Bojan Boev

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Quelle

Bojan Boev (1883-1963) gehörte zu den engsten Schülern des Meisters Beinsa Douno. Er wurde in Burgas geboren. Sein Vater, Dimitar Boev, war der Herausgeber einer der ersten Zeitungen in Burgas – „Golgatha“ -, die nach der Befreiung von den Türken (1878)  erschienen.

Bojan Boev genoss eine ausgezeichnete Bildung, er sprach Französisch, Deutsch und Russisch. Vor dem Balkankrieg war er Student in München, wo er Rudolf Steiner begegnete und seine Vorträge besuchte. Boev wollte sein Schüler werden, doch Steiner riet ihm, nach Bulgarien zurückzukehren und Schüler des Großen Meisters zu werden, der dort wirkte, vgl. folgenden Beitrag.

Später schloss Bojan Boev sein Studium der Naturwissenschaften an der Universität Sofia ab und arbeitete eine Zeitlang als Lehrer in verschiedenen Städten. Die ersten Aufzeichnungen über seine Begegnung mit dem Meister Beinsa Douno stammen aus dem Jahr 1912, als er an dem Jahrestreffen in Veliko Tarnovo teilnahm. Danach hielt sich Boev in Svischtov an der Donau auf, doch er wurde als Nachfolger des „Danovismus“ entlassen. 1924 zog er nach Sofia um und widmete von nun an sein Leben der Weißen Bruderschaft. Er war aktiv an jeder brüderlichen Aktivität beteiligt. Als guter Stenograph zeichnete er alle Vorträge, Gespräche und seine persönlichen Unterweisungen auf. So trug er dazu bei, viel wertvolles Wissen zu bewahren, das uns sonst nicht erreicht hätte. Später bearbeitete er das Material aus seinen Notizbüchern und verschickte es jahrelang als Briefe an die Brüder und Schwestern. Jeder dieser Briefe enthält ein Gespräch mit dem Meister zu verschiedenen Themen.

Anlässlich des 1000. Jahrestages der Entstehung der Bogomilen-Bewegung veröffentlichte Bojan Boev 1937 das Buch „Die Mission des Bogomilentums im Zusammenhang mit der Mission der Slawen“. In der Izgrev-Siedlung war er schon immer eine zentrale Figur. Stets war er um die anderen bemüht, ermunterte und half, wo er konnte.

Besonders wichtig wurde Bojan Boev für die Nachfolger Beinsa Dounos nach dem Hinscheiden des Meisters im Dezember 1944 und in den nachfolgenden Jahren, als die Weiße Bruderschaft von den Kommunisten verfolgt und zerstört wurde. Damals verschickte Bojan Boev seine Aufzeichnungen der Vorträge und Gespräche als maschinengeschriebene Kopien an Brüder und Schwestern im ganzen Land. So leistete er eine unersetzliche Arbeit an der Bewahrung und Verbreitung des Wortes des Meisters.

Am nächsten Tag nach Bojan Boevs Beerdigung fragte die berühmte blinde Hellseherin Baba Wanga, die in Petritsch in Südwestbulgarien wohnte, ihren gerade von der Beerdigung in Sofia zurückkommenden Nachbar: „Krum, wer war euer Mann, den ihr gestern beerdigt habt? Er muss ein großer, erhabener Mann gewesen sein! Der ganze Himmel wurde von Engeln überdeckt, sogar die Sonne. Und als sie kamen, um ihn abzuholen, führte sie der Meister an. Ein heiliger Mann war das!“

Die Entstehund des Liedes „Fir-Für-Fen“

Auszug aus dem Vortrag „Musik, Arbeit und Fasten“ vom 21.8.1922, der auf dem Jahrestreffen in Veliko Tarnovo gehalten wurde

„Ich gebe euch dieses kleine Lied, damit ihr euch in Stimmung bringen könnt. Mit seiner Hilfe werdet ihr euch immer in Stimmung bringen können. Es gibt kein Leid, bei dem die Seele nicht in Stimmung gebracht werden kann. Der letzte Teil des Liedes ist der stärkste. Wenn jemanden etwas drückt, z.B. wenn er Magendruck empfindet und ihn behandeln will, so kann er dieses Lied verwenden. Diese Vibrationen werden die Strömungen in euch korrigieren. Jede schlechte Laune, jeder schlechte Zustand sind auf die verlorene Harmonie in unserem Körper zurückzuführen, und die Musik beginnt ihn in Stimmung zu bringen, leichte Massagen zu machen.

Frage: In welcher Sprache ist dieser Satz? – Er ist in einer alten Sprache, das kann nicht wörtlich übersetzt werden. Ich habe es so übersetzt: „Ohne Angst und ohne Dunkelheit.“ Diese Übersetzung ist nicht ganz korrekt, das Original bedeutet viel mehr. Dies ist nur eine Teilübersetzung, das Ganze kann und darf nicht übersetzt werden. Dieses Lied wird notiert und gelernt werden. Es ist eine Melodie, die an alle Zustände der Seele angepasst ist – damit man einen solchen Zustand von Geist, Herz und Seele erreicht, dass man sich selbst harmonisieren kann.

Das Wort Aumen bedeutet alle Eigenschaften, die im Göttlichen enthalten sind. Alles, was das Göttliche in sich enthält, um zu wachsen und sich in seiner Fülle zu manifestieren.

Tao bedeutet das Absolute, das Unmanifestierte, das Unendliche. Bi bedeutet das, was sich manifestiert. Aumen enthält alles über das Leben. Dies ist jedoch keine echte Übersetzung. Das sind rhythmische Wörter, ein rhythmischer Satz mit starken Vibrationen. Aber hier muss man das Bewusstsein haben, um die Vibrationen zu verstehen. Sobald man sie verstanden hat, kann man sie benutzen. Alle okkulten Übungen beginnen mit Musik. Dieses Lied dürft ihr nicht draußen singen, sondern nur wenn ihr zusammenkommt, nur für euch, die ihr es verstehst. Andernfalls wird es profaniert, wenn es nach draußen gebracht wird.

Aus den Erinnerungen von Maria Zlateva ( „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993)
Quelle

„Mein hohes Ideal“

Wieder steigen die von Mystik, Gebet und dem Wort des Meisters erfüllten Morgen in meinen Erinnerungen auf. Es dämmerte schon leicht. Die Brüder und Schwestern warteten in Reihen aufgestellt ehrfurchtsvoll darauf, dass die Sonne aufgeht. Schwestern mit weißen Hauben auf dem Kopf standen demütig in Dutzenden von Reihen. Neben ihnen die aufrechtstehenden Brüder, deren Blick auf den Horizont gerichtet war, um den ersten Strahl der aufgehenden Sonne nicht zu verpassen. Ein leiser Hauch berührte die weißen Tücher und die aufrechtstehenden Brüder, wie die Liebkosung derjenigen in der unsichtbaren Welt, von denen der Meister sagte, dass sie viel zahlreicher sind als wir, die wir in den Garten gekommen waren, um das göttliche Wort zu hören, das er vom Himmel herunterholt. Einer der heiligsten Momente kommt, wenn die Schüler leise das Obergeschoss des Hauses betreten. Mein ganzes Wesen bebte in der wunderbarsten und heiligsten Ehrfurcht. Ich hatte das sonderbare Gefühl, dass die Stube, die wir betraten um zu beten, von der unsichtbaren Präsenz großer heller Wesenheiten erfüllt war.

Einer der schönsten Momente dieses Treffens war das Erlernen des Liedes „Fir-Für-Fen“. Es war der 21. August 1922. Wir saßen im Gras, im Schatten eines großen Baumes. Der Meister sagte uns, wir sollten uns in Reihen aufstellen. Neben uns war das weiße Häuschen und hinter dem offenen Fenster saß der Meister. Normalerweise sang er ein Motiv vor und wir wiederholten es. Also gab er uns das Lied in Teilen, und nachdem wir es gelernt hatten, fügte er die Armbewegungen hinzu. Bei „Fir-Für-Fen“ wird der Arm zur Seite gestreckt und bei „Tao Bi Aumen“ zur Brust zurückgezogen. Bei ‚Preise‘ öffnen sich die Arme zur Seite und bewegen sich wie die Flügel eines fliegenden Vogels.

Zu jener Zeit hielt der Meister auch einen Vortrag im Kulturhaus von Tarnovo. Natürlich waren wir alle anwesend. Das Gebäude war überfüllt. Es waren auch Priester gekommen, die in mehreren Reihen saßen. Später wurde klar, dass sie mit der Absicht gekommen waren, den Meister zum Streit herauszufordern. Doch von der Kraft des Meisters überwältigt, die das Wort, das er sprach, ausstrahlte, konnte keiner von ihnen eine Silbe herausbringen – alle schliefen ein. Als der Vortrag zu Ende war, schienen sie aufzuwachen und verlangten, dass wir uns um zwei Uhr nachmittags wieder treffen, damit sie ihre negative Meinung über den Meister in einer Debatte äußern. Der Meister sagte kategorisch: „So etwas wird nicht stattfinden!“

Wir alle, die da waren, stimmten das Lied „Bruderschaft, Einheit“ an und verließen singend das Gemeindezentrum und die Stadt und gingen in den Garten. Als wir zu Mittag gegessen hatten, ging der Meister herum, um sich einige der Zelte anzuschauen und sagte, man solle so schnell wie möglich Gräben um sie ziehen, obwohl das Wetter sonnig war. Es dauerte nicht lange und auf wundersame Weise tauchten dunkle Wolken auf. Bald begann ein starker Regen. Es war fast zwei Uhr. Ein Sturm mit Regen und Donner ergoss sich über die Stadt. Also ging niemand zum Kulturhaus – es blieb leer und die Debatte der Popen fand nicht statt.

Dies brachte die ganze Stadt in Bewegung und alle sahen im Geschehenen ein göttliches Zeichen. Und wir waren von zwei bis vier Uhr in den Zelten, als sintflutartiger Regen über den Garten strömte. Wir saßen drinnen, sangen Lieder und priesen Gott und den Herrn der Heerscharen für seine wundervollen Taten und den reichen Segen, den er uns schenkte. Mein Traum ging in Erfüllung. Ich kam zum Jahrestreffen und konnte das hohe Ideal sehen, das durch das Wort, das Lied und die Werke des Herrn zum Ausdruck gebracht wurde. Vor mir stand die Aufgabe, durch mein Leben das hohe Ideal zu erreichen. Das Wort und die Lieder des Meisters wiesen den Weg zu ihm.“

Das Lied „Fir-Für-Fen“ mit den Armbewegungen

Text

Фир-фюр-фен Тао Би Аумен,
Тао би Аумен, Тао би Аумен.
Фир-фюр-фен Тао Би Аумен,
Фир-фюр-фен Тао Би Аумен,
Фир-фюр-фен Тао Би Аумен.
Благославяй, душе моя, Господа,
благославяй и не забравяй.
Благославяй, благославяй,
благославяй и не забравяй.

Fir-Für-Fen Tao Bi Aumen
Tao Bi Aumen, Tao Bi Aumen.
Fir-Für-Fen Tao Bi Aumen,
Fir-Für-Fen Tao Bi Aumen,
Fir-Für-Fen Tao Bi Aumen.
Preise, meine Seele Gott,
preise und vergiss nicht.
Preise, preise,
preise und vergiss nicht.

Zwei Deutschlands

Aus den Erinnerungen des Artillerieoffiziers Тоdor Bozhkov ( „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 25, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993) Quelle

„Es geschah 1942 oder 1943. Der Krieg an der Ostfront zwischen Deutschland und Russland tobte mit aller Wucht. Anfangs hatte Hitler die Oberhand, еr hatte Moskau, Leningrad und Stalingrad erreicht, aber seine Kräfte gingen zur Neige. Die Offensive wurde gestoppt und er erlitt immer mehr Niederlagen. Das anfängliche Glück in der Kriegsführung trat zurück und es folgten einzelne Niederlagen und militärische Misserfolge. Es war offensichtlich, dass Hitler mit einem vollständigen und endgültigen Sieg über Russland nicht mehr rechnen konnte. Natürlich war die russische Überlegenheit noch nicht auf jenem Höhepunkt, auf dem mit einer Kapitulation Deutschlands gerechnet werden konnte. Es war trotzdem zu erkennen, dass nach langem Widerstand und Kampf Deutschland gezwungen sein würde, um Frieden zu bitten.
In dieser Situation erinnere ich mich an die folgende Aussage des Meisters in einem Fall, als ich einmal mit ihm allein war. Der Meister sagte mir Folgendes: „Jetzt ist es an der Zeit, dass Deutschland den Russen Frieden vorschlägt, solange es noch nicht zu spät ist.“

Ich kannte den Stolz und die Unnachgiebigkeit der Deutschen in jenem Moment und sagte dem Meister, dass es meiner Meinung nach unmöglich sei, dass die Deutschen um Frieden bitten. Die Deutschen würden mit der Demütigung, als Erste Russland Frieden vorzuschlagen nicht einverstanden sein, denn sie hassen die Russen und halten sie für eine niedrigere Rasse. Der Meister sagte: „Wenn sie jetzt nicht demütig werden und um Frieden bitten, werden sie später viel mehr gedemütigt werden als jetzt und müssen den Frieden unter Bedingungen anstreben, die viel erniedrigender für sie sein werden. Außerdem wird dann Deutschland in zwei Teile gespalten, und zwar für lange Zeit.“

Natürlich wusste und konnte sich damals niemand vorstellen, wie sich die Dinge in ein bis zwei Jahren entwickeln würden und dass Deutschland so gedemütigt werden würde, dass es einer bedingungslosen Kapitulation zustimmen und darüber hinaus in zwei Staaten geteilt sein würde. Wer und warum und wie würde Deutschland teilen? Eine Niederlage – ja, das schien vorstellbar, aber eine Teilung Deutschlands war in jener Zeit etwas völlig Unbegreifliches. Damals bestand noch die Möglichkeit, dass die westlichen Länder im letzten, für Deutschland kritischsten Augenblick ihm noch aus der schwierigen Situation heraushelfen würden. Darauf vertraute ja Hitler, deshalb verlor er bis zum Ende diese Hoffnung nicht und führte den Kampf mit ungewöhnlicher Hartnäckigkeit und Unnachgiebigkeit. Wegen seiner kurzsichtigen, begrenzten Sichtweise wollte er es nicht wahrhaben, dass die westlichen Staaten sich der List bedienten, diese Hoffnung absichtlich in ihm zu nähren. Die westlichen Staaten wollten den Kampf zwischen Deutschland und Russland bis zur völligen Erschöpfung der beiden kriegführenden Länder aufrechterhalten. Ihnen waren Deutsche und Russen gleich verhasst und gefährlich, obwohl die einen Feinde auf dem Schlachtfeld und die anderen angebliche Verbündete waren.
Der Krieg ging im Mai 1945 zu Ende. Er endete mit dem Sieg über Deutschland und hinterließ ein zerstörtes und verwüstetes Europa. Alle haben die Rechnungen ohne den Wirt gemacht. Es ging jener Wahnsinn zu Ende, der das Ergebnis der Kurzsichtigkeit und Engstirnigkeit der Staatsmänner der großen europäischen Völker war. Heute, 33 Jahre nach Kriegsende, erinnere ich mich an die Worte des Meisters: „Deutschland wird in zwei Teile gespalten, und zwar für lange Zeit.“
Deutschland ist heute noch gespalten – in eine östliche DDR und eine westliche BRD. Wird Deutschland jemals wieder einig sein, wie es einmal war? Das ist eine Frage, die vor uns und vor der Geschichte steht. Diese Frage steht auch vor den großen Staatsmännern des heutigen Europas. Doch über all dem ruhen der Blick, die Einsicht und die Weisheit des hellsten Geistes der Zeit, der in diesen für die Menschheit schicksalhaften Zeiten alles überblickt, berät und leitet. Ist jemand da, der das hört, versteht und anzuwenden weiß? Das ist eine große Frage, die uns und die ganze Menschheit beschäftigt. Ach, wie lange wird diese Menschheit blind, taub, unverständig und stolz sein?“

Das vernünftige Herz

Ein wesentliches Ziel der von Beinsa Douno 1922 eingerichteten zwei okkulten Klassen – der „Jugendklasse“ und der „Allgemeinen Okkulten Klasse“ – war es, die Ausbildung eines sog. vernünftigen Herzens bei den Teilnehmern zu fördern. Das kommt z.B. in folgenden Worten zum Ausdruck:

„Bisher habe ich mir euren Verstand vorgenommen und ich sehe das Ergebnis in eurer verstandesmäßigen Entwicklung. Von nun an will ich mich mit eurem vernünftigen Herzen beschäftigen. Nicht mit dem Herzen im Allgemeinen, sondern mit dem vernünftigen Herzen des Menschen… Wenn ihr zögert, so sollt ihr wissen, dass euer Verstand beteiligt ist. Ihr müsst danach streben, euer vernünftiges Herz zu verstehen und ihm entsprechend zu handeln. Unabhängig davon, in welche Richtung ihr handelt: Wenn ihr das tut, was das vernünftige Herz euch diktiert, werden eure Angelegenheiten so gut gedeihen, dass ihr selbst zufrieden sein werdet. Die kleinste Aufgabe, die mit Hilfe des vernünftigen Herzens geregelt wird, ist hervorragend. Und beim guten Ausgang dieser Sache gibt es keine einzige Ausnahme. Das vernünftige Herz verfügt über Kenntnisse und Kräfte, die sich nicht nur auf etwas Besonderes, sondern auch auf alle möglichen Fragen beziehen … Deshalb wird das vernünftige Herz als eine Grundlage eures Lebens bleiben, von der aus euer Verstand sich in eine neue Richtung entwickeln wird. Das wird eure Errungenschaft, euer Kapital für die Zukunft sein.“ („Die guten Gewohnheiten. Das vernünftige Herz“, Okkulte Jugendklasse, Sofia, 30.3.1924)

Der Vortrag „Das vernünftige Herz“ für die Allgemeine Okkulte Klasse ist ebenfalls dem Ausbau dieses Herzens gewidmet, vgl. den ganzen Text hier .

Die Ausbildung des vernünftigen Herzens ist von entscheidender Bedeutung für die Menschheit der fünften Kulturepoche, in der die menschliche Intelligenz sich mit dem Spirituellen im Herzen verbindet, das allmählich zu denken beginnt und „vernünftig“ wird. (vgl. dazu folgenden wichtigen Vortrag)

Wenn man die Arbeit Beinsa Dounos am Ausbau des vernünftigen Herzens seiner Schüler studiert, ist es wichtig, auch Rudolf Steiners Vorträge über das Thema zu kennen. In GA 161 und 190 geht er auf das neue Ätherherz ein:

„Der Mensch wächst gleichsam ätherisch aus sich heraus, und das Eigentümliche ist, daß der Mensch, indem er ätherisch also aus sich herauswächst, außerhalb seines Leibes etwas ähnliches entwickelt, möchte ich sagen, wie eine Art Ätherherz. Als physische Menschen haben wir unser physisches Herz, und wir wissen alle zu schätzen den Unterschied zwischen einem trockenen, abstrakten Menschen, der wie eine richtige Maschine seine Gedanken entwickelt, und einem Menschen, der mit seinem Herzen bei alledem ist, was er erlebt; ich meine, mit seinem physischen Herzen dabei ist. Diesen Unterschied wissen wir alle zu schätzen. Dem trockenen Schleicher, der mit seinem Herzen nicht ist bei dem, was er in der Seele erlebt, muten wir nicht viel zu in bezug auf wirkliche Welterkenntnis auf dem physischen Plan. Eine Art geistiges Herz, das außerhalb unseres physischen Leibes ist, bildet sich aus, parallel all den Erscheinungen, die ich beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», so wie sich das Blutnetz bildet und im Herzen sein Zentrum hat. Dieses Netz geht außerhalb des Leibes, und wir fühlen uns außerhalb des Leibes dann herzlich verbunden mit demjenigen, was wir geisteswissenschaftlich erkennen. Nur muß man nicht verlangen, daß der Mensch sozusagen mit dem Herzen, das er im Leibe hat, bei dem geisteswissenschaftlichen Erkennen dabei ist, sondern mit dem Herzen, das ihm außerhalb des Leibes wird; mit dem ist er herzlich bei dem, was er geisteswissenschaftlich erkennt.“ (GA 161, 1.5.1915)

„… seit dem Jahre 1721 lockert sich merkwürdigerweise immer mehr und mehr der Zusammenhang zwischen dem menschlichen physischen Herzen und dem Ätherherzen. Wenn ich so sagen darf: Wenn das physische Herz da ist und das Ätherherz da (siehe Zeichnung) so war das früher mehr ein Ganzes, jetzt kann das Ätherherz geschüttelt werden ätherisch, es ist nicht mehr innerlich so dynamisch verbunden wie früher. Später werden noch andere Organe des Menschen sich vom Ätherischen lösen. Das aber, daß das Herz nach und nach sich löst von seinem Ätherteil, und bis in das 3. Jahrtausend hinein, bis man 2100 ungefähr schreiben wird, sich ganz gelöst haben wird, das macht auch in bezug auf die menschliche Entwickelung etwas sehr Bedeutsames aus. Was es ausmacht, das kann man in der folgenden Weise charakterisieren. Man muß sagen: Das macht das aus, daß die Menschen nötig haben, etwas, was ihnen früher von selbst kam durch den natürlichen Zusammenhang zwischen physischem Herzen und Ätherherzen, auf einem anderen Wege zu suchen, auf dem Wege des spirituellen Lebens. Dieses vom physischen Herzen losgetrennte Ätherherz, das wird seine richtige Beziehung zur geistigen Welt nur gewinnen, wenn der Mensch sucht spirituelles Wissen, wenn der Mensch sucht anthroposophisch orientierte geistige Gedanken. Das muß immer mehr und mehr gesucht werden.“ (GA 190, 5.4.2919)

Zum Gebrauch der Bezeichnung „Meister“ in Bezug auf Beinsa Douno

Im Bulgarischen wurde und wird Beinsa Douno als Учителя Беинса Дунo (Betonung jeweils auf der letzten Silbe) bzw. Учителя Петър Дънов bezeichnet. Das bulgarische Wort учител vereint die Bedeutungen der beiden deutschen Lexeme Lehrer und Meister (ohne sich vollständig mit allen Bedeutungsfacetten der deutschen Äquivalente zu decken). Daher bezeichnet bg. учител sowohl einen Lehrer in säkularer Form als auch einen spirituellen Lehrmeister, vgl. гимназиален учител ‘Gymnasiallehrer‘, Учителя Исус ‘Meister Jesus‘. Wenn es um einen besonders hohen spirituellen Meister geht, wird das Wort meistens großgeschrieben, um die Bedeutung der damit bezeichneten Person hervorzuheben.

Beinsa Douno wird hauptsächlich in exoterischen Kreisen als Учителя Петър Дънов bezeichnet, da dort seine Transformation in einen hohen geistigen Meister infolge der Inkorporation nicht bekannt ist. Doch selbst beim Namen Петър Дънов bestehen Abweichungen in der Transliteration. Sie liegen daran, dass der bulgarische Laut ъ keine Entsprechung im Deutschen hat. Er wird phonetisch als [ə] bezeichnet und ungefähr wie ein dumpfes ausgesprochen (vgl. z.B. dt. er am Wortende in aber oder engl. fur). Deshalb weist auch die deutsche Schreibweise mehrere Variante auf – Peter Danov/Deunov/Deunoff, Petӑr Dănov usw.

Die Schüler Beinsa Dounos haben die Anrede Учителю ‚Meister‘ verwendet, Außenstehende haben ihn als господин Дънов ‘Herr Danov‘ angeredet. Innerhalb der „Weißen Bruderschaft“ wird er heute noch als Учителя ‚der Meister’ bezeichnet. Hier sieht man den deutlichen Unterschied zu Rudolf Steiner, den man als Herr Doktor angesprochen hat. Das liegt daran, dass Rudolf Steiner in einem völlig anderen Umfeld wirkte. Seine Zuhörer und Schüler gehörten überwiegend zu Gesellschaftskreisen, in denen viel Wert auf Adelstitel, Bezeichnungen akademischer Grade u.ä. gelegt wurde. Daher wäre es undenkbar gewesen, dass jemand ihn einfach als Meister bzw. Lehrer bezeichnet hätte.

Auch soziokulturelle Unterschiede spielen hier eine Rolle. Rudolf Steiner hat entsprechend den Besonderheiten des westlichen Menschen (vom osteuropäischen Standpunkt aus gehört der deutschsprachige Raum auch zum Westen) gewirkt, der mehr im Kopf verankert ist und nicht so einfach mit dem Herzen wahrnehmen kann. Dementsprechend benutzte Steiner viele ausführliche Erklärungen und ausgefeilte, auf den Verstand bezogene Formulierungen, um den Zuhörern neue Informationen vermitteln zu können.

Die erste deutschsprachige Ausgabe mit Vorträgen Beinsa Dounos, die noch zu seinen Lebzeiten erschien, trägt den Titel „Der Meister spricht“. Sie wurde von deutschkundigen Schülern angefertigt, die das deutsche Wort Meister verwendet haben. An diese Tradition knüpften und knüpfen alle weiteren deutschen Übersetzungen seiner Vorträge (vgl. dazu auch die ausführlichen Erklärungen bei Kovacheva, Marburg/Lahn, 2010, S.217).

Das Wort Meister mag sicherlich dem Sprachempfinden manches West- oder Mitteleuropäers befremdend erscheinen, wie das aus entsprechenden diesbezüglichen Äußerungen ersichtlich ist. So wünschten sich Harrie Salman („Ein Bodhisattva aus Bulgarien“) oder Thomas Heinzel (in seiner Dissertation „Weiße Bruderschaft und Delphische Idee: Esoterische Religiosität in Bulgarien und Griechenland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, Erfurt, 2013, S. 57), dass in Bezug auf Beinsa Douno das Wort Lehrer benutzt werden sollte. Nun beinhaltet aber das deutsche Wort Meister durchaus jene Bedeutung, nach der all diejenigen suchen, die sich um die Verbreitung des Wissens über das Leben und Wirken Beinsa Dounos bemühen: Meister 4. „bewunderter, verehrter, als Vorbild angesehener Lehrer (im Bereich von Wissenschaft oder Kunst); religiöser Führer, Religionsstifter (im Verhältnis zu seinen Jüngern oder Anhängern)“ (vgl. den Duden-Eintrag).
Diejenigen, die das Werk und Wirken Beinsa Dounos in seiner esoterischen Tiefe kennen, empfinden die Verwendung des deutschen Wortes Lehrer als inadäquat. Sie sind sich bewusst, dass sie es nicht mit einem gewöhnlichen Lehrer (Wilhelm Buschs Figur „Lehrer Lämpel“ ist auch ein Lehrer), sondern mit einem hohen spirituellen Meister zu tun haben, der zum Gefäß des Bodhisattva wurde. Schließlich hat Beinsa Douno selbst gesagt, dass der alte Mensch Peter Danov nicht mehr existiert und durch ihn ein hoher Geist spricht (vgl. z.B. hier oder hier).

Die Leser mögen bitte diese Erklärungen, die eine interessierte Person dankenswerterweise veranlasst hat, bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk Beinsa Dounos berücksichtigen.

 

Die Geister und der Meister

Auszug aus den Erinnerungen von Maria Todorova (1898-1976), Schülerin von Beinsa Douno, die zum engsten Kreis um den Meister gehörte. („Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993. Quelle

„Auf einem der regelmäßig veranstalteten Ausflüge ins Vitoschagebirge saßen die Freunde um den Meister und warteten auf das Aufkochen des Wassers, um Tee zu trinken. Alles war fertig und Savka [Keremidtschieva] goss vorsichtig Tee in eine Tasse und ging sehr langsam auf den Meister zu, um die randvoll gefüllte Tasse nicht zu verschütten. Warum hatte sie die Tasse randvoll gefüllt? Um das Prinzip der Fülle hervorzuheben, das beim Meister wichtig ist. Allerdings galt das für den Meister, der für uns, durstigen Schüler, die Leben spendende Quelle war, an der, also an seinem Wort, wir uns nährten. Deshalb hätte Savka ihm nicht die Tasse randvoll füllen sollen. Aber sie wollte sich besonders hervortun.
Auf einmal stolperte und stürzte sie, die Tasse flog davon und landete auf einem Stein, wo sie in Stücke zerbrach. Savka stand verwirrt, sie sah schuldbewusst zum
Meister hin, der auflachte. Über dieses Vorkommnis erzählte der Meister,
dass es deshalb lustig war, weil Savka die Tasse zu tragen versuchte, ohne
einen einzigen Tropfen zu verschütten. Doch die Geister ließen sie stolpern, um zu zeigen, dass sie auch existieren. Der Teetropfen, der hätte auslaufen sollen, war für sie vorbestimmt, denn sie wollten auch aus dem Tee trinken, der dem Meister überreicht wurde. Und eine andere Möglichkeit hatten sie nicht. Der Tropfen hätte aus der Tasse laufen sollen oder sie mussten Savka zum Stolpern bringen, damit die Tasse zerbrach.
Die Geister vergnügten sich manchmal mit solchen Scherzen und der Meister ließ sie bis zu einer bestimmten Grenze gewähren, denn durch solche Vorkommnisse bekamen wir eine praktische Ausbildung in der [okkulten] Schule. Außer uns gab es ja auch andere Wesen um uns herum, die das Recht hatten, beachtet zu werden. Deshalb gossen die alten Bulgaren einst einen winzigen Teil ihres Getränkes auf den Boden, damit es für alle Durstigen etwas gab – in der sinnlichen und in der übersinnlichen Welt. Diese Symbolik werdet ihr durchgehend im Meisterwort entdecken.“

 

 

Der 91. Psalm

Der 91. Psalm spielt eine große Rolle im Leben der „Weißen Bruderschaft“. Er wurde von Beinsa Douno auch als Gebet empfohlen. Als man ihn danach fragte, warum er unter allen Psalmen gerade den 91. Psalm ausgesucht hat, sagte er: „Nur bei diesem Psalm liegt der Fall vor, dass Gott spricht!“

Simeon Arnaudov teilt Folgendes in seinen Erinnerungen mit (“Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Bd. 6 Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993):

„Die Psalmen Davids“

„Der Meister erzählte, dass die Essäer in Ägypten einst zwei Schulen hatten: eine innere und eine äußere. David war Schüler der inneren Schule und sein Sohn Salomo – der Vertreter der äußeren Schule. Davids Psalmen stellen eine ungewöhnliche poetische Sammlung dar, die aus der höheren geistigen Welt kommt. David hat gleichzeitig in der physischen, geistigen und Göttlichen Welt gewirkt. Den Schülern seiner okkulten Schule hat Beinsa Douno die Aufgabe gestellt, vor dem Lesen der Psalmen Davids zu beten, damit ihnen offenbart wird, welche Verse der Psalmen für die physische Welt, welche für die geistige und welche für die Göttliche Welt gegeben wurden. Denn die Verse kommen aus drei verschiedenen Welten herunter. So gibt es im 91. Psalm Verse für den Schüler, Verse des Schutzengels und Verse des Göttlichen Geistes. Jeder kann bei einer Erleuchtung unterscheiden, dass diese Verse aus drei verschiedenen Welten kommen und sie entsprechend benutzen.“

Der 91. Psalm auf Deutsch:

1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
2 der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.
4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,
6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.
7 Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite / und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.
8 Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Frevlern vergolten wird.
9 Denn der Herr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht.
10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
11 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
13 Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.
14 »Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.
15 Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; / ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.«

Aus den Erinnerungen von Zheko Panajotov (ebd., Bd. 15):

„Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen“ – diese Worte beschreiben auch alles, was die Menschen nicht nur in älteren Zeiten, sondern auch heute in Kriegen, bei Erdbeben, Wasser- und Feuerkatastrophen erleben. Viele unserer Brüder mussten in die Kriege von 1912 bis 1945 ziehen, an denen Bulgarien beteiligt war. Sie überlebten mit Hilfe der Schutzkraft des 91. Psalms. Der Meister hat uns 1915 auf diesen Psalm hingewiesen. Damals veranlasste er die Brüder und Schwestern, sich persönlich den 91. Psalm abzuschreiben, ihn wiederholt zu lesen und immer bei sich zu tragen. Wir lasen ihn mehrmals täglich, um uns seinen Schutz zu versichern. Deshalb lesen wir ihn heute noch jeden Morgen. Es ist jedoch gut, auch in die Bedeutung seiner okkulten Kräfte einzudringen.

Der 91. Psalm hat mich persönlich und mit mir auch viele andere Menschen vor einer großen Gefahr gerettet. Es geschah im Ersten Weltkrieg, gegen Ende 1917. Als Soldat bekam ich 20 Tage Urlaub. Ich war bei meinen Verwandten und besuchte danach auch den Meister, der sich damals vorübergehend in Varna befand. Ich habe ihn an jenem Tag zweimal besucht – am Vormittag für ein Gespräch und am Abend um mich von ihm zu verabschieden. Er fragte mich: „Hast du den 91. Psalm?“ Ich habe es bejaht. Der Meister fragte wieder: „Aber hast du ihn auch auf einem Zettel dabei?“ Das habe ich auch bejaht, weil ich seinen Auftrag erfüllt hatte. Dann entließ er mich und ich ging zum Bahnhof. Der Zug, der in der Nacht abfahren sollte, war mit Soldaten überfüllt. Wir waren schon ca. zwei Stunden unterwegs und befanden uns in der Gegend von Schumen, als von vorne Alarmsignale zum Halten vernommen wurden. Trotzdem spürten wir, dass der Zug beschleunigte. Die Lokomotive kreischte, der Zug wurde schneller und kam nicht zum Halt. Die Soldaten, die den Weg kannten, wurden unruhig und riefen: „Hier gibt es ein steile Strecke, man hat den Zug nicht mehr unter Kontrolle, er wird entgleisen!“ Wir erlebten diese Aufregung während 3-4 Minuten und erst dann spürten wir, wie der Zug allmählich langsamer wurde. Wir konnten aufatmen und ich erinnerte mich, warum der Meister mich so nachdrücklich fragte, ob ich den 91. Psalm mit mir trug.“

Der 91. Psalm als Lied der „Weißen Bruderschaft“

(vertont von dem talentierten, früh verstorbenen Christo Darsev)

Der bulgarische Text:

1. Който живее под покрива

на Всевишнаго, ще пребивае

под сянката на Всемогъщаго.

2. Ще казвам за Господа:

Той е прибежище мое и крепост моя,

Бог мой, на Него ще се надея.

3. Защото Той ще те избавя

от сетта на ловеца

и от губителен мор.

4. С перата Си ще те покрива

и под крилата Му ще имаш прибежище.

Неговата Истина е щит и всеоръжие.

5. Няма да се боиш от нощен страх,

от стрелата, която лети дене,

6. от мор, който ходи в тъмнина,

от погибел, която запустява

всред пладнина.

7. Тисяща ще падат от страната ти

и десет тисящи от дясно ти,

но при тебе няма да се приближи.

8. Само с очите си ще гледаш

и ще видиш въздаянието

на нечестивите.

9. Понеже ти си направил Господа,

моето упование,

Вишнаго, свое прибежище,

10. няма да ти се случи никакво зло

и язва няма да се приближи

до жилището ти.

11. Защото ще заповяда на ангелите Си за теб да те пазят във всите твои пътища.

12. На ръце ще те подигат,

да не би да препънеш о камък

ногата си.

13. Ще настъпиш лъв и аспид,

ще стъпчеш млад лъв и ламя.

14. Понеже положи в Мене любовта си,

за то ще го избавя.

Ще го туря в безопасност,

защото позна Името Ми.

15. Ще Ме призове и ще го послушам,

с него ще съм, когато е в скръб,

ще го избавя и ще го прославя.

16. Ще го наситя с дългоденствие

и ще му покажа спасението Си.

Die Vortragsreihe „Kraft und Leben“ von Beinsa Douno als Verkündigung des ätherischen Christus

Am 16.3.1914 hielt der Meister Beinsa Douno den ersten offiziell stenographierten Sonntagsvortrag in Sofia mit dem Titel „Seht, da ist der Mensch!“ Damit wurde der Anfang einer Vortragsreihe gesetzt, die den Titel „Kraft und Leben“ hat. 1915 begann die Veröffentlichung der ersten Serie unter diesem Namen, in der Sonntagsvorträge zusammengefasst sind, die Beinsa Douno in den Jahren 1914-1924 gehalten hat. Nach den eigenen Worten des Meisters sind in ihnen alle Grundprinzipien seiner Lehre enthalten, die er ‚die Neue Lehre der universellen Weißen Bruderschaft’ nannte.

In diesen Vorträgen, die mit Sätzen aus der Bibel beginnen, wird der tiefere christlich-esoterische Sinn der jeweiligen Verse erläutert und allmählich das Fundament seiner Lehre eingeführt.

Der Ausdruck сила и живот ‘Kraft und Leben’ ist übrigens in Bulgarien als Formel des Meisters Beinsa Douno allseits bekannt – auch diejenigen, die sich mit der Lehre der Weißen Bruderschaft nicht auskennen, wissen, worauf sich diese Worte beziehen.

Eine Auswahl aus den Vorträgen der „Kraft und Leben“- Reihe in verschiedenen Sprachen gibt es hier:

Es ist bemerkenswert, dass Rudolf Steiner in seinem Vortragszyklus „Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit“ (GA 130) im Vortrag über die Erscheinung Christi im Ätherischen (Leipzig, 4. November 1911) genau diese Worte verwendet:

„Es ist Christus der eigentliche moralische Impuls, der die Menschheit mit moralischer Kraft durchzieht. Der Christus-Impuls ist Kraft und Leben, die moralische Kraft, die die Menschen durchzieht.“

Dort, wo es um den Bodhisattva geht, der einst zum Buddha aufsteigen wird, spricht Steiner folgendermaßen über die Bodhisattva-Aufgabe als Christus-Verkünder:

„Dreitausend Jahre von heute an gerechnet wird der oben erwähnte Bodhisattva zum Buddha, und dann wird seine Lehre unmittelbar Impulse ausgießen in die Menschheit. Er wird derjenige sein, den die Alten vorausgesehen haben: der Buddha-Maitreya, ein Bringer des Guten. Derselbe hat die Aufgabe, vorzubereiten die Menschen, daß sie verstehen den eigentlichen Christus-Impuls. Er hat die Aufgabe, immer mehr die Augen der Menschen zu richten auf das, was man lieben kann, immer mehr das, was man als Theorie verbreiten kann, einlaufen zu lassen in ein moralisches Fahrwasser, so daß zuletzt alles, was der Mensch besitzen kann an Gedanken, in das Moralische sich ergießt. Und während es heute noch durchaus möglich ist, daß einer sehr gescheit ist, aber unmoralisch, gehen wir einem Zeitalter entgegen, in dem es unmöglich sein wird, daß der Mensch gleichzeitig klug und unmoralisch sein kann. Es wird unmöglich sein, daß Klugheit und Unmoralität Hand in Hand gehen.

Es ist dies so zu verstehen: Diejenigen, die sich abseits gehalten und der Entwickelung widersetzt haben, werden die Kämpfer sein, die da alle gegen einander kämpfen. Selbst diejenigen, die heute die höchste Intelligenz entwickeln, werden, wenn sie in den folgenden Epochen sich nicht weiter entwickeln in Gemüt und Moral, von ihrer Klugheit keinen Nutzen haben. Die höchste Intelligenz wird ja in unserem Zeitalter entwickelt. Es ist darin auch ein Höhepunkt. Wer aber jetzt Intelligenz entwickelt haben wird und sich die folgenden Entwickelungsmöglichkeiten entgehen läßt, der wird durch seine Intelligenz sich selber vernichten. Sie wird dann wirken wie ein innerliches Feuer, das ihn verbrennt, verzehrt, klein und so schwach macht, daß er dumm wird und nichts anfangen kann, ein Feuer, das ihn vernichten wird in der Epoche, wo die moralischen Impulse ihren Höhepunkt erreicht haben werden. Während heute ein Mensch mit seiner unmoralischen Klugheit noch sehr gefährlich werden kann, wird er dann unschädlich sein. Dafür wird aber die Seele immer mehr und mehr moralische Kräfte haben, und zwar moralische Kraft, wie sie sich der Mensch heute noch gar nicht vorstellen kann. Die höchste Kraft und Moralität gehört dazu, um den Christus-Impuls aufzunehmen, so daß er Kraft und Leben wird in uns.“

Rudolf Steiner durfte die Identität des zukünftigen Buddha Maitreya nicht enthüllen, weil sich die Mission des Bodhisattva in den nächsten Jahren nach seiner Vorankündigung erst entfalten sollte. Wie Dimitar Mangurov schreibt, konnte der Begründer der Anthroposophie nicht vom ganzen Bodhisattva-Impuls schöpfen, „da er vorzeitig diese Welt verlassen hat. Nach seinem Tod war Steiner übersinnlich während der Vorträge Beinsa Dounos anwesend. Wir können uns aber unter den gegenwärtigem Bedingungen Kraft und Leben aus dem Impuls des Bodhisattva zu Eigen machen, wenn uns sein Name genannt wird – der Name des Hauptboten Christi auf Erden“ („Пътят към Аза”, Sofia, 2009, Heliopol, deutsche Fassung unter „Der Weg zum Ich“).

Den Autoren Filipov/Pavlov/Kalev ist diese bemerkenswerte Übereinstimmung des verwendeten Ausdrucks bei Steiner und Beinsa Douno ebenfalls aufgefallen. Sie vertreten die Meinung, dass Rudolf Steiner in seinen Vorträgen über die Mission des Bodhisattva im 20. Jahrhundert uns „eine der Hauptmethoden gegeben hat, durch die der Bodhisattva erkannt werden kann: Der Bodhisattva schaut Christus an und schöpft Inspiration für seine eigenen Worte aus der Kraft und dem Leben Christi. Deshalb wird das Wort des Bodhisattva die Seelen zu der Kraft und zum Leben Christi führen und den Namen Kraft und Leben tragen. Es gibt einen Meister im 20. Jahrhundert, der sein Wort Kraft und Leben genannt hat – das ist Beinsa Douno (vgl. “Бодхисатвата в ХХ век. В търсене на словото на Бодхисатва-Майтрея”/„Der Bodhisattva im 20. Jahrhundert. Auf der Suche nach dem Wort des Bodhisattva-Maitreya“, Sofia, 2007, S. 51).

Wenn man die Vorträge aus der „Kraft und Leben“- Reihe studiert, fällt einem auf, dass sie sich nicht nur mit Christus beschäftigen, sondern vollständig vom Christus-Geist erfüllt sind.

Im zitierten Vortrag aus GA 130 geht Steiner auch auf die Kraft des Wortes des Bodhisattva ein:

„Heute wird durch das Wort des Kehlkopfes es möglich, in Begriffen und Vorstellungen, durch das Denken, das Ziel verständlich zu machen und einzuwirken auf die Seelen im guten Sinne, um sie zu ästhetischen und moralischen Idealen zu erwärmen und zu begeistern. Die heutige Wortsprache wird aber in folgenden Zeitabschnitten abgelöst werden von mächtigeren Impulsen der Anregung, als es heute möglich ist durch die Sprache allein. Dann wird die Sprache, das Wort es bewirken, daß in ihm, dem Wort selbst, Kräfte liegen, welche Gemütsbewegungen übertragen von Seele zu Seele, vom Meister zum Schüler, vom Bodhisattva auf alle, die sich nicht abwenden von ihm.“

Das Erste, was auffällt, wenn man die Vorträge Beinsa Dounos liest oder sogar nur Zeitzeugengeschichten über den Meister hört, ist eben diese intensive impulsierende Kraft, die alles von ihm Gesagte durchdringt. Es ist z.B. eine allgemein verbreitete Erscheinung, dass diejenigen, die von den Aussagen des Meisters über den Fleisch- und Alkoholkonsum und dessen Konsequenzen für den spirituellen Schüler erfahren, sofort Vegetarier und Antialkoholiker werden. Und zwar abseits jeglicher hypnotischer, mediumistischer o.ä. Beeinflussung, sondern aus dem eigenen freien Willen heraus. Sie tun es nicht, weil es der Meister so gewollt hat, sondern weil seine Worte eine starke moralische Kraft ausstrahlen und unvergesslich in den Seelen bleiben. Man entschließt sich ohne Wenn und Aber, die Ratschläge des Meisters zu befolgen, weil das Moralische in seinen Vorträgen außerordentlich mächtig ist. Dadurch wirkt Beinsa Douno schon in der gegenwärtigen fünften Kulturepoche der Bewusstseinsseele durch die starken Impulse in seinem Wort, die tatsächlich Gemütsbewegungen übertragen können, als Vorbereiter der nächsten slawischen Kulturepoche.

Das Hemd der Letten

Auszug aus den Erinnerungen von Galilei (Gavrail) Velitschkov (1911 – 1985) aus dem Buch „Изгрева” – “Der Sonnenaufgang der Weißen Bruderschaft – wie er singt und spielt, lernt und lebt“ – Bandreihe mit Memoiren der Schüler Beinsa Dounos, Band 1, Vergilij Krastev (Herausg.), Sofia, 1993.

1939 kam eine Gruppe von Brüdern und Schwestern aus Lettland nach „Izgreva“, um uns zu besuchen und sich mit dem Meister zu treffen. Sie blieben bei den Bewohnern der Siedlung, nahmen am Lager an den Sieben Seen im Rila teil und es wurde langsam Zeit, nach Hause zurückzufahren. Eines Tages ordnete der Meister plötzlich an, was er den Letten durch Savka Keremidtschieva* ausrichten ließ, dass die lettische Gruppe unverzüglich abreisen solle. Savka wusste, dass dies etwas Außerordentliches bedeutete und es einen Grund dafür gab. Noch am selben Tag wurden die Letten zum Bahnhof gebracht, wo sie den Zug nach Russe nahmen. Am nächten Tag rief der Meister Savka zu sich und sagte ihr mit strengem Ausdruck auf seinem Gesicht: „Wo ist das Hemd, das mir die Letten geschenkt haben?“

Savka ging, um das Hemd zu suchen, fand es und brachte es dem Meister. Er zog sein Jackett aus und das lettische Hemd über sein Hemd an. Danach zog er wieder sein Jackett über und sagte: „So ist es gut. Nun sollen sich alle an ihre Arbeit machen!“

Der Meister blieb allein. Er hatte seine Aufgaben und Savka ging fort, ohne ihn etwas zu fragen. Savka wusste aus Erfahrung, dass sie auf den Ausgang der Geschichte mit diesem lettischen Hemd warten sollte. Am nächsten Tag rief der Meister Savka zu sich: „Sie haben die Grenze passiert! Du kannst das Hemd der Letten wieder nehmen. Durch das Hemd wurde die Beziehung zwischen mir und ihnen hergestellt, denn ihr Bewusstsein konnte keine direkte Verbindung zu mir aufnehmen und es musste diese Methode benutzt werden.“

Er zeigte auf das Hemd, zog es aus und gab es Savka, die es als Erinnerung an die Begebenheit aufbewahrte.

Einige Tage später kam ein Brief von der Bruderschaft in Russe. Er berichtete über die Komplikationen, die die lettische Gruppe erleben musste, bis sie mit der Fähre die Donau überqueren durfte. Der Krieg war nämlich ausgebrochen und die Truppen blockierten den Fluss.

Später kam ein ausführlicher Brief an, in dem die lettischen Brüder berichteten, wie sie über die Donau kamen, die rumänische Grenze passierten und durch Gottes Gnade Lettland erreichten. Wir hörten alle in Verzückung zu. Danach holte Savka das lettische Hemd, zeigte es uns und erzählte seine Geschichte. Der Meister hatte es übergezogen, damit die Letten eine ständige Verbindung zu ihm unterhalten und Hilfe von ihm bekommen konnten. Diese Methode hat der Meister auch mit anderen Brüdern in verschiedener Weise angewendet.

Savka pflegte den Kontakt zu den Letten. Sie war früher nach Lettland gereist, um dort Vorträge über die Lehre und den Meister zu halten. Der Meister soll zuerst damit nicht einverstanden gewesen sein. Aber sie bestand so stark darauf, dass er sie hinfahren ließ. Welche Gründe der Meister gehabt haben mag, dass er Savka aufhalten wollte, wissen wir nicht. Auf Grund meiner persönlichen Erfahrung mit dem Meister denke ich: Er war dagegen, dass wir, die wir einmal nach Bulgarien gekommen und hier inkarniert waren, das Land, die [esoterische] Schule verließen und von den Bedingungen abwichen, die der Himmel uns vorgezeichnet hatte. Es gab Augenblicke, wo wir nicht beurteilen konnten, was richtig, was für uns nützlich war und was uns auf unserem Weg hätte aufhalten können. Wir hatten nicht die notwendigen Kenntnisse, hatten keine Unterscheidungsfähigkeit. Unsere einzige Rettung vor dem Abweichen vom Weg der Schule war die Treue, die wir dem Meister gegenüber zeigen konnten.

Savka packte ihren Koffer, erhielt die Belehrung durch den Meister und ging vor der Abreise zu ihm, um ihn um seinen Segen zu bitten. Er sagte ihr: „Wenn du dorthin kommst und die Lehre der Weißen Bruderschaft vorträgst, werden die Letten nach jedem Vortrag deine Hand küssen wollen. Du musst wissen, dass sie dann meine Hand küssen werden. Das darf dich nicht beklemmen, sondern dich eifrig machen, damit du deine Aufgabe erfolgreich erfüllst“ …

1939 wurde Lettland von Stalins Truppen besetzt und schloss sich dem Sowjetimperium an. Ein großer Teil der Brüder und Schwestern wurde zusammen mit anderen Letten interniert und nach Sibirien gebracht, wo sie ums Leben kamen. Wenige von ihnen blieben in Lettland am Leben. Sehr selten erhielt jemand von uns einen Brief von den restlichen Letten, die überlebt hatten. Das Hemd, das der Meister in „Izgreva“ anzog, das sie ihm geschenkt hatten, beschützte sie am Anfang. Doch nachdem sie Lettland unversehrt erreicht hatten, kamen viele von ihnen zu Schaden und mussten mit ihrem Leben bezahlen. Hier zog der Meister das lettische Hemd für sie an – dort hätten sie das Hemd des Meisterwortes anziehen sollen, um sich zu retten. Sie haben es nicht getan – wenige haben es getan, und diese konnten sich retten und blieben am Leben. Warum? Es gibt ein okkultes Gesetz, das der Meister in seinen Vorträgen erläutert hat. Es besagt: „Das Schwert des Geistes – das ist das Wort!“ Das Schwert des Geistes – das ist das Wort Gottes. Das Wort Gottes war das, was der Meister vortrug. Und wenn sie den Mantel dieses Wortes angezogen hätten, hätten sie sich gerettet. Die wenigen Überlebenden haben die Richtigkeit meiner Erzählung bewiesen. Das war die Lehre der Geschichte vom lettischen Hemd.

* Savka Keremidtschieva war eine der engsten Schülerinnen um den Meister, die durch ihre deutsche Mutter Therese Deutsch fließend sprach und den Kontakt zu den Letten pflegen konnte.

Das Lied „Mahar Benu Abba“

Text:
Махар Бену Аба
Maхар Бену Аба Веют Биладер Адер
Бену шела,
Бену шела, Бену шела,
шела, шела, шела,
Биладер, Адер Бену шела.
Mahar Benu Abba
Mahar Benu Abba Vejut Bilader Ader
Benu Schela,
Benu Schela, Benu Schela,
Schela, Schela, Schela,
Bilader, Ader Benu Schela.
В мрак, тъмнота е бил животът наш,
но слънцето на живота просия у нас
и ний тръгнахме по пътя чист и свят за нас
и ний тръгнахме по пътя чист и свят за нас.
Свят за нас, свят за нас, свят за нас.
In Finsternis, in Dunkelheit war unser Leben, doch die Sonne des Lebens ging in uns auf und wir bestiegen den Weg, der rein und heilig für uns ist, wir bestiegen den Weg, der rein und heilig für uns ist. Heilig für uns, heilig für uns, heilig für uns.
Der Meister über das Lied:
„Das Gebet des Schülers“ – so nenne ich dieses Motiv.
Mahar bedeutet „der Große“, Benu – „derjenige, der segnet“, Abba – „der Vater von allem“.
Das ist ein spezielles Motiv – ihr dürft es nur zu besonderen Anlässen singen. Ihr dürft keine Angst, keine Furcht haben, sondern müsst eure Seele zum Ausdruck bringen. In der okkulten Musik dürft ihr keine Angst haben.
Wie ist „Mahar“ zu singen? Bei „Mahar“ beginnst du stark und gehst langsam herunter. „Benu“, das ist das Gesetz des Säens. Du bist zum tiefsten Punkt herabgestiegen, nun musst du eine Kurve einleiten, du musst von schwach zu stark gehen. Ihr habt einen Abstieg und einen Aufstieg. Bei „Abba“ habt ihr die Erweiterung der Musik (Der Meister macht eine Bewegung der Arme nach unten – „Mahar“, dann nach oben – „Benu“ und zur Seite – „Abba“). Das ist die erste Passage. Wenn man „Mahar“ singt, steigt man aus der göttlichen Welt herab bis zum Boden des Lebens. „Benu“ – es beginnt die Evolution, die Erhebung. Wenn du dich erhebst, musst du dich bedanken – „Abba“. Abstieg, Aufstieg und Erweiterung! Das verlangt die Harmonie. Wenn du singst, musst du unbedingt dieses Gesetz der Kurve beachten – Abstieg, Aufstieg und Erweiterung.
Die Musik ist die einzige göttliche Methode, durch die wir die Dinge am leichtesten begreifen können. Außerhalb der Musik sind Tausende von Jahren notwendig, in der Musik wird dieser Prozess verkürzt.
Wenn die Geister diese Worte der alten Sprache hören, verstehen sie euch, die neue Sprache verstehen sie nicht. Das ist eine heilige Sprache. Wenn sie diese Worte hören, kommen sie. Das Motiv stammt auch von ihnen. Es ist ein östliches Motiv, an dem sich Verstand und Herz beteiligen. Das ist ein heiliges Lied, eine heilige Übung!“