Sonntagsvorträge, Sofia, 5.4.1925, 10:00 Uhr
„Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass du lahm oder verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände oder zwei Füße hast und wirst in das ewige Feuer geworfen.“ (Math. 18:8)
„Wenn deine Hand dich verführt…“ Ihr könnt diesen Vers im Evangelium finden. Kann unsere Hand uns verführen? – Das ist möglich. Jedes Ding, jeder Gegenstand, jede Kraft oder jeder Körper, die wir besitzen, kann uns verführen, doch diese Verführung kann ein Ärgernis oder Unglück für unser Leben hervorbringen. Vor mehr als 40 Jahren hatte der Sohn eines bulgarischen Priesters irgendwo in der Region um Varna, im Dorf Nikolaevka, dem ehemaligen Hadardscha, einen Revolver wie diejenigen, die die Offiziere tragen. Eines Abends nahm er den Revolver und steckte große Kugeln hinein. Dann nahm er sie in der Nacht aus der Trommel heraus und tauschte sie gegen Schrotkugeln aus. Am Morgen schüttelte er auch diese aus und steckte den Revolver in seinen Gurt. Später ging er zum Dorfplatz und begann mit den Jugendlichen einen Streit. Um ihnen Angst einzujagen, nahm er den Revolver heraus und richtete ihn auf sie. Er drückte ab, aber der Revolver versagte. Dann schaute er in den Lauf und pustete hinein und diesmal löste sich ein Schuss. Was passierte? – Seine Augen quollen hervor wie beim Frosch, sein Gesicht wurde wie bei einem Kanibalen entstellt. Dieser junge Mann ist nicht gestorben, er wurde wieder gesund, doch er erinnerte sich zeit seines Lebens an die Verführung durch seinen Revolver. Folglich besitzt jeder Mensch, dessen Hand ihn verführt, einen Revolver. Die Hand ist ein Ausdruck des Vernünftigen im Menschen. Nur die vernünftigen Menschen haben eine Hand. Nur die vernünftigen Menschen besitzen Feuerwaffen. Nur sie dürfen Feuerwaffen tragen. Die Götter besitzen auch Feuerwaffen. Da der Mensch durch die großen Welten geht, als groß gilt, möchte er es auch mit den Göttern aufnehmen. Deshalb trägt er auch Waffen. Ihr solltet ein Kulturland besuchen und an der Stelle eines jenen Riesen oder Furchtlosen sein, die sich vor nichts fürchten und über alles stehen und sehen, wie ihr euch fühlen würdet. Wenn ihr den Bulgaren fragt, wie er sei, wird er euch sagen, dass er zu den Furchtlosen gehört, die keine Waffe fürchten. Doch wenn die Kanonenkugeln um ihn herum zu fallen beginnen, wird deutlich werden, ob er zu den Furchtlosen gehört. Derjenige, der sich in der Nähe der Kanonenkugeln befindet, hat ein Problem! Ich frage: Worin besteht die Schönheit des menschlichen Lebens? In der Zerstörung oder in der Schöpfung? In der Lüge oder in der Wahrheit? In der Weisheit oder in der Dummheit? In der Gerechtigkeit oder in der Ungerechtigkeit?
Die heutigen Menschen sagen: Die Natur selbst hat die Dinge so eingerichtet. Das mag stimmen, aber wenn wir über alles, was in der Welt geschieht, sagen, dass es die Natur eingerichtet hat, dann muss ich diese Natur bedauern.Wenn die Natur alles eingerichtet hat, was in der Welt geschieht, dann wollen die Menschen zu Recht sie unter ihre Kontrolle bringen; Dann ist ihre Vorstellung, dass sie die Natur beherrschen können, eine richtige. Das ist nämlich keine Natur, sondern das ist Willkür, Anarchie, Chaos. Unter ‚Chaos‘ versteht man etwas Unorganisiertes. Und alle gegenwärtigen philosophischen Systeme fangen mit dem Chaos an. Sie wollen beweisen, dass einst im Raum Chaos, Unordnung existiert hat und aus dieser Unordnung die Ordnung hervorgegangen ist.
Die Türken sagen: „Komm, mein Sohn, lass mich sehen, was du denkst, was deine Vorstellung vom Leben ist“. Das bedeutet, dass aus der großen Unordnung des Eies das Huhn entstanden ist. Es gibt keine Philosophie in dieser Sache. Das Huhn ist aus der Ordnung des Eies herausgekommen. In dieser sichtbaren, größten Unordnung, oder Chaos, wie es genannt wird, sitzt die größte Ordnung. Aus dieser Unordnung im Raum, so die Wissenschaftler, begann sich die Materie zusammenzusetzen. Nein, diese Materie hat sich überhaupt nicht zusammengesetzt, sie konnte sich von nirgendwoher zusammensetzen, sie wurde zusammengesetzt. Wir müssen eine etwas andere Vorstellung vom Aufbau der gegenwärtigen Welt und von der Materie haben. Wir haben eine ganz andere Vorstellung von der Materie und deren Aufbau, von den Elementen und von der gesamten Natur im Allgemeinen. Unsere Vorstellungen unterscheiden sich von denjenigen der gegenwärtigen gelehrten Menschen. Vorläufig werden die gegenwärtigen Menschen mit den Elementen arbeiten, die sie haben und kennen. – Warum? – Denn nach dem heutigen Verständnis sind zum Beispiel die heutigen Theorien in der Chemie ein Anzug, mit dem die Elemente bekleidet sind. Sie können mit einem blauen, schwarzen oder grauen Anzug gekleidet sein, so wie die Menschen selbst gekleidet sein können. Dieser Petko oder dieser Dragan, egal welchen Anzug man ihm anzieht, ob blau, schwarz oder grau, er wird derselbe bleiben. Das ist aber nicht das Wesentliche an der Sache. Manche Leute sagen: Kennst du die neueste Theorie? Welche die neueste Theorie der Wissenschaft ist, weiß ich nicht, aber ich weiß, was die neueste Mode ist. Ich weiß, dass die Leute Fracks tragen, die hinten geschlitzt sind; Ich weiß, was die neueste Mode der Frauenhüte ist: Wenn die Frauen sie aufsetzen, verdecken sie perfekt ihre Stirn; Ich weiß, dass nach der neuesten Mode die Schuhe vorne so spitz sein müssen, dass sie wie Ochsenhörner aussehen. Ich kenne auch die neueste Mode von was? – Von den Ketten, die man heutzutage trägt. In der türkischen Zeit trugen die Menschen Ketten, die so groß und dick waren, dass sich ein Mensch daran aufhängen konnte, aber heutzutage sind sie so dünn und zart, dass sich kaum eine Spinne daran aufhängen kann. Man sagt: Die Ketten sind fein, weil es eine Kultur in den Menschen gibt.
„Wenn deine Hand dich verführt“. Wenn dein unvernünftiges Leben dich verführt und dir ein entstelltes Verständnis, eine verzerrte Theorie gibt, durch die dein Verstand, dein Herz und dein Wille in die Irre geführt werden, dann wirf diese Theorie weg – du brauchst sie nicht. Wenn du in deinem Leben ein Maß hast, mit dem du, wenn du misst, dein Haus nicht messen kannst, und wenn du einen Handwerker bestellst und er mit deinem Maß misst und ein halber Meter bis zu den Dachsparren übrig bleibt, warum behältst du dieses Maß, damit es dir Ärger macht?
„Wenn deine Hand dich verführt, so hau sie ab.“ Jedes Ding, das uns verführt, muss abgelehnt werden. Der Vernünftige darf sich von nichts verführen lassen. Derjenige, der sich verführen lässt, ist ein eigensinniges Kind; Er ist für mich unkultiviert, ungebildet, ungezogen: Er ist der Mensch, in dem keinerlei Liebe ist; Er ist der Mensch, in dem keinerlei Glauben ist; Er ist der Mensch, in dem keinerlei Hoffnung ist. Er ist der Mensch, der sich von allem verführen lässt.
Jede Versuchung muss also entfernt werden. Woher muss sie entfernt werden? – Aus unserem Verstand. Um stark zu sein, sollte man nicht in Versuchung geraten. Solange sich der Mensch in der Welt verführen lässt, ist er schwach, kann er nicht wachsen und sich entwickeln. Jede Verführung ist ein großes Hindernis für die richtige Entwicklung des menschlichen Verstandes und des menschlichen Herzens. Wir sehen, dass unter allen gegenwärtigen Gelehrten ein Aufruhr herrscht. Einige beweisen eine Sache, andere eine zweite. Und diese Leute fragen sich schließlich, wie das möglich ist: Zwar beobachten sie alle die Dinge unter dem Mikroskop, aber manche sehen eine Sache und beweisen sie auf eine Weise, andere sehen andere Sachen und beweisen sie auf eine andere Weise.
Nun hat die moderne wissenschaftliche Welt die Menschen in zwei Lager eingeteilt. Das eine sagt, dass es in der Natur eine Vernunft gibt, das andere sagt, dass es in der Natur keine Vernunft gibt. Letztere Wissenschaftler sagen, dass die einzigen vernünftigen Wesen auf der Welt wir Menschen sind, die wir unsere Theorien entwickeln. Demnach wird jeder, der nach diesen wissenschaftlichen Theorien lebt, аuf den grünen Zweig kommen. Gut, seit Tausenden von Jahren leben die Menschen nach den Theorien ihrer Gelehrten, sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Ägypter nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Assyrer nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Indianer nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Haben die Griechen und die Römer nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten gelebt? Sind sie auf den grünen Zweig gekommen? Leben die modernen gebildeten Menschen in der Welt heute nicht nach den Theorien ihrer Gelehrten? Solange es Theorien und Hypothesen gibt und die Menschen sich von ihnen leiten lassen, wird die Welt nicht auf den grünen Zweig kommen. Und jeder Mensch, dessen Leben voller Hypothesen und Theorien ist, ist ein hohler Flaschenkürbis. Verzeiht mir den starken Satz, aber wenn ich „ein leerer Flaschenkürbis“ gesagt hätte, hätte ich meinen Gedanken noch besser ausgedrückt. Ich denke, ihr seid so edel, dass ihr euch durch diesen starken Ausdruck nicht beleidigt fühlen werden; Er trifft nicht auf euch zu. Er gilt nur für diejenigen, die den Kopf voller Theorien und Hypothesen haben. Ich gehe davon aus, dass eure Köpfe nicht voller Theorien und Hypothesen sind. Daher trifft das nicht auf euch zu; Ihr braucht nicht beleidigt zu sein.
Ich möchte die Tatsache erklären, warum die Menschen leiden. In der heutigen Welt liegt das ganze Elend immer in diesen Theorien und Hypothesen. Auch im Glaubensbekenntnis der Menschen gibt es Hypothesen – die Hypothese von Gott, die Hypothese vom Geist Gottes, die Hypothesen vom menschlichen Verstand, vom menschlichen Herzen, von der menschlichen Seele, die Hypothese vom menschlichen Blut und vom Menschen selbst. Dies alles sind Hypothesen. Nun, wo ist dieser Mensch, sagt es mir! Ihr werdet sagen: Das ist der, den wir sehen, der zu uns spricht, er ist der wahre Mensch. Also gut, morgen schmilzt er wie Eis. Sagt mir, wo finde ich ihn, den echten Menschen? Wir glauben an die Menschen, aber wann? Solange die Menschen nicht existieren, glauben wir an sie, aber wenn die Menschen zu existieren beginnen, glauben wir nicht mehr an sie. Wenn das Wasser gefriert, sagen wir, dass man darauf gehen kann, wir glauben daran. Aber morgen, wenn das Eis schmilzt, sagen wir, es ist weg. Nein, das Wasser selbst ist in Eis übergegangen, es ist von einem Zustand in einen anderen übergegangen – mehr nicht. Der flüssige Zustand ist der natürliche Zustand des Wassers und das Eis ist ein hypothetischer Zustand des Wassers. Wann ist das Eis auf der Welt entstanden? – Als die Erde ihren natürlichen Zustand der Wärme an den Polen verloren hat. Folglich hat sich das Eis wegen des Mangels an Wärme an den Polen gebildet. Eines Tages, wenn die Erde diese natürliche Wärme gewinnt, wird das Eis verschwinden und keine Spur davon übrig bleiben. Ich frage euch: Wo werdet ihr dann nach diesem Eis suchen? Wasser ist für mich das Symbol des Lebens, denn das Leben ist im gleichen Zustand wie das Wasser. Das Wort вода ‘Wasser’ ist nicht bulgarisch. Es kann nicht übersetzt werden. Woher kommt das Wort вода? Kommt es von вадя ‚herausziehen‘? Nein, es ist eines der äußerst bedeutungsvollen Wörter, die nicht ins Bulgarische übersetzt werden können. Es gibt keine solche Übersetzung ins Bulgarische.
Aber lassen wir jetzt die Herkunft des Wortes, andernfalls werden wir zu Hypothesen kommen und die sind gefährlich. Daher darf das vernünftige Leben keine Hypothese, keine Theorie zulassen. Wenn ich sage, dass das vernünftige Leben keine Hypothesen und Theorien zulassen darf, meine ich damit nicht, dass es sie absolut nicht geben darf. Nein, lasst das Leben an Theorien und Hypothesen denken, aber nur als eine Skizze, die nicht so wichtig ist. Jede Theorie und Hypothese kann zu einer gewissen Wahrheit führen, aber das ist nur eine Vorbereitung. Über die neuesten Theorien und Hypothesen über das Leben kann man streiten. Was die neueste Theorie und Hypothese über den Ursprung des Menschen ist, darüber, wie er entstanden ist – hier wollen uns die Wissenschaftler überzeugen, dass der Mensch aus einer sehr kleinen Zelle entstanden ist. Dann hört zu – ich beweise euch, dass alle Sonnen im Universum aus einem einzigen mikroskopischen Atom entstanden sind. Werdet ihr mir glauben? Wie kommt es, dass diese Urzelle sich in den Kopf gesetzt hat, den Menschen zu bauen? Man sagt: Nun, es ist ein Zufall, eine Kombination von Dingen. – Nein, das sind Hypothesen und Kombinationen dieses gelehrten Mannes. Andere Wissenschaftler werden kommen, um uns die Vernünftigkeit der Natur zu beweisen. Wie werden sie es beweisen? Sie beweisen dies durch eine Reihe von Hypothesen und Theorien. Wir sollten aufhören, uns mit dem Beweisen der Dinge zu beschäftigen. Wir betreten hier ein neues Feld. Bis jetzt habt ihr die Kunst des Beweisens studiert und beherrscht es bereits. Jede Frau kann ihrem Mann beweisen, dass das Fleisch, das er gekauft hat, nicht gut ist. – Wie? – Indem sie es für ihn kocht, ohne es zu hacken. Er fängt an, darauf herumzukauen, kann es aber nicht. Sie sagt zu ihm: Habe ich dir nicht gesagt, dass dieses Fleisch nicht gut ist? Und dieses Fleisch könnte tatsächlich von einem 15 Jahre alten Ochsen oder von einem alten Schwein stammen. Sie sagt zu ihrem Mann: Habe ich dir nicht gesagt, dass du zarteres Fleisch hättest kaufen sollen? Der Mann sagt: Nun, als ich beim Metzger war, hat er mir nach seinen Theorien bewiesen, dass dieser Ochse jung war. Und ich habe meine eigenen Theorien. Ja, aber wenn du ihn jetzt isst, beweist du, dass dieser Ochse alt ist. Wie kann man das beweisen? Altes Fleisch ist schwer zu kauen, und junges Fleisch ist leicht zu kauen. Was habt ihr damit überhaupt bewiesen? Und jetzt sage ich: Hör zu, kaue eine zarte Birne! Sie ist immer jung, sie wird nie alt. Birnen haben die Eigenschaft, dass sie nie alt werden, sie sind immer jung, immer sechs Monate alt. Ich spreche nicht vom Birnbaum, sondern von der Birne selbst, ihrer Frucht, die immer nur 5-6-7 Monate alt ist, sie kann nicht länger am Baum bleiben. Die Birne ist also immer jung, sie kann nicht älter als ein Jahr sein. Beim Obst könnt ihr immer sicher sein, dass es nicht älter als ein Jahr ist. Und wenn wir sagen, dass sie frisch sind, bedeutet das, dass sie erst 1-2-3 Monate alt sind.
Wenn diese bisher existierenden Theorien und Hypothesen in unser vernünftiges Leben eintreten, wird es ein altes Leben sein – ein Leben der zerstörten Formen. Ich habe zum Beispiel oft die Frage des Privateigentums angesprochen, aber es ist interessant, wie einige meiner Schüler das verstanden haben. Einer meiner Schüler geht zum Beispiel zu einem Bruder, der einen Sack Walnüsse hat und beginnt, sich selbst davon zu bedienen. Er isst sich an den Walnüssen satt und sagt: Kein Privateigentum mehr! Wenn es kein Privateigentum gibt und du von diesem Sack isst, dann müssen alle anderen auch davon essen. Das ist es also, was Privateigentum ausmacht! Indem er das Privateigentum anderer ausschließt, wird dieser Schüler selbst zum Privateigentümer. Indem er vom Sack Besitz ergreift, erkennt er das Privateigentum für sich selbst an, nicht aber für andere. Mit der Nichtanerkennung von Privateigentum meine ich, etwas für sich selbst zu haben, um es anderen zum Essen zu geben. Man muss eine Idee haben, wenn man das Privateigentum von sich weist. Wenn er privilegiert ist und dieses Privileg für andere nicht anerkennt, ist das keine richtige Philosophie mehr. Wenn wir auf diese Weise handeln und denken, werden wir die Güter, die Gott uns in dieser Welt gegeben hat, falsch verteilen. Dann wird jemand sagen: Nun, wie sollen wir nach dieser Lehre leben? – Wir alle müssen weise leben, wie es diese großen Gesetze, nach denen das Leben geordnet ist, verlangen. In dieser Welt hat Gott alles für uns geplant. Die wesentlichen Dinge des Lebens sind durchdacht. Was der Verstand braucht, ist durchdacht, was das Herz braucht, ist durchdacht, was der Körper braucht, ist alles durchdacht. Deshalb muss der Mensch das finden, was für ihn gedacht ist. Er wird sein Leben so weise einsetzen wie der Vater jenes jungen Mannes und jenes jungen Mädchens, wenn er für sie neue Kleider bei einem angesehenen Schneider bestellt. Er wird seiner Tochter einen Zettel geben und ihr sagen: Du wirst zu dieser Schneiderin gehen, um die Kleider zu bekommen, die ich für dich bestellt habe. Dann wird er zu seinem Sohn sagen: Du wirst zu jenem Schneider gehen, um die Kleider zu holen, die ich für dich bestellt habe. Dies ist ein gut erzogener Vater. Warum ließ er die Schneiderin und die Näherin die Kleider nicht zu seinem Sohn und seiner Tochter ins Haus bringen? – Denn wenn der Schneider und die Näherin die Kleidung selbst bringen würden, müssten sie nicht nur für ihre Arbeit bezahlt werden, sondern auch für die Arbeit, die sie beim Bringen der Kleidung leisten. Er sagt: Ich habe kein Geld übrig, also geht und holt es euch selbst. Der Sohn und die Tochter werden sagen: Wie geizig unser Vater ist! – Wenn dein Vater ein Geizhals ist, bist du ein Geizhals; wenn dein Vater ein Narr ist, bist du ein Narr. Jemand sagt: Mein Vater ist so und so. Und, bist du aus ihm herausgekommen? Und nun sagt jemand: Die Welt ist sehr töricht eingerichtet. Wenn die Welt dumm eingerichtet ist, bist du auch ein erstklassiger Dummkopf. Wenn die Natur dumm ist, dann bist du auch dumm, dann traue ich dir nichts. – Die Welt ist unsinnig, sagt jemand. – Wenn die Welt unsinnig ist, bist du doppelt so unsinnig. Das ist unsere Art nachzudenken. – Nein, ich bin Wissenschaftler. – Also gut, zeige deine Gelehrsamkeit! Was hast du der Welt gezeigt? Du hast einen Aufsatz über einen Käfer, eine Mikrobe geschrieben. Was zeigt die Mikrobe? Können Menschen so geimpft werden, dass sie nie sterben? Heutzutage werden Kinder bis zu einem bestimmten Alter geimpft, aber sie sterben trotzdem. Die Wissenschaftler wollen uns erzählen, dass sie ein Serum gefunden haben, das, wenn es in das Blut eines Kindes injiziert wird, das Kind immun macht, das Kind passt sich an die Krankheit an und erkrankt nicht an ihr. Dennoch sehen wir, wie Kinder an genau der Krankheit sterben, gegen die ein solches Serum erfunden wurde. Und jetzt gilt jeder, der sein Kind nicht impfen lässt, als jemand, der außerhalb der Wissenschaft ist, der rückständig ist. Ja, aber das ist keine Wissenschaft! Ich wünsche mir, dass ein Kind nach der Verabreichung einer Injektion, nach der Impfung, noch etwa 500 Jahre leben kann. Und nun stirbt dieses Kind 5 Jahre, nachdem es eine Injektion erhalten hat. Das ist keine Wissenschaft, das sind Hypothesen über die Heilung, das sind Theorien über die Heilung.
„Wenn aber deine Hand dich verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir.“ Und dann kommen einige Leute und fragen mich: Muss ich behandelt werden? Ich sage: Nein, du musst nicht behandelt werden. – Und was soll ich tun? – Man muss weise leben, nach den Gesetzen Gottes. Du wirdt nach den Gesetzen Gottes leben. Wenn du deinen Geist läutern kannst, wenn du diesen soliden Gedanken in dich hineinbringen kannst, zu denken, dass die göttliche Welt vernünftig ist, dass die göttliche Welt rein ist, dass es außerhalb der gegenwärtigen manifestierten Welt viele vernünftige Wesen gibt, die dir sehr nahe sind, dann wirst du nach den Gesetzen Gottes leben. Diese höheren intelligenten Wesen können sich uns jederzeit offenbaren.
Um meinen Gedanken zu verdeutlichen, möchte ich ein Beispiel anführen. Der berühmte Meister Indiens, Krishna, der heute fast zu einer Gottheit geworden ist, der auch zur Dreifaltigkeit der indischen Theologie und Philosophie gehört und in Fleisch und Blut auf der Erde lebte, hatte einen geliebten Schüler. Eines Tages sagte dieser zu seinem Meister: Meister, ich sehe dich als einen gewöhnlichen Menschen, aber bitte zeige mir deine Herrlichkeit, dass ich dich so sehe, wie du bist. Krishna offenbarte sich ihm und er sah, dass der ganze Raum des Universums, vom Thron Gottes bis zur Erde, alles von der Herrlichkeit und Größe Krishnas erfüllt war. Als der Schüler zu seinem Meister kam, sagte er: Ich danke dir, dass du mir den Sinn des Lebens erklärt hast. Krishna antwortete ihm: Du wirst dich daran erinnern, dass ich das, was ich dir offenbart habe, weder deinem Verstand noch deinem Herzen offenbart habe, sondern dem edlen Gefühl, das in deiner Seele flatterte. Nun sagen einige Schüler mit ihrer Gelehrsamkeit: Möge der Meister sich uns offenbaren, damit wir ihn erkennen können. – Nein, niemals!
Es gibt etwas Höheres in der Welt als Wissen. Die griechischen Philosophen pflegten zu sagen: Die Welt zu erkennen, das ist der Sinn des Lebens. Nein, es gibt etwas Höheres in der Welt als Wissen, nämlich zu lieben. In der Erkenntnis gibt es eine gewisse Angst. Du möchtest jemanden wieder erkennen, ob er es ist oder nicht, aber es gibt einen Zweifel, ein Zögern in dir. Beim Erkennen will man zuerst jemanden erkennen und dann sich manifestieren. Die Liebe schließt jede Theorie und Hypothese aus. Es gibt keine Angst in ihr. Ich will damit nicht sagen, dass man alle Theorien und Hypothesen ausschließen sollte, aber ich spreche vom Wesen des Lebens. Im gegenwärtigen Leben, unter den gegenwärtigen Bedingungen, im gegenwärtigen Wissen müsst ihr Theorien und Hypothesen haben, aber ich sage: Wenn ihr den inneren Sinn des Lebens erreichen wollt, wenn ihr euch von den Beschränkungen des Lebens, von der inneren Unterdrückung, die jetzt in der Welt existiert, befreien wollt, müsst ihr lieben. – Wen? – Gott müssen wir lieben, da Er Liebe ist, die sich uns manifestiert. Folglich müssen wir Träger dieser Liebe sein, wir müssen die Liebe Gottes in der Welt manifestieren. In dieser Liebe kann es keine Theorie, keine Hypothese geben. Sobald wir dazu kommen, werden wir mit unserer Sprache sehr vorsichtig sein. Wisst ihr, was eine sorgfältige Sprache ist? Wisst ihr, was ein edler Umgang mit Menschen ist? Jemand sagt: Nun, lasst uns edel miteinander umgehen. Für mich ist ein Menschen mit edlen Manieren derjenige, der sich anderen gegenüber so verhält, wie er sich selbst gegenüber verhalten würde. Er soll so rücksichtsvoll sein, dass er, wenn er sich in eine bestimmte Lage begibt, andere so ehrt, wie er sich selbst ehrt. Ein solcher Mensch wird nicht von irgendwelchen Hypothesen und Theorien sprechen, er wird nicht zu dir sagen: „Freund, ich liebe dich sehr, ich habe eine besondere Einstellung, ich habe eine hohe Vorstellung von dir, ich bin bereit, mich ganz für dich zu opfern, ich kenne deine Mutter und deinen Vater, sie waren edle, wohlerzogene Menschen usw. Ein solcher Mensch wird diese Theorien und Hypothesen nicht entwickeln. Nein, mein Freund, meine Freundschaft beruht nicht darauf, dass ich deine Mutter und deinen Vater kenne. Diese Liebe, die ich entgegenbringe, trage ich seit Jahrhunderten in mir. Diese Liebe gab es schon vor dieser oder jener Welt.
Bevor es diese Welt gab, war ich – nichts weiter. Ihr werdet sagen: Es handelt sich um Theorien und Hypothesen. – Für euch mag das so sein, für mich ist es nicht so. Und ich habe euch nichts zu beweisen. Nun werdet ihr sagen: Wisst ihr, was der Meister sagt? Der Meister sagt, dass ich irgendwo existiere und dass ich existierte, bevor diese Welt existierte. – Nein, du musst diese Existenz in dir selbst spüren, du musst sie selbst erleben. Wenn du sagst, dass du schon vor dieser Welt existiert hast, musst du allen Menschen gegenüber das gleiche Maß haben. Ihr müsst allen Wesen gegenüber die gleiche Einstellung haben, vom größten bis zum kleinsten Wesen. Du darfst keinen Unterschied zwischen allen Wesen machen. Du solltest die gleiche Einstellung zu Käfern, Menschen und Engeln haben. Nun werdet ihr aber sagen, dass es sich um Hypothesen handelt. Nein, in der Welt der Engel denkt einer der kleinsten Finger eines Engels genauso viel wie einer unserer Philosophen.
Was werdet ihr darüber hinaus sagen? Ihr werdet sagen, das sei eine Hypothese. Ja, es ist eine Hypothese, es ist eine Theorie. Mehr denken! Wenn der Kopf denken kann, kann auch der Finger denken. Wenn der Kopf denken kann, kann auch die Wirbelsäule denken und der ganze Körper kann auch denken. Das Unglücklichsein in uns hängt nun damit zusammen, dass lediglich der Kopf denkt und der Rest des Körpers nur fühlt. So entsteht die ganze Disharmonie in der Welt. Deshalb müssen wir zu der ursprünglichen Lage zurückkehren, in der wir uns befanden. Wir haben etwas von uns selbst verloren und wir wissen, dass eine Sache, die eine Eigenschaft verliert, weich wird. Wenn ein Mensch sein organisches Eisen verliert, wird er weich.
Dieses Phänomen ist bei allen Menschen zu beobachten. Die Blutarmut der Menschen ist darauf zurückzuführen, dass sie wenig organisches Eisen enthalten. Aber auch der umgekehrte Prozess ist wahr. Die Anhäufung einer großen Menge an organischem Eisen im menschlichen Blut birgt größere Gefahren. Sowohl viel als auch wenig ist gefährlich. Es sollte so viel Eisen im Blut sein, wie wir brauchen. Ich frage also: Als die große Natur den Menschen schuf, was hatte sie nach unseren heutigen Vorstellungen im Sinn? – Sie wollte ihm beibringen, sich von nichts verführen zu lassen. Sie wollte ihn lehren, an ihre großen Gesetze zu glauben und so zu leben, wie sie es will.
Und alle Leiden in der Welt, diejenigen von vor Tausenden von Jahren wie die heutigen, sind nichts als die Korrektur aller von Menschen aufgestellten Hypothesen und Theorien. Der Mensch im Paradies schuf eine Hypothese und Theorie, außerhalb des Paradieses schuf er eine andere Theorie und Hypothese. Die Menschen zur Zeit der Propheten hatten auch Hypothesen und Theorien; Zur Zeit Christi hatten sie Hypothesen und Theorien; In unserer Zeit haben sie Hypothesen und Theorien; In der Zukunft werden sie auch wieder Hypothesen und Theorien haben. Und schließlich sagen die Menschen: Diese Welt wird nie in Ordnung sein! Sie haben Recht, ich stimme ihnen zu, aber ich frage: Welche Welt wird niemals in Ordnung gebracht werden? Die heutige Welt, die sich auf Hypothesen und Theorien, wird niemals in Ordnung gebracht werden. Ein Fass, das aus morschen Brettern und verrotteten Reifen besteht, lässt sich nie reparieren. Von einem Baum, der von großen Würmern zerfressen wurde, heißt es: Aus diesem Baum lässt sich nichts mehr herstellen. Ihr habt Recht. Diese Würmer werden den Baum vernichten. Diese Würmer sind die in ihm enthaltenen Hypothesen und Theorien. Manche sagen: Man muss zweifeln, um ein Wissenschaftler zu werden. Und dann stellt jeder die Frage: Werde ich leben oder werde ich sterben? Ihr antwortet: Du wirst sterben. Wenn dies der Fall ist, entsteht im Menschen eine andere Versuchung, eine andere Moral. Er sagt: Wenn ich schon sterben muss, dann will ich wenigstens frei leben, essen und trinken. Warum sollte ich morgens früh aufstehen und in die Wildnis arbeiten gehen. Wenn es keine andere Welt, kein zukünftiges Leben gibt? Ich will mich wenigstens sattessen und satttrinken! So schuf der Mensch andere Theorien und Hypothesen. Er sagt: Es gibt keinen Gott in der Welt. Gut, aber bei dieser Lösung des Problems entsteht ein anderer Widerspruch. Dieser entsteht auf der Grundlage der Theorie, dass es kein anderes Leben gibt und deshalb jeder gut leben möchte, aber damit entsteht ein großer Mangel – es mangelt an diesem und jenem.
Aber dann taucht eine andere Theorie auf, dass es ein zukünftiges Leben gibt. Diese Theorie zielt darauf ab, das Denken der Menschen auf Gott auszurichten, so dass durch ein bescheideneres Leben etwas mehr für diejenigen übrig bleibt, die im Leben gesegnet werden wollen. Aber ich sage: Wenn ein Glaube auf Hypothesen und Theorien beruht, ist es kein Glaube. Und wenn ein Unglaube auf Hypothesen und Theorien beruht, so stimmt er auch nicht. Der Ungläubige soll ungläubig sein, aber sein Unglaube soll sich nicht auf Theorien und Hypothesen stützen! Der Mensch soll ein Leben haben, aber eines, das nicht auf Theorien und Hypothesen beruht! Es soll Gläubige geben, aber solche, deren Leben, deren Glaube sich nicht auf Theorien und Hypothesen stützt!
Christus sagt: „Wenn deine Hand dich verführt, so haue sie ab und wirf sie von dir.“ Wir müssen uns also von all den falschen Theorien, die wir über das Leben haben, befreien und nur das Lichte, das Göttliche, in das Leben bringen, das uns erheben kann. Ich werde jetzt innehalten und erklären, woher die Realität der Dinge kommt. Stellt euch vor, ihr habt einen Orangenbaum in einen schönen, modern gestalteten Kübel gepflanzt. Dieser Orangenbaum wächst gut und trägt gute Früchte. Ich gehe oft zu diesem Baum, betaste den Kübel, gehe um ihn herum. Stellt euch vor, dieser Kübel hat ein gewisses Bewusstsein, eine gewisse Sensibilität. Was würde er von sich denken, wenn er sieht, dass ich oft um ihn herumgehe und mich um den Baum in ihm kümmere? Er würde denken, dass er ein gewisses Privileg mir gegenüber genießt und dass der ganze Respekt, den ich dem Baum zolle, ihm gebührt. Er wird denken, wenn ich ihn betaste und mich um ihn kümmere, dann mache ich das deshalb, weil er einen besonderen Ehrenplatz einnimmt, und er wird nicht einmal ahnen, dass diese Aufmerksamkeit auf die Orange zurückzuführen ist, die in ihm steckt. Er wird sich sagen: Wenn ich nicht klug und prominent wäre, würde ich nicht an diesem Ehrenplatz stehen. Es gibt etwas in mir, was der Grund ist, warum mich mein Meister stehen hat.
Die zweite Situation ist die Täuschung, in die der Baum fallen kann. Wenn er sieht, dass ich um ihn herumgehe, sagt er zu sich selbst: Dieser Herr hält diesen Kübel nur mir zuliebe. – Nein, ich habe diese Ehrfurcht vor der Orange, vor der Frucht, die später erscheinen wird. Der Baum, der ein Bewusstsein hat, ist der Meinung, dass ihm dieses Privileg zusteht und dass der Kübel weggeworfen wird, wenn er nicht da wäre. Der Baum hat recht, aber wenn diese Orange keine Früchte tragen würde, würde ich sie auch wegwerfen, genauso wie ich den Kübel selbst wegwerfen würde. Es geht also nur um die Früchte. Morgen wird diese Frucht reifen und es gibt ein Bewusstsein in ihr, das sagen wird: Wenn ich nicht auf diesem Baum wäre, hätten dieser Kübel und dieser Baum für sich genommen keine Bedeutung, sie würden weggeworfen. Die Frucht hat Recht. Das ist die dritte Situation, die im vorliegenden Fall auftreten kann. Die Frucht sagt also: Ich bin. Ja, aber wenn diese Frucht fade schmeckt, wenn sie nicht zum Leben taugt, dann sage ich: Weder den Kübel, noch den Baum oder die Frucht behalte ich – alles raus! Was ist dann? – Ein neuer Kübel, ein neuer Orangenbaum, neue Früchte! Ich möchte eine schmackhafte Frucht, die die notwendigen Säfte für das Leben liefert. Also sieht uns die unsichtbare Welt auch so real an. In gleicher Weise nimmt jeder Mensch diese drei Positionen in sich selbst ein. Und Christus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt. Für wen ist diese Frucht? Es gibt jemanden, der diese Frucht braucht. Diese Frucht wird nicht für uns sein. Diese Frucht ist für die höheren, fortgeschritteneren Wesen als wir und dank ihr sorgen sie dafür, dass wir uns richtig entwickeln und vernünftig in dieser Welt leben können. Ihr werdet sagen: Ich habe Gott bis jetzt noch nicht gesehen. Ich habe einen Engel gesehen, doch Gott habe ich noch nie gesehen. Du hast sowohl Gott als auch einen Engel gesehen, aber du warst blind – mehr nicht. Du willst Gott in einer kleinen Form begreifen. Nein, ich sage, dass Gott sich im Vernünftigen in der Welt manifestiert. Es wird die Zeit kommen, wenn alle Menschen auf der Welt die Manifestation Gottes sehen werden. Es gibt bestimmte helle, intelligente Strahlen, die von der Sonne ausgehen. Wir können ein Experiment mit ihnen machen. In einem bestimmten Fall können diese Strahlen zunehmen oder abnehmen. Wenn wir dieses Experiment machen, werdet ihr sehen, dass es eine gewisse intelligente Verbindung zwischen diesen Sonnenstrahlen und uns gibt. Jeder von euch kann diesen Versuch unternehmen, aber das ist eine große und tiefgründige Wissenschaft, die hauptsächlich demjenigen gelingt, der einen geläuterten Verstand und ein geläutertes Herz hat. Dieser Mensch muss in der Tat den Verstand eines Wissenschaftlers haben. Ich lobe die modernen Gelehrten in einer Hinsicht, nämlich für ihre große Geduld. Dies ist eine lobenswerte Eigenschaft von ihnen. Ein Wissenschaftler studiert 20-30 Jahre lang einen kleinen Käfer. Und wir, die modernen religiösen Menschen, die sich mit der größten Frage befassen, sagen: „Dieses Werk wird nicht sein“ und geben diese Frage auf: Gebt uns etwas Neues! Was ist das Neue? – Das Neue, das du meinst, finde ich nur in der Monotonie, durch die unser Leben ständig korrumpiert wird.
Das vernünftige Leben erfordert also positive Erkenntnisse und positive Gefühle. In den positiven Gefühlen liegt keine Qual. Ich trage zum Beispiel etwas vor und jemand fragt: Was willst du mir sagen, ich verstehe dich nicht! – Du bist krank, ich gebe dir ein Heilmittel. Du fragst mich: Was willst du mir mit dieser Flasche sagen? Ich sage: Du bist krank, du suchst seit drei Monaten nach einem Arzt, hier ist dieses Fläschchen, nimm drei Löffel am Tag davon. Das ist es, was meine Flasche dir sagen will. – Aber geht das? – Probiere es aus! Ich kann dir sagen, wie diese Medizin entstanden ist, wie sie wirkt; Ich kann dir eine Reihe von medizinischen Theorien und Hypothesen aufstellen, aber ich sage dir: Nimm drei Löffel pro Tag davon, nicht mehr und nicht weniger. Probiere es aus und du wirst das Ergebnis sehen! Du nimmst etwas von dieser Medizin, wirst geheilt und dann sagst du: So ist es geschehen, so hat es die Natur angeordnet, es ist ein Zufall geschehen. – Nun, um sich einer Tatsache zu vergewissern, müssen wir einen Versuch, zwei, drei, 99 Versuche machen und dann darüber sprechen, ob sie wahr ist oder nicht. Folglich muss jeder Mensch so lange experimentieren, bis er von der Wahrheit einer bestimmten Situation überzeugt ist. Und das Gesetz, das er aus diesen Versuchen zieht, sollte er als eine heilige Regel in sein Leben aufnehmen und nicht mehr zögern. Wenn wir zu solchen Ergebnissen kommen, müssen wir uns nicht mehr überzeugen, müssen wir nicht mehr zögern, sondern wir werden zuhören und verstehen, so wie bei der Musik. Die Musik ist eine Kunst, eine gute Methode, die uns zeigt, wie wir arbeiten sollten.
Sobald jener große Musiker kommt und spielt, sind alle nachdenklich, hören zu und ziehen einen Nutzen von der Musik. In der Zukunft, wenn wir lernen, gut zu sprechen, wird unsere Rede so musikalisch sein, dass wir beim Sprechen Freude empfinden werden. Diese Rede wird Leben und Gesundheit in uns hineinbringen und wir werden alle im Göttlichen ermutigt werden. Zuallererst muss der Verstand des Menschen geöffnet und sein Herz erweitert werden. In dieser Phase, in der ihr euch befindet, wird jeder, der zu euch predigt, jeder, der zu euch spricht, immer einen wunden Punkt treffen. Egal, wie man spricht, egal, wie klug man ist, man wird trotzdem jemanden in seinem Glauben verletzen. Wir müssen uns all die Überzeugungen vergeben lassen, die uns bisher nicht gut getan haben und einen unerschütterlichen Glauben gewinnen – den Glauben an einen Gott, an einen Herrn, der das ewige Gute in uns bringen kann, das unserem Leben einen Sinn gibt. Ich denke, dass alle Gläubigen in der ganzen Welt genau dieses Glaubensbekenntnis erheben sollten – den Glauben an jenen absoluten, großen Herrn, welcher der Gott der Liebe ist. Sie müssen Seine Fahne hochhalten, die Liebe zur Grundlage des Lebens machen und durch sie einen mildernden Einfluss auf die Reichen ausüben. Die Reichen, denen wir die Liebe predigen, sollen vernünftig werden und den Überschuss ihres Reichtums an die Armen abgeben. Die Armen hingegen, die beraubt wurden und die Liebe wahrnehmen, die diese Güter wahrnehmen, sollten sich nicht mehr verführen lassen, sondern sich an die Arbeit machen. Die Armen sollten also ohne Zwang arbeiten, und die Reichen sollten ihren Reichtum ohne Zwang verschenken. Wenn wir in die Situation kommen, in der die Dinge in der Welt unter Zwang geschehen, werden wir Gewalt erleben. Dann werden die Armen mit Gewalt zur Arbeit gezwungen und die Reichen werden mit Gewalt zur Arbeit gezwungen.
Vor Jahren entstand in der Stadt New York ein politisches Glaubensbekenntnis mit dem Namen Tammany Hall. Das war eine politische Clique, die die Bürger von New York City nach allen Regeln der Kunst ausraubte. Einer von ihnen ging durch die ganze Stadt, fand heraus, welche Bürger als reiche Männer bekannt waren und schrieb ihnen einen Brief: Innerhalb von vier Tagen werden Sie 100.000 Dollar an dieser Adresse hinterlegen. In zwei Tagen werden Sie 200.000 Dollar bei dieser Adresse einzahlen. Auf einem dritten stand: An einem Tag werden Sie 250.000 Dollar bei dieser Adresse einzahlen. Beim vierten Mal verlangte er 300.000 Dollar und so weiter. Sollte sich einer weigern, das geforderte Geld zu schicken, stieß er auf allerlei Hindernisse. Und so wurden diese Leute innerhalb von wenigen Jahren reich, sie wurden Millionäre. Endlich tauchte ein Prediger auf, man fand ihn ein wenig verrückt, aber er reiste durch ganz Amerika, studierte die Sache und dann brachte er mit einer ganzen Reihe von Predigten die Gewalttätigkeit dieser Partei ans Licht und es gelang ihm, die Stimmung der Amerikaner zu heben, einen ganzen Staatsstreich gegen die Gewalttätigen zu bewirken. Diese Menschen flohen und reisten durch ganz Europa, doch schließlich gelang es den Amerikanern, sich deren Terrors zu entledigen. Das ist es, was im aufgeklärten Amerika geschah und was hier in Bulgarien geschieht, weiß Gott. Jeder möchte großartig sein, jeder möchte ein glückliches Leben voller Hypothesen und Theorien führen. Ich frage euch, ausgehend von einem der Grundgesetze: Kann eine Mutter, die keine Liebe hat, Kinder gebären? Dient der Knecht, der keine Liebe hat, seinem Herrn? Kämpft der Soldat, der sein Land nicht liebt, auf dem Schlachtfeld? Geht der Arbeiter, der keine Liebe für seine Arbeit hat, an diese heran? Heute gibt es überall Diebstahl und Gewalt. – Warum? – Denn es fehlt die Liebe. All das Gute, das es in dieser Welt gibt, ist auf diese Liebe zurückzuführen.
Die heutige Welt ist ein Fass mit sehr guten Reifen, aber die Bretter sind verrottet. Was passiert mit dem Fass selbst, wenn die Bretter von Würmern befallen werden? – Die Butter darin wird herausfließen. Die heutigen Menschen können das nicht sehen. Sie sagen: Ja, unsere Väter und Vorväter führten ein religiöses Leben, sie waren ehrliche Menschen. Stimmt, eure Väter und Vorväter waren ehrlichere Menschen als ihr. Sie haben ihr Wort gehalten. Eure Väter haben kein Geld gegen einen Schuldenschein verliehen, sondern sie haben jemandem heimlich Geld gegeben und als es dann an der Zeit war, es zurückzuzahlen, haben sie nicht mehrmals mit einem Gerichtsvollzieher danach gesucht, sondern das Geld wurde ihnen gebracht. Sowohl derjenige, der das Geld gab, als auch derjenige, der es nahm, waren sich ihrer Verpflichtung bewusst und so lebten beide gut.
Die heutigen Menschen glauben, dass sie klüger geworden sind. Nein, sie sind nicht klüger geworden. Aus all den Leiden, die die Menschen durchgemacht haben, haben sie eine Erfahrung gewonnen, aber die Weisheit wird in ihnen entstehen, wenn die neuen Lebensbedingungen aufgebaut sind. Ich spreche nicht über das äußere Leben, sondern über das innere Leben in uns. Wie die Lage Englands, Frankreichs, Deutschlands sein wird, ist für mich eine zweitrangige Frage, aber jetzt, wo ich hier auf der Erde bin, ist es wichtig für mich, meine Arbeit zu tun, damit ich eines Tages, wenn ich von hier abgerufen werde, bereit bin.
Zuallererst müssen wir wissen, dass wir keine Mitglieder dieser Erde sind. So wie ein Schüler, der eine Schule besucht, kein ständiges Mitglied dieser Schule ist, sondern sie solange nur besucht, bis er seinen Abschluss macht, so sind auch wir es. Dann geht dieser Schüler auf eine andere Schule und ein anderer kommt an seine Stelle. Wir sind also hier auf der Erde wie in einer Schule, um unseren Idealen zu dienen, um in andere Reiche einzutreten und um Gott zu dienen. Deshalb ist in der Welt nur Gott der Herr. Und all die Menschen, die jetzt die Welt regieren, sind nur vorübergehend da, eines Tages wird Gott auch sie rufen. Gott ist der Herr von allen und die jetzigen Menschen denken, dass Er sie nicht rufen wird. Nein, es gibt eine große Gerechtigkeit Gottes in der Welt, über die es keine Theorien und Hypothesen gibt. Alle Menschen müssen ihr Recht erhalten. Alle Menschen, die Gott auf die Erde geschickt hat, haben das gleiche Recht zu leben. Niemand darf dem Menschen die Rechte nehmen, die Gott ihm gegeben hat. Gottes Gerechtigkeit besteht darin, Gottes große Gesetze heilig zu halten. Aber wenn wir irgendein anderes Recht in die Welt setzen wollen, würden wir Heiden sein. So waren die heidnischen Götter. Wenn wir Gottes Gesetze befolgen, dann gibt es für uns nur einen Gott der Liebe, Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und des Guten. Dieser Gott schaut auf alle Menschen gleichermaßen. Folglich ist jede Gewalt, die jemand ausübt, nicht gottgefällig. Und wenn Er es toleriert, dann nicht aus Schwäche. Er duldet jede Gewalt, aber Er schreibt auch alles auf. Es gibt Diener Gottes, es gibt das Reich Gottes! Bis jetzt haben alle Menschen gedacht, dass das göttliche Licht aufgehalten werden kann. Nein, das göttliche Licht kann nicht aufgehalten werden. Der Apostel Paulus war an der Ermordung von Stephanus beteiligt, aber als Stephanus starb, ließ er Paulus für sich arbeiten, seine Arbeit für ihn tun. Als man den Apostel Paulus fünfmal schlug, sagte er: Brüder, mit großen Leiden werden wir in das Reich Gottes eingehen. Man fragte ihn: Ist es gut, dich zu schlagen? – Nein, das ist sehr schlecht. – Dann darfst du nicht mitmachen, wenn deine Brüder getötet werden. Er erzählte von den Leiden, die er auf dem Meer unter den falschen Brüdern verbracht hatte. Ja, die Welt ist voll von falschen Brüdern.
Manchmal, wenn ich durch die Straßen gehe, höre ich einige Leute sagen: Der mit den langen Haaren ist ein Anarchist, er korrumpiert die Leute. Ja, ich korrumpiere sie und sie erziehen sie. Ich habe die Welt gelehrt zu stehlen und zu lügen, nicht wahr? Sie sagen, der Antichrist sei im Kommen. Er existiert doch überall! Der Antichrist existiert bereits seit 8.000 Jahren. Weltweit sind mehr als 25 Millionen Menschen getötet worden. Hat Christus das getan? Seit 2.000 Jahren ist der Antichrist auf der Erde. Er hat gemordet und alle sagen: Hüte dich vor dem Teufel! Ein Mann schlägt seine Frau und wirft sie hinaus; Ein Vater wirft seinen Sohn hinaus; Ein Bruder tötet seinen Bruder und alle sagen: Hüte dich vor dem Teufel! Ich wundere mich über dieses Glaubensbekenntnis. Manche sagen: Weißt du, wer dort in diesem Salon spricht? – Da spricht der Teufel! Ich bin froh, dass hier der Teufel spricht und dass in allen anderen Kirchen Christus spricht! Ja, und als dieser Christus sprach, starben 25 Millionen Menschen auf dem Schlachtfeld. Wenn dieser Christus spricht, gibt es überall auf der Welt Diebstähle, Morde, Gewalt und Menschen in Ketten! Das mag die Religion eines Volkes sein, das mag sein Bestreben sein, aber lasst euch nicht täuschen, das ist keine göttliche Lehre. Nein, es ist nicht die Lehre Gottes, es ist nicht die Lehre Christi! Mit solchen Lügen kann man bei uns nicht landen. Ich spreche im Namen Gottes. Und dieser Gott, von dem ich spreche, wird die Erde erschüttern und dann werdet ihr wissen, ob ich die Wahrheit sage oder nicht. In der Schrift heißt es: Noch einmal wird Gott die Erde erschüttern und jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Gerechtigkeit in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Weisheit in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Wahrheit in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Liebe in der Welt gibt; Jedes Lebewesen wird erkennen, dass es Tugend in der Welt gibt! Es gibt viel, worauf der Mensch sich stützen kann! Ein Bruder ist kein Wolf für seinen Bruder, sondern ein Bruder ist für einen Bruder sein Nächster, mit dem er zwei süße Worte teilen kann, mit dem er seinen Bissen Brot teilen kann.
Was ich euch sage, gilt für die Gläubigen, es gilt nicht für die Welt. Lassen wir die Welt ihren eigenen Weg gehen. Ich spreche von denen, die den Namen Christi predigen, von denen, die ständig Sein Kreuz tragen, von denen, die in Seinem Namen alles tun. Ich sage: Lasst sie doch endlich damit aufhören! Lasst alle Menschen auf der ganzen Welt, nicht nur hier in Bulgarien, wissen, dass Gott in der Welt existiert und die Menschen werden es wissen! Ja, aber es müssen vorbereitete Mensvhen da sein! Nein, ihr werdet um die Welt gehen und den Leuten alles erzählen. Ihr sagt: Wir sind noch nicht bereit. – Wann werdet ihr bereit sein? – Wir sind noch nicht reif geworden. – Wann werdet ihr reif? – Wer hat euch gesagt, dass die Zeit noch nicht gekommen ist? Wisst ihr, wie eure Arbeit aussieht? Ihr, die ihr mir zuhört, seht aus wie die beiden Gelähmten, die 20 Jahre lang im Krankenhaus lagen. Ein Arzt kam, um sie zu untersuchen, und meinte: Die beiden werden zwar nicht genesen, aber gebt ihnen wenigstens ein Buch, in dem sie etwas über Gott lesen können, um sich abzulenken und die Zeit leichter zu vertreiben. Ein anderer Arzt kam und sagte das Gleiche. Diese beiden kranken Männer lagen auf ihren Betten und unterhielten sich: Es gibt eine große Ungerechtigkeit in dieser Welt, es gibt niemanden, der uns hilft! Eines Tages stand das ganze Krankenhaus in Flammen und alle eilten herbei, um die hoffnungslos Kranken zu retten, aber die beiden Gelähmten wurden in ihrem Zimmer vergessen. Als das Feuer sie sengte, sprangen sie schnell aus ihren Betten und sagten zueinander: Bruder, lass uns nach draußen rennen! Sie merkten nicht, wie sie nach draußen kamen und sagten sich: Gottseidank brannte das Krankenhaus, damit wir gesund werden konnten! Dass sie krank waren, war das Ergebnis ihrer Hypothesen und Theorien. Sobald sie alles vergessen hatten, konnten sie nach draußen laufen. So wird es auch bei euch sein. Dieses Krankenhaus wird brennen und ihr werdet herausspringen. Gott hat diese Welt nicht nur für Krankenhäuser geschaffen; Gott hat diese Welt nicht geschaffen, damit Menschen geheilt werden. Man sagt: Es soll doch Wohltäter auf der Welt geben! – Nein, Gott hat die Welt nicht für Wohltäter geschaffen. Gott hat die Welt nur für Arbeiter geschaffen. Jeder muss arbeiten und nicht sich bemühen. Die Arbeit ist etwas Heiliges! Jeder, der auf die Erde gekommen ist, muss mit all seinem Bewusstsein arbeiten und nicht ein Sklave der Arbeit werden.
Alle sollten arbeiten, sich gegenseitig das Leben erleichtern und helfen. Wir können unser Leben einfacher machen, es liegt an uns. Ihr fragt: Wann wird Christus kommen? – Wenn das Krankenhaus abbrennt. Wann wird Christus kommen? – Wenn alle Theorien und Hypothesen aufhören. Wann wird Christus kommen? – Wenn ihr aufhört zu erwarten, dass ein Wohltäter kommt und euch Geld bringt. Wann wird Christus kommen? – Wenn ihr aufhört zu glauben, dass das Glück im Reichtum, in den Häusern liegt. Christus wird kommen, wenn wir erkennen, dass wir die Söhne Gottes sind, die auf die Erde gesandt wurden, um Ihm zu dienen. Christus wird kommen, wenn wir erkennen, dass wir Söhne der Liebe Gottes sind. Wer begreift, was es heißt, ein Sohn Gottes zu sein, seinem Vater aus dem ganzem Herzen, as dem ganzem Verstand, aus der ganzen Seele und Kraft zu dienen, wird bereit sein, sein ganzes Leben für den lebendigen Gott zu opfern. Was auch immer in der Welt geschieht, er wird sagen: Es gibt Einen in der Welt, für den wir unser Leben und alles, was wir haben, opfern können. Wir müssen unser Leben nicht für jemand anderen opfern. Wenn wir unser Leben für andere opfern, stehen wir auf der falschen Seite. Das ist das Neue. Dieser Gedanke muss in uns verankert werden.
Jetzt ist zum Beispiel euer Vater in die andere Welt gegangen; Euer Sohn oder eure Tochter ist in die andere Welt gegangen und ihr fragt mich, wie es ihnen geht. Das ist leicht herauszufinden. Aber wenn ich euch sage, wie ihr mit den Toten sprechen könnt, wird ein ganzer Skandal ausgelöst werden. Ihr werdet sagen: Wie kann dieser Mann es wagen, die Menschen zu täuschen! Nein, sage ich, es gibt keine toten Menschen auf der Welt. Wenn ein Mensch stirbt, beginnt er, ein wahres Leben zu führen. Wenn ich ein großer Egoist bin und nur an mich selbst denke, dann bin ich tot. Aber in dem Maße, in dem ich mich in das Leiden anderer Menschen hineinversetze, in dem Maße, in dem ich das Leiden anderer Menschen in meine Seele einfließen lasse, in dem Maße, in dem ich ihren Ruf spüre, ihre Not spüre und ihnen in dieser Situation helfen will, in dem Maße nur verstehe ich, dass ich lebe, dass ich ein lebendiger Organismus bin, dass Gott uns am letzten Tag auferwecken wird. Dieser Tag ist nahe, sehr nahe! Er ist sehr nahe, aber ich werde euch nicht sagen, wie nahe er ist. Um diese Nähe zu bestimmen, werde ich die Schnelligkeit eurer Gedanken als Maßeinheit verwenden. Die Gelehrten verwenden als Maß für die Schnelligkeit die Lichtgeschwindigkeit und die Schnelligkeit der Gedanken ist größer als die Lichtgeschwindigkeit. Deshalb ist dieser Tag für alle, die schnell denken, sehr nahe, doch für die, die träge denken, die schlafen, ist dieser Tag sehr weit weg. Sie werden vielleicht noch Tausende und Abertausende von Jahren warten, aber für andere, deren Gedanken schnell sind, wird dieser Tag bald kommen.
Christus sagt: „Am letzten Tag werde ich sie auferwecken“. Wen? – Diejenigen, die sich mit dieser Geschwindigkeit bewegen. Das ist nun die poetische Seite des Verses und das Glaubensbekenntnis ist, dass der Geist Gottes in uns wohnt und dass jeder von uns sich bewusst sein sollte, dass er ein Bürger des großen Reiches Gottes ist. Er soll Freude und Wonne in sich spüren und nicht zweifeln. Kämpft alle mit euren Zweifeln, vertreibt sie aus eurer Seele! Ihr werdet sie nicht sofort überwinden. Ihr werdet noch viele Jahre mit den Zweifeln und Versuchungen zu kämpfen haben, aber schließlich werdet ihr sie überwinden. Dieses sanfte Licht wird auf euer Gesicht fallen, ihr werdet wissen, dass Gott in euch lebt. Dann wird jeder von euch das Neue tragen. Tragt es, arbeitet es, aber lasst jedes Samenkorn an seinen Platz fallen! Ich sehe, dass irgendein Dichter etwas geschrieben hat und frage ihn: Warum lässt du nicht einige deiner Gedichte drucken? – Sie sind noch nicht fertig. Nein, jede Strophe ist für sich fertig. Viele Dichter haben in ihrem Leben nur eine einzige Strophe hinterlassen. Wisst ihr, wer der Dichter ist, der den Satz „Gott ist Liebe“ geschrieben hat? Er stammt nicht von Gott. Gott hat nicht von sich selbst gesagt, dass Er Liebe ist. Es wäre lächerlich, wenn ich mich selbst besingen würde! Derjenige, der diesen Satz geschrieben hat, hat selbst erfahren, dass Gott Liebe ist. Dieses Wort bringt immer mehr Kraft in die menschliche Seele als jedes andere Wort. Wenn man betrübt ist und diesen Satz sagt, bringt er Leben in einen hinein. Es gibt also Einen, der Kraft in dich hineinbringen kann. Es gibt also Einen, der durch alle Zeiten, durch alle Kulturen der Vergangenheit und der Gegenwart hindurch, in welcher Situation du dich auch befindest, dir helfen kann.
Deshalb müsst ihr jetzt auf diesen Herrn der Liebe hoffen. Er ist es, der euch erheben und wieder zum Leben erwecken kann. Und die Schrift sagt: „Der Herr soll auferweckt werden und seine Feinde seien zerstreut“. Welche Bedeutung haben diese Worte? Mit diesen Worten ist die Mehrzahl gemeint. Wenn der Herr in jedem von uns aufersteht, dann werden auch Seine Feinde zerstreut werden. Die Worte „der Herr soll auferweckt werden“ beziehen sich nicht auf den Herrn, der lebt. Jetzt warten alle darauf, dass der Herr sich irgendwo erhebt und Seine Feinde zerstreut werden. Er ist auferstanden, aber der Herr muss in uns auferstehen und damit der Herr in uns aufersteht, sind wir die Engel auf Erden, die die Decke auf dem Grab unseres Herrn beiseite schieben müssen. Das müsst auch ihr jetzt tun. Du hast eine riesige Platte auf das Grab deines Herrn gelegt, Er klopft von innen an und sagt zu dir: Mach auf, nimm diese Platte weg!
Ihr sagt: Herr, warte etwas, ich habe meine Arbeit noch nicht beendet! Und dieser Gott von euch legt sich wieder hin, Er liegt drei Tage lang, drei lange, schwere Tage! Ich sage: Steh auf, nimm die Platte weg! Dann werden die Engel sagen: Seht einen würdigen Diener, einen Sohn des lebendigen Gottes, der die Tür seines Vaters öffnen kann! Na, ist das nicht eine Ehre? Wenn der Vater kommt, soll der Sohn hinlaufen, um Ihm zu öffnen. Ich habe Mitleid mit jenen Söhnen, die darauf warten, dass der Vater selbst die Tür öffnet. Der Sohn sollte sofort aufspringen, die Tür Seinem Vater öffnen und sagen: Vater, komm herein! Dies sind die Söhne, die die Tafeln des Grabes ihres Gottes öffnen müssen.
Wir alle müssen aufspringen, die Tür unserem Vater öffnen und sagen: Komm herein, Herr, Du bist der einzige, der Deinen Söhnen Segen bringt!
Christus sagt: „Mein Vater und ich werden kommen und in euch eine Bleibe schaffen und uns euch offenbaren“. Das sind die großen Worte, die großen Wahrheiten, die der Welt die Freiheit bringen werden.
Wenn also deine Hand dich verführt, dann schneide sie von dir ab, vertreibe diese Versuchung von dir!