die neuen anzuziehen, und dann wird eure Seele im Neuen Jerusalem sein. Solange wir nicht bekleidet sind, solange wir im Gefängnis sind, werden die Wärter zu uns kommen und uns schlagen. Kann es Glückseligkeit im Gefängnis geben ? – Es gibt keine Liebe in den Gefängnissen. Man wird in das Gefängnis kommen, um eine Prüfung vorzunehmen und euch gelegentlich für 5-10-15 Minuten, für eine halbe Stunde, freilassen. Und dann werdet ihr wieder ins Gefängnis zurückgeschickt. Dort wird alles abgemessen. Das ist das moderne Leben – eingesperrt zu sein. Wir sind alle Gefangene: der Priester, der Richter, der Lehrer, die Mutter, der Vater – alle sind gefangen. Wer in der Küche kocht, ist den ganzen Tag eingesperrt. Der Lehrer ist auch im Gefängnis, die Schüler sind auch im Gefängnis. Der Lehrer ist ein großer Gefangener und die Schüler sind kleine Gefangene. Der Lehrer bringt ihnen die neue Kultur bei. Ihr werdet an Gott glauben – was soll man an das Gefängnis glauben! Der Pope predigt, aber was ist in dieser Predigt enthalten? Alle warten auf Geld – es gibt keinen Glauben in der Kirche, sie gibt Segen, aber sie will Geld. Das ist eine falsche Lehre, es geht nur um Geld! Das sind Lügen!

Ich sage: Wir werden diese Gefängnisse verlassen. Und ihr sagt: „Wenn wir in die Schule gehen, werden wir gelehrt, und wenn wir in die Kirche gehen, werden wir fromm.“ Nein, du kommst mit einem Teufel in die Schule und verlässt sie mit zehn Teufeln wieder. So ist das nun einmal. Wenn ein Kind in die Schule geht, ist es sanftmütig und behutsam, und wenn es aus der Schule zurückkommt, hat es freche Augen – es kann seine Mutter und seinen Vater belügen und bestehlen. „Mein Sohn ist sehr gut ausgebildet!“ – Ja, er weiß, wie er seinen Vater bestehlen kann. Das ist keine Wissenschaft! Der Priester wird kommen, er wird das Öl heiligen, er wird das Wasser heiligen – aber sein Öl ist nicht geheiligt! Ein Mensch, der das Öl nicht für sich selbst heiligen kann, wie soll er es für andere heiligen? Machen wir uns nichts vor – durch unreine Mittel, durch unreine Kanäle kann Gott seinen Segen nicht aussenden. Lasst euch nicht täuschen, wenn ein Prediger euch sagt, dass Gott seine Gnade durch ihn sendet. Gott wählt immer die reinen Mittel. Als Gott Sein Wort senden musste, sandte Er Seinen Sohn, und durch Ihn sandte Er Seine Gnade. Einige werden sagen, dass nicht nur durch Christus, sondern auch durch sie die Gnade kommen kann. Lasst euch nicht täuschen – sie lügen! Das ist die Wahrheit.

Wenn jemand sagt, dass Gott durch ihn sprechen kann, dann lügt er – Gott kann nicht durch dich sprechen. Hast du das Gefühl, dass deine Situation mit der des Sohnes vergleichbar ist? Wenn du dieses Gefühl nicht hast, kann Gott nicht durch dich sprechen. Spürst du, dass du, wenn Gott dir alles Leid zugefügt hat, dich opfern und sagen kannst: „Herr, dein Wille geschehe!“ Wenn du dies spürst, kann Gott durch dich sprechen; wenn nicht, kann Er nicht durch dich sprechen. Aber dass Gott die reine, heilige Liebe durch dich sendet – das kann nicht sein! Die Liebe kann nicht durch enge und unreine Kanäle hindurchgehen. Deshalb gilt das Gesetz, dass das Neue immer durch eine Kanalisation der glänzendsten, reinsten Rohre fließt. Wenn Gott etwas neu macht, schickt er das Beste, deshalb müssen wir alle rein und heilig sein. Habt keine Angst vor der Reinheit und Heiligkeit!

„Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.“ (Offenb. 21:3)

Gott muss also unbedingt kommen und bei uns wohnen. Wenn wir uns mit Ihm vereinen, wird es in Zukunft keine Ehen wie die jetzigen mehr geben. In den heutigen Ehen fehlt Gott. Ein Paar wurde getraut, aber man kann sehen – Gott ist nicht da. Ein Mann und seine Frau kommen nicht miteinander aus, auch nicht mit den Kindern. Gott ist nicht da. Und wo Er kein Herr ist, da ist auch keine Verständigung. Wenn der Herr kommt, um unter ihnen zu wohnen, wird die Frau, ihren Mann umarmen, wenn sie ihn sieht; der Mann wird, seine Frau umarmen, wenn er sie sieht; die Kinder werden auch ihre Mutter und ihren Vater umarmen, wenn sie ihn sehen. Und es wird überall Frieden und Freude herrschen. Deshalb muss Gott kommen und unter uns leben. Wenn Er nicht kommt, werdet ihr mich nicht verstehen und ich euch auch nicht. Wisst ihr, was ihr sagen werdet, wenn Gott nicht unter euch ist? „Lasst ihn doch reden!“ Aber alles, was der Herr sagt, wird nicht erfüllt. Und ich werde sagen: „Auch ich rede, um mein Amt zu erfüllen, aber der Herr ist nicht unter uns.“ Und dann hinkt die Arbeit. Warum? Denn der Herr ist nicht unter uns. Wir haben gepflügt, wir haben gesät, aber es war trocken, nichts ist gewachsen. Wir gehen auf das Feld – es hat keine Früchte getragen. Wenn aber der lebendige Gott kommt, der unter uns ist, werden wir mit Ihm alles vollenden, sagt die Heilige Schrift, es wird das innere Wachstum beginnen, und alles wird ohne Zwang geschehen.

Jetzt trefft ihr jemanden und sagt: „Er ist ein Lehrer, er wird nach dem Gesetz angestellt – also muss er einen Abschluss haben.“ Aber wenn Gott kommt, um unter uns zu leben, wird es nur einen Lehrer geben, und dieser Lehrer wird in uns allen leben. Und wenn Er in jemandem spricht, werden wir auf Ihn hören, wir werden Seine Stimme erkennen. Wenn dieser Lehrer spricht, sind Seine Worte charakteristisch, Seine Stimme ist besonders. Dieser Lehrer spricht mit dem Wort der Liebe. Wisst ihr wie stark die Liebe ist? Wenn ein Mensch ein Wort mit Liebe zu dir sagt, öffnet sich dein Herz und du bist bereit, alles zu tun. Und wenn jemand etwas zu dir ohne Liebe sagt, dann antwortest du: „Genug, genug, ich habe das verstanden, ich will nicht mehr, dass du zu mir redest!“ Wenn dich jemand mit Liebe anspricht, sagst du: „Sag mir noch ein Wort“. Die Liebe spricht nicht viel, aber man erinnert sich viele Jahre lang an dieses Wort. Es wächst, entwickelt sich, lebt und bringt seinen Segen.

Das Wichtigste ist, dass man diese Erfahrung macht. Gott ist in euren Herzen, ihr kennt Ihn. Oder wollt ihr, dass ich euch zeige, wie Er ist? Ihr kennt Ihn, ihr wart schon viele Male bei Ihm und seid zurückgekehrt. Manchmal habt ihr den göttlichen Stock der Erkenntnis über euren Rücken gespürt. Wie oft ist er schon über euch hereingebrochen! Wie oft hat er euch gelehrt und euch gefragt: „Kennst du mich?“ Ihr kennt Ihn, aber ihr befindet euch in einem hypnotischen Zustand. Der Teufel hat euch hypnotisiert und deshalb erkennt ihr Gott nicht wieder. Mein Ziel ist es jetzt, euch zu enthypnotisieren und ich mache umgekehrte „Passen“. Wenn man etwas mit euch anstellen will, schaut man euch mit starrem Blick an. Das tut auch der Teufel, genauso wie der Wolf – er packt dich, schaut dir in die Augen und schüttelt dich dann durch. Dann dringt er in all deine Glieder ein, nimmt Platz in deinem Gehirn ein und sagt: „Dies wist du tun, jenes wirst du tun“, und ihr tut, was er sagt. Er sagt: „Gott ist nicht so, wie du denkst, er hat sich verändert“.

Wir machen nun umgekehrte Passen (der Meister breitet seine Hände zur Seite aus und pustet) und sagen bei jedem Handgriff: „Das ist jetzt Gesetz“, und durch dieses Gesetz geben wir einerseits die Liebe und andererseits die Weisheit. Wenn wir diese Worte sagen und pusten, werden die Fäden des Teufels zerrissen, es findet eine Erschütterung im Menschen statt, und er sagt: „Wo war ich vorher, wo war ich?“ Nun werdet auch ihr euch fragen, wo ihr gewesen seid – ihr wart auf dem Grund der Hölle. Ihr müsst euch also alle aus diesem hypnotischen Zustand befreien. Deshalb sage ich euch, dass ihr mit Liebe und Weisheit arbeiten müsst, denn Liebe und Weisheit sind die Hände Gottes. Und ihr werdet in einer geraden Linie beginnen. Das ist es, was ich „reinigendes Atmen“ nenne – man projiziert den Willen in sich hinein und sagt: „Im Namen der Liebe Gottes, in der es keinen Verrat gibt, und im Namen der Weisheit Gottes und im Namen Seines Wortes, so sei es!“

Es gibt keine Macht auf der Welt, die dieser Magie, dieser Kraft widerstehen kann. Auf diese Weise werden alle Fundamente der Schwarzen Loge erschüttert und alle ihre Kräfte beseitigt. Deshalb wird jeder von euch versuchen, zu erwachen.

Ich habe schon mal erlebt, wie jemand kommt und mich mit einem besonderen Blick anstarrt. Das ist nicht gut. Wie blickt ihr Mütter eure Kinder an? Wie viele Arten von Blicken verwendet ihr? Das ist Magnetismus, nicht wahr?

– Das hängt von der Stimmung ab.

Euch ist die erste Kunst abhanden gekommen! Wie vorsichtig müssen wir sein, in welche Richtung wir unsere Hand ausstrecken! Welche Aufmerksamkeit ist erforderlich! Ihr könnt auch einige kleine Experimente mit euch selbst machen, um zu sehen, wie schnell diese Schwingungen gestört werden, denn außer seinem physischen Leib ist der Mensch mit seinem Astralleib bekleidet, der in eine ätherische, bewegliche Form eingebettet ist, und wenn er mit der Hand darüber fährt, verursacht er dort eine gewisse Störung. Manchmal, wenn wir uns inmitten von Menschen befinden, von denen Bosheit ausgeht, verursachen diese Pfeile der Bosheit in uns ein gewisses Unbehagen. Das liegt daran, dass sie in uns einen bestimmten Schock ausgelöst haben, den wir als Schmerz empfinden.

Die erste Regel, wenn man sich jemandem nähert, lautet: nicht plötzlich auf ihn zustürmen, sondern stehen bleiben, die Hände heben und sagen: „Im Namen der Liebe Gottes und im Namen der Weisheit Gottes, in der wir leben und uns bewegen, und im Namen Seines Wortes, lass alles Böse und jeden bösen Gedanken verschwinden“ (mit Pusten).

Wenn ihr dies sagt, werdet ihr feststellen, dass jeder böse Gedanke, alle Pfeile und die Munition eures Feindes, zerstreut werden. Er gibt seine Waffe ab und sagt: „Ich ergebe mich!“ Wenn man das nicht tut, wenn man sich nicht vorbereitet, gerät man in einen Hinterhalt. Dann kommen die Zweifel, die Qualen, dann kommt der Hass, die Bosheit, und dann sagt man: „Irgendetwas erstickt mich“.

Jetzt möchte ich, dass ihr, die Schüler der Weißen Bruderschaft, weise handelt und diese Waffe benutzt. Ich gebe euch ein Gesetz, wendet es an, egal mit wem ihr zu tun habt – ihr werdet euch so verhalten.

– Sollen wir das vor ihm tun?

Nein, aus der Ferne, wenn ihr den Feind gesehen habt. Wir haben das Recht, unsere Waffen einzusetzen.

Die Schrift sagt: „Da wappnet euch“. Wie? Wenn die Feinde bestimmte Kräfte einsetzen, werden wir im Gegenzug andere einsetzen. Aus der Ferne werdet ihr eure Übung machen – ihr werdet aufschauen und eure Übung machen. Wer euch sieht, wird sich fragen: „Was macht der da?“ Er wird nichts verstehen. Dies ist nur eine der Möglichkeiten, wie ihr euren Verstand konzentrieren könnt, um gegenzusteuern. Ihr könnt diese Übung auch in Gedanken machen, aber wenn die Hände beteiligt sind, ist die Wirkung stärker – dann sind unser Verstand und unser Herz gleichzeitig beteiligt.

– Was ist, wenn wir dem Feind sehr nahe sind?

Dann werdet ihr aus der Nähe handeln, aber das sind Ausnahmen – einer von 10.000 Fällen. Wenn euer Gegner euch zu nahe tritt, zeigt das, dass er schon bevor ihr handelt, euch aus der Ferne verhext hat. Wenn ihr eure Kräfte einsetzt, werdet ihr ihn früher bemerken. In der geistigen Welt ist es so, dass derjenige gewinnt, der zuerst sieht. Die Weißen Brüder sind stark darin, dass sie aus der Ferne sehen und Maßnahmen ergreifen. Wo die Schwarzen euch als Erste sehen, gewinnen sie. Irgendwo werden wir die Schlacht verlieren und uns zurückziehen, dann werden wir unseren Fehler korrigieren. Aber das hat nichts zu bedeuten. Irgendwo werden wir die Schlacht gewinnen, aber ich sage, wir müssen wie Helden kämpfen.

Nun werdet ihr euch alle vereinen und nach diesem Gesetz der Liebe arbeiten. Ihr werdet das Gesetz der Harmonie in die Tat umsetzen und es wird beginnen, euch den Weg zu öffnen. Gottes Gedanken werden in euch eindringen.

Diese Welt gehört Gott, wir sind yseine Diener und wir werden für Ihn arbeiten. Mehr nicht. Wir werden nicht für irgendeine Kirche arbeiten, weder für eine orthodoxe noch für eine protestantische oder katholische. Wir werden für das Reich Gottes arbeiten. Und wenn auch diese Kirchen für das Reich Gottes arbeiten – so sind sie willkommen, wir sind bei ihnen! Aber wenn sie nicht für Gott arbeiten, werde ich kein einziges Haar für sie geben. Ein Haar meines Bartes ist mehr wert als eine solche Kirche. Unsere Regel ist es, bewusst Demjenigen zu dienen, der uns das Leben gegeben hat, der uns alles gegeben hat.

Wir werden nicht zulassen, dass uns jemand anlügt, genug von den vielen Lügen! Wir und ihr, die Kirchen, sind Diener des Herrn, und was ihr tut, was ihr uns vorlügen wollt, wird nicht durchgehen. Wir kennen diese Lügen. Machen sich der Mann und die Frau nicht besser als sie sind, bevor sie heiraten? Der Mann will den Eindruck erwecken, dass er sehr edel ist, die Frau auch, aber wenn sie heiraten, sagen sie zueinander: „Bilde dir nichts ein, wir kennen uns – das war früher anders, aber nun haben wir uns besser kennengelernt!“ Warum sollten wir uns selbst belügen – jetzt muss die reine Wahrheit ans Licht kommen, damit wir erneuert werden können, und dann werden wir zu Schülern der Universellen Weißen Bruderschaft, wir werden in diesem Sinne zu Jüngern Christi.

Wir werden jetzt nicht vor der Welt weglaufen – es gibt keinen Grund dafür. Jetzt läuft die Welt vor uns weg – früher mussten wir vor der Welt weglaufen, aber jetzt läuft die Welt vor uns weg. Man fragt mich: „Sollen wir in der Welt leben oder sollen wir vor der Welt fliehen?“ Es gibt keinen Grund zu fliehen – die Welt flieht selbst. Die Frage ist also geklärt. Ihre Zeit ist gekommen, die Welt verlässt uns. „Ich verlasse euch“, sagt sie. „Na dann, viel Glück!“

Den hier Anwesenden möchte ich einige Vorschläge für die Arbeit während des Jahres unterbreiten. Ihr werdet diejenigen aussuchen, mit denen ihr stärker harmoniert, denn auf diese Weise befindet ihr euch nicht nur auf demselben Entwicklungsfeld, sondern auch eure Verbindungen aus der Vergangenheit sind stärker. Beginnt, miteinander zu harmonieren! Ihr werdet drei Arten von Arbeit erledigen: erstens die Arbeit im physischen Bereich, zweitens die Arbeit im Bereich des Verstandes und drittens die Arbeit in der spirituellen Welt. Lasst eine praktische, nicht nur eine theoretische Arbeitsmethode aus euch herauskommen, die Früchte tragen wird. 

Kommt in Gruppen von zwei, drei oder fünf Personen zusammen und tauscht in Briefen Gedanken darüber aus, wie man auf dem physischen Feld arbeiten kann: etwa Gärten mit Obstbäumen anlegen – Apfel-, Birnbäume, Gemüse usw. Oder ihr könntet kleine Kolonien bilden, Kindergärten oder kleine Schulen gründen und euch über verschiedene Lehrmethoden austauschen. Oder Gaststätten eröffnen; überhaupt alles, wo sich eure Initiative entfalten kann. Es ist gut, euch mit den kleinen Kindern zu beschäftigen – an ihren Spielen mit Puppen teilzunehmen. Warum nicht? Wenn ihr mit den kleinen Kindern nicht umgehen könnt, wie wollt ihr dann mit den Erwachsenen umgehen? Jeder von euch hat etwas sehr Wertvolles in seiner Erfahrung. Ihr könnt einen gemeinsamen Plan für das nächste Jahr erstellen, von dem alle profitieren. Wie ich bereits sagte, kann eure Arbeit in diesem Jahr kein gutes Fundament haben, wir können nicht sagen, dass wir dies oder jenes tun werden.

In diesem Jahr werdet ihr eure Rechnungen begleichen, ihr werdet eure Hefte aufschlagen und sagen: „Bruder, bei mir ist ein Rest von deiner Großmutter, von deinem Großvater geblieben – komm und hol ihn dir“, und der andere wird schreiben: „Bruder, ich habe einen Rest von meinem Großvater bei dir – ich werde kommen und ihn mir holen“. So werdet ihr euch gegenseitig schreiben und der Austausch wird beginnen. Dann wird sich euer Bewusstsein erhellen und der Verstand wird zu arbeiten beginnen. Lasst diejenigen von euch, die die meiste Initiative zeigen, etwas beginnen, damit die Jüngeren und die Älteren alle anfangen zu arbeiten, wie es im Leben ist. Zuerst beginnen die Jungen, dann die Älteren und schließlich die Alten. Wenn ein alter Mensch gesund und klug ist, kann er auch im hohen Alter noch etwas Gutes schreiben, das die Jugend mit Begeisterung liest. Wenn er nicht gesund und klug ist, sondern krank, wird er nur über seine Krankheiten erzählen, er wird sagen, dass es niemanden gibt, der sich um ihn kümmert, dass seine Beine versagen, dass er Kopfschmerzen hat.

Die geistige Arbeit besteht im Folgendem: ihr versammelt euch in Gruppen von 5-10-15-20-100 Schwestern in einer Gruppe und betet für einen Bruder oder eine Schwester. Wenn zum Beispiel einer eurer Brüder leidet, werdet ihr für ihn beten und ihm wird geholfen werden. Wir werden diese Gruppe „Göttliche Gebetsberater“ nennen. Die Männer werden dasselbe tun: Ihr werdet besondere Tage festlegen, an denen ihr für einen Bruder betet, dessen Angelegenheiten in irgendeiner Hinsicht nicht gut laufen. Hier ist eine kollektive Methode der Unterstützung. Und jetzt sagt ihr: „Möge der Herr ihm helfen!“ Wenn ich etwas tun will, brauche ich dann doch meinen Verstand, mein Gehirn, meine Beine, meine Muskeln, meinen ganzen Körper. Und wenn wir Gott bitten, etwas zu tun, muss Er sich dann nicht auch bewegen? Deshalb werden auch wir uns als Seine Glieder bewegen. Wenn Gott zu arbeiten beginnt, wirst du – egal ob du ein Bein, ein Nagel, eine Hand oder was auch immer bist – deinen Platz einnehmen und arbeiten; niemand sonst kann deinen Platz einnehmen. Ihr werdet euch fragen: „Bin ich für diese Arbeit bestimmt?“ Ja, du bist dafür bestimmt. Ihr werdet euch sagen: „Herr, wir können Deinen Willen tun“. Der göttliche Geist wird uns bestimmte Eingebungen geben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn etwas Gutes aus euch herauskäme. Wenn ich euch einige Ideen gebe, so wie ich sie euch bisher gegeben habe – ich habe euch beobachtet – ihr schaut euch das an und sagt: „Es ist verständlich, es ist eine gute Idee, aber kann sie erfüllt werden? Lasst uns das auf ein anderes Mal verschieben.“ Und wenn das Kind aus euch herauskommt, freut sich die Mutter mehr und es fällt ihr leichter, es großzuziehen. Das Kind von jemand anderem ist ein fremdes Kind, und wenn es dein Kind ist, wirst du dich mehr für es einsetzen. Jetzt möchte ich, dass jeder von euch sich zu etwas verpflichtet, etwas in die Welt setzt.

Ihr werdet also drei Räte mit je hundert Beratern bilden: den Rat der körperlichen Arbeit, den Rat des geistigen Lebens und den Rat der Aufklärung. Auf diese Weise werdet ihr unterscheiden, welche Aufgaben zum Aufklärungsrat, welche zum Rat des geistigen Lebens und welche zum Rat der körperlichen Arbeit gehören. Letzterer ist der Wichtigste. Macht euch nichts vor, sondern fangt an zu arbeiten. Das Gesetz eurer gegenwärtigen Entwicklung verlangt, dass ihr mit dem physischen Rat beginnt – beginnt mit dem Materiellen, nicht mit dem Spirituellen. Dies ist erforderlich. Der Apostel Paulus sagt: „Zuerst das Sichtbare, dann das Unsichtbare“. Wir werden zuerst alles regeln, was in unserer Nähe ist – das Physische. Und sobald wir diese regeln können, werden wir durch das gleiche Gesetz der Entwicklung in der Lage sein, das Geistige zu regeln; und sobald wir das Geistige regeln, werden wir die Aufklärung regeln. Wir beginnen mit dem Physischen. Wenn es eine Schwester gibt, die um ihren Lebensunterhalt besorgt ist, kann sie Gott nicht dienen, sie kann nicht spirituell sein. Um spirituell zu sein, sollte man keine Angst haben. Und wenn jemand spirituell ist und Angst hat, ist er kein großer Held. Kannst du zu Gott beten, wenn du geschlagen wirst? Solche Menschen gibt es nur wenige. Nehmt ein kleines Kind – wenn seine Mutter es schlägt, sagt es: „Bitte, Mutter, schlag mich nicht!“

Eure erste Pflicht ist es, euch darum zu bemühen, eure Angelegenheiten auf dem physischen Plan in Ordnung zu bringen. Ihr werden Arbeit für alle schaffen – wenn eine der Schwestern keine Arbeit hat, werdet ihr Arbeit für sie finden! Betrachtet es nicht als eine Demütigung, wenn eine Schwester arm ist und sich schämt, zu arbeiten und Almosen erwartet. Wir werden alles aus Liebe tun. Eine Schwester, die arm ist, wird zu einer anderen Schwester gehen, die reich ist, und zu ihr sagen: „Schwester, ich werde heute aus Liebe kommen, um deine Wäsche zu waschen“. Und die andere wird sagen: „Schwester, ich werde dir auch aus Liebe helfen.“ Sie wird aus Liebe deine Kleider waschen und du wirst aus Liebe deine Brieftasche aufmachen. Und was passiert jetzt? – Sie kommt zu dir und beschwert sich: „Ich bin arm, mein Mann ist dies und das“, und sie jammert.

Eine solche Lehre gibt es bei uns nicht, sie ist vom Teufel. Irgendein Bruder ist arm, er hat keine Arbeit – er wird zu seinem Bruder gehen: „Bruder, lass mich dir im Laden helfen!“ Und der andere, wird abends, wenn er seinen Laden schließt, sagen: „Bruder, aus Liebe will ich dir etwas von dem geben, was ich verdient habe.“ Auf diese Weise werden wir uns bemühen, die Lehre Christi in die Praxis umzusetzen. Ihr werdet schwitzen, aber wenn ihr sie auf diese Weise in die Praxis umsetzt, wird der Herr sagen: „Weil du meinen Namen heiligst, will ich dich segnen, will ich mit dir gehen“. Dann wird es keine Frau mehr geben, deren Mann schlecht ist, keinen Mann, dessen Frau nicht den Teig für sein Brot geknetet oder seine Kleider nicht gewaschen hat – und alles wird gut gelingen und gesegnet sein.

Wir müssen jetzt unsere Angelegenheiten regeln, wir müssen für uns selbst nach Gottes Art arbeiten. Nicht nur einer wird arbeiten, sondern alle werden beginnen, und jeder so, wie das Bewusstsein in ihm erwacht ist; und nicht aus Zwang, sondern jeder von uns wird bewusst, aus Liebe arbeiten. Jeder von uns wird bewusst sein Portemonnaie öffnen, und aus Liebe wird er seinem Bruder helfen, er wird sagen: „Bruder, aus Liebe lass mich es tun“ – „In Ordnung, und aus Liebe werde ich es nehmen, und ohne Liebe nehme ich es nicht“ – das ist die Regel, die ich euch gebe. Wendet sie an, und euer Verstand wird auch etwas erschaffen. Diese Regel wird kleine Regeln schaffen, und wenn ihr sie im Leben anwendet, werdet ihr viele Dinge schaffen. Wenn wir uns nächstes Jahr treffen, werdet ihr viel schaffen. Wenn wir nächstes Jahr zusammenkommen, werdet ihr mir von Dingen erzählen, die auch mich glücklich machen werden.

Neben diesen drei Räten werden ihr hundert weitere Personen für den sogenannten Rat der Schlichter wählen, der sich mit allen Missverständnissen an Ort und Stelle befassen wird. Und wenn ein kleiner Skandal zum ersten und letzten Mal entsteht, kommen diese hundert Menschen im Rat zusammen und regeln die Angelegenheit. Dann werden sie alle die Hand heben und sagen: „Im Namen der Liebe Gottes, im Namen der Weisheit Gottes und durch die Kraft Seines Wortes mögen alle Werke des Teufels verschwinden“ (pusten) – und alles wird in Ordnung gebracht werden.

Ihr werdet also vier Räte haben: den Rat der körperlichen Arbeit, den Rat des geistigen Lebens, den Rat der Aufklärung und den Rat der Aussöhnung.

Jeder Rat wird aus hundert Personen bestehen, aus Männern und Frauen. Jede Stadt kann auch etwas Ähnliches im Kleinen machen, aber diese Räte werden miteinander verbunden sein. Und so wird es vierhundert Beamte von euch geben, aber ohne Gehalt, ohne Portefeuille.

Noch heute Nachmittag gegen drei Uhr, werdet ihr euch versammeln und diese vier Räte auswählen, die sofort mit der Arbeit beginnen werden. Von diesen hundert Personen wird die Hälfte Männer und die Hälfte Frauen sein. Auch die Jungen werden dazu gehören – junge Männer und Frauen ab 21 Jahren aufwärts. Sie werden die Reserve sein. Sie werden die Alten ersetzen, wenn sie den Kampf anführen. Wir werden die Alten nach vorne und die Jungen nach hinten stellen, denn die Alten sind erprobt. Wenn die Jungen eine oder zwei Schlachten hinter sich haben, werden sie auch dran kommen – weil sie bereits Helden sind.

– Wie wird die Wahl getroffen?

Das werdet ihr selbst herausfinden – das wisst ihr besser. Kommt zusammen, unternehmt etwas und berichtet mir anschließend, was ihr getan habt. Ich werde euch zustimmen und was immer ihr entscheidet, wir werden es in die Tat umsetzen. Und nächstes Jahr, wenn etwas nicht gut läuft, werden wir es richtig machen.

Ihr werdet also einen ernsthaften Gedankenaustausch führen. Glaubt nicht, dass diese Arbeit sehr schwierig ist. Das ist nicht schwer, es macht Spaß. Es wird niemand übrig bleiben. Wenn hundert Leute zusammenkommen, werden sie alle etwas zu tun haben. Im Laufe des Jahres werdet ihr euch schreiben. Wir werden einen Rat einberufen, der für Harmonie sorgen soll, und wir werden das ganze Jahr über daran arbeiten, diese göttliche Harmonie zu schaffen, wir werden ehrlich zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu Gott zu sein. Und dann werden größere Segnungen, größere Offenbarungen kommen. Menschen mit größeren Fähigkeiten, mit offeneren Augen, Musiker, Dichter, begabte Künstler mögen unter uns erscheinen; alle Zweige, alles Göttliche, wird vertreten werden.

Ich möchte, dass alle Missverständnisse, die es bisher gab, nach und nach ausgeräumt werden. Es gibt keinen Grund, unter dem alten Himmel und auf der alten Erde, die vergehen, zu stolpern. Wenn ihr allein gelassen werdet, werdet ihr zu Helden. Wenn ihr möchtet, könnt ihr jetzt schon diese Wahl durchführen. Um euch nicht zu stören, werde ich euch eine Stunde lang allein lassen, damit ihr eure Ihre Wahl durchführen könnt. Wie wollt ihr vorgehen?

Jeder Rat wählt aus seiner Mitte zehn Personen aus, die ständig präsent sein werden, damit die Arbeit schneller vor sich gehen kann. Wenn nötig, werdet ihr die Zehn als Exekutivausschuss entsenden. Diejenigen, die in den Rat für körperliche Arbeit eintreten werden, müssen starke Muskeln und einen starken Willen haben. Die Mitglieder des Versöhnungsrates müssen über juristisches Wissen verfügen und selbst versöhnt sein; die Mitglieder des geistigen Rates müssen ein weiter entwickeltes Herz haben, und die Mitglieder des Aufklärungsrates müssen einen weiter entwickelten Verstand haben. Die Versöhner sind Menschen der Barmherzigkeit.

(400 Personen wurden durch das Los für die vier Räte ausgewählt).

Lasst uns mutig vorwärtsgehen

Hier ist der Marsch “Напред да ходим смело” in der Interpretation von Simeon Simeonov und vom Chor der Bruderschaft in Kanada.

„Lasst uns mutig vorwärtsgehen” ist eines der frühen Lieder der „Weißen Bruderschaft“, dessen Musik von Beinsa Douno stammt. Den Text hat der Lehrer Stojan Russev geschrieben, der unter dem Pseudonym Djado Blago viele Gedichte für Kinder verfasst hat.

Напред да ходим смело

Напред да ходим смело

в чертозите безмълвни

на тайното познанье,

с живот и сила пълни.

…….

Кат вихри над горите,

с дух пламен във гърдите,

напред да полетим,

света да обновим!

…….

Кат вихри над горите,

с дух пламен във гърдите,

напред да полетим,

света да обновим!

…….

Земята с чисти мисли

да оградиме здраво,

и злото всепорочно

да победиме с право.

…….

Кат вихри над горите … (2)

…….

На слабите да носим

подкрепа и обнова,

на страждущите — милост

и свободата нова.

…….

Кат вихри над горите … (2)

…….

Във бездната да слезем,

хоругва да поставим

и падналите братя

от мъка да избавим.

…….

Кат вихри над горите … (2)

…….

Тогава да отворим

на новий град вратите,

в Ерусалим да влезем –

света на светлините.

…….

Кат вихри над горите … (2)

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Lasst uns mutig vorwärtsgehen

Lasst uns mutig vorwärtsgehen, 

in die stillen Paläste

des geheimen Wissens,

voll Leben und Kraft.

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Wie Wirbelwinde über die Wälder,

Mit glühendem Geist in der Brust,

Lasst uns vorwärtsfliegen,

Um die Welt zu erneuern! (2)

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Lasst uns die Erde 

mit reinen Gedanken fest einzäunen,

und das Böse, das voll Laster ist,

mit Recht besiegen.

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Wie Wirbelwinde über die Wälder,

Mit glühendem Geist in der Brust,

Lasst uns vorwärtsfliegen,

Um die Welt zu erneuern! (2)

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Den Schwachen lasst uns bringen

Unterstützung und Erneuerung,

den Bedrängten – Gnade

und die neue Freiheit.

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Wie Wirbelwinde über die Wälder,

Mit glühendem Geist in der Brust,

Lasst uns vorwärtsfliegen,

Um die Welt zu erneuern! (2)

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Lasst uns in den Abgrund hinabsteigen,

und einе Fahne aufstellen

und die gefallenen Brüder

von ihrer Qual befreien.

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Wie Wirbelwinde über die Wälder,

Mit glühendem Geist in der Brust,

Lasst uns vorwärtsfliegen,

Um die Welt zu erneuern! (2)

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Dann lasst uns öffnen

Die Tore der neuen Stadt,

Lasst uns in Jerusalem einziehen, 

in die Welt der Lichter.

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Wie Wirbelwinde über die Wälder,

Mit glühendem Geist in der Brust,

Lasst uns vorwärtsfliegen,

Um die Welt zu erneuern! (2)