Formeln des Meisters – 2. Teil

Trachte nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit und befolge Seinen Willen!
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Herr, Du kannst alles. Dein Geist, den Du gesandt hast, mich zu führen, kann durch Dich alles. Durch Deinen Geist kann auch ich alles.
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Gott, der in mir wohnt, macht mich stark. Ich benutze meine Kraft, um mich zu erheben.
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Ichrisch Ben Rut. (Herr, wohin Du mich auch immer rufst, da gehe ich hin.)
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Herr, ich bete zu Dir, schicke mir einen Engel, der mich lehrt, das kleinste Gute zu verrichten. Er lehre mich, den geringsten Akt der Liebe zu tun. Er lehre mich das geringste Wissen. Er lehre mich, wie ich den Menschen die kleinste Freiheit geben und die geringste Barmherzigkeit äußern kann.
(Amen)
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Herr, hilf mir die Arbeit, die mir heute bevorsteht, so zu verrichten, wie Du es
verstehst.
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Der Glaube, in welchem ich lebe, wird göttliche Harmonie in die Impulse meines Herzens bringen.
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Der Schüler betet:
Mein lieber Meister, sei immer mit uns. Lehre uns Deinen Weg. Beschütze uns gemäß Deiner Barmherzigkeit. Bewahre uns um Deines Werkes willen.
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Gottes Friede soll über uns allen sein.
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Wenn du in einen Widerspruch gerätst, dann sage:
Für Gott ist alles möglich. Ich lebe in Gott und mit Seiner Weisheit kann ich alles erreichen.
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Deiner Seele wirst du sagen: Gott ist mit dir, du wirst siegen und dein Sieg ist mein Sieg. Ich glaube nur an den einen Gott der Weisheit und an den einen Meister der Liebe und an den einen Geist der Wahrheit.
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Der Gott der Liebe ist nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebendigen. Ich bin lebendig und dieser Gott ist in mir, und wenn Er mein Gott ist, kann ich mit Ihm alles tun.
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Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.
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Die Liebe kommt. (drei Mal)
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Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
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In Gottes Vorsehung liegt es, dass ich in Tugend wachse.
In Gottes Vorsehung liegt es, dass ich in Gottes Gerechtigkeit wachse. In Gottes Vorsehung liegt es, dass ich in Gottes Wahrheit lebe.
In Gottes Vorsehung liegt es, dass ich in Gottes Weisheit erblühe.
In Gottes Vorsehung liegt es, dass ich in Gottes Liebe reif werde.
Folglich bin ich auf dem Weg der Wahrheit und des göttlichen Lebens. Dieses Reich kann mir von niemandem weggenommen werden. Das ist mein Recht.
Wo Gott ist, dort bin auch ich!
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Mein Herz ist warm, meine Seele ist erquickt, mein Verstand ist leuchtend, mein Geist ist stark, weil ich im Gesetz der unendlichen Liebe lebe, in der nichts sich verändert.
Liebe, lerne, schweige, dulde, vergib, setze deinen Weg fort und vergiss Gott nicht!
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Im Namen der göttlichen Liebe, im Namen der göttlichen Weisheit, im Namen der göttlichen Wahrheit, in der wir leben und uns bewegen und mit der Kraft des göttlichen Wortes, mögen sich alle bösen, heimtückischen Gedanken und feindlichen Kräfte zerstreuen. (drei Mal)
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Herr der Liebe, Gott des Lichtes, zerstreue alle unreinen Einflüsse um mich
herum.
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Bewahre uns, Herr, durch Deinen heiligen Namen an allen Tagen unseres Lebens. In Deine Hände geben wir unseren Geist. Führe uns im Licht Deiner Lehre.
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Gott ist Liebe. Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote wahren. Ich und mein Vater werden kommen und ein Haus in euch errichten und ich werde mich euch offenbaren.
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Barmherziger, heiliger und gütiger Herr, offenbare mir das Licht Deines Antlitzes, um Deinen Willen zu erfüllen.
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Es gibt keine Liebe, wie die göttliche Liebe, nur die göttliche Liebe ist
Liebe.
Es gibt keine Weisheit, wie die göttliche Weisheit, nur die göttliche Weisheit ist Weisheit.
Es gibt keine Wahrheit, wie die göttliche Wahrheit, nur die göttliche
Wahrheit ist Wahrheit.
Es gibt keine Gerechtigkeit, wie die göttliche Gerechtigkeit, nur die göttliche Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit.
Es gibt keine Tugend, wie die göttliche Tugend, nur die göttliche Tugend ist Tugend.
Es gibt keinen Ruhm, wie den Ruhm Christi, nur Christi Ruhm ist Gottes Ruhm.
Es gibt keine Kraft, wie die Kraft des Geistes, nur die Kraft des Geistes ist Gottes-Kraft.
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Ohne Angst in der unendlichen Liebe!
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Herr, möge in mir jenes Göttliche wachsen, das Du in meiner Seele angelegt hast.
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Herr, mögen Dein Friede und Deine Freude immer mit uns sein, damit unsere Herzen leuchten und wir Dir aus ganzem Herzen, mit ganzem Verstand, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft dienen können.
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Die Vollkommenheit der Liebe wird der Sinn meines Lebens sein. Die vollkommene Liebe jagt aus der Seele jede Angst und fügt Frieden und Freude im Geiste hinzu.
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Gott hat in meiner Seele alles angelegt. Ich will, dass der Wille Gottes geschehe. Ich will den göttlichen Plan erfüllen, wie ihn Gott für mich vorgesehen hat. Möge Gottes Wille geschehen. Ich werde so arbeiten, wie Gott es bestimmt hat.
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Herr, möge Dein Geist der Liebe, Dein Geist der Weisheit und Dein Geist der Wahrheit in unseren Herzen sein in alle Ewigkeit.
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Herr, ich danke Dir, dass Du mir einen vortrefflichen Verstand gegeben hast, in welchen Du Deine Weisheit hineingelegt hast, ein vortreffliches Herz, in das Du Deine Liebe hineingelegt hast. Mit dieser Liebe und dieser Weisheit will ich Dir dienen.
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Um Deinetwillen Herr, den ich in meiner Seele seit Ewigkeit trage, werde
ich lernen und Dir dienen.
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Freut euch immer. Betet unaufhörlich. Dankt für alles. Lasst den Geist nicht erlöschen.
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Elohim, Neva Sansu.
Das ist eine Formel. Wende sie an und du wirst ihre Kraft erfahren.
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Meruhim, Meruhim, Meruhim. Ali Behar. Mahatma Aum.
Mit diesem Schlüssel werdet ihr den Geist der Inspiration anrufen.
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Lege die Wahrheit in deine Seele und du wirst die Freiheit erlangen, die du suchst. Lege die Weisheit in deine Seele und das Licht wird kommen und das Wissen wird dir seine Hilfe geben. Lege die Reinheit in dein Herz und die Liebe wird kommen und das wahre Leben beginnen.
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Gott ist das Licht. Die Engel sind die Wärme. Alle Menschen sind die Güte. Gott in mir ist das Licht. Mein Geist ist die Wärme. Ich bin die Güte. Meine Seele ist die Güte.
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Oh, große Liebe, Ursprung aller Güte unseres Lebens. Unterstütze mich als Dein Kind im Gewinnen von Wissen. Ich fühle die Verbindung zu Dir und in meinem Streben zu Dir fürchte ich mich nicht vor irdischen Versuchungen und glaube daran, dass ich meiner Berufung folgen werde, indem ich mich mit Dir verbinde.
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Herr, ich bete zu Dir, flöße mir Deine lebendigen, kosmischen Kräfte ein, damit sie jede Zelle meines Körpers durchdringen und in ihn Leben und Gesundheit tragen, damit sie meinen Geist stärken und damit ich die Aufgabe erfülle, um deretwillen ich auf die Erde gekommen bin.
Mit erhobenen Händen
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 Der Meister sagte:
Als ich in eurem Alter war und ich morgens aufwachte, fing ich immer so an:
Ich danke Dir, Herr, für alles, was Du mir gegeben und mich gelehrt hast. Ich danke Dir, Herr, für die großen Wohltaten, die Du uns erwiesen hast. Wir wissen, dass Du allbarmherzig, allwahrhaftig und allweise bist. Wiederholt dies einen Monat, zehn Monate und ihr werdet sehen, wie euer seelischer Zustand sein wird.
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Herr, hilf uns, auf dass wir uns so äußern, wie Du willst. Alles soll zu Deinem Ruhm und zu unser aller Wohl geschehen.
Ich bin dafür geschaffen, ein guter, kluger, starker und schöner Mensch zu sein; ein Engel mit Kraft zu sein, alles zu machen, was Gott mir befohlen hat.
Amen
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Frieden, Frieden, Frieden, Herr, erbitten wir!
Vernünftigkeit, Licht und Kraft im Verstande des Menschen.
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Güte, Wahrheit, Schönheit – das ist die Liebe.
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Licht, Licht, Licht!
Liebe, Liebe, Liebe!
Gerechtigkeit, Gerechtigkeit, Gerechtigkeit.
In Not wiederholt diese Formel und umzäunt euch mit leuchtenden und positiven Kräften.
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Gerühmt sei Gott, wie Er es in Seinem Buch geschrieben hat. Und wenn Gott gerühmt wird, wie Er es in Seinem Buch geschrieben hat, dann möge sich Seine Liebe in meiner Seele und in den Seelen aller meiner Brüder manifestieren.
Diese Formel wird nur morgens gesprochen.
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Morgens beim Aufstehen:
Herr, ich danke Dir, dass ich auferstanden bin, ich danke Dir, dass ich lebe.
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Beim Schlafengehen
Herr, umzäune mich während der ganzen Zeit meiner Nachtruhe mit Deinem Licht und beschütze mich. Ich steige auf, um zu lernen, zu beten und zu arbeiten.
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Friedlich werde ich schlafen gehen, denn nur Du, Herr, machst, dass ich
in Sicherheit lebe.
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Vor und nach dem Essen
Die göttliche Liebe bringt die Fülle des Lebens.
(drei Mal)
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Herr, Du bist die Quelle des Lebens, sende uns Deine lebenspendende Kraft – den Geist, auf dass er uns von allen Krankheiten und Leiden heile. (drei Mal )
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Ich lebe in Gott und Gott lebt in mir. In Gott gibt es keine Krankheit. Deshalb möge auch ich gesund sein und ich bin gesund.
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Dies aber ist das ewige Leben, dass sie Dich, den allein wahren Gott, und den Du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Dies ist das ewige Leben, die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit zu erkennen. Dies ist das ewige Leben, zu erkennen, dass Gott Geist ist, der überall herrscht.
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Ich bin in Bewegung und habe Arbeit, ich diene Gott. Deshalb sollen alle Geister verschwinden, die Krankheiten verursachen.
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Ich verfüge über unerschöpflichen Reichtum. Ich lebe in der Fülle der göttlichen Liebe, ich atme das Licht der göttlichen Weisheit, ich bewege mich in der göttlichen Wahrheit, die Freiheit und Weite für die Seele bringt, indem ich alles in Bewegung bringe, was Gott mir gibt.
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Ich will, dass mein Herz rhythmisch schlägt, sich mit dem Puls der Sonne vereinigt und richtig die Energie im ganzen Organismus verbreitet, so wie die Sonne ihre Energie in der ganzen Welt verbreitet.
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Ich bin bereit, Gott zu dienen. Ich diene Gott. Ich arbeite für Gott. Deshalb möge ich gesund sein. Ich bin gesund.
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Herr, Du bist mächtig und allmächtig, wenn Du willst, kannst Du diesen Menschen aus seinen Leiden befreien.
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Formeln beim Atmen
Um die lebendig-magnetische Energie (Prana) bei der tiefen Atmung aufzunehmen.
Einatmen: Ich danke Dir, Herr, für das göttliche Leben, das Du in die Luft hineingelegt hast und das ich mit der Luft empfange.
Anhalten der Luft: Dieses göttliche Leben durchdringt meinen ganzen Körper und bringt überallhin Kraft, Leben und Gesundheit.
Ausatmen: Dieses göttliche Leben äußere ich nach außen mit meiner Tätigkeit.
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Um die göttliche Liebe, Weisheit und Wahrheit zu empfangen.
Einatmen Der Name Gottes sei in mir gerühmt.
Anhalten der Luft: Das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit ziehe in mich ein.
Ausatmen: Es geschehe der Wille Gottes.
Es wird abwechselnd durch die beiden Nasenlöcher eingeatmet.
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Wiederholt bei Sonnenbädern die folgende Formel:
Herr, ich danke Dir für die heilige Energie des göttlichen Lebens, das Du uns mit den Sonnenstrahlen schickst. Lebendig fühle ich, wie es alle meine Organe durchdringt und Kraft, Leben und Liebe bringt. Es ist der Ausdruck Deiner Liebe zu uns. Ich danke Dir.
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Zum Umzäunen
Bewahre mich, Herr, in Deinem Licht und umzäune mich mit Deiner diamantenen Wand. Der Geist Gottes, der Geliebte meiner Seele, wird alles für mich tun.

Formeln des Meisters – 1. Teil

(entnommen aus: „Gebetbuch“, herausgegeben vom Verlag „Bialo Bratstvo“, Sofia 2015
Das Gebot des Meisters
Liebe den vollkommenen Weg der Wahrheit und des Lebens.
Lege das Gute als Fundament deinem Haus zugrunde, die Gerechtigkeit als Maß, die Liebe als Zierde, die Weisheit als Zaun und die Wahrheit als Leuchter.
Nur dann wirst du Mich erkennen und ich werde Mich dir offenbaren.
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Der Schüler habe ein Herz rein wie ein Kristall, einen Verstand leuchtend wie die Sonne, eine Seele weit wie das All und einen Geist, mächtig wie Gott
und eins mit Gott.
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Gott herrscht im Himmel, Gott herrscht im Leben, Gesegnet sei Sein Name. (drei Mal)
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Sei immer treu, wahrhaftig, rein und gütig und der Herr des Friedens wird dein Herz mit allen Wohltaten erfüllen.
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Herr, unser Vater, möge Dein Reich kommen auf Erden, so wie oben im Himmel und mögen alle Völker, die Du aufrufst, ihren Platz in Deinem Reich einnehmen und Dir mit Freude
und Fröhlichkeit dienen. *
Nur der leuchtende Weg der Weisheit führt zur Wahrheit. Sie erfreut uns ständig.
*
Nur der leuchtende Weg der Weisheit führt zur Wahrheit. In der Wahrheit liegt das Leben verborgen.
*
Gott ist Liebe, Gott ist Weisheit. Wir sind das Gute, wir sind die Wahrheit.
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Gott ist Liebe. Gott ist allwissend.
Gott ist sanftmütig.
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Im Befolgen von Gottes Willen liegt die Kraft der menschlichen Seele. (drei Mal)
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Groß ist Gott in Seiner Liebe!
Groß ist Gott in Seiner Weisheit! Groß ist Gott in Seiner Wahrheit! Gott belehrt uns in Seiner Liebe! Gott erleuchtet uns in Seiner Weisheit. Gott befreit uns in Seiner Wahrheit.
Barmherzig und mitleidig ist Gott und Seine Güte steht über allem. Seine Wonne stützt alles.
In Gott lebt und bewegt sich alles. Er ist die Wonne und die Freude alles Lebendigen in der Welt.
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Gottes Frieden und Gottes Segen mögen die ganze Erde überfluten.
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Herr, ich wünsche mit meinem ganzen Herzen, mit meinem ganzen Verstand, mit meiner ganzen Seele und Kraft, Deinen gütigen Willen ohne jegliche Ausnahme zu befolgen.
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Groß bist Du, Herr.
Groß sind Deine Taten.
Groß ist Dein Name über allem.
Ich schicke Dir meine Liebe.
In allem und in allen sehe ich nur Dich und liebe nur Dich.
Ich werde Dir dienen in alle Ewigkeit.
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Friede! Der Friede bringt die göttliche Freude.
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Möge Gottes Frieden ewig dauern und Gottes Freude und Gottes Frohlocken
in unseren Herzen aufgehen.
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Ohne Angst und ohne Dunkel, mit Frieden und Licht.
*
Herr, bewahre Bulgarien vor feindlichen Kräften, denn Du bist Liebe,
Weisheit und Wahrheit. Wir lieben Bulgarien und werden Bulgarien mit Liebe dienen. Herr, der Strahl Deiner Liebe soll die ganze Erde bescheinen. Die Sanftmut und die Barmherzigkeit Gottes sollen jede Seele erwecken und berühren. Amen
*
Herr, gib meinen Brüdern den Segen, wie Du ihn auch mir gibst. Ich werde horchen, wie Du mich lehrst. Ich werde Deine Liebe gemäß Deines Willens
anwenden.
*
Herr, segne (…), dass er/sie unermüd- lich auf dem Weg der Wahrheit und
des Guten geht und lasse alle seine/ihre Gefühle, Wünsche, Taten und Handlungen in der lebendigen Wahrheit säuern, die aus dem Geist der Liebe hervorgeht.
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Heilige den Namen Gottes!

Die vier Hauptelemente

vorgetragen am 19 April 1914 in Burgas

“Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.“

Johannes 6:54

 

Es gibt vier Elemente zum Aufbau des geistigen Lebens: die Göttliche Liebe, das Göttliche Leben, der Göttliche Gedanke und der Göttliche Wille.

Wenn die Kinder die Arithmetik lernen, haben sie vier Grundrechenarten. Wenn ein Chemiker die Chemie erlernt, wird er auch auf vier Elemente stoßen. Wenn die Göttliche Liebe auf sich selbst beschränkt ist, beweist sie das Göttliche Leben, aus dem Göttlichen Leben wird der Göttliche Gedanke geboren, aus dem Göttlichen Gedanken wird der Göttliche Wille geboren, und aus dem Göttlichen Willen – unser Leben.

Wenn das Göttliche Leben in uns nicht produziert wird, können wir nicht denken. Wenn wir wollen, dass Gott in uns lebt, müssen wir Seine Liebe schaffen, müssen wir Ihn lieben, sonst wird er in uns nicht leben. Es sind noch sechs Dinge notwendig, die wir wissen müssen, um diese vier Dinge zu bilden.

Es gibt drei Dinge, die lügen: erstens, der Geschmack – er will, dass wir den Magen prüfen, was ihm notwendig ist; es ist möglich, dass ein gewisses Essen mit einem schlechten Fleisch, aber mit Würzen gekocht ist und so den Geschmack lügt, aber wenn das Essen zum Magen geht, lehnt er es ab. Zweitens, unser Herz; es lügt uns, deshalb müssen wir unserer Seele zuhören – sie lügt uns nicht; weil das Herz Liebkosungen annimmt, und die Seele lehnt sie ab. Drittens, der Intellekt; Die Beziehung zwischen dem Intellekt und dem Verstand ist dieselbe wie die Beziehung zwischen dem Herzen und der Seele – sie werden vom Geist kontrolliert. Wir müssen den Ratschlägen des Magens, der Seele und des Geistes zuhören, um den Geschmack, das Herz und den Intellekt umzuerziehen, und wir müssen wissen, wie wir unsere Magen, Verstand und Seele ernähren. Wenn wir das wissen, werden wir gesund sein. Wo ist diese notwendige Nahrung? Unsere Lungen suchen nach der Luft nicht – wenn wir den Mund öffnen, dringt sie in die Lungen ein. Es gibt um uns tausende Gegenstände für geistige Nahrung, von denen wir sie durch die Augen und Ohren wahrnehmen.

Wie wenden wir diese vier Hauptelemente an? Durch die Liebe. Die Menschen sind unglücklich, weil sie nach der Liebe suchen. Und was ist die Liebe? Das ist eine Bereitschaft zur Selbstaufopferung. Wir lieben jemanden sehr, weil er uns gibt. Wir lieben Christus, weil er uns ernährt, weil er sich selbst durch das Weizenkorn, das wir essen, für uns opfert. Deswegen ist es gesagt: „Isset Mein Fleisch und trinket Mein Blut“. Wenn ihr wollt, dass man euch liebt, müsst ihr zu einer Selbstaufopferung bereit sein; Dass wir lieben, bedeutet, dass wir uns opfern, d.h. dass wir säen – wir müssen eine Liebe säen, um eine Liebe zu ernten. Unser Leben ist nur so wertvoll, wie es unseren Nächsten nützlich ist. Das Leben ist eine Kraft, die Gott uns gegeben hat; man kann sie nehmen, wie sie uns gegeben ist.

Wir haben jetzt kein Leben – wir stöhnen, gehen zu Bett, drehen uns dort usw. Der Mensch muss drei Dinge haben, die für das Leben verlangt werden: einen gesunden und tiefen Frieden und eine Selbstaufopferung für Gott. Christus hat uns den Weg des Lebens gezeigt. Das erste ist die Selbstaufopferung, und das bedeutet, dass wir den Verstand, das Herz und den Besitz für unsere Nächsten opfern. Christus hat Sein Leben dort eingesetzt, wo er erwachsen kann. Die erste Bedingung für unser Leben ist, dass wir auf viele unsere Wünsche und den Schmutz verzichten. Der Fluss mündet sauber ins Meer, aber wenn er zurückkommt, trägt er auch den Schmutz. Wir müssen mit den unsauberen, bösen Wünschen nicht zurückkommen.

Wir müssen die Göttlichen Liebe, Leben, Gedanken und Willen anwenden, um uns dem Gott zu nähern. Wenn wir sie in uns einsetzen, werden wir sie in unserem Leben haben, und Gott wird Seinen Geist schicken, und wir werden gesund und klug sein.

Lassen wir unsere Sünden und wiederholen wir nicht ständig: „Gott wird sie für einen neuen Boden nutzen, um einen Weizen zu säen.“ Die Sonne scheint täglich, Gott ist täglich vor uns. Gott lebt über uns wie die Sonne über die Erde – sie schickt uns die notwendige Wärme und das notwendige Licht, damit wir wachsen, indem sie die Kälte beseitigt, die im Universum herrscht und jeden Fortschritt verhindert. So erhellt, erwärmt und erhebt Gott uns durch Seine Geister. Wenn wir gesund, klug und munter sind, ist der Geist mit uns, und Gott ist mit uns. Für dieses Leben und diese Welt wird kein besonderes Programm gefordert, es ist genug, dass wir das uns Gegebene aus dem ursprünglichen Göttlichen Plan erfüllen, und wir werden reich sein. Wir leiden, weil wir den Plan des Gottes ändern. Wir müssen uns von allen falschen Begriffen und Außeneinflüssen befreien und uns mit dem Gott beraten, der in uns ist. Hören wir unserer inneren Stimme zu – beraten wir uns mit dem Gott, der in uns ist; hören wir unserer inneren Stimme zu – unserer Seele.

Gott ist in der Seele – ich kann; und der Teufel ist in der Seele – ich kann nicht; d.h. wir müssen jeder Tat des Gottes „ich kann“ sagen, und es hat Sinn, dass wir jeder Tat, die nicht vom Gott ist, „ich kann nicht“ sagen. Wenn wir „ich kann“ sagen, wird Gott kommen und uns auch für die schwierigsten Sachen helfen, wenn wir „ich kann“ sagen, werden wir unbedingt das erfüllen. Der Teufel ist stark, weil wir ihm „ich kann“ sagen, wenn er uns zum Lügen veranlässt usw. Die Frau macht einen Fehler, wenn sie sagt: “Ich kann meinem Mann nicht recht machen”, und die Mutter, wenn sie sagt: „Ich kann meine Kinder nicht erziehen.“ Christus will, dass wir zwei Wörter: „ich kann“ und „ich kann nicht“ verwenden. Ich kann lieben, ich kann nicht hassen; ich kann die Wahrheit sagen, ich kann nicht lügen usw. In dieser Weise kommen die zwei Geister, jeden Tag sind sie bei uns – der gute Geist sagt uns etwas, wir lehnen es ab, aber wir sind nicht frei, weil der Geist des Bösen auf uns wartet. Christus kommt uns lehren, dass wir „ich kann“ sagen, wenn das Gute kommt und wenn das Böse kommt, müssen wir „ich kann nicht“ sagen. Ein Acker kann nicht einen Besitz von zwei Herren sein – er muss entweder dem Guten, oder dem Bösen sein. Der Mensch ist auch so. Gott lehrt uns alles, was Gut ist. Seid treu dem Gott, der in euch lebt.

Wir sollen die vier Hauptelemente haben – die Göttliche Liebe, das Göttliche Leben, den Göttlichen Gedanken und den Göttlichen Willen, um in uns den Geschmack, das Herz, den Verstand und den Intellekt zu pflanzen und unsere Herz, Geist und Seele zu entwickeln. Wir sollen „ich habe nicht verstanden“ nicht sagen, und nur ‚ich habe verstanden“. So wird Gott uns lassen, dass wir alles praktisch verstehen.

Wir sollen Gott, Christus, treu sein. Christus, das ist das Leben, die Liebe – die lebendigen Gedanken, die die Völker lehren, dass sie sich lieben. Er ist eine Gesamtheit der Erhabenen Geister, die die Völker lehren, wie sie leben sollen, ihnen die Gesetze geben und sie leiten. Christus ist dieser, der uns von jenen Ketten befreit, mit denen wir uns freiwillig anbinden.Wenn wir Ihn nun nicht sehen, wird Er eines Tages kommen und seine Steuer verlangen. Er ist unser ältester Bruder. Der Tag Seiner Erscheinung wird bald eintreten. Es ist schon spät für diesen, der nach Ihm nicht gesucht hat. Überall gibt es eine Helligkeit, die Lebensweise ändert sich.

Seien wir treu unserem Gott, Christus, den wir schon gekannt haben. Er hat uns Leben und Gesundheit gegeben, und Er wird immer mit uns und in uns sein.

 

 

Warum verzichtete Jiddu Krishnamurti auf die ihm von gewissen Kreisen zugedachte Rolle des wiederverkörperten Christus und des Bodhisattva?

 

Aus den Memoiren von Maria Todorova (1898 – 1976) – Schülerin aus dem engen Kreis um Beinsa Douno, veröffentlicht im Buch „Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.

„Magdalena und Krishnamurti

Magdalena war diejenige, die ab und zu in unsere Siedlung Izgreva („Der Sonnenaufgang“) aus der Stadt kam und dem Meister und der Bruderschaft den meisten Schaden anrichtete. Sie war diejenige, die von den Popen bestochen wurde und ein Schild mit der Aufschrift „Danovs Opfer“ durch die ganze Stadt spazieren trug. Jahrzehnte lang erinnerten sich Sofias Bürger an dieses Schild und lachten uns als Danovs Opfer aus, als sie erfuhren, dass wir vom Izgreva kommen. Außerdem wurde Magdalena von den Popen bezahlt, damit sie vor den Bürgern in Plovdiv den Meister verleumde und mit den widerwärtigsten Lügen und Beschimpfungen über ihn spreche. Es war furchtbar anzusehen, wie sie Gift und Galle spie. Es war, als spräche ein Biest durch sie, das bellte und zu beißen versuchte. Doch nach jedem Zwischenfall kam sie zum Meister, als wäre nichts passiert und als ginge sie das alles nichts an. Manchmal schimpfte der Meister mit ihr. Ein anderes Mal redete er ihr leise und mit belehrenden Worten zu. Einmal habe ich erlebt, wie er sie mit dem Spazierstock verprügelte. Die Freunde ertrugen sie nur schwer und wollten ein für allemal mit ihr abrechnen, sie aus der Bruderschaft vertreiben und ihr nicht mehr erlauben, in die Siedlung zu kommen. Das hatten sie fest beschlossen. Es ging eine Deputation zum Meister, um ihm mitzuteilen, was die älteren Freunde beschlossen hatten. Er hörte ihnen zu und sagte: „Was ihr erzählt, stimmt. Am einfachsten ist es, Magdalena zu vertreiben. Doch vorher muss jemand von euch freiwillig ihren Platz einnehmen. Denn sie stellt einen Kanal dar, durch den der ganze übelriechende Dreck abfließt, den die schwarze Bruderschaft gegen unsere (esoterische) Schule speit. Sie erfüllt diese Aufgabe sehr gut. Wählt einen von euch, der ihren Platz einnehmen soll und ich werde sie beseitigen.“ Die Freunde wechselten angstvolle Blicke und liefen entsetzt davon, ohne sich vom Meister zu verabschieden. Sie liefen weg, da sie Angst hatten, dass der Meister jemanden von ihnen dazu bestimmen könnte, Magdalenas Platz einzunehmen.

Einmal fragte sie der Meister: „Wieviel Lewa hat man dir bezahlt, damit du dieses Schild herumträgst?“ Sie antwortete ruhig: „Man hat mir 3000 Lewa versprochen, aber ich habe nur 1000 bekommen.“ Der Meister schüttelte den Kopf und sagte: „Du hast deine Seele sehr billig verkauft. Ich koste millionenfach mehr“. Sie fügte hinzu:“Ich wollte mehr haben, aber sie sagten mir, dass sie mich verwünschen und in die Hölle schicken würden“. Der Meister lachte und fuhr fort: „Die Diener der Hölle bezahlen den Preis der Verderbnis, damit sie so an das Licht jenes Glühwürmchens herankommen, welches durch deine Augen hindurch kann. Es ist ein Teil meines Wortes für die Diener der Hölle.“ Immerhin war in ihrem Bewusstsein ein Teil des Meisterwortes geblieben, obwohl es so winzig wie das Licht eines Glühwürmchens war.

Einmal rief der Meister Magdalena zu sich, die auf einen Spaziergang gekommen war, um zu schauen, was es Neues in Izgreva gab. Er fragte sie: „Kannst du eine Bitte erfüllen – als Kurier einen Brief von mir an Krishnamurti in Holland bringen und ihm aushändigen?“ „Klar kann ich das. Ich bin drei Kuriere wert, da ich drei Sprachen spreche – Englisch, Deutsch und Französisch. Ich kann sogar in einem einzigen Satz diese drei Sprachen benutzen.“ Der Meister lächelte und sagte: „ Ich weiß, dass du es kannst. Deshalb habe ich dich für diese Aufgabe ausgesucht. Ich warte auf dein Einverständnis.“ „Ich bin einverstanden, Meister, ich werde mich sofort auf den Weg machen.“

„Bereite deine Papiere vor, lass dir einen Ausweis ausstellen und kauf dir eine Fahrkarte“. Der Meister schickte sie zu Todor Stoimenov, der ihr den für die Reise und alle anderen Ausgaben notwendigen Betrag auszahlen sollte. Als dieser über die Sache erfuhr, lief er sofort zum Meister, denn er konnte seinen Augen und Ohren nicht glauben, dass diejenige Magdalena, die der Bruderschaft immer soviel Schaden zufügte, nun vom Meister als Kurier und als seine Botin zum Kongress der Theosophischen Gesellschaft in Holland geschickt wurde. Es gab keinen einzigen Menschen in Izgreva, der nicht über den demnächst abzuhaltenden Kongress Bescheid wusste.

Also lief Stoimenov zum Meister und Magdalena hinterher. Der Meister sagte ihm: „Sie wird mein Kurier sein und meinen Brief Krishnamurti bringen. Jeder Kurier wird von seinem Herrn bezahlt, der für die Ausgaben des Kuriers aufkommt. Deshalb sollst du ihr den Betrag für die Fahrkarte und alle möglichen Ausgaben auszahlen und sie wird ihn dir quittieren. Wenn sie zurückkommt, wird sie über das ausgegebene Geld Rechenschaft geben.“

Todor nickte, ging hin, gab ihr Geld und Magdalena fuhr nach Holland. Sie kam dort an und alles hat sich so eingerichtet, dass alle Türen, die für Unbefugte geschlossen und verschlossen waren, sich vor ihr auftaten. Magdalena war sehr dreist und packte niemanden in Watte. Sie kam dort an und ihr wurde ein Zimmer zugewiesen, das für die Delegierten aus den gehobenen Kreisen bestimmt war. Man sah, wie sie mit den Aristokraten auf gleicher Höhe kommunizierte, man hörte, wie sie drei Sprachen fließend sprach und daraufhin haben sich alle Türen vor ihr geöffnet. Schließlich traf sie Krishnamurti und übergab ihm den Brief des Meisters. Zuerst vermied Krishnamurti die Kontakte mit ihr, weil er es für unanständig hielt, sich als spiritueller Mann mit einer unbekannten Frau zu unterhalten. Er konnte sie kaum ertragen und wusste nicht, wie er sie loswerden konnte. Sie aber sagte zu ihm: „Was sind Sie denn für ein Meister- und Christus-Anwärter, wenn Sie mich nicht mal fünf Minuten lang ertragen können und mich ständig meiden? Mein Meister in Sofia erträgt mich schon so viele Jahre, obwohl ich ihm den größten Schaden zufüge.“ Und sie begann aufzuzählen, welche Unannehmlichkeiten sie dem Meister bereitet hatte. Krishnamurti begriff, dass die Sache kein Zufall ist und begann, Magdalena nach dem Meister und seiner Schule auszufragen. Sie hat ihm in aller Ausführlichkeit über alles berichtet. Danach las er den Brief des Meisters und traf schließlich seinen Entschluss.

Als alle ihn zum Weltlehrer ausrufen wollten, erklärte er, dass der Weltlehrer in Fleisch auf die Erde gekommen ist, sich in Bulgarien befindet und Peter Danov heißt. Eine der Zuhörerinnen, die dabei war und gehört hat, wie diese Worte ausgesprochen wurden, ist Magdalena Popova – die Kurierin ihres Meisters.

Sie kam zurück und berichtete, was sie dort gemacht und gesagt hatte, wo sie war und was geschehen war. Sie erzählte allerlei, doch keiner glaubte ihr, denn alle wussten wer Magdalena war und was für Probleme sie machte. Deshalb dachten die Freunde, dass sie auch dort etwas eingebrockt hat, um den Meister zu blamieren. Schließlich ging sie lachend zum Meister und erzählte ihm alles. Er hörte ihr die ganze Zeit aufmerksam zu und sagte dann: „Zum ersten Mal hast du ein Werk für Gott in der angemessenen Art erledigt. Jeder Schüler müsste über die Art und Weise stolz sein, wie du die Aufgabe erfüllt hast.“

Wir standen wie versteinert da und unsere Blicke wanderten von Magdalena zum Meister und zurück, ohne dass wir unseren Ohren und Augen glaubten. Aber sie hat ihre Aufgabe erfüllt und die beiden Vertreter des Meisters aus Bulgarien[1] konnten Krishnamurti auf zwei verschiedenen Wegen warnen und Magdalena hat ihm auch den Brief des Meisters überreicht. Wir waren von dieser Geschichte so verblüfft, dass wir Magdalenas Worten nicht glauben konnten, als wir sie von ihr hörten. Jemand hätte sie die ganze Geschichte ausführlich beschreiben lassen, berichten darüber, wie sie alles selbst erlebt hat.

Später kam Atanas aus Holland mit seiner neuen Frau und dem Kind zurück und erzählte, was sich in Holland zugetragen hatte. Dann begannen wir, allmählich an die von Magdalena erzählte Geschichte zu glauben. Als schließlich Sofroni Nikov[2] Georgi Kurtev gegenüber die Wahrheit zugab, hat sich der ganze Kreis dieser Geschichte geschlossen. Wir haben die Wahrheit begriffen und nun gebe ich sie den nächsten Generationen weiter.

Einmal hatte Magdalena wieder etwas angestellt und ein Bruder beschimpfte sie mit allen schlechten Ausdrücken, die ihrer feindlichen Tätigkeit in der Bruderschaft gerecht waren. Sie war aber nicht beeindruckt, sondern hat dem Bruder mit einer Anzeige gedroht. Sie war schon auf dem Weg zur Polizei, als der Meister, den man informiert hatte, herauskam und sich an mich wandte: „Gehe hin und hole Magdalena, sie soll nicht zur Polizei gehen und Mist bauen!“ Ich holte sie ein und sagte ihr, dass der Meister sie sprechen will, sie solle zu ihm gehen. Der Meister unterhielt sich mit ihr und konnte ihr das Vorhaben ausreden. Sie beruhigte sich und kam in die Siedlung zurück. Sie hätte wieder ein Feuer und dem Meister viel stärkere Unannehmlichkeiten verursacht. Es gab Kräfte, die einfach auf solche Fälle warteten und sie dann aufbauschten. Danach folgten Aktionen der Regierung und des Klerus gegen die Bruderschaft. Es gab viele solcher Fälle. Ein Mann hatte seine Frau verprügelt, weil sie „Danovistin“ war und sie lief von Zuhause weg. Daraufhin ging der Mann zur Polizei und sagte, dass ihm Danov die Frau gestohlen und sie in die Siedlung Izgreva geholt habe, damit sie seine Dienerin werde. Die Polizei nahm Untersuchungen auf, man hat den Izgreva aufgesucht und den Meister verhört. Am Ende hat sich erwiesen, dass die entlaufene Frau sich bei Verwandten befand, wo sie sich versteckt hatte. So wurde jeder einzelne Fall zum Angreifen und Beschuldigen des Meisters ausgenutzt. Solche Fälle waren sehr zahlreich.

Einmal kniete Magdalena vor den Meister hin und wollte von ihm, dass er sie in Anwesenheit aller segne. Vorher hatte sie wieder etwas angestellt, was einen ernsthaften Zwischenfall mit nachfolgender Hetzjagd und Verunglimpfung des Meisters verursacht hatte. Alle waren gegen sie, keiner wollte sie mehr dulden. Ein Bruder hatte sich sogar bereit erklärt, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und zum Kanal zu werden, durch den das Böse abfließt, wenn sie ein für allemal die Siedlung verließe. Man dachte nämlich, dass kein größeres Übel als sie jemals geboren war, was irgendwo auf der Welt existieren konnte. Stellen sie sich vor, der Meister steht da und sie kniet vor ihm und möchte keine Vergebung, sondern seinen Segen. Alle sind wütend auf sie. Die Szene hatte den Höhepunkt erreicht. Ich schaute auf Magdalena und hatte Mitleid mit ihr. Ich hatte Mitleid mit diesem Wesen, das das Opfer fremder Mächte war und für mich eine klägliche menschliche Hülle darstellte. Ich habe in Gedanken den Meister gebeten, er möge Mitleid mit ihr haben. Der Meister sah mich leicht an, er sah auch die anderen an. Dann legte er seine Hand über ihren Kopf und segnete sie. Sie richtete sich auf und ging weg. Der Meister stand da und schwieg. Ich stand da, die Bruderschaft stand da und schwieg. Ich habe keiner dramatischeren Szene und keinem dramatischeren Finale beigewohnt. Sie ging weg und kam nie wieder zurück. Wir blieben zusammen mit dem Meister und mit Gott zurück. Einer Seele wurde von Gott erlaubt, ihren menschlichen Weg zu gehen. Wir Schüler standen vor dem Meister und schwiegen vor seiner Größe. Für uns war die Schule der Weg  und das Leben!“

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           Magdalena Popova mit Beinsa Douno (die Frau hinter seiner linken Schulter)

           Quelle

[1] Der andere Bulgare, der beim besagten Kongress der Theosophischen Gesellschaft dabei war und mit Krishnamurti sprach, war Atanas Dimitrov. Über diese Begebenheit wird hier im Blog demnächst berichtet.

[2] Der Vorsitzende der Theosophischen Gesellschaft in Bulgarien, der auch am Kongress teilgenommen hat

 

Um Magdalena Popova geht es auch in folgender Vorlesung Dimitar Mangurovs:

https://erzengelmichaelblog.wordpress.com/2017/01/05/der-aufstieg-des-ewig-weiblichen/

 

 

 

Die Große Universelle Bruderschaft

aus dem Band „Der Meister spricht“, Georgi Radev, Sofia, 1941

Das ganze Buch unter https://petardanov.info/Knigi/de/Der_meister_spricht.pdf

 (Quelle dieser Übersetzung: http://de-petardanov.com/index.php?/topic/1218-die-gro%C3%9Fe-universelle-bruderschaft/)

Es gibt auf der Erde eine Loge von Wissenschaftlern, die sich nur einmal im Jahr treffen, um verschiedene wissenschaftliche Fragen zu erörtern. Diese Eingeweihten wissen mehr über die Erde, über ihre Vergangenheit und Gegenwart als alle zeitgenössischen Wissenschaftler, welche die offizielle Wissenschaft vertreten. Aber was die Zukunft der Erde betrifft, haben sie kein bestimmtes Wissen, sondern stellen nur Vermutungen darüber an.

Neben dieser Loge von Eingeweihten auf der Erde gibt es auf der Sonne eine andere Loge von großen Eingeweihten, die nicht nur ein gutes Wissen über die Vergangenheit unseres Planeten, sondern auch über seine Zukunft haben.

Aber sowohl die eine als auch die andere Loge sind nur Organe jenes großen Weltorganismus von vollkommenen, weit fortgeschrittenen Wesen, die die Große Universelle Bruderschaft bilden. Diese vollkommenen Wesen sind unvergleichbar fortgeschrittener als die genialsten Menschen auf der Erde, weil sie viel früher als die Menschen aus der Urquelle hervorgegangen sind. Sie alle haben einen bestimmten Entwicklungsweg unter der Führung des göttlichen Geistes durchlaufen und haben diese Entwicklungsstufe erreicht, auf der sie sich jetzt befinden.

Und wenn wir von der Großen Universellen Bruderschaft sprechen, verstehen wir jene Hierarchie von Vernunftwesen, die ihre Entwicklung Millionen und Milliarden von Jahren vor den Menschen abgeschlossen haben und jetzt den ganzen Kosmos anleiten. Sie lenken ihn, weil sie selbst an seiner Erschaffung unter der Leitung des großen Geistes Gottes teilgenommen haben.

Und wenn man den vernünftigen Aufbau des ganzen Universums mit all seinen Galaxien, mit all seinen unzähligen Sonnen und Planeten und sogar jener hohe Mechanismus und technische Vollkommenheit, mit denen die Erde gebaut ist, beachtet, dann kann man einschätzen, was für einen mächtigen Geist diese genialen Schöpfer gehabt haben müssen, die für die Verwirklichung des göttlichen Weltenplans gearbeitet haben.

Je nach dem Grad des Wissens und der Entwicklung und nach dem Dienst, den sie ausüben, sind diese Wesen in einer organischen Ordnung hierarchisch organisiert, deren Stufen unter folgenden Namen bekannt sind: Seraphim — Brüder der Liebe; Cherubim — Brüder der Harmonie; Throne — Brüder des Willens; Herrschaften — Brüder der Intelligenz und der Freude; Kräfte — Brüder der Bewegung und des Wachsens; Mächte — Brüder der äußerlichen Formen und der Künste; Fürstentümer — Brüder der Zeit, des Zustandes und des Taktes; Erzengel — Brüder des Feuers und der Wärme; Engel — Träger des Lebens und der Pflanzenwelt. Den letzten und zehnten Rang werden die fortgeschrittenen menschlichen Seelen einnehmen. Alle zusammen stellen den großen kosmischen Menschen dar. 

Die Tätigkeit dieser Wesen ist so harmonisch verteilt, dass jedes von ihnen weiß, wann, wie und was es arbeiten soll. Sie steuern die Funktionen des großen kosmischen Organismus, der alle Sonnensysteme beinhaltet.

Und unserer Meinung nach gibt es drei Arten von Sonnensystemen: Die erste Art sind die Organe ganzer Galaxien und bildet die materielle physische Welt. Sie ist aus der dichtesten Materie gewebt, obwohl auch diese unterschiedliche Grade aufweist. Die zweite Art ist aus feinerer Materie gemacht, aus der Materie der geistigen Welt und gehört zur Engelwelt. Die dritte Art Sonnensysteme bildet in ihrer Gesamtheit die göttliche Welt und ist aus der feinsten und erhabensten Materie gemacht.

Und der Himmel, von dem man in den heiligen Schriften spricht, ist nicht jene blaue Himmelskuppel über uns, hinter der der Raum des Universums verschwindet und an der die Sterne nachts leuchten. Der Himmel ist von hohen Wesen, von hohen Seelen organisiert und deshalb so groß in seinen Taten. Die Engel, die den Himmel bewohnen, sind große Seelen, die ständig ihr Licht auf die ganze Welt senden. Die Energie ihres mächtigen Gedankens wird durch den ganzen Kosmos verteilt und setzt als eine kollektive Kraft alles auf der Welt in Bewegung.

Denkt nicht, dass die Engel irgendwelche immateriellen Wesen, irgendwelche gespenstischen Geister sind. Sie sind Wesen, deren Körper hoch organisiert und aus reinem strahlendem Stoff gebildet sind. Ein Engel kann seinen Körper derart beherrschen, dass er sichtbar und unsichtbar werden kann. Er kann frei und mit einer viel größeren Geschwindigkeit als die der Lichtgeschwindigkeit im unendlichen Raum reisen. Er kann ganze Sonnensysteme, ganze Galaxien durchwandern. 

Die Engel befinden sich auch auf verschiedenen Entwicklungsstufen, aber sie lassen sich im Prinzip in zwei große Reiche untergliedern. Die dem höheren Reich angehörenden Engel steigen selten zur Erde herab. Während die Engel des niedereren Reiches häufiger herabsteigen, um den Menschen bei ihrer geistigen Erhebung zu helfen. Diese großen Brüder der Menschheit stammen von der Menschenrasse ab, sind aber ihren eigenen Entwicklungsweg Milliarden von Jahren vor dem irdischen Menschen — unter viel günstigeren Bedingungen, die sie vernünftig genutzt haben — gegangen.

Und wenn das Leben der Menschheit einem bestimmten Plan folgt, wenn auf der Erde Kulturen mit ihren Wissenschaften, Religionen und Künsten aufblühen, wenn die Menschen ein ewiges Streben nach Entwicklung und Vollkommenheit haben, ist das diesen Vernunftwesen zu verdanken, die eng mit den Menschen verbunden sind und sich ständig um sie kümmern. Aus ihren Herzen sprudeln Liebe, Freude und Leben. Und dank ihres Impulses leben und streben die Menschen. Ihr Wunsch ist es, dass die Menschheit jenes Licht erwirbt, das sie besitzen, und jene Freiheit, derer sie sich erfreuen. Sie wollen den Menschen das Leben gemäß jenen großen Gesetzen beibringen, nach denen sie selbst leben. Und sie wenden die vernünftigsten Gesetze auf der Welt an. Sie führen das reinste und erhabenste Leben, ein Leben völliger Selbstlosigkeit.

In ihrem großen Edelmut steigen diese liebenden Diener Gottes selbst in menschlicher Gestalt zur Erde herab, um den Menschen zu helfen. Sie schicken ständig ihre Boten in der einen oder anderen Form auf die Erde. Alle Genies der Menschheit, alle großen Menschen, Adepten, alle Wissenschaftler, Schriftsteller, Staatsmänner, die der Entwicklung der Menschheit in dem einen oder anderen Bereich helfen, sind Diener der Großen Universellen Bruderschaft. Sie wählt unter der Menschheit die am weitest entwickelten Seelen aus und bereitet sie auf eine geistige Arbeit unter ihren Brüdern vor.

In der heutigen Menschheit gibt es Menschen, die feinstoffliche geistige Kräfte und einen feineren Aufbau besitzen. Sie zeichnen sich durch ihre hoch organisierten plastischen Körper aus, denn sie führen ein absolut reines und heiliges Leben. Ihre außergewöhnliche Entwicklung befähigt sie dazu, geistige Helfer der Menschheit zu sein. 

Die Fortgeschrittensten unter ihnen haben ihre Entwicklung auf der Erde abgeschlossen und verfügen über ein umfangreiches Wissen. Sie wissen vieles von jener positiven absoluten göttlichen Wissenschaft, die seit der Entstehung der Welt existiert. Viele von ihnen leben Tausende Jahre lang auf der Erde. Sie haben den Prozess der Auferstehung durchlaufen und für sie gibt es weder Tod noch Wiedergeburt.

Diese Menschen, Söhne Gottes genannt, in deren Geistern und Seelen Gott lebt, die mit der ganzen vernünftigen Welt, mit allen fortgeschrittenen Wesen in allen Sonnensystemen verbunden sind, sind nämlich jene großen Seelen, Meister der Menschheit, die in jeder Hinsicht die höchste Manifestation in Wort und Tat erreicht haben. Sie sind jene mächtigen Geister, die offen oder heimlich die Menschheit vorantreiben. Hinter jeder geistigen Tätigkeit, hinter jeder geistigen Äußerung stehen diese Brüder. Hinter jedem großen Menschen, hinter jedem großen Dichter, Musiker oder Künstler stehen wiederum sie. Denn, damit sich ein genialer Mensch auf der Erde offenbaren kann, müssen sich Tausende von genialen Seelen vereinen und sich durch ihn offenbaren. Damit sich ein Meister offenbart, müssen sich alle vernünftigen Seelen in ihm vereinen.

Wer ist Christus? — Christus ist ein kollektiver Geist. Er ist die Summe aller Söhne Gottes, aus deren Seelen und Herzen Liebe und Leben hervorsprudeln. Alle Söhne Gottes, in einem vereint, alle vernünftigen Seelen, die in göttlicher Einheit leben, sind Christus. In diesem Sinne ist er das Haupt der Großen Universellen Bruderschaft. Und der Stern, der bei der Geburt Christi erschienen ist — von dem im Evangelium die Rede ist –, war etwas Lebendiges; er stellte eine Summe lebendiger Wesen dar, die von oben herabgestiegen sind, um die Ankunft Christi zu verkünden. Aber nur die drei Weisen aus dem Morgenland — große Eingeweihte — sahen und erkannten diesen Stern. Und diese drei Weisen waren auch Diener der Großen Universellen Bruderschaft.

Also behaltet in eurem Gedächtnis: Die einzige große Gemeinschaft, die jetzt auf der Welt existiert, ist die Große Universelle Bruderschaft.

Jene Mitglieder der Großen Universellen Bruderschaft, welche die Entwicklung der Menschheit leiten und sie in die leuchtende Zukunft führen, bilden keine für die Menschen sichtbare Gesellschaft oder Organisation. Sie stellen eine lebendige Kollektivität, eine vernünftige Gemeinschaft dar, die außerhalb der verdorbenen Bedingungen existiert, unter denen die Menschen leben. Und genau deshalb ist es lächerlich zu sagen, dass der Sitz dieser Bruderschaft hier oder da, unter diesem oder jenem Volk sei.

All diese großen Brüder, die in den geistigen Sphären der Erde arbeiten, kommen aus sieben Hierarchien und sind von sieben Kategorien. Einige von ihnen gehören der Liebe an und werden Brüder der Liebe genannt. Andere gehören der Weisheit an und werden Brüder der Weisheit genannt: Sie unterstützen die Wissenschaften und die Künste und bringen der Menschheit Wissen. Eine dritte Gruppe von ihnen wird Brüder der Wahrheit genannt: Sie bringen die Freiheit in den menschlichen Verstand und in die Herzen; sie bringen jene Freiheit, die den menschlichen Geist, die menschliche Seele, den menschlichen Verstand und das Herz freimacht — frei im wahrsten Sinne des Wortes. Andere werden Brüder der Gerechtigkeit genannt: Sie bringen der Menschheit Gerechtigkeit und verfügen über jene unsichtbaren Güter, welche die heutigen Menschen benötigen. Eine fünfte Gruppe wird Brüder der Tugend genannt, eine sechste Gruppe Brüder der Schönheit, und schließlich kommen diejenigen, die den Namen Jehovisten tragen. Das ist aber nicht der eigentliche Name dieser Brüder. Ich kann ihn nicht aussprechen, weil er heilig ist.

Diese Brüder sind nicht so gewöhnlich, wie die Menschen glauben. Jeder von ihnen kann die Erde in seiner Hand hochheben, und wie einen Ball durch den Raum werfen. Und sie können das tun, weil hinter ihnen etwas noch Mächtigeres, Höheres steht, dem sie dienen. Und wenn einige glauben, dass sie sich diesen Brüdern widersetzen können, zeigt das, dass sie den tieferen Sinn dessen nicht verstehen, der im Begriff \textit{weißer Bruder} enthalten ist. Wenn es eine Frage der Kraft ist, verfügen diese Brüder über die mächtigste Kraft. Sie kennen derart die Funktionen des menschlichen Gehirns, dass sie an einem Tag die ganze Menschheit einschläfern können. Was stellen sogar die mächtigsten zeitgenössischen Geschütze im Vergleich zu der Stärke dieser großen Brüder dar? Aber sie wollen keine drastischen Maßnahmen ergreifen; sie lassen die Menschen mit dem Preis von Tausenden von Leiden alles selbst probieren, denn nur die Leiden sind imstande, sie edler zu machen und zu verbessern. 

Und eines Tages begreifen die Menschen, dass es auf der Welt nur einen großen Rechtsstaat gibt, deren Bürger — die Söhne Gottes — die vernünftigsten Wesen sind, die nach dem Willen Gottes leben und seinen Willen ausführen. Es wird kein Volk auf der Erde bleiben, das die Kraft und die Macht dieses Rechtsstaates nicht erfahren wird.

Aber wenn die Menschen heute nicht den richtigen Weg gehen, liegt der Grund darin, dass gegen die Große Weiße Bruderschaft eine andere Loge von intelligenten Wesen arbeitet, die den tiefen Sinn des Lebens nicht verstanden und diametral entgegengesetzte Ansichten darüber hat. Sie bilden die sogenannte schwarze Bruderschaft. Die schwarze Bruderschaft ist eine Hierarchie von Wesen, die in Abhängigkeit von ihrer Intelligenz unterschiedliche Ränge einnehmen. Um eine klare Vorstellung von ihrer Funktion zu geben, sage ich, dass während die weiße Bruderschaft in den Zweigen und Blüten des Lebens nach den Methoden der Zweige und Blüten arbeitet, die schwarze Bruderschaft in den Wurzeln des Lebens arbeitet. Während die weiße Bruderschaft im Kopf und der Brust des kosmischen Menschen arbeitet, arbeitet die schwarze Bruderschaft im Bauch, in der Leber und in den Därmen. Folglich ist die weiße Bruderschaft mit den positiven Kräften, mit dem Guten und die schwarze Bruderschaft mit den negativen Kräften, mit dem Bösen im weitesten Sinne des Wortes verbunden. Sowohl die einen als auch die anderen Kräfte benötigt man momentan für die Offenbarung des Lebens. Ihr Dienst ist streng unterteilt.

Außer diesen zwei Schulen gibt es eine dritte Schule, die Schule der großen Meister, die einer höheren Hierarchie angehören, und die Tätigkeit der ersten zwei leiten. Sie bedienen sich sowohl der Methoden der einen als auch der anderen Methoden um ihrer großen Ziele willen, aber sie gehören weder der einen noch der anderen Schule an. Sie sind jene großen Meister der Universellen Bruderschaft, die den ganzen Kosmos leiten und nach Abschluss jeder Evolution neue, einem anderen Plan und anderen Rhythmus folgenden Evolutionswellen schaffen. Unter der Leitung ihres mächtigen Geistes stiegen einst aus den hohen Gipfeln des Daseins jene erhabenen Geister herab, die die Sonnensysteme, darunter auch unseres, schufen. Sie schufen und errichteten die erste kosmische Erde, das damalige Paradies. Auf dieser kosmischen Erde leben heute noch jene vollkommenen Urmenschen, die ihre Entwicklung vollendeten. Das sind die großen Vorfahren der Menschheit. 

Diese Schöpfer der Vergangenheit, diese großen Vorfahren kommen auch heute wieder zu unserer Erde herab. Und sie werden sie in ein Paradies umwandeln. Mit ihnen werden auch jene 144 000 Seelen kommen, von denen in der Offenbarung die Rede ist und unter denen Vertreter aller Völker der Vergangenheit und der Gegenwart sind. Alle Heiligen, Adepten und Meister seit Menschengedenken werden kommen. Sie werden alle erwachten Seelen aus den vier Himmelsrichtungen der Erde mit ihrem mächtigen Geist in die Arbeit einspannen und alle zusammen die wahre Ordnung auf die Welt bringen. Nach Abschluss ihrer Arbeit werden sie sich zurückziehen und die Menschen unter den neuen Bedingungen leben und arbeiten lassen. So wird sich der Kontakt zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt wiederherstellen lassen.

So arbeitet und wird die Große Universelle Bruderschaft in der Welt arbeiten. Und sie wird arbeiten, bis die einheitliche Liebe, die einheitliche Weisheit und die einheitliche Wahrheit das ganze Dasein umfassen. Dann wird jeder Atemzug in heiligem Frieden und in Harmonie Gott loben.

„Das gute Gebet“ – der Passierschein für die unsichtbare Welt

  1. Der Sinn des „guten Gebets“

„Das gute Gebet“, das Anfang 1899 durch den Meister Beinsa Douno gegeben wurde, stellt das Symbol des neuen Glaubensbekenntnisses in der Welt dar. Über das Gebet sagte er:

„Es wurde euch in der kürzesten Form gegeben, es ist aber sehr lang und ich würde viel Zeit brauchen, um es euch zu deuten. Wenn ihr eines Tages bereit seid, werde ich euch das ganze Gebet vorlesen und ihr werdet den Nutzen bemerken. Wenn das Einvernehmen aus Liebe geschieht, kommt es von Gott, geschieht es nach fremdem Willen. Kommt es vom Teufel.

Behaltet also folgende Wahrheit: Es gibt nichts Größeres im Menschenleben als das Gebet. Was die Menschen euch auch sagen mögen, ihr solltet nicht die Bedeutung und die Notwendigkeit des Gebets, des Umgangs mit Gott vergessen. Mit dem Kontakt des Menschen zur Ersten Ursache lassen sich weder Wissen, noch Liebe oder Weisheit der Erde vergleichen. Wir wollen nun „Das gute Gebet“ lesen und unseren Verstand zu Demjenigen richten, an Den sich alle wenden. Dieses Gebet ist nicht nur für die Menschheit, sondern auch für das ganze Universum, für alle Engel, Erzengel, Urbeginne, Gewalten, Mächte, Herrschaften. Nur durch es werden sie den göttlichen Segen erbeten, damit wir Seinem Willen entsprechend wachsen und uns entwickeln können. Wer etwas von Gott erbeten will, muss etwas versprechen, etwas von sich aus opfern und das Versprochene erfüllen.

Ihr sagt: „Wir lesen immer diese Gebete – „Das gute Gebet“, „Das Vaterunser“. Wir möchten neue Gebete, wir möchten Vielfalt haben.“ Ich frage: „Wenn ihr so oft „Das gute Gebet“ gelesen habt, habt ihr auch die Bedeutung der Worte „Herr, unser Gott“ verstanden, mit denen dieses Gebet anfängt?“ Diese Worte aussprechen, ohne ihren Sinn zu begreifen, ist wie „Ich habe Hunger“ sagen und den Sinn des Hungers nicht begreifen. Wann versteht der Mensch den Sinn des Hungers? – Wenn er sich sattgegessen hat. Umgekehrt versteht er den Sinn der Nahrung, wenn er Hunger bekommt. Abgesehen vom „Vaterunser“ gibt es kein schöneres Gebet als „Das gute Gebet“, aber es kommt nicht darauf an, es maschinenhaft auszusprechen. Man muss lesen und den Sinn jedes Wortes erfassen. Andernfalls wird es nach Befehlen aussehen. Du sagst: „Sende uns Deinen Geist, auf dass er uns schütze und behüte“. So darf man nicht sagen! Du musst beten und denken, dass Gott Seinen Geist senden möge, um dich zu lehren, wie du den anderen dienen, nicht wie du sie beherrschen kannst. Der Vollkommene darf sich an Gott mit den Worten „Sende Deinen Geist“ wenden. Derjenige, der keine Liebe zu Gott empfindet, soll beten, hinhören und warten, bis er Wärme in seinem Herzen empfindet. Danach soll er sein Gebet fortsetzen. Es ist nicht erlaubt, ein Gebet ohne den nötigen Respekt und die nötige Ehrfurcht vor Gott zu lesen. Du sollst beten, denken und danken.

Wie wird das erreicht? – Indem man sich selbst und seinen Nächsten studiert.

Ich werde euch etwas über das geheime Leben Christi sagen. Nachts schlief er drei Stunden und betete drei Stunden lang. Bei diesem Gebet wurde Er zum Speicher gigantischer Energien aus der göttlichen Welt, die Er dann tagsüber ausgab. Tagsüber verbrauchte er viele Energien, sei es durch das Wort, sei es durch das Heilen. Diese Energien speicherte Christus durch das nächtliche Beten in sich.

Beim Beten tritt der Mensch mit seinen höheren Wesensgliedern heraus, während die niedrigeren Wesensglieder auf der Erde bleiben. Beim Gebet bleibt der Astralleib beim physischen Leib und wird lediglich erweitert, während der Vernunftskörper und der Kausalkörper heraustreten. Beim Gebet liegt also mehr oder weniger eine Art Austritt vor.

Im „Vaterunser“ habt ihr ein ganzes Programm, was zu tun ist. „Das gute Gebet“ ist auch ein ganzes Programm. „Das gute Gebet“ enthält zehn Schlüssel zum Heranziehen der Himmelskräfte.

Es gibt eine Regel: Wenn man betet und die Bibel aufschlägt, ist dasjenige, was auf der jeweiligen Seite steht, nichts Zufälliges, sondern es wurde von oben gegeben. Doch wichtiger ist das Gebet.

Die Gebete der Kirche würden nicht die gleiche Kraft entfalten, wenn man sie ins Neubulgarische übersetzen würde, da sie den altslawischen Rhythmus haben. Unser gutes Gebet wurde nach demselben Gesetz rhythmisiert. Wenn wir es ins Altslawische übersetzen würden, würde es seinen Sinn verlieren. Wir müssen Neues schaffen. Die Wahrheit kann nie alt sein. Sie ist weder alt, noch neu, sondern sie liegt außerhalb des Alterns. Sie schafft Formen mit allen möglichen Wandlungen, aber sie selbst wandelt sich nicht. Man sagt „dies sei eine alte Wahrheit“, doch das bezieht sich auf die eine Form, in der sie auftritt.

2. „Das gute Gebet“ als Passierschein für die unsichtbare Welt

Das ganze Jahr hindurch werdet ihr „Das gute Gebet viele Male lesen. Jedes Mal werdet ihr verschiedene Aspekte haben, viele Ansichten über seinen inneren Sinn haben. Wenn ihr den Auftrag erfüllt, nur um sich von ihm zu befreien, müsst ihr wissen, dass das kein Auftrag mehr ist, sondern nur ein Weg. Wenn der Mensch ihn nur passieren will, wird er keinen Nutzen haben. Schaut euch das Beispiel zweier Schüler an, von denen der eine fleißig lernt und der andere die Vorlesungen regelmäßig besucht, jedoch nichts lernt und sich nicht auf die Prüfung vorbereitet. Ich frage euch: Werden die beiden am Ende des Schuljahrs gleich viel können? Was werdet ihr antworten, wenn ich euch frage, warum ihr morgens betet? Das Gebet stellt eine Verbindung, einen Passierschein dar. Ich nenne das Gebet einen Passierschein, denn wenn man morgens aufsteht und nicht zu Gott betet, alle Engel, die Gott eifrig dienen, einen nicht ins Leben hineinlassen werden. Deshalb braucht man einen Passierschein. Betest du, wird dir aufgemacht, du wirst in das Leben hineingelassen. Ohne Gebet kannst du nirgendwohin gehen. Ohne Gebet ist das Leben für euch versperrt. Beginnst du zu beten, wird sich jede Tür vor dir auftun und du wirst auf den breiten Weg kommen. Wenn wir uns in einer schwierigen Situation befinden, beten wir.

Was geschieht, wenn wir beten? Die Tür des Lebens wird sofort breit aufgemacht und alle einengenden Bedingungen und Situationen ändern sich. So ist das Gebet ein Passierschein! So wird es sein, das gilt für den Schüler! Wenn er morgens aufsteht, wird er beten, um zu wissen, dass die Türen ihm tagsüber offen stehen, damit er in die weite Welt eintritt, dort lebt und die Bedingungen nutzt. Viele christliche Schüler warten 10-15-20-60 Jahre lang, bis ihnen die Türen des Lebens geöffnet werden. Sie werden Greise und sagen schließlich: „Wenn wir in die geistige Welt kommen, werden sich die Türen vor uns öffnen!“ Sie verschieben alles. Die geistige Welt, das ist die physische Welt. Die erste Frage, die dem Schüler gestellt werden wird, wenn er zur Königspforte kommt, lautet: „Kannst du beten? Sag ein Gebet!“ Welches Gebet wirst du sagen? Wenn du „Das gute Gebet“ sagst, kannst du überall hingehen. Es ist ein Passierschein. Wenn du „Herr, unser Gott“ sagst. Wirst du die erste Tür passieren. Die Zahl der Sätze im Gebet zeigt, wieviele Türen du passieren wirst.

Jemand sagt: „Mit jedem Gebet kannst du die Türen passieren!“ Nein, das stimmt nicht. Ich habe viele Menschen gesehen, die denken, das es einfach ist, ein Gebet zusammenzustellen. Nein, die guten Gebete in der Welt wurden von Gott, vom göttlichen Geist gegeben. Das sind heilige Gebete, die niemals altern. Es gibt manche Gebete, die von Menschen gegeben werden, aber sie altern. Die Gebete, die Passierscheine sind, sind die heiligen Gebete. Ein Gebet wie „Das gute Gebet“ in der Form, in der es gegeben wurde, wird täglich vom Geist belebt. Es wandelt sich jeden Tag. „Das gute Gebet“ bleibt nicht das Gleiche. Nehmt z.B. den ersten Satz „Herr, unser Gott, unser gütiger himmlischer Vater, der Du uns Leben und Gesundheit geschenkt hast, auf dass wir uns an Dir erfreuen“ – wisst ihr, was es bedeutet, wenn ihr Gott als euren Vater auffassen könnt und bereit seid, euch für Ihn aufzuopfern, erkennend, dass Er euch Leben und Gesundheit geschenkt hat? Dann wird sich eine weite Welt vor euch auftun! Und das ist nur der Anfang des Gebets. Diese Worte werden mit jedem Tag immer lebendiger in euch werden. Wie sollen wir „Das gute Gebet“ lesen?

Wir wollen „Das gute Gebet“ gedankenerfüllt lesen – wenigstens einmal im Leben. In ihm gibt es zehn Inhalte, sie ihr gedankenerfüllt lesen solltet. Das ist eine Zusammenfassung desjenigen, was der Mensch tun soll. Im „guten Gebet“ liegt euer Glück. Wenn ihr das Geschriebene denkend lest und darüber nachdenkt, werdet ihr glücklich sein. Können wir arm sein, wenn Gott unser Vater ist? Wenn wir arm sind, so ist Er noch nicht unser Vater geworden. Nichts anderes. Nun wollen wir das Gebet gedankenerfüllt lesen, da ihr glücklich sein möchtet. Ich habe euch den Weg zum Glück gezeigt. Wer von euch bereit ist, soll eingehen. Wer nicht bereit ist, soll tun, was er will. Nun wollen wir „das gute Gebet“ denkend lesen, jeder soll sich vertiefen und die anderen vergessen. Ihr dürft euch nicht beeilen, wenn ihr dieses Gebet lest. Ich werde euch das richtige Lesen beibringen. Ihr müsst euch konzentrieren, damit der Sinn dieser Worte in euren Herzen aufgeht. Jedes Wort und jeder Satz müssen langsam gesprochen werden, damit deren innerer Sinn aufleuchtet. Ihr dürft euch nicht beeilen! Ihr müsst das Gebet langsam und gedankenerfüllt lesen, damit ihr selbst mit euch zufrieden sein könnt. Wenn ihr selbst zufrieden seid, wird auch Gott mit euch zufrieden sein und euch Seinen Segen senden.

Am 25.8.1923 gab Beinsa Douno folgende Hinweise vor dem Gebet:

(aus dem Buch „Chronik des Izgreva“ von Teofana Savova, Bd.1, 2001):

Wenn ihr das „Gute Gebet“ sprecht, werdet ihr zuerst tief einatmen, damit ihr es in einem Atemzug sprechen könnt, und wenn das nicht geht, versucht es mit zwei oder drei Atemzügen. Durch dieses ständige Ein- und Ausatmen der Luft geht nämlich die Kraft des Gebets verloren. Wenn wir beten, müssen wir die Geistesgegenwart bewahren, sehr ruhig sein und unseren Verstand kontrollieren. Wir sollten ruhig und gut gestimmt sein, damit auch unser Verstand konzentriert ist und jedem Wort einen Sinn verliehen wird. So entsteht jene mächtige Kraft, so entstehen jene Wellen, die nach außen ausgeströmt werden, um die Kraft Gottes anzuziehen, damit der Geist stärker wirkt. Dann werden wir alle diese Sanftheit, diese Freude, die wir suchen, erhalten. Um ein Gebet zu sprechen, reicht es nicht aus, es in Worte zu fassen.

Jetzt werdet ihr alle tief einatmen und euch so konzentrieren, als ob ihr keine Verbindung zum irdischen Leben hättet. Das irdische Leben ist ein Rucksack, der nicht so wichtig ist. In diesem Fall werdet ihr den Rucksack auf den Boden stellen und wie Neugeborene sein.

Nach dem Gebet könnt ihr einen, zwei, drei, zehn Rucksäcke auf den Rücken nehmen, das hängt von euch ab, aber während des Gebets – keine Rucksäcke. Ihr werdet so wach und frei sein, als ob ihr im Himmel leben würdet. Was morgen passieren wird, ist nicht wichtig, es geht uns nichts an. Heute ist der Tag Gottes. Es ist dieser Tag, der uns interessiert, damit wir ein Gut von Gott erhalten. Der heutige Tag sollte sich durch ein Gut auszeichnen, das Gott uns schenken wird.

Ihr werdet das Gebet schweigend lesen, jeder für sich. Wenn ihr den ersten Satz „Herr, unser Gott“ gelesen habt, werdet ihr innehalten, tief durchatmen und mit dem Gebet fortfahren. Wo immer ihr innehaltet, atmet wieder tief durch und setzt das Gebet fort.

Und so werden ihr das Gebet auf die neue Art lesen, indem ihr tief durchatmet. Ihr werdet euch nicht beeilen.


Seht, da ist der Mensch!

Vortrag des Meisters Beinsa Douno, gehalten am 16. März 1914 in Sofia

Quelle: http://de-petardanov.com/index.php?/topic/1155-1914_03_16-seht-da-ist-der-mensch/

„Da ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und Pilatus spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch!“ (Joh 19,5)

Während man im Bulgarischen unter dem Wort „Mensch“ ein Wesen versteht, das ein ganzes Jahrhundert lang lebt, bedeutet in der ursprünglichen Sprache, in der Sprache, in der dieser Ausdruck geschrieben wurde, „Mensch“ (auf bulgarisch – sprich: tschovék) etwas anderes: Es bedeutet Jesus, der Mensch, der auf die Erde kommt, der Mitleidende. Wie sollen wir diese Worte verstehen? Können die Leute, wenn wir vor die Welt treten, von uns sagen: „Da ist der Mensch!“? Um mit diesem Namen ausgezeichnet zu werden, muss man in sich folgende vier Dinge vereinigen: Reichtum, Kraft, Wissen und Tugend. Ihr werdet aber sagen: „Was hat hier der Reichtum zu suchen?“ – Der Reichtum ist der Ackerboden, die Bedingung, unter der sich der Mensch entwickeln kann; es ist der Ackerboden, auf dem sich die Kraft entwickelt. Und diese spendet Wärme und Licht, was das Wachstum, die Entwicklung fördert. Das Wissen ist die Methode, durch die unser Leben erkannt und geordnet werden muss. Die Tugend schließlich ist das Ziel, nach dem wir streben müssen. Oft stellen die Menschen die Frage: „Was sollen wir tun?“ – Säet ein Weizenkorn und es zeigt euch, was ihr zu tun habt! „Wie?“, werdet ihr fragen. – Sorgt für genügend Feuchtigkeit, und dann zeigen euch die Sonnenstrahlen, wonach das Weizenkorn strebt – nach einer Richtung – zur Sonne hin, hin zur Lebensquelle! Auch wir müssen wie das Weizenkorn wachsen – wir müssen zu Gott streben.

Es könnte jemand fragen: „Wenn nun das Weizenkorn ausgewachsen ist, hat es denn dann die Sonne erreicht? Schließlich will ich Gott finden!“ – Es ist für dich unwichtig zu wissen, wo Gott ist, du brauchst nur nach Ihm zu streben. Das Korn hat verstanden, was Sonne bedeutet und hat sich ihren Gesetzen gefügt. Für uns gilt dasselbe Gesetz, – auch wir müssen zum selben Schluss kommen. Auch wir müssen gesät werden. Das Leben wird uns mit Sicherheit Schwierigkeiten bereiten, diese kleinen, aber notwendigen Hindernisse aufstellen, genauso wie das Korn einen gewissen (Luft-) druck benötigt, um mit seinem Wachstum beginnen zu können, d. h. mit dem Wissen. Die Frucht, die es dann trägt, ist die Tugend. Wir müssen also gesät werden, brauchen etwas Ackerboden, gewissen Druck, müssen nach oben wachsen und Wissen gewinnen. Dieses Wissen, nachdem es eine gewisse Stufe erreicht hat, verwandelt sich sofort in ein Weizenkorn. Danach lässt Der Herr den Weizen abernten, trennt das Nötige vom Unnötigen ab – den Weizen von der Spreu. Wir werden geboren – das bedeutet, wir sprießen hervor; wir wachsen auf, entwickeln uns, sterben und werden zu Grabe getragen – das bedeutet Dreschen. Von der Tenne wird Der Herr jenes sammeln, was Er braucht. Das entspricht dem Bild von der Scheune und dem Kornboden: Die Spreu trägt man in die Scheune, und die Körner auf den Kornboden.

Ich habe euch das neunzehnte Kapitel des Johannesevangeliums vorgelesen, damit ihr die vier Sachen erseht, die Christus am Kreuz trug – vier Sachen, die auch wir begreifen müssen. Ordnen wir die Tugend dem Kopf zu, der ja, wie wir wissen, nicht angenagelt war, das Wissen der linken Seite, die Kraft der rechten, und der Reichtum den Füßen unten. Schon haben wir den gekreuzigten Menschen! Indem der Reichtum, die Macht und das Wissen festgenagelt werden, erheben sich deren Säfte zum Kopf, zur Tugend. Wenn Der Herr vorhat, einen Menschen zum Guten zu bekehren, nagelt Er ihn fest, seine Reichtümer, seine Macht, sein Wissen. „Da ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und Pilatus spricht zu ihnen: „Seht, welch ein Mensch!“ (Joh 19,5) Was aber bedeutet das Festnageln? Die Güter kommen in Verwahrung, damit nichts abhanden kommt, damit kein anderer über sie verfügt, denn Der Herr ist es, der verfügt. Er sagt: „Wenn Ich arbeite, kannst du beruhigt sein!“ Weil der Mensch aber nicht ruhig bleiben will, sagt Der Herr: „Nagelt ihn fest, damit Ich in Ruhe arbeiten kann!“ Wenn man uns ans Kreuz nagelt, dürfen wir nicht weinen, denn Der Herr arbeitet ja in der Zwischenzeit für uns. Unglücklich ist jener, der nicht ans Kreuz genagelt ist. Wer will, dass Der Herr sich mit ihm beschäftigt, muss diesen Prozess der Entwicklung durchlaufen. Ich spreche euch in Gleichnissen.

Vor diesem Entwicklungsprozess muss unbedingter Glaube bestehen, ein unerschütterlicher Glaube an den allumfassenden göttlichen Plan, der alle Wesen, die Gott schuf, miteinbezieht. Wir brauchen nicht an Gott zu zweifeln, weil Er vollkommen und allmächtig ist, denn Jesus sagte an einer Stelle: „Das dem Menschen Unmögliche ist für Gott möglich!“ Die Wege Gottes sind unergründlich. Man darf sich nicht denken, dass diese Wege umgelenkt oder blockiert werden könnten: Das ist absurd.

Wenn wir aufgerufen werden, den göttlichen Weg zu beschreiten, müssen wir den einfachen Glauben der Kinder haben und Fehler, wie dieser in der folgenden Erzählung, vermeiden. In England wollte ein berühmter Künstler ein Bild malen, das die äußerste Armut darstellen sollte. Tage und Monate durchstreifte er London, um ein für sein Vorhaben passendes Subjekt zu finden. Endlich findet er ein zerlumptes Kind, dessen Anblick ihn zutiefst berührt, und ruft in sich hinein: „Das ist die passende Person für mein Gemälde!“. Er geht zu ihm hin, gibt ihm seine Visitenkarte mit der Adresse und lädt es zu sich ein: „Komm nach vier Tagen zu mir, ich muss mit dir etwas besprechen!“. Aber, den Mann so gut angezogen sehend, denkt sich das Kind: „Ich kann doch nicht, in Lumpen gehüllt, zu ihm gehen! „, und besucht Bekannte, um sich so anzukleiden, wie man sich Könige vorstellt. Es findet Kleidung, zieht sich an und geht zu seiner Verabredung mit dem Maler. „Wer bist du denn?“, fragt ihn der Maler. – „Ich bin der Soundso!“ – „Mach dich fort! Wenn ich, wie dich Angezogene gesucht hätte, ich fände sie zu Tausenden. Ich brauchte dich so, wie ich dich damals sah!“ Wir wollen uns auch einkleiden, wenn der Himmel uns zur Arbeit ruft. Die Kraft aber sitzt nicht in unseren Kleidern, Hüten, Handschuhen und Stifeletten, nicht im gutgebügelten Kragen, den Krawatten und Taschenuhren; sie stellen nichts Wichtiges dar. Vielmehr liegt die Kraft in unserer Vernunft, in unserem Herzen, in den edlen Trieben und Bestrebungen, Gutes zu tun. Wenn wir diese Dinge erst beisammenhaben, kommt der Rest zu gegebener Zeit von selbst. Nehmen wir, wenn wir in den Himmel kommen, unsere weltliche Kleidung mit? Wenn Der Herr uns in den Himmel ruft, zieht Er uns hier, auf Erden aus, Er will unsere Kleider nicht und sagt: „Bringt ihn Mir so, wie er ist!“ Wenn einer gestorben ist, wendet sich jeder von uns von ihm ab; sogar diese, die ihn geliebt haben, beeilen sich zu sagen: „Schafft ihn schnellstmöglich fort!“ Wo ist dann ihre Liebe? Der Herr jedoch, wendet sich nicht ab, Er sagt: „Bringt ihn Mir, Ich brauche ihn so, wie er ist“. Wenn man uns begraben und zurückgelassen hat, was macht dann Der Herr? Er fängt an, mit uns zu sprechen, und erlöst nicht, wie viele meinen, den Verstorbenen. Er fragt uns: „Na, hast du das Leben verstanden, hast du verstanden, was der Sinn des Lebens war, das Ich dir geschickt habe?“ Während Der Herr im Laufe dieses Gesprächs sein großes Bild malt, spielt sich auf der Erde folgendes ab: Die Leute, nachdem sie sich von dem Toten verabschiedet haben, fangen zu weinen an und zählen all seine guten Eigenschaften auf – sie erblicken mit einem Male das göttliche Bild, das in diesen Eigenschaften steckte.

Wir müssen die Leiden, denen wir ausgesetzt werden, aushalten, und Lehren aus ihnen ziehen. Jesus wollte uns mit Seinen irdischen Leiden ein Beispiel geben, dass man sich dem göttlichen Lauf fügen muss. An einer Stelle sagt Er: „Als hätte Ich keine Möglichkeit, Meinen Vater zu bitten, tausend Engel zu schicken, damit sie Mich befreien. Aber wenn Ich das, wozu Ich gekommen bin, nicht erfülle, was wird dann aus den Menschen werden?“ Denn auch Er selbst wollte sich erheben. Ihr seid auf Erden, und eines Tages werden auch über euch Stürme und Schwierigkeiten heraufziehen – und vielleicht trifft euch dann das gleiche Schicksal. Wenn diese Stunde gekommen ist, dürft ihr es nicht als ein Unglück begreifen, denn dort, wo es keine Leiden gibt, ist auch kein Reichtum möglich; dort, wo es Trauer gibt, gibt es auch Freude; und wo es den Tod gibt, gibt es auch eine Auferstehung. Jener, der versucht, sich neben die Leiden der Menschheit zu stellen, geht leer aus. Was aber bedeuten Leiden? Sie sind die Produkte von Irrtümern, die aus früherer Unwissenheit erwuchsen! Diese Fehler werden durch den Prozess des Leidens korrigiert. Dieser Prozess ist eine Möglichkeit, uns zu vervollkommnen und jene höchsten Schwingungen zu erreichen, die uns im Himmel erwarten. Hundertmal muss man Schmerzen erdulden, um an einer göttlichen Freude teilhaben zu können. Erst dann sind wir in der Lage, jene Freuden gebührend zu schätzen und festzuhalten. Deswegen fängt Der Herr mit solchen Dingen wie „Leiden“ an, um uns zu härten, genauso, wie der Schmied das Eisen härtet, um es für Arbeit tauglich zu machen. Damit wir die Freuden tragen können, die danach kommen.

Jeder von uns ist Dem Herrn wichtig, sehr wichtig. Ihr könnt auf der Erde ein Nichts sein, eine reine Null, für Den Herrn aber seid ihr ein unentbehrliches Individuum. Nur Der Herr, Der euch auf die Erde geschickt hat, weiß eure Leiden zu würdigen, und folglich, braucht es euch auch nicht zu beunruhigen, was die Welt von euch denkt. Der, der euch geschickt hat, – Er denkt an euch und Er schätzt euch. Es ist für euch wichtig, die Gnade Gottes zu haben. Wenn Der Herr mit euch ist, werdet ihr schön sein, und die Welt liebt das Schöne; wenn Er mit euch ist, werdet ihr reich, stark und gut sein – und das Gute wird immer und überall verehrt.

Jetzt werde ich euch von Gott erzählen, aber nicht von dem abstrakten, im Raum versprenkelten Wesen, von dem die Philosophen sprechen, und von dem keiner weiß, wo es sich befindet. Ich meine Den Gott, von Dem ich hier rede, Der, Der an uns denkt, Der unsere Taten beobachtet, berichtigt, korrigiert, bestraft, uns an- und auszieht, uns auf die Erde schickt und zu sich zurückholt. Was bedeutet Sterben? Der Herr führt einen Eingriff durch, wenn Er sieht, dass ihr zu viel verlieren werdet, und verhindert einen weiteren Verlauf – „damit er sich nicht weiter verschuldet, nehmt ihm das Kapital, das Ich ihm gegeben habe; die Zeit ist jetzt ungünstig, hebt ihn für eine andere Zeit auf, bringt ihn zu Mir!“. Während dieses Aktes glauben wir, dass die Welt uns vergisst. Aber selbst wenn die Welt uns vergessen hat, Der Herr denkt an uns; die Welt muss uns sogar vergessen. Eine Magd wird sich nie verheiraten, wenn sie alle Burschen liebt; sie muss sich einen aussuchen, um sagen zu können: „Das ist meine Welt!“ Diese Tatsache lässt sich auch auf das Leben übertragen. Ihr dürft nur einen Herrn haben. Es gibt viele göttliche Dinge auf dieser Welt, und sie alle sind darauf bedacht, euch zu vereinnahmen; ihr aber müsst euren Weg finden, auf dem ihr leben, euch entwickeln und reich werden könnt.

Die Heilige Schrift sagt: „Gott ist nicht nur im Himmel; Er wohnt auch in den Herzen der Demütigen“; die erste Eigenschaft also, die ihr erlangen müsst, damit Er in euch einzieht, ist die Demut. Aber diese Demut ist nicht die Demut eines Schafes – nachdem man euch verprügelt und eure Beine gebrochen hat, zu sagen: „Da ist nichts mehr zu machen!“ Es ist nicht Demut, wenn man euch alle Reichtümer wegnimmt, zu sagen: „Wir sind jetzt demütig“. Demut bedeutet, über alle Reichtümer, Kräfte, Kenntnisse und Tugenden zu verfügen, sich dessen bewusst zu sein, und zu sagen: „Mein Herr, Du verfügst über alles, was ich besitze!“ Aber ein jeder von uns handelt wie folgt: Man predigt ununterbrochen das Evangelium – alles wunderbar. Wenn Der Herr sich jedoch anschickt, unsere wohlgefüllten Geldbeutel zu behelligen, schreit man mit einem Male auf: „He, He, das geht nicht! Schau, eine Hälfte kann ich Dir geben, aber…“. Wenn Er unsere Kraft belangen will, sagt man: „Du kannst doch nicht einfach über meine ganze Kraft verfügen!“ Befinden wir uns aber in einer Notlage, so flehen wir Ihn an, uns zu leiten und aus der Misere zu helfen. Diese Art von menschlichem Verständnis vom Leben überwiegt in allen philosophischen Systemen seit Tausenden von Jahren. Und unsere Missgeschicke entstehen gerade daraus. Aber Jesus will uns durch Sein Leben den Weg zeigen. Viele Christen haben erkannt, dass, wenn sie Christen werden, sie sich von der Welt lossagen müssen. Ihr könnt Haus, Reichtum, Frau und Kinder aufgeben und trotzdem an sie denken. Ihr könnt in ein einsames Kloster ziehen, und euch dennoch fragen: „Wie geht’s meiner Frau, meinen Kindern, was ist wohl aus meinem Haus geworden?“ Das bedeutet, dass ihr euch noch nicht von ihnen losgelöst habt, dass ihr noch nicht frei seid. Sich von Dingen lossagen, bedeutet nicht, sie zu vergessen, sondern sie in die Freiheit zu entlassen – die Frau tun zu lassen, was sie für richtig hält, den Sohn tun zu lassen, was er für richtig hält. Sich loszusagen bedeutet, zur Seite zu gehen, ihnen nicht weiter hinderlich zu sein; lasst sie ihren Weg gehen. Können wir etwa den Strom am Fließen hindern? Wir müssen ihm seinen Lauf lassen, wir können höchstens eines tun: ihn nutzen. Genauso können wir auch das Leben nicht behindern, sondern nur die Dinge nutzen. Jesus sagt uns klar und eindeutig: „Wenn ihr Mich liebt“, – und wir sollten Ihn lieben, – und nicht: „Wehe euch, wenn ihr Mich nicht liebt!“ Nein, Der Herr verlangt Opfer von uns nie gewaltsam!

Die Leute schimpfen: „Warum bringt Der Herr die Welt nicht in Ordnung, wenn Er doch allmächtig ist?“ – „Wie soll Er sie denn in Ordnung bringen?“ – „Jenem, der lügt, soll die Zunge verdorren, dem, der stiehlt, soll die Hand verdorren!“ Was wir dann hätten, wäre ja eine Welt, die nur aus Krüppeln bestünde. Würde euch eine solche Welt etwa gefallen? Der Herr handelt auf genau entgegengesetzter Weise, er folgt einem anderen Prinzip, indem er sagt, dass derjenige, der Herrscher sein will, Diener werden muss. Mit diesem Vorgang verhält es sich folgendermaßen: Die starken Menschen wollen gewöhnlich, dass alle Bäche in ihren Fluss münden; bei der Güte aber, ist die Lage gerade umgekehrt – Der Herr ergießt sich in Form von kleinen Rinnsalen – und, anstatt sie zu lenken, lässt Er sie sich selbst lenken. Ihr könnt zu Hause eine kleine Übung durchführen: Wenn der Wille zur Macht euch einmal verlassen hat, könnt ihr euch vornehmen, Diener zu werden, Des Herrn wegen. Dann werdet ihr die Stelle Des Herrn einnehmen. Ihr sucht Den Herrn am Himmel, aber Er ist nicht da; während ihr stöhnt und leidet, ist Er in euch. Das, was man Wachstum und Fortschritt nennt, ist ein Prozess, in dem Der Herr wirkt. Er ist der beste Arbeiter. Manche Menschen beklagen sich: „Warum sieht Gott unsere Leiden nicht?“ Er aber sagt: „Ich habe keine Zeit, Ich bin mit nichts anderem als mit euren Angelegenheiten beschäftigt, Ich bin mit viel wichtigeren Angelegenheiten von euch beschäftigt; wenn Ich Zeit habe, werde Ich Mich mit diesen kleinen, äußerlichen Missverständnissen beschäftigen!“ Das ist keine Allegorie, sondern die reine Wahrheit. Es gibt in der Heiligen Schrift einen Vers, in dem Der Herr sagt: „Ich war für Israel ein beladener Karren, auf den die Menschen ständig alle möglichen Dinge luden.“ Die Leiden aber, die wir hier erdulden, sind die Leiden Des Herrn; Er leidet und weint in euch. Wir sagen: „Ich weine, Trauer verhängt meine Seele…“, wenn wir aber sagen würden: „Mein Herr! Verzeih mir, ich habe Dir so viele Schmerzen durch meine unreinen Gedanken und Taten verursacht!“, dann fänden wir den Weg, der uns aus dem Jammertal führt. Und – wir müssen endlich Den Herrn in uns einziehen lassen. Wir haben Ihn mit Seilen fixiert und angenagelt. Wir müssen Ihn zu Grabe tragen, Ihn in Ruhe lassen, denn dann wird Er auferstehen und uns erlösen. Lasst euch eines sagen: Die, die Ihn an Seinem Weg hindern, sind wir, die Menschen, und nicht etwa die Teufel, diese behindern Den Herrn in keinster Weise. Weil Er uns das Recht auf Freiheit gewährt hat, kann und will Er nicht das Gesetz verändern; aber Er wird uns solange nicht erlösen, bis uns dies nicht bewusst wird: Wir müssen Ihm freiwillig gehorchen. Er muss tief in unser Bewusstsein eindringen, damit wir Ihm ähnlich werden. Dann werden wir unsere Reichtümer, Kräfte und Güter zum Aufstieg nutzen; Für wessen Aufstieg? – Für den unserer Brüder, unserer Nächsten. Jeder von euch muss die Seele seiner Brüder suchen und schätzen und nicht ihre Körper. Ich kann euch sagen, dass Jesus, nachdem Er zu uns herabstieg, bis zum heutigen Tage die Erde nicht verlassen hat; Er lebt unter den Menschen, arbeitet unter ihnen, und muss endlich in uns auferstehen, damit wir Glauben haben, aber nicht jenen Glauben und jene Angst, den die Juden hatten: „Wir haben keinen anderen König außer dem Kaiser!“, mit der Folge, dass sie ihn, als dieser Kaiser nach einigen Jahren Jerusalem zerstört und ihren Tempel niedergerissen hatte, aufgaben. Auch heute könnte jemand sagen: „Der Kaiser ist mein König!“, – die gleiche Enttäuschung würde auf ihn warten.

Ich gehe besser einen Schritt zurück. Vor allen Dingen müssen wir auf dieser Welt leben, um uns vorzubereiten; wir können nicht im Himmel leben, denn dort ist das Licht und die Wärme – für uns – zu stark. Der Gärtner, wenn er Kiefern von einer hohen Stelle ins Tal verpflanzt, muss sie mehrmals umpflanzen, damit sie sich langsam dem neuen Lebensraum anpassen können. So auch Der Himmlische Vater, Der uns nicht einfach von hier rausnehmen und geradewegs in den Paradiesgarten setzen kann. Auch unser Schulsystem ist nach diesem Prinzip gegliedert: Zuerst müssen wir die erste Klasse durchlaufen, danach die zweite…, irgendwann die Universität beenden und schließlich vor die Welt treten. Dies alles sind Kulturverfahren, die es jenem ermöglichen, seine Fähigkeiten auszubauen, der weiterkommen will. Ein Christ darf, meiner Meinung nach, kein Dummkopf sein und sagen: „So, wie Der Herr es grad‘ gibt….“. Nachdem ihr euren Acker gepflügt habt, säet ihr Weizen, denn, wenn ihr keinen Weizen sät, was kann Der Herr euch dann geben? Doch wohl nur Unkraut und Dornen! Bearbeitet den Weinberg, pflanzt Rebstöcke und sie bringen euch Früchte. Die Art des Rebstocks entscheidet, was für Früchte ihr erhaltet; wenn ihr Rebstöcke niederer Güte pflanzt, werden sie euch saure Trauben bringen. Der Herr hat eurem Kind einen guten Verstand gegeben, was aber habt ihr in seinen Verstand gepflanzt? Hoffentlich diese Keimlinge, die eine gute Frucht hervorbringen! Wir wollen gütig, stark und reich sein; wir können Güte, Kraft und Reichtum haben, und es ist wichtig für uns, sie zu haben: Die Bedingungen, unter denen sie gedeihen und sich entwickeln können, sind folgende: Der göttliche Keim, das göttliche Gesetz und das göttliche Gleichgewicht. Das Gleichgewicht – das ist die Tugend, das Gesetz – das ist das Wissen, die Bedingung – sie ist die Kraft, der Keim – das ist der Reichtum. Aber ihr werdet mich fragen: “ Wie werden wir Gott finden?“ Es ist ganz leicht. Ein Mann wollte sich mit einem anderen einen Scherz erlauben, der zu ihm gesagt hatte: „Wir befinden uns in einem Garten, wo es sehr gute Äpfel gibt!“ – „Ich sehe keine!“, widersprach der andere, seine Augen zukneifend; sein Freund ohrfeigte ihn, und der andere sperrte seine Augen auf – und sah. So ohrfeigt auch uns manchmal Der Herr – und wir sehen. Mögen jene von euch, deren Augen geschlossen sind, den Wunsch haben, dass sie aufgehen. Unsere gegenwärtige Umgebung sagt gerne: „Wo ist Der Herr? – Er ist sowohl in den Bäumen, als auch in den Steinen und nicht zuletzt im Boden!“; wenn sie aber ein Unglück befällt, wirft sie ihren Blick gen Himmel und ruft, sehend, dass Er dort ist: „Ach, Herr je!“. Dafür sind die Missgeschicke gedacht. Sie sind die Ohrfeige, mit der Der Herr uns sagen will: „Ich habe euch nicht die Augen gegeben, damit ihr wie Blinde umherstolpert!“ Um uns zu erheben, müssen wir wie die Kinder sein – ständig auf der Suche und immer bereit, Neues aufzunehmen.

Jetzt werde ich euch etwas anderes sagen. Welche ist die Methode, nach der wir arbeiten müssen? Wir müssen von jetzt an, geistig und herzlich mit allen Menschen dieser Erde verbunden sein, denn die Erlösung ist in unser aller Interesse, und Einigkeit macht stark! Wenn wir dann mit Herz und Verstand vereint sind, wird das Reich Gottes auf Erden anbrechen. Bei einem Freund, den wir wirklich lieben, dürfen wir nicht nach seinen Fehlern suchen: Auch er wird wie wir welche haben; die Fehler, das ist nur die Oberbekleidung, die ein Mensch trägt; die menschliche Seele an sich ist rein, sie kann weder verderben, noch kaputtgehen; niemand ist imstande, eure göttliche Seele zu zerstören. Sie kann von außen beschmutzt werden, aber nicht innerlich, weil Gott sie bewohnt. Es ist unmöglich, etwas zu vernichten, das von Gott geschützt wird. Wir sollten uns der Welt so unterwerfen, wie Jesus dem Pilatus antwortete, nachdem er Ihm drohte: „Es steht in meiner Macht, dich zu kreuzigen!“ – „Ich unterwerfe mich Jenem, der dir diese Macht gegeben hat, denn meine Seele ist frei!“ Wir müssen uns zeitweiligen Leiden unterwerfen; wir verstehen nicht ihren Sinn – wenn wir aber gestorben und auferstanden sind, werden wir begreifen, warum sie nötig waren. Jeder von uns hat sich schon mal aus Erregung und Angst gequält. Das ist kein Leben. Leben ist, wenn man von edlen Gefühlen beseelt ist. Glücklich ist dieser, der sich freut, einen Dienst selbstlos erweisen zu können. Einer hat euch beleidigt, ihr zieht nicht mehr den Hut vor ihm, verweigert ihm den Händedruck; ihr könnt ihm auch die Hand geben, ohne dass diese Handlung eine Begrüßung ist. Ihr könnt vor ihm den Hut ziehen, ohne dadurch eine Ehrerbietung auszudrücken. Gewöhnlich ziehen wir den Hut vor Größeren und möchten sie dadurch auf diskrete Weise erinnern: „Vergiss nicht, mir beim Aufstieg behilflich zu sein!“ Im Meer gibt es einen teuflischen Fisch, der alles grüßt, was ihm über den Weg läuft. Der Mensch fasst den anderen an der Hand an. Warum? Diese teuflischen Finger der menschlichen Hand sagen viel; z.B. der kleine Finger: „Kannst du mir Geld geben? Ich muss Handel treiben. Ich habe viel verloren, man hat mich beraubt, kannst du mir helfen?“ Der Ringfinger redet: „Ich will Künstlerruhm und Wissen erwerben!“ Der Mittelfinger fordert: „Ich will Rechte und Vorrechte!“ Der Zeigefinger näselt: „Ich erwarte Hochachtung und Verehrung!“ Der Daumen spricht: „Ich will Macht und Fähigkeiten!“ Der Gegrüßte wird es ihnen, wenn er will und die Möglichkeit dazu hat, geben. So gehen sie zu zweit, danach auch zu dritt, bilden eine Gesellschaft, finden dennoch nicht das, was sie suchen. Schließlich kommt Jesus hinzu und sagt: „Das, was ihr sucht – Reichtum, Kraft, Wissen und Güte – das alles kann Ich euch geben. Es gibt keinen unter euch, der meinetwegen Vater und Mutter verlassen hat, um dafür ein hundertmal reicheres Leben zu beginnen!“ Das ist der Mensch, der es versteht, uns die Hand zu reichen, der uns sowohl zu Reichtum, als auch zu Kraft, Wissen und Güte verhelfen kann. Aber die Leute sagten: „Weg mit Ihm, kreuzigt Ihn!“; wobei noch Pilatus anmerkte: „Ihr verliert Ihn!“ Auch heute ist Jesus unter uns, und ich verspreche euch: Das ist der Mensch, den ihr sucht, der Mensch, dem es allein möglich ist, Ruhe in euer Herz zu bringen. Der, der euch Verstand, Gesundheit und einen Platz in der Gesellschaft geben kann. Der, der euch erheben, den Weg zeigen, euch einen klaren Verstand geben kann. Aber ihr sagt, daran zweifelnd: „Zeigt Ihn uns, damit wir Ihn sehen!“ – Ich werde euch ein Gleichnis anführen: Eine Nacht geht aus der Ferne ein Mensch mit einer kleinen Kerze auf euch zu, ich sage euch: Das ist der Mensch, der euch Licht bringt! Ihr seht zwar die Kerze, aber nicht den Menschen, doch ihr werdet ihn sehen. Wann? Wenn die Sonne aufgegangen ist. Sucht selbst dieses Licht, das dieser Mensch euch bringen will – es wird euch helfen, den Weg zu finden, den ihr gehen müsst. So verhält es sich mit dem Sehen. Ich gebe euch ein noch klareres Gleichnis. Stellt euch vor, dass ich euch in ein prächtiges, aber dunkles Empfangszimmer führe, und sage: „Dieser Raum ist wunderbar verziert, ungeheure Reichtümer befinden sich hier und dort, an jener Ecke gibt es das und das, an der anderen sogar das und das!“ – „Kann sein. Wer weiß? Ich jedenfalls, sehe nichts!“, antwortet ihr. Wenn ich aber eine kleine Kerze bringe, fangen die neben ihr stehenden Gegenstände an, sich abzuzeichnen; wenn ich noch eine bringe, zeichnen sich die Gegenstände noch klarer ab; wenn die Zahl der Kerzen erhöht wird, wird das Zimmer heller und heller. Wenn eine Glühbirne aufleuchtet, werden die Gegenstände klar erkennbar, und wenn das Tageslicht eindringt, sieht man alles. Die Welt ist wie dieses Zimmer und jeder von uns muss ein Lichtträger sein, eine Kerze bringen, und wenn wir alle mit unseren Kerzen eintreten, und sie nebeneinander stellen, und so das Licht verstärken, werden wir sehr viel sehen. Eure Gehirne – das sind die Kerzen. Ich mag Menschen nicht, die erloschene Kerzen tragen, sondern die, deren Kerze einen solch hellen Schein wirft, wie die am Karfreitag. Jeder von uns muss eine angezündete Kerze sein. Der aufopferungsvolle, liebende, gute Mensch ist eine angezündete Kerze. Es ist ein großer Fehler, eine erloschene Kerze zu sein. Ihr fragt: „Was soll man tun?“ – Ihr müsst füreinander beten, euren Freunden gute Gedanken senden, für sie beten, den Wunsch haben, dass sie gesegnet werden, und Der Herr wird auch euch segnen, indem Er sie segnet. Warum wir beten sollten? Im Sommer des Jahres 1899 herrschte im Gebiet von Novi Pasar eine große Dürre; die ringsum wohnenden Türken aus 39 Dörfern versammelten sich und baten um Regen. Und es fiel Regen. Die Bulgaren aber sagten sich: „Wenn Gott ihnen Regen schickt, wird Er ihn auch zu uns schicken.“ Aber über ihren Dörfern fiel kein Regen, und ihre Rinder magerten vor Hunger ab. Wenn die Leute beten, bete auch du: Auch du musst persönlich dein Gesuch einreichen; Der Herr wird für dich keine besondere Rubrik einrichten, wenn du nicht selbst betest. Das Gebet hat eine große Macht und deshalb muss der moderne Mensch ein Mensch des Gebetes sein: Durch das Gebet, wird unser Verstand und unser Herz vorbereitet. Nicht um unserer selbst sollen wir beten – das wäre selbstsüchtig. Ich will mich jetzt nicht mit dem Verstand des Menschen beschäftigen, mein Wunsch ist, über das Herz des Menschen zu reden, weil sich alles Übel im Herzen versteckt hält. Der Herr sagt: „Mein Sohn, gib mir dein Herz!“ Wir müssen mit einer Reinigung anfangen, die der des Frühjahres gleicht – die Fenster öffnen und das Innere reinigen. Wir alle stöhnen unter einer Bürde; überall gibt es Disharmonie, auch zwischen Mann und Frau, die es nicht schaffen, sich einig zu sein; das Haus teilen sie, das Geld teilen sie untereinander, doch die Frau ist damit unzufrieden, dass der Mann das Geld verwaltet. Ob es nun der Mann oder die Frau verwaltet, ist gleichgültig. Verständigt euch darüber, wer Kassierer wird. Sie streiten sich darüber, wer an der Spitze stehen soll, ob im Haus gegackert oder gekräht werden soll. Was für Hühner! Solche Sachen sind im Leben völlig unwichtig! – Wie gesagt, andere Dinge sind wichtig.

Jesus ist gekommen und arbeitet, denn wenn das Licht kommt, kommt es allmählich, still und leise. Er kommt nicht wie ein Donnerschlag, so wie es manche erwarten. Auch so etwas kann kommen, aber es ist nicht Jesus. Als der Prophet Elias in die Wüste ging, um sich dem Fasten und Beten hinzugeben, kam Sturm und Feuer auf, so dass er seine Augen schützen musste; doch Gott war nicht in Sturm und Feuersbrunst, sondern in der leisen Stimme, die mit ihm redete. Der Herr befindet sich nicht in euren Leiden, in eurer Kraft und eurem Wissen. Sondern? In der Liebe! Wenn ihr liebt, ist Er in euch. Liebt ihr nicht, ist Er weit weg; deshalb, müsst ihr lieben – so ist das Gesetz. Oftmals lieben wir nicht, sondern erwarten, dass die anderen uns lieben. Das bedeutet, vor einem Ofen zu sitzen und auf jemanden zu warten, der Holz holt, damit wir es dann schön warm haben. Nein, wir selbst, wir müssen diesen Brennstoff haben, den dann auch andere mitbenutzen können!

Wir, die Jesus folgen, der uns genug Kraft gegeben hat, müssen Ihm endlich erlauben, in uns einzutreten. Dieser Mensch steht euch zur Verfügung: Ihr könnt Ihn empfangen oder kreuzigen, Ihn einlassen oder Ihm sagen: „Wir wollen Dich nicht!“ – Das ist die Entscheidung, die ihr treffen müsst. Wenn ihr sagt: „Lasst Ihn rein, er ist doch unser Herr!“, habt ihr die Lösung gefunden, und der Segen wird kommen. Dann werden sich die Worte der Heiligen Schrift erfüllen: „Ich und Mein Vater werden kommen, um eine Wohnung in euch zu bauen“. Dann entzündet sich das Licht in uns, und wir alle werden uns versöhnen.


Das gute Gebet

Das gute Gebet“ ist allgemein, das heißt, es gilt nicht nur für die Menschheit, sondern auch für das ganze Universum. „Nachdem du Das gute Gebet gesprochen hast, kannst du überall hingehen. Es ist ein Passierschein.“

Herr, unser Gott, unser gütiger himmlischer Vater,

der Du uns Leben und Gesundheit geschenkt hast,

auf dass wir uns an Dir erfreuen,

wir beten zu Dir, sende uns Deinen Geist,

auf dass er uns schütze und behüte

vor allen bösen und heimtückischen Gedanken.

Lehre uns, Deinen Willen zu erfüllen,

Deinen Namen zu heiligen und Dich ständig zu rühmen.

Heilige unseren Geist

und erleuchte unsere Herzen und unseren Verstand,

damit wir Deine Gebote und Deine Weisungen bewahren.

Hauche uns durch Deine Gegenwart Deine reinen Gedanken ein

und leite uns an, damit wir Dir mit Freude dienen.

Segne unser Leben,

das wir Dir weihen zum Wohle unserer Brüder und Nächsten.

Hilf uns und steh uns bei,

auf dass wir wachsen an jeglicher Erkenntnis und Weisheit,

auf dass wir durch Dein Wort lernen

und auf ewig in Deiner Wahrheit sind.

Führe uns in allem,

was wir denken und tun um Deines Namens willen,

auf dass es Deinem Reich auf Erden zum Erfolg gereiche.

Nähre unsere Seelen mit Deinem Himmelsbrot

und stärke uns mit Deiner Kraft,

auf dass wir in unserem Leben Erfolg haben.

Da Du uns all Deine Segnungen gewährst,

füge auch Deine Liebe hinzu,

auf dass sie uns ewiges Gesetz sei.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

(Aus: „Gebetbuch“, Sofia 2015, Verlag „Bialo Bratstvo“)