Weitere Gebete um Heilung


Gebet um geistige und körperliche Heilung

(persönlich)

Herr, der du stark und kräftig bist, Arzt aller Ärzte und Träger jeder himmlischen Verfassung und Munterkeit, komm und wohne in mir und reinige mich von aller Unreinheit. Wasche mich von jedem bösen Einfluss böser und mutwilliger Geister und rette meinen Leib und meine Seele. Mache aus meinem Leib Deinen Tempel und aus meiner Seele einen kostbaren Schatz Deiner Gebote und Tugenden.

Indem Du jeden übel riechenden Fleck aus meiner Seele reißt und meine bisherigen Sünden und Missetaten auslöschst, breite Deine wunderwirkende Gnade und lebensspendende Kraft über mich aus und schenke mir Gesundheit und einen Geist, der unempfindlich ist gegen Hemmnisse und Müdigkeit.

Entferne von mir jeden schädlichen Wunsch, jeden dunklen Gedanken, den unser Widersacher ausspricht, denn Du bist, o Gott, der Arzt über allen Ärzten, der Allwissendste und der Mächtigste.

Amen.

Herr, hilf mir in dieser Stunde der Not, frei von Krankheit zu sein, damit ich Dir mit Freude dienen kann. Ich möchte mein Leben dem Dienst an der Liebe, an der Erfüllung Deines Willens widmen.

Amen.

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Gebet um Heilung

(für eine andere Person)

Allmächtiger und allgütiger Gott, im Namen des Herrn, der zu Deinem Diener gesprochen hat, möge Deine Heilung durch uns, Deine Diener, geschehen, zur Ehre Deines Namens.

Wir danken Dir, dass Du uns erhört hast. Du allein bist unser Herr, und außer Dir haben wir keinen anderen. Du bist derjenige, der immer heilen kann, und Deine Heilung ist Gesundheit für Seele und Körper. Stelle das gemeinschaftliche Wirken von Geist und Seele, von Seele und Körper wieder her. Wende die Quelle des Herzens zum Guten und die Kräfte des Körpers zu nützlicher Arbeit.

Möge dieser Bruder (diese Schwester) von uns ……… der (die) leidet, Deine Barmherzigkeit annehmen, damit wir uns alle in der Gegenwart Deiner Liebe, Güte und Kraft freuen können!

Amen.

(Das Gebet ist mittwochs, samstags und sonntags um 7 und 9 Uhr zu richten)

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Jeden Tag geht es mir in jeder Hinsicht besser, und bald werde ich gesund sein.

(Die Formel ist bei Krankheit täglich zu wiederholen.)

Das Ende des Jahrhunderts

Das Ende des Jahrhunderts besteht in einer Reinigung der alten Menschheit, damit die neue Menschheit an ihre Stelle treten kann. Diese Reinigung und das „Ende des Zeitalters“ finden über einen Zeitraum von 45 Jahren statt. Dieser Zeitraum begann im Jahr 1900 und wird 1945 zu Ende sein. Ihr alle seid Augenzeugen der Geschehnisse in dieser Zeit.

Ab 1945 beginnt eine andere Periode, die ebenfalls 45 Jahre bis 1990 dauern wird. Es kommen solche Zeiten und es kommt eine solche Macht, dass jeder, der sich ihr widersetzt, seine Gebeine in die Erde legen (d.h. sein Leben verlieren) wird. Eine große Diktatur ist im Anmarsch, die zugelassen wurde, um den abgestandenen Schlamm zu beseitigen. Wenn Wasser schlammig wird, dauert es lange, bis sich das fließende Wasser wieder klärt. Während dieser Zeit wird das trübe Wasser fließen. Manche von euch werden das Ende dieser Zeit nicht abwarten und fortgehen. Aber andere werden es sicherlich noch erleben, damit sie die Worte des Herrn bezeugen.

Nach dieser Periode wird es eine kurze Pause bis 1999 geben, die für die Weiße Bruderschaft in spiritueller Sicht am günstigsten sein wird. Und dann wird die neue Periode kommen, mit einer noch schrecklicheren Diktatur als diese, die jetzt kommen wird. Auch sie wird 45 Jahre dauern. Sie wird auch in der „Offenbarung des Johannes“ (21:8) erwähnt: „Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner – ihr Los wird der See von brennendem Schwefel sein.“

Doch für die Gerechten hat Gott gesorgt. Und wie hat Er gesorgt? Das findet ihr in der „Offenbarung des Johannes“ (21:6-7): „Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.“

Enthalten in einem von Boris Nikolov verfassten Stenogramm, veröffentlicht im  Buch „Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 2, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1995

„Blase, du Wind!“

Der erste Teil des Liedes „Heute scheint die Sonne Gottes“ wurde im Rahmen des Vortrags „Blase, du Wind“ am 25. Dezember 1942 (Okkulte Jugendklasse) gegeben. Der zweite Teil „Hai-di-di-di. . . „ wurde am 30. Dezember 1942 gegeben. Später änderte der Meister auf Wunsch einiger Schüler den ersten Teil und in dieser Form wurde das Lied in der Ausgabe von 1944 veröffentlicht. Das Lied wurde 1944 in Martschaevo geändert.  Nach den Erinnerungen der Musiker fügte der Meister als Finale des Liedes zwei Takte mit dem Text „Für dich, Bulgare!“ hinzu.

Die Interpretation von Ognjan Nikolov: 

Die Interpretation von Petja Milanova:

https://youtu.be/WpimQ0XPJIs

Text auf Bulgarisch:

Духай, ветре!

Божието Слънце грее днес,

Божието Слънце грее днес,

Божието Слънце грее днес.

Духай, ветре, тихо духай,

тихо духай, мило гледай,

тихо духай, листе развий!

Лист развявай, цвят разтваряй,

цвят разтваряй, плод раздавай,

цвят разтваряй, плод раздавай.

Хай ди ди ди ди, да си иди.

Хай ди ди ди ди, да се учи;

да се учи, да получи,

да получи, да се учи.

Хай ди ди ди ди, да си иди,

да си иди, добро да види.

Божието Слънце грее днес,

Божието Слънце грее днес,

Божието Слънце грее днес.

Text auf Deutsch:

Blase, du Wind!

Heute scheint die Sonne Gottes,

Heute scheint die Sonne Gottes,

Heute scheint die Sonne Gottes.

Blase, du Wind, blase sanft,

blase sanft, schaue freundlich,

blase sanft, treibe die Blätter

treibe die Blätter, öffne die Blüten,

öffne die Blüten, verteile die Früchte,

öffne die Blüten, verteile die Früchte.

Hai di di di, er soll gehen.

Hai di di di, er soll lernen;

lernen, um zu empfangen,

zu empfangen, um zu lernen.

Hai di di di, er soll gehen,

er soll gehen, um Gutes zu sehen.

Heute scheint die Sonne Gottes,

Heute scheint die Sonne Gottes,

Heute scheint die Sonne Gottes.

Die Hand verführt

Sonntagsvorträge, Sofia, 5.4.1925, 10:00 Uhr

„Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass du lahm oder verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände oder zwei Füße hast und wirst in das ewige Feuer geworfen.“ (Math. 18:8)

„Wenn deine Hand dich verführt…“ Ihr könnt diesen Vers im Evangelium finden. Kann unsere Hand uns verführen? – Das ist möglich. Jedes Ding, jeder Gegenstand, jede Kraft oder jeder Körper, die wir besitzen, kann uns verführen, doch diese Verführung kann ein Ärgernis oder Unglück für unser Leben hervorbringen. Vor mehr als 40 Jahren hatte der Sohn eines bulgarischen Priesters irgendwo in der Region um Varna, im Dorf Nikolaevka, dem ehemaligen Hadardscha, einen Revolver wie diejenigen, die die Offiziere tragen. Eines Abends nahm er den Revolver und steckte große Kugeln hinein. Dann nahm er sie in der Nacht aus der Trommel heraus und tauschte sie gegen Schrotkugeln aus. Am Morgen schüttelte er auch diese aus und steckte den Revolver in seinen Gurt. Später ging er zum Dorfplatz und begann mit den Jugendlichen einen Streit. Um ihnen Angst einzujagen, nahm er den Revolver heraus und richtete ihn auf sie. Er drückte ab, aber der Revolver versagte. Dann schaute er in den Lauf und pustete hinein und diesmal löste sich ein Schuss. Was passierte? – Seine Augen quollen hervor wie beim Frosch, sein Gesicht wurde wie bei einem Kanibalen entstellt. Dieser junge Mann ist nicht gestorben, er wurde wieder gesund, doch er erinnerte sich zeit seines Lebens an die Verführung durch seinen Revolver. Folglich besitzt jeder Mensch, dessen Hand ihn verführt, einen Revolver. Die Hand ist ein Ausdruck des Vernünftigen im Menschen. Nur die vernünftigen Menschen haben eine Hand. Nur die vernünftigen Menschen besitzen Feuerwaffen. Nur sie dürfen Feuerwaffen tragen. Die Götter besitzen auch Feuerwaffen. Da der Mensch durch die großen Welten geht, als groß gilt, möchte er es auch mit den Göttern aufnehmen. Deshalb trägt er auch Waffen. Ihr solltet ein Kulturland besuchen und an der Stelle eines jenen Riesen oder Furchtlosen sein, die sich vor nichts fürchten und über alles stehen und sehen, wie ihr euch fühlen würdet. Wenn ihr den Bulgaren fragt, wie er sei, wird er euch sagen, dass er zu den Furchtlosen gehört, die keine Waffe fürchten. Doch wenn die Kanonenkugeln um ihn herum zu fallen beginnen, wird deutlich werden, ob er zu den Furchtlosen gehört. Derjenige, der sich in der Nähe der Kanonenkugeln befindet, hat ein Problem! Ich frage: Worin besteht die Schönheit des menschlichen Lebens? In der Zerstörung oder in der Schöpfung? In der Lüge oder in der Wahrheit? In der Weisheit oder in der Dummheit? In der Gerechtigkeit oder in der Ungerechtigkeit?

Die heutigen Menschen sagen: Die Natur selbst hat die Dinge so eingerichtet. Das mag stimmen, aber wenn wir über alles, was in der Welt geschieht, sagen, dass es die Natur eingerichtet hat, dann muss ich diese Natur bedauern.Wenn die Natur alles eingerichtet hat, was in der Welt geschieht, dann wollen die Menschen zu Recht sie unter ihre Kontrolle bringen; Dann ist ihre Vorstellung, dass sie die Natur beherrschen können, eine richtige. Das ist nämlich keine Natur, sondern das ist Willkür, Anarchie, Chaos. Unter ‚Chaos‘ versteht man etwas Unorganisiertes. Und alle gegenwärtigen philosophischen Systeme fangen mit dem Chaos an. Sie wollen beweisen, dass einst im Raum Chaos, Unordnung existiert hat und aus dieser Unordnung die Ordnung hervorgegangen ist.

Die Türken sagen: „Komm, mein Sohn, lass mich sehen, was du denkst, was deine Vorstellung vom Leben ist“. Das bedeutet, dass aus der großen Unordnung des Eies das Huhn entstanden ist. Es gibt keine Philosophie in dieser Sache. Das Huhn ist aus der Ordnung des Eies herausgekommen. In dieser sichtbaren, größten Unordnung, oder Chaos, wie es genannt wird, sitzt die größte Ordnung. Aus dieser Unordnung im Raum, so die Wissenschaftler, begann sich die Materie zusammenzusetzen. Nein, diese Materie hat sich überhaupt nicht zusammengesetzt, sie konnte sich von nirgendwoher zusammensetzen, sie wurde zusammengesetzt. Wir müssen eine etwas andere Vorstellung vom Aufbau der gegenwärtigen Welt und von der Materie haben. Wir haben eine ganz andere Vorstellung von der Materie und deren Aufbau, von den Elementen und von der gesamten Natur im Allgemeinen. Unsere Vorstellungen unterscheiden sich von denjenigen der gegenwärtigen gelehrten Menschen. Vorläufig werden die gegenwärtigen Menschen mit den Elementen arbeiten, die sie haben und kennen. – Warum? – Denn nach dem heutigen Verständnis sind zum Beispiel die heutigen Theorien in der Chemie ein Anzug, mit dem die Elemente bekleidet sind. Sie können mit einem blauen, schwarzen oder grauen Anzug gekleidet sein, so wie die Menschen selbst gekleidet sein können. Dieser Petko oder dieser Dragan, egal welchen Anzug man ihm anzieht, ob blau, schwarz oder grau, er wird derselbe bleiben. Das ist aber nicht das Wesentliche an der Sache. Manche Leute sagen: Kennst du die neueste Theorie? Welche die neueste Theorie der Wissenschaft ist, weiß ich nicht, aber ich weiß, was die neueste Mode ist. Ich weiß, dass die Leute Fracks tragen, die hinten geschlitzt sind; Ich weiß, was die neueste Mode der Frauenhüte ist: Wenn die Frauen sie aufsetzen, verdecken sie perfekt ihre Stirn; Ich weiß, dass nach der neuesten Mode die Schuhe vorne so spitz sein müssen, dass sie wie Ochsenhörner aussehen. Ich kenne auch die neueste Mode von was? – Von den Ketten, die man heutzutage trägt. In der türkischen Zeit trugen die Menschen Ketten, die so groß und dick waren, dass sich ein Mensch daran aufhängen konnte, aber heutzutage sind sie so dünn und zart, dass sich kaum eine Spinne daran aufhängen kann. Man sagt: Die Ketten sind fein, weil es eine Kultur in den Menschen gibt.

„Wenn deine Hand dich verführt“. Wenn dein unvernünftiges Leben dich verführt und dir ein entstelltes Verständnis, eine verzerrte Theorie gibt, durch die dein Verstand, dein Herz und dein Wille in die Irre geführt werden, dann wirf diese Theorie weg – du brauchst sie nicht. Wenn du in deinem Leben ein Maß hast, mit dem du, wenn du misst, dein Haus nicht messen kannst, und wenn du einen Handwerker bestellst und er mit deinem Maß misst und ein halber Meter bis zu den Dachsparren übrig bleibt, warum behältst du dieses Maß, damit es dir Ärger macht? 

„Wenn deine Hand dich verführt, so hau sie ab.“ Jedes Ding, das uns verführt, muss abgelehnt werden. Der Vernünftige darf sich von nichts verführen lassen. Derjenige, der sich verführen lässt, ist ein eigensinniges Kind; Er ist für mich unkultiviert, ungebildet, ungezogen: Er ist der Mensch, in dem keinerlei Liebe ist; Er ist der Mensch, in dem keinerlei Glauben ist; Er ist der Mensch, in dem keinerlei Hoffnung ist. Er ist der Mensch, der sich von allem verführen lässt.

Jede Versuchung muss also entfernt werden. Woher muss sie entfernt werden?  – Aus unserem Verstand. Um stark zu sein, sollte man nicht in Versuchung geraten. Solange sich der Mensch in der Welt verführen lässt, ist er schwach, kann er nicht wachsen und sich entwickeln. Jede Verführung ist ein großes Hindernis für die richtige Entwicklung des menschlichen Verstandes und des menschlichen Herzens. Wir sehen, dass unter allen gegenwärtigen Gelehrten ein Aufruhr herrscht. Einige beweisen eine Sache, andere eine zweite. Und diese Leute fragen sich schließlich, wie das möglich ist: Zwar  beobachten sie alle die Dinge unter dem Mikroskop, aber manche sehen eine Sache und beweisen sie auf eine Weise, andere sehen andere Sachen und beweisen sie auf eine andere Weise.

Nun hat die moderne wissenschaftliche Welt die Menschen in zwei Lager eingeteilt. Das eine sagt, dass es in der Natur eine Vernunft gibt, das andere sagt, dass es in der Natur keine Vernunft gibt. Letztere Wissenschaftler sagen, dass die einzigen vernünftigen Wesen auf der Welt wir Menschen sind, die wir unsere Theorien entwickeln. Demnach wird jeder, der nach diesen wissenschaftlichen Theorien lebt, аuf den grünen Zweig kommen. Gut, seit Tausenden von Jahren leben die Menschen nach den Theorien ihrer Gelehrten, sind sie auf den grünen Zweig gekommen?  Haben die Ägypter nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Assyrer nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Indianer nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Griechen und die Römer nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Leben die modernen gebildeten Menschen in der Welt heute nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten? Solange es Theorien und Hypothesen gibt und die Menschen sich von ihnen leiten lassen, wird die Welt nicht auf den grünen Zweig kommen. Und jeder Mensch, dessen Leben voller Hypothesen und Theorien ist, ist ein hohler Flaschenkürbis. Verzeiht mir den starken Satz, aber wenn ich „ein leerer Flaschenkürbis“ gesagt hätte, hätte ich meinen Gedanken noch besser ausgedrückt. Ich denke, ihr seid so edel, dass ihr euch durch diesen starken Ausdruck nicht beleidigt fühlen werden; Er trifft nicht auf euch zu. Er gilt nur für diejenigen, die den Kopf voller Theorien und Hypothesen haben. Ich gehe davon aus, dass eure Köpfe nicht voller Theorien und Hypothesen sind. Daher trifft das nicht auf euch zu; Ihr braucht nicht beleidigt zu sein.


Ich möchte die Tatsache erklären, warum die Menschen leiden. In der heutigen Welt liegt das ganze Elend immer in diesen Theorien und Hypothesen. Auch im Glaubensbekenntnis der Menschen gibt es Hypothesen – die Hypothese von Gott, die Hypothese vom Geist Gottes, die Hypothesen vom menschlichen Verstand, vom menschlichen Herzen, von der menschlichen Seele, die Hypothese vom menschlichen Blut und vom Menschen selbst. Dies alles sind Hypothesen. Nun, wo ist dieser Mensch, sagt es mir! Ihr werdet sagen: Das ist der, den wir sehen, der zu uns spricht, er ist der wahre Mensch. Also gut, morgen schmilzt er wie Eis. Sagt mir, wo finde ich ihn, den echten Menschen? Wir glauben an die Menschen, aber wann? Solange die Menschen nicht existieren, glauben wir an sie, aber wenn die Menschen zu existieren beginnen, glauben wir nicht mehr an sie. Wenn das Wasser gefriert, sagen wir, dass man darauf gehen kann, wir glauben daran. Aber morgen, wenn das Eis schmilzt, sagen wir, es ist weg. Nein, das Wasser selbst ist in Eis übergegangen, es ist von einem Zustand in einen anderen übergegangen – mehr nicht. Der flüssige Zustand ist der natürliche Zustand des Wassers und das Eis ist ein hypothetischer Zustand des Wassers. Wann ist das Eis auf der Welt entstanden? – Als die Erde ihren natürlichen Zustand der Wärme an den Polen verloren hat. Folglich hat sich das Eis wegen des Mangels an Wärme an den Polen gebildet. Eines Tages, wenn die Erde diese natürliche Wärme gewinnt, wird das Eis verschwinden und keine Spur davon übrig bleiben. Ich frage euch: Wo werdet ihr dann nach diesem Eis suchen? Wasser ist für mich das Symbol des Lebens, denn das Leben ist im gleichen Zustand wie das Wasser. Das Wort вода ‘Wasser’ ist nicht bulgarisch. Es kann nicht übersetzt werden. Woher kommt das Wort вода?  Kommt es von вадя ‚herausziehen‘? Nein, es ist eines der äußerst bedeutungsvollen Wörter, die nicht ins Bulgarische übersetzt werden können. Es gibt keine solche Übersetzung ins Bulgarische. 

Aber lassen wir jetzt die Herkunft des Wortes, andernfalls werden wir zu Hypothesen kommen und die sind gefährlich. Daher darf das vernünftige Leben keine Hypothese, keine Theorie zulassen. Wenn ich sage, dass das vernünftige Leben keine Hypothesen und Theorien zulassen darf, meine ich damit nicht, dass es sie absolut nicht geben darf. Nein, lasst das Leben an Theorien und Hypothesen denken, aber nur als eine Skizze, die nicht so wichtig ist. Jede Theorie und Hypothese kann zu einer gewissen Wahrheit führen, aber das ist nur eine Vorbereitung. Über die neuesten Theorien und Hypothesen über das Leben kann man streiten. Was die neueste Theorie und Hypothese über den Ursprung des Menschen ist, darüber, wie er entstanden ist – hier wollen uns die Wissenschaftler überzeugen, dass der Mensch aus einer sehr kleinen Zelle entstanden ist. Dann hört zu – ich beweise euch, dass alle Sonnen im Universum aus einem einzigen mikroskopischen Atom entstanden sind. Werdet ihr mir glauben? Wie kommt es, dass diese Urzelle sich in den Kopf gesetzt hat, den Menschen zu bauen? Man sagt: Nun, es ist ein Zufall, eine Kombination von Dingen. – Nein, das sind Hypothesen und Kombinationen dieses gelehrten Mannes. Andere Wissenschaftler werden kommen, um uns die Vernünftigkeit der Natur zu beweisen. Wie werden sie es beweisen? Sie beweisen dies durch eine Reihe von Hypothesen und Theorien. Wir sollten aufhören, uns mit dem Beweisen der Dinge zu beschäftigen. Wir betreten hier ein neues Feld. Bis jetzt habt ihr die Kunst des Beweisens studiert und beherrscht es bereits. Jede Frau kann ihrem Mann beweisen, dass das Fleisch, das er gekauft hat, nicht gut ist. – Wie? – Indem sie es für ihn kocht, ohne es zu hacken. Er fängt an, darauf herumzukauen, kann es aber nicht. Sie sagt zu ihm: Habe ich dir nicht gesagt, dass dieses Fleisch nicht gut ist? Und dieses Fleisch könnte tatsächlich von einem 15 Jahre alten Ochsen oder von einem alten Schwein stammen. Sie sagt zu ihrem Mann: Habe ich dir nicht gesagt, dass du zarteres Fleisch hättest kaufen sollen? Der Mann sagt: Nun, als ich beim Metzger war, hat er mir nach seinen Theorien bewiesen, dass dieser Ochse jung war. Und ich habe meine eigenen Theorien. Ja, aber wenn du ihn jetzt isst, beweist du, dass dieser Ochse alt ist. Wie kann man das beweisen? Altes Fleisch ist schwer zu kauen, und junges Fleisch ist leicht zu kauen. Was habt ihr damit überhaupt bewiesen? Und jetzt sage ich: Hör zu, kaue eine zarte Birne! Sie ist immer jung, sie wird nie alt. Birnen haben die Eigenschaft, dass sie nie alt werden, sie sind immer jung, immer sechs Monate alt. Ich spreche nicht vom Birnbaum, sondern von der Birne selbst, ihrer Frucht, die immer nur 5-6-7 Monate alt ist, sie kann nicht länger am Baum bleiben. Die Birne ist also immer jung, sie kann nicht älter als ein Jahr sein. Beim Obst könnt ihr immer sicher sein, dass es nicht älter als ein Jahr ist. Und wenn wir sagen, dass sie frisch sind, bedeutet das, dass sie erst 1-2-3 Monate alt sind.

Wenn diese bisher existierenden Theorien und Hypothesen in unser vernünftiges Leben eintreten, wird es ein altes Leben sein – ein Leben der zerstörten Formen. Ich habe zum Beispiel oft die Frage des Privateigentums angesprochen, aber es ist interessant, wie einige meiner Schüler das verstanden haben. Einer meiner Schüler geht zum Beispiel zu einem Bruder, der einen Sack Walnüsse hat und beginnt, sich selbst davon zu bedienen. Er isst sich an den Walnüssen satt und sagt: Kein Privateigentum mehr! Wenn es kein Privateigentum gibt und du von diesem Sack isst, dann müssen alle anderen auch davon essen. Das ist es also, was Privateigentum ausmacht! Indem er das Privateigentum anderer ausschließt, wird dieser Schüler selbst zum Privateigentümer. Indem er vom Sack Besitz ergreift, erkennt er das Privateigentum für sich selbst an, nicht aber für andere. Mit der Nichtanerkennung von Privateigentum meine ich, etwas für sich selbst zu haben, um es anderen zum Essen zu geben. Man muss eine Idee haben, wenn man das Privateigentum von sich weist. Wenn er privilegiert ist und dieses Privileg für andere nicht anerkennt, ist das keine richtige Philosophie mehr. Wenn wir auf diese Weise handeln und denken, werden wir die Güter, die Gott uns in dieser Welt gegeben hat, falsch verteilen. Dann wird jemand sagen: Nun, wie sollen wir nach dieser Lehre leben? – Wir alle müssen weise leben, wie es diese großen Gesetze, nach denen das Leben geordnet ist, verlangen. In dieser Welt hat Gott alles für uns geplant. Die wesentlichen Dinge des Lebens sind durchdacht. Was der Verstand braucht, ist durchdacht, was das Herz braucht, ist durchdacht, was der Körper braucht, ist alles durchdacht. Deshalb muss der Mensch das finden, was für ihn gedacht ist. Er wird sein Leben so weise einsetzen wie der Vater jenes jungen Mannes und jenes jungen Mädchens, wenn er für sie neue Kleider bei einem angesehenen Schneider bestellt. Er wird seiner Tochter einen Zettel geben und ihr sagen: Du wirst zu dieser Schneiderin gehen, um die Kleider zu bekommen, die ich für dich bestellt habe. Dann wird er zu seinem Sohn sagen: Du wirst zu jenem Schneider gehen, um die Kleider zu holen, die ich für dich bestellt habe. Dies ist ein gut erzogener Vater. Warum ließ er die Schneiderin und die Näherin die Kleider nicht zu seinem Sohn und seiner Tochter ins Haus bringen? – Denn wenn der Schneider und die Näherin die Kleidung selbst bringen würden, müssten sie nicht nur für ihre Arbeit bezahlt werden, sondern auch für die Arbeit, die sie beim Bringen der Kleidung leisten. Er sagt: Ich habe kein Geld übrig, also geht und holt es euch selbst. Der Sohn und die Tochter werden sagen: Wie geizig unser Vater ist! – Wenn dein Vater ein Geizhals ist, bist du ein Geizhals; wenn dein Vater ein Narr ist, bist du ein Narr. Jemand sagt: Mein Vater ist so und so. Und, bist du aus ihm herausgekommen? Und nun sagt jemand: Die Welt ist sehr töricht eingerichtet. Wenn die Welt dumm eingerichtet ist, bist du auch ein erstklassiger Dummkopf. Wenn die Natur dumm ist, dann bist du auch dumm, dann traue ich dir nichts. – Die Welt ist unsinnig, sagt jemand. – Wenn die Welt unsinnig ist, bist du doppelt so unsinnig. Das ist unsere Art nachzudenken. – Nein, ich bin Wissenschaftler. – Also gut, zeige deine Gelehrsamkeit! Was hast du der Welt gezeigt? Du hast einen Aufsatz über einen Käfer, eine Mikrobe geschrieben. Was zeigt die Mikrobe? Können Menschen so geimpft werden, dass sie nie sterben? Heutzutage werden Kinder bis zu einem bestimmten Alter geimpft, aber sie sterben trotzdem. Die Wissenschaftler wollen uns erzählen, dass sie ein Serum gefunden haben, das, wenn es in das Blut eines Kindes injiziert wird, das Kind immun macht, das Kind passt sich an die Krankheit an und erkrankt nicht an ihr. Dennoch sehen wir, wie Kinder an genau der Krankheit sterben, gegen die ein solches Serum erfunden wurde. Und jetzt gilt jeder, der sein Kind nicht impfen lässt, als jemand, der außerhalb der Wissenschaft ist, der rückständig ist. Ja, aber das ist keine Wissenschaft! Ich wünsche mir, dass ein Kind nach der Verabreichung einer Injektion, nach der Impfung, noch etwa 500 Jahre leben kann. Und nun stirbt dieses Kind 5 Jahre, nachdem es eine Injektion erhalten hat. Das ist keine Wissenschaft, das sind Hypothesen über die Heilung, das sind Theorien über die Heilung.

„Wenn aber deine Hand dich verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir.“ Und dann kommen einige Leute und fragen mich: Muss ich behandelt werden? Ich sage: Nein, du musst nicht behandelt werden. – Und was soll ich tun? – Man muss weise leben, nach den Gesetzen Gottes. Du wirdt nach den Gesetzen Gottes leben. Wenn du deinen Geist läutern kannst, wenn du diesen soliden Gedanken in dich hineinbringen kannst, zu denken, dass die göttliche Welt vernünftig ist, dass die göttliche Welt rein ist, dass es außerhalb der gegenwärtigen manifestierten Welt viele vernünftige Wesen gibt, die dir sehr nahe sind, dann wirst du nach den Gesetzen Gottes leben. Diese höheren intelligenten Wesen können sich uns jederzeit offenbaren.

Um meinen Gedanken zu verdeutlichen, möchte ich ein Beispiel anführen. Der berühmte Meister Indiens, Krishna, der heute fast zu einer Gottheit geworden ist, der auch zur Dreifaltigkeit der indischen Theologie und Philosophie gehört und in Fleisch und Blut auf der Erde lebte, hatte einen geliebten Schüler. Eines Tages sagte dieser  zu seinem Meister: Meister, ich sehe dich als einen gewöhnlichen Menschen, aber bitte zeige mir deine Herrlichkeit, dass ich dich so sehe, wie du bist. Krishna offenbarte sich ihm und er sah, dass der ganze Raum des Universums, vom Thron Gottes bis zur Erde, alles von der Herrlichkeit und Größe Krishnas erfüllt war. Als der Schüler zu  seinem Meister kam, sagte er: Ich danke dir, dass du mir den Sinn des Lebens erklärt hast. Krishna antwortete ihm: Du wirst dich daran erinnern, dass ich das, was ich dir offenbart habe, weder deinem Verstand noch deinem Herzen offenbart habe, sondern dem edlen Gefühl, das in deiner Seele flatterte. Nun sagen einige Schüler mit ihrer Gelehrsamkeit: Möge der Meister sich uns offenbaren, damit wir ihn erkennen können. – Nein, niemals!

Es gibt etwas Höheres in der Welt als Wissen. Die griechischen Philosophen pflegten zu sagen: Die Welt zu erkennen, das ist der Sinn des Lebens. Nein, es gibt etwas Höheres in der Welt als Wissen, nämlich zu lieben. In der Erkenntnis gibt es eine gewisse Angst. Du möchtest jemanden wieder erkennen, ob er es ist oder nicht, aber es gibt einen Zweifel, ein Zögern in dir. Beim Erkennen will man zuerst jemanden erkennen und dann sich manifestieren. Die Liebe schließt jede Theorie und Hypothese aus. Es gibt keine Angst in ihr. Ich will damit nicht sagen, dass man alle Theorien und Hypothesen ausschließen sollte, aber ich spreche vom Wesen des Lebens. Im gegenwärtigen Leben, unter den gegenwärtigen Bedingungen, im gegenwärtigen Wissen müsst ihr Theorien und Hypothesen haben, aber ich sage: Wenn ihr den inneren Sinn des Lebens erreichen wollt, wenn ihr euch von den Beschränkungen des Lebens, von der inneren Unterdrückung, die jetzt in der Welt existiert, befreien wollt, müsst ihr lieben. – Wen? – Gott müssen wir lieben, da Er Liebe ist, die sich uns manifestiert. Folglich müssen wir Träger dieser Liebe sein, wir müssen die Liebe Gottes in der Welt manifestieren. In dieser Liebe kann es keine Theorie, keine Hypothese geben. Sobald wir dazu kommen, werden wir mit unserer Sprache sehr vorsichtig sein. Wisst ihr, was eine sorgfältige Sprache ist? Wisst ihr, was ein edler Umgang mit Menschen ist? Jemand sagt: Nun, lasst uns edel miteinander umgehen. Für mich ist ein Menschen mit edlen Manieren derjenige, der sich anderen gegenüber so verhält, wie er sich selbst gegenüber verhalten würde. Er soll so rücksichtsvoll sein, dass er, wenn er sich in eine bestimmte Lage begibt, andere so ehrt, wie er sich selbst ehrt. Ein solcher Mensch wird nicht von irgendwelchen Hypothesen und Theorien sprechen, er wird nicht zu dir sagen: „Freund, ich liebe dich sehr, ich habe eine besondere Einstellung, ich habe eine hohe Vorstellung von dir, ich bin bereit, mich ganz für dich zu opfern, ich kenne deine Mutter und deinen Vater, sie waren edle, wohlerzogene Menschen usw. Ein solcher Mensch wird diese Theorien und Hypothesen nicht entwickeln. Nein, mein Freund, meine Freundschaft beruht nicht darauf, dass ich deine Mutter und deinen Vater kenne. Diese Liebe, die ich  entgegenbringe, trage ich seit Jahrhunderten in mir. Diese Liebe gab es schon vor dieser oder jener Welt.

Bevor es diese Welt gab, war ich – nichts weiter. Ihr werdet sagen: Es handelt sich um Theorien und Hypothesen. – Für euch mag das so sein, für mich ist es nicht so. Und ich habe euch nichts zu beweisen. Nun werdet ihr sagen: Wisst ihr, was der Meister sagt? Der Meister sagt, dass ich irgendwo existiere und dass ich existierte, bevor diese Welt existierte. – Nein, du musst diese Existenz in dir selbst spüren, du musst sie selbst erleben. Wenn du sagst, dass du schon vor dieser Welt existiert hast, musst du allen Menschen gegenüber das gleiche Maß haben. Ihr müsst allen Wesen gegenüber die gleiche Einstellung haben, vom größten bis zum kleinsten Wesen. Du darfst keinen Unterschied zwischen allen Wesen machen. Du solltest die gleiche Einstellung zu Käfern, Menschen und Engeln haben. Nun werdet ihr aber sagen, dass es sich um Hypothesen handelt. Nein, in der Welt der Engel denkt einer der kleinsten Finger eines Engels genauso viel wie einer unserer Philosophen.

Was werdet ihr darüber hinaus sagen? Ihr werdet sagen, das sei eine Hypothese. Ja, es ist eine Hypothese, es ist eine Theorie. Mehr denken! Wenn der Kopf denken kann, kann auch der Finger denken. Wenn der Kopf denken kann, kann auch die Wirbelsäule denken und der ganze Körper kann auch denken. Das Unglücklichsein in uns hängt nun damit zusammen, dass lediglich der Kopf denkt und der Rest des Körpers nur fühlt. So entsteht die ganze Disharmonie in der Welt. Deshalb müssen wir zu der ursprünglichen Lage zurückkehren, in der wir uns befanden. Wir haben etwas von uns selbst verloren und wir wissen, dass eine Sache, die eine Eigenschaft verliert, weich wird. Wenn ein Mensch sein organisches Eisen verliert, wird er weich. 

Dieses Phänomen ist bei allen Menschen zu beobachten. Die Blutarmut der Menschen ist darauf zurückzuführen, dass sie wenig organisches Eisen enthalten. Aber auch der umgekehrte Prozess ist wahr. Die Anhäufung einer großen Menge an organischem Eisen im menschlichen Blut birgt größere Gefahren. Sowohl viel als auch wenig ist gefährlich. Es sollte so viel Eisen im Blut sein, wie wir brauchen. Ich frage also: Als die große Natur den Menschen schuf, was hatte sie nach unseren heutigen Vorstellungen im Sinn? – Sie wollte ihm beibringen, sich von nichts verführen zu lassen. Sie wollte ihn lehren, an ihre großen Gesetze zu glauben und so zu leben, wie sie es will. 

Und alle Leiden in der Welt, diejenigen von vor Tausenden von Jahren wie die heutigen, sind nichts als die Korrektur aller von Menschen aufgestellten Hypothesen und Theorien. Der Mensch im Paradies schuf eine Hypothese und Theorie, außerhalb des Paradieses schuf er eine andere Theorie und Hypothese. Die Menschen zur Zeit der Propheten hatten auch Hypothesen und Theorien; Zur Zeit Christi hatten sie Hypothesen und Theorien; In unserer Zeit haben sie Hypothesen und Theorien; In der Zukunft werden sie auch wieder Hypothesen und Theorien haben. Und schließlich sagen die Menschen: Diese Welt wird nie in Ordnung sein! Sie haben Recht, ich stimme ihnen zu, aber ich frage: Welche Welt wird niemals in Ordnung gebracht werden? Die heutige Welt, die sich auf Hypothesen und Theorien, wird niemals in Ordnung gebracht werden. Ein Fass, das aus morschen Brettern und verrotteten Reifen besteht, lässt sich nie reparieren. Von einem Baum, der von großen Würmern zerfressen wurde, heißt es: Aus diesem Baum lässt sich nichts mehr herstellen. Ihr habt Recht. Diese Würmer werden den Baum vernichten. Diese Würmer sind die in ihm enthaltenen Hypothesen und Theorien. Manche sagen: Man muss zweifeln, um ein Wissenschaftler zu werden. Und dann stellt jeder die Frage: Werde ich leben oder werde ich sterben? Ihr antwortet: Du wirst sterben.  Wenn dies der Fall ist, entsteht im Menschen eine andere Versuchung, eine andere Moral. Er sagt: Wenn ich schon sterben muss, dann will ich wenigstens frei leben, essen und trinken. Warum sollte ich morgens früh aufstehen und in die Wildnis arbeiten gehen. Wenn es keine andere Welt, kein zukünftiges Leben gibt? Ich will mich wenigstens sattessen und satttrinken! So schuf der Mensch andere Theorien und Hypothesen. Er sagt: Es gibt keinen Gott in der Welt. Gut, aber bei dieser Lösung des Problems entsteht ein anderer Widerspruch. Dieser entsteht auf der Grundlage der Theorie, dass es kein anderes Leben gibt und deshalb jeder gut leben möchte, aber damit entsteht ein großer Mangel – es mangelt an diesem und jenem.

Aber dann taucht eine andere Theorie auf, dass es ein zukünftiges Leben gibt. Diese Theorie zielt darauf ab, das Denken der Menschen auf Gott auszurichten, so dass durch ein bescheideneres Leben etwas mehr für diejenigen übrig bleibt, die im Leben gesegnet werden wollen. Aber ich sage: Wenn ein Glaube auf Hypothesen und Theorien beruht, ist es kein Glaube. Und wenn ein Unglaube auf Hypothesen und Theorien beruht, so stimmt er auch nicht. Der Ungläubige soll ungläubig sein, aber sein Unglaube soll sich nicht auf Theorien und Hypothesen stützen! Der Mensch soll ein Leben haben, aber eines, das nicht auf Theorien und Hypothesen beruht! Es soll Gläubige geben, aber solche, deren Leben, deren Glaube sich nicht auf Theorien und Hypothesen stützt!

Christus sagt: „Wenn deine Hand dich verführt, so haue sie ab und wirf sie von dir.“ Wir müssen uns also von all den falschen Theorien, die wir über das Leben haben, befreien und nur das Lichte, das Göttliche, in das Leben bringen, das uns erheben kann. Ich werde jetzt innehalten und erklären, woher die Realität der Dinge kommt. Stellt euch vor, ihr habt einen Orangenbaum in einen schönen, modern gestalteten Kübel gepflanzt. Dieser Orangenbaum wächst gut und trägt gute Früchte. Ich gehe oft zu diesem Baum, betaste den Kübel, gehe um ihn herum. Stellt euch vor, dieser Kübel hat ein gewisses Bewusstsein, eine gewisse Sensibilität. Was würde er von sich denken, wenn er sieht, dass ich oft um ihn herumgehe und mich um den Baum in ihm kümmere? Er würde denken, dass er ein gewisses Privileg mir gegenüber genießt und dass der ganze Respekt, den ich dem Baum zolle, ihm gebührt. Er wird denken, wenn ich ihn betaste und mich um ihn kümmere, dann mache ich das deshalb, weil er einen besonderen Ehrenplatz einnimmt, und er wird nicht einmal ahnen, dass diese Aufmerksamkeit auf die Orange zurückzuführen ist, die in ihm steckt. Er wird sich sagen: Wenn ich nicht klug und prominent wäre, würde ich nicht an diesem Ehrenplatz stehen. Es gibt etwas in mir, was der Grund ist, warum mich mein Meister stehen hat.

Die zweite Situation ist die Täuschung, in die der Baum fallen kann. Wenn er sieht, dass ich um ihn herumgehe, sagt er zu sich selbst: Dieser Herr hält diesen Kübel nur mir zuliebe. – Nein, ich habe diese Ehrfurcht vor der Orange, vor der Frucht, die später erscheinen wird. Der Baum, der ein Bewusstsein hat, ist der Meinung, dass ihm dieses Privileg zusteht und dass der Kübel weggeworfen wird, wenn er nicht da wäre. Der Baum hat recht, aber wenn diese Orange keine Früchte tragen würde, würde ich sie auch wegwerfen, genauso wie ich den Kübel selbst wegwerfen würde. Es geht also nur um die Früchte. Morgen wird diese Frucht reifen und es gibt ein Bewusstsein in ihr, das sagen wird: Wenn ich nicht auf diesem Baum wäre, hätten dieser Kübel und dieser Baum für sich genommen keine Bedeutung, sie würden weggeworfen. Die Frucht hat Recht. Das ist die dritte Situation, die im vorliegenden Fall auftreten kann. Die Frucht sagt also: Ich bin. Ja, aber wenn diese Frucht fade schmeckt, wenn sie nicht zum Leben taugt, dann sage ich: Weder den Kübel, noch den Baum oder die Frucht behalte ich – alles raus! Was ist dann? – Ein neuer Kübel, ein neuer Orangenbaum, neue Früchte! Ich möchte eine schmackhafte Frucht, die die notwendigen Säfte für das Leben liefert. Also sieht uns die unsichtbare Welt auch so real an. In gleicher Weise nimmt jeder Mensch diese drei Positionen in sich selbst ein. Und Christus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt. Für wen ist diese Frucht? Es gibt jemanden, der diese Frucht braucht. Diese Frucht wird nicht für uns sein. Diese Frucht ist für die höheren, fortgeschritteneren Wesen als wir und dank ihr sorgen sie dafür, dass wir uns richtig entwickeln und vernünftig in dieser Welt leben können. Ihr werdet sagen: Ich habe Gott bis jetzt noch nicht gesehen. Ich habe einen Engel gesehen, doch Gott habe ich noch nie gesehen. Du hast sowohl Gott als auch einen Engel gesehen, aber du warst blind – mehr nicht. Du willst Gott in einer kleinen Form begreifen. Nein, ich sage, dass Gott sich im Vernünftigen in der Welt manifestiert. Es wird die Zeit kommen, wenn alle Menschen auf der Welt die Manifestation Gottes sehen werden. Es gibt bestimmte helle, intelligente Strahlen, die von der Sonne ausgehen. Wir können ein Experiment mit ihnen machen. In einem bestimmten Fall können diese Strahlen zunehmen oder abnehmen. Wenn wir dieses Experiment machen, werdet ihr sehen, dass es eine gewisse intelligente Verbindung zwischen diesen Sonnenstrahlen und uns gibt. Jeder von euch kann diesen Versuch unternehmen, aber das ist eine große und tiefgründige Wissenschaft, die hauptsächlich demjenigen gelingt, der einen geläuterten Verstand und ein geläutertes Herz hat. Dieser Mensch muss in der Tat den Verstand eines Wissenschaftlers haben. Ich lobe die modernen Gelehrten in einer Hinsicht, nämlich für ihre große Geduld. Dies ist eine lobenswerte Eigenschaft von ihnen. Ein Wissenschaftler studiert 20-30 Jahre lang einen kleinen Käfer. Und wir, die modernen religiösen Menschen, die sich mit der größten Frage befassen, sagen: „Dieses Werk wird nicht sein“ und geben diese Frage auf: Gebt uns etwas Neues! Was ist das Neue? – Das Neue, das du meinst, finde ich nur in der Monotonie, durch die unser Leben ständig korrumpiert wird.

Das vernünftige Leben erfordert also positive Erkenntnisse und positive Gefühle. In den positiven Gefühlen liegt keine Qual. Ich trage zum Beispiel etwas vor und jemand fragt: Was willst du mir sagen, ich verstehe dich nicht! – Du bist krank, ich gebe dir ein Heilmittel. Du fragst mich: Was willst du mir mit dieser Flasche sagen? Ich sage: Du bist krank, du suchst seit drei Monaten nach einem Arzt, hier ist dieses Fläschchen, nimm drei Löffel am Tag davon. Das ist es, was meine Flasche dir sagen will. – Aber geht das? – Probiere es aus! Ich kann dir sagen, wie diese Medizin entstanden ist, wie sie wirkt; Ich kann dir eine Reihe von medizinischen Theorien und Hypothesen aufstellen, aber ich sage dir: Nimm drei Löffel pro Tag davon, nicht mehr und nicht weniger. Probiere es aus und du wirst das Ergebnis sehen! Du nimmst etwas von dieser Medizin, wirst geheilt und dann sagst du: So ist es geschehen, so hat es die Natur angeordnet, es ist ein Zufall geschehen. – Nun, um sich einer Tatsache zu vergewissern, müssen wir einen Versuch, zwei, drei, 99 Versuche machen und dann darüber sprechen, ob sie wahr ist oder nicht. Folglich muss jeder Mensch so lange experimentieren, bis er von der Wahrheit einer bestimmten Situation überzeugt ist. Und das Gesetz, das er aus diesen Versuchen zieht, sollte er als eine heilige Regel in sein Leben aufnehmen und nicht mehr zögern. Wenn wir zu solchen Ergebnissen kommen, müssen wir uns nicht mehr überzeugen, müssen wir nicht mehr zögern, sondern wir werden zuhören und verstehen, so wie bei der Musik. Die Musik ist eine Kunst, eine gute Methode, die uns zeigt, wie wir arbeiten sollten.

Sobald jener große Musiker kommt und spielt, sind alle nachdenklich, hören zu und ziehen einen Nutzen von der Musik. In der Zukunft, wenn wir lernen, gut zu sprechen, wird unsere Rede so musikalisch sein, dass wir beim Sprechen Freude empfinden werden. Diese Rede wird Leben und Gesundheit in uns hineinbringen und wir werden alle im Göttlichen ermutigt werden. Zuallererst muss der Verstand des Menschen geöffnet und sein Herz erweitert werden. In dieser Phase, in der ihr euch befindet, wird jeder, der zu euch predigt, jeder, der zu euch spricht, immer einen wunden Punkt treffen. Egal, wie man spricht, egal, wie klug man ist, man wird trotzdem jemanden in seinem Glauben verletzen. Wir müssen uns all die Überzeugungen vergeben lassen, die uns bisher nicht gut getan haben und einen unerschütterlichen Glauben gewinnen – den Glauben an einen Gott, an einen Herrn, der das ewige Gute in uns bringen kann, das unserem Leben einen Sinn gibt. Ich denke, dass alle Gläubigen in der ganzen Welt genau dieses Glaubensbekenntnis erheben sollten – den Glauben an jenen absoluten, großen Herrn, welcher der Gott der Liebe ist. Sie müssen Seine Fahne hochhalten, die Liebe zur Grundlage des Lebens machen und durch sie einen mildernden Einfluss auf die Reichen ausüben. Die Reichen, denen wir die Liebe predigen, sollen vernünftig werden und den Überschuss ihres Reichtums an die Armen abgeben. Die Armen hingegen, die beraubt wurden und die Liebe wahrnehmen, die diese Güter wahrnehmen, sollten sich nicht mehr verführen lassen, sondern sich an die Arbeit machen. Die Armen sollten also ohne Zwang arbeiten, und die Reichen sollten ihren Reichtum ohne Zwang verschenken. Wenn wir in die Situation kommen, in der die Dinge in der Welt unter Zwang geschehen, werden wir Gewalt erleben. Dann werden die Armen mit Gewalt zur Arbeit gezwungen und die Reichen werden mit Gewalt zur Arbeit gezwungen.

Vor Jahren entstand in der Stadt New York ein politisches Glaubensbekenntnis mit dem Namen Tammany Hall. Das war eine politische Clique, die die Bürger von New York City nach allen Regeln der Kunst ausraubte. Einer von ihnen ging durch die ganze Stadt, fand heraus, welche Bürger als reiche Männer bekannt waren und schrieb ihnen einen Brief: Innerhalb von vier Tagen werden Sie 100.000 Dollar an dieser Adresse hinterlegen. In zwei Tagen werden Sie 200.000 Dollar bei dieser Adresse einzahlen. Auf einem dritten stand: An einem Tag werden Sie 250.000 Dollar bei dieser Adresse einzahlen. Beim vierten Mal verlangte er 300.000 Dollar und so weiter. Sollte sich einer weigern, das geforderte Geld zu schicken, stieß er auf allerlei Hindernisse. Und so wurden diese Leute innerhalb von wenigen Jahren reich, sie wurden Millionäre. Endlich tauchte ein Prediger auf, man fand ihn ein wenig verrückt, aber er reiste durch ganz Amerika, studierte die Sache und dann brachte er mit einer ganzen Reihe von Predigten die Gewalttätigkeit dieser Partei ans Licht und es gelang ihm, die Stimmung der Amerikaner zu heben, einen ganzen Staatsstreich gegen die Gewalttätigen zu bewirken. Diese Menschen flohen und reisten durch ganz Europa, doch schließlich gelang es den Amerikanern, sich deren Terrors zu entledigen. Das ist es, was im aufgeklärten Amerika geschah und was hier in Bulgarien geschieht, weiß Gott. Jeder möchte großartig sein, jeder möchte ein glückliches Leben voller Hypothesen und Theorien führen. Ich frage euch, ausgehend von einem der Grundgesetze: Kann eine Mutter, die keine Liebe hat, Kinder gebären? Dient der Knecht, der keine Liebe hat, seinem Herrn? Kämpft der Soldat, der sein Land nicht liebt, auf dem Schlachtfeld? Geht der Arbeiter, der keine Liebe für seine Arbeit hat, an diese heran? Heute gibt es überall Diebstahl und Gewalt. – Warum? – Denn es fehlt die Liebe. All das Gute, das es in dieser Welt gibt, ist auf diese Liebe zurückzuführen.

Die heutige Welt ist ein Fass mit sehr guten Reifen, aber die Bretter sind verrottet. Was passiert mit dem Fass selbst, wenn die Bretter von Würmern befallen werden? – Die Butter darin wird herausfließen. Die heutigen Menschen können das nicht sehen. Sie sagen: Ja, unsere Väter und Vorväter führten ein religiöses Leben, sie waren ehrliche Menschen. Stimmt, eure Väter und Vorväter waren ehrlichere Menschen als ihr. Sie haben ihr Wort gehalten. Eure Väter haben kein Geld gegen einen Schuldenschein verliehen, sondern sie haben jemandem heimlich Geld gegeben und als es dann an der Zeit war, es zurückzuzahlen, haben sie nicht mehrmals mit einem Gerichtsvollzieher danach gesucht, sondern das Geld wurde ihnen gebracht. Sowohl derjenige, der das Geld gab, als auch derjenige, der es nahm, waren sich ihrer Verpflichtung bewusst und so lebten beide gut. 

Die heutigen Menschen glauben, dass sie klüger geworden sind. Nein, sie sind nicht klüger geworden. Aus all den Leiden, die die Menschen durchgemacht haben, haben sie eine Erfahrung gewonnen, aber die Weisheit wird in ihnen entstehen, wenn die neuen Lebensbedingungen aufgebaut sind. Ich spreche nicht über das äußere Leben, sondern über das innere Leben in uns. Wie die Lage Englands, Frankreichs, Deutschlands sein wird, ist für mich eine zweitrangige Frage, aber jetzt, wo ich hier auf der Erde bin, ist es wichtig für mich, meine Arbeit zu tun, damit ich eines Tages, wenn ich von hier abgerufen werde, bereit bin.

Zuallererst müssen wir wissen, dass wir keine Mitglieder dieser Erde sind. So wie ein Schüler, der eine Schule besucht, kein ständiges Mitglied dieser Schule ist, sondern sie solange nur besucht, bis er seinen Abschluss macht, so sind auch wir es. Dann geht dieser Schüler auf eine andere Schule und ein anderer kommt an seine Stelle. Wir sind also hier auf der Erde wie in einer Schule, um unseren Idealen zu dienen, um in andere Reiche einzutreten und um Gott zu dienen. Deshalb ist in der Welt nur Gott der Herr. Und all die Menschen, die jetzt die Welt regieren, sind nur vorübergehend da, eines Tages wird Gott auch sie rufen. Gott ist der Herr von allen und die jetzigen Menschen denken, dass Er sie nicht rufen wird. Nein, es gibt eine große Gerechtigkeit Gottes in der Welt, über die es keine Theorien und Hypothesen gibt. Alle Menschen müssen ihr Recht erhalten. Alle Menschen, die Gott auf die Erde geschickt hat, haben das gleiche Recht zu leben. Niemand darf dem Menschen die Rechte nehmen, die Gott ihm gegeben hat. Gottes Gerechtigkeit besteht darin, Gottes große Gesetze heilig zu halten. Aber wenn wir irgendein anderes Recht in die Welt setzen wollen, würden wir Heiden sein. So waren die heidnischen Götter. Wenn wir Gottes Gesetze befolgen, dann gibt es für uns nur einen Gott der Liebe, Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und des Guten. Dieser Gott schaut auf alle Menschen gleichermaßen. Folglich ist jede Gewalt, die jemand ausübt, nicht gottgefällig. Und wenn Er es toleriert, dann nicht aus Schwäche. Er duldet jede Gewalt, aber Er schreibt auch alles auf. Es gibt Diener Gottes, es gibt das Reich Gottes! Bis jetzt haben alle Menschen gedacht, dass das göttliche Licht aufgehalten werden kann. Nein, das göttliche Licht kann nicht aufgehalten werden. Der Apostel Paulus war an der Ermordung von Stephanus beteiligt, aber als Stephanus starb, ließ er Paulus für sich arbeiten, seine Arbeit für ihn tun. Als man den Apostel Paulus fünfmal schlug, sagte er: Brüder, mit großen Leiden werden wir in das Reich Gottes eingehen. Man fragte ihn: Ist es gut, dich zu schlagen? – Nein, das ist sehr schlecht. – Dann darfst du nicht mitmachen, wenn deine Brüder getötet werden. Er erzählte von den Leiden, die er auf dem Meer unter den falschen Brüdern verbracht hatte. Ja, die Welt ist voll von falschen Brüdern.

Manchmal, wenn ich durch die Straßen gehe, höre ich einige Leute sagen: Der mit den langen Haaren ist ein Anarchist, er korrumpiert die Leute. Ja, ich korrumpiere sie und sie erziehen sie. Ich habe die Welt gelehrt zu stehlen und zu lügen, nicht wahr? Sie sagen, der Antichrist sei im Kommen. Er existiert doch überall! Der Antichrist existiert bereits seit 8.000 Jahren. Weltweit sind mehr als 25 Millionen Menschen getötet worden. Hat Christus das getan? Seit 2.000 Jahren ist der Antichrist auf der Erde. Er hat gemordet und alle sagen: Hüte dich vor dem Teufel! Ein Mann schlägt seine Frau und wirft sie hinaus; Ein Vater wirft seinen Sohn hinaus; Ein Bruder tötet seinen Bruder und alle sagen: Hüte dich vor dem Teufel! Ich wundere mich über dieses Glaubensbekenntnis. Manche sagen: Weißt du, wer dort in diesem Salon spricht? – Da spricht der Teufel! Ich bin froh, dass hier der Teufel spricht und dass in allen anderen Kirchen Christus spricht! Ja, und als dieser Christus sprach, starben 25 Millionen Menschen auf dem Schlachtfeld. Wenn dieser Christus spricht, gibt es überall auf der Welt Diebstähle, Morde, Gewalt und Menschen in Ketten! Das mag die Religion eines Volkes sein, das mag sein Bestreben sein, aber lasst euch nicht täuschen, das ist keine göttliche Lehre. Nein, es ist nicht die Lehre Gottes, es ist nicht die Lehre Christi! Mit solchen Lügen kann man bei uns nicht landen. Ich spreche im Namen Gottes. Und dieser Gott, von dem ich spreche, wird die Erde erschüttern und dann werdet ihr wissen, ob ich die Wahrheit sage oder nicht. In der Schrift heißt es: Noch einmal wird Gott die Erde erschüttern und jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Gerechtigkeit in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Weisheit in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Wahrheit in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Liebe in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Tugend in der Welt gibt! Es gibt viel, worauf der Mensch sich stützen kann! Ein Bruder ist kein Wolf für seinen Bruder, sondern ein Bruder ist für einen Bruder sein Nächster, mit dem er zwei süße Worte teilen kann, mit dem er seinen Bissen Brot teilen kann.

Was ich euch sage, gilt für die Gläubigen, es gilt nicht für die Welt. Lassen wir die Welt ihren eigenen Weg gehen. Ich spreche von denen, die den Namen Christi predigen, von denen, die ständig Sein Kreuz tragen, von denen, die in Seinem Namen alles tun. Ich sage: Lasst sie doch endlich damit aufhören! Lasst alle Menschen auf der ganzen Welt, nicht nur hier in Bulgarien, wissen, dass Gott in der Welt existiert und die Menschen werden es wissen! Ja, aber es müssen vorbereitete Mensvhen da sein! Nein, ihr werdet um die Welt gehen und den Leuten alles erzählen. Ihr sagt: Wir sind noch nicht bereit. – Wann werdet ihr bereit sein? – Wir sind noch nicht reif geworden. – Wann werdet ihr reif? – Wer hat euch gesagt, dass die Zeit noch nicht gekommen ist? Wisst ihr, wie eure Arbeit aussieht? Ihr, die ihr mir zuhört, seht aus wie die beiden Gelähmten, die 20 Jahre lang im Krankenhaus lagen. Ein Arzt kam, um sie zu untersuchen, und meinte:  Die beiden werden zwar nicht genesen, aber gebt ihnen wenigstens ein Buch, in dem sie etwas über Gott lesen können, um sich abzulenken und die Zeit leichter zu vertreiben. Ein anderer Arzt kam und sagte das Gleiche. Diese beiden kranken Männer lagen auf ihren Betten und unterhielten sich: Es gibt eine große Ungerechtigkeit in dieser Welt, es gibt niemanden, der uns hilft! Eines Tages stand das ganze Krankenhaus in Flammen und alle eilten herbei, um die hoffnungslos Kranken zu retten, aber die beiden Gelähmten wurden in ihrem Zimmer vergessen. Als das Feuer sie sengte, sprangen sie schnell aus ihren Betten und sagten zueinander: Bruder, lass uns nach draußen rennen! Sie merkten nicht, wie sie nach draußen kamen und sagten sich: Gottseidank brannte das Krankenhaus, damit wir gesund werden konnten!  Dass sie krank waren, war das Ergebnis ihrer Hypothesen und Theorien. Sobald sie alles vergessen hatten, konnten sie nach draußen laufen. So wird es auch bei euch sein. Dieses Krankenhaus wird brennen und ihr werdet herausspringen. Gott hat diese Welt nicht nur für Krankenhäuser geschaffen; Gott hat diese Welt nicht geschaffen, damit Menschen geheilt werden. Man sagt: Es soll doch Wohltäter auf der Welt geben! – Nein, Gott hat die Welt nicht für Wohltäter geschaffen. Gott hat die Welt nur für Arbeiter geschaffen. Jeder muss arbeiten und nicht sich bemühen. Die Arbeit ist etwas Heiliges! Jeder, der auf die Erde gekommen ist, muss mit all seinem Bewusstsein arbeiten und nicht ein Sklave der Arbeit werden. 

Alle sollten arbeiten, sich gegenseitig das Leben erleichtern und helfen. Wir können unser Leben einfacher machen, es liegt an uns. Ihr fragt: Wann wird Christus kommen? – Wenn das Krankenhaus abbrennt. Wann wird Christus kommen? – Wenn alle Theorien und Hypothesen aufhören. Wann wird Christus kommen? – Wenn ihr aufhört zu erwarten, dass ein Wohltäter kommt und euch Geld bringt. Wann wird Christus kommen? – Wenn ihr aufhört zu glauben, dass das Glück im Reichtum, in den Häusern liegt. Christus wird kommen, wenn wir erkennen, dass wir die Söhne Gottes sind, die auf die Erde gesandt wurden, um Ihm zu dienen. Christus wird kommen, wenn wir erkennen, dass wir Söhne der Liebe Gottes sind. Wer begreift, was es heißt, ein Sohn Gottes zu sein, seinem Vater aus dem ganzem Herzen, as dem ganzem Verstand, aus der ganzen Seele und Kraft zu dienen, wird bereit sein, sein ganzes Leben für den lebendigen Gott zu opfern. Was auch immer in der Welt geschieht, er wird sagen: Es gibt Einen in der Welt, für den wir unser Leben und alles, was wir haben, opfern können. Wir müssen unser Leben nicht für jemand anderen opfern. Wenn wir unser Leben für andere opfern, stehen wir auf der falschen Seite. Das ist das Neue. Dieser Gedanke muss in uns verankert werden.

Jetzt ist zum Beispiel euer Vater in die andere Welt gegangen; Euer Sohn oder eure Tochter ist in die andere Welt gegangen und ihr fragt mich, wie es ihnen geht. Das ist leicht herauszufinden. Aber wenn ich euch sage, wie ihr mit den Toten sprechen könnt, wird ein ganzer Skandal ausgelöst werden. Ihr werdet sagen: Wie kann dieser Mann es wagen, die Menschen zu täuschen! Nein, sage ich, es gibt keine toten Menschen auf der Welt. Wenn ein Mensch stirbt, beginnt er, ein wahres Leben zu führen. Wenn ich ein großer Egoist bin und nur an mich selbst denke, dann bin ich tot. Aber in dem Maße, in dem ich mich in das Leiden anderer Menschen hineinversetze, in dem Maße, in dem ich das Leiden anderer Menschen in meine Seele einfließen lasse, in dem Maße, in dem ich ihren Ruf spüre, ihre Not spüre und ihnen in dieser Situation helfen will, in dem Maße nur verstehe ich, dass ich lebe, dass ich ein lebendiger Organismus bin, dass Gott uns am letzten Tag auferwecken wird. Dieser Tag ist nahe, sehr nahe! Er ist sehr nahe, aber ich werde euch nicht sagen, wie nahe er ist. Um diese Nähe zu bestimmen, werde ich die Schnelligkeit eurer Gedanken als Maßeinheit verwenden. Die Gelehrten verwenden als Maß für die Schnelligkeit die Lichtgeschwindigkeit und die Schnelligkeit der Gedanken ist größer als die Lichtgeschwindigkeit. Deshalb ist dieser Tag für alle, die schnell denken, sehr nahe, doch für die, die träge denken, die schlafen, ist dieser Tag sehr weit weg. Sie werden vielleicht noch Tausende und Abertausende von Jahren warten, aber für andere, deren Gedanken schnell sind, wird dieser Tag bald kommen.

Christus sagt: „Am letzten Tag werde ich sie auferwecken“. Wen? – Diejenigen, die sich mit dieser Geschwindigkeit bewegen. Das ist nun die poetische Seite des Verses und das Glaubensbekenntnis ist, dass der Geist Gottes in uns wohnt und dass jeder von uns sich bewusst sein sollte, dass er ein Bürger des großen Reiches Gottes ist. Er soll Freude und Wonne in sich spüren und nicht zweifeln. Kämpft alle mit euren Zweifeln, vertreibt sie aus eurer Seele! Ihr werdet sie nicht sofort überwinden. Ihr werdet noch viele Jahre mit den Zweifeln und Versuchungen zu kämpfen haben, aber schließlich werdet ihr sie überwinden. Dieses sanfte Licht wird auf euer Gesicht fallen, ihr werdet wissen, dass Gott in euch lebt. Dann wird jeder von euch das Neue tragen. Tragt es, arbeitet es, aber lasst jedes Samenkorn an seinen Platz fallen! Ich sehe, dass irgendein Dichter etwas geschrieben hat und frage ihn: Warum lässt du nicht einige deiner Gedichte drucken? – Sie sind noch nicht fertig. Nein, jede Strophe ist für sich fertig. Viele Dichter haben in ihrem Leben nur eine einzige Strophe hinterlassen. Wisst ihr, wer der Dichter ist, der den Satz „Gott ist Liebe“ geschrieben hat? Er stammt nicht von Gott. Gott hat nicht von sich selbst gesagt, dass Er Liebe ist. Es wäre lächerlich, wenn ich mich selbst besingen würde! Derjenige, der diesen Satz geschrieben hat, hat selbst erfahren, dass Gott Liebe ist. Dieses Wort bringt immer mehr Kraft in die menschliche Seele als jedes andere Wort. Wenn man betrübt ist und diesen Satz sagt, bringt er Leben in einen hinein. Es gibt also Einen, der Kraft in dich hineinbringen kann. Es gibt also Einen, der durch alle Zeiten, durch alle Kulturen der Vergangenheit und der Gegenwart hindurch, in welcher Situation du dich auch befindest, dir helfen kann.

Deshalb müsst ihr jetzt auf diesen Herrn der Liebe hoffen. Er ist es, der euch erheben und wieder zum Leben erwecken kann. Und die Schrift sagt: „Der Herr soll auferweckt werden und seine Feinde seien zerstreut“. Welche Bedeutung haben diese Worte? Mit diesen Worten ist die Mehrzahl gemeint. Wenn der Herr in jedem von uns aufersteht, dann werden auch Seine Feinde zerstreut werden. Die Worte „der Herr soll auferweckt werden“ beziehen sich nicht auf den Herrn, der lebt. Jetzt warten alle darauf, dass der Herr sich irgendwo erhebt und Seine Feinde zerstreut werden. Er ist auferstanden, aber der Herr muss in uns auferstehen und damit der Herr in uns aufersteht, sind wir die Engel auf Erden, die die Decke auf dem Grab unseres Herrn beiseite schieben müssen. Das müsst auch ihr jetzt tun. Du hast eine riesige Platte auf das Grab deines Herrn gelegt, Er klopft von innen an und sagt zu dir: Mach auf, nimm diese Platte weg!


Ihr sagt: Herr, warte etwas, ich habe meine Arbeit noch nicht beendet! Und dieser Gott von euch legt sich wieder hin, Er liegt drei Tage lang, drei lange, schwere Tage! Ich sage: Steh auf, nimm die Platte weg! Dann werden die Engel sagen: Seht einen würdigen Diener, einen Sohn des lebendigen Gottes, der die Tür seines Vaters öffnen kann! Na, ist das nicht eine Ehre? Wenn der Vater kommt, soll der Sohn hinlaufen, um Ihm zu öffnen. Ich habe Mitleid mit jenen Söhnen, die darauf warten, dass der Vater selbst die Tür öffnet. Der Sohn sollte sofort aufspringen, die Tür Seinem Vater öffnen und sagen: Vater, komm herein! Dies sind die Söhne, die die Tafeln des Grabes ihres Gottes öffnen müssen.

Wir alle müssen aufspringen, die Tür unserem Vater öffnen und sagen: Komm herein, Herr, Du bist der einzige, der Deinen Söhnen Segen bringt!

Christus sagt: „Mein Vater und ich werden kommen und in euch eine Bleibe schaffen und uns euch offenbaren“. Das sind die großen Worte, die großen Wahrheiten, die der Welt die Freiheit bringen werden.

Wenn also deine Hand dich verführt, dann schneide sie von dir ab, vertreibe diese Versuchung von dir!

Der 19. August – Anfang des göttlichen neuen Jahres

Jedes Jahr am 19. August versammelt sich die Weiße Bruderschaft zu ihrer traditionellen Zusammenkunft in der Nähe des Babreka-Sees (genannt auch Mahabur) in Rila, um das göttliche Neujahr zu feiern. Das göttliche Neujahrsfest ist mit einem der zentralen Ereignisse des Christentums verbunden – der Verklärung des Herrn, die nach dem alten Kalender am 19. August gefeiert wurde. Die Verklärung wird mit Veränderung und neuer Hoffnung in Verbindung gebracht. Daher markiert das Fest das Ende des alten christlichen Jahres und den Beginn des neuen göttlichen Jahres. Auch der sog. heliakische Aufgang des Sirius (seine erstmalige Sichtbarkeit am Morgenhimmel), der ungefähr zu dieser Zeit stattfindet, spielt eine Rolle und der Meister Beinsa Douno hat mehrmals über die Bedeutung des Sirius gesprochen.

An diesem Tag [den 19. August], so der Meister Beinsa Douno, findet auf der Sonne eine „Versammlung mit Vertretern von allen Planeten“ statt: „Der ganze Himmel nimmt an diesem großen Fest teil, während gleichzeitig auf der Sonne eine Versammlung der erhabensten Wesen des Sonnensystems abgehalten wird. Die Natur leuchtet und alles spricht von der großen Präsenz der hellen Wesen an den (Rila-)Seen.“

Es ist der dritte große Feiertag im Kalender der Weißen Bruderschaft – der Anfang des göttlichen neuen Jahres – nach dem 1. Januar (dem Beginn des physischen neuen Jahres) und dem 22. März, der das geistige neue Jahr einleitet.

Im Sommer 1929 führte der Meister seine Schüler zum ersten Mal in die Nähe der Sieben Rila-Seen, wo sie ein Zeltlager aufbauten.

„Auf den 19. August werdet ihr euch wie auf Ostern vorbereiten. Ihr werdet euch waschen, ihr werdet eure besten Kleider anziehen – einen weißen Mantel und einen weißen Hut“, lehrte der Meister seine Schüler, „Die Engel haben keine Flecken auf ihren Kleidern, also seid vorsichtig, wenn ihr wie sie sein wollt“.

Die Anfänge der feierlichen Zusammenkünfte der „Weißen Bruderschaft“ liegen im fernen Jahr 1900, als Peter Danov seine ersten drei Schüler zu einem Treffen in Varna einlud. Dieses Ereignis wird als die Gründung der geistigen Gesellschaft „Weiße Bruderschaft“ betrachtet. Die Zusammenkünfte fanden in Form von gemeinsamen Spaziergängen, Diskussionen über spirituell-ethische Fragen und Gebeten statt. Zu diesen ungewöhnlichen Treffen, die später zu einer Tradition wurden, kamen zuerst nur Personen, die von Peter Danov persönlich eingeladen wurden. Bis 1944 wurden die Zusammenkünfte einmal im Jahr, meist im August, abgehalten. Nach dem 09.09.1944 hat sie das kommunistische Regime verboten. Sie wurden kurz vor dem 10.11.1989 wieder ins Leben gerufen und finden normalerweise zwischen dem 19. und 25. August im Rila-Gebirge statt. 

Der Ort, an dem sie abgehalten werden, ist nicht zufällig gewählt. In seinen Vorträgen betonte der Meister mehrmals, dass sich im Hochgebirge und besonders in der Nähe der Gipfel eine vollwertige Verbindung mit denjenigen unsichtbaren vernünftigen Kräften herstellen lässt, die bereit sind, den Menschen bei all ihren edlen Bemühungen zu helfen. Das ist der Hauptgrund für die große Zuneigung der Weißen Brüder und Schwestern zu den Bergen, wobei die größte Bedeutung zweifellos dem Rilagebirge zufällt, das nach den Worten des Meisters eines der ältesten spirituellen Zentren der Erde ist und ein Mittelpunkt für die Verbindung zwischen den Welten darstellt.

„In der heutigen Versammlung wollen euch eure fortgeschrittenen Brüder ihr Testament in folgendem Sinne übermitteln: Wenn ihr in jedem guten Bestreben eures Lebens Erfolg haben wollt, so verpasst keine Gelegenheit, jeden göttlichen Gedanken, der euch erreicht hat, umzusetzen, versäumt nicht, jeden göttlichen Wunsch, der euch erreicht hat, zu verwirklichen! Seid so, wie wir sind! Wir haben immer die göttlichen Gedanken angewandt und die göttlichen Wünsche verwirklicht. Habt keine Angst, wir sind bei euch!“ Das heutige Licht ist also ein Ausdruck der Engel, die unter uns weilen und die Freude bringen, die ihr empfindet… Und wenn ihr die „Offenbarung des Johannes“ lest, so heißt es dort: „… die mit weißen Gewändern bekleidet sind – wer sind sie, und woher sind sie gekommen?“ Die Antwort lautet: „Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes.“ (Offenbarung 7: 13-14) Alle Leiden auf der Erde dienen also dazu, die Kleider oder die innere Reinheit weiß zu machen. Auf der Erde wird dies versucht werden. Selbst wenn man durch den ganzen Dreck geht und dreckig wird, sollte die Kleidung sauber sein.“ („Die Prüfung der Liebe“, 29. Januar 1938, Morgenansprache)

Aus einem Brief von Boyan Boev an den Leiter der Weißen Bruderschaft in Veliko Tarnovo, Stamat Michailov vom 10.11.1950: „Die Zusammenkünfte sind eine alte Tradition der Weißen Bruderschaft – seit Jahrhunderten und Jahrtausenden. Der Meister sagt, dass der Rat der Weißen Bruderschaft des Sonnensystems jedes Jahr in der zweiten Augusthälfte stattfindet. Aus diesem Grund halten die Nachfolger der Weißen Bruderschaft auf der Erde zu dieser Zeit ihre Zusammenkünfte ab, damit der Segen, der von der göttlichen Welt über das Fest ausgegossen wird, von den Schülern empfangen werden kann. Der Meister sagt auch, dass wir nur Schüler der Weißen Bruderschaft sind, keine weißen Brüder. Für uns Schüler war nur Meister Beinsa Duno ein weißer Bruder. Was sind diese Feste der Weißen Bruderschaft? – Es ist eine Zeit, in der die physische und die geistige Welt in engerem Kontakt zueinander stehen. Warum gibt es zum Zeitpunkt des Festes ein Gefühl der Freude, des Lichts, des Friedens, der Inspiration? – Das liegt daran, dass zu dieser Zeit eine höhere Präsenz vorhanden ist – fortgeschrittene Wesen sind anwesend. Ihre Anwesenheit ist spürbar. Deshalb fühlt man sich zur Zeit der Zusammenkunft so, als ob man in einer anderen, erhabenen Welt lebe.“

Naturkatastrophen

Auszüge aus drei Vorträgen

Was wird von dem Schüler im Besonderen, wie auch von jedem Menschen, verlangt? – Es werden Gedanke und Handlung verlangt. Der Mensch kann sein Heim nicht harmonisch gestalten, nicht glücklich sein, solange er die göttlichen Gesetze nicht versteht und anwendet. Er kann seine Freunde nicht lieben und geliebt werden, solange ihm die göttlichen Gesetze nicht in Fleisch und Blut übergegangen sind. Solange die Menschen das nicht erreichen, werden sie heiraten und sich scheiden lassen, Freundschaften schließen und beenden, sich versöhnen und streiten. Es ist jetzt an der Zeit, die großen göttlichen Gesetze zu verstehen, die die Natur ins Fundament der modernen Familien, Gesellschaften, Staaten und Nationen hineingeschrieben hat. Sobald die Menschen die Gesetze verstehen, müssen sie sie befolgen. Wenn sie sich nicht an diese Gesetze halten, lässt die Natur die Extreme zu: Krankheiten, Leiden, Erdbeben, Wirbelstürme, Überschwemmungen usw. Eine Krankheit kann den Organismus so aus dem Gleichgewicht bringen, dass der Mensch sein Gedächtnis verliert, sein Verstand getrübt wird, sowohl sein Wissen als auch seine Kraft nachlassen. Wenn so etwas passiert, suchen die Menschen nach den Ursachen von Naturkatastrophen. Sie ahnen nicht, dass ihre schlechten Gedanken und Gefühle, ihr schlechtes Leben Erdbeben, Überschwemmungen, Hungersnöte, Dürren verursachen. Es genügt, wenn ein paar Verbrechen in einem Dorf begangen werden, damit eine Dürre eintritt oder Hagel fällt. Sobald die Verbrechen aufhören, beginnt es zu regnen und der Hagel lässt nach. Wer die Veränderungen in der Natur und im Leben der Menschen beobachtet, kommt zu dem Schluss, dass der Mensch eng mit der Natur verbunden ist und deshalb großes Gut und großes Übel verursachen kann. Das ist der Grund, warum Gott dem Menschen keine große Macht gegeben hat. Wenn der Mensch bei seinem jetzigen Verständnis und seiner Moral große Macht hätte, würde er großes Elend über die gesamte Menschheit bringen. Bei jedem Zorn würde er so viel Unheil anrichten, das er ewig bereuen würde. („Gedanke und Handlung“, Allgemeine okkulte Klasse, Sofia,15.6.1922)

Denkt nicht, dass der gute, heilige Mensch harmlos sein sollte, dass er sich nicht trauen sollte, den Menschen zu widersprechen. Das ist nicht der Fall. Zum Beispiel wird gesagt, dass Gott Liebe ist. Ja, aber wenn Gott zu den Menschen spricht, beginnt die Erde zu beben, Vulkane brechen aus, Meere werden aufgewühlt, Häuser werden niedergerissen usw. Ihr sagt: „Hoffentlich spricht Gott zu uns.“ – Gott mag zu euch sprechen, aber ihr müsst wissen, dass von eurer Erde, euren Meeren und euren Häusern keine Erinnerung mehr bleiben wird. – „Dann ist es besser, wenn Er nicht zu uns spricht.“ – Nein, Gott wird zu den Menschen sprechen und sie müssen das wollen, aber es kommt darauf an, auf welche Art Er zu ihnen spricht. Es gibt drei Wege, auf denen der Allmächtige zu den Menschen sprechen kann: durch die Natur, durch die guten Menschen und schließlich durch die bösen Menschen. Durch die Natur spricht Gott mit Erdbeben, Überschwemmungen, Stürmen, Orkanen, Zyklonen, usw. Andererseits spricht Er auch durch die sanften Kräfte in der Natur. Durch die guten Menschen manifestiert sich Gott in Form von Wasserfällen. Die guten Menschen machen Lärm um sich herum. Sie haben eine große Kraft in sich. Sie sind wie reißendes, mächtiges Wasser, das Mühlen und Motoren antreibt und Gärten bewässert. Durch die bösen Menschen manifestiert sich Gott in Form eines stillen, seichten Wassers, das nicht viel Arbeit leistet: Es kann keine großen Gärten bewässern, es kann den Durst vieler Menschen nicht stillen. Oft kommt dieses Wasser leise, von niemandem unbemerkt vorbei, aber man sieht nach einer Weile, dass es hier oder da einen Graben, eine Reihe von Schäden hinterlassen hat.  („Die große Aufgabe des Menschen“, Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 16.2.1927)

Und die heutigen Menschen fragen sich wie Tolstoi, was der Grund für die Existenz des Bösen in der Welt ist. Was machen die Soldaten, wenn sie über eine Brücke gehen? Um sie nicht zu zerstören, gehen sie nicht rhythmisch, sondern passieren die Brücke chaotisch – allein, in Zweier- oder Dreiergruppen. Auf der Grundlage dieses physikalischen Gesetzes sage ich: Das Böse existiert aufgrund der rhythmischen Vollbringung böser Taten. Wenn Soldaten rhythmisch über eine Brücke gehen, reißen sie diese ein. Wenn viele Menschen rhythmisch in die Richtung des Bösen gehen, schaffen sie große Katastrophen in der Welt: Erdbeben, Überschwemmungen usw. Damit das Böse aufhört, damit die Katastrophen ein Ende haben, müssen die Menschen den Rhythmus ihres verzerrten Verstandes und Herzens, ihre Einmütigkeit im Bösen aufgeben. Sie müssen sich im Verstand, im Herzen und im Willen vereinen, um Gutes zu tun, damit sie die Erde in ein Paradies und ihr Leben – in Musik und Gesang verwandeln.

Es genügt nicht, nur nach der Ursache des Bösen zu suchen, sondern man muss auch bereit sein, auf das Böse zu verzichten. Wenn der Mensch nicht seine Gier auslöscht, kann er nicht in die göttliche Ordnung der Dinge eintreten. (“Erben der Erde“, Vorträge im Rilagebirge, 9.8.1942)

Das Gebet und die Gesundheit

https://triangle.bg/books/prayer-book.1995/health.html

Unter anderem hat das Gebet auch die Kraft, verschiedene körperliche Beschwerden und Krankheiten zu heilen. Es kann heilen. Außerdem werden alle unsere Angelegenheiten erfolgreich erledigt sein, wenn wir sie mit einem Gebet beginnen. Wer beständig im Gebet ist, wird sehen und sich vergewissern, dass Gott treu ist.

Wenn ihr krank seid, freut euch, dass ihr in die Hände Gottes geraten seid und Er euch heilen kann. Auch wenn Er euch in die Obhut eines Arztes gibt, steht ihr immer noch unter der direkten Einwirkung Gottes. Um Gott um Hilfe zu bitten, müsst ihr euren Glauben anwenden.

Wenn ihr für einen kranken Menschen zu Gott betet, wird der Kranke gesund werden, wenn euer Gebet so ist, wie es sein soll.

Gott in uns und wir in ihm, wir können alles vollbringen und schaffen.

Wenn du zu Gott betest, wird Er unbedingt dir jemanden schicken, der dir hilft. Und wenn jemand anderes betet, kann es sein, dass Gott dich schickt, um ihm zu helfen. Wenn ihr Glauben habt und Gott liebt, werden alle eure Gebete erhört werden. Alles, was du tun musst, ist dein Radio auf den Himmel einzustellen und du wirst Tausende von Wesen finden, die dir antworten können.

Ihr seht manchmal, dass euer Gebet nicht hilft. Ihr betet, doch ihr erhaltet keine Antwort. In einem solchen Fall seid ihr wie jemand, der eine Last heben will, aber das nicht schafft, denn seine Kräfte reichen nicht. Er ruft jemand anderen zu Hilfe und gemeinsam schaffen sie es, die Last zu heben. Manchmal kann er die Hilfe von einem, zwei, drei oder mehr Menschen benötigen. Deshalb werden auch wir, wenn wir im Gebet versagen, die Hilfe von einem, zwei, drei und mehr Brüdern und Schwestern erbitten, je nach, wie groß die Not ist, bis wir Erfolg haben.

Wenn du dir selbst nicht helfen kannst, so sollen zehn, hundert Menschen oder das ganze Volk zusammenkommen – ihr betet gemeinsam und ihr werdet bald ein Ergebnis haben.

Wenn wir in Demut um Frieden beten, wird unsere Bitte erhört werden.

Wenn viele Menschen gemeinsam für die gleiche Sache beten, wird ihr Gebet angenommen. Das kollektive Gebet ist mächtig.

Die geistige Arbeit besteht im Folgenden: Ihr versammelt euch in Gruppen von 5-10-15-20-100 Schwestern in einer Gruppe, die für einen Bruder oder eine Schwester beten sollen. Wenn zum Beispiel einer eurer Brüder leidet, werdet ihr ein Gebet für ihn sprechen und ihm wird geholfen. Wir werden diese Gruppe „Beraterinnen des Göttlichen Gebets“ nennen. Die Männer werden das Gleiche tun. Sie werden besondere Tage festlegen, an denen sie für einen Bruder beten, dem es nicht gut geht, in welcher Hinsicht auch immer. Das ist eine kollektive Art zu helfen. Jetzt sagt ihr nur: „Möge Gott ihm helfen.“

Betet füreinander! Es ist ein Gesetz: Wenn ein Mensch fleißig betet, beten alle Menschen mit, mit denen er im Einklang ist. Du kannst niemanden dazu bringen, für dich zu beten, wenn er nicht mit dir im Einklang ist.

Das Gebet ist ein göttlicher Akt. Wenn mein Herz meinen Geist einbezieht, dann wird meine Seele all jene Menschen einbeziehen, die sich mit mir in Harmonie befinden.

Von nun an müssen wir im Geist und im Herzen mit allen Menschen auf der Erde verbunden sein, denn die Erlösung liegt in unseren gemeinsamen Gebeten. Das Gebet hat große Macht.

Die drei Welten

Festvorträge/Vorträge an den sieben Seen, Rilagebirge, 12. August 1932, 5:00 Uhr

Ich werde das fünfte Kapitel des Briefs an die Galater vorlesen. Nachdenken über die 22. Strophe „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider diese ist das Gesetz nicht.“

Ich werde auch das 15. Kapitel des Johannes-Evangeliums vorlesen. In der Strophe „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner“ ist das Wort лоза ‘Weinstock’ wichtig. Im Wort selbst ist die Endung –оз wichtig. „Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringt“. In dieser Strophe ist das Wort плод ‘Frucht’ wichtig und in ihm die Endung –од. Hier wird das Wort ‘Frucht’ dreimal gebraucht, in den drei Welten – in der physischen, geistigen und göttlichen Welt. Also muss die Weinrebe in diesen drei Welten Frucht bringen. „Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

Hier kann man sehen, dass zwischen allen Dingen eine innere Beziehung besteht. Wenn die Buchstaben nicht miteinander verbunden werden, um Wörter zu bilden, und wenn die Wörter nicht miteinander verbunden werden, um Sätze zu bilden, haben sie keinen Sinn, keine Bedeutung. So werden also die Dinge nur dann einen Sinn bekommen, wenn zwischen ihnen eine innere Beziehung besteht. Dieser Gedanke wird von der Konstitution des menschlichen Organismus selbst bestätigt. Der menschliche Körper besteht aus Milliarden Zellen, die durchgängig miteinander verbunden sind. Die innere Beziehung, die die Zellen des Organismus in eine zusammenhängende Einheit verbindet, ist die Nahrung. Aufgrund dieses Gesetzes muss der Mensch essen. Und wir sehen, dass er dreimal täglich isst, um diese Beziehung aufrechtzuerhalten. Wenn diese Beziehung nicht aufrechterhalten wird, werden auch die Prozesse im Organismus zum Stillstand kommen. Wenn die Prozesse im Organismus zum Stillstand kommen, hört auch seine Existenz auf. Folglich muss die innere Beziehung nicht nur aufrechterhalten, sondern auch ständig erhöht werden. Das kann erreicht werden, nur wenn man das geistige Gesetz kennt, das diese Beziehung regelt. In dieser Hinsicht ist die Nahrungsaufnahme nichts anderes als die bewusste Arbeit an der Aufrechterhaltung und Verstärkung der inneren Beziehung. Dieses Gesetz bezieht sich nicht nur auf den Leib des Menschen, sondern auch auf seine Gefühle und Gedanken. Die Aufgabe des Menschen ist es, jeden Tag die Beziehung sowohl zwischen den Zellen seines Organismus als auch zwischen seinen Gefühlen und Gedanken zu verstärken. Wenn die Beziehung zwischen den Körperzellen schwächer wird, wird gleichzeitig auch der Leib schwächer. Wenn die Beziehung zwischen den Gedanken und Gefühlen des Menschen schwächer wird, werden auch seine Gefühle und Gedanken schwächer. Das ist eines der elementarsten, einfachsten Gesetze, das die Menschen überhaupt nicht beachten. Doch so einfach dieses Gesetz sein mag, ist es sehr wichtig. Von seiner Einhaltung hängt der Wohlstand des Menschen ab. In jedem Augenblick spielen sich im menschlichen Organismus also drei ununterbrochene Prozesse ab – der erste geschieht in den Zellen, der zweite – in den Gefühlen und der dritte – in den Gedanken. Wenn ich gefragt werde, was Liebe ist, antworte ich: Die Liebe ist eine innere Beziehung zwischen den Teilen des Lebens. Wenn diese Beziehung nicht funktioniert, wird das Leben allmählich schwächer. Folglich verstärkt und unterstützt die Liebe das Leben. Ohne die Liebe hat das Leben keinen Sinn. Ohne die Liebe zerfällt das Leben in seine Bestandteile. Wenn die Liebe nicht in den Menschen als eine Frucht eingeht, wird er sein Leben verlieren. Und wenn die Menschen vom Leben enttäuscht werden, liegt das an der irrtümlichen Erwartung, dass das Leben auf eine mechanische Weise von irgendwoher eingegossen wird. Nein, das Leben ist kein mechanischer Prozess. Wenn wir einem gesunden Menschen begegnen, zeigt dies, dass er Leben in sich hat, d.h. die Liebe ist ständig durch ihn hindurchgeflossen und hat als Ergebnis eine Beziehung zwischen den einzelnen Teilen gebildet. Wer also gesund ist, wer denkt, fühlt und gut handelt, besitzt diese innere Beziehung – die Liebe. Diese Beziehung ist ein Prozess des Geistes. Ohne sie ist nichts zu erreichen. Wenn die Getriebe in einem Wagen reißen, geht auch der Wagen kaputt. Wenn die Fäden der Kleider, der Schuhe reißen, sind sie auch schnell zerschlissen und alt. Beachtet nun folgenden wichtigen Grundsatz: Lasst niemanden eure Beziehung aufrechterhalten! Wer eure Beziehung aufrechterhält, wird über euch befehlen. Wenn das Böse eure Beziehung in seinen Händen hält, werdet ihr seine Sklaven sein. Wenn das Gute eure Beziehung aufrechterhält, werdet ihr frei sein. Wenn ihr selbst eure Beziehung aufrechterhält, werdet ihr Gott dienen. Es ist also am besten, wenn man selbst seine Beziehung aufrechterhält, um Gott zu dienen. Der Sinn des Lebens besteht im Dienst an Gott. Wer Gott nicht dient, für den verliert das Leben jedweden Sinn. Ihr werdet sagen: „Reicht es nicht, wenn man an Gott glaubt?“ – Der Glaube und der Dienst sind nicht ein und dasselbe. Der Glaube ist eine Beziehung der Gefühle. Wenn der Glaube die Gefühle des Menschen nicht in Beziehung zueinander bringt, ist er kein Glaube. Wenn in den Gefühlen des Menschen eine Schwankung entsteht, zeigt dies, dass sein Glaube schwankend ist. Der wahre Glaube lässt keinerlei Schwankung, keinerlei Zwiespalt der Gefühle zu. Ich sage: das Schwanke  beinhaltet eine gewisse Ignoranz. Nur der Unwissende zögert. Jemand steht z.B. früh auf und wohnt dem Sonnenaufgang bei und sagt sich: „Was habe ich erworben, nachdem ich so viele Jahre den Sonnenaufgang erlebt habe?“ Den Sonnenaufgang erleben bedeutet, sich bewusst mit der Sonne verbinden, damit ihre Kräfte durch deinen Organismus hindurchfließen können. Wenn der Mensch sich mit der Sonne der physischen Welt verbindet, so verbindet er sich gleichzeitig mit zwei weiteren Sonnen – mit der Sonne der geistigen Welt und mit der Sonne der göttlichen Welt.

Es existieren also drei Sonnen. Die physische Sonne geht im Osten auf, die geistige – im Westen und die göttlich – im Zenit, d.h. oben im Norden. Die physische Sonne bewegt sich in den Grenzen vom Osten zum Norden. Die geistige Sonne bewegt sich in den Grenzen vom Westen zum Süden und der Zenit ist das Gebiet der göttlichen Sonne. Folglich funktioniert die göttliche Sonne im Kreis, in den das Ewige Leben hineingelegt ist. Im Kreis, in den die Kräfte zur Schaffung der Gefühle hineingelegt sind, funktioniert die geistige Sonne. Im Kreis, in den die Kräfte zur Schaffung der physischen Formen hineingelegt sind, funktioniert die physische Sonne. Die physischer Sonne hat vier Punkte, die geistige – sechs und die göttliche – einen Punkt. Die physische Sonne bezieht sich auf die physische Welt, die geistige – auf die Welt der Gefühle und die göttliche – auf die Welt der Gedanken. Die Wahrheit nährt die menschlichen Gefühle, doch sie befreit sie gleichzeitig. Aber die Gefühle werden nur dann befreit, wenn sie in die Formen des rechte  Gedankens gestellt werden. Man muss also nach dem Empfangen der physischen Sonne auch die geistige und die göttliche Sonne empfangen. Sie gehen hintereinander auf, aber man muss die genaue Uhrzeit und die Richtung ihres Aufgangs kennen. Der physische Osten ist der Punkt, von dem aus die Gerechtigkeit aufgeht. Deshalb muss der Mensch, wenn er die Sonne erlebt hat, den ganzen Tag seine Angelegenheiten gemäß der Gerechtigkeit regeln, mit seinen Widersprüchen, mit all seinen Missverständnissen fertig werden. Am nächsten Tag muss er schon ein neues Blatt aufmachen, mit neuen Aufgaben, die es zu lösen gilt. Die Zellen im menschlichen Organismus verstehen diese Dinge gut und wenn man sie nicht stört, werden sie die ganze Arbeit still und ruhig erledigen, ohne dass man merkt, wie es geschehen ist. Wenn der Mensch gesund ist, wird zwischen seinen Zellen vollkommene Harmonie und Einheit herrschen. Wenn seine Zellen in Harmonie miteinander sind, wird es auch in seinen Gefühlen und Gedanken Harmonie geben. Das bedeutet, dass der Mensch alle drei Sonnen des Lebens empfangen hat. Wenn das geschieht, wird er Aktivität in seinen Zellen, Wärme in seinen Gefühlen und Licht in seinen Gedanken erlangen. Wenn jemand denkt, dass er mit einem einzigen Erleben der Sonne all seine Angelegenheiten regeln wird, dann irrt er sich. Wenn jemand so denkt, dann würde er bereits am zweiten Tag das erlangte Licht wieder verlieren. Je länger dieses Licht im Verstand des Menschen bleibt, desto besser ist es für ihn. Wenn dieses Licht aus dem Verstand verschwindet, dann ist es, als ob man in seinem Zimmer bei geschlossenen Fensterläden sitzt und nichts von der Außenwelt sieht.

Viele treten in die göttliche Welt nur für einen Tag ein, schöpfen dort etwas Wasser in eine Flasche und sagen: „Dieses Wasser reicht uns.“ Doch das Wasser geht noch am selben Tag as und sie sitzen und warten auf jemanden, der ihre Flasche wieder auffüllen soll. Nein, mit nur einer Flasche Wasser ist die Arbeit nicht getan. Jeden Tag muss der Mensch allein zur göttlichen Quelle gehen, seine Flasche auffüllen und das Wasser nutzen. Es gibt keine größere Freude für den Menschen als zur Quelle zu gehen, seine Flasche mit Wasser zu füllen und nach Hause zu kehren. Selbst wenn er es zehnmal täglich tut, wird er sich nicht langweilen. Das ist eines der größten Privilegien des Menschen. Ich frage: Wie oft empfängt man täglich die physische Sonne? – Einmal. Warum? – Weil man sie an ihrem ersten Punkt empfangen hat, im Osten. Doch diese Sonne hat drei weitere bemerkenswerte Punkte, von denen sie auch empfangen werden kann. Der Osten ist die Gerechtigkeit, der Norden, der Zenit ist die Wahrheit. Diesen Punkt nennen wir auch Mittag. Gerät man genau in diesen Augenblick, beginnt man zu essen. Dann nämlich verbindet man sich auch mit der Liebe, mit der Wahrheit. Unten im Süden, genau unter der Wahrheit, lebt das Gute. Der Mensch bewegt sich ununterbrochen zwischen diesen zwei Punkten – zwischen der Wahrheit und dem Guten, d.h. zwischen dem Kopf und den Füßen, indem er einen ununterbrochenen Kreis aus Kräften bildet. Er arbeitet, fühlt und denkt? Wenn das Gute nicht unten gewesen wäre, wäre der Mensch untergegangen und spurlos verschwunden, aber dank dem Guten steht und bleibt er in diesem Kreis. Dieser Kreis ist der göttliche Kreis, der um jeden Menschen wie eine Eierschale gebildet ist und ihn vor den äußeren ungünstigen Bedingungen schützt. Verschwindet dieser Kreis, stirbt der Mensch. Verschwindet dieser Kreis um das Ei, wird das Ei schlecht. Wenn das Küken schlüpft, ist es auch von diesem Kreis umwickelt. Aus demselben Grund darf man seinen göttlichen Kreis nicht zerreißen. Er ist ein Panzer, der ihn vor ungünstigen äußeren Bedingungen schützt.

Solange der Mensch im göttlichen Kreis lebt, sieht er Gott überall und in allem. Verlässt er diesen Kreis, findet er sich in einer besonderen Lage wieder: sein Leben verliert seinen Sinn, alles um ihn herum wird dunkel, er weiß nicht, welche Richtung er einschlagen soll und kommt durcheinander. Ein solcher Mensch befindet sich außerhalb der Umlaufbahn der Sonne. Er ist in der Lage eines gefesselten Menschen, der nach einer Möglichkeit sucht, sich zu befreien. Stellt euch vor, jemand bindet sich an ein Seil und stürzt aus Versehen in einen Brunnen. Was wird er dort machen? Zuerst wird er nach einer Möglichkeit suchen, um herauszukommen. Er schaut nach hier und nach dort und sucht nach jemandem, der ihn herausziehen kann. Nein, so wie er allein in den Brunnen hineingeraten ist, so muss er wieder allein hochkommen. Wenn das Seil bei ihm ist, hat er schon die erste Möglichkeit, aus dem Brunnen herauszukommen. Er wird sich um das Seil herumwickeln und allmählich heraufsteigen. In dieser Hinsicht ist der Gedanke nichts anderes als die Bedingung zum Übergang von einem Zustand in einen anderen. Man muss denken, d.h. das Seil um sich herumwickeln, um von einem Zustand in einen anderen zu gelangen. Wer nicht denkt, kann sich nicht von den eingeschränkten Bedingungen des Lebens befreien. Wenn jemand euch fragt, warum ihr denken sollt, so sagt ihm: „Ich muss denken, um aus dem Brunnen herauszukommen, in den ich aus eigener Schuld hineingefallen bin.“ Warum musst du fühlen? – „Um aus dem Brunnen herauszukommen.“ Die gegenwärtigen Menschen klagen, dass sie keine großen Leistungen hervorbringen, keinen Erfolg bei ihrer Arbeit erzielen. Warum haben sie keinen Erfolg? – Weil sie von den anderen mehr erwarten als von sich selbst. So ist z.B. jemand in einen Brunnen hineingefallen und schaut sich um, um zu sehen, ob jemand kommen wird, um ihn zu befreien. Er sagt: „Wer wird kommen, um mich wieder hochzuziehen?“ Der Dumme erwartet, dass jemand kommt, um ihn aus dem Brunnen herauszuziehen, der Kluge benutzt den Flaschenzug und kommt hoch. Im Brunnen gibt es eine kleine Feder, und wenn man auf sie drückt, wird das Seil eingewickelt. Der Dumme vergisst das, er kann das Seil nicht mit der Feder in Beziehung bringen und wartet auf seine Befreiung. Der Kluge ist wach, er erinnert sich an die Feder im Brunnen, der er sich bedienen kann. Wenn man den Dummen fragt, was er im Brunnen macht, wird er erzählen, dass er in einer dunklen Nacht unterwegs war und den Brunnen nicht gesehen hat – er sagt nicht die Wahrheit. Keiner kann in den Brunnen fallen, wenn er nicht nach einem Schatz gesucht hat. Wenn ihr abends nach einem Schatz sucht, werdet ihr unbedingt in den Brunnen fallen. Der Schatz muss tagsüber gesucht werden, beim Aufgang der drei Sonnen und nicht abends.

Ich sage: will jemand in seinem Leben Erfolg haben, muss er jeden Tag den Aufgang der drei Sonnen erleben und sich mit ihren Kräften verbinden. Der Osten stellt die Gerechtigkeit dar, die im Menschen herrschen soll. Der Westen ist der Punkt der Anwendung, dort wird die Gerechtigkeit angewendet. Der Norden ist der Zenit, wo die Wahrheit aufgeht. Der Süden ist der Punkt der Anwendung. Er heißt der Punkt des Guten, in dem die Wahrheit angewendet wird. Wenn der Mensch diese vier Punkte passiert, gibt er sich Rechenschaft über alles, was am Tag erledigt wurde. Am nächsten Tag geht er wieder hin, um die Sonne zu erleben, aufzunehmen und anzuwenden. Jemand sagt: „Warum soll ich die Sonne empfangen?“ – Wenn du die Sonne nicht empfängst, wirst du kein Leben haben. Hast du kein Leben, kann nichts aus dir werden.

Schon vor Sonnenaufgang muss man aufgestanden sein, um seine Ration in Empfang zu nehmen. So wie der Schüler in der Schule sein muss, bevor es klingelt, so muss jeder Mensch vor dem ersten Sonnenstrahl auf den Beinen sein. Wenn der Schüler sich lange nach dem ersten Sonnenstrahl im Bett wälzt und sich mit irgendeinem Unwohlsein entschuldigt, wird er die Schule niemals beenden. Der erste Sonnenstrahl ist die Klingel des Lebens. Der Schüler muss einige Minuten vor dem Erscheinen dieses Strahls aufgestanden sein. Wenn er nach dem ersten Sonnenstrahl, also nach der ersten Klingel des Lebens aufsteht, spricht das nicht gut für ihn. Schon vor der Klingel muss der Schüler vollkommen bereit sein, um seinen Osten zu empfangen. Nur so wird er in der Verfassung sein, um die Energien der Sonne aufzunehmen. Wer die Uhrzeit des Sonnenaufgangs und seine Richtung kennt, wird ihn benutzen können. Wenn man das nicht weiß, wird man auch im Himalaya die Energien der Sonne nicht nutzen können. Wenn man die Gesetze der vernünftigen Natur kennt, wird man in der Situation des Schülers sein, der den Lehrstoff der Grundschule gut erlernt hat und auf die Mittelstufe kommt. Wenn er sich auch ihren Lehrstoff angeeignet hat, kommt er auf das Gymnasium und von dort auf die Universität. Wer die Universität beendet hat, kann in die Grundschule, Mittelstufe und das Gymnasium gehen und beobachten, wie die Lehrer nach den neuen Methoden unterrichten. Es gibt für einen Hochschulabsolventen nichts Erniedrigendes darin, in die Schule zu gehen, um zu beobachten, wie die Lehrer unterrichten. Die Grundschule ist eine Universität mit vier Fakultäten, die Mittelstufe – mit drei Fakultäten und das Gymnasium – mit fünf Fakultäten. Es wäre richtig, wenn die Grundschule, die Mittelstufe, das Gymnasium und die Universität jeweils vier Jahre dauern. Der Mensch muss in 16 Jahren seine Ausbildung in den Schulen der Erde absolviert haben. Die Zahl 16 zeigt, dass er 16 Fakultäten beenden muss, um die ganze Dunkelheit oder Unwissenheit aus seinem Kopf zu vertreiben. Diese vier Fakultäten zu absolvieren bedeutet zu arbeiten, sich anzustrengen und nicht unter dem Birnbaum zu sitzen und zu warten, dass eine Birne direkt in deinen Mund hineinfällt. Viele warten, dass ein Wind aufkommt und den Birnbaum schüttelt, so dass ihre Frucht vor sie herunterfällt. Sie wollen etwas ohne Anstrengung erreichen. Wenn wir auf den Birnbaum klettern, können wir ein paar Birnen pflücken. Aber wenn wir am Baum schütteln, können alle Birnen herunterfallen. Nun müssen wir übersetzen, was es im menschlichen Sinn bedeutet, wenn alle Birnen herunterfallen. Man muss eine innere und keine äußere Übersetzung machen. Die äußeren Prozesse haben eine andere Herkunft als die inneren. Die Außenwelt ist ein Summe von Symbolen, durch die die Innenwelt studiert werden muss. Wenn man Hunger bekommt, muss man zum Birnbaum gehen und eine Birne pflücken, sie sich ansehen und an ihr freuen und danach sie aufessen. Danach wird man Gott für die Birne und für den Kontakt mit der Birne danken. Wenn jemand eine Verbindung zur Birne hergestellt hat, wird er eine Arbeitsmethode lernen. Hat er sich diese Methode angeeignet, wird er unter die bösen Menschen in der Welt gehen und unter ihnen wirken.

Ich frage: Was stellen die bösen Menschen dar? Der böse Mensch ist wie ein Stein, den der Steinmetz jeden Tag mit Hammer und Meißel bearbeitet – hier haut er mit seinem Hammer, dort haut er oder bricht ein Stück vom Stein ab, bis er ein Werk vollendet hat. Er kann nicht den ganzen Felsen abbrechen, aber zumindest einen Teil davon. Jemand sagt: „Die bösen Menschen müssen verbessert werden.“ Wenn alle bösen Menschen verbessert werden, wirst du als Steinmetz keine Arbeit mehr haben und man wird dich entlassen. Freue dich, dass es viele Steine in der Welt gibt, damit die Steinmetze Arbeit haben. Die bösen Menschen sind Steinbrüche, gegen die ihr mit einem Hammer vorgehen müsst. Wenn ihr ohne Hammer zu ihnen kommt, werden sie euch beißen. Sie sind sehr bissig. Die Steine scheren sich nicht um den Menschen, sie sind in der Lage, seine Arme, Beine, seinen Kopf rücksichtslos zu brechen.  Mit ihnen sollte man vorsichtig arbeiten. Wenn ihr zu den bösen, bissigen Menschen geht, müsst ihr große Brecheisen und Hammer haben. Dabei müssen die Hammer gut befestigt sein. Sind sie nicht gut befestigt, können sie abspringen und euch verletzen. Ich frage: Was sind die Brecheisen? Die Brecheisen repräsentieren den starken Willen, den starken Gedanken und die starken Gefühle des Menschen. Machmal arbeitet er also mit Feuer, ein anderes Mal – mit Schießpulver. Es macht nichts aus, dass es ab und zu knallen wird. Doch wenn die Steine zu knacken beginnen, muss man weglaufen und sich verstecken. Man wird sich ein Loch ausgraben und sich dort verstecken und lauschen, wie die Steine knacken. Wer nah an ihnen steht und hört, wie die Steine knacken, muss Vorkehrungen treffen, so dass er rechtzeitig wegläuft. Wer läuft weg? Ein Schüler, der seine Lektion nicht gelernt hat, läuft weg. Wer eine Police zurückzahlen soll und nicht kann, läuft weg. Wer ein Verbrechen begeht, läuft auch weg. Alle müssen ihre Pflichten ordnungsgemäß erfüllen, sie dürfen nicht weglaufen. Zu diesem Zweck muss dem Wort офейка ‘abhauen’ der Buchstabe o herausgenommen werden und es bleibt nur фейка. Dieses Wort bedeutet noch фея ‘Fee‘. Die Fee ist ein Wesen, das spielt, das sich den ganzen Tag dreht und eine Arbeit erledigt. So dreht sich auch die Hausfrau um den Kochtopf. Sie nimmt den Löffel, rührt das Essen um, nimmt mit dem Löffel etwas heraus, betrachtet es, probiert es. Ihr sagt: „Kochen ist eine einfache Sache.“ Nein, wenn ich in ein Haus komme, ist es mir angenehm zuzuschauen, wie gekocht wird. De Hausfrau dreht den Löffel, rührt das Essen um und ich lese. Das Drehen des Löffels sagt mir, wie die Menschen in diesem Haus leben, ob dort Frieden herrscht oder nicht. Wenn ich einen eingespannten Ochsen sehe, weiß ich schon, was das Einspannen bedeutet. Wenn ein Steinmetz Steine klopft, bleibe ich bei ihm stehen, jedoch wahre ich eine gewisse Distanz, damit mich nichts von den Steinen abfällt und mich verletzt. Ich beobachte, wie er Steine klopft und studiere, was die Steine darstellen. Ihr müsst also nach jenem tiefen Verständnis streben, um zu begreifen, was Gott in alle Dinge hineingelegt hat. Auf diese Weise werdet ihr die innere Beziehung zwischen ihnen finden. Freut euch, wenn ihr diese Beziehung gefunden habt. Denkt nicht, ihr könnt auch ohne sie sein. Alle Beziehungen zwischen den Dingen können verschwinden, nur eine Beziehung kann nicht verschwinden. Das ist die Beziehung der Liebe – die wichtigste von allen Beziehungen. Die Beziehung der Liebe ist eine vernünftige Beziehung. Ihr sagt: „Die Beziehungen sind etwas Gefährliches.“ Nein, sie sind nicht gefährlich. Wann sind sie nicht gefährlich? – Wenn man selbst diese Beziehungen knüpft und sie selbst löst. Wer zu uns kommt,  bindet sich selbst, eines Tages wird er sich selbst lösen. Es ist besser, wenn msn selbst eine Beziehung knüpft, d.h. sich selbst bindet. Warum? – Wenn wir ihn binden, kann es vorkommen, dass wir ihn vergessen und er wird den ganzen Tag gebunden bleiben und warten, dass jemand ihn losbindet. Wer sich selbst bindet hat, wird auch die Kraft haben, sich selbst zu lösen.

Ich sage also nicht, dass keine Beziehungen geknüpft werden dürfen, doch man muss bewusste Beziehungen knüpfen. Man darf nicht anderen überlassen, ihn zu binden und dann von ihnen erwarten, dass sie ihn wieder losbinden. Es geht nicht darum, Angst vor Beziehungen zu haben, aber man muss vernünftige Beziehungen knüpfen. Es kommt jemand und beginnt, dir aus seinem Buch vorlesen und du hörst ihm zu. Das ist eine Beziehung zwischen euch beiden. Aber sie wird deine richtige Beziehung sein, wenn danach du ihm aus deinem Buch vorliest und er dir zuhört. Doch wenn nur er vorliest und du die ganze Zeit nur zuhörst, ist das keine richtige Beziehung. Vor allem wird er müde werden. Also werdet ihr zuhören, wenn er vorliest und dann werdet ihr vorlesen und er zuhören. Das Gleiche gilt auch, wenn man Gutes tut. Manch einer tut etwas Gutes, dann muss er sich etwas ausruhen und schauen, wie die anderen Gutes tun. Während ich Gutes tue, wird man auf mich schauen, wenn ich aufhöre, werde ich schauen, wie die anderen Gutes tun. Merkt, wie ein berühmter Geiger der lange Zeit gespielt hat, aufhört und Vergnügen empfinden, wenn er einem anderen Geiger zuhört. Wenn er anderen Geigern zuhört, wird er bei ihnen immer etwas Spezifisches finden, dessen er sich bedienen kann. Wenn er denkt, er hätte schon alles erreicht, liegt er schief – so denken die dummen Menschen. Wenn du auf der Erde lebst, brauchst du das Wasser, die Luft, das Licht, den Wind, alle Pflanzen, Tiere, Menschen usw. Wenn ihr Birnen sehr, wollt ihr euch sofort welche kaufen. Jemand sagt: „Das sind Birnen!“ Nein das sind Beziehungen. Freut euch, wenn ihr Birnen, Äpfel, Pflaumen und andere Obstsorten seht, weil ihr die Möglichkeit habt, Beziehungen zu ihnen zu knüpfen. Nachdem ihr das bewusst erlebt habt, dankt Gott für alles, was Er euch gegeben hat. Wenn ihr eine Birne gegessen habt, dankt Gott uns sagt: „Danke, Gott, für die schöne Birne, die Du auf die Erde geschickt hast. Gib uns mehr davon, damit wir uns an ihnen laben und für diese Wohltat danken.“ Wenn ihr die Birne gegessen habt, müsst ihr sie an den schönsten Platz in euch legen. So müsst ihr denken und handeln.

Die heutigen Menschen möchten glücklich sein. Jeder kann glücklich sein, wenn er in der Lage ist, richtig zu denken, fühlen und zu handeln. Das sind drei elementare Regeln, drei elementare Beziehungen, die eine ganze Wissenschaft ausmachen. Diese Wissenschaft besteht aus drei Fakultäten, die jeder absolvieren soll. Wenn also jemand sagt, dass er glücklich sein will, verstehe ich, dass er richtig denken, fühlen und handeln muss. Das ist ein vollendetes Ergebnis. Vorläufig kann der Mensch nur für einen Augenblick auf der Erde glücklich sein. Er ist noch nicht zum ständigenandauernden Glück gekommen. Jemand hat ein schönes Kleidungsstück, er ist zufrieden, fühlt sich glücklich. Es vergeht nicht lange und sein Kleidungsstück wird alt und zerschlissen, er ist nicht mehr zufrieden, er fühlt sich unglücklich. Das ist ein vorübergehendes Glück. So ist das Glück, mit dem sich die Menschen auf der Erde ständig kleiden. Ich sage: Stellt euch vor, dass die Natur eines Tages euch so anzieht, wie sie die Tiere anzieht, mit den schönsten Kleidungsstücken, die mit Diamanten und Brillanten geschmückt sind. Ihr betrachtet euch und freut euch an eurer schönen Kleidung. Doch wenn die Sonne aufgeht, verliert ihr diese Kleidung und beginnt zu trauern. Ihr sagt: „Wo ist unsere schöne Kleidung hin?“ Ihr dürft nicht traurig sein, denn am nächsten Tag wird die Natur euch anders kleiden. Wenn ihr Zeit habt, ist die Natur bereit, euch von morgens bis abends in so viele Kostüme anzuziehen, wie ihr wollt. Sie kann euch jeden Tag anziehen, doch irgendwann werdet ihr es überdrüssig sein und einschlafen. Wenn die Natur euch also in verschiedene Kostüme angezogen hat, schlaft ihr ein, weil ihr von diesem Anziehen nichts verstanden habt. Ihr schlaft und erholt euch vom An- und Ausziehen der Kostüme. Von morgens bis abends hat die Sonne euch an- und ausgezogen und euch dabei gefragt: „Welches Kostüm wollt ihr anziehen?“ Ihr sagt: „Ich habe mich noch nicht entschieden, ich muss darüber nachdenken.“ Das ist eine neue Philosophie, eine neue Auffassung des göttlichen Geistes. Diese Philosophie muss zukünftig erarbeitet werden. Sie stellt einen Samen dar, der eingesät werden kann. Wird er in die Erde eingesät, so bringt er in zehn bis zwölf Jahren Früchte. Die göttlichen Bäume bringen im zwölften Jahr Früchte.

„Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.“

In diesem Zitat gibt es drei Beziehungen, ohne die nichts erreicht werden kann. „Wenn ihr in mir bleibt“  – die erste Beziehung. „Und meine Worte in euch bleiben“ – die zweite Beziehung, „Was ihr wollt, und es wird euch geschehen“ – die dritte Beziehung. Wer diese Stelle liest, muss diese Beziehungen beachten. So z.B. sitzt ein Schüler auf der Schulbank und der Lehrer spricht, er erteilt ihm eine Lektion. Der Schüler begreift sie und stellt die erste Beziehung her. Danach nimmt er diese Worte auf, pflanzt sie in sich ein und denkt über sie nach – er knüpft die zweite Beziehung. Zum Schluss prüft der Lehrer den Schüler, er wiederholt das Gelernte – das ist die dritte Beziehung.

„Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ Wenn ihr Gott auf diese Weise begreift, wird Er in euch bleiben. Wenn Er in euch bleibt, werdet ihr Seine Weisheit, verstehen und Ihn loben. Wenn ihr Gott nicht lobt, zeigt dies, dass ihr unwissend seid. Jemand sagt: „Wozu braucht Gott unseren Lob?“ Wir müssen Gott loben, um zu zeigen, dass wir eine Beziehung zu Ihm haben, dass wir Ihn verstehen. Die Schüler erheben ihren Lehrer nicht, aber der Ruhm des Lehrers hängt davon ab, was für Schüler er unterrichtet hat. Wenn seine Schüler begabt sind, gilt auch der Lehrer als begabt.


„Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! „Wie der Vater mich geliebt hat“ – die erste Beziehung „habe auch ich euch geliebt“ – die zweite Beziehung . „Bleibt in meiner Liebe“ – die dritte Beziehung. „Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ „Wenn ihr meine Gebote haltet“ – die erste Beziehung. „so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe“ – die zweite Beziehung. „und in seiner Liebe bleibe“ –  die dritte Beziehung.

„Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. „Dies ist mein Gebot“ – die erste Beziehung. „dass ihr einander liebt“ – die zweite Beziehung. „wie ich euch geliebt habe“ – die dritte Beziehung. „euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.“ 

Christus hat also eine Beziehung hergestellt, um die Dinge zu erläutern. Ohne eine Beziehung kann nichts erreicht werden. Die erste Beziehung muss zu Gott bestehen, die zweite Beziehung muss zum Geist bestehen, der in euch wirkt. Die dritte Beziehung wird zu eurem Bewusstsein bestehen, damit ihr zuhören und begreifen könnt. Wenn ihr über diese drei Beziehungen verfügt, wird euch alles gegeben, was ihr von Gott erbittet. Dieses Gesetz wird überall im Leben bestätigt. Wenn der Schneider ein schönes Kleidungsstück für seinen Kunden näht, wird dieser zufrieden sein und ihn gut bezahlen. Macht der Schneider einen Fehler, ist der Kunde unzufrieden und will etwas vom verabredeten Preis abschlagen. Wenn wir also die Dinge so tun, wie Gott verlangt, ist Er bereit, uns mehr zu geben als das, was wir erwarten. Wenn wir Seinen Willen nicht tun, gibt Er nicht mal das, was Er uns versprochen hat. Wie viele Segen, wie viele Versprechen sind unerfüllt geblieben! Warum? Ihr wollt, dass Gott zu euch gut ist, doch ihr macht die ganze Anlage kaputt, die Er geschaffen hat. Es muss lange Zeit vergehen, bevor diese Anlage wieder repariert oder von neuem erschaffen wird. Diese Anlage stellt das innere Verständnis im Menschen dar. Solange der Mensch dieses tiefe innere Verständnis in sich nicht hat, wird kein Segen Gottes durch ihn hindurchfließen. Wenn der Segen Gottes durch eine kaputte Anlage hindurch soll, wird er abfließen, wird er nicht im Menschen bleiben und ihm eine Errungenschaft zurücklassen.

„Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“ Macht euch keine Sorgen, dass die Welt euch für einfältige, dumme Menschen hält und euch nicht wertschätzt, wie es sich gebührt. „Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.“ Macht euch also keine Sorgen, dass die einfältigen, ungebildeten Menschen euch nicht wertschätzen. Bedauert nicht, dass die Händler am Flohmarkt euch keine zerschlissenen Kleider und Schuhe verkaufen wollen. Kauft keine alten Kleider, die euch zwar billig angeboten werden. Kauft neue Kleider, obwohl sie teuer sind.

 „Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.“Jetzt möchte ich auch, während ich rede, alle negativen Worte vermeiden, damit sie keinen Schatten auf euer Bewusstsein werfen. Die negativen Worte sind Gerümpel, das auf dem Flohmarkt verkauft wird. Der Mensch darf nicht an dieses Gerümpel denken. Wenn er die Straße entlanggeht, darf sein Blick nicht diese unreinen oder alten Sachen berühren. Hat er Augen, sollte er lieber seinen Blick auf schöne Bäume, reine Quellen, schöne, reife Früchte, schöne Felsen richten. Ihr seht einen großen schmutzigen Steine – geht an ihm vorbei, ohne zu fragen, warum und wie der Schmutz darauf gekommen st . Die Steine, Felsblöcke, Felsen sind ausgezeichnete Schauspieler. Wenn Regen einsetzt, beginnen sie zu weinen. Bleibt nicht vor ihren Tränen stehen, sie sind nicht echt! Die Felsblöcke können euch erzählen, dass sie viele Tränen vergossen haben, dass sie große Leiden hatten, doch ihr dürft ihnen nicht glauben. Sie trauern nicht und wissen nicht, was Trauer ist. Wenn ihr keine Trauer kennen wollt, geht zu den Felsen. Sie werden euch beibringen, wie ihr eure Trauer ertragen könnt. Wenn eure Tränen auf die Felsblöcke fallen, werden diese auch weinen. Wenn die Tränen nicht auf sie fallen, werden sie auch nichts zurückgeben. Sie sagen: „Wer etwas von sich abgibt, dem geben wir auch etwas ab, gibt er nichts von sich, geben wir auch nichts.Ihr seht z.B. die Lage der Moose. Sie arbeiten Tausende von Jahren an diesen Felsblöcken, um etwas von ihnen zu bekommen und werden kaum ein mikroskopisch kleines Wohl für ihre großen Anstrengungen, für die große Arbeit erhalten. Die Moose nehmen ihre Hammer, Meißel und ziehen in den Kampf mit den Felsblöcken. Jahrelang wenden sie ihre chemischen Mittel an und wenn sie ein winzig kleines Ergebnis bekommen, sagen ihnen die Felsblöcke: „Das reicht euch.“ Die Steinbrocken sind geizig. Man muss lange an ihnen arbeiten, um etwas Kleines zu erzielen. Wisst ihr jetzt, warum ich den Felsblöcken predige? – Damit ihr nicht geizig wie sie seid. Folgendes Gesetz existiert in der Natur: zwei gleiche Prozesse erzeugen die entgegengesetzte Reaktion. Ich lobe die Steine, dass sie seit so vielen Tausend Jahren in sich einen Schatz verbergen und ihn keinem geben. Sie sind Bankiers, die kleine Summen Geld, jedoch mit hohen Zinsen leihen. Dummen Menschen geben sie nichts. Wenn gelehrte Menschen an den Felsblöcken arbeiten und zehn Jahre fleißig klopfen, sagen die Felsblöcke schließlich: „Gelehrten Menschen können wir etwas geben.“ Die Felsblöcke haben etwas Gutes – das Eigene geben sie niemandem und das Fremde, das sie genommen haben, geben sie weiter. Die Sonnenwärme, die sie tagsüber aufgenommen haben, geben sie ab, jeder kann sie genießen. Deshalb sollte derjenige, der Sonnenenergie von den Steinen aufnehmen möchte, sich auf sie setzen und ausruhen. Aber das sollte gegen Mittag geschehen, nicht morgens oder abends. Wer die Sonnenenergie von den Steinen aufnehmen möchte, soll mittags zu ihnen gehen und sich auf sie setzen und sich mit ihnen unterhalten. Er wird ihnen ein Festmahl geben und sie ihm auch. Der Schalter der Steine ist also nur von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags geöffnet. In jeder anderen Zeit nehmen sie etwas weg. Wenn die Sonne untergeht, geben sie alles ab, was sie von ihr empfangen haben und behalten das Eigene, das sie jedoch auf keine Weise anderen abgeben. Die gute Seite der Steine besteht also darin, dass sie alles abgeben, was sie von der Sonne empfangen haben. Sie geben das Fremde ab und das Eigene hüten sie eifrig. Ihr könnt auf ihnen sitzen, euch von einem zum anderen Stein bewegen, sie werden euch in keiner Weise verhindern. Sie sagen: „Setzt euch, wohin ihr wollt, aber ihr müsst wissen, dass niemand euch empfangen und verabschieden wird. Wir haben keine Diener zur Verfügung. Wenn ihr gehen wollt, werden wir euch nur „Gute Reise“ wünschen, nichts anderes.“ Das sind Gleichnisworte, die ihr in euer Leben übertragen sollt. In der Bibel ist vom ewigen Stein die Rede, auf den der Mensch gestellt ist. Wenn ihr euch auf die Felsblöcke in der Natur setzt, sagen sie: „Ihr dürft solange sitzen, wie ihr wollt, ihr dürft weinen, ihr dürft euch freuen, das ist eure Sache. Wenn ihr traurig seid, seid ihr für euch traurig, wenn ihr heiter seid, auch für euch. Wir haben keine Zeit, uns eure Trauer oder eure Freuden anzuhören. Wir erfüllen unsere Aufgabe. Wenn ihr gekommen seid, um etwas mitzunehmen, werden wir euch nichts abgeben. Wenn ihr darauf beharrt und weiter sitzen bleibt, können wir euch nur etwas vom Fremden abgeben, was wir auch empfangen haben. Wir haben Wärme von der Sonne empfangen und können euch etwas davon abgeben. Mehr als das geben wir nicht.“ Die Steine sind gewissenhaft. Das ist ihr guter Charakterzug, der nachahmenswert ist. Sie leiten die Sonnenwärme weiter. Leitet auch ihr die Wohltaten weiter, die Gott euch gibt. Behaltet nicht die Wohltaten Gottes nur für euch. Lasst sie ununterbrochen durch euch fließen, so dass jeder, der vorbeikommt, sie nutzen kann. Wenn die Steine die Sonnenwärme für sich behalten hättet, wären sie geschmolzen, hätten aufgehört als Steine zu existieren. Deshalb sage ich: Die Wohltaten Gottes, die durch euch hindurchfließen, werdet ihr vorübergehend behalten und danach sofort abgeben. Seid wie die Steine!


„Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie sie gesehen und doch sowohl mich als auch meinen Vater gehasst.“ Sie haben also nicht das Wissen angenommen, dass Christus gebracht hat und werden die Konsequenzen tragen. Christus drückt sich symbolhaft aus. Er will sagen: man muss sein Feld bestellen, wenn man etwas von ihm erhalten will. Man soll in der rechten Zeit arbeiten, um in der rechten Zeit etwas zu empfangen. Wenn jemand fragt, warum seine Arbeit nicht ordnungsgemäß erledigt wurde, muss er wissen, dass die Ursache in ihm liegt: Er hat nicht in der rechten Zeit gearbeitet und kann nicht in der rechten Zeit etwas empfangen.

„Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen. Aber auch ihr zeugt, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“ Es sind also drei Arten des Ostens für den Menschen wichtig. Der erste Osten ist der Aufgang der physischen Sonne. Der zweite Osten liegt vor, wenn sich die Sonne in ihrem Zenit befindet, der dritte Osten ist mitternachts. Der dritte Osten ist der Osten des Guten. Will man sich im Guten festigen, muss man diesem Osten beiwohnen. Die drei Osten bilden ein Dreieck. Der Osten der physischen Sonne stellt die Gerechtigkeit dar. Der Osten der Mittagssonne stellt die Wahrheit dar. Der Osten der Abendsonne stellt das Gute dar. Der Mensch muss eine Beziehung zu den drei Osten herstellen. Mit anderen Worten – der Mensch muss eine Beziehung zu seinen Gedanken, Gefühlen und Taten herstellen. Dabei müssen seine Gedanken, Gefühle und Taten harmonisch sein. Aber die harmonischen Gedanken, Gefühle und Taten sind das Ergebnis von etwas. Wenn man dem Aufgang der physischen Sonne nicht beiwohnt, kann man nicht gesund sein. Dieses Gesetz ist nicht nur den Menschen, sondern allen Lebewesen bekannt. Wenn man dem Aufgang der geistigen Sonne nicht beiwohnt, wird die Beziehung zwischen seinen Gefühlen zerrissen sein. Und wenn man dem Aufgang der göttlichen Sonne nicht beiwohnt, werden die Gedanken zerrissen sein. Ein solcher Mensch wird unbedingt kränkeln, weil er zu faul ist, um morgens früh aufzustehen und sich im Bett wälzt und wartet, das jemand anderer ihm die Segen mitbringt. Das ist nicht richtig – jeder muss allein den Segen des Tages in Empfang nehmen. Wenn der Schüler nicht selbst in die Schule mit seinem Ranzen geht, kann er kein Wissen erlangen. Wenn man nicht selbst auf das Feld geht um zu ackern, wird man verhungern. Wenn man nicht selbst in den Garten geht, um die reifen Früchte zu pflücken, wird man sie nicht kosten. Es gibt nichts Angenehmeres als selbst nach der reifen Frucht zu greifen und sie zu pflücken. Jemand sagt: „Wir haben es satt zu ackern, wird das nicht zu Ende sein, so dass wir etwas anderes machen können?“ Ich sage: Es wird die Zeit kommen, wenn die Feldarbeit durch eine andere, feinere  Arbeit ersetzt wird, aber der Prozess wird nie verschwinden. Wenn die Menschen aufhören, den Boden zu bearbeiten, werden sie ihre Gefühle bearbeiten. Wenn sie aufhören, ihre Gefühle zu bearbeiten, werden sie ihre Gedanken bearbeiten. Diese Arbeit wird also nie aufhören. Wenn ich weiter von dem Ackern in den höheren Sphären erzählen soll, muss ich zu einer Region kommen, wo die Dinge für euch unverständlich werden, weil sie sich zu weit entfernen. Ihr fragt: Was wird wohl das Ackern in der Empfindungs- und der Mentalwelt darstellen? Um das Ackern in den höheren Sphären zu begreifen, müsst ihr an erster Stelle das Ackern der physischen Welt lernen. Das Ackern der Felder, das Umgraben des Weinbergs, das Umgraben im Garten, das ist die erste Arbeit der physischen Welt, die der Mensch sich aneignen soll. Wenn das Feld gut geackert, der Weinberg und der Garten gut umgegraben und die Häuser und Brücken gut gebaut sind, haben wir ein gut geordnetes physisches Leben. Wenn die Lager und Getreidespeicher mit Vorräten gefüllt sind, ist das physische Leben gut geregelt. Was das geistige Leben betrifft, herrscht dort eine größere Ordnung. Wenn ihr in die göttliche Welt kommt, in die Welt der Gedanken, herrscht dort eine noch größere Ordnung. Jetzt kann man keine schönere Welt als die Mentalwelt finden. Wenn man dort eintritt, kann man in Verzückung geraten, von dem, was man erlebt. Der Mensch kann dort 250 Jahre verbringen und denken, es seien nur zwei Minuten vergangen. Wenn man ihn anstupsen will, damit er aus dieser Welt herauskommt, wird er sagen: „Bitte, stört mich nicht und verlangt nicht, dass ich zurückkehre.“ Die Mentalwelt ist schön. 

Wir sind also auf die Erde gekommen, um die Wege der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Guten zu lernen. Deshalb sage ich: Sucht den Weg der Gerechtigkeit, den Weg der Wahrheit und den Weg des Guten, von denen aus die Sonne aufgeht. Wer auf diesen Wegen geht, wird  immer dem Sonnenaufgang entgegengehen. Geht auf den Wegen, auf denen die Sonne aufgeht, wenn ihr immer im Licht gehen wollt.


Nun werden wir Gott danken, dass wir uns im Gebirge an der reinen Luft, am reinen Wasser und bei der aufgehenden Sonne befinden. Wenn ihr euch der reinen Luft erfreuen wollt, müsst ihr auf die Gipfel steigen. Wenn ihr euch des Wassers erfreuen wollt, geht zu den Quellen und holt es von dort. Das Wasser ist wie ein Kind, es wird gern getragen. Wenn ihr Reinheit erlangen wollt, holt Wasser. Der reine Wassertropfen ist ein reiner Gedanke. Wir werden Gott für die Wärme der Sonne danken, für das große Pferd danken, das jeden Tag am Himmel reitet und alle Wesen auf der Erde Segen sendet. Wir werden Gott für alle Wohltaten danken, die Er uns hierher schickt. Und schließlich werden wir Gott für die Möglichkeit danken, die Er uns gibt, auf den drei Wegen zu gehen, von denen aus die Sonne aufgeht.

Die Liebe kommt!

Festvorträge, Sofia, 25.8.1941, 5:00 Uhr

Stellt euch vor, dass jemand am See sitzt und beobachtet, wie das Wasser fließt und sich fragt, wohin dieses Wasser fließe und wer es trinken werde. Was würdet ihr von diesem Menschen sagen, der sich um das Wasser des Sees Sorgen macht? Ihr werdet sagen, er sei nicht bei Sinnen,  ihm fehle etwas. Ihr werdet sagen, dies gehe ihn nichts an, er sollte sich mit solchen Fragen nicht beschäftigen. Was würdet ihr aber von sich selbst und von allen anderen Menschen sagen, die auch diese Frage bewegt? Alle Menschen befinden sich am Ufer des großen Lebenssees und sorgen sich darum, was mit dem See, was mit ihnen selbst geschehen werde. Was veranlasst euch zu dieser Beklemmung? Woher kommt sie? Muss sich das Obst darum bekümmern, dass es vom Baum gefallen ist? Hat es etwas verloren? Wohin gelangt es, wenn es fällt? – Auf die Erde, d.h. zu seiner Mutter. – Was macht die Mutter mit ihrem Kind? – Sie nimmt es auf den Arm, streichelt es ein paar Mal und setzt es wieder auf den Boden. Auch die Erde verfährt so mit dem Obst. Es ist also nicht schlecht, dass es zu seiner Mutter geht, aber es ist schlecht, wenn es nicht weiß, wie es herunterkommen soll.Wie ein lebhaftes, übermütiges Kind saust die Frucht plötzlich vom Baum herab und fällt geräuschvoll auf ihre Mutter herunter, sie stößt sich den Kopf und bald beginnt die Druckstelle zu faulen. Vom Stoß schreckt die Erde auf und auch die Frucht wird verletzt. Die gegenwärtigen Menschen sind in einer gewissen Hinsicht kleinen, lebhaften und übermütigen Kindern ähnlich. Jemand sitzt, denkt über bestimmte Fragen nach und macht plötzlich dem Gedanken Platz, warum der Mensch zur Welt kommt. – Damit er leidet. – Warum hat Gott die Welt so und nicht anders geschaffen? Der Mensch beginnt, sich zu bekümmern, den Kopf mit unlösbaren Fragen zu zerbrechen. Du bist nicht geeignet, ein Baum zu sein, auch kein Käfer, Fisch oder Vogel zu sein. Jetzt musstest du als Mensch geboren werden und dich für die Lage bedanken, die dir gegeben wurde. Ihr werdet sagen, dass der Mensch die Krönung der Schöpfung ist. Das stimmt nicht. Es gibt andere Wesen über dem Menschen, die höher stehen als er, die fortgeschrittener sind. Die Engel, Erzengel, Cherubim. Seraphim stehen höher als der Mensch. Die Pflanzen, die die Menschen geringschätzig behandeln, wurden von den Engeln erschaffen. Die Pflanzen sind die Kinder der Engel. Ihr geht an einem Baum vorbei, schaut ihn von oben herab und sagt: „Das ist ein Baum, eine einfache Sache!“ – Der Baum ist eine einfache Sache, doch in seinen kleinen Laboren stellt er solche Stoffe her, die selbst die größten Menschenlabore nicht produzieren können. Indem die Bäume üppig Frucht tragen, bringen sie den Menschen Uneigennützigkeit bei. Sie sagen: „Esst unser Obst, doch sät unsere Samen und tut uns nichts Böses an.“ Was machen die Menschen heute? Wenn sie an einem Baum oder einer Pflanze vorbeikommen, die ihnen den Weg versperren, heben sie nicht vorsichtig deren Zweige, sondern brechen sie, zupfen die Blätter und Blüten  und werfen sie entrüstet auf den Boden. Ihr hört jemanden sagen: „Wie dreist ist dieser Baum, der meine Bewegung stört? Wer hat ihn auf meinen Weg gestellt? Der Baum ist etwas Dummes!“ Der Baum ist nicht dumm. Die Pflanzen, die Bäume sind die reinsten und unschuldigsten Wesen auf der Welt. Sie kennen keine Sünde, Beleidigung und keinen Neid. Wenn sie Zweigen der negativen menschlichen Handlungen begegnen, beginnen sie diese zu prüfen. Heute erfahren sie eine negative Handlung, morgen eine zweite, dritte, bis sie schließlich gewisse Bitternisse in sich hineintragen. Wenn ihr die Früchte dieser Bäume probiert, sagt ihr: „Diese Früchte sind bitter, sie schmecken uns nicht.“ Wenn ihr das im Auge behaltet, dürft ihr nicht bei den negativen Gedanken und Gefühlen stehenbleiben, um nicht unter deren Einfluss zu geraten. So z.B. werdet ihr, wenn ihr jeden Tag das Wort ‚Lieblosigkeit‘ ein paar Mal aussprecht, eine gewisse Bitterkeit in euer Herz hineinbringen, die ihr nur schwer wieder loswerden könnt. Nicht nur ihr leidet an den negativen Gedanken und Gefühlen, sondern auch die Worte selbst. Die Last, die das Amt zu tragen hat, welches dem Wort gegeben wurde, ist nicht leicht, aber sie lehrt die Geduld. Erlernt auch ihr die Geduld, ihr solltet mit allem zufrieden sein, das euch gegeben wird.

Freut euch am Licht, das euch die Sonne gibt und bedankt euch dafür. Freut euch auch am Licht des Mondes. Das Mondlicht ist schwach, bei Mondlicht wachsen keine Früchte, aber es ist angenehm. Der Mond ist eigenwillig, er wird schnell böse. Ihr sehr ihn voll und hell, doch es vergeht nicht viel Zeit und er kehrt euch den Rücken zu, er wird böse. – Warum ist er böse? – Einst wollte er die Sonne heiraten, aber seine ältere Schwester die Erde hat ihn ausgetrickst und der Mond kann ihr bis heute nicht vergeben. Man sagt, das Leben, das einst auf dem Mond existiert hatte, zog auf der Erde um und auf dem Mond blieben nur die gelehrtesten Wesen. Sie leben unter der Mondrinde und aus diesem Grund ist seine Oberfläche vollkommen öde – dort kommt nichts Lebendiges vor. Der Mond stellt eine Wüste dar, deshalb ist er unzufrieden. Wenn ihr euch die Lieblosigkeit vorstellen wollt, geht zum Mond. Er ist von Schnee und Eis bedeckt, es ist dort keinerlei Leben zu bemerken.

Nun wollen wir zum Wesen des Lebens kommen. Jeder möchte leben, trotzdem ist er mit seinem Leben unzufrieden. – Warum? – Weil er das Wesen und den Sinn des Lebens nicht verstanden hat. Das was die Menschen ‚Leben‘ nennen und womit sie unzufrieden sind, ist das gewöhnliche Leben. Was haben sie in diesem Leben erreicht? Nichts Besonderes. Wenn sie 45 oder 50 Jahre alt werden, fangen sie an, sich zu beschweren, sie hätten nichts erlangt. Wenn jemand an einer Universität studiert hat, findet er, er habe nichts Besonderes erworben. Hat er nicht an einer Universität studiert, findet er, es sei schon zu spät dafür. Er sagt: „Was kann ich ab dem 50. Jahr aufwärts schon erreichen? Wenn es ums Lernen geht, kann ich nicht lernen, wenn es um die Liebe geht, beachtet mich niemand mehr, ich kann nicht mehr den Kopf eines jungen Mannes verdrehen.“ Welche junge Frau oder welcher junge Mann wären in der Lage, einander den Kopf zu verdrehen? Der menschliche Kopf steht an seinem Platz und niemand ist in der Lage, ihn zu versetzen oder in die eine oder andere Richtung zu verdrehen. Wer es versucht hat, jemandem den Kopf zu verdrehen, hat letztendlich dich selbst den Kopf verdreht. Wenn jemand mit dem Gedanken lebt, er könne jemandem den Kopf verdrehen, so ist das Atavismus, ein Rest aus der Vergangenheit, von dem sich jeder befreien sollte. Es geht nicht darum, sich selbst oder die anderen zu verurteilen, sondern darum, die Fehler seiner Vergangenheit zu berichtigen.

In der Bibel heißt es: „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.“ Der Vater richtet nie. Der Herr geht unter den Menschen herum, Er beobachtet sie, Er sieht, wie sie sich täuschen, doch Er lächelt nur, grüßt sie und geht weiter. Er weiß, dass die Menschen auf die Erde gekommen sind, um zu lernen. Eines Tages werden sie ihre Lektionen gelernt und sich von ihren Irrtümern befreit haben. Gott trifft eine junge Frau und sieht, dass sie von einem schönen Jüngling von edler Abstammung träumt, mit dem sie vorhat, glücklich zu werden. Gott weiß, inwieweit ihre Träume in Erfüllung gegen werden, doch Er lächelt ihr zu und sagt sich: „Wenn sie ihren Irrtum einsieht und begreift, dass der Jüngling sie nicht glücklich gemacht hat, werde ich sie besuchen, mich mit ihr unterhalten und ihr beibringen, wie sie leben soll“. Gott besucht also die Unglücklichen, die Enttäuschten, die Leidenden, die Armen. Wenn Er einer hässlichen jungen Frau begegnet, die niemand beachtet, bleibt Er vor ihr stehen. Und ihre Hässlichkeit verschwindet sofort. Dann beginnen die Menschen, Interesse an ihr zu zeigen. Wo Gott anwesend ist, wendet sich alles zum Guten – das Leid verwandelt sich in Freude, das Unglück – in Glück, die Armut – in Reichtum, die Hässlichkeit – in Schönheit. Kommt Gott zu den Türen der Reichen, Gebildeten, Glücklichen, geht Er an ihnen vorbei. Nur ab und zu schickt Er jemanden, der sie loben, über ihre Gelehrsamkeit, über ihren Reichtum sprechen soll. Sie sind zufrieden, dass sie anderen Menschen begegnen, die sie wertschätzen. Deshalb sind die einen wie die anderen zufrieden – die Armen und die Leidenden – mit dem Besuch Gottes, die Reichen und die Glücklichen – mit ihren Nächsten, die sie wertschätzen und achten.

In der Bibel heißt es: „Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen, aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.“ Damit der Mensch die Gnade Gottes erfahren kann, muss er wie Zachäus bereit sein, sein ganzes Hab und Gut zu verteilen, seine Fehler zu berichtigen und wenn er jemanden verbittert hat oder mit ihm ein Missverständnis gehabt hat, das wiedergutzumachen.

Warum steigt Gott auf die Erde herab? Um die Menschen von ihren unnötigen Leiden und Schwierigkeiten zu befreien. Sie haben selbst diese Leiden auf sich geladen, sie wollen als reich und gelehrt gelten. Der äußere Reichtum ist kein Reichtum. Auch das äußere Wissen ist kein wahres Wissen. Ein reicher und gelehrter Mensch ist derjenige, vor dem sich alle Tresore und Bibliotheken selbst öffnen. Wenn sich ein Tresor geöffnet hat, hört der Mensch eine Stimme: „Bitte bedienen Sie sich, nehmen Sie, soviel Sie möchten.“ Wenn er an einer Bibliothek vorbeikommt und etwas nachschlagen möchte, öffnet sie sich und es kommt genau das Buch, das ihn interessiert, zum Vorschein. Für den wahrhaft Reichen öffnen sich alle Tresore mit Gold und Edelsteinen. Doch vor dem scheinbar Reichen öffnen sie sich nicht. Was werden die Reichen dazu sagen? Sie glauben meinen Worten nicht und sagen mir: „Wir rechnen nicht mit fremden Tresoren, aber auch den eigenen machen wir nicht auf, damit wir nicht bestohlen werden“.

Wer den Diebstahl fürchtet, ist nicht wahrhaft reich. Er verlässt sich auf einen Reichtum, der schon morgen wie ein Eisberg schmelzen kann, dessen Wasser verdampft, so dass er auf dem Trockenen sitzen bleibt. Das Gleiche geschieht mit dem Jungsein, an dem ihr euch heute erfreut. Manche gelten als jung, aber sie wissen nicht, wie sie ihre Jugendhaftigkeit aufbewahren können. Trotzdem sagt Christus: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder. werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen“. Christus glaubt also an die Möglichkeit des Menschen, wieder jung zu werden und sich in ein kleines Kind zu verwandeln.

Ein kleines Kind zu werden bedeutet also sich wie die Kinder an den kleinen Dingen zu freuen. Freut euch an allem, was Gott euch gegeben hat. Ihr richtet euren Blick auf die anderen, euch gefallen ihre Augen, Ohren, Augenbrauen, aber die eigenen beachtet ihr nicht. Warum freut ihr euch nicht an euren Augen, Ohren, an eurer Nase? Warum freut ihr euch nicht an den kleinsten Wohltaten? Jemand schaut sich in den Spiegel und sagt: „Meine Augen sind zu klein“. – Sie sind klein, aber sie kosten Milliarden. Wer die Wissenschaft von den Augen kennt, wird wissen, dass in den Augen Vieles geschrieben steht. Manche haben Augen, die blau wie der Himmel sind. Sie sind kalt – sie versprechen viel, doch erfüllen wenig. Andere haben schwarze Augen. Die schwarzen Augen sind wie die Schwarzerde, auf ihnen wächst alles – sowohl Getreide als auch Dornen. Diejenigen, die schwarze Augen haben, sind äußerst energisch und streitsüchtig. Es reicht, sie mit etwas zu reizen und sie brausen sofort auf. Oft ändern die Augen ihre Farbe – morgens sind sie blau, mittags – schwarz und abends – braun. Das geschieht nach den Wünschen des Menschen. So wie sich seine Wünsche ändern, so ändert sich seine Augenfarbe. Solange er sich emporheben, mit der geistigen Welt verbinden will, sind seine Augen blau. Er sieht öfters zum Himmel. Sobald er sagt, er möchte wie die anderen leben, essen und trinken, stürzt er auf die Erde, verbindet sich mit ihr und seine Augen werden schwarz. Er denkt mehr an die Annehmlichkeiten, er denkt, gemütlich zu essen und zu trinken und danach sich unter einen Birnbaum zu legen, von dem ab und zu eine reife Frucht in seinen Mund fallen soll. In dieser Hinsicht ähneln die Menschen dem türkischen Hodscha Nasreddin.

Eines Tages ging Nasreddin in den Wald, um Holz zu hacken. Da er das zum ersten Mal machte, stieg er auf einen Baum, stellte sich auf einen Zweig und begann an diesem zu sägen. In dieser Zeit kam ein Wanderer an ihm vorbei. Als er sah, dass Nasreddin am Zweig sägt, auf dem er steht, rief er: „Säge nicht an diesem Zweig, sonst wirst du mit ihm auf die Erde stürzen!“ – „Das geht dich nichts an“, antwortete Nasreddin, „Ich weiß, was ich mache.“ Er sägte weiter am Zweig, aber bald fand er sich auf dem Boden wieder – es geschah, wie der Wanderer vorhersagte. Das überraschte den Hodscha und als er vom Boden aufstand, lief er dem Wanderer nach, um ihn zu fragen, wann er sterben werde. Er sagte zum Wanderer: „Hör zu, mein Freund, ich sehe, dass du viel weißt. Es geschah, was du vorhergesagt hattest – ich bin vom Baum runtergefallen. Sag mir jetzt, wann ich sterben werde.“ – „In drei Tagen.“ Nasreddin Hodscha kam nach Hause zurück mit dem Zweig und dachte sich dabei: „Das hat man davon, dass man auf einen Weiberverstand hört. Ich habe auf meine Frau gehört und bin in den Wald gegangen, um Holz zu holen. Nun habe ich einen Zweig abgesägt, bin vom Baum runtergestürzt und obendrauf muss ich mich auf meinen Tod vorbereiten.“ Von weitem noch rief er: „ Frau, ruf die Kinder, ich möchte mich von euch verabschieden, denn in drei Tagen werde ich ins Jenseits gehen. Ich werde euch kein Holz mehr bringen, ich muss mich auf meinen Abgang vorbereiten.“ Seine Frau kam sofort zu ihm, sie küsste und umarmte ihn und weinte. Die Kinder küssten ihn auch. Nasreddin Hodscha nahm seinen Beutel und machte sich auf den Weg. Am Dorfrand sah er einen schönen Birnbaum mit vielen Birnen und beschloss, dort zu bleiben. Er hob sein Grab aus und legte sich hin, um auf den Tod zu warten. Ab und zu fielen Birnen direkt in seinen Mund und er aß sie. Am dritten Tag hörte er einen Lärm, großen Tumult um sich. Er hob seinen Kopf an, um zu sehen, was los ist und sah einen Kameltreiber und Kamele, die mit Tontöpfen beladene Wagen zogen. Als die Kamele ihn bemerkten, bekamen sie Angst und liefen auseinander. Wegen des großen Schaukelns der Wagen gingen die meisten Töpfe kaputt. Der wütende Kameltreiber kam zurück, packte Nasreddin Hodscha und gab ihm eine Portion Prügel. Als Nasreddin sah, dass die Sache anders verlaufen war, als erwartet, nahm er seinen Beutel und kehrte nach Hause zurück. Seine Frau fragte ihn: „Hodscha, was gibt es im Jenseits?“ – „Dort ist es sehr gut, Birnen fallen direkt in deinen Mund, doch du musst sehr aufpassen, die Kamele nicht aufzuschrecken, sonst bekommst du Prügel und die Sache endet böse.“

Wenn ihr also gefragt werdet, wie ihr auf der Erde lebt, sagt ihr: „Alles ist gut, solange du die Kamele nicht aufschreckst.“ Wenn du sie aufschreckst, wirst du dem Kameltreiber begegnen, der dir mit seinem Stock eine gute Lektion erteilen wird.“ Heutzutage haben alle Menschen Angst vor dem Stock des Kameltreibers. Wenn sie in Armut geraten, bekommen sie Angst, wenn sie krank werden, bekommen sie Angst, wenn sie einen Fehler machen, bekommen sie wieder Angst, weil die Leute schlecht über sie reden würden. Was werden sie sagen?- Wenn du reich bist, werden sie sagen, dass du reich bist; Wenn du gelehrt bist, werden sie sagen, dass du gelehrt bist; Wenn du stark und schön bist, werden sie sagen, dass du stark, dass du schön bist. Die Menschen konstatieren die Dinge so wie sie sind. Denkt nicht daran, dass sie ungerecht sind. Wenn sie z.B. von Schönheit reden, verstehen sie darunter, was die Schönheit ist. Wenn sie eine Frau sehen, die Puder und Lippenstift aufgetragen hat, werden sie nicht sagen, dass sie schön ist, sondern dass sie Puder Lippenstift benutzt hat. Wie ihre Gesichtszüge sind, ist eine andere Frage. Wir meinen jene Schönheit, die unveränderbar ist. Puder und Lippenstift müssen jeden Tag aufgetragen werden und die natürliche Schönheit ist konstant. Jeder Mensch ist von Natur aus schön. Jeder Mensch verfügt über Wissen, Reichtum, Kraft, die er allmählich vergrößern kann – es liegt an ihm es zu tun. Jeder Mensch ist gut und kann das Gute in sich aufbewahren und manifestieren, wenn er die Gesetze des Lebens kennt. Die heutigen Menschen sind gut, gelehrt, stark und reich, aber sie leiden, sie quälen sich, weil sie nicht wissen, wie und wo sie ihre Kraft und ihr Wissen anwenden sollen. Irgendein Wissenschaftler entdeckt etwas, er gilt als Erfinder und erhält eine große Summe Geld vom Staat, doch er ist immer noch nicht zufrieden. Warum? – Seine Erfindung trägt nichts Gutes der Menschheit bei, sondern nur Zerstörung. So werden heutzutage die Gewehre, Bomben, Granaten zur Vernichtung der Menschen und nicht zu deren Wohl benutzt. Jemand anderer hat irgendeine Paste erfunden, mit der das Gesicht weißer und weicher wird. Stattdessen wird das Gesicht schlechter – die Poren verstopfen, die Haut wird allmählich vergiftet und der Mensch büßt die natürliche Schönheit ein. So wie auf der physischen Welt Gewehre, Granaten und Bomben existieren, so existieren Gewehre, Granaten und Bomben im Herz- und Verstandesleben des Menschen. Ihr dürft also nicht die bösen Gedanken und Gefühle zulassen, damit ihr nicht vernichtet werdet. Wenn ihr zu einem bösen Gedanken oder Gefühl kommt, müsst ihr sie in gute Gedanken und Gefühle verwandeln. Es kann sein, dass böse oder nicht zeitgemäße Gedanken euren Kopf passieren, aber ihr dürft sie nicht behalten. So kommt euch z.B. die Idee in den Kopf, König zu werden. Das ist auch möglich, jedoch nicht heute. Ihr seid noch nicht bereit, König zu werden. Es ist nicht einfach, König zu werden. Es ist auch nicht einfach, schön zu werden. Wenn ihr schön seid, wird jeder etwas von euch nehmen wollen. Könnt ihr allen Menschen etwas abgeben? Zumindest ein Haar wird jeder von euch haben wollen. Könnt ihr allen je ein Haar geben? Was wird an eurem Kopf übrig bleiben? Mit jedem Ding, das die Menschen von euch nehmen – freiwillig oder durch Gewalt – binden sie euch an sich. Könnt ihr mit allen Bindungen fertig werden? Deshalb muss man vorsichtig sein, man muss wissen, was man tut und was man den Menschen gibt oder von ihnen nimmt. Das sollte euch nicht erschrecken, aber ihr müsst vernünftig sein. Die Vernunft wird euch helfen, mit euren Schwierigkeiten fertig zu werden.

Ein Bulgare hat eine böse und eigenwillige Frau geheiratet. Bald bekam er graue Haare. Er überlegte, was er tun, wie er seine Frau beeinflussen sollte. Eines Tages gingen beide zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Die Frau bückte sich über den Brunnen, um zu sehen, wie tief er ist. – „Frau, sei vorsichtig, falle nicht in den Brunnen, wir haben Kinder, um die wir uns kümmern sollen.“ – „Es geht dich nichts an, ob ich in den Brunnen falle oder nicht. Nur ich kann über mein Leben verfügen.“ Um sich für die Worte ihres Mannes zu rächen, bückte sich die Frau zu tief über den Brunnen und fiel hinein. Der Mann begann zu weinen und nach einer Möglichkeit zu suchen, sie wieder herauszuholen. In dieser Zeit sah er einen Teufel aus dem Brunnen herauskommen, der ganz weiß geworden war. – „Warum bist du so weiß geworden?“, fragte ihn der besorgte Mann. – „Ach, vorhin ist eine Frau ins Wasser gefallen, die so eigenwillig und stur war, dass ich sie nicht überwältigen konnte und weglaufen musste.“ Als ihm der Mann zuhörte, kam ihm sofort die Idee, den Namen seiner Frau zum Guten zu benutzen und mit ihm seinen Lebensunterhalt zu verdienen und den Leidenden zu helfen. Seine Frau hieß Lilith, ein ungewöhnlicher Name. Ihr Mann ging in die Welt, um mit dem Namen seiner Frau seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als er hörte, dass in irgendeinem Haus jemand krank war, ging er hin und sagte: „Lilith kommt!“ Als die Krankheit den Namen hörte, verließ sie sofort das Haus. Auf diese Weise vertrieb der Mann Armut, Missverständnisse und Streit von den Menschen. Bald wurde er berühmt und man rief ihn überall zu sich. So konnte er seine Kinder großziehen.

Aus welchem Grund konnte er mit dem Namen Lilith die Armut und Krankheit aus den Häusern vertreiben und alle Streite und Missverständnisse zwischen den Menschen bereinigen? Ganz einfach. Liliths Mann sagte sich: „Der Teufel, der das hartnäckigste Wesen ist, wurde wegen meiner Frau weiß und lief weg, warum sollte ich dann mit ihrem Namen die Krankheiten, Schwierigkeiten, Streite und Missverständnisse unter den Menschen nicht vertreiben können?“ Er begriff – so wie der Teufel die weiße Farbe flieht, so fliehen die bösen Geister, die Armut und die Krankheiten den Namen Lilith, den die böse Frau trug. Nun sage ich auch euch: Wenn ihr mit gewissen Schwierigkeiten und Leiden konfrontiert werdet, sagt: „Die Liebe kommt!“ Wenn ihr krank seid, sagt: „Die Liebe kommt!“ Wenn ihr verstimmt seid, sagt: „Die Liebe kommt!“ Wenn jemand euch beleidigt, sagt euch: „Die Liebe kommt!“ Wenn ein böser Geist euch angreift, sagt: „Die Liebe kommt!“ Die Liebe ist eine große Kraft, vor der die bösen Geister, die Schwierigkeiten, Leiden, Krankheiten und Missverständnisse unter den Menschen die Flucht ergreifen. Außer der Liebe gibt es keine größere Macht, die den Menschen von allen Widersprüchen und Irrtümern, vom Negativen im Leben befreien kann. Es gibt nichts Schöneres für den Menschen als bewusst zu werden, dass die Liebe bereits in die Welt einzieht. Die Liebe beinhaltet die Anwesenheit Gottes. Welches größere Wohl kann der Mensch erwarten als die Anwesenheit Gottes in seinem Leben? Wer wünscht nicht, das Große und Schöne in seinem Leben zu haben? Es reicht nur, dass Gott an einem Menschen vorbeikommt und ihn ansieht, damit sich alle Lebewesen auf der Erde und im Himmel für diesen Menschen interessieren. 

Wenn wir jetzt von der Manifestation der Liebe reden, meinen wir jenen Augenblick, wenn Gott Seinen Blick auf ein Wesen richtet. Es gibt keinen erhabeneren Augenblick als diesen. Dann nämlich gehen die ganze Erde und der ganze Himmel zu diesem Wesen und sind bereit, ihm zu dienen, ihm etwas von sich zu geben. Das bedeutet, unter die guten Bedingungen des Schicksals zu geraten. Das heißt, von den erhabenen und vernünftigen Wesen beschützt zu werden. Deshalb solltet ihr auf die Frage „Was die Liebe ist“ antworten: „Die Liebe ist der Weg, auf dem Gott Seinen Segen auf die ganze Erde sendet.“ Die fortgeschrittenen und erhabenen Wesen interessieren sich für die Erde als ein Objekt, zu dem Gott Seine Liebe schickt. Sowohl die Engel als auch die Götter möchten geliebt werden, denn Gott manifestiert sich durch die Liebe. Wer die Liebe nicht begreift, sagt, sie verursache Leiden. Was die Menschen ‚durch die Liebe verursachte Leiden‘ nennen, ist nichts anderes als die Gegenwirkung gegen die Liebe. Wenn die Liebe sieht, dass jemand se gierig ist und von ihr Besitz ergreifen, sie vollständig verschlingen will, widersetzt sie sich ihm. Die Liebe duldet keine Gier und  Habsucht. Sie sagt dem Menschen, selbst für die kleinste Erscheinungsform der Liebe dankbar zu sein. Von euch wird verlangt, die Liebe wertzuschätzen, nicht an euch zu reißen. 

Ein Prediger sprach oft seinen Zuhörern über die Liebe und wünschte innerlich, dass sie ihn in all ihrer Vollständigkeit besucht, damit er ihr Wesen begreift. Eines Tages hat ihn die Liebe besucht und vollständig ergriffen. Zuerst empfand er die starke Erweiterung als angenehm. Doch je mehr Zeit verging, desto stärker spürte er, wie die Erweiterung bis zum Platzen weiterging. Als er sah, dass er der Kraft der großen Spannung der Liebe nicht standhalten kann, legte er sich bäuchlings auf den Boden, begann mit den Füßen zu treten und zu Gott beten, von der Spannung erlöst zu werden. „Gott, ich habe begriffen“, sagte er, „dass ich nicht für die große Liebe bereit bin. Ich bin auch mit dem Kleinen zufrieden, dass du mir gibst. Ich werde nie mehr nach Dingen verlangen, für die ich nicht bereit bin.“

Die Liebe ist eine große Wohltat, allerdings können nur Wenige ihre Schwingungen ertragen. Ihr begegnet jemandem, der euch sanft und liebevoll ansieht. Fragt nicht, wer das ist und warum er euch derart ansieht. Durch ihn tritt die Liebe Gottes euch gegenüber in Erscheinung. Solange ihr der Wirkung dieser Liebe ausgesetzt seid, werden eure Geschäfte gut laufen. Sobald ihr euch ihrer Wirkung entzieht, geht alles schief.

Jemand sieht, dass bei ihm alles schiefgeht und sagt, dass Gott ihn nicht liebt, dass Er ihn schon vergessen hat. Das ist ein Gedanke von euch. Solange ihr lebt, atmet, euch am Licht und an den Tausenden Wohltaten in eurem Leben erfreut, dürft ihr das nicht denken. Ihr dürft an allem zweifeln, aber an Gott dürft ihr nie zweifeln. Seine Liebe ist ewig und unveränderlich. Wenn ihr euch von Ihm entfernt, ist das eure Schuld. Denkt daran: Der Mensch ist auf die Erde gekommen, um das zu erlangen, was ihm fehlt. Jeder ist sich bewusst, dass ihm etwas fehlt, ohne zu wissen, was es ist. Um es zu erlangen, schlägt er auf der einen oder anderen Seite in seinen Wünschen aus. Der eine möchte Reichtum erlangen, der andere möchte gelehrt, der dritte – stark sein usw. Nur Wenige begreifen jedoch, dass sie Kenntnisse brauchen, um lichte Gedanken, edle Gefühle und erhabene Taten zu haben. Was nützt euch, wenn ihr eine Million in der Lotterie gewinnt? Ihr werdet Papiergeld im Wert von einer Million haben, aber das Papier ist kein Gold. Heute ist es wertvoll, morgen wird es an Wert verliere. Nach dem Europäischen Krieg ist der Wert der Deutschen Mark so stark heruntergegangen, dass ein Mittagessen Millionen kostete. 

Viele streben danach, Heilige oder Engel zu werden. Es gibt viele Engel auf der Erde. Sie erledige ihre Arbeit gut. Es ist wichtig, dass der Mensch als Diener Gottes seine Arbeit gut erledigt. Es ist eine Kunst zu wissen, wie man dient und liebt. Es gibt keine größere Wissenschaft in der Welt als die Liebe. Wer nicht weiß, wie er lieben soll, hat schon sich selbst die größten Leiden zugefügt. Deshalb heißt es, dass nur der Vollkommene lieben kann. Um seine Liebe anzuwenden, muss man zu seiner Kindheit zurückgehen, wieder ein Kind werden. Die Liebe des Kindes ist rein. Es liebt jeden Menschen. Für das Kind gibt es keine Bedingungen. Seine Liebe strömt unmittelbar, es gibt seine Liebe allem, dem es auf seinem Weg begegnet. Beim Erwachsenen dagegen gibt es mehr Schauspielerei. In jedem Menschen, in jedem Lebewesen gibt es etwas, was unsere Liebe verdient. Es gibt keinen größeren Reichtum für den Menschen als die Liebe zu empfangen, anzuwenden und wertzuschätzen.

Ihr werdet sagen, dass ihr nicht wieder Kinder sein wollt. Unter dem Wort ‚Kind‘ verstehen wir jenen Zustand, in dem man das Neue wahrnehmen und kein nervöses, eigensinniges Kind sein kann, das die Eltern mit seinen Wünschen und Forderungen quält. Unter dem Wort ‚jung‘ verstehen wir denjenigen, der das Neue, das er empfangen hat, erfüllt und anwendet. ‚Alt‘ ist derjenige, der die Dinge wertschätzt und der sich nicht ständig beschwert, dass seine Beine nicht halten, dass er schlecht sieht, hört, dass er mit den anderen nicht zurecht kommt usw. Ich wünsche euch jetzt, dass ihr vernünftige und keine dummen Kinder seid, dass ihr jung und arbeitsfähig und keine Gewalttäter seid, dass ihr alt seid und die Dinge wertschätzt und nicht. sinnlos macht.

Strebt danach, die Liebe wahrzunehmen, anzuwenden und wertzuschätzen. Nur so können die Menschen einander kennenlernen. Ohne Liebe könnt ihr sie nicht kennen. Wo die Liebe herrscht, kennen sich alle Menschen. Ob ihr auf der Erde oder im Himmel seid, die Liebe verbindet die Menschen und entdeckt das Gute in ihnen. Woran erkennt ihr, dass die Liebe unter den Menschen anwesend ist? – Wenn die Sonne scheint, kommt die Liebe. Wenn die Blumen blühen, kommt die Liebe, wenn die Vögel singen, kommt die Liebe. Immer wenn ein Segen kommt, wird er auch von der Liebe begleitet. Kommt ein lichter Gedanke in euren Verstand, ein edles Gefühl in euer Herz und ein starker Antrieb in euren Willen, werdet ihr wissen, dass die Liebe gekommen ist. 

Alle sprechen von der Liebe, aber das reicht nicht. Die Liebe manifestiert sich in Taten. Was müsst ihr für denjenigen tun, den ihr liebt? Wenn er krank ist, müsst ihr im Namen der Liebe wünschen, dass er gesund wird; Wenn er hässlich ist, müsst ihr im Namen der Liebe wünschen, dass er schön wird; Wenn er schwach ist, müsst ihr im Namen der Liebe wünschen, dass er stark wird. Die Liebe verleiht dem Menschen etwas Wesentliches. Wenn sie zu euch kommt, begreift sie sofort, was ihr braucht und gibt es euch. Wer euch liebt, wird euch Brot bringen, wenn er sieht, dass ihr Hunger habt; Er wird euch Wasser bringen, wenn ihr Durst habt; Er wird euch Schuhe kaufen, wenn ihr keine habt. Wer euch liebt, wird unbedingt eure guten Gedanken, Gefühle und Taten unterbringen. Wenn ihr das wisst, dankt Gott für die Liebe, durch die Er sich manifestiert. Die Liebe kommt durch die verschiedenen Menschen zur Geltung und jeder wird euch einen Teil von dem verleihen, was er in sich trägt – der Musiker wird euch etwas von seiner Musik verleihen, der Maler – etwas von seiner Kunst, der Gesunde – etwas von seiner Gesundheit, der Kranke – etwas von seiner Krankheit, der Unzufriedene – etwas von seiner Unzufriedenheit usw. Die Liebe ist der Leiter sowohl der positiven als auch der negativen Kräfte in der Natur.

Es heißt in der Bibel: „Der Geist soll euch lehren, was ihr sagen sollt.“ Wenn die Liebe kommt, wird sie euch lehren, was ihr tun sollt. Sie wird euch beibringen, die Symbole zu übersetzen, durch die die Natur zu euch spricht. Jede Pflanze, jedes Tier ist ein Symbol, das begriffen werden soll. Ihr seht z.B. einen weißen Ochsen und einen schwarzen Büffel. Der Ochse sagt, dass er äußerlich weiß geworden ist, aber er möchte auch innerlich weiß werden. Der Büffel sagt, dass er äußerlich schwarz ist, aber er möchte wenigstens innerlich weiß werden. Er findet, dass er die Gesetze der schwarzen Farbe schon kennt, deshalb strebt er die weißen Farbe an. Der Ochse möchte also innerlich weiß werden und der Büffel – äußerlich. Manche Menschen sind Innerlich schwarz und äußerlich weiß, andere dagegen sind äußerlich schwarz und innerlich weiß. Beide Sorten streben zur weißen Farbe. Wer äußerlich weiß ist, möchte auch innerlich weiß werden, wer äußerlich schwarz ist, möchte zuerst äußerlich weiß werden und dann auch innerlich.

Freut euch an der Sonne, die auf- und untergeht. Freut euch an den Blumen, die blühen und ihren Duft weit verbreiten. Freut euch an den Quellen, die fließen. Freut euch an den Vögeln, die singen. Freut euch an jedem Menschen, der euch begegnet und zulächelt. Gott spricht durch alles Lebendige und grüßt euch. Ich rate euch als Schülern des Großen Lebens, euch etwas zu wünschen, von dem ihr lernen könnt, die Segen Gottes zu erlangen und sie zu verteilen. Das ist die Liebe. Wünscht euch, dass die Liebe euch besucht und euch ihre Segen mitbringt. Freut euch, wenn die Liebe euch besucht und dankt dafür, dass sie eure Fehler in Edelsteine verwandelt hat, mit denen ihr euch schmücken könnt. Zukünftig werden eure Ketten und Ringe mit euren vergangenen Fehlern, Unzufriedenheiten und Missverständnissen geschmückt sein. Das bedeutet die Strophe aus der Bibel „Ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht“. Über diese Zeit sagt Christus: „Was das Auge nicht gesehen und das Ohr nicht gehört hat noch im Herzen eines Menschen aufgekommen ist, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“

Um die Liebe Gottes zu genießen, liebt alles, durch das Er sich manifestiert. Er ist zwischen denjenigen anwesend, die sich lieben und verbindet sie. Deshalb heißt es, dass dort, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, auch Gott ist. Ohne Seine Anwesenheit können die Menschen ihre Liebe nicht zeigen. Sie sind die Pole und Gott ist das Verbindungsglied zwischen ihnen. 

Ich wünsche euch, von nun an jünger zu werden und zum Kindesalter zurückzukommen. Keiner darf älter als 14 werden. Was bedeuten die Zahlen von 1 bis 10? Die Zahl eins bedeutet das schöpferische Prinzip, zwei ist die Zahl der Zwietracht, drei – die Zahl der Versöhnung, vier – der Kunst, die Dinge zu teilen, fünf – der Kunst, die Arbeit gut zu machen, sechs – genussvoll zu essen, sieben – die Ruhe, acht – die Schulden zurückzahlen, neun – die Aussöhnung der Widersprüche, d.h. das Ergebnis der ganzen Arbeit, zehn – der Gang zu Gott, um über alles Rechnung zu geben, was man auf der Erde getan hat.

Die heutigen Menschen interessieren sich für Vieles, aber an erster Stelle wollen sie wissen, was mit ihnen geschieht. Was wird mit euch geschehen? Ihr werdet klare und bewölkte Tage in eurem Leben haben, so wie heute bewölkt ist. Das bedeutet, dass der Mond uns gewisse Unannehmlichkeiten bereiten wird. Anders gesagt: die Habsucht wird den Menschen große Ärgernisse bringen. Es ist nicht leicht, den menschlichen Kopf in Stand zu halten. Er braucht sauberes, gutes Essen. Die Bienen z.B. essen nicht viel, aber sie ernähren sich von spezieller Nahrung – die Königin braucht eine Nahrung, die Arbeiterinnen – eine andere und die Drohnen – auch eine andere Nahrung. Die Gedanken brauchen eine Art Nahrung, die Gefühle – eine andere und die Taten – eine dritte Art. Heute erwarten alle Menschen einen Segen, ohne zu bedenken, dass das von ihnen selbst abhängt. Sät in euren Garten die guten Samen eures Verstandes, eures Herzens und eures Willens, um üppig den Segen Gottes zu erhalten. Jeder Samen muss an seinem Platz sein, in einem für ihn spezifischen Boden. Ist er nicht an seinem Platz, kann er nicht die erwarteten Ergebnisse zeitigen. Das gilt auch für die Musik – wenn nicht jede Note an ihrem Platz ist, kann keine Musik zustande kommen.

Ich wünsche euch allen, euch zu verjüngen, zu eurer Kindheit, zu eurer ursprünglichen Kraft zurückzukehren. Es heißt in der Bibel: „Diejenigen, die Gott erwarten, werden sich erneuern.“

Die letzten Worte des Meisters

Eine kleine Arbeit wurde gut und erfolgreich vollendet und eine große Arbeit beginnt.

In allem stellt das Göttliche an erste Stelle!

Habt Harmonie und Liebe untereinander!

Schön sollte man leben, das ist das Wichtige!

Betet, betet fleißig!

In welche Richtung werdet ihr leben? (auf Russisch) – Gut! (auf Russisch)

Die Dinge müssen gestaltet werden.

Sofia, 27.12.1944

Aus den Erinnerungen von Maria Mileva:

„Bei einem Abendessen erinnere ich mich, dass Georgi Radev ein Gedicht vortrug, in dem Christus sagte „Ich habe mich aufgeopfert“. Der Meister sagte unter anderem: „Was sind für die Ewigkeit 29000 Jahre, die vergangen sind, oder 2000 Jahre, die zukünftig zurückgelegt werden müssen? Das nächste Mal, bei der nächsten Inkarnation, wird unsere Schule in Russland, im Kaukasus sein, dann werden wir nach Amerika umziehen und dann auf den neuen Kontinent, der jetzt langsam auf dem Boden des Großen Ozeans wächst. Jetzt haben wir das Jahr 1936. Es werden 100 Jahre vergehen und wir werden uns 2036 im Kaukasus wiedersehen!“ (Aus „Beim Gespräch im Haus von Kosta Russev“, im Buch „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 17, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.