Was stellt die Paneurhythmie im Unterschied zur Eurythmie dar?

Die Eurythmie und die Paneurhythmie sind wertvolle Mittel zur geistigen Erhebung der Menschheit, die wir nicht gegeneinander ausspielen oder das eine als eine Fortsetzung des anderen betrachten dürfen. Beide stellen rhythmische Tänze bei musikalischer Begleitung dar, die zur spirituellen Entwicklung der Menschen beitragen. Und obwohl Rudolf Steiner und Beinsa Douno denselben hohen Zielen der Menschheitsevolution dienen, haben sie zu unterschiedlichen Zielkreisen gesprochen und unterschiedliche äußere Formen gewählt.

Trotz lautlicher Ähnlichkeit ihrer Bezeichnung – ‚Eurythmie‘ vs. ‚Paneurhythmie‘ – unterscheiden sich beide Methoden äußerlich und werden auf völlig unterschiedliche Arten praktiziert. Sie gehören jeweils den zwei Wegen an, die heute vor den Menschen stehen – dem rosenkreuzerischen und dem manichäischen. Eine der Besonderheiten des Letzeren sind die okkulten Tänze in der Natur.

Die Eurythmie wurde von Rudolf Steiner als eine szenische Kunst in Mitteleuropa für die Menschen der fünften Kulturepoche geschaffen. Das Künstlerische der Eurythmie wird auf eine völlig professionelle Ebene erhoben. Aus diesem Grund sind mehrere Jahre notwendig, um sie zu erlernen. Die Künstler haben die Freiheit, sich selbst schaffend zu betätigen und die Eurythmie wird in geschlossenen Räumen auf einer Theaterbühne aufgeführt. 

Dagegen stellt sich die Paneurhythmie nicht das Ziel, künstlerische Werke zu schaffen, die einem Publikum vorgeführt werden. Deshalb hat sie ein anderes Herangehen. Sie wird von allen Anwesenden getanzt – das können Gruppen von 10, 50,100 und mehr Teilnehmern sein. Die Paneurhythmie besteht aus genau vorbestimmten Übungen als Körperbewegungen, die bei okkulter Musik – Liedern mit imaginativen Texten – ausgeführt werden. Dementsprechend dauert es wenige Wochen, bis man die genaue Abfolge der Übungen erlernt hat. 

Die Paneurhythmie wurde ins Leben gerufen, um einen möglichst breiten Kreis von Praktizierenden einzubeziehen. Bei ihr ist jeder Anwesende eingeladen, am Kreis teilzunehmen, die Bewegungen mitzumachen und die Einheit mit den anderen Menschen und der Natur mitzuerleben. Die Bewegungen sind leicht zu erlernen, was eine Voraussetzung für die schnelle Verbreitung der Paneurhythmie auf der ganzen Welt ist. 

Die Paneurhythmie wurde nicht zufällig vom Meister Beinsa Douno in einem slawischen Land gegeben – Bulgarien, in das er herabstieg, um die zukünftige sechste Kulturepoche vorzubereiten. Die Paneurhythmie sucht eine Beziehung mit der Spezifik der ätherischen Organisation des slawischen Menschen, mit dessen Neigung, die Kräfte zu empfinden, die durch Christus‘ Einwirkung von außen im Ätherleib entstehen. Diese Kräfte strömen als Christuskräfte aus dem Leben der Natur, aus dem Ätherelement der Erde und sind in einer bestimmten Periode des Jahreskreislaufs besonders stark. Aus diesem Grund wird die Paneurhythmie nur in der Natur praktiziert – im Frühling und Sommer (vom 22.3. bis zum 22.9.) und nicht im Herbst und Winter, wenn die Ätherkräfte der Erde zurückgezogen sind. 

Die Paneurhythmie knüpft an die Tradition der slawischen und bulgarischen Kreistänze „Choro“, die den Menschen mit den kosmischen Rhythmen verbinden und seine körperliche und geistige Erhebung bezwecken. Die Eingeweihten der alten Zeiten haben uns diese Methode zur Aufnahme und Benutzung der kosmischen Energien hinterlassen, was im Kreis verstärkt geschieht. Das traditionelle Choro ist ein Beispiel des Tanzes in Einheit und Harmonie mit den anderen Menschen. Seit Jahrhunderten stellt der sich bewegende Chorokreis eine Verbindung mit den zur Erde herabsteigenden kosmischen Strömungen her und wirkt auf diese Weise heilend auf alle Teilnehmer, ja sogar auf die Zuschauer. Über die Chorotänze sagte Beinsa Douno Folgendes:

„In den bulgarischen Tänzen gibt es einen tieferen Sinn als in den europäischen Tänzen, bei denen die Teilnehmer paarweise tanzen. Wenn die junge Frau nur mit einem jungen Mann tanzt, so wie das auf den Tanzbällen der Fall ist, wird sie nichts erhalten, besonders wenn der junge Mann entmagnetisiert ist. Dieselbe Frau wird beim Chorotanzen etwas gewinnen. Sie wird nach Hause gut aufgelegt und  erfrischt zurückkommen, da sie etwas vom gemeinsamen Magnetismus der Chorotänzer aufgenommen hat“.

Beinsa Douno hat diese Besonderheit der uralten Chorotänze benutzt und dabei das Neue aus den höheren Welten heruntergeholt, das der Menschheitsentwicklung angemessen ist. Die Paneurhythmie stellt auch eine Verbindung zu den neuen Kräften her, die im Menschen auferweckt werden. In ihre Musik und Bewegungen sind die Ideen der sechsten Kulturepoche integriert. Daher ist sie ein lebendiges Wesen, das sich ständig entwickelt. Die Teilnehmer am lebendigen Kreis der Paneurhythmie erwecken die neuen Kräfte in sich und werden zu einem Zentrum, das die Kräfte in die Welt hinaussendet. Durch diese Bewegungen verbreitet der Paneurhythmiekreis einen starken Aufruf nach Erneuerung und Aufstieg in die Welt. Sie wirkt nicht nur auf die Teilnehmer heilend, sondern auch auf den Ort, an dem sie praktiziert wird. In ihr spürt der Mikrokosmos-Mensch seine Verbindung zum Makrokosmos. 

Der Sinn des Wortes ‚Paneurhythmie‘ wird am besten als „höherer kosmischer Rhythmus“ wiedergegeben. Der Kreis der Paneurhythmie stellt symbolhaft die Bewegung der Planeten um die Sonne dar. Ihre Bewegungen sind der Natur und dem ganzen Weltall entnommen und befinden sich im Einklang mit dem kosmischen Rhythmus. Wenn unsere Bewegungen mit diesem kosmischen Rhythmus harmonieren, verbinden wir uns mit den lebendigen Kräften der Natur und nehmen diese Kräfte auf. Der Meister sagte: „Die Natur bevorzugt es, mit den geringsten Anstrengungen das Größtmögliche zu erreichen. In die Paneurhythmie sind die Kräfte von Verstand, Herz und Willen eingespannt und wirken in Harmonie. Durch die Paneurhythmie kann man den Menschen zeigen, wie sie die Kräfte aus der Natur in sich aufnehmen können.“ 

Der Kreis der Paneurhythmie besteht aus Paaren, die bevorzugt aus einer Frau und einem Mann gebildet sind. Der Meister riet, solche Partner zu wählen, mit denen wir harmonieren. Wenn beide Partner nicht miteinander harmonieren oder sich gegenseitig stören, dürfen sie nicht zusammen tanzen.

Folgende Worte von ihm seien noch angeführt: „Macht euch mit dem wissenschaftlichen Aspekt der Paneurhythmue bekannt. Nach dem Gesetz der Evolution beginnen wir mit dem Leib. Die Bewegungen der Paneurhythmie sind gleichzeitig mechanisch, organisch und psychisch. Zu jedem Menschen, der diese Bewegungen wahrnehmen kann, können wir sprechen, denn sie haben eine starke Wirkung auf das menschliche Bewusstsein. Diese Bewegungen werden in innere psychische Prozesse umgewandelt. Wenn eure Arme während der Übungen zu locker sind, wird jeglicher Kontakt zu den Kräften der Natur fehlen. Die Arme müssen gestreckt sein, dann tritt man in Kontakt mit den Kräften der Natur. Wenn ihr die Übungen macht, dürft ihr nicht an euren Alltagstrott denken – an das Haus, an die Rechnungen usw. Euer Denken muss konzentriert sein. Die Bewegung ist Leben und ohne Bewegung kann sich das Leben nicht manifestieren. Die Bewegung muss vernünftig sein. Selbst wenn man sich einen Zentimeter bewegt, muss man ein Ziel, eine Leistung haben. In den Bewegungen liegt Kraft, denn durch die Bewegungen werdet ihr in Einklang mit allen vernünftigen Wesen kommen, die sich bewegen. In diesem Einklang liegt die Stärke. Wenn ihr nicht mit diesen Wesen in Verbindung kommt, werdet ihr unorganisiert sein und in der Welt der Konfrontationen leben. Wenn ihr Paneurhythmie tanzt, dürfen die Bewegungen weder zu schnell noch zu langsam sein. Führt den Gedanken zum Vorderarm, der nach oben zeigt und zum linken Hinterarm, der nach unten zeigt. Und wenn ihr die Arme senkt, führt den Gedanken zu ihnen, dann wird die Energie durch den Mittelpunkt der Erde gehen. Wenn die Arme nach oben gerichtet sind, wird die Energie durch den Mittelpunkt der Sonne gehen.“

Aufgrund der in ihm waltenden karmischen Kräfte gelangt der spirituell suchende Mensch entweder zur Eurythmie oder zur Paneurhythmie und muss selbst zur Empfindung kommen, welche dieser beiden Methoden am besten seiner individuellen ätherischen Organisation entspricht. 

Die Ausbildung neuer Organe

Allgemeine okkulte Klasse, Sofia, 9.5.1928 


Sei immer treu, wahrhaftig, rein und gütig und Gott des Friedens wrd dein Herz mit allen Güten erfüllen. 
Nachdenken 

(Es werden Aufsätze über das Thema „Das Verhältnis zwischen Gut und Böse“ vorgelesen.)

Die gegenwärtigen Menschen haben je nach ihrem Entwicklungsstand nicht das gleiche Verständnis von Gut, Vernunft, Liebe, Gerechtigkeit. Wenn es um das Gute geht, versteht es der eine auf die eine Art und der andere – ganz anders. Wir werden sagen, dass dies von der Entwicklung des Menschen abhängt; Seine Entwicklung wird ihrerseits von der Entwicklung seiner Organe bestimmt. 

Wenn das Radio, das ein einfacher Apparat ist, die Wellen von nah und fern auffangen kann – wie intensiver kann ein Mensch mit seinen inneren Organen die Gedanken erfassen, die von den höheren Welten kommen? Die Organe, die Apparate, mit denen der Mensch die Gedanken der Wesen aus den höheren Welten wahrnimmt, müssen gut gebaut und vollkommener sein als das vollkommenste Radio der Welt. Diese Geräte oder Organe sind nicht bei allen Menschen gleich entwickelt. Zum Beispiel sind das Gewissen und das religiöse Gefühl nicht bei allen Menschen gleich entwickelt. Ihr trefft religiöse Menschen, die zehnmal am Tag beten, aber nicht einmal darüber nachdenken, was sie tun sollen, wenn sie eine offene Registrierkasse finden. Sie greifen in die Kasse und nehmen so viel Geld heraus, wie sie brauchen. Es gibt Menschen, die ohne religiös zu sein, gewissenhaft und ehrlich sind. Religiös zu sein bedeutet nicht, dass man gerecht sein sollte.

Die Religiosität impliziert den Ausdruck von Gefühlen für ein Wesen, das notwendigerweise höher steht als der Mensch selbst. In dieser Hinsicht kann nur derjenige Liebe zu Gott haben, bei dem alle Organe richtig entwickelt sind. Der Kopf, die Lunge, der Magen und alle anderen äußeren und inneren Organe dieses Menschen sind gut entwickelt. Das sind wirklich gerechte Menschen. Wenn ihr die gegenwärtigen Menschen beobachtet, werdet ihr feststellen, dass nur wenige von ihnen gut entwickelte Organe haben. Bei einigen Menschen sind die geistigen Gefühle gut entwickelt, bei anderen – überhaupt nicht. Das ist der Grund, warum ihr religiöse Menschen trefft, von denen einige skrupellos und andere ungeduldig sind. Der spirituelle Mensch muss seine Qualitäten manifestieren, egal welcher Art von Menschen er gegenübersteht. Ihr trefft einen schwachen Menschen, der vor Angst zittert. Warum? – Weil er sich vor jemandem befindet, der stärker ist als er. Wenn er sich vor jemandem befindet, der schwächer ist als er selbst, wird er sofort aufstehen, mutig werden und beginnen, ihm zu befehlen. Ihr trefft einen ungebildeten Menschen, der demütig sitzt und zuhört, was zu ihm gesagt wird. Warum ist er so demütig? – Weil vor ihm ein Gebildeter, ein aufgestiegener Mensch sitzt. Sobald er sich vor jemandem befindet, der ignoranter ist als er selbst, schüttelt er sich sofort ab und beginnt, ihm Befehle zu erteilen.

„Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Die Vollkommenheit des Menschen wird durch seine Organe bedingt. Wenn eine Eigenschaft oder Tugend bei jemandem gut entwickelt ist, riecht er gut. Ein guter Mensch riecht zum Beispiel gut. Wie die Blume ihren Duft weit verbreitet, so verbreitet auch der gute Mensch seinen Duft. Schlechte Menschen sind wie verdorbene Eier. Wenn ihr euch ihnen nähert, verbreiten sie ihren Duft weit; Sie riechen schlecht. Gute Menschen riechen jedoch gut. Ihr sagt, ihr empfindet Liebe zu Gott. Wer Gott liebt, trägt ein lebendes Küken in sich, kein faules Ei. Jedes Ei muss ein lebendes Küken enthalten. Das lebende Küken repräsentiert das Wissen des Lebens. Wenn sich das Küken im Ei richtig entwickelt, hört die Henne schon von draußen seine Stimme. Sobald sie diese Stimme hört, beginnt sie zu beobachten, wann das Küken aus dem Ei schlüpft. 

Folglich stellt die Sorge der Henne für das Küken im Ei die äußeren, günstigen Bedingungen dar, die den Menschen Gott näher bringen. Ob diese Bedingungen materiell oder spirituell sind, hängt von den Bedürfnissen des Menschen ab. Während er sich noch in der Eierschale befindet, kennt er die Außenwelt noch nicht, er weiß nicht, was ihn erwartet. Er weiß nur, dass er herauskommen soll, unter neue Bedingungen, in die Freiheit kommt. Viele denken, dass sie die Außenwelt kennen, aber jede Änderung der Bedingungen zeigt, wie gut sie diese Welt verstehen und inwieweit sie begrenzt sind.

Zum Beispiel kann ein starker Sturm die Ansichten der Menschen ändern. Sie rennen los, sie wissen nicht, was sie tun sollen. Sie denken, die Welt wird untergehen. Die Welt wird für die faulen Eier untergehen, aber nicht für die lebenden, frisch geschlüpften Küken. Für sie beginnt das Leben von nun an. Die faulen Eier stellen für den Menschen unbedeutende Gedanken dar. Wenn wir vom Wesentlichen, vom Ewigen, vom Unveränderlichen im Leben sprechen, verstehen wir jene günstigen Bedingungen, die zur Ausbildung solcher Organe im Menschen beitragen, welche er in Zukunft verwenden wird. Der Mensch braucht physische, spirituelle und göttliche Organe. Ohne diese Organe kann er weder mit der physischen, noch mit der geistigen oder göttlichen Welt in Kontakt kommen. Jede Welt erfordert die geeigneten Organe. Wenn diese Organe bei jemandem entwickelt sind, wird er frei handeln. Andernfalls wird er auf die Gunst der Wesen warten: Er wird das haben, was sie für ihn tun. Der Sinn des menschlichen Lebens besteht jedoch darin, dass er sich selbst mit allen notwendigen Dingen versorgt.

Folglich refuzieren sich die Anstrengungen, die ein Mensch in seinem Leben unternimmt, darauf, jene Organe zu entwickeln, die er für alle Welten benötigt. Durch sie wird er auch mit den höheren Welten und nicht nur mit der physischen in Kontakt treten. Für den Menschen ist es wichtig, ob er diese Organe in sich entwickelt hat, nicht was er glaubt oder was die Leute über ihn denken. Wenn das Gewissenszentrum im Menschen nicht entwickelt ist, kann er sich nicht mit den erhabenen Wesen verbinden. Dieser Mensch verspricht, etwas zu tun, aber er hält sein Versprechen nicht und gilt als unehrlich. Menschen mit einem gut entwickelten Gewissen haben einen gut ausgebildeten Kopf. Der obere Teil ihres Kopfes, der Scheitel, ist abgerundet und breit. Solche Menschen können nicht lügen. Wenn sie sich jemals einer Lüge bedienen, entschuldigen sie sich sofort und sagen offen, dass sie gelogen haben. Wenn das Gewissen eines Menschen schwach, aber sein Intellekt stark entwickelt ist, kann er die Fakten leicht verdrehen. Solche Menschen können gute Diplomaten, Politiker u.dgl. sein. Wenn ein solcher Mensch religiös ist, wird er zehn Mal am Tag beten, aber wo immer er die Gelegenheit hat, wird er lügen oder stehlen. Sobald das göttliche Bewusstsein in ihm erwacht, ist er sofort bereit, seine Sünden zu bekennen. Aber wenn das göttliche Bewusstsein in ihm einschläft, tritt er wieder in das alte Leben ein und beginnt zu lügen und zu stehlen.


Es ist furchtbar, wenn das göttliche Bewusstsein im Menschen einschläft. Bleibt der Mensch nur bei seinem niederen, tierischen Bewusstsein, ähnelt er dem Wolf. Der Wolf hat keine Vorstellung von Gewissen, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Alle Schafe, die er auf seinem Weg findet, frisst er auf, ohne sich zu verurteilen – für ihn gehört sich das. Wenn man das weiß, muss man darauf achten, die Verbindung zum göttlichen Bewusstsein nicht zu verlieren. Wenn diese Verbindung unterbrochen wird, erliegt man bereits schlechten Gedanken und Gefühlen. Sobald man sich in dieser Situation befindet, folgt das Leiden. Der Mensch muss wissen, dass er auf die Erde gekommen ist, um zu lernen. Aus der unsichtbaren Welt beobachtet man, wie er lernt, welche Gedanken und Gefühle ihn bewegen. Wenn durch den Verstand ein Gedanke durchgeht und der Mensch mit ihm nicht fertig wird, sondern ihn auch durch sein Herz gehen lässt, vermerken die fortgeschrittenen Wesen der unsichtbaren Welt sofort in ihren Büchern, dass dieser Mensch nicht gut lernt. Alle menschlichen Handlungen werden aufgezeichnet. Wenn man seine schlechte Tat bereut und korrigiert, wird das auch aufgezeichnet. Wenn die Menschen ihr Leben korrigieren, freuen sich die Engel im Himmel. Wenn die Menschen ihr Leben nicht korrigieren, leiden die Engel. Man muss bereit sein, die einem auf der Erde gegebenen Bedingungen zu nutzen und vorwärts zu gehen.

Bei der Beobachtung des Lebens religiöser Menschen fallen zwei Typen deutlich auf: Der erste Typ religiöser Menschen ist am Anfang sehr eifrig, gibt aber schließlich seine Ideen auf und stellt fest, dass es sich nicht lohnt, ein gutes Leben zu führen. Solche Menschen sagen, dass sie auch ohne Gott zu dienen ein erträgliches Leben führen werden. Der zweite Typ verbringt den Beginn des Lebens mit Vergnügungen und schränkt sich zum Schluss ein, indem er beginnt, ein reines, gutes Leben zu führen. Was ist der Grund dafür, dass manche Menschen gut anfangen und schlecht enden, während andere schlecht anfangen und gut enden? 

Einer der Gründe liegt in den menschlichen Gehirnzentren. Wenn die Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit eines Menschen hoch entwickelt sind, wird er, selbst wenn er unter schlechte Bedingungen gerät, schließlich aus ihnen herauskommen und ein reines, gutes Leben beginnen. Wenn diese Zentren im Menschen nicht entwickelt sind, so wird er, unabhängig davon, in welche spirituelle Gesellschaft er eintritt, diese verlassen und einem schlechten, verdorbenen Leben erliegen. Aufgrund des Mangels an entwickelten höheren Gehirnzentren kann er das geistige Leben nicht verstehen. 

Dies ist der Grund, warum viele okkulte Schüler sowohl in der Vergangenheit als auch heute gescheitert sind und weiterhin scheitern. Die Zahl der fortgeschrittenen Schüler ist heute jedoch größer als in der Vergangenheit. Für einen Schüler ist es nicht einfach, den heutigen Lebensbedingungen standzuhalten. Um sich richtig zu entwickeln, braucht der Schüler ein günstiges Umfeld. Damit sich ein Mensch richtig entwickeln kann, muss mindestens 100 Jahre vor seiner Geburt an seiner Ankunft gearbeitet worden sein, d.h. an der Schaffung günstiger materieller und geistiger Bedingungen. Je weiter fortgeschritten die Seele ist, die zur Erde hinabsteigt, desto länger dauert es, bis gute Bedingungen für ihr Kommen vorbereitet sind. Die großen Geister steigen über einen Zeitraum von 1.000, 2.000 bis 2.500 Jahren auf die Erde herab.

Wenn ihr dies im Auge behaltet, könnt ihr erklären, warum manche Menschen unter günstigen Bedingungen und andere unter ungünstigen Bedingungen kommen. In diesen Fällen spielt das Karma eine große Rolle. Je besser ein Mensch auf der Erde lebt, desto bessere Bedingungen bereitet er sich für die Zukunft vor. Ihr dürft daher nichts auf die Zukunft verschieben. Wenn es um das Gute geht, dürft ihr es nicht auf morgen oder auf das zukünftige Leben verschieben. Solange die Menschen miteinander verbunden sind und Kraft voneinander schöpfen, können sie die großen Gesetze Gottes nicht verstehen und anwenden. Wenn sie die göttliche Lehre in ihrem Leben anwenden und ihre Tugenden entwickeln wollen, müssen sie sich mit dem Bewusstsein Gottes verbinden und von ihm schöpfen.

Strebt also nach dem großen Bewusstsein, nach dem großen Bergquell, der alles reinigt! Egal wie viel Staub hineinfällt, er kann den Staub ableiten. Nichts kann den Großen Quell verstopfen. Kleine Quellen können jedoch trüb, grün und schlammig werden. Der Mensch stellt eine kleine Quelle dar, die ständig gereinigt werden muss. Er kann gereinigt werden, indem er das Wort Christi und der Propheten und Apostel anwendet. Jeder Vers des Evangeliums bezieht sich auf ein spezielles Organ des menschlichen Körpers. Studiert die heilige Schrift, um die ihr angelegte Kraft zu nutzen! Zum Beispiel enthält der Vers „Gott ist Liebe“ schöpferische Kraft in sich. Wer diese Liebe kennt und Gott liebt, wächst und entwickelt sich jeden Moment. Er schafft  sein eigenes Schicksal. Wenn ihr jemanden liebt, möchtet ihr, dass er schön und gut gekleidet ist. Ihr möchtet, dass alle seine Glieder schön sind: Augen, Ohren, Nase, Mund, Arme, Beine, Haare usw. Ein Mensch kann jedoch nicht schön sein, wenn er nicht in sich jene Zentren entwickelt hat, welche die Ursache der Schönheit sind. Es ist unmöglich, dass die Augen eines Menschen schön sind, wenn er nicht gewissenhaft, barmherzig, ehrlich usw. ist. An den Augen kann man den Zustand des Menschen ablesen. Aus den Augen kann man den Weg herauslesen, den die menschliche Seele gegangen ist und geht. Es reicht nicht aus, wenn man nur die Existenz der Seele leugnet oder anerkennt, sondern man muss an sie herankommen und begreifen, welche Aufgaben sie zu lösen hat sowie Solidarität mit ihr für die gemeinsame Arbeit zeigen. Der Geist und die Seele einerseits sowie der Verstand und das Herz andererseits repräsentieren zwei Pole des menschlichen Lebens – den Mann und die Frau, d.h. das männliche und das weibliche Prinzip, die in einem Ganzen vereint sein müssen. Das ist, was die gegenwärtigen Menschen auf der Welt suchen, aber da sie nicht wissen, wie sie es finden können, greifen sie zur Ehe.


Christus erklärt seinen Jüngern, was die Ehe bedeutet. Ihm zufolge ist die Ehe ein spiritueller Prozess, eine Verbindung des Geistes mit der Seele. In dieser Verbindung besteht der Sinn des Lebens. Wer diese Verbindung hergestellt hat, darf sie in keiner Weise abbrechen. Tut er das, beginnt er nach einer physischen Ehe zu streben. Solange die Verbindung des Menschen mit dem göttlichen Bewusstsein stark ist, kann er das Versprechen erfüllen, das er der Uranfänglichen Ursache gegeben hat – ihr zu dienen. Die Beziehungen des Menschen zu seiner Seele sowie zu den Seelen anderer Menschen sind Beziehungen zu Gott. Die Liebe des Menschen zu den anderen Menschen ist die Liebe zu Gott. Wenn ein Mensch seine Liebe zu den Menschen zum Ausdruck bringt, wird seine Liebe zu Gott auf die Probe gestellt. Wenn andere Menschen ihn lieben, wird deren Liebe zu Gott auf die Probe gestellt. Unabhängig davon, ob du liebst oder geliebt wirst, in beiden Fällen wird die Liebe des Menschen zu Gott geprüft. Die Liebe des Menschen ist im Allgemeinen ein Maß, anhand dessen seine Liebe zur Ersten Ursache geprüft wird. Redet also nicht über eure Liebe! Sagt dem Menschen nicht, dass ihr ihn liebt! Sobald ihr jemandem sagt, dass ihr ihn liebt, werdet ihr sofort auf die Probe gestellt. Wenn ihr euch vor dem Prüfungsausschuss befindet, werdet ihr herausfinden, ob ihr Liebe oder eine vorübergehende Anziehung zu jemandem empfunden habt. Was für eine Liebe ist diejenige, die nur wenige Monate oder Jahre dauert? Wenn die Liebe eines Menschen maximal zwei Jahre dauert, zeigt dies, dass sein Bewusstsein nur in der physischen Welt wach war. Wenn die Liebe des Menschen nur bis zum Tod dauerte, war sein Bewusstsein sowohl in der physischen als auch in der geistigen Welt wach. Wenn jedoch die Liebe des Menschen auch nach dem Tod andauert und er sie für alle Ewigkeit mit sich trägt, zeigt dies, dass sein Bewusstsein nicht nur in den ersten beiden Welten, sondern auch in der göttlichen Welt wach war.

Der Mensch muss nach jener Liebe streben, die niemals abgebrochen oder verändert wird. Keine Bedingungen können diese Liebe verändern. Die Liebe, die durch äußere Bedingungen verändert wird, ist eine menschliche Liebe. Gottes Liebe hält allen Prüfungen, allen Bedingungen stand. Sollte ein reicher Mann, der seinen Reichtum verloren hat, denken, dass Gott ihn nicht liebt, dass er ihn verlassen hat, dass die Menschen grausam sind? Wenn der Reichtum eines Menschen weggenommen wird, hat die unsichtbare Welt einen Plan, durch den sie will, dass dieser Mensch Gott erkennt. Einige Menschen erkennen Gott durch Reichtum, andere durch Armut. Reichtum und Armut haben insoweit einen Sinn im Leben eines Menschen, dass er die Liebe kennenlernen kann. Wenn er die Liebe durch sie kennenlernt, sind das Wohltaten, die zu ihrer Zeit und an ihren Ort kommen. Andernfalls repräsentieren sie das Böse im Leben. Folglich sind Reichtum und Armut ohne Liebe eines der großen Übel für den Menschen. Mit Liebe stellen sie jedoch eines der großen Güter dar, an denen nicht nur der Einzelne, sondern auch seine Mitmenschen teilnehmen. Wenn jemand im Namen der Liebe eine gute Tat vollbringen will, nehmen alle vernünftigen Wesen auf der Erde, die sich auf dem gleichen Entwicklungsstand wie er befinden, an dieser Tat teil. Sie alle helfen ihm, billigen sein Handeln und segnen ihn, sie sehen diese Tat als ihre eigene an. In diesem Sinne stellt das Gute eine Blüte dar, die Früchte ansetzt und trägt. Der Mensch lebt im göttlichen Bewusstsein, solange er sich am Wohl seines Nächsten als an seinem eigenen freut. Wenn er aufhört, sich am Wohl anderer als an seinem eigenen zu freuen und zwischen den Menschen zu unterscheiden beginnt, steigt er in das menschliche Bewusstsein hinab und verliert seine Freude. Wenn man seinem unteren Bewusstsein erliegt, folgt ein Verlust dem nächsten. Wenn man zum göttlichen Bewusstsein aufsteigt, kommen immer mehr Gewinne und Erfolge. Das bedeutet, das Vertrauen der fortgeschrittenen Brüder, der Engel, Heiligen und Gottes zu gewinnen. Das Vertrauen von allem Erhabenen auf der Welt zu gewinnen, ist ein Ideal, nach dem jeder streben sollte. Wer diesem Ideal nicht folgt, befundet sich in seinem Leben auf dem falschen Weg.


Das Vertrauen Gottes zu haben ist ein Ideal für die menschliche Seele. Welches größere Gut kann man verlangen als dieses? Sobald man Gott um etwas bittet, erhält man sofort eine Antwort. Doch man darf dieses Vertrauen niemals missbrauchen. Man darf sich als letztes Mittel an Gott wenden, wenn man von nirgendwo eine Antwort auf seine Bitte erhalten hat. Was machen die heutigen Menschen? Wenn sie sich in Not befinden, wenden sie sich einander zu, sie lügen und erpressen einander, versprechen etwas und halten ihr Versprechen nicht ein, wodurch sie ihr gegenseitiges Vertrauen verlieren.

Jemand geht zu einem Freund, damit dieser ihm Geld leiht. Sein Freund sagt, er werde darüber nachdenken. Warum? – Er ist nicht bereit, ihm sofort einen Dienst zu erweisen. Er ist nicht ehrlich zu sagen, dass er kein Geld leihen will. Der andere wirft ihm den Mangel an freundlichen Gefühlen vor. Meiner Meinung nach sind das keine freundschaftlichen Beziehungen. Das sind keine Beziehungen, die auf Liebe beruhen. Liebe schließt jeden Zweifel aus. Wer in der Liebe lebt, gibt jedem das Gleiche. 


Jemand hat kein Geld, aber er will Baniza1 essen. Er traut sich nicht, in ein Gasthaus zu gehen – der Wirt wird ihm nichts umsonst geben. Dabei ist sein Begehren nach Baniza groß. Es ist gut für diesen Menschen, seinen Wunsch zu befriedigen, aber es wäre besser, den Wunsch zu erziehen. Der Mensch muss sich enthalten, um so mehr, als er kein Geld hat. Wenn er heute seinen Wunsch erfüllt, wird derselbe Wunsch morgen wieder auftauchen. 


Es gibt eine Möglichkeit, wie man seinen Wunsch nach Baniza befriedigen kann. Wie? – Indem man etwas Brot und Käse nimmt, den Käse in das Brot gibt und denkt, man isst eine Baniza. Es geht nicht darum, sich selbst zu quälen. Man muss sich der Exzessen enthalten, jedoch man darf sich nicht dessen enthalten, was im Leben notwendig ist. Viele Menschen fasten, sie quälen ihren Leib, ohne die Bedeutung des Fastens zu verstehen. Man muss bewusst fasten. Wenn man eine negative Eigenschaft, einen negativen Gedanken oder ein negatives Gefühl in sich bemerkt, kann man zwei oder drei Tage fasten, um das Negative in sich selbst loszuwerden. Man muss jedoch den geeigneten Zeitpunkt für das Fasten wählen. Wenn man diesen Zeitpunkt nicht trifft, wird man auch das verlieren, was man schon gewonnen hat. Es ist wichtig, sich sowohl beim Essen als auch beim Nichtessen zu bedanken. Vor dem Essen und nach dem Essen sollte man sich immer für alles bedanken, was einem gegeben wird. Selbst wenn es nur Brot und Salz gibt, sollte man trotzdem dankbar sein. Alles, wofür man sich bedankt, wird geheiligt und gesegnet. Ist Liebe da, wird auch das einfachste Essen gesegnet. Ohne Liebe ist selbst das reichste Essen nicht gesegnet.


Die heutigen Menschen müssen nach einer solchen Moral streben, die jegliches Verbrechen ausschließt. Egal wie sehr der Mensch seine Verbrechen verbirgt, die er begeht, er wird sich irgendwann selbst verraten. Es gibt kein Verbrechen, das versteckt werden kann. Das Gesicht des Menschen spiegelt sein inneres Leben wider. Das geringste Verbrechen kann die ruhige Position der Muskeln des menschlichen Gesichts verändern. Hütet euch vor Verbrechen, um eure Gesichtszüge nicht zu verzerren! Die Verbrechen haben Auswirkungen nicht nur auf die Gesichtsmuskeln, sondern auch auf das Gleichgewicht des Menschen. Wenn man sündigt, wenn man Verbrechen begeht, verliert man das Gleichgewicht und als Folge fällt man ständig hin.


Der Gerechte hält das Gleichgewicht. Er geht mit plastischen Bewegungen aufrecht. Sein Bewusstsein ist immer wach. Wenn der Sünder hinfällt, wird er wütend, er ärgert sich und sucht den Schuldigen an seinem Sturz. Wenn der Gerechte hinfällt, segnet er den Fall und dankt, dass er etwas Neues gelernt hat. Der Sünder weiß nicht, warum er auf die Erde gekommen ist, aber der Gerechte weiß, warum er auf die Erde gekommen ist und was er tun muss. Manche kauen an ihren Nägeln. Das zeugt von einigen verborgenen Verbrechen oder Mängeln in ihnen. Daher muss man sich erziehen, um seine Mängel zu beseitigen. Indem man seine Mängel überwindet, kann man seine Gehirnzentren und so die mit ihnen verbundenen Organe richtig entwickeln.


Es steht in der Bibel: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Gott ist Liebe. Er liebt alle Lebewesen, alle Menschen, ist aber gleichzeitig sehr anspruchsvoll. Er möchte, dass die Menschen schön und vollkommen sind. Um diese Vollkommenheit zu erreichen, ist Geduld von ihnen erforderlich. Geduld ist ein Weg, eine Methode, um alles zu erreichen, was die menschliche Seele wünscht. Wenn ich euch jetzt beobachte, stelle ich fest, dass einige von euch mit neuen Methoden arbeiten, während andere im alten Leben bleiben und nur darüber reden, dass gesponnen und gewebt werden sollte. Es reicht nicht aus, nur zu reden, sondern jeder ist gefordert zu arbeiten. Sobald man dir Wolle gibt, musst du sie zuerst waschen, dann wirst du sie zerfasern, verspinnen und zu weben beginnen. Eure Aufmerksamkeit muss die ganze Zeit konzentriert sein. 


So wie ihr die Wolle spinnt und webt, so werdet ihr auch euren Gedanken spinnen und weben. Was ein Mensch draußen tut, dasselbe geschieht in ihm. So wie seine Arbeit draußen gedeiht, gedeiht auch seine Arbeit in ihm. Zum Schluss wird aus dem fertigen Stoff eine neue Form, ein neues Kleid gemacht. Die Gedanken und Gefühle des Menschen durchlaufen dieselben Prozesse wie die Wolle: Reinigen, Zerfasern, Spinnen und Weben. Sobald Mensch und Wolle diese aufeinanderfolgenden Prozesse durchlaufen haben, werden sie für die Arbeit, für die Anwendung im Leben fähig. Über die Qualität des Stoffes kann erst gesprochen werden, wenn er fertig ist.


Also muss der Mensch jeden Morgen sein Bewusstsein, seine Gedanken und Gefühle reinigen. Er muss jeden Tag etwas Neues in seinen Gedanken und Gefühlen gewinnen. Eine der Besonderheiten des menschlichen Verstandes ist das kritische Denken. Wenn man kritisiert, muss man darauf achten, keine Fehler zu machen. Die religiösen Menschen sind richtige Kritikaster und dabei überempfindlich. Sie müssen diplomatisch behandelt werden, um ihr Ehrgefühl nicht zu verletzen. Es ist gut, auf die Gefühle der Menschen zu achten, aber selbst dieses Verhalten hat eine Grenze, bis zu der es gelten kann. Weder die große Diplomatie noch die extreme Direktheit sind angemessen. Der Mensch muss an sich selbst arbeiten, um die Grenzen, in die er gestellt wurde, nicht zu überschreiten.


Arbeite, ohne dich von den Menschen zu trennen und ohne dich ihnen aufzudrängen! Lerne von deinen eigenen guten und schlechten Eigenschaften sowie von denen der anderen. Nutze deine guten Züge und die der anderen Menschen für deine Erhebung. Verhindere die Menschen nicht, dein Wohl zu genießen. Wenn du selbst etwas nicht erwerben kannst, so bete, dass helle Wesen aus der unsichtbaren Welt kommen, um dir zu helfen. Es ist gut für den Menschen, wenn eine geniale Seele zu ihm kommt, um ihm dabei zu helfen, großes Wissen zu erlangen. Das ist die Bedeutung des Verses „Und ich werde meinen Geist senden.“ Wenn der Mensch Gott dient, wird er immer von einem Engel geführt, der seiner Seele Segen bringt. Dieser Mensch dankt Gott und singt das neue Lied: „Ein neues Licht erleuchtet und belebt meine Seele. Er gibt ihr neues Leben und Milde.“


Das neue Licht und das neue Leben bringen der menschlichen Seele Wohltaten. Nach dem neuen Leben zu streben bedeutet nicht, sofort ein Heiliger zu werden. Das ist kein mechanischer Prozess. Um ein Heiliger zu werden, muss man hart an sich selbst arbeiten, aber gleichzeitig mit guten und großartigen Menschen auf der Welt verbunden sein. Indem man an der Entwicklung seines Gewissens, seiner Vernunft, Ehrlichkeit und Freundlichkeit arbeitet, wirkt man gleichzeitig für das Wohl aller Seelen.


Stellt euch vor, Ihr seid Bankangestellte und jeden Tag warten 500 Personen auf eure Unterschrift. Ihr unterschreibt bei allen und schließt den Schalter. In diesem Moment kommt ein verspäteter Kunde und bittet Euch um eine Unterschrift. Ihr seht ihn an, es stellt sich heraus, dass er euer Freund ist, den ihr mögt. Ihr nehmt seine Unterlagen und unterschreibt sofort. Was hättet ihr getan, wenn dieser Mensch nicht ihr Freund gewesen wäre? Oder was würdet ihr tun, wenn nicht euer Freund kommt, sondern jemand, den ihr nicht leiden könnt? Eure Handlung wird durch die Handlung gegenüber eurem Freund bestimmt. Wenn ihr eurem Freund gefällig wart, werdet ihr auch demjenigen gefällug, den ihr nicht gern mögt. In der Liebe gibt es keinerlei Bevorzugung. Wenn euer Freund zu spät kommt, muss er bereit sein, nachzugeben und keinen Dienst auf Kosten der Freundschaft zu verlangen. Und der Angestellte muss andererseits die Freiheit und Bereitschaft haben, seinem Freund gefällig zu sein, ihn nicht ein zweites Mal aus demselben Grund kommen zu lassen. Die Freiheit muss die Grundlage der Liebe sein.


Der göttliche Keim im Menschen bringt ihn also dazu, nach dem neuen Leben zu streben, das ein Leben in völliger Harmonie ist. Um in dieses Leben zu kommen, muss der Mensch intensiv an sich selbst arbeiten, um jene Organe zu entwickeln, durch die er mit den höheren Welten in Kontakt treten kann. Die religiösen Menschen werden sagen, dass sie an Gott glauben, dass sie mehrmals am Tag beten. – Das ist noch nicht genug. Wenn solch ein religiöser Mensch ins Jenseits kommt, wird er sofort gefragt, wievielen armen Menschen er auf der Erde zu Essen gegeben hat, wievielen armen Witwen er geholfen hat, wievielen Menschen er unentgeltlich gedient hat. 


Wenn einem Gastwirt eine solche Frage gestellt wird, wird er sofort sagen, dass er vielen Menschen zu Essen gegeben hat. – Wie hat er das gemacht, umsonst oder gegen Geld? – Natürlich gegen Geld. – Also hat er sein Gehalt bekommen. Wenn die gleiche Frage an einen Beamten gestellt wird, wird er auch sagen, dass er viele Dienste für die Menschen geleistet hat, aber immer noch für ein Gehalt, das ihm vom Staat bezahlt wurde. Ein wahres Gut ist das, wofür nichts bezahlt wurde. Und selbst wenn alles bezahlt wird, sind die Menschen immer noch nicht bereit für Dienste, für gute Taten. Was werden sie tun, wenn sie in das göttliche Leben eintreten, wo nichts bezahlt wird? Es ist nicht einfach, jemandem zu essen zu geben, der euch Schaden zugefügt hat. Doch Christus konnte das tun. Er kam auf die Erde, um den Menschen zu zeigen, wie sie leben sollten, doch am Ende kreuzigten sie Ihn und Er musste vom Kreuz aus für sie beten und sagen: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Indem Christus für sie betete, verband Er sich mit ihrem Karma. Indem Er ihnen jedoch vergab, trennte Er die Verbindung zu ihnen und befreite sich vollständig von den Gebildeten der damaligen Zeit, den Schriftgelehrten und Pharisäern, die Ihm ständig folgten und Ihn beschuldigten, gegen Schrift, Wissenschaft und Religion zu predigen. Die heutigen religiösen Menschen unterstützen die Religion, die Wissenschaftler unterstützen die Wissenschaft und betrachten als Ketzer jeden, der es wagt, etwas zu sagen, das nicht mit ihrem Glauben übereinstimmt. Wer hat die Religion und Wissenschaft geschaffen? – Mit der Erschaffung der Welt kamen das Leben, die Wissenschaft und die Religion. Welche andere Wissenschaft und Religion kann existieren? Die Wissenschaft und Religion sind in das Leben selbst, in die ganze Natur eingebettet.


Die gegenwärtigen Menschen leben in großen Einschränkungen, die sie selbst geschaffen haben. Als die ersten Menschen aus dem Paradies herauskamen, bauten sie Kirchen und Tempel, die dem Paradies ähnlich waren. Sie waren die ersten, die über Religion sprachen. Bis dahin gab es keine äußere Religion. Nach dem Sündenfall wurden Gesetze und Regeln geschaffen, nach denen die Menschen zu leben begannen. Ein Gesetz existiert auf der Welt! Es steht in keinem Buch geschrieben, außer im menschlichen Herzen. Dieses Gesetz bezieht sich auf die Liebe. Es wird vom Menschen verlangt, dass er liebt. Wenn er liebt, wird er auch geliebt. Nur in dieser Situation wird er Gottes Liebe erkennen. Sie erscheint als das Ergebnis der Tätigkeit der menschlichen Seele. Niemand kann Gottes Liebe kosten, solange er nicht liebt und solange er nicht geliebt wird. Dabei müsst ihr freiwillig und nicht aus Verpflichtung lieben – selbst denjenigen, der euch ein Unheil zugefügt hat.


Stellt euch vor, ihr seid Soldaten. Ihr vertragt euch mit allen Soldaten, nur einer missfällt euch sehr. Warum? – Er hat euch einmal etwas angetan. Der Regimentskommandeur gibt euch jedoch den Befehl, ausgerechnet diesem bestimmten Soldaten einen Gefallen zu tun. Ihr mögt ihn nicht, aber auf Befehl helft ihr ihm. Das ist keine Liebe. Viele der gegenwärtigen Menschen manifestieren in dieser Weise ihre Liebe. So lässt sich die Welt nicht verbessern. 


Was machen die Menschen, wenn sie sich von jemandes Schikane befreien wollen? Sie werden ihn zu sich nach Hause einladen, ihm reichlich zu essen und zu trinken geben und wenn er betrunken ist, werden sie ihn schlagen. Der Prügel kann so heftig sein, dass er den Gast tötet. Welche Art von Gastfreundschaft ist das, wenn sie das Leben eines Menschen kosten kann? Nein, so kann man seine Freiheit nicht erlangen. Wer frei sein will, muss sich mit der Ersten Ursache der Dinge verbinden. Wenn man jemandem Ehrungen und Dienste erweist, bedeutet das in der Diplomatie. dass man ihm eine Falle stellt. Das Gute besteht nicht darin, dem Menschen Geld zu geben, ihm eine Ehre zu erweisen oder die Bedingungen seines Lebens zu verbessern. Der Vater und die Mutter kümmern sich ihr ganzes Leben lang um ihre Kinder, um sie großzuziehen und auszubilden und am Ende sind die Kinder trotzdem undankbar. Das wahre Gute, das ihr für einen Menschen tun könnt, ist dieses – ihn mit der Ersten Ursache zu verbinden, um ihm den richtigen Weg im Leben zu zeigen. Sobald sich ein Mensch Gott zuwendet, erneuert sich sein Leben und er widmet sich dem Dienen Gottes. Was hat es sonst für einen Sinn für den Menschen, sich Gott zuzuwenden, wenn er dann sterben würde? Wahres Wissen und Dienst an Gott bedeuten eine Fortsetzung und Erneuerung des Lebens.


Die Frage nach dem Dienst ist wichtig, aber gleichzeitig gefährlich. Der unvorbereitete Mensch beginnt, sich selbst zu kritisieren, sich selbst zu analysieren, ohne die tiefe Bedeutung der Dinge zu verstehen. Dieser Prozess behindert ihn. Aus diesem Grunde müssen die Dinge gefiltert werden, bevor die Kritik und Analyse kommen. Das Filtern ist ein gefahrloser Prozess. So wie Gott die Handlungen der Menschen nicht kritisiert, sollten sie sie auch nicht kritisieren. Christus sagt: „Der Vater urteilt nie.“ Er missbilligt die schlechten Taten der Menschen nicht, doch Er korrigiert sie. Er hat den Wunsch, ihnen zu helfen, sie von unnötigem Leiden zu befreien. Gott hat den Wunsch, den Verstand der Menschen zu erleuchten, so dass sie die Gesetze des Lebens und der Natur verstehen und sie befolgen. Bis sie diese Gesetze verstanden haben, werden sie immer Gott und ihr Schicksal für ihr Leiden verantwortlich machen.


Jetzt spreche ich für diejenigen von euch, die Schüler sein wollen. Ich spreche für diejenigen, deren Verstand erleuchtet ist. Wer kein Schüler sein will, kann nicht erleuchtet werden und wird zurückbleiben. Niemand wird auf ihn warten, denn die Zeit ist kostbar, sie darf nicht vergeudet werden. Heute ist die Stunde, die Minute, die Sekunde kostbar. Der Prozess der Entwicklung der menschlichen Seele ist schnell. Wir befinden uns im Monat Mai, wenn alles schnell wächst. Wer es nicht eilig hat, befindet sich im Winter und kann die Dinge verschieben. Es bleibt noch Zeit für ihn, aber nicht für uns. Wir haben es eilig, wir können uns nicht aufhalten, wir können nichts verschieben, Zeit verschwenden. Wer sich im Monat Mai befindet, muss sich beeilen, seine Organe auszubilden, die helfen werden, Verstand, Herz und Willen zu veredeln. Das heißt nicht, dass er nichts Bedeutendes erreicht hat. Er hat gearbeitet, Vieles erlangt, aber er hatte nicht die Erfahrung des Apostels Paulus, der in den siebten Himmel versetzt wurde und sagte: „Ich weiß nicht, wo ich war, aber kein Auge hat gesehen und kein Ohr hat gehört, was ich erlebt habe. Ob ich im Leib war oder nicht, weiß ich auch nicht.“ Dann wurde er fünf Mal geschlagen. Danach sagte er: „Brüder, durch große Trübsal und Bedrängnis wird der Mensch gehen, bis er in das Reich Gottes eintritt. Ich bin bereit, alles für Christus zu tragen. Wer wird mich von der Liebe Christi entfernen?“ Wer diese Erfahrung nicht hat, sollte sich bemühen, sie zu erwerben. Es gibt nichts Größeres als das, ein Radio zu besitzen, durch das man mit der unsichtbaren Welt kommunizieren kann. Die Menschen freuen sich über das Radio, das sie erfunden haben, aber sie haben nicht erlebt, was es bedeutet, ein inneres Radio zu haben, das sie mit den höheren Welten verbindet – den Welten ewiger Schönheit und Harmonie. Streckt eure Arme und seht, inwieweit Ihr mit der unsichtbaren Welt in Kontakt kommen könnt.


Jetzt wird von jedem ein gutes, harmonisches Leben verlangt. Denkt daran, dass das schlechte Leben der Menschen die Ursache aller Krankheiten, Leiden, Armutsverhältnissen, Stürmen, Erdbeben und Zyklone ist. Der Zyklon der letzten Nacht hat euch nicht sonderlich betroffen, weil nur sein Schweif an euch vorbeigegangen ist. Seine Stärke war hoch in der Luft, wodurch er keinen größeren Schaden verursachte. Seid vorsichtig in euren Gedanken und Gefühlen, denn die schlechten Gedanken und Gefühle sind die Ursache des Bösen in der Welt. Behaltet helle Gedanken in eurem Verstand und erhabene Gefühle in eurem Herzen, um fortgeschrittene Wesen anzuziehen. Wenn sie zu euch kommen, werden sie euch ihren Segen bringen, sie werden euer Leben einrichten.


1 Baniza – Blätterteiggebäck mit Käse-, Eier- und/oder Spinatfüllung. 

Kann der Meister heilen?

„Ich kann alle Krankheiten heilen und die Toten auferwecken, aber das mache ich nicht, weil es keinen Nutzen hat. Stellt euch vor, ich würde mich mitten in Sofia stellen und anfangen, alle Kranken zu behandeln. Dann wird mein Name auf der ganzen Welt bekannt sein und kranke Menschen werden von überall her kommen. Dann kann ich mich nicht um meine Arbeit kümmern. Und wenn ich alle kranken Menschen geheilt habe, was habe ich getan? Stellt euch vor, ich nehme ein Ferkel, wasche es, bade es und lasse es los. Was wird es tun? Es wird wieder in die Pfütze gehen, sich suhlen und wieder schmutzig machen.

So ist es auch mit allen Menschen, die an verschiedenen Krankheiten leiden. Die Krankheiten sind das Ergebnis ihrer vergangenen Sünden und Verbrechen und wenn ich sie heile, ohne dass in ihnen das Streben nach spirituellem Leben erwacht ist, werden sie weiterhin in ihren Sünden leben und noch schlimmere Krankheiten werden sie befallen. Ist es dann sinnvoll, solche Menschen zu behandeln?

Damit die Menschen geheilt werden, muss zunächst das Erwachen ihres Bewusstseins geschehen und sie müssen ihre Lebensweise ändern. Also müssen neue Ideen in die Köpfe der Menschen eingebracht werden, die ihr Leben verändern können.“

(Aus Vlad Paschov, „Das außergewöhnliche Leben des Meisters Beinsa Douno“)

Kein Haar wird vom Kopf des Gerechten fallen!

Der Meister über die Zukunft der Menschheit

12. September 1943, an den sieben Rilaseen

Ich komme hierher, weil Gott hierher kam. Seine Schritte haben diese heiligen Orte berührt. Ihr denkt, dass das Reich Gottes nach Kriegsende auf die Erde kommen wird. Kein Reich Gottes wird kommen! Es wird Feuer auf die Erde kommen, großes Leiden, großes Feuer wird kommen.


Jetzt kommen die Heiligen auf die Erde und ihr Führer ist Christus selbst. Sie kommen mit Waffen in der Hand. Früher waren sie schwach, aber jetzt kommen sie mit Waffen in der Hand, jetzt sind sie bewaffnet und stark. Ihre Waffe sind die Wahrheit und die Liebe. Der Mensch des Guten wird jetzt stark sein und wenn der Mensch des Bösen ihn sieht, wird er fliehen. Die Erde wird von den schlechten Menschen gereinigt, diese werden die Erde verlassen, die ein Ort der Berichtigung ist.


Jetzt ist der erste Helfer Christi Erzengel Michael, er ist der Aktive. Die Engel wechseln einander im Dienst ab, der mehrere Jahrhunderte dauert. Zur Zeit des Propheten Daniel war der Erzengel Michael im Dienst und der Prophet sprach mit ihm. Jetzt ist das zweite Kommen, jetzt ist das Ende des Zeitalters. Alles, was im 24. Kapitel des Matthäus-Evangeliums und im 12. Kapitel des Buches Daniel steht, bezieht sich auf die Gegenwartszeit. Wenn diese Tage des Leidens nicht verkürzt werden, wird kein Fleisch gerettet, aber um der Auserwählten willen werden sie verkürzt. Es wird Bürgerkriege geben, die schrecklich sein werden und wir wollen sie nicht. Es wird großen Hass zwischen den beiden Klassen geben, zwischen den gegensätzlichen Elementen wird es großes Blutvergießen geben. In vielen Ländern werden Bürgerkriege toben, aber dasjenige Volk, das näher bei Gott ist, wird es leicht haben. Danach werden sich die himmlischen Kräfte, die Natur selbst empören und es werden große Erdbeben kommen. Wo es Dürre gegeben hat, wird es Wasser geben und umgekehrt. Nach diesen Leiden werden diejenigen, die sich gerettet haben werden, in das Reich Gottes eintreten, wo es unendliche Schönheit gibt. 


Bleibt wach! Kein Haar wird vom Kopf des Wachen und Gerechten fallen! Seid wachsam, denn nur wer alle Leiden bis zum Ende erträgt, wird in das Reich Gottes eintreten und in den gegenwärtigen größten Leiden und Schrecken müssen die Auserwählten inneren Frieden, inneren Glauben und innere Liebe haben, sie dürfen sich nicht entmutigen lassen, sondern sie sollen arbeiten!


Im Kapitel 12 des Buches Daniel ist vom zweiten Kommen des Erzengels Michael die Rede und während seiner Zeit werden die größten Leiden kommen, welche die Menschheit noch nicht gesehen hat. Da Erzengel Michael einen Sonneneinfluss hat, wird die Kultur, die er bringen wird, die Kultur der Sonne sein. Dann wird der Mensch des Guten stark und der Mensch des Bösen machtlos sein. Nach diesem Leiden werden viele Menschen klüger, viele Gesellschaften werden in Ordnung gebracht sein.


Jetzt spiegeln die Kämpfe auf der Erde jene Kämpfe wider, die in der unsichtbaren Welt zwischen der Weißen und der Schwarzen Loge geführt werden, aber die Weiße Loge – das Gute – wird siegen. Die dunklen Geister werden gefesselt und in den Abgrund geschickt werden. Die Menschheit erlebt jetzt ihr wichtigstes Zeitalter. Freut euch, dass ihr in dieser Zeit lebt und beteiligt euch an der Ausbildung des Neuen! Bevor Erzengel Michael seinen Dienst angetreten hatte, war Erzengel Gabriel im Dienst. Erzengel Michael ist wie eine kollektive göttliche Welle mit einer großen Armee von Engeln. Diese Engelsarmee wird in vier Gruppen eingeteilt werden, weil es auf der Erde vier Arten von Menschen gibt, deren Blut nicht das gleiche ist. Dann werden sich die Türen des Reiches Gottes öffnen und derjenide, der bereit ist, wird es betreten, er wird in das neue Leben eintreten und das ist die Auferstehung. Vom Leben geht es zur Liebe Gottes, von ihr – zu allem. Mit Liebe soll man arbeiten und helfen. Niemand kann sich erheben und Vollkommenheit erlangen, solange er nicht liebt. Jetzt hat Gott einen großen Plan und lasst uns Ihm immer danken, denn Er ist derjenige, der uns am meisten zuhört und die Wesen liebt, Er ist es! Vergesst das nicht! Ich bin an diesem Tag ins Rilagebirge gekommen, um eine großartige Arbeit zu erledigen, ich habe eine Mission. Ihr kennt sie nicht und ich darf euch nichts darüber sagen. Lasst eure Ergebnisse von meiner Mission erzählen. In diesem Moment sehe ich viele helle Seelen in Bulgarien. Es gibt solche auch in den anderen Ländern und alle arbeiten daran, das Gute auf der Erde aufzubauen.

„Die innere Stimme Gottes“


Aus dem Buch „Wohlklänge aus der Zukunft“ – Erinnerungen der Opernsängerin Zvetana-Liljana Tabakova (1913-1995):

21.1.1943, Izgreva, Sofia

… Der Meister machte die Schachtel auf, nahm die Geige heraus umd begann eine traurige Melodie zu spielen. Ich habe sie notiert. Der Meister sang und spielte diese traurige Melodie mit den unverständlichen Worten einer alten Sprache. Er sagte: „Diese Worte gehören zur Sprache Vattan: „Вену Бахар, Салиму сенет. Туси Бахар, Вену сенет. Туси Бахар, Вену Бахар, Салиму сенет. Вену ил биют. Биют. Биют. Биют./„Venu Bahar, Salimu senet. Tussi Bahar, Venu senet. Tussi Bahar, Venu Bahar, Salimu senet. Venu il bijut. Bijut. Bijut. Bijut.“

Bruder Christo fragte: „Was bedeuten diese Worte, Meister?“ – „Liebe und sei frei. Höre die innere Stimme Gottes. Geh voran und zögere nicht auf deinem Weg.“ Dieses Lied hat den Titel „Die innere Stimme Gottes“.

„Die innere Stimme Gottes“ in der Interpretation von Ognjan Nikolov

Eine Übung bei schwierigen Gefühlen


Jetzt werde ich euch eine praktische Methode geben, mit der ihr leicht fertig werden und aushalten könnt, wenn ihr von schwierigen Gefühlen und unangenehmen Gedanken angegriffen werdet. Wenn sich ein unangenehmes Gefühl in euer Herz schleicht, stellt euch vor, ihr lebt in der ersten Periode des Christentums und werdet wegen eures Glaubens gefoltert. Man verfolgt und foltert euch, bis man euch endlich zum Scheiterhaufen führt, wo ihr lebendig verbrannt werdet. Und das alles ertragt ihr mit Standhaftigkeit. Dann sagt euch: „Wenn ein Christ wegen seiner Überzeugungen auch das Feuer ertragen kann, warum kann ich dann kein unangenehmes Gefühl ertragen?“ Seid bereit, geduldig das Leiden zu ertragen. Wenn euch ein unangenehmer Gedanke quält, so nehmt ihn aus eurem Verstand heraus und seht euch seine Form an. Prüft, was er von euch will und redet mit ihm. 

Man muss üben, beobachten, was in seinem Bewusstsein und Unterbewusstsein verborgen ist, um zu wissen, was in einem geschieht. Jemand macht bestimmte Bewegungen mit seinen Händen und Füßen und wenn er gefragt wird, was diese Bewegungen bedeuten, zuckt er die Achseln und sagt, dass er ihre Bedeutung nicht kennt und nicht versteht. Bei jeder Bewegung, die ein Mensch macht, muss er den Sinn erkennen. Dabei müssen seine Bewegungen natürlich sein. Wenn jemand nervös ist, macht er viele Bewegungen, er kann sich nicht beherrschen, nicht unter Kontrolle bringen. Diese Bewegungen sind unnatürlich, unharmonisch, deshalb muss er sich konzentrieren und die Kräfte seines Organismus regulieren.

Wenn ihr nervös seid, macht folgende Übung: Setzt euch auf einen Stuhl vor den Tisch, streckt den Körper gut und legt die Hände auf den Tisch. Haltet die Hände etwa 10 bis 15 Minuten in dieser Position und konzentriert dabei eure Gedanken zuerst auf die Daumen, dann auf die Zeigefinger, dann auf die Mittelfinger, auf die Ringfinger und schließlich auf die kleinen Finger beider Hände. Dann legt die rechte Hand auf die linke; danach – die linke auf die rechte und konzentriert wieder die Aufmerksamkeit auf die Finger. Während ihr euch auf die Finger konzentriert, verbindet euch im Geist mit allen guten, gesunden Menschen, die ein reines und edles Herz, einen philosophischen Verstand und ein tiefes Verständnis des Lebens haben. Sobald ihr euch mit diesen Menschen verbunden habt, erhebt eure Gedanken zu Gott und betet alle gemeinsam. Wer diesen Versuch unternimmt, wird ein Ergebnis haben, wird die Kraft des kollektiven Gebets verstehen. Was gibt es Schöneres für den Menschen, als sich mit allen guten Menschen auf Erden zu verbinden und mit ihnen zu Gott zu beten? Dieses Gebet wird unbedingt angenommen. Wenn ein Mensch auf diese Weise betet, sitzt ein Engel neben ihm und leitet sein Gebet zu Gott weiter. Nur reine Seelen vermitteln die Gebete der Menschen. Sie dienen als Kanäle, durch die die Gebete aufsteigen. Der menschliche Geist ist ein Kanal, durch den die Seele ihre Gebete überträgt.


Aus dem Vortrag „Beständige Verbindungen“, Allgemeine okkulte Klasse, 27.10.1926, Sofia

Das Erwachen des kollektiven Bewusstseins

Vortrag vom 19.08.1921, Veliko Tarnovo, Sondervorträge

(in leicht redigierter Form von hier übernommen)

Bitte, seid so gut und hört mir zu, ich werde nicht lange sprechen. Zu einem klugen Menschen braucht man nicht lange zu sprechen, wenig soll man zu ihm reden, jedoch vernünftig und veständlich. Weil ihr meine Achtung und Ehrerbietung habt, will ich kurz und verständlich zu euch wie zu vernünftigen Menschen sprechen.

Das Leben auf der Erde ist Musik. Dieses Leben entwickelt sich in drei Richtungen. Wenn ich mich mittels der Sprache der Musik ausdrücken sollte, würde ich es so sagen: Einmal geht es in Dur, so wie sich die Militärs ausdrücken; ein anderes Mal in Moll, wie der Ausdruck der Trauer; ein drittes Mal geht es in chromatischer Tonleiter, die die ersten beiden Tonleitern in sich vereint. Das sind drei große Gesetze, die unser Leben regeln. Verstehen wir nicht den tieferen inneren Sinn des Lebens, dann halten wir uns bei den unbedeutenden Dingen auf und fragen uns, warum das Leben so geschaffen ist und nicht anders.r Augen, dass ich jene positive Ansicht einer Lebenserfahrungswissenschaft unterstütze, die wir neunundzwanzigmal geprüft haben und in uns gibt es auch nicht den hundertmillionsten Teil eines Zweifels an unseren Worten. Zweifel ist ein Merkmal der Unwissenheit in der Welt. Ich sage nicht, dass Unwissenheit schlecht ist, sondern sie ist ein Entwicklungsprozess. Alle kleinen Kinder, die auf die Welt kommen, sin Unwissende, ihr Bewusstsein muss allmählich aufgeweckt und entwickelt werden.

Also, das menschliche Bewusstsein verläuft (wenn ich mich streng wissenschaftlich ausdrücken soll) in drei Stufen: der essentiellen Stufe, der substanziellen Stufe und der materiellen Stufe. Die essentielle Seite beinhaltet die Prinzipien des Lebens, die substanzielle Seite beinhaltet die Gesetze des Lebens und die materielle Seite die Fakten des Lebens. Das Gruppieren der Fakten in der Welt, das sind unsere kleinen privaten Erfahrungen, die wir sammeln, wenn sie entstehen, bildet also ein Gesetz und wir sagen, dass das Gesetz in dieser oder jener Weise zum Ausdruck kommt. Die heutigen gelehrten Leute sagen von dem Gesetz, dass es etwas Mechanisches sei, aber das Gesetz ist ein lebendiges Wesen. Ein Gesetz kann es nur in Lebewesen geben, die selber vernünftig sind und deren Bewusstsein von der materiellen Seite, von den Fakten zu den Gesetzen und vom Einzelnen zum Allgemeinen sowie vom Allgemeinen zum Gesamten übergegangen ist.

Wir fragen uns, was das Wichtigste für uns ist, wenn wir uns auf der Erde behauptet haben. Unter den heutigen Bedingungen meinen die Leute, dass das Wichtigste für das Leben auf der Erde sei die materielle Sicherheit, und alle Völker – einzeln und gemeinsam – streben nach materiellem Wohlstand und Sicherheit. Heute haben wir einen so genannten Wirtschaftskampf. Das Streben der Völker nach materieller Sicherheit ist eine Strömung. Das bedeutet, dass das menschliche Bewusstsein vom Materiellen zum Substanziellen übergeht oder dass ein Erwachen des kollektiven Bewusstseins im Menschen stattfindet. Die Menschheit hat bis jetzt im kollektiven Unterbewusstsein, wie die Tiere, gelebt, aber von jetzt an geht die gesamte Menschheit zum kollektiven Bewusstsein über,d.h. die Menschen beginnen zu verstehen, dass einer für den anderen notwendig ist. Bis jetzt hat jeder Mensch für sich allein gelebt, jeder hat für sich allein nach Rettung gesucht. Aber jetzt hat die ganze Menschheit einen inneren Impuls, den gemeinsamen Zustand zu verbessern so dass sich die Lage nich nur für eine, sondern für alle gesellschaftlichen Klassen verbessert, und zwar auf vernünftige Art und Weise. Wir dürfen nicht denken, dass wir das Leben allein verbessern werden.

Nein, vor Tausenden und Abertausenden von Jahren hat die Menschheit ihre Lage verdorben. Es gibt Ursachen dafür, die wir jetzt nicht erläutern wollen. Es gab die Zeit, wo die Erde einem Paradies ähnlich war. Die Pflanzenwelt war so reich, es wuchsen Tausende und Millionen Früchte und die Menschen haben sich nur von Früchten ernährt. Dann aber ist, verursacht durch gewisse physikalische Faktoren, die Eiszeit über die Erde gekommen. Die Fruchtbarkeit der Erde ist zurückgegangen und als Folge begannen die Menschen Fleisch zu essen, nicht nur die Tiere zu schlachten, sondern auch sich gegenseitig zu töten und zu fressen. Deshalb ist der Ausdruck „Ich werde dir das Blut aussaugen“ bis heute geblieben. Ich frage euch, wenn einer des anderen Blut aussaugt, was hat er davon? Das ist ein Unverständnis des Lebens. Nicht nur die gewöhnlichen Menschen, sondern auch die Gläubigen und Geistlichen, die eine Spitzenposition einnehmen, verstehen sich nicht untereinander. Sie denken, dass sie eine Verbindung, eine Kommunikation zu Gott und deshalb einen Führungsanspruch haben, aber sie haben das richtige Verständnis des Lebens verloren. Ich spreche die Wahrheit. Nicht dass die anderen nicht die Wahrheit sprechen wollten, sie verbergen die Wahrheit nicht bewusst, sie wissen es einfach nicht anders. Wenn sich ein Mensch einen Dorn in den Fuß getreten hat, dann wird er nervös. Zieht man ihm den Dorn heraus, so wird er sich beruhigen. Wenn also die heutigen Menschen schlecht erscheinen, dann hat jeder von ihnen einen Dorn im Körper, der ihm keine Ruhe lässt. Der Heilige Apostel Paulus sagt, dass er einen Dorn gehabt habe, der ihm keine Ruhe gegeben habe. Keinen Menschen ohne Dorn habe ich bisher getroffen. Wir können nicht richtig denken, solange dieser Dorn in uns sitzt. Wegen dieses Dornes ist unsere Phlosophie entstellr. Zieht den Dorn heraus und ihr werdet die richtige Lebensphilosophie haben.

Ein Engländer – Händler war er – bat einmal einen englischen Priester, ihm zu erklären, was die Bibel lehrt. Der Priester erzählte ihm dies und jenes. Der Händler sagte: „Nein, nein, erkläre mir konkret, in wenigen Worten, worin diese Lehre besteht“. Er wollte wie in einer Walnuss den Kern sehen und die Lehre verstehen. Schließlich sagte ihm der Priester: „Kaufe dir eine Bibel und du wirst viele Dinge daraus lernen“. Der Händler kaufte sich eine Bibel und las viele Dinge darin, aber seitdem gingen seine Geschäfte zurück und er machte hohe Verluste. „Seitdem ich mir dieses Buch gekauft habe, bin ich nur noch vom Unglück verfolgt“, ärgerte sich der Kaufmann. Und so warf er eines Tages das Buch ins Feuer. Als die Bibel brannte, fiel ein kleines Stückchen von einem Blatt herunter und verbrannte nicht. Der Kaufmann nahm das Zettelchen und las: „Gott ist Liebe.“

Die heutigen Christen fragen sich, was für eine Religon das Christentum sei. Sie erzählen Verschiedenes über das Christentum. Nein, nein, Gott ist Liebe, die die Menschen vereinen soll, damit sie in Liebe, Frieden und Brüderlichkeit leben. Und ob die Menschen Könige, Regierende oder was auch immer sind, das ist eine Nebensache. Alle Menschen müssen in Liebe, als Brüder leben und einander achten, alles brüderlich miteinander teilen, nicht mit Gewalt, sondern freiwillig und bewußt.

Wenn wir diese Frage ansprechen, entstehen daraus andere Fragen: Gibt es ein Leben nach dem Tod oder nicht, welche Religion ist die wahre usw. Ich sage: Auf der Welt gibt es nur eine Lehre, die die Heimstätten verbessern kann und das ist die Lehre der vernünftigen Liebe, nicht die der heutigen Klassenliebe. Prinzipielle Liebe, Liebe, die die Selbstaufopferung, die Mutterliebe, die Bruderliebe, die Freundesliebe, die heilige Liebe, die Liebe des erhabenen Menschen in der Welt beinhaltet. Wenn uns diese Liebe erfüllt, dann öffnen sich unsere Augen.

Viele Leute in der Welt glauben heutzutage nicht, dass der Mensch einen sechsten Sinn hat, mit dem er sehen kann. Jeder kann sehen. Wenn sich ein junger Mann in eine hässliche Jungfrau verliebt, sieht er in ihr das, was die anderen Leute nicht sehen. Er sagt: „Diese Jungfrau ist ein Edelstein“. Wenn wir jemanden lieben, sehen wir seine Fähigkeiten, seine Begabungen. Wo sind die? Es gibt einen Ort, wo wir diese Begabungen sehen. Aber wenn wir jemanden nicht lieben, dann schreiben wir ihm die schlechtesten Eigenschaften zu – er sei so und so!

Ein großes Gesetz beginnt in der Welt zu wirken. Denkt daran, dass die Welt in eine neue Phase getreten ist und in weniger als zehn Jahren wird sich dieser Einfluss erhöht haben. Dieses große Gesetz funktioniert jetzt in allen Menschen, im menschlichen Bewusstsein, in den menschlichen Herzen. In der Unruhe der heutigen Menschen wird die Wirkung dieses Gesetzes sichtbar. Warum sind sie unruhig? Wenn sie arm sind, dann würde ich sagen, sie arbeiten zu viel und sind deshalb unruhig. Das wäre verständlich. Aber warum sind die Gelehrten, die Reichen unruhig? Sowohl sie, als auch die gläubigen Menschen sind unruhig. Warum? Weil sie nur Gläubigkeit haben, aber keinen Glauben. Wenn heute die Menschen für ihren Glauben verfolgt würden, weiß ich nicht, wie viele das ertragen könnten. Heute sind sie alle Christen, weil niemand sie verfolgt. Der Glauben wird jedoch in beschwerlicher Lage geprüft. Die Selbstaufopferung wird in der Armut, im Elend geprüft. Wenn der Mensch sein Leben zu opfern bereit ist, dann wird auch sein Charakter der Prüfung unterzogen.

Und was ist jetzt das höchste Gut in der Welt? Das Wohl des Individuums, das Wohl eines Volkes, das Wohl der gesamten Gesellschaft oder das Wohl der ganzen Menschheit? Das ist ein und dasselbe. Der Mensch ist eine Miniaturausgabe der gesamten Menschheit. Folglich stellt ein Volk in seiner Entwicklung die Menschheit in verkleinerter Form dar. Wenn wir daher von einem Individuum sprechen, verstehen wir den Menschen als ein Samenkorn. Wenn wir von einer Gesellschaft sprechen, verstehe ich, dass dieses Korn zu wachsen begonnen hat. Sprechen wir aber über die Menschheit in ihrer Gesamtheit, so verstehe ich, dass sich das Samenkorn verzweigt und Blüten und Früchte angesetzt hat. Wenn wir das Leben so sehen, erkennen wir, dass jeder von uns ein notwendiger Faktor für die Menschheit ist.

Die Menschheit verstehen wir nicht so, dass die Hälfte von ihr für ein Leben im Paradies und die andere Hälfte für ein Leben in der Hölle geschaffen wurde. Ich weiß – wenn wir Gott als Liebe begreifen, dann leben wir alle im Paradies und außerhalb davon ist nichts als Leere. Um Gott zu erkennen, müssen wir Liebe haben. In dieser Liebe ist jeder Mensch, jede Form ein Faktor. Die Formen, in denen wir jetzt existieren, sind nicht vollkommen. Denkt ihr, dass ihr zum ersten Mal auf die Welt kommt und zum ersten Mal geboren worden seid? Nein, ihr alle habt eine lange Geschichte hinter euch und wenn jemand euch eure Geschichte beschreibt, wird es euch sehr interessant erscheinen, was ihr in eurer Vergangenheit wart und was ihr in der Zukunft sein werdet. Das ist ein großer Prozess, den wir durchlaufen. Wenn zum Beispiel ein Mensch sich richtig entwickelt hat und edel ist, dann begreift er, dass alle Menschen in Liebe leben müssen. Egal, was für ein Mensch er ist, er wird alle Bedingungen des Lebens annehmen und das gemeinsame Wohl anstreben. Nur die Liebe schenkt alle diese Bedingungen.

Ich werde nicht darauf eingehen zu erklären, woher die Kämpfe in der Welt kommen. Für mich entstehen sie auf ganz natürliche Weise. Ich will es am folgenden Beispiel erklären: Nehmt zwei nahe beieinander wachsene Bäume. Diese beiden Bäume mit ihren zahlreichen Blättern, Blüten, Zweigen leben gut, brüderlich, zärtlich miteinander. Dann aber kommt ein plötzlicher Wind auf und die Zweige und Blätter verflechten sich, umschlingen sich. Der Wind wird stärker, ein Gewitter zieht herauf, die Zweige schlagen heftig gegeneinander. Sie fragen sich: „Warum seid ihr so verwickelt?“ Wo liegt die Ursache, außen oder innen? Der Grund ist äußerlich. Die Ursachen für die Missverständnisse zwischen den Menschen heute sind äußerlich, das sind die wirtschaftlichen Bedingungen. Dieser Wind ist es, der die Menschen dazu zwingt, sich misszuverstehen und gegeneinander zu kämpfen. Manche fragen, wie lange dieses Gewitter denn dauern wird. Ein Gewitter kann vierundzwanzig Stunden, achtundvierzig Stunden, höchstens drei Tage dauern und danach kommen alle Blätter zur Ruhe. Ein solcher Sturm herrscht jetzt in der Welt. Er stößt und rüttelt uns, Beine und Köpfe werden gebrochen. Ärgert euch deshalb nicht, dieser Sturm wird bald vorüber sein. Der soziale Sturm wird in fünfundvierzig Jahren vorüber sein, aber nur, wenn die Menschen klüger werden. Wenn sie jedoch keine Lehre aus ihren Erfahrungen ziehen, um ihr Leben zu verbessern, dann wird der Sturm noch länger andauern. Aber wenn die Menschen sich von der Erfahrung belehren lassen, dann wird sich die Dauer des Gewitters verkürzen, denn das große Gesetz, das die Welt regiert, ist vernünftig – ohne Unterschied, ob der Mensch glaubt oder nicht.

Es gibt eine vernünftige Kraft, ein großes Gesetz in der Welt, das die Menschen einheitlich wirken und denken lässt, unabhängig davon, ob sie glauben oder nicht. Ich habe mehrmals Leute gesehen, die nicht an Gott glauben, die Kirche nicht besuchen, sich aber ins Wasser stürzen, um jemanden zu retten. In einem solchen Menschen gibt es kein mechanisches Gesetz, aber ein anderes – er ist mit dem Gesetz der Selbstaufopferung geboren. Man trägt in sich also etwas Größeres als die formelle Religion. Die Religion ist später in die Welt getreten. Einige fragen: „Bist du gläubig?“ Der Mensch kann sehr gläubig und trotzdem nicht aufrichtig sein. Die Religion ist kein Schild, das anzeigen soll, ob man ehrlich ist oder nicht. Um sich davon zu überzeugen, solltet ihr alle gottgläubigen Händler aufsuchen und sich deren Rechnungen und Verkaufsweise anschauen. Ein anderes ist das Gesetz, das die Welt regiert. Die Liebe muss in den Herzen existieren und die Menschen müssen sich bewusst sein, dass sie ihren Bruder nicht belügen dürfen. Das wird sie zwingen, die Interessen der anderen Menschem wie ihre eigenen wahrzunehmen und ihrem Bruder keine schlechte Ware zu verkaufen. Nur wenn wir unsere Dinge so sehen, dann können wir uns verstehen.

Wenn wir von der ethnischen Zugehörigkeit ausgehen und die Frage stellen: „ Bist du ein Bulgare, ein Engländer, ein Franzose, ein Deutscher? „, werden wir uns nicht verstehen. Wir sagen: „Ein Bulgare das ist etwas Schlechtes“. Das sind nur individuelle Ideen, das ist kein kollektives Bewusstsein, das ist auch kein Göttliches Gesetz. In den Völkern äußert sich das Göttliche Gesetz noch nicht. Jeder kümmert sich nur um die eigene Wirtschaft. Kein Volk hat einen Vorteil den anderen Völkern gegenüber, jedes hat seinen eigenen Platz. Wenn ich zum Beispiel meine Hand hebe und nur einen einzigen Finger ausstrecke, kann sich dieser Finger als vorrängig betrachten. Doch was geschieht dann? Ein Finger zeigt nur die Richtung der Dinge, aber mit einem Finger kann man nicht arbeiten; Die Arbeit wird mit allen Fingern gemacht und jeder hat seinen eigenen Platz an der Hand. Nur wenn alle Finger zusammen sind, haben wir die ganze Hand, die ein Zeichen des Willens ist und ihre Pflicht erfüllen kann. Ein Volk ist also an seinem Platz, wenn es seine Lage als ein Teil der Menschheit oder als ein Organ innerhalb des ganzen Organismus versteht, das rechtzeitig seine Pflicht erfüllen muss.

Die heutigen Menschen wollen an ihrem alten Gott festhalten. Seid nicht beleidigt. Dieser alte Gott hat alle Kriege, alle Gewalttätigkeiten, das ganze Unglück gebracht. Im Gott der Liebe aber gibt es keinerlei Lügen. Der Gott der Liebe schaut auf alle Menschen, wie auch auf die kleinsten Wesen mit derselben Liebe, mit demselben Mitleid und ist jedem bereit zu helfen. Und wenn ein kleines Wesen mit zerstörter Form zu Ihm kommt, dann gibt ihm Gott eine neue Form und sagt:„ Setze deine Arbeit fort, fürchte dich nicht, gehe weiter.“ Ich frage jetzt: Wenn wir nach fünfzig, sechzig Jahren unser Leben auf der Erde beenden, was haben wir dann gewonnen? Nehmen wir an, eine Mutter hat eine sehr schöne Tochter geboren, ein ausgezeichnetes Mädel, gut angekleidet, viele Jpnglinge umgeben sie, sie ist glücklich. Ich frage: Wie lange wird das dauern, fünf, zehn, fünfzehn Jahre? Im Laufe der Zeit erscheinen Falten im Gesicht, Schöhnheit und Frische gehen verloren, sie wird hässlich und die Jünglinge wenden sich ab. Andere Schöhnheiten treten auf und ersetzen sie. Über sie wird die Unzufriedenheit kommen, dass ihr Leben keinen Sinn hat, dass sie unglücklich ist. Zuerst war sie zufrieden, aber dann hat ihr Leben seinen Sinn verloren. Sie ähnelt jenem europäischen Schriftsteller, der in einem Buch den Menschen als das edelste Wesen auf der Erde und das Leben als etwas Herrliches beschrieben hatte. Nachdem er aber eine Krise durchgemacht hatte und von den Menschen enttäuscht war, schrieb er ein anderes Buch, in dem er die Menschen als die schlechtesten Lebewesen und das Leben als die schlechteste Sache auf der Welt darstellte. Also wenn es uns gut geht, sagen wir: „Alles ist gut, Gott ist gut.“ Wenn uns aber ein Unglück, eine Katastrophe oder eine Untat widerfährt, die wir nicht erwartet haben, dann sagen wir :„ Es gibt keinen ungerechteren Gott in der Welt als den jetzigen.“ Die Welt geht den ihr bestimmten Weg.

Vor einiger Zeit kam zu mir eine sehr intelligente, gebildete Frau, die von mir eine Frage, ein Missverständnis gelöst haben wollte. Es war Folgendes: Ihr Mann (als er noch jung war) weilte einmal während einer Ausstellung in Antwerpen. Er hatte gehöhrt, dass es in dieser Stadt einen Mann gebe, der den Leuten in schlafendem Zustand die Zukunft voraussage. Der junge Mann hatte Interesse daran und ging zu ihm, um auch etwas über seine Zukunft zu hören. Der schlafende Mann sagte zu ihm: „ Du heiratest sehr jung, vier Kinder wirst du haben, von denen eines stirbt. Du wirst aus Liebe heiraten und zehn Jahre lang ein glückliches Familienleben führen. Dann wird eine blonde Frau in dein Haus kommen und dein Familienleben zerstören und du wirst mit ihr leben. Wenn du aber diese Prüfung bestehst, dann kehrst du zehn bis fünfzehn Jahre später zu deiner ersten Frau zurück und lebst weiterhin glücklich mit ihr.“ „ Und wirklich“, sagte die Frau, „ein Kind ist uns gestorben und zwischen den Büchern meines Mannes habe ich diesen Zettel mit den Zukunftsprophezeiungen gefunden. Die blonde Frau ist zu uns gekommen und hat uns das Leben verdorben.“ Dann fragte die Frau, was sie machen soll, ob sie ihren Mann verlassen soll. Ich habe ihr geraten, die Geschichte weiter zu verfolgen und abzuwarten, ob sich auch der zweite Teil verwirklichen wird. Sie hat gefragt, wie solche Sachen geschehen. Meine Antwort lautete: „Das Leben ist vorbestimmt, aber nicht fatal; Es gibt eine Reihe von Ursachen, die das menschliche Schicksal bestimmen.“

Auch unser Leben wird, so wie es sich entwickelt, von einer Reihe vorausgegangener Ursachen bestimmt. Wenn wir diese Ursachen nutzen, dann können wir unser Leben verbessern, können mit dem Bösen in der Welt kämpfen, es besiegen. Das nennen die Inder Karma oder Sündenfall. Wir können es überwinden. Ein Mensch, der fallen, eine Sünde begehen kann, der kann auch wieder aufstehen und siegen. Aber die heutigen Gläubigen verfallen in ihren Auffasungen ins andere Extrem: Sie behaupten, die Religion werde unser Leben völlig verbessern. Das ist nur zur Hälfte wahr. Die Religion kann unser Leben nicht völlig verbessern. Diese Behauptung ist nur zu fünfzig Prozent richtig, weil wir selbst zu fünfzig Prozent ein Faktor für unser Schicksal sind. Es gibt auch noch weitere Faktoren, die unser Leben bestimmen. Ich sage: In unserem Leben spielt zu fünfzig Prozent das Schicksal, die Natur eine Rolle, fünfundzwanzig Prozent entfallen auf uns selbst und fünfundzwanzig Prozent auf die Gesellschaft. Wenn also diese drei Faktoren gemeinsam wirken, erfolgt ein Aufschwung, eine Verbesserung in esoterischer und moralischer Hinsicht. Um das zu verwirklichen, müssen unbedingt viele Personen in ein und derselben Richtung wirksam sein. Kommt der Frühling nur mit einer Blume? Nein, er kommt mit vielen Millionen von Blumen. Dann kommen die Bienen und all diese große Bewegung in der Natur beginnt. Und damit entsteht eine Gesamtheit.

Aus esoterischer Sicht sind wir also wie kleine erblühte Blumen, d.h. unser Bewusstsein ist auf einer solchen Entwicklungsstufe, dass wir erst jetzt begonnen haben, das Gute vom Schlechten zu unterscheiden. Ihr sagt, man dürfe doch ein bisschen schwindeln. Nein, im bewussten Leben hat absolut keine Lüge Platz, so wie in der Mathematik keinerlei Fehler zulässig sind, weil jeder in der Architektur oder in der Technik zugelassene Fehler unerwünschte Folgen hätte. So führt auch die Lüge, die wir in unserem Leben zulassen, zu solchen Ergebnissen in unserem Bauwerk, genau wie die falschen Berechnungen eines Architekten. Die gegenwärtigen spirituellen Menschem müssen doch Regeln haben, so wie die Musiker. Gebt diesen Leuten ein Musikstück und alle werden beim Spielen den Takt einhalten. Gebt einigen berühmten Malern ein Bild und alle werden es nach dem gleichen Gezetz malen. Gebt einigen Mathematikern eine Aufgabe und sie werden die Aufgabe nach dem gleichen Gezetz lösen. Wenn wir aber auf das geistige Leben zu sprechen kommen, sagen wir: „Wir brauchen keine Musik, wir brauchen keine Berechnungen. Gott wird es schon richten.“ Nein, meine Freunde, im geistigen Leben wird strenge Mathematik gefordert. Ob ein Mensch oder ein Volk glücklich oder unglücklich ist, hängt von bestimmten zugelassenen Tatsachen ab.

So hat dieses große Gesetz, das das Leben der gegenwärtigen europäischen Völker regiert, sie auf ihren heutigen Platz gestellt. Diese fast abgeschlossene Zivilisation hat in Ägypten begonnen, hat Syrien, Persien, Rom, England, Deutschland, Amerika durchwandert und kehrt jetzt wiederum nach Russland und in den östlichen Erdteil zurück. Von dort aus nimmt sie eine andere Richtung. Diese Welle, die in die Welt kommt und die Menschheit bewegt, ist nicht mechanisch. Euch allen ist es bestimmt, an ihr teilzunehmen, ob ihr wollt oder nicht. Auch wir müssen bewusst daran teilnehmen.

Worin besteht der Edelmut eines Volkes? Warum sind die Engländer edel? Weil es bei ihnen ein erwachtes kollektives Bewusstsein gibt. Obwohl auch sie Fehler haben, korrigieren sie diese leicht. Unter ihnen gibt es die meisten Esoteriker. Jedes Volk, in dem das kollektive Bewusstsein erwacht, erkennt gewissermaßen, dass alles dem gemeinsamen Zweck unterordnet werden muss. Die Engländer haben das in gewissem Maße verstanden. Dieses Bewusstsein bildet sich nicht nur bei den Engländern heraus, sondern überall, auf der ganzen Erdkugel. In alle armen Leute, in alle armen Witwen und Waisen ist dieses Bewusstsein eingedrungen. Wisst ihr, in welcher Lage ihr euch heute befindet? In der Lage jenes amerikanischen Predigers, für den es Brauch geworden war, jeden Tag arme Kinder in sein Haus zu laden und ihnen zu essen zu geben. Er hatte die Gewohnheit, vor dem Essen gemeinsam mit ihnen das Vaterunser zu beten. Eines Tages fand er ein Waisenkind, brachte es in sein Haus um es zu bewirten, sagte ihm aber vorher:

– Beten wir zusammen das Vaterunser.

Sie begannen:

-Vater unser, der Du bist im Himmel,

Geheiligt werde Dein Name…

Das Kind hört auf, schweigt.

– Warum schweigst du?

-So, Gott ist also unser Vater?Ja.

-Also musst du mein Bruder sein?

Mit diesen Worten wollte das Kind sagen:“Du bist Prediger, du schläfst in einem weichen Bett, du isst gut, während ich, dein Bruder, du siehst es selbst, vor Kälte zittere und mich hungrig schlafen lege.“ Der Prediger verstand seine Lage.

So jetzt auch wir. Christus kam, um die Welt zu erlösen. Wir beten:“ Vater unser, der Du im Himmel bist“. In keiner Gesellschaftsordnung darf es Arme geben. Es ist eine Schande, dass es heutzutage arme Menschen gibt. In keinem Volk darf es arme Witwen geben. Es ist eine Schande, dass unsere Schwestern und Brüder ihre Ehre heute für Brot verkaufen! Tausende unserer Schwestern und Brüder sind heutzutage in den Häusern des Lasters und verkaufen ihre Ehre. Und wir sagen: „In der Kirche, im Himmel gibt es Gott, gibt es Christus.“ Ja, dieser Christus erschien wegen dieser Dirnen, um sie zu erlösen. Er kam nicht um der Gerechten willen. Folglich müssen wir heute den Mut haben, unsere vergangenen Fehler zu korrigieren. Wir müssen sie irgendwie berichtigen. Wir müssen unseren gefallenen Schwestern und Brüdern die Hand reichen.

Heute leiden alle Menschen unter unverstandener Liebe. Nehmt irgendeiner Blume, einer Pflanze das Sonnenlicht und ihr seht den krassen Unterschied, der sich auftut. Nehmt irgendeinem Wesen die Liebe und es gilt das gleiche Gesetz. Und so dürfen wir über den Gott der Zukunft nicht wie über ein fernes Wesen reden, sondern wie über ein Wesen, das in unseren Herzen wirkt, damit wir freiwillig, ohne Gewalt, Seinen Willen und Sein Gesetz erfüllen können.

Jetzt seid ihr alle an diese große Tafel der Welt berufen. Dieser Gott der Liebe hat sie berufen, ohne Rücksicht auf eure Lage, auf euer Credo. Heute ruft er euch herüber zu kommen, einen Schritt nach oben zu machen, nicht als Bulgaren, nicht als Protestanten, nicht als Orthodoxe, nicht als Katholiken, nicht als Mohammedaner, sondern als vernünftige Wesen, als von einem Vater geborene Brüder, in deren Adern das gleiche Blut fließt. Ein und das gleiche Blut fließt in den Adern aller Menschen. Begreifen wir diese Tatsache, das ist die neue Lehre, so muss die Religion reformiert werden. Wenn die Religion der Zukunft das große Gesetz nicht begreift, ist sie dazu verurteilt, dass sie in hundert Jahren mit einem „Gott habe sie selig“ versehen wird. Ich sage eine große Wahrheit. Das muss die Geistlichkeit wissen und ihrer Kirche das Motto geben: „Gott ist Liebe und wir alle opfern uns für die Liebe.“ Und alle: Bischöfe, Pfarrer, Mütter, Lehrer, Richter müssen dieses Gesetzt aufschreiben. Das muss das allgemeine Prinzip sein – die Liebe. Und wenn wir uns begegnen, erkennen wir, dass wir Brüder sind. Dann werden wir andere Kenntnisse, eine andere Wissenschaft haben und die zwischen uns stehenden Hindernisse werden verschwinden. Und dann beginnt ein neues Leben, das Frieden und Freude bringt, Frieden in unserem Verstand, Freude in unseren Herzen und Kraft im menschlichen Willen.

Jetzt, wenn wir alle in diesem kollektiven Bewusstsein der Menschheit leben werden, ist es an der Zeit zu wissen, dass es keinen Tod gibt. Die menschliche Seele, das menschliche Bewusstsein ist unsterblich. Der menschliche Körper verändert sich, seine Form wird anders, aber das ist unwesentlich. Der Mensch wechselt viele Körper, viele Organe, aber als Seele, die sich weiterentwickelt, als Bewusstsein in der Natur, ist er unvergänglich. Das ist eine Tatsache, die keine Ausnahme kennt. Prüft die Wahrheit und ihr werdet es sehen. Also ich sage euch: Prüft die in euch angelegte Wahrheit, sucht euer Ideal in euch, in eurer Seele. Dieses Ideal findet ihr nicht draußen. Es ist in euren Seelen, in euren Gehirnen, in euren Körpern angelegt, so wie die Energie im Samenkorn angelegt ist und der Samen selbst in der Erde. Er saugt die Säfte aus der Erde und schafft sich sein Wurzelwerk. Genauso sind auch alle Energien in unserem Körper angelegt und nach dem gleichen Gesetzt werden diese Energien vom menschlichen Geist genutzt um alle Organe des menschlichen Körpers zu schaffen.

Ich würde an Folgendes erinnern: Wie viele Jahre waren nötig um eure Hand zu schaffen? Diese Verbindungen oder Fingergelenke beweisen, wie viele Millionen Jahre der Mensch schon gelebt hat, sie zeigen die Geschichte der Menschheit, die Geschichte der menschlichen Entwicklung, den Zustand, den die ganze Menschheit durchlaufen hat. Wenn ich euch sagen würde, dass der menschliche Finger die gesamte Geschichte des Menschen erzählt, würdet ihr entgegnen, dass sei unmöglich, eine Fantasie. Ja, für denjenigen, der die Gesetze der Natur nicht versteht, ist es so.

Eines Tages ging ich mit Freunden in einen Kiefernwald spazieren. Wir blieben vor einer Kiefer stehen und ich sagte: „Die Verzweigungen dieser Kiefer zeigen, in welchem Jahr es mehr Feuchtigkeit gegeben hat und in welchem weniger. Das kann man an ihnen erkennen.“ Ihr könnt es nachprüfen. Wenn es also in einem Jahr einen Überfluss an Regen gab, dann sind die Abstände zwischen den Verzweigungen größer und umgekehrt – wenn das Jahr arm an Regen war, dann sind diese Abstände kleiner. Man kann folglich mathematisch die Feuchtigkeitsmenge berechnen und bestimmen, wie viel es gab. So wirkt sich also die Feuchtigkeit aus.

In unseren Körpern spiegeln sich auch bestimmte Ereignisse wider – individuelle, gesellschaftliche und soziale. Wisst ihr das? Wir tragen in uns die Sünden der gesamten Menschheit. Denkt nicht, dass wir, so weit von Afrika entfernt, nicht die Sünden der Afrikaner trügen. Doch, wir tragen sie. Es gibt eine innere Kraft, die die Menschen verbindet und ihr Leben verflicht. Wenn wir also in Zukunft dieses große Gesetz begreifen, verstehen wir, dass alle Menschen zukünftig gute Bedingungen schaffen müssen, um das ganze heutige Unglück zu überwinden. Ich habe des Öfteren gesagt, dass nur die Mütter imstande sind, das zu schaffen. Jede Mutter, die mit einem Jungen oder einem Mädchen schwanger ist, soll sagen: „Mein lieber Sohn, meine liebe Tochter, ich will, dass du zukünftig nach dem Gesetz der Liebe lebst und die Völle der Liebe vertrittst.“ Wenn sie so spricht, gebiert sie eine Tochter oder einen Sohn, die wie Helden nach dem Gesetz der Liebe leben werden. Jede Mutter muss das ihren Kindern einflößen. Die jungen Leute, die heiraten, müssen sagen: „ Unsere Söhne und unsere Töchter sollen für die Liebe leben, für den Gott der Liebe, der die Menschen vereinigt.“ Die neue Generation wird die neuen Ideen tragen, die Ideen der Göttlichen Liebe. So wie wir uns heute bewegen, so schwächlich, wie wir zur Welt kommen, wie wollen wir da die Menschen umerziehen, die sich Tausende von Jahren entwickelt haben? Da können wir gar nichts tun. Der Mensch kann nur im Mutterleib umerzogen werden, in Liebe zu Gott, allein kann er sich nicht umerziehen. Nur die Mutter ist in der Lage, den Menschen wiederzuschaffen und ihn umzuerziehen. Er selbst ist nur zu fünfzig Prozent ein Faktor für seine Umerziehung. Er gleicht einem Schiff ohne Steuer, das von den Wellen überall hin getrieben werden kann.

In Zukunft müssen sich also die Bedingungen für die Frauen ändern. Frauen, die ein Kind tragen, müssen unter den besten Bedingungen leben, auch die Bedingungen für die Kinder müssen sich verändern. Und das darf nicht mechanisch geschehen, sondern nach dem Gesetz, das in der lebenden Natur wirkt. Lebendig ist diese Natur, sie ist ausgezeichnet; Ich lese in ihr, was für schöne Methoden sie hat! Wenn die Bulgaren die Methoden der Natur anwendeten, würden sie ihre Lage verbessern. Welch reiche Schätze verbergen sich in der Natur! In nur zehn Jahren könnten alle Schulden bezahlt sein. Aber was machen die Bulgaren heute? – Sie erwarten ihre Rettung von irgendwoher, von dort, woher sie nicht kommt. Die Rettung aber ist in dieser lebendigen Natur, die ihre Kräfte zur Verfügung stellt. Die Menschen müssen diese Kräfte in Bewegung bringen, damit sie nach dem Gesetz der Liebe für das Wohl der anderen wirken. So kommt auch ihr Segen.

Also, das große Gesetz fordert die Menschen auf, Brüder und Schwestern zu sein. Nur so werden wir eine neue Wissenschaft der Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit haben. Wie sieht jetzt unsere Wissenschaft aus? Ein kleines Lamm, um das sich das Kind kümmert, es liebt und ihm Kränze windet, – so kommt der Tag, an dem die Mutter sagt: „Wir müssen das Lamm schlachten, damit mein liebes Kind leben kann.“ Das Kind weint. Ihr sagt: „So ist nun mal das Leben.“ Und wie, denkt ihr, wird das Kind erzogen sein? Es wird sich fragen: „Warum erlaubt Gott, der so gut und lieb ist, das kleine Lamm zu schlachten?“ – „Nun, mein Kind, so hat es Gott angeordnet.“ Nein, Gott hat es nicht so angeordnet, wir selbst haben es so angeordnet. Jetzt müssen wir uns von unserem Irrtum befreien! Denken wir nicht, dass Gott das Leben so geregelt hat. Nein, diese Lämmer müssen nicht geschlachtet werden. Wir haben heute eine Kultur des Tötens, des Verkrüppelns der Beine von diesem und von jenem. Man hört nur: Bum-bum. Alle sagen „ Das ist für die Heimat“. Aber welchen Nutzen haben die Kriege der Menschheit gebracht? Absolut keinen. Die Menschen sind grausam geworden und die Kriege haben diese Unzucht heute mitgebracht. Auch zukünftige Kriege werden zu nichts Gutem führen. Wir sollen kämpfen, aber wie? – Krieg führen, ja, aber ohne zu töten. Dieses Gesetz der Liebe ruft heute die Menschen auf. Die Fähigsten müssen kommen, Mütter, Väter, Lehrer, Priester, auch Uninteressierte, um diese große Aufgabe in Angriff zu nehmen. Wenn sie nicht rechtzeitig kommen, dann tun es andere.

Jetzt will ich folgende Schlussfolgerugen ziehen. Keinesfalls will ich euch zwingen, daran zu glauben. Ich will, dass ihr es selbst versucht. Erfahrung, Erfahrung braucht man und nichts weiter. Es gibt einen inneren Erfahrungswert. So wie jede Pflanze den richtigen Boden finden muss, um günstige Bedingungen für ihr Wachstum zu haben, so muss sich auch jeder Mensch in der Welt die richtigen Bedingungen für seine Entwicklung und sein Wachstum suchen. Denkt niemals, dass eure Lebensbedingungen ungünstig sind. Das sind nur innere, subjektive Vorstellungen. Bei dieser Entwicklung des kollektiven Bewusstseins ist jeder Mensch auf seinem richtigen Platz. Aber wir täuschen uns und fragen: „Warum bin ich nicht wie dieser Herr?“ Schaut nicht auf jenen Menschen dort, vielleicht ist er wohlhabend, hat reichlich zu essen, aber er ist unglücklich, sein inneres Leben ist verdorben, weil er einen Herzfehler und Magenstörungen hat. Ein anderer Mensch jedoch, der arm ist, nicht so einen Überfluss hat, aber gesund ist, genießt das Essen. Das Glück eines Menschen ist vom Wohl seines Geistes bedingt – mit dem zufrieden zu sein, was man im Moment besitzt. Und wenn sich die Menschen zusammentun, müssen sie die gleichen Ideen haben. Die Ideen von uns allen müssen richtig sein. Ich sage nicht, dass sie immer richtig sind, aber individuell sind die richtig. Wir müssen also unsere Ideen in individueller, gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht korrigieren und die neuen Ideen, die von oben in die Welt kommen, einführen. Wie die Pflanze ihre Formen aufbaut, so müssen wir unsere Gedanken und Gefühle richtig aufbauen.

Manche sagen: „Das Leben heute ist schwer.“ Nein, ich habe euch mehrmals gesagt, dass ihr euch unter den besten Lebensbedingungen befindet. Ihr seid in der Lage der Juden, die aus Ägypten auszogen. In der Wüste würdet ihr vielleicht kein Fleisch und keine anderen Dinge finden, aber ihr hättet Wasser und frische Luft und kein Pharao würde euch befehlen. Besser frei in der Wüste, als ein Sklave mit Fleischmahlzeiten und allen Vergnügungen und der Pharao schlägt euch mit der Peitsche und befiehlt: „ Backsteine und Ziegel werdet ihr machen!“ Und wir sagen: „Wir können nichts tun, machen wir also Backsteine und Ziegel.“ Nein, wir werden keine Backsteine und Ziegel mehr machen. Vor uns liegt ein langer Weg durch die Wüste des Göttlichen Lebens.

Alle jungen Menschen, die laufen können, sollen einen Rucksack auf die Schultern nehmen und vorwärts gehen. Weißt du, was du dann bist? – Wenn du jemanden triffst, wirst du deinen Weg frei weitergehen. Wenn du jetzt jemanden triffst, hältst du dich zurück, versteckst dich sogar, damit er dich nicht ausraubt, dir in die Tasche greift. Du sagst: „Er ist ein Räuber.“ Ich sage: Die Welt heute ist voll von Räubern. Antwortet mir, wer von euch kein Räuber ist, wer nicht in die Tasche des Vaters gegriffen hat? Wer hat nicht von der verbotenen Frucht gekostet? In Zukunft aber betreten wir einen Obstgarten und fragen, dem Gesetz der Liebe folgend: „ Bruder, darf ich von den Früchten deines Gartens pflücken oder pflückst du mir selber welche?“ Und er antwotet: „Du darfst, Bruder, bitte, komm rein!“ Wenn ich zu einem Freund komme, frage ich: „Darf ich, Bruder, in deinem Haus übernachten?“ – „Du darfst“. So muss die Neue Lehre sein. Und was sagst du heute? „Mein Herr, es gibt Hotels, geh dorthin, wir haben keine freien Zimmer, es herrscht Wohnungsnot usw.“ Und die Frage ist erledigt. Wenn du jetzt jemanden triffst, beginnst du ihn auszufragen: „Bist du Bulgare? Glaubst du an Gott? Zu welcher Partei gehörst du?“ usw. Ich sage nicht, dass diese Dinge schlecht sind, aber sie sind unwesentlich. In uns muss das edle Gefühl der Brüderlichkeit Eingang finden, so dass wir in jeder Frau und in jedem Mann unseren Bruder erkennen. Wenn ihr dieses Gefühl erziehen könnt, dann hebt ihr die Menschheit auf eine neue Stufe. Dann existiert kein Missverständnis zwischen uns und wir werden das richtige Bestreben haben.

Das ist die Göttliche Lehre, die jetzt in die Welt kommt. Die kleinen Kinder haben die Lehre aufgenommen, in zehn Jahren werden sie sie predigen. In zehn Jahren verwandeln sich die Raupen in Schmetterlinge und fliegen mit ihren Flügeln davon. Sie werden sagen: „ Nein, nein, wir brauchen keine Puppen mehr.“ Dieses Gesetz kommt in die Welt. Die Fakten gruppieren sich, die Gesetze nehmen Gestalt an. Wir gehen von der materiellen zur geistigen Welt über, alles entwickelt sich vom Einzelnen zum Allgemeinen. Das heißt, wir dürfen nicht nur an jenes Versicherungsgesetz denken, wo jeder danach strebt, nach seinem Tode ein Millionenerbe zu hinterlassen: So und so viel für dieses, so und so viel fiel für jenes, „Spenden“ für Wohltätigkeitszwecke, damit die Leute sagen: „Der Verstorbene hat so viel Geld hinterlassen, ein edler Mensch ist er.“ Nein, in Zukunft werden die Menschen nicht sterben, sie werden keine Denkmäler brauchen.

Nehmt also die Liebe als Bestreben in eure Herzen auf, als Gefühl in eure Seelen, als Kraft in eure Sinne und als Prinzip in euren Geist. Darin liegt die Erlösung für den menschlichen Geist. In diesen drei Dingen müssen wir folglich die Liebe verstehen: als Bestreben im Herzen, ein unüberwindliches Streben nach unten; als Gefühl in der Seele – ein Streben nach oben – und als Kraft, die die Sinne erweitert, die in sich das vernünftige Prinzip trägt, zu wissen, warum wir leben, warum wir auf diese Welt gekommen sind und was unsere Bestimmung auf Erden ist.

Das Lied „Neva sanzu“

Нева санзу, нева санзу,

биют менси,

хариен хади хензи.

Ава Махар вен хабер менси.

Ава Махар вен хабер менси.

Ава Махар вен хабер менси.

Ава Махар вен хабер менси.

„Neva sanzu“ in der Interpretation von Ognjan Nikolov …

… und von Yoana Strateva

 

Neva sanzu, neva sanzu,

bijut mensi,

harien hadi henzi.

Ava mahar ven haber mensi.

Ava mahar ven haber mensi.

Ava mahar ven haber mensi.

Ava mahar ven haber mensi.

 

Das Lied wurde am 1.5.1929 gegeben. Folgendes hat Beinsa Douno aus diesem Anlass gesagt:

„Jetzt werde ich euch ein neues Lied in einer fremden, östlichen Sprache geben. Es kann nicht ins Bulgarische übersetzt werden, da die Silben nicht übereinstimmen. Und wenn man die Worte übersetzt, werden sie ihre Kraft verlieren. Wenn der Mensch mit Inspiration singt, wirkt er schöpferisch. In diesem Sinne ist das Singen ein kreativer Prozess. Im Lied ist der Weg nicht glatt, man muss von einer Höhe in ein Tal hinabsteigen, um eine schwierige Frage im Leben zu lösen … Im Allgemeinen hilft die Musik dem Menschen bei bestimmten Krankheiten. Damit kann er sich heilen. Die Musik ist ein besseres Heilmittel als allerlei Medikamente und Spritzen. Auch wenn man eine Aufgabe im Leben nicht lösen kann, muss man trotzdem singen. Nicht nur die gewöhnlichen Menschen singen, sondern auch die größten Adepten und Heiligen. Ihre Musik existiert länger als die Musik auf der Erde. Die Musik der gegenwärtigen Menschen stellt ein kleines Licht inmitten großer Dunkelheit dar. Egal wie klein dieses Licht ist, eines Tages wird es stärker werden. Es ist der Beginn der zukünftigen Musik, ohne die die neue Kultur nicht auf die Erde kommen kann. Wenn keine neuen Musikformen geschaffen werden, kann keine neue Musik kommen.“

Aus den Protokollen der Jahrestreffen der synarchischen Kette

1901 unternahm der Meister Beinsa Douno seine erste Reise durch Bulgarien und besuchte verschiedene Orte, um öffentliche Vorträge zu halten. Zwischen 1901 und 1912 machte er phrenologische Untersuchungen von Vertretern des bulgarischen Volkes.

1902 begann die Veröffentlichung der Zeitschrift „Videlina“ (‚geistiges Licht’) , eine Fortsetzung der Zeitschrift „Nova svetlina“ (‚Neues Licht’). Der Meister unternahm eine zweite Reise durch Bulgarien, die in Varna begann und wieder dort endete. In den Jahren 1903-1904 und 1904-1905 unternahm er seine dritte und vierte Reise durch Bulgarien. Die Zahl der Teilnehmer an den jährlichen Hauptversammlungen nahm kontinuierlich zu.

Auf diese Weise wurde die synarchische Kette der Weißen Bruderschaft in Bulgarien geschaffen.

Varna, 1908, 11. August, Montag

Um 4.30 Uhr morgens versammelten wir uns zum Gebet.

Wir gingen alle nacheinander in das Obergeschoß, wo sich der viereckige Tisch mit den vier Bändern darauf befand – in Rosa, Gelb, Weiß und Blau. Jeder von uns sollte eines dieser Bänder halten und beten. Also gingen wir in der folgenden Reihenfolge hin und wieder zurück: M. Georgiev, T. Batschvarov, P. Gumnerov, Gina Gumnerova, D. Golov, Elena Ilarionova, Ilija Stojtschev, An. Bojnov, Maria Kasakova, Todor Stojanov, Penju Kirov, K. Ilarionov und An. Zheljaskova, wobei die ersten Vier das blaue Band hielten, die zweiten – das Weiße, die dritten Drei – das Gelbe und die letzten beiden – das rosa Band.

Herr Danov erklärte uns, dass die vier Bänder die vier Jahreszeiten symbolisieren. Und die zwölf weißen Streifen an der Wand über dem Tisch bedeuten die zwölf Monate des Jahres. Da alle Streifen weiß sind, bedeutet dies Reinheit. Diese zwölf Bänder symbolisieren gleichzeitig die zwölf Tierkreiszeichen, in denen wir alle geboren sind.

Es wurde uns auch erklärt, dass sich gestern, als wir bei der Andacht versammelt waren, ein Dreieck sich vor uns oben auf dem Tisch bildete, was hieß, dass das Göttliche kommen würde, um uns zu erheben, während heute ein Viereck vor uns war, ein Quadrat, was bedeutete dass dieses Göttliche bereits den Grundstein für unsere Erhebung legt.

– Warum kommt ihr zum Jahrestreffen? – fragte uns Herr Danov. – Weil wir aufgerufen werden, antwortete P. Gumnerov.

– Nein, sondern um Kontakt mit Gott zu erhalten und den Herrn zu berühren. Und ihr werdet lernen zu lieben. Die Liebe kann niemals begrenzt werden.

Heute Nachmittag um 5 Uhr haben wir ein weiteres Treffen.

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Um 5 Uhr abends versammelten wir uns alle. Auf Wunsch von Herrn Danov las Petko [Gumnerov] einige seiner Notizen vom letztjährigen Treffen.

Dann las Herr Danov Kapitel 10 des Johannes-Evangeliums und sagte unter anderem:

Ich werde eure Aufmerksamkeit auf Vers 12 lenken (lest ihn). Diese Worte Christi haben eine allgemeine Bedeutung für die Menschheit und eine konkrete Bedeutung für jeden einzelnen Menschen. Das Schaf gilt als Symbol der Tugend. Es ist eine Kreatur ohne Beschützer, aber es steht unter der Führung eines Hirten, eines guten Schafhüters, die Rasse dieses Schafs wird sich in jeder Hinsicht verbessern. Aber wenn das Schaf in die Hände eines Tagners gerät, wird dieser immer nach der Milch und dem Fell streben. Hier ist Christus der Hirte der Seele und was wir den Teufel nennen, ist der Tagner.

Christus ist ein Geist und Satan ist ein anderer Geist, die beiden kämpfen um die menschlichen Seelen. Es war Christus, der den Atem in den Mund des Menschen, in Adams Mund einhauchte. Und deshalb ist die Lunge die Wohnstätte der Seele. Zwischen beiden Hälften der Lunge befindet sich das Herz, wo die Seele ihren Sitz hat. Und da die Lunge den Zweck hat, das Blut zu reinigen, entspricht das Blut dem Leben.

Wenn die Seele an ihrem Platz ist, kann keine Krankheit existieren, aber wenn die Seele ihre Wohnstätte – Herz und Lunge ‚ verlässt, erliegt sie einem Handlanger und es kommt zu einer Besetzung. Und wenn ein Mensch besessen ist, werdet ihr feststellen, dass zuerst seine Atmung abnimmt. Und mit abnehmender Atmung wird die Seele ständig ausgestrahlt. Wenn jemand besessen ist, werdet ihr immer eine Verkrampfung der Lunge beobachten. Deshalb müsst ihr dann tief atmen, denn durch tiefes Atmen könnt ihr einen Geist aus euch vertreiben. Und wenn ihr ihn einmal vom physischen Feld vertrieben habt, könnt ihr in den höheren Gebieten noch besser mit ihm fertig werden. Ein böser Geist kann niemals durch die Nase eintreten, sondern immer durch den Mund. Und wenn er durch den Blutkreislauf in euren Magen gelangt, kehrt er durch die Venen zum Herzen zurück, nicht durch die Arterien. Das Niesen ist nichts anderes als das Herauswerfen eines Geistes aus dem Mund. Ich erzähle euch das, um euch zu zeigen, wo das Tor der bösen Geister ist. Deshalb raten die Hindu-Meister ihren Schülern, stets tief zu atmen. Und es ist bemerkenswert, dass ein gesunder Mensch immer tief atmet und wenn er krank ist, seine Atmung flacher wird. Ich möchte, dass ihr euch selbst testet, um festzustellen, ob nicht ein Geist sich irgendwo in euch eingenistet hat. Ich weiß, dass einige schlechte Geister in euch sind, die sich nicht von ungefähr eingenistet haben und wenn ihr sie nicht vertreibt, werde ich sie finden. Und wisst, dass die Krankheiten Barometer sind, die einen gewissen Mangel in der Seele anzeigen.

Es gibt eine Parallele zu der Tatsache, dass ein Wolf, wenn er zum Stehlen kommt, in der dunkelsten Nacht kommt, wenn die Hunde des Hirten schlafen. Wenn es klar ist und der Mond scheint, kommt der Wolf nicht. Die Geister tun das Gleiche: Um euch zu besetzen, bereiten sie euch allerlei materielle Schwierigkeiten, um Chaos und Aufruhr zu verursachen. Dann springen sie über den Zaun. Jetzt, wo der Herr mit euch ist, zeigt Er euch, wie ihr das Eindringen böser Geister in euch vermeiden könnt: Atmet tief ein und stellt euch beim tiefen Atmen vor, dass die blaue Lichtfarbe von oben in euch eindringt. Auf diese Weise werdet ihr frei sein. Wenn ihr von einem bösen Geist besessen seid, entmagnetisiert er euch und dann verliert ihr den Segen, der euch bevorsteht. In solchen Fällen solltet ihr euch an den Herrn wenden: Atmet tief durch, konzentriert euch nach oben und auf den Herrn und es wird euch geholfen.

In der Kette sind drei böse Geister gefangen. Diese Geister mussten gefangen und zum Arbeiten gebracht werden. Dann müssen sie das, was sie gegessen und getrunken haben, bezahlen – das ist der Wille des Herrn.

Aus dem Vers, den ich gerade vorgelesen habe (Johannes 10:12), möchte ich, dass ihr die folgende Lektion lernt: Jeden Gedanken, der euch dazu bringt, düstere Stimmung zu haben, zu zögern, zwischen zwei Überlegungen zu schwanken, Angst um eure Zukunft und um eure Familie zu haben, müsst ihr vertreiben. Denn ein solcher Gedanke ist nicht göttlich, sondern diese Gedanken kommen von jenen Geistern, die gefangen wurden und Tagner sind; Diese Geister sollten an ihren Ort geschickt werden. Der Segen wird nämlich nur dann kommen, wenn ihr diese Gedanken in euch selbst überwindet.

Ihr müsst glauben, dass Gott der Herr der Erde ist und dass Er die Macht hat, alles zu tun – Er auferweckt und gibt die Leiber. Deshalb müssen wir durch den Herrn handeln, um Seinen Willen zu tun. Unsere Arbeit in diesem Jahr muss aktiv sein: Nicht nur glauben sollen wir, sondern auch unseren Glauben im wirklichen Leben anwenden. Und wenn ihr eine Prüfung habt, solltet ihr euch freuen, denn dann wird der Herr Sein Werk um so besser erledigen. Wenn Verzweiflung von überall kommt, dann tut der Herr Sein Werk. Dann werden wir verstehen, dass nur Er alles erfüllen kann.

Wenn ihr mal nicht in der Lage seid, einen Geist zu fangen, der in euren Magen hineingeht, wird er von eurer Wirbelsäule, von euren Ohren Besitz ergreifen – das nennen die Ärzte Ohrensausen. Wenn der Teufel in jemanden hineingeht, macht er Dämme und deshalb rauscht es. Sobald die Ohren besessen sind, wird es viel schwieriger, einen Geist auszutreiben, als ihn aus der Lunge zu vertreiben. Aber der innere Sinn hier ist, dass der Mensch sein Herz Gott übergeben muss, denn wenn der Geist sich ständig in der Lunge aufhält und lebt, kann kein böser Geist in den Menschen eintreten, seine höheren Manifestationen beeinflussen und das Gehirn berühren.

I. Stoitschev: Im Vers ist von Wölfen die Rede, die die Schafe plündern und zerstreuen. Es stellt sich die Frage, wer die Wölfe sind.

Es gab verschiedene Debatten zu diesem Thema und es wurden unterschiedliche Meinungen geäußert. Herr Danov fuhr dann fort:

Wenn ein böser Geist in den Magen eindringt, werden die Augen trübe, wenn er in das Hinterhirn eindringt, werden die Augen schlangenförmig, mit einem beißenden Blick. In der Familie darf es keine Streitigkeiten geben, da die Verbindungen dort über das Hinterhirn – den unteren Teil des Kleinhirns – zustande kommen und daher jemand leicht besessen sein könnte.

In der Hölle wird jeder gefoltert, weil dort das Recht des Starken herrscht.

Wenn der Mann oder die Frau schlecht gelaunt und wütend sind, sollten sie füreinander beten, damit der Herr sie heilt, denn nicht sie sind es wert, sondern ihre Feinde.

Wenn jemand schlecht über jemanden denkt, mit dem er sich gestritten hat, öffnet er das Tor für böse Geister, die ihn dann besetzen. Durch den Zweifel könnt ihr sogar das Tor öffnen, so dass böse Geister in euch eindringen. Aber ihr könnt versuchen, den Zweifel loszuwerden.

P. Gumnerov: – Gut, aber wir haben verstanden, dass wir nicht Danov im Fleisch, sondern Danov im Geist um Hilfe bitten sollten. – Er ist der gleiche. Dies ist ein wichtiger Gedanke, den ihr in die Tat umsetzen müsst, da wir in den nächsten Jahrestreffen zu anderen Gesetzen kommen und dabei fortschreiten werden.

Wenn das Treffen vorbei ist und ihr auseinandergeht, werden diese drei Geister, die in der Kette waren, schon eingespannt und nicht mehr unter euch sein.

Ich werde euch jetzt mit vollen Taschen nach Hause schicken. Dieses Jahr möchte ich, dass ihr für alles dankbar seid und sagt: „Danke, Herr, für alles, was Du für uns getan hast.“ Ich möchte, dass ihr eure Last hier lasst. Wo es [geistiges] Licht gibt, kann ein böser Geist nicht kommen und sich verstecken.

Morgen, am 12. August, treffen wir uns um 4 Uhr morgens.

Vier Übungen zur Entwicklung des Willens

Ein sehr gutes Video, das die Übungen veranschaulicht, gibt es hier.

Die Übungen werden mit dem Gesicht nach Süden langsam ausgeführt, indem langsam und rhythmisch in 6 Takten gezählt wird. Beim Knien berührt das Knie nur ein wenig den Boden.

Zu den Willensübungen sagte der Meister Beinsa Douno Folgendes:

Das sind keine gewöhnlichen Übungen, sondern Übungen, die nach den Gesetzen der Natur ausgeführt werden. Wenn ihr sie nach den Gesetzen der Natur macht, werdet ihr davon profitieren. Alle Übungen folgen einem bestimmten Gesetz. Wir werden versuchen, das Gesetz zu begreifen, sofern es rhythmisch werden kann. Diese Übungen sind einfach, aber euer Verstand muss daran teilnehmen. Wenn ihr auf einem Bein steht, sollte es kein Schwanken, kein Zögern geben, da dies auf einen nervösen Zustand hinweist. Jedes Zögern ist ein Symptom dafür, dass es bestimmte Elemente gibt, die außerhalb eurer Natur liegen, mit denen ihr fertig werden solltet. Das ist kein Mangel eurer Natur, es zeigt jedoch, dass es einige Hindernisse gibt, die ihr überwinden müsst.

In diesen Übungen beginnt der Wille bewusst zu wirken, deshalb nenne ich sie ‚Willensübungen‘. Sie steuern jede Bewegung. Jeder wird üben, um sie gut auszuführen.

Der Fehler der modernen Bildung besteht darin, dass wir die Dinge in wichtige und unbedeutende unterteilen, während in den Manifestationen der Natur alle Momente, alle Handlungen gleich wichtig sind. Dort gibt es keinen Prozess und keine Handlung, die als unwichtig angesehen werden können – sie sind alle gleichwertig…

Für euch ist wichtig, dass ihr in erster Linie besonnen seid und nicht übereilt. Die Schnelligkeit wird erst zum Schluss kommen. Wisst ihr, dass die schnellen und phlegmatischen Menschen zwei Extreme sind? Derjenige, der es immer eilig hat, hockt sich schließlich irgendwo und wird phlegmatisch. Bei den phlegmatischen Menschen haben die Drüsen die Übermacht, sie beginnen den Menschen zu kontrollieren und er wird phlegmatisch. Solche Menschen sehen aus wie Fässer, während diejenigen, die es immer eilig haben, wie trockene Stöcke aussehen. Habt ihr bemerkt, wie sich der übereilige Mensch bewegt, der wie ein trockener Stock aussieht? Er ist viel zu leicht und wenn eine Welle kommt, wird sie ihn fortreißen. Alle können mit ihm tun, was sie wollen. Der Phlegmatiker sollte im Meer einen Teil seines Gepäcks abwerfen und der Dürre etwas zu seinem Gepäck hinzuzufügen, für beide besteht die Gefahr des Ertrinkens. Man muss vital sein, ein vitales Temperament haben, der Einfluss von Magen und Lunge sollen im Gleichgewicht sein. Wenn der Einfluss des Magens überwiegt, liegt ein phlegmatisches Temperament vor. Wenn der Einfluss der Lunge überwiegt, liegt ein sanguinisches Temperament vor. Wenn die Leber die Übermacht hat, haben wir ein cholerisches Temperament und wenn der Einfluss der Nerven überwiegt, haben wir ein nervöses Temperament.

Was bedeutet die erste Bewegung nach vorne? Beide Arme – das ist der Wille, die Manifestation der Liebe. Man macht den ersten Schritt – um Gutes zu tun. Man zählt bis sechs – also hat man sich bereits entschieden, Gutes in der Welt zu tun. Dann beginnt das Knien – das ist der Herabstieg ins Leben, um das zu verwirklichen, was man beschlossen hat. Du hast einen falschen Schritt gemacht – trete zurück (was in den Übungen geschieht) und korrigiere deinen Fehler! Du hast vor, Böses zu tun – trete jetzt nach demselben Gesetz zurück! Auf die gleiche Weise, wie du das Gute tust, wirst du auch das Böse in dir selbst glätten. Diese Bewegungen nach vorn und zurück verlaufen in einer geraden Linie.

Ich gebe euch diese Erklärungen für die erste Übung, die der erste Schritt im Leben ist – Gutes zu tun. Und diese Schritte werden ‚das Gesetz der Selbstverleugnung‘ genannt. Macht den anderen Menschen Platz – wenn jemand kommt, um Gutes zu tun, werdet ihr zurücktreten und ihm Platz machen, damit er in Erscheinung treten kann. Platz ist auch für euch da, denn es gibt drei Situationen: Wenn jemand kommt, um Gutes zu tun, wirst du ihm deinen Platz abtreten: Es kann ein Zweiter erscheinen – du wirst ihm auch deinen Platz abtreten und der dritte wirst du selbst sein. Wenn sich euer Fuß in eine bestimmte Richtung bewegt, um eine gute, vernünftige Tat zu vollbringen, werden alle anderen vernünftigen Wesen und Kräfte mit euch zusammenarbeiten. Eine Bewegung ist nur dann vernünftig, wenn sie im Einklang mit den Bewegungen aller vernünftigen Wesen steht; Eine Bewegung ist dann unvernünftig, wenn wir selbst etwas tun und die anderen nicht teilnehmen. Wenn wir eine bestimmte Handlung ausführen, spüren wir die Wirkung dieses inneren Gesetzes. Wenn alle Wesen in Harmonie mit uns waren, fühlen wir innere Freude und wenn wir etwas Dummes tun, fühlen wir uns traurig. Dies zeigt, dass unser Handeln unzeitgemäß ist; es mag richtig sein, aber es stimmt nicht mit den vernünftigen Kräften überein. Jede Bewegung von uns, jeder Gedanke von uns, jedes Gefühl von uns muss im Einklang mit dem ganzen göttlichen Gesetz aller Wesen stehen, die im kollektiven Bewusstsein sind. („Kurze Erläuterungen zu den Gymnastikübungen und anderen Fragen“, Veliko Tarnovo, 20.08.1921)